Personalentwicklung wenn nicht jetzt, wann dann?

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1 Personalentwicklung wenn nicht jetzt, wann dann? Jetzt die Potenziale Ihrer Mitarbeiter erkennen, nutzen und fördern ein Beitrag von Rainer Billmaier Personalentwicklung ist alles andere als ein Kostenfaktor Hauptaufgabe der Personalentwicklung ist es, das Potenzial der Beschäftigten zu erkennen, zu erhalten und zu fördern, damit diese ihre ständig zunehmenden Aufgaben (qualitativ und quantitativ) weiterhin beherrschen, und so ihre und die Ziele Ihres Unternehmens heute und in Zukunft erreichen können. Um das sicherzustellen, sollte eine aktive Personalentwicklung die Fähigkeiten der Beschäftigten kontinuierlich unterstützen und entwickeln und somit ganz wesentlich dazu beitragen, dass sich die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit Ihres Unternehmens verbessert, die Dienstleistungs- und Kundenorientierung Ihrer Mitarbeiter verstärkt, die Flexibilität im Umgang mit neuen Anforderungen erhöht, die Motivation und Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten weiter steigert. Personalentwicklung ist Führungsaufgabe! So verstanden, muss die Umsetzung der Personalentwicklung eine elementare Aufgabe der Führungskräfte sein, denn diese kennen die Stärken und Schwächen ihrer Mitarbeiter und können deren Leistung mit den Zielen und strategischen Vorgaben des Unternehmens in Einklang bringen. 1 / 5

2 Daher sollten die Führungskräfte vorrangig diejenigen sein, die die erforderlichen Maßnahmen der Personalentwicklung anregen und vor allem konkret umsetzen können. Führungskräfte müssen in der Lage sein, Mitarbeitergespräche zu führen, zu loben und Kritik zu äußern. Sie sollten Schulungsmaßnahmen konzipieren, ggf. auch durchführen und die Inhalte in den betrieblichen Alltag integrieren können. Der Personalbereich kann die Arbeit der Führungskräfte dabei aktiv unterstützen, indem er sicherstellt, dass die Personalentwicklung mit den strategischen Unternehmenszielen abgestimmt wird, mit der Kosten- und Finanzplanung abgestimmt ist, von allen Verantwortlichen in ihrer Bedeutung erkannt und aktiv wahrgenommen wird, von allen Beschäftigten und ihren Vertretungen gemeinsam entwickelt und gewollt wird, über die erforderlichen Ressourcen verfügen kann. An der Personalentwicklung wird oft als Erstes gespart! Paradox ist es jedoch, dass in einer Zeit, in der viele Unternehmen ihre Ziele nicht erreichen, besonders im Bereich der Personalentwicklung gekürzt wird. Keine Zeit, kein Geld, wir haben Wichtigeres zu tun. Gängige Zitate, die an der aktuellen Notwendigkeit weit vorbeigehen. Nur wenn es wirklich um die Existenz des Unternehmens geht, sind diese Aussagen gut nachvollziehbar und verständlich. Die meisten Unternehmen haben aus unserer Erfahrung derzeit zwar ernsthafte, aber keine existenziellen Sorgen. Sie sparen aktionistisch und meist am falschen Ende. Lassen Sie mich das an einem aktuellen Beispiel erläutern: Das Unternehmen X hat sich in den letzten fünf Jahren voll auf die Produktion konzentriert. Es gab und gibt keine Nachfolgeregelung, Schulungen waren auf das Nötigste reduziert. Die wenigen Maßnahmen der Personalentwicklung, die dennoch durchgeführt wurden, wurden in diesem Jahr auf Null reduziert. 2 / 5

3 Folge: Die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen ist fast Null. Besonders die hoch qualifizierten Mitarbeiter liebäugeln mit der Konkurrenz oder haben das Unternehmen schon verlassen. Wenn im Herbst, so wie die aktuellen Anzeichen zeigen, die Konjunktur wieder anzieht, hat dieses Unternehmen aus heutiger Sicht keine ausreichende Anzahl an qualifizierten Mitarbeitern und trägt das Risiko einer weiteren übermäßigen Fluktuation. Dieses verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen ist aufwendig, aber dringend notwendig. Daher hat das Unternehmen nun endlich begonnen, in einer konzentrierten Aktion die folgenden Themen zu bearbeiten: Einführen von Zielvereinbarungsgesprächen für alle Mitarbeiter Einführen einer erfolgsabhängigen Vergütung für alle Führungskräfte Entwickeln konkreter Stellenbeschreibungen Aufstellen einer individuellen Nachfolgeplanung und Karriereplanung Entwickeln und durchführen der entsprechenden Schulungen Diese Schulungsmaßnahmen konnten übrigens bis zu 80 % über eine Förderung mit ESF-Mitteln zum Teil refinanziert werden. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen hat mittlerweile dazu geführt, dass die ersten Mitarbeiter wieder eine eher positive Meinung zum Unternehmen entwickelt haben und sich wieder motivierter für das Unternehmen einsetzen. Vorteile einer aktiven Personalentwicklung Gerade heute, bei einer relativ geringen Auslastung, müssten die Unternehmen in die Personalentwicklung investieren. Und die Vorteile liegen auf der Hand: Sie haben derzeit meist keinen Produktionsausfall durch Mitarbeiter, die z. B. Schulungen besuchen. Ihre Mitarbeiter sind besser motiviert, weil sie auch in einer kritischen Zeit gefördert werden. Ihr Unternehmen ist besser auf die (hoffentlich bald) anspringende Konjunktur vorbereitet. 3 / 5

4 Da Sie derzeit ggf. mehrere Mitarbeiter schulen wollen oder können, nutzen Sie die erheblichen Kosten- und Praxisvorteile durch Inhouse-Schulungen. Überschaubare Themen In einem ersten Schritt sollten Sie sich, wie es auch unser Unternehmen X getan hat, einen Überblick über die Erfordernisse der Personalentwicklung verschaffen. Unsere Erfahrung zeigt, dass die meisten Werkzeuge der Personalentwicklung in den Unternehmen vorhanden sind, der Werkzeugkasten jedoch manchmal nicht mehr ganz vollständig, häufig nicht sortiert ist oder zum Teil falsches oder veraltetes Werkzeug beinhaltet. Wenn dann noch einige Führungskräfte mit dem Werkzeug nicht umgehen können oder wollen, bleibt die Personalentwicklung auf der Strecke. Um das zu verhindern, empfehlen wir, sich mit den nachstehenden Fragestellungen auseinandersetzen. Die Antworten zu den Fragen sollten die jeweils aufgeführten Werkzeuge liefern. Sind die Anforderungen des Unternehmens konkret formuliert? Organisationspläne, Stellenpläne Stellenbeschreibungen Anforderungsprofile Wird die Mitarbeitereignung vollständig ermittelt? Mitarbeiterbeurteilung, Assessment-Center Mitarbeiterbefragung, Vorgesetztenbefragung Bewerbungen auf innerbetriebliche Stellenausschreibungen Nutzt die Personalentwicklung die richtigen Hilfsmittel? Fördergespräch Laufbahn- und Nachfolgeplanung Coaching Job enrichment, job enlargement 4 / 5

5 Fazit Die Führungskräfte sollten den Personalbereich als Business-Partner im Unternehmen verstehen und wirkungsvolle Werkzeuge für eine erfolgreiche Personalentwicklung einfordern. Sie binden dadurch die Leistungsträger an Ihr Unternehmen, stellen sicher, dass immer der richtige Mitarbeiter zur richtigen Zeit an der richtigen Position eingesetzt wird, dass weder Kompetenz verloren geht, noch das Potenzial Ihrer Mitarbeiter ungenutzt bleibt. Wir empfehlen daher, den Werkzeugkasten der Personalentwicklung jetzt aufzuräumen, neu zu strukturieren, Ihre Mitarbeiter zu schulen und immer die Ziele des Unternehmens als Maßstab zu nehmen. Kurz gesagt, die Personalentwicklung zu forcieren. Wenn nicht jetzt, wann dann? Rainer Billmaier Senior-Berater EVOLOG Beratersozietät GbR Else-Lang-Str. 1, Köln Tel.: 0221 / , Fax: 0221 / EVOLOG/ /RB/SB 5 / 5

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