Behandlung junger Erwachsener im Zentrum für Familienmedizin Gütersloh

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1 63. Gütersloher Fortbildungstage Behandlung junger Erwachsener im Zentrum für Familienmedizin Gütersloh Prof. Dr. Dipl.-Psych. Klaus-Thomas Kronmüller Gütersloh, den

2 Geschichte der Kindheit Das Kind als kleiner Erwachsener

3 Geschichte der Kindheit Das Kind als kleiner Erwachsener

4 Geschichte der Kindheit Émile, ou de l éducation 1762 Jean-Jaques Rousseau Man muss den Erwachsenen als Erwachsenen und das Kind als Kind betrachten

5 Geschichte der Jugend Begriff Jugend wurde erst um 1800 verwendet Jugend ist Trunkenheit ohne Wein Definition einer gefährdeten Personengruppe Ende des 19. Jahrhunderts Etablierung des Jugendalters als Entwicklungsphase und Aufkommen der Jugendkultur

6 Begriffsfeld Jugend Jugend Junge Erwachsene Pubertät Adoleszenz Teenager wunderbare Jahre 20-somethings

7 Veränderung der Lebensphasen Wir müssen heute von einer Verkürzung der Kindheit (Säkulare Azeleration), einer Verlängerung der Adoleszenz (Säkulare Retardation) und einer neuen Lebensphase, emerging adulthood ausgehen. Unschärfe beim Übergang zum Erwachsenenalter

8 Veränderung der Lebensphasen Kindheit Jugend emerging a. Erwachsen Biolog. Alter >28 Entwicklungsalter????

9 Lebensverläufe in der Postmoderne De-Standardisierung individueller Lebensverläufe durch Mobilität, Flexibilität und Auflösung klarer Geschlechtsrollen Entwicklung von Patchwork-Identitäten Biographische Offenheit und Plastizität der Identitätsarbeit

10 Freiheit als Gewinn oder Belastung?

11 Epidemiologie und Inanspruchnahme

12 Kohortenstudien Depressionen beginnen immer früher

13 1250 Gesamtaufnahmen LWL GT (alle Diagnosen Jahr 2010) 1000 Aufnahmen > 70 Alter

14 Aufnahmen Entwicklung 18 bis 30 Jahre F32.xx u. F33.xx Jahr Jahre Jahre

15 Psychiatrie der Lebensspanne Gerontopsychiatrie Allgemeinpsychiatrie >60 Jahre Jahre Junge-Erwachsenenpsychiatrie Jahre

16 Stationäre Depressionsbehandlung junger Erwachsener auf der Depressionsstation oder Spezialstation für junge Erwachsene?

17 Stationäre Depressionsbehandlung junger Erwachsener auf der Erlebnisstimmulierender Rahmen oder Psychagogischer Rahmen?

18 Zentrum für Familienmedizin

19 Epidemiologie und Familie 20-30% F>M 30-50% Patienten der Erwachsenpsychiatrie mit Kindern unter 18 LJ Patienten der Kinderpsychiatrie mit einem psychisch erkranken Elternteil

20 Auffälligkeiten bei Kindern psychisch kranker Eltern 30% 30% 30% - Keine Beeinträchtigung: auffällig unauffällig, aber auch resiliente Kinder. - Beeinträchtigung: der emotionalen, kognitiven und sozialen Entwicklung - Entwicklung psychischer Störungen: Depressive Störungen; aggressive, dissoziale, hyperkinetische Verhaltensstörungen

21 Lösungsansätze für Familien mit multiplem Hilfe- und Behandlungsbedarf Quantitativ: mehr Krankenhausbetten Qualitativ: Veränderte Versorgungsstrukturen

22 Versorgungssysteme Kinderpsychiatrie Prävention und Behandlung Erwachsenenpsychiatrie Jugendhilfe

23 Struktur des Zentrums für Familienmedizin ambulant PIA Familienambulanz Hometreatment

24 Zentrum für Familienmedizin ZFM 1. Integrierte KIJU-Ambulanz Familienmedizinische Ambulanz 2. Integrierte TK KiJu / AP 3. Stationär Mutter-Kind Einheit 4. Frühbehandlungsstation A5 (KiJu-Betten)

25 Zentrum für Familienmedizin ZFM-Kommunikationsstruktur Erhalt und Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern durch Präventionsketten Angebote zum aktuellen Anlass Steuert die Vernetzung Lotse ist Ansprechstelle Angebote im Lebensverlauf Geburt Kindheit Jugendalter Lebenswelten Angebote

26 Zentrum für Familienmedizin ZFM-Leitungsstruktur - Zentrumsleitung - Zentrumskonferenzen - Zentrumsbeirat

27 Zentrum für Familienmedizin

28 Zentrum für Familienmedizin Station A5 für Junge Erwachsene

29 Eltern-Kind-Einheit - Änderung dysfunktionaler Interaktionsmuster - Prävention kindlicher Entwicklungsstörungen - Stärkung des mütterlichen Kompetenzerlebens

30 Familienmedizinische Tagesklinik als intensivambulantes Präventions- und Behandlungsangebot

31 Zusammenfassung

32 Behandlungsbarrieren Verleugnung Scham Motivation Patient

33 Behandlungsbarrieren Scham Verleugnung Motivation Bagatellisierung Interesse Ärger Patient Therapeut

34 Protektive Faktoren für die psychosoziale Entwicklung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen Kompetenz, Akzeptanz und Performanz (Problemlösen, Aufmerksamkeit) Novelty seeking -Temperament in der Kindheit Gut integrierte Persönlichkeitsstruktur in der späteren Entwicklung Positive Selbstwahrnehmung Selbstwirksamkeitsüberzeugung Konstruktive Einstellung zum Leben; Glaube an einen Sinn im Leben Gute Selbstregulation im emotionalen Bereiche; gute Impulskontrolle Sinn für Humor Generell positive Wirkung auf andere Realselbst im Vergleich mit Idealselbst und Fremdselbst nicht sehr divergent

35 Psychiatrie der Lebensspanne Wir beobachten ein früheres Auftreten psychiatrischer Erkrankungen (Inzidenz). In der Adoleszenz sind die Krankheitssymptome häufig nicht sehr spezifisch. Psychiatrische Erkrankungen während der Adoleszenz und des frühen Erwachsenenalters sind durch ausgeprägte Komorbiditäten gekennzeichnet. Eine psychiatrische Erkrankung in der Kindheit und im frühen Erwachsenenalter führt zum Verpassen wesentlicher Entwicklungsschritte (Konzept der Entwicklungsaufgaben)

36 Pubertätskrise Entwicklungspsychopathologie Genetik Risiken Situativer Kontext Symptombildung Risiken Biologischer Entwicklung Umweltfaktoren Live Events Traumen Genetische Disposition Biologische Einflüsse VULNERABILITÄT Struktur Bindung Temperament Psychopathologie Epigenetik Psychosoz. Einflüsse Ressourcen Risiken psychsozialer Entwicklung Entwicklungsaufgaben Coping Bewältigung Abwehr

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