Frühe Sprachförderung

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1 Frühe Sprachförderung Informationen für Schulleitungen /79894

2 Ausgangslage > grosse Bedeutung der frühen Kindheit für Sprachentwicklung > grosse Bedeutung der Sprache für Schulerfolg > Erarbeitung eines kantonalen Konzepts für frühe Förderung und Bildung > Konzept mit 10 Handlungsfeldern, eines ist Sprachförderung Vorschlag zur gesetzlichen Verankerung im Gesetz über die Volksschulbildung 2

3 Gesetz über die Volksschulbildung (VBG) Zusatzangebote zur Volksschule 55a Frühe Sprachförderung 1 Die Gemeinden können Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen verpflichten, im Jahr vor dem obligatorischen Schuleintrittsalter ein Angebot der frühen Sprachförderung regelmässig zu besuchen. 2 Soweit angezeigt, klären die Gemeinden im Jahr vor dem freiwilligen Kindergartenjahr den Stand der Deutschkenntnisse der Kinder ab. 3

4 3 Die frühe Sprachförderung kann von den Gemeinden im Rahmen des ersten freiwilligen Kindergartenjahres, der bestehenden Strukturen der vorschulischen Angebote (z.b. Spielgruppe) oder in separat dafür errichteten Formen angeboten werden. 4 Die Gemeinden können von den Erziehungsberechtigten angemessene finanzielle Beiträge verlangen. 4

5 5 Der Kanton unterstützt die Gemeinden durch die Aus- und Weiterbildung von Fachpersonen sowie mit einem Beitrag an die Kosten der frühen Sprachförderung. 6 Der Regierungsrat regelt das Nähere durch Verordnung. 5

6 Verordnung zum Gesetz über die Volksschulbildung SRL a * Frühe Sprachförderung 1 In Gemeinden mit Angeboten der frühen Sprachförderung kann die Schulleitung für Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen im Hinblick auf den obligatorischen Kindergarteneintritt den Besuch eines Angebots der frühen Sprachförderung verfügen. 6

7 2 Die Dienststelle Volksschulbildung stellt ein Instrument zur Sprachstandserhebung zur Verfügung. 3 Die Gemeinden können von den Erziehungsberechtigten einen einkommensabhängigen Beitrag verlangen, der höchstens die Hälfte der Kosten deckt. 7

8 28a * Beiträge an die frühe Sprachförderung 1 Der Kanton leistet den Gemeinden Beiträge an die frühe Sprachförderung von Kindern, die gemäss Sprachstandserhebung im Hinblick auf den Kindergarten über unzureichende Deutschkenntnisse verfügen und im Jahr vor dem obligatorischen Kindergarteneintritt ein Angebot der frühen Sprachförderung besuchen. 8

9 2 Die Beiträge werden in Form von Pauschalen pro Halbtag geleistet, an welchem ein Kind ein Angebot der frühen Sprachförderung gemäss Absatz 1 besucht. 3 Die Pauschalen orientieren sich an den Durchschnittskosten entsprechender Angebote und sollen durchschnittlich einen Viertel der Kosten decken. 9

10 Umsetzungsmöglichkeit 1 Spielgruppe oder DaZ-Lektionen KG (Beitrag Kanton- Gemeinde-Eltern) 3-4-Jährige freiwilliges KG- Jahr (Pro-Kopf- Beiträge) 4-5-Jährige obligatorisches KG-Jahr (Pro-Kopf- Beiträge) ab 5 Jahren > Besuch von Spielgruppe oder DaZ- Lektionen im Kindergarten und anschliessend Besuch freiwilliges Kindergartenjahr > keine Verpflichtung der Eltern möglich > Beiträge Kanton-Gemeinde-Eltern 10

11 Umsetzungsmöglichkeit 2 Spielgruppe oder DaZ-Lektionen KG (Beitrag Kanton-Gemeinde- Eltern) 4-5-Jährige obligatorisches KG-Jahr (Pro-Kopf- Beiträge) ab 5 Jahren ev. weiteres KG-Jahr (Pro- Kopf-Beiträge) > Besuch von Spielgruppe oder DaZ- Lektionen im Kindergarten > Beiträge Kanton-Gemeinde-Eltern 11

12 Umsetzungsmöglichkeit 3 freiwilliges KG-Jahr (Pro-Kopf-Beiträge) 4-5-Jährige obligatorisches KG-Jahr (Pro-Kopf-Beiträge) ab 5 Jahren > Besuch von freiwilligem Kindergartenjahr > normale Pro-Kopf-Beiträge, kein zusätzlicher Kantonsbeitrag, kein Elternbeitrag 12

13 Ablauf Frühe Sprachförderung 1. Informationsschreiben* und Fragebogen zur Sprachstandserhebung* an alle Eltern von Kindern, die 18 Monate vor Schuleintritt stehen (Schule) Januar 2. Retournierung des ausgefüllten Fragebogens an die Schule (Eltern) März 3. Auswertung und Entscheidung ob nachvollziehbar (Schule) März & April > nachvollziehbar: Entscheidung Frühe Sprachförderung ja/nein > nicht nachvollziehbar: Gespräch mit den Eltern (Schule) und dann Entscheidung Frühe Sprachförderung ja/nein 13

14 4. Mitteilung Förderbedarf* an die Eltern (bei Verpflichtung: Gewährung des rechtlichen Gehörs, danach Verfügung) April 5. Angebotssuche (Eltern) Mai 6. Anmeldung des Kindes (Eltern) Mai 7. Bestätigung der Anmeldung des Kindes an die Schule (Angebotsleitung) Mai 8. Besuch eines Angebots der Frühen Sprachförderung durch das Kind August 14

15 Sprachstandserhebung > Elternfragebogen in 12 verschiedenen Sprachen > Ausfüllen und Retournierung obligatorisch > Sprungfrage für Deutschsprechende > Auswertung durch die Schulleitung oder die/der Verantwortliche DaZ > Workshop Anwendung und Auswertung im März 2017 und November/Dezember 2017 > bei Fragen von Schulen steht die DVS zur Verfügung 15

16 Weiterbildungen in früher Sprachförderung Folgende Angebote werden durch den Kanton Luzern finanziell unterstützt: > Aus- und Weiterbildung Innerschweiz für Spielgruppenleitende AWIS oder IG Spielgruppen > uppe/aus_und_weiterbildung > Berufsfachschule Basel: Lehrgang frühe Sprachförderung 16 >

17 Finanzierung Gemeinden finanzieren Angebot und erhalten > Beitrag Eltern: > einkommensabhängiger Beitrag > max. Hälfte der Kosten > Beitrag Kanton: > Orientierung an Durchschnittskosten > durchschnittlich ein Viertel der Kosten > je nach Kosten des Angebots zwischen Fr und Fr Jahresbeitrag pro Halbtag 17

18 Bedingungen für Kantonsbeiträge (1/2) > Konzept Frühe Sprachförderung liegt vor > Durchführung einer Sprachstandserhebung > Besuch eines Angebotes zweimal pro Woche für 2-3 Stunden während eines Jahres > Angebot ausserhalb Kindergarten: mind. 1 Person mit Weiterbildung in Früher Sprachförderung 18

19 Bedingungen für Kantonsbeiträge (2/2) Mindestanforderung Spielgruppenleiter/in: > Grundausbildung Spielgruppenleitung und mind. 2 Jahre Berufserfahrung in der Spielgruppenleitung oder > andere pädagogische Ausbildung und mind. 2 Jahre Berufserfahrung mit Kindergruppen 2 Jahre bis Schuleintritt > sehr gute Deutschkenntnisse (C1), Mundart verstehen > spezifische Weiterbildung / Vertiefung in Sprachförderung 19

20 Kantonsbeitrag Beispiel 1 Bruttokosten 2 Halbtage: Fr Elternbeitrag Fr Restkosten Fr Gemeindebeitrag (75%) Fr Kantonsbeitrag (25%) Fr

21 Kantonsbeitrag Beispiel 2 Bruttokosten 2 Halbtage: Fr Elternbeitrag Fr Restkosten Fr Gemeindebeitrag (75%) Fr Kantonsbeitrag (25%) Fr

22 Unterlagen > Elternbrief in 12 Sprachen mit Informationen zur Frühen Sprachförderung > Instrument zur Sprachstandserhebung (Elternfragebogen in 12 Sprachen und Auswertungsmanual) > Vorlage Leistungsvereinbarung > Verfügung mit Rechtsmittelbelehrung > Liste mit vom Kanton mitfinanzierten Weiterbildungen (DISG) > Vorlage Konzept Frühe Sprachförderung (folgt) 22

23 Fragen? > Wer bezeichnet die Angebote der Frühen Sprachförderung? > Die Gemeinden bezeichnen die anerkannten Angebote (Leistungsvereinbarungen). > Was passiert, wenn Eltern sich trotz verpflichtender Verfügung weigern, ihre Kinder in ein Angebot zu schicken? > Es kann eine Busse bis zu Fr ausgesprochen werden. 23

24 Literatur Qualitätsleitfaden "Sprachförderung in Spielgruppen und Kindertageseinrichtungen" der Fachhochschule Nordwestschweiz: leitfaden-sprachfoerderung "Nashorner haben ein Horn". Praxisbuch zur Förderung in Deutsch vor der Einschulung: Margrit Stamm, Dossier "Frühe Sprachförderung", 2014: 24

25 Dienststelle Volksschulbildung Kellerstrasse Luzern April

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