Ausgezeichnete Erfolge. Konferenz der SAP Public Sector User Group. Interview mit Christian Ihle. Die Wolken lichten sich. Schwerpunkt Cloud Computing

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1 S1 KUNDENMAGAZIN No. 01/2011 Green-IT Ausgezeichnete Erfolge Wissens-management Konferenz der SAP Public Sector User Group Fördermittel-Management Interview mit Christian Ihle Die Wolken lichten sich Schwerpunkt Cloud Computing

2 S2 Inhalt S5 S12 S14 S16 S18 S21 BRZ aktuell S5 S10 S11 S12 S13 Schwerpunkt Cloud Computing Kommentar Dr. Andreas Muther, SAP Österreich E-Government in Österreich Green-IT Umweltpreis der Stadt Wien Integral Studie zur Kundenzufriedenheit it-news s14 s16 s20 Konferenz SAP Wissens- Management Gemeinsame Serverplattform für unterschiedliche Betriebssysteme Partnerbeiträge A-Trust, Gentics, Oracle s21 F&E Schwerpunkt 2011 Mobilität s22 Kurz und bündig Interview s18 Interview mit Christian Ihle, Finanzministerium Fördermittel- Management glosse s23 IT und Elektronik im Auto Impressum Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Bundesrechenzentrum GmbH, Hintere Zollamtstraße 4, A-1030 Wien; Redaktion BRZ: Mag. Barbara Blovsky, Christopher Reisinger, Divna Kozomaric; Satz und Layout: gantnerundenzi Fotos, falls nicht anders angegeben: BRZ GmbH, istockphoto.com; Druck: Ueberreuter Print GmbH.

3 Editorial S3 Liebe Leserinnen und Leser! Das BRZ, als IT-Dienstleistungszentrum für die Modernisierung und Reform der Verwaltung, verfolgt kontinuierlich effektive Strategien zur Unterstützung des Bundes. Schon seit einigen Jahren steigern wir unsere Produktivität und Effizienz nachhaltig. Trotz der allgemeinen Preissteigerung konnte das BRZ so die Kosten für seine Services kontinuierlich senken 2010 ergaben sich Einsparungen von insgesamt mehr als zehn Millionen Euro für unsere Kunden. Um diesen Weg weiter verfolgen zu können, setzt das BRZ unter anderem bei seinem Forschungs- und Entwicklungsprogramm auf Themen, die eine weitere Steigerung der Kosteneffizienz ermöglichen. Der Fokus liegt dabei auf der Verbesserung existierender und der Vorbereitung neuer Produkte und Dienstleistungen für die Verwaltung. Diese Ausgabe widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema Government Cloud. Wir beleuchten die Bedeutung von Cloud Computing für die Verwaltung und stellen die BRZ-Positionierung dazu vor. Nur in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus der Verwaltung und der IT-Wirtschaft konnten wir diese bisherigen Erfolge erreichen. Dies zeigte sich unter anderem bei der mit dem BMF und SAP gemeinsam veranstalteten Public Sector User Group Konferenz im März. Hier wurden die Interessen und das Wissen von 40 Mitgliedsorganisationen über Verwaltungs-IT-Lösungen gebündelt, ausgetauscht und zukünftige Anforderungen diskutiert, definiert und kommuniziert. Weitere Beispiele gelungener Kooperationen sind Projekte mit maßgeschneiderten Lösungen wie das elektronische Beglaubigungsregister für die Justiz. Um regelmäßig zu überprüfen, ob die Qualität unserer Leistungen mit den Wünschen und Anforderungen unserer Kunden übereinstimmt, haben wir auch dieses Jahr unsere Kunden um ihre Meinung gebeten. Heute erhalten Sie eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre und einen guten Start in den Frühling! Bereits letztes Jahr startete das BRZ eine Initiative zum Thema Green-IT mit dem Ziel das grünste Rechenzentrum Österreichs zu werden. Das Programm wurde nun von der Stadt Wien mit dem ÖköBusinessPlan ausgezeichnet. DI Roland Jabkowski, MBA Sprecher der Geschäftsführung Mag. Christine Sumper-Billinger Kaufmännische Geschäftsführerin

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5 BRZ Aktuell S5 Die Wolken lichten sich government Cloud Eine Definition der Cloud-Kategorien Cloud Computing hat in letzter Zeit große Aufmerksamkeit mit teils phantastischen Versprechen erweckt. Es ist nicht als ein einzelnes Produkt oder eine einzelne Technologie zu sehen, sondern als ein Computing-Stil, der eine Vielzahl von IT-Services an die Nutzer liefern kann. Dieser Stil Cloud Services wird daher nicht technisch, sondern durch Eigenschaften beschrieben, wobei sich heute die Beschreibung des amerikanischen National Institutes of Standards and Technology (NIST) durchgesetzt hat. NIST Definition Cloud Services Ein IT-Service erfüllt die Cloud-Eigenschaften falls es: 1. Service basiert ist Kapselung der technischen Komplexität durch Nutzer Anforderungen und Service Level Agreements 2. Auf gemeinsam genutzten Ressourcen (Infrastrukturen, Software etc.) aufsetzt 3. Nach Nutzung abgerechnet wird 4. Hohe Skalierbarkeit on Demand (Elastizität) hat 5. Über ein Netzwerk angeboten wird Es haben sich ebenfalls in der NIST Definition Cloud Service Ebenen ausgeprägt, welche unterschiedliche Ebenen von IT- Services nach oberer Definition beschreiben. Es gibt derzeit: IaaS (Infrastructure as a Service): Server inklusive Betriebssystem, Speicherung und Netzwerk manchmal auch mit Mail, PaaS (Plattform as a Service): welches zusätzlich zur Infrastruktur auch Middleware wie Webserver, Datenbanken sowie Testumgebungen umfasst und SaaS (Software as a Service): welches die gesamte Funktionalität einer Applikation via Cloud anbietet. Das Musterbeispiel ist Salesforce.com, wo die gesamte Customer Relations Management Funktionalität über das Internet angeboten wird. Vorteile von Cloud Computing Gartner und andere Analysten sehen die Durchsetzung von Cloud Computing als eine nicht aufzuhaltende breite Entwicklung, welche die IT und deren Einsatz mittelfristig verändern wird. Als wesentliche Gründe für diese Entwicklung werden genannt: Enorme Kostenvorteile Hohe Mengenflexibilität (Elastizität), die nach Nutzung verrechnet wird, statt starre maximale Upfront- Investitionen für den Nutzer zu verursachen

6 S6 BRZ Aktuell User Government App Store G-Cloud Private Cloud Provider Storefront Broker Public Cloud Regulator and Supervisor Five Roles for Government in Cloud Computing. Quelle: Gartner 2010 Vereinfachtes Management der IT nach Kundenanforderungen bei Kapselung der technischen Komplexität Diese Vorteile lassen sich wie bei den Innovationsschüben der Client-Server Architektur und der Virtualisierung erst mit entsprechender organisatorischer Vorbereitung realisieren. Auch wenn die Technik auf der vorhandenen Virtualisierungs- und Webtechnologie aufbaut, ist das Zusammenspiel in Cloud Services noch nicht praxiserprobt. Nutzerkreis und Provider Für die öffentliche Verwaltung ist eine weitergehende Unterteilung von Cloud-Services nach Provider (wer betreibt ein Service) und Nutzerkreis (wer hat Zugang) aufgrund der besonderen Datensensibilität und Rechtslage wesentlich. Sehr oft wird nur die Rolle der Public Cloud durch Dritt- Anbieter diskutiert. Öffentlichkeitswirksame Beispiele wie die Bereitstellung von Wetter- und Geodaten in Amerika wenden sich an eine breite Öffentlichkeit (Anyone) und setzen auf Dritt-Anbieter wie Amazon und Google (Public Cloud) auf. Auf der anderen Seite spielen jedoch cloudähnliche Services innerhalb eines Ministeriums bereits eine gewisse Rolle, sind aber nicht so bekannt. Standardisierungsbemühungen zwischen Ministerien wie die Bereitstellung des Personalverrechnungssystems für den Bund bilden die Keimzellen einer Community-Cloud (shared multiagency cloud services). In Österreich ist durch die Verfügbarkeit des bundesweiten Shared IT-Service Providers BRZ eine günstige organisatorische Ausgangsposition gegeben, um rasch ministeriumsübergreifende Services zu etablieren. Cloud Computing Rollen des BRZ Die Verwaltung hat neben der Nutzer-Rolle und der Regulatoren Rolle drei weitere Rollen-Optionen um Cloud Services in die eigenen Abläufe zu integrieren. Store Front schafft wenig Umsetzungsunterstützung Die Auslagen-Rolle konzentriert sich auf die zentrale Beschaffung von Cloud Services aus dem Markt, mit dem Ziel den Verwaltungsorganisationen einen kompletten Katalog von verfügbaren Services anzubieten. Beispiel für eine Storefront ist das US Portal Gov.Apps, über das bestehende Applikationen anderen Agencies zugänglich gemacht werden. Die Implementierung wird völlig den einzelnen Kunden überlassen. Da die Annahme von Cloud Services bei unseren Kunden vor allem eine organisatorische Herausforderung darstellt, ist die Store Front Position ohne weitere konzeptionelle Unterstützung für unseren Kundenkreis nicht geeignet. Dies bestätigt auch die geringe Nutzung diverser Plattformen. Daher ist diese Rolle keine BRZ Position. BRZ als Broker und Integrator Der Broker mischt externe sowie interne Cloud Services und übernimmt die technische Integrations- und Erweiterungsrolle. So verantwortet er die Analyse, rechtliche Absicherung von Services und die Auswahl nach den Bedürfnissen der Verwaltungseinheit. Er ergänzt externe Dienste um interne technische Fähigkeiten wie beispielsweise die parallele Datenhaltung im eignen Rechenzentrum. Die Vorteile dieses Ansatzes liegen auf der Hand.

7 Laut Gartner ist die öffentliche Verwaltung mit ihren großen IT-Ressourcen ein wesentlicher Treiber der Cloud-Anwendung und Verbreitung. Diese Clouds können auf spezielle Anforderungen von Verwaltungen betreffend Datenschutz, Datenspeicherorte und Sicherheitsanforderungen ausgerichtet werden. S7

8 S8 BRZ Aktuell Balance zwischen internen und externen Ressourcen Wir gehen davon aus, dass Cloud Services neben anderen IT-Angeboten entstehen, diese aber nicht komplett verdrängen werden. Für manche Anwendungen sind die hochstandardisierten, vorintegrierten Cloud-Angebote prädestiniert. Aber genauso werden die bestehenden Geschäftsmodelle wie Eigenbetrieb, klassisches Outsourcing und klassische Shared Services bestehen bleiben. Daher kommt der Integration von Cloud Services in bestehende Anforderungen eine besondere Bedeutung zu. Dazu zählen: Konzeption welche Services als Cloud Service sinnvoll gesourct werden können Integration von Cloud Services in Applikationslandschaften Konzeption der organisatorischen Voraussetzungen zur Nutzung von Cloud Services Absicherung der Compliance Anforderungen der Nutzer und Integration in einheitliche Nutzer SLAs Provider der Government Cloud Laut Gartner ist die öffentliche Verwaltung mit ihren großen IT-Ressourcen ein wesentlicher Treiber der Cloud-Anwendung und Verbreitung. Diese Clouds können auf spezielle Anforderungen von Verwaltungen betreffend Datenschutz, Datenspeicherorte und Sicherheitsanforderungen ausgerichtet werden. Dies macht noch mehr Sinn im europäischen Umfeld, wo große Mengen von Verwaltungsrechnern zu einer riesigen EU Cloud zusammengefasst werden können. Als national größter Verwaltungs IT-Dienstleister im Eigentum des Bundes sehen wir es als unsere Verpflichtung das entsprechende Cloud-Know-how aufzubauen und eine Pionierrolle beim Aufbau der österreichischen Government Cloud zu übernehmen. So wird gemeinschaftlicher Aufbau von technischer Infratruktur, organisatorischer und rechtlicher Rahmenbedingungen gesichert und die Vorteile der Cloud-Modelle zur Optimierung der heimischen Verwaltung können sicher genutzt werden. Implementierung und Pilotierung im BRZ Die meisten Cloud Services stehen nach dem Gartner Hype Cycle zirka zwei Jahre vor der breiten Einführung. Ausnahmen sind Dienste wie Mailing und eingeführte Applikationen wie Salesforce.com 1. Um diese Entwicklung mitnehmen und nutzen zu können, sind jetzt Konzepte und Pilotierungen zu starten: Technische Machbarkeit Auswahl der Cloud Services Business Case Erstellung Organisatorische Machbarkeit Rechtliche Aspekte des Cloud Computing Es werden die Ergebnisse dazu im Rahmen einer BRZ- Fachveranstaltung zum Thema Government Cloud präsentiert und man erhofft sich eine Schaffung von Awareness für die Möglichkeiten und Limitationen. 1 Gartner; Hype Cycle for Cloud Computing, 2010; 27.July 2010 Neben der Sicherstellung der rechtlichen und sicherheitsmäßigen Anforderungen der österreichischen Vewaltung, sieht sich das BRZ aufgrund seiner bestehenden internationalen Rechenzentrumskontakte als technische Brücke für eine EU-weite Vernetzung. Das Provider-Know-how ist für die Verwaltung auch nötig um die Komplexität von Einbindungen externer Cloud-Services managen zu können. DI Dr. Wilfried Jäger, Bereichsleiter Infrastruktur, BRZ

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10 S10 BRZ Aktuell Kommentar Cloud Computing mehr als nur ein neuer Trend Anfang März gab es auf der CeBIT, der weltgrößten Messe für Informationstechnologie, nur ein großes Schlagwort: Cloud Computing. Was steht also hinter dieser Technologie und warum wird es in den kommenden Jahren eine interessante Option für immer mehr Unternehmen bzw. schrittweise auch für die öffentliche Verwaltung sein? Von der Cloud versprechen sich Unternehmen im Wesentlichen folgende Aspekte: Mehr Flexibilität für KMUs Gerade mittelständische Unternehmen profitieren enorm davon, wenn sie die Möglichkeiten des Cloud Computings nutzen, um Flexibilität in ihrer IT-Infrastruktur zu gewinnen und den langfristigen Kostendruck zu reduzieren. Konzentration auf das Kerngeschäft Unternehmen müssen durch On-Demand Lösungen nicht in eigene IT-Infrastruktur und Know-how investieren, sie können sich ganz auf ihr zukünftiges Wachstum konzentrieren. Aber viele Unternehmen sind derzeit noch zurückhaltend, was das Auslagern geschäftskritischer Daten in die Wolke betrifft. Zu unterschiedlich sind die Geschäftsprozesse, die eine unternehmensindividuelle IT-Infrastruktur zu unterstützen hat. Ein Mittelweg dafür kann bedeuten, dass nicht alle Anwendungen in die Cloud gestellt werden, sondern wo es sinnvoll ist, einen Teil der Anwendungen weiterhin auf einem unternehmensinternen Server laufen zu lassen. Datensicherheit ist immer ein Thema Die bekannten Bedenken etwa bezüglich Sicherheit, Datenschutz und Lokalität gilt es auszuräumen. Die Kunden müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Daten beim Dienstleister einerseits jederzeit abrufbar, andererseits sicher und vor unbefugtem Zugriff geschützt sind sowie im Einklang mit geltendem Recht verwaltet werden. Der große Vorteil für mittelständische Unternehmen liegt darin, dass sie keine eigene IT-Mannschaft hierfür aufbauen und sich nie mehr um das Thema Datensicherheit kümmern müssen. Gerade SAP verfügt mit ihren Rechenzentren über eine Expertenmannschaft, die über langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten verfügt. Das belegen auch die fortwährenden Audits der Rechenzentren durch unabhängige Prüfer. Cloud Computing für die öffentliche Verwaltung Die Gewährleistung des Datenschutzes ist einer der wichtigsten Aspekte bei Cloud Computing. Die öffentliche Verwaltung verarbeitet und nutzt eine Vielzahl von teils hoch sensiblen personenbezogenen Daten. Daher hat der Datenschutz eine ganz besondere - auch politische - Bedeutung. Die sogenannte Governmental Cloud gilt es durch eine Governance, Risk und Compliance Strategie erfolgreich in Teilbereichen der Verwaltung umzusetzen und kann auch für diesen Bereich eine wertvolle Option darstellen. Dr. Andreas Muther, Geschäftsführer SAP Österreich

11 BRZ Aktuell S11 Elektronisches Beglaubigungsregister der Justiz E-Government in Österreich Das Bundesministerium für Justiz hat mit dem Bundesrechenzentrum die digitalen Aufzeichnungen von Unterschriften und Abschriftenbeglaubigungen im Urkundenarchiv der Justiz realisiert. Das elektronische Beglaubigungsregister der Justiz soll die in den österreichischen Bezirksgerichten händisch geführten Beglaubigungsbücher ablösen und den Bürger- Innen die Möglichkeit bieten, das beglaubigte Dokument kostenfrei im Urkundenarchiv der Justiz zu speichern. Damit können BürgerInnen bei Eingaben im Grundbuch und Firmenbuch auf eingestellte Dokumente verweisen und müssen diese nicht nochmals vorlegen und scannen lassen. Ursprünglich wurden Beglaubigungen von Unterschriften bei den österreichischen Bezirksgerichten in den Beglaubigungsbüchern händisch protokolliert. Seit 1. Jänner 2010 werden diese nun im bundesweiten elektronischen Beglaubigungsregister der Justiz erfasst und beglaubigt, welches alle Vorteile einer EDV-Lösung bietet. Diese sind unter anderem Suchen nach Antragsteller, Auffinden der Fälle über Jahrzehnte hinweg, Auswertungen für statistische Zwecke, automatisierte Gebührenberechnungen und die Revisionsunterstützung. Zusätzlich wurde die Möglichkeit geschaffen, die beglaubigten Urkunden im Urkundenarchiv der Justiz für eine allfällige Weiterverwendung einzustellen. So kann in einem Antrag an das Firmenbuch oder Grundbuch auf eine eingestellte Urkunde verwiesen werden. BenutzerInnen dieser neuen IT-Anwendung sind Kanzleikräfte in 140 Bezirksgerichten. Umfangreiche Vorteile Die Vorteile für die BürgerInnen liegen in der Zeiteinsparung, da durch die zentrale Ablage der Dokumente aus anderen Anwendungen wie Firmenbuch oder Grundbuch auf diese zugegriffen werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die BürgerInnen im Falle eines Verlusts beglaubigte Kopien ausstellen lassen können. Die Vorteile für die Justiz liegen in Zeiteinsparungen durch den Wegfall mehrfacher Scanvorgänge, der händischen Dokumentation, durch erleichterte Auffindbarkeit sowie die Möglichkeit von Auswertungen und nicht zuletzt durch Platzeinsparung durch den Entfall der Ablage der Beglaubigungsbücher. Das Bundesministerium für Justiz setzt gemeinsam mit dem Bundesrechenzentrum dieses Projekt um. Derzeit wird an einem Webportal gearbeitet, welches auch das Abrufen von Urkunden via Internet ermöglicht. Mit der erfolgreichen Umsetzung des elektronischen Beglaubigungsregisters mit dem Bundesrechenzentrum konnte ein weiterer wichtiger Schritt zur Langzeitarchivierung und Verfügbarkeit von Urkunden erzielt werden, dessen Vorteile der Bevölkerung und der Justiz gleichermaßen zu Gute kommen. Im vergangenen Jahr wurden knapp elektronische Beglaubigungen vorgenommen und rund Urkunden in das Archiv eingestellt, berichtet der Projektverantwortliche und CIO der Justiz Dr. Martin Schneider. Shared Services Mit diesem Projekt kann das Justizministerium weitere Synergien durch die Wiederverwendung bestehender Services sogenannter Shared-IT-Services wie zum Beispiel das Justizarchiv nutzen. Das Bundesrechenzentrum kann mit dem Projekt das Justizministerium insofern unterstützen, als zum Thema Green-IT die Beglaubigungsbücher wie auch der Platz für deren Lagerung entfallen. Das Thema Security wird durch eine EDV-Lösung erreicht, ebenso wird die Datenqualität gesteigert und ein sinnvolles Controlling unterstützt. So können einheitliche Prozesse bundesweit in der Justiz zu tragen kommen. so DI Richard Schmid, zspm, Abteilungsleiter-Stellvertreter Justizanwendungen im Bundesrechenzentrum. DI Richard Schmid, zspm, Abteilungsleiter-Stellvertreter Justizanwendungen BRZ

12 S12 BRZ Aktuell ausgezeichnete Fortschritte bei Green-it BRZ für den Umweltpreis der Stadt Wien nominiert Unser Ziel steht seit Anfang 2010 fest: Wir werden das grünste Rechenzentrum Österreichs. Schon ein Jahr später hat das BRZ die ÖkoBusinessPlan-Auszeichnung erhalten und wurde nun ebenfalls für den Umweltpreis der Stadt Wien 2011 nominiert. BRZ goes Green-IT das ist mehr als ein Slogan, mehr als eine bloße Absichtserklärung. Deshalb war die Initiative des BRZ, die ÖkoBusinessPlan-Auszeichnung zu erreichen, ein wichtiger und ganz konkreter Schritt zur Umsetzung eines ehrgeizigen Ziels. Was ist ÖKOPROFIT? ÖKOPROFIT ist das bisher erfolgreichste Modul des ÖkoBusinessPlans der Stadt Wien, der Unternehmen dabei unterstützen soll, nachhaltig zu wirtschaften und dabei zusätzlich Kosten einzusparen sowie ein positives Image mit Vorbildwirkung zu entwickeln. Das Modul gliedert sich in drei Phasen, an deren Ende bei erfolgreicher Abwicklung die Auszeichnung als ÖKOPROFIT-Unternehmen steht. Phase 1 Umwelt-Check: Das Unternehmen wird auf mögliche Verbesserungspotenziale untersucht. Phase 2 Umweltschutz in der Praxis: In Workshops mit einem externen Berater werden Umweltprojekte geplant, bewertet und schließlich umgesetzt. Phase 3 Umweltschutz mit Vorbildwirkung: Präsentation der Umweltleistungen vor dem ÖkoBusinessPlan Beirat und bei positiver Beurteilung die Auszeichnung als ÖKOPROFIT-Betrieb. Weiterführende Informationen: Gesagt getan! Die ersten und wichtigsten Ziele zu Green-IT sind klar definiert: 25 Prozent Energiereduktion in den nächsten drei Jahren und fünf Prozent Papiereinsparung innerhalb eines Jahres. Weitere Ziele werden im Laufe des Programms definiert und umgesetzt. Die geplanten bzw. bereits umgesetzten Maßnahmen umfassen mehrere Bereiche, in denen das BRZ an der Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung von grünen Lösungen arbeitet: Effiziente Kühlung (Umluft, Freecooling) Abwärmenutzung Server-Virtualisierung Grüner Arbeitsbereich Projekte für Papier, Dim2save, PowerDown, Abfall, Mobilität Interne und externe Kommunikation zur Motivation von Mitarbeitern und Partnern Ausgezeichnete Aussichten Unser Engagement hat bereits Früchte getragen: Das BRZ wurde für den Umweltpreis der Stadt Wien 2011 nominiert. Mit acht anderen Wiener Unternehmen stand das Bundesrechenzentrum im Finale einer feierlichen Gala im Wiener Rathaus. Der Umweltschutzpreis im Internet:

13 BRZ AKTUELL S13 Kundenzufriedenheit: Die richtung stimmt neuerliche verbesserung gegenüber DEN vorjahren Bereits zum dritten Mal wurde INTEGRAL Marktforschung vom BRZ mit der Erhebung der Kundenzufriedenheit beauftragt. Die Ergebnisse bestätigen unseren Weg. Methode Anhand eines umfassenden Online-Fragenkatalogs wurde das Stimmungsbild der BRZ Kunden erhoben. Eine ergänzend durchgeführte telefonische Befragung mit Entscheidungsträgern ermöglichte die qualitative Vertiefung relevanter Fragestellungen und Themen. Ergebnisse Die Kunden sind mit den Services und Produkten des BRZ zufrieden. Sie vergeben bereits zum dritten Mal die Schulnote Gut. Positiv bewerten die BRZ-Kunden die Leistungen des Vertriebs, der seine guten Werte von 2008 und 2009 neuerlich verbessern konnte. Bestätigt wurde die gute Zufriedenheit mit der Kundenbetreuung. Die Kunden des BRZ zeigen sich besonders zufrieden mit dem Sicherheits-Know-how und der Technologiekompetenz. Verbesserungen gegenüber 2009 ergaben sich in zahlreichen Bereichen wie z.b. der Stabilität des Betriebs dem technischen Support der Qualität der Projektergebnisse der Beratungskompetenz dem Produktportfolio Wünsche der Kunden Opinion Leader wünschen eine verstärkte Wahrnehmung der Beraterrolle durch das BRZ sowie einen aktiven Wissenstransfer insbesondere im Hinblick auf neue zukunftsweisende Technologien. In der aktuellen Befragung zeigte sich einmal mehr die hohe Relevanz des Kostenthemas aufgrund des anhaltenden Einsparungsdrucks und laufender Budgetkürzungen. Opinion Leader fordern daher vermehrt in % 21 sehr zufrieden zufrieden Indifferent Eher nicht zufrieden überhaupt nicht zufrieden kann ich nicht beantworten einen ressortübergreifenden Einsatz bestehender Lösungen (Stichwort: Shared Services), um Synergien zu nutzen und folglich Kosten zu reduzieren. Positive Entwicklung Naturgemäß verändert sich das über die Jahre entstandene und verfestigte Bild des BRZ nur langsam. Aber es zeigen sich positive Entwicklungen, etwa in Richtung: einer höheren Beratungsqualität einer verbesserten Performance im operativen Bereich mehr Pro-Aktivität der BRZ BetreuerInnen Das BRZ ist auf dem richtigen Weg, die Beziehung zu seinen Kunden weiter zu optimieren. Nichtsdestotrotz ist das Unternehmen gefordert, seine Anstrengungen vor allem in Richtung eines pro-aktiven Consultings und Wissenstransfers sowie einer vorausschauenden Innovationspolitik mit dem Ziel der Kostensenkung zu forcieren. Mag. Petra Schiesser, Integral Marktforschung , Mittelwert 2008: 2,2 Mittelwert 2009: 2,2 Mittelwert 2010: 2,2

14 S14 IT-News Wissen ist ein Gut, das sich nur durch Teilung vermehrt Konferenz der SAP Public Sector User Group Am 14.März 2011 veranstaltete das SAP Customer Center of Expertise (SAP-CCoE) der BRZ GmbH die Frühjahrskonferenz der SAP Public Sector User Group (PSUG-A). Die PSUG-A vereint, verknüpft und erweitert seit dem Jahr 1999 das geballte Spezial-Wissen von 40 Organisationen des öffentlichen Bereiches in Österreich über die betriebswirtschaftliche Standard-Software SAP und über die mit dieser IT-Lösung unterstützten Verwaltungsprozesse. Als zum Thema Wissensmanagement passender Ort wurde die Nationalbibliothek gewählt, die jahrhundertealtes und aktuelles Wissen in ihrer Bücher- und Mediensammlung speichert, vernetzt und ständig erweitert. Wissen ist ein Gut, das sich nur durch Teilung vermehrt In der PSUG-A werden die Interessen und das Wissen der Mitglieder über Verwaltungs-IT-Lösungen für Betriebsund Personalwirtschaft mit der Standard-Software SAP geteilt und Erfahrungen ausgetauscht. Zukünftige strategische Anforderungen werden diskutiert und abgestimmt an den Softwarehersteller SAP kommuniziert. Das Ziel ist die Senkung der IT-Kosten durch Verwendung von Standardsoftware-Lösungen 40 mit für die jeweiligen 35 Aufgaben zugeschnittenen integrierten Benutzeroberflächen und mit für den öffentlichen Bereich kostenoptimalen Software- 20 Lizenzmodellen. In der 15 Teilorganisation SAP Anwender Gesundheitswesen 10 Austria (SAGA) werden die 5 speziellen Anforderungen aus den Betriebs- und 0 Verwaltungsprozessen des Gesundheitswesen in PSUG-A Mitgliederanzahl Österreich abgestimmt. Kostensenkung durch Zusammenarbeit In der Teilorganisation Virtual Competence Center der Republik Österreich für SAP (VCC), das von der BRZ GmbH seit 1999 geleitet wird, erfolgt die operative Umsetzung der Anforderungen der PSUG-A Mitglieder. Im VCC arbeiten die 40 SAP-CCoE des öffentlichen Bereiches bei den Themen Weiterentwicklung der Geschäftsprozesse und Services, Weiterentwicklung der Standard-Software, beim Wissensmanagement sowie bei Qualitätsaudits und Zertifizierungen operativ zusammen und erzielen laufend signifikante Einsparungen beim Aufwand und den Kosten durch diesen Shared Service -Ansatz. Synergieeffekte steigern Qualität Die gemeinsame Zertifizierung statt 40 einzelnen Zertifizierungen aller VCC Mitglieder im Rahmen des Qualitätsaudits der Firma SAP welches im Zweijahres-Rhythmus nach weltweit gültigen Kennzahlen durchgeführt wird, sichert die Servicelevel-Vereinbarungen, die vertraglich vereinbarten Funktionen sowie die Lösungskompetenz ab. Im Rahmen dieses Audits werden die Leistungen und die Qualität der internen und externen Geschäftsprozesse sowie die erbrachten Serviceleistungen der SAP-CCoE im öffentlichen Bereich überprüft. Andreas Macho, SAP überreicht ein Zertifikat der SAP an das BRZ (Claudia Rieder und Peter Grassl)

15 S15 v.l.n.r: GF DI Roland Jabkowski, MBA; DI Ernst Steiner; Ing. Peter Grassl; MMag. Claudia Rieder alle BRZ; Christian Ihle, CrC, BMF; Andreas Macho, SAP; Herbet Höllebauer, MBA, SAP; Die PSUG-A, die SAGA und das VCC öffnen gemeinsame Wege in die Zukunft Der Chairman der PSUG-A, Ministerialrat Christian Ihle aus dem Bundesministerium für Finanzen, IT-Sektion/Abt V/3 sieht als Herausforderung der Gegenwart und Zukunft: Bei knapper werdenden Ressourcen und massiven Einsparungszielen ist die IT umso mehr gefordert die Arbeit zu erleichtern, zu beschleunigen und performante Prozesse zu unterstützen. Unsere Interessengemeinschaft kann und soll dazu beitragen diese Ziele zu erreichen. Auch zukünftig werden in der öffentlichen Verwaltung die modernsten Lösungen und Services mit der Standardsoftware SAP zur Verfügung gestellt. Durch den Umstieg auf die neuen Erweiterungen der Standardsoftware für Enterprise Resource Planning (SAP-ERP) und Human Capital Management (SAP-HCM) werden neue und zusätzliche Einsatzfelder und Zugriffe auf die Lösungen beispielsweise über Standard Web-Technologien und mobile Lösungen mit den notwendigen Sicherheitsstandards von jedem Ort zu jeder Zeit ermöglicht. Gerade bei neuen Technologien wie z.b. In-Memory-Computing oder mobilen Lösungen im SAP Bereich ist der Austausch des Wissens und der bereits gemachten Erfahrungen sehr wichtig, um rascher die besseren und kostengünstigeren Anwendungen zur Unterstützung der Geschäftsprozesse der Verwaltung bereitzustellen. Die Gewährleistung von Qualität und Sicherheit der Lösungen sowie der Entwicklungs- und Betriebsprozesse sind entscheidende Erfolgsfaktoren im gesamten Lebenszyklus der SAP Anwendungen. Durch den ständigen Erfahrungsaustausch der PSUG-A Mitglieder und der Zertifizierungen und Audits der SAP Competence Center nach weltweit gültigen Standards wird die Qualität und Sicherheit ständig überprüft und weiterentwickelt. Ing. Peter Grassl, Abteilungsleiter SAP Betrieb, BRZ, VCC-Leitung MMag. Claudia Rieder, Abteilungsleiterin SAP Projekte, BRZ, VCC-Leitung

16 S16 IT-News Eine Hardwarestruktur für ALLE gemeinsame Serverplattform für unterschiedliche Betriebssysteme Rechenzentren befinden sich derzeit in einer Phase des Wandels. Bisher waren sie oftmals durch eine starre IT-Infrastruktur geprägt, heute bietet sich jedoch die Möglichkeit auf neue und unterschiedliche Server-Plattformen zuzugreifen, die modular, flexibel, effizient und einfach sind und ebenso leicht vom Administrator gewartet werden können. Folgt man der aktuellen Entwicklung, zeigt sich, dass herkömmliche Server-Technologien Optimierungsmöglichkeiten bieten, die sich in eine moderne IT-Infrastruktur einfügen. In historisch gewachsenen Server-Umgebungen werden oftmals Systeme und deren Lebenszyklen mit bestimmten vordefinierten Unternehmensanwendungen verknüpft. Durch die Vereinheitlichung der Serverarchitektur entstehen zusätzliche Skaleneffekte, die über die Nutzung unterschiedlicher Betriebssysteme hinaus eine einheitliche Basis für alle Plattformen bietet. Diese Weiterentwicklung wird stark durch den Hersteller INTEL geprägt. Deshalb setzt die Abteilung Zentrale Services des BRZ auf Server mit INTEL-Prozessoren und prognostiziert, dass bis 2015 mehr als 95% der Open System Server auf dieser Technologie betrieben werden. Schon heute haben die zentral betrieben Server im BRZ einen Intel-Anteil von 69%. Shared Services auf INTEL-Basis Dem Trend folgend wird ab 2011 ein zusätzliches Betriebssystem als Shared Service auf INTEL-Technologie zur Verfügung gestellt, und zwar SOLARIS X86. Dieses System wurde im Zuge einer strategischen Initiative mit dem UNIX-Team umfangreich getestet und zeigt bezüglich Verfügbarkeit, Virtualisierungsmöglichkeiten und Clustering keine Einschrän-

17 S17 kungen gegenüber SOLARIS 10 auf SPARC-Prozessoren. Die Performance-Tests waren positiv und der infrastrukturelle Migrationsaufwand als Routinearbeit zu bewerten. Vorteile und Nutzen Somit können unsere Kunden zwischen drei Betriebssystem- Plattformen und zwei Virtualisierungslayern auf Basis von INTEL-Technologie wählen. Dies sind SOLARIS X86, NOVELL SLES, MS Windows Server sowie VMWARE und SOLARIS- Zonen-Technologie. SOLARIS X86: 100% Oracle Datenbank-Support, Virtualisierung im Betriebssystem integriert, geeignet für Datenmengen größer 500 GB, höchste Verfügbarkeit mittels VERITAS-Cluster und/oder Real Application Server (RAC) bis 99,7%. LINUX: geeignet für WEB-Services und Portale, kleinere bis mittlere Datenmengen, Virtualisierung über VMWARE, als Datenbank wird MySQL empfohlen. MS Server: Haupteinsatzgebiete sind Mail und File, sowie individuell unter Microsoft entwickelte Applikationen; Virtualisierung über VMWARE, als Datenbank kommt MSSQL-Server zum Einsatz. VMWARE: wirtschaftliche Bereitstellung virtueller Server bis 4 Prozessoren (CORES), höhere Verfügbarkeit im Vergleich zu physischen Umgebungen; minimale Rüstzeiten, künftig flexible Bereitstellung von Test- und Entwicklungsserver in einer Cloudlösung. Die Virtualisierungssoftware von VMware hat uns im Rechenzentrum geholfen, die an uns gestellten, sehr anspruchsvollen Aufgaben zu erfüllen. Mit dieser Technologie können, angepasst an die jeweiligen Erfordernisse der Kunden, INTEL-Server für LINUX und MS Windows kurzfristigst bereitgestellt werden. Biljana Skrbic, Teamleiter Zentrale Services Windows Die zentrale Bereitstellung von UNIX-Systemen auf einer Hardware-Plattform schafft Skaleneffekte und ermöglicht alle bisherigen Skills und Erfahrungen von Betriebssystemen auch künftig zu nutzen. Speziell SOLARIS X86 mit integrierter Virtualisierung über Zonen ist damit eine hoch skalierbare und kostengünstige Variante. Mag. Wolfgang Danzinger, Abteilungsleiter Zentrale Services Gerhard Fuchs, Teamleiter Zentrale Services UNIX

18 S18 e-billing als Meilenstein Interview mit Christian Ihle, Abteilungsleiter im Finanzministerium Red.: Sie sind in Ihrer Funktion im BMF für die Organisation des Rechnungswesens und Zahlungsverkehrs verantwortlich. Welche Projekte beschäftigen Sie derzeit? Ihle: Aus nationaler Sicht vor allem das Projekt Fördermittel- Management. Das Thema Förderungen ist ein äußerst wichtiger Aspekt der öffentlichen Verwaltung. Einerseits aus diversen gesetzlichen Verpflichtungen heraus, Förderungen anzuerkennen und anderseits, die wichtige Möglichkeit über Ermessensförderungen, schwerpunktmäßig im Sinne des Regierungsprogramms maßgebliche Initiativen zu setzen. Wir haben die klare Vorgabe der Bundesregierung, dieses Thema steuerbar und sichtbar machen. Dazu bietet uns die vorhandene Standardsoftware die Möglichkeit über diverse Funktionalitäten diesen Bereich nachhaltig zu unterstützen. Dazu wird eine Umgebung geschaffen, die auf Fördergeberseite ein umfassendes Fördercontrolling anbietet und ein vernetztes Darstellen sowie ein gemeinsames Monitoring über eine Datenbanklösung ermöglicht. Dafür erstellen wir ein Fördermittelmanagement, das als Master alle wesentlichen aber auch besonderen Attribute von Fördermaßnahmen abdeckt und auch in der Lage ist die gesetzlich bestimmten Inhalte per Report an die Transparenzdatenbank des Bundes zu übertragen. Dieses im Pilotstadium befindliche Projekt setzen wir derzeit mit dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz um. Ein weiteres höchst interessantes Projekt ist das Thema papierfreies Büro im Zuge der öffentlichen Gebarung, hier arbeiten wir daran, die Kosten eines noch immer teilweise papiergetriebenen Prozesses zwischen der Bestellung und dem Zahlungsvorgang deutlich zu reduzieren. Wir sind bereits auf einem sehr hohen Grad der Automationsunterstützung und werden mit der elektronischen Rechnung, die uns von den Lieferanten bereits direkt und papierfrei übergeben werden können sowie einem Workflow in die Buchhaltungsagentur die letzten Papierprozesse eliminieren. Red.: An welchen internationalen Projekten arbeiten Sie derzeit? Ihle: International gesehen arbeiten wir mit unserer Hausbank an einem Projekt zur Realisierung eines einheitlichen modernen Zahlungsverkehrs in Europa SEPA (Single Euro Payments Area). Die EU wird dazu eine Deadline voraussichtlich für 2012/2013 vorgegeben und Österreich hat dafür bereits erfolgreich eine Vorreiterrolle übernommen. Ziel von SEPA ist es, bargeldlose Zahlungen innerhalb der Teilnehmerländer so zu standardisieren, dass es für die Bankkunden keine Unterschiede zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen mehr gibt. Wir verarbeiten dzt. ca. eine Milllion Auszahlungen pro Monat, die bereits jetzt über SEPA abgewickelt werden können. Dazu haben wir im Zusammenhang mit dem Zahlungsdienste-

19 Interview S19 Ich sehe das BRZ als wesentlichen Partner, die Kooperation bringt Synergien, die notwendig für effiziente und zielführende Ergebnisse sind. Dazu gehört auch das Wissen, dass man sich in einer Best-Practiceund Best-Preis-Umgebung befindet, die keinen Vergleich scheuen muss. gesetz und mit unserer Hausbank einige Verbesserungen erzielt, wie etwa die Verkürzung der Frist für die Zeit einer Transaktion auf einen Tag. Red.: Was waren die größten Meilensteine/Herausforderungen der letzten Projekte und wie hat sich dieser Prozess entwickelt? Ihle: Dazu zählt als Meilenstein sicher das Projekt e-billing. Ein System, dass allen Lieferanten ermöglicht, ihre Rechnungen elektronisch an uns zu übermitteln. Dieses System ist technisch gelöst und ein Grundstein für einen durchgängig elektronischen Gebarungsprozess. Die Entwicklung für viele heute aktuelle Projekte wurde bereits im Jahr 1999/2000 mit dem Einsatz von Standard-Software Produkten gelegt, etwa im Bereich des Haushalts- und Rechnungswesens. Dazu gehört aber auch die Zusammenfassung aller Bundes-Buchhaltungen in eine Buchhaltungsagentur, denn im Rahmen einer gut funktionierenden Onlinekommunikation ist eine Vorortpräsenz von Buchhalterinnen und Buchhaltern nicht mehr notwendig. Für dieses Projekt wurden wir 2005 mit dem Verwaltungspreis ausgezeichnet. Die Kostenersparnis aus diesem Projekt lag bei jährl. 28 Mio. Euro, verursacht durch eine Reduktion von auf 550 BuchhalterInnen im Bund. Nicht zuletzt verfolgen wir mit dem Projekt Moderne Kostenrechnung aus dem Haushaltsreformprojekt Teil 2 das Ziel, die Kostenrechnung gemeinsam mit der Budgetsektion des Hauses zu einem wesentlichen Steuerungselement werden zu lassen. Im Zusammenhang mit der wirkungsorientierten Verwaltung wird genau diese Kostenrechnung auf Leistungsebene für die Ressorts und die obersten Organe sowie deren haushaltsführenden Dienststellen künftig ein sehr wichtiges Informations- und Steuerungsinstrument sein. Red.: Wie hat sich für Sie die Zusammenarbeit mit dem Bundesrechenzentrum gestaltet? Ihle: Ich sehe das BRZ als einen sehr wesentlichen Partner; die Kooperation bringt Synergien, die notwendig für effiziente und zielführende Ergebnisse sind. Dazu gehört auch das Wissen und die Überzeugung, dass man sich in einer Best-Practice und Best-Preis Umgebung befindet, die keinen Vergleich scheuen muss. Damit bekommt man auch die notwendige Sicherheit, mit den öffentlichen Mitteln sparsam und effizient umzugehen. In der Abteilung V/3 arbeiten etwa 28 Mitarbeiter und zusätzlich permanent ca Personen des BRZ, die an unseren Projekten mitwirken und unsere Systeme am Laufen halten. Die Zusammenarbeit auf Bereichsebene ist institutionalisiert, die sehr gute Kommunikation hilft uns möglichst nahe am Ball zu bleiben. Red.: Noch eine persönliche Frage, Sie sind ja ein Kunstliebhaber und auch in Ihrer Arbeit als Kunstsammler, bekannt. Wie sieht Ihre Freizeitbeschäftigung aus? Ihle: Ich suche und sammle leidenschaftlich gerne Bilder, die für mich positive Energien enthalten und gerade in einer technokratisch gesteuerten Umwelt als sprichwörtlicher Farbklecks wirken. Damit wird das Auge erfreut, die Seele etwas entspannt und wie ich hoffe positive Energie erzeugt. Durch das Feedback meiner Kollegen habe ich darüber hinaus übermittelt bekommen, dass die Bilder als willkommenes Attribut unserer Arbeitsplatzumgebung Anklang gefunden haben. Werdegang Christian Ihle, CMC Hauptmann, Wirtschaftsoffizier und Referatsleiter im Bundesministerium für Landesverteidigung Nachprüfer in der Buchhaltung der Landesverteidigung An der Einführung der Kostenrechnung als Mitarbeiter der Budgetabteilung des Gesundheitsministeriums beteiligt Aufbau des Budget- und Wirtschaftsreferats im Bundesasylamt des Innenministeriums Seit 1996 im Finanzministerium, seit 2003 Abteilungsleiter der Abteilung V/3 -IT und Organisation des Rechnungswesens und Zahlungsverkehrs Christian Ihle, CMC Abteilungsleiter im Finanzministerium

20 S20 IT-News Partner Sicherheit für die virtuelle Zukunft Sicherheit hat auf dem Gebiet der IT eine essentielle Bedeutung. Wir von A-Trust bemühen uns deshalb konstant, neue und sichere Lösungen für Unternehmen, Verwaltung und BürgerInnen zu entwickeln, da wir uns bewusst sind, dass die Verwendung von IT bei gleichzeitigem Schutz persönlicher Daten im Verwaltungs-, Wirtschafts- und Privatbereich zunehmend an Relevanz gewinnt. Als Kompetenzpartner und Anbieter der qualifizierten Signatur, auch in Form einer Handy- Signatur, steht A-Trust für die Sicherheit bei der Übermittlung von Daten. Darüber hinaus ermöglicht die qualifizierte Signatur eine geschützte und europaweit akzeptierte Art der elektronischen Unterschrift, mit der sich auch Amtswege bequem und sicher online erledigen lassen. Ferner ist uns mit dem innovativen e-tresor der Bau eines Bollwerks gegen Cyberkriminalität geglückt, das künftig sogar Schweizer Hochsicherheitstresoren Konkurrenz machen wird: Im e-tresor können Dokumente sicher online aufbewahrt werden, da sie mit der qualifizierten Signatur versehen und verschlüsselt sind. Besonders stolz sind wir darauf, dass bereits jetzt die qualifizierte Signatur wie auch der e-tresor von vielen Unternehmen und Organisationen genutzt wird. Für Unternehmen, die sich wie A-Trust auf nachhaltige IKT spezialisiert haben, ist das BRZ der geeignetste Partner, um sich über neue Entwicklungen bezüglich der Optimierung von IT in Verwaltung und Wirtschaft auszutauschen und Synergien zu schaffen. Als langjähriger BRZ-Partner tragen wir mit unserem Know-how bei, neue Technologien für verschiedenste Lebensbereiche noch sicherer zu gestalten. innovationen im public sector Der öffentliche Bereich ist die größte Industrie innerhalb von Oracle. Unabhängige Marktanalysten wie IDC besagen, dass Oracle weltweit die klare Nummer 1 im Public Sector ist. 15 der 27 EU-Mitgliedstaaten verwenden Oracle Applications. Die Übernahme von Sun komplettiert Oracles Produktpalette um Speicher und Storage-Technologien. Managing Director Martin Winkler über die Vorteile und den Nutzen für Oracle-Kunden: Jetzt, nach der Akquisition von Sun, übernehmen wir auch im Hardware-Bereich eine führende Rolle. Auf Basis der Hardware von Sun und der Software von Oracle können wir unseren Kunden nun erstmals ein vollständiges integriertes System anbieten gemäß unserer Strategie: Software and Hardware Engineered to work together. Produkte wie Exadata und Exalogic unterstreichen bereits den Erfolg dieser Strategie. Eine der Säulen in der Vision von Oracle ist igovernment. Dafür stehen Produkte und Lösungen zur Verfügung, die eines gemeinsam haben: komplett, offen und integriert, kommentiert Winkler, die Produktstrategie. Bis dato nutzen weltweit über öffentliche Organisationen Oracle Lösungen sowie alle zehn der weltweit TOP 10 Universitäten. Darüber hinaus setzen Kunden jeder Größe und Industrie in über 145 Ländern der Welt Produkte und Lösungen von Oracle dem weltweit größten Software- und Hardware-Anbieter ein. Oracle ist das erste Softwareunternehmen mit einer vollständig internetfähigen Produktlinie, zu der Datenbanken, Unternehmensanwendungen sowie Entwicklungs- und Analysewerkzeuge gehören. Attraktives Intranet Rundmails. Memos. Interne Leitlinien. Formulare. Hierarchieübergreifende Kommunikation. Zusammenarbeit in Projektteams. Wissenssicherung. Ihnen kommen diese Schlagworte bekannt vor? Sie verstehen sich als moderne, offene Organisation mit einem hohen Anteil an Wissensarbeit? Dokumente oder sind wenig geeignet, offene Kommunikation und Wissenssicherung zu unterstützen. Auch das klassische Intranet präsentiert sich häufig als langweilige Textwüste. Ein nach den Maßstäben des Enterprise bzw. Government 2.0 Trends gestaltetes Intranet ist leicht bedienbar und interaktiv. Die schnelle Bearbeitung von Inhalten, Volltextsuche mit Vorschlagsmöglichkeit, Kommentarfunktion, Like IT -Funktion, Wikis für Arbeitsgruppen und ein Blog für die Unternehmenskommunikation bilden zusammen mit intensiver Kommunikationsarbeit die Grundlage für eine erfolgreiche Unternehmenskommunikation.

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