Umsetzung der Ausbildungsgespräche nach GPO II, 12 Absatz 4

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1 Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (GS) Pforzheim Umsetzung der Ausbildungsgespräche nach GPO II, 12 Absatz 4 Vorbemerkungen Die hier vorliegende Konzeption für das Seminar Pforzheim möchte allen Beteiligten eine transparente Grundlage sein und soll Anleitung und Unterstützung zur Umsetzung der Ausbildungsgespräche bieten. Sie berücksichtigt dabei die zuvor durch die Seminare erstellten Handreichungen zu den Prüfungsordnungen und entwickelt zudem die bisherige Praxis der Ausbilderkonferenzen am Seminar Pforzheim weiter. Dieses Papier zur Umsetzung der Ausbildungsgespräche stellt eine verbindliche Struktur für alle Lehrbeauftragten am Seminar dar. Zusätzliche Erwartungen und Sonderwünsche von Lehrbeauftragten sind nicht zulässig. Ausbildungsgespräch I: In der Regel im Seminar (Kurs 37) Es orientiert sich an den individuellen Stärken der Lehramtsanwärterin mit Blick auf die weitere Entwicklung. Schwerpunkt des Ausbildungsgespräches ist die Erörterung des Ausbildungsstandes und prozesses auf der Grundlage der Beschreibungen in den Einschätzungsbögen. Am Ende sollen Zielvereinbarungen zur professionellen Weiterentwicklung der Lehramtsanwärterin getroffen werden. Die gemeinsam formulierten Zielvereinbarungen, die von der Lehramtsanwärterin schriftlich fixiert und danach allen Beteiligten zugänglich gemacht werden. Im Vorfeld erhalten die Pädagoginnen von allen Lehrbeauftragten die Protokolle der Unterrichtsbesuche mit den dort getroffenen Zielvereinbarungen und die Einschätzungsbögen. Vor dem Gespräch wird zudem ein informeller Austausch zwischen den Lehrbeauftragten und der Pädagogin stattfinden. Wir bitten die Mentorin sowie die Lehramtsanwärterin beim ersten wie auch beim späteren zweiten Ausbildungsgespräch einen ausgefüllten Einschätzungsbogen der auf der Langzeitbeobachtung beruht, mit in das Gespräch zu bringen. Ausbildungsgespräch II: An der Schule der Lehramtsanwärterin Gegenstand des Ausbildungsgesprächs II ist die Reflexion über die Umsetzung der im ersten Ausbildungsgespräch getroffenen Zielvereinbarungen und die Beschreibung der Entwicklungsfortschritte sowie die Benennung von künftigen Arbeitsfeldern, die der professionellen Weiterentwicklung der Lehramtsanwärterin dienen. Auch das zweite Ausbildungsgespräch wird auf der Grundlage der Beschreibungen in den Einschätzungsbögen geführt.

2 In der Verantwortung der Lehramtsanwärterin liegt die Anfertigung eines individuellen Protokolls, das gegebenenfalls als Grundlage für das fakultative Bilanzgespräch dient. Wesentliche Modalitäten Zielsetzung der Gespräche: Alle Ausbildungsgespräche dienen der professionellen Weiterentwicklung der Lehramtsanwärterinnen. Sie verstehen sich als Instrument zur Reflexion des Ausbildungsprozesses und ermöglichen den Dialog aller an der Ausbildung beteiligten Personen. Mit der Absicht, die Lehramtsanwärterinnen im Vorbereitungsdienst individuell zu unterstützen, sollen diese Gespräche an den Ressourcen der Lehramtsanwärterinnen orientiert sein. Gesprächszeitraum und Gesprächsrahmen Die Ausbildungsgespräche finden statt: im Ausbildungsabschnitt I zwischen Mai und Juli, im Ausbildungsabschnitt II zwischen November und Februar und das fakultative Bilanzgespräch nach Bestehen aller Prüfungsteile Die Gesprächsdauer sollte 45 Minuten nicht überschreiten. Neben der Lehramtsanwärterin nehmen die Mentorin, die Schulleitung der Ausbildungsschule und die zuständige Pädagogikausbilderin des Seminars an den Ausbildungsgesprächen teil. Bei den Gesprächen, die am Seminar stattfinden, nehmen zusätzlich alle an der Ausbildung beteiligten Ausbilderinnen teil. Die Gesprächsteilnehmerinnen der Schule sollten wenn möglich bei den beiden Ausbildungsgesprächen die gleichen Personen sein. Da die Ausbildungsgespräche auf der Grundlage der Beschreibungen des Einschätzungsbogens geführt werden, bitten wir deshalb die Mentorinnen sowie die Lehramtsanwärterinnen einen ausgefüllten Einschätzungsbogen (Langzeitbeobachtung) mit in das Gespräch zu bringen. Organisation Die Pädagogikausbilderin der Lehramtsanwärterin vereinbart bei Gesprächen an der Schule mit den Schulleitungen rechtzeitig einen Termin für das Ausbildungsgespräch und bestätigt diesen schriftlich. Für die Gespräche, die am Seminar stattfinden, erstellt das Seminar einen Besprechungsplan, der den Schulen rechtzeitig bekanntgegeben wird. Nur so kann gewährleistet werden, dass alle an der Ausbildung beteiligten Personen an den Gesprächen teilnehmen können. Vorgehensweise Die Lehramtsanwärterinnen bereiten sich wie alle Teilnehmenden auf die Ausbildungsgespräche mit dem Einschätzungsbogen vor. Die Lehramtsanwärterin beginnt das Gespräch mit einer Reflexion auf Basis des Einschätzungsbogens.

3 Zu dieser Reflexion zieht die Lehramtsanwärterin eine oder zwei Karten 1 aus den Bereichen des Einschätzungsbogens: Didaktisch-methodische Aufbereitung und Gestaltung von Unterricht Lehr- und Lernklima Förderung von Lernzuwachs und Kompetenzaufbau Berufsbezogene Beratung und Reflexion Qualifizierung des eigenen professionellen Handelns Umgang mit beruflichen Anforderungen Kooperationsfähigkeit und Absprache. Die übrigen Anwesenden ergänzen die Reflexion der Lehramtsanwärterin und gehen im Laufe des Gesprächs auf weitere Bereiche des Einschätzungsbogens ein. Alle Einschätzungsbögen sollten in den Gesprächen der Lehramtsanwärterin gegenüber transparent gemacht werden. Sie werden der Lehramtsanwärterin jedoch nicht ausgehändigt. Wünschenswert wäre, wenn die Lehrbeauftragten ihre Einschätzungsbögen mit der Lehramtsanwärterin schon im Vorfeld besprochen hätten. Die Pädagogin führt kein Protokoll der Ausbildungsgespräche. Sie kann jedoch bei Bedarf die von der Lehramtsanwärterin angesprochenen Qualitätsbereiche des Einschätzungsbogens notieren. Alle beteiligten Personen formulieren in beiden Ausbildungsgesprächen mit der Lehramtsanwärterin gemeinsam Zielvereinbarungen. Auf die ersten Zielvereinbarungen wird beim zweiten Ausbildungsgespräch Bezug genommen. Der Lehramtsanwärterin wird es freigestellt, sich Notizen während der Ausbildungsgespräche zu machen. Sie kann am Ende eines jeden Gespräches zu einem Resümee aufgefordert werden. Die Pädagogin gestaltet den Abschluss des jeweiligen Ausbildungsgespräches. Schlussbemerkungen Die Ausbildungsgespräche dienen nicht der Entscheidung über eine mögliche Verlängerung des Vorbereitungsdienstes, sondern sind ausschließlich als Ort des Austausches über den Entwicklungsprozess aus verschiedener Sicht zu sehen. Stand: 03. Januar 2017 H. Laub 1 Siehe dazu die Karten am Ende der Handreichung

4 I.1 Lehr- und Lernklima 1.1 lernförderliche Maßnahmen gestalten 1.2 lernförderliche Beziehung aufbauen 1.3 sicher auftreten und klar handeln 1.4 Schüler wahrnehmen und angemessen reagieren 1.5 Störungen und Konflikten präventiv und konfliktlösend begegnen 1.6 den Schülern zugewandt, transparent und verlässlich sein 1.7 den Schülern mit Wertschätzung und Achtung begegnen

5 I. 2 Didaktisch-methodische Aufbereitung und Gestaltung von Unterricht 2.1 Unterricht am BP ausrichten und planvoll gestalten 2.2 Lernvoraussetzungen der Schüler/innen berücksichtigen 2.3 Lerninhalte durchdringen 2.4 Lerninhalte exemplarisch auswählen und didaktisch reduzieren 2.5 Lernprinzipien umsetzen 2.6 Unterricht stringent strukturieren 2.7 Impulse und Arbeitsaufträge klar gestalten 2.8 Methoden sinnvoll einsetzen

6 I.3 Förderung von Lernzuwachs und Kompetenzaufbau 3.1 Bezug zur Lebenswelt herstellen 3.2 Unterricht an den Interessen und Bedürfnissen von Schülern ausrichten 3.3 kontinuierlichen Lernzuwachs ermöglichen 3.4 Individuelle und kooperative Lernangebote machen 3.5 Interesse der Schüler wecken und erhalten 3.6 Möglichkeiten zum Üben und Festigen anbieten 3.7 durch qualitative Rückmeldung Lernzuwachs fördern 3.8 Sprachkompetenz vorleben und fördern 3.9 durch Gesprächsführung Lernzuwachs fördern

7 II.1 Berufsbezogene Beratung und Reflexion 1.1 aussagekräftig reflektieren 1.2 Beratung nutzen und sich wesentliche Ziele setzen 1.3 gesetzte Ziele umsetzen

8 II.2 Qualifizierung des eigenen professionellen Handelns 2.1 die individuelle Qualifizierung eigeninitiativ gestalten 2.2 Bedürfnisse und Ziele unterschiedlicher Institutionen vernetzen 2.3 Theorie und Schulpraxis verknüpfen 2.4 die individuelle Qualifizierung in wesentlichen Bereichen vorantreiben

9 II.3 Umgang mit beruflichen Aufgaben und Anforderungen 3.1 berufliche Gestaltungsmöglichkeiten nutzen 3.2 sich gegenseitig unterstützen 3.3 berufliche Aufgaben bewältigen

10 II.4 Kooperationsfähigkeit und Absprachen 4.1 institutionell denken und kollegial handeln 4.2 kooperieren 4.3 ein verlässlicher und verantwortungsbewusster Partner sein 4.4 Kooperationen gewinnbringend nutzen und gestalten

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