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2 6 Abs. 9 GefStoffV: Die Gefährdungsbeurteilung darf nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Verfügt der Arbeitgeber nicht selbst über die entsprechenden Kenntnisse, so hat er sich fachkundig beraten zu lassen. Fachkundig können insbesondere die Fachkraft für Arbeitssicherheit und die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt sein. 14 Abs. 1 GefStoffV: Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass den Beschäftigten eine schriftliche Betriebsanweisung, die der Gefährdungsbeurteilung nach 6 Rechnung trägt, in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache zugänglich gemacht wird. Die Betriebsanweisung muss mindestens Folgendes enthalten: 1. Informationen über die am Arbeitsplatz vorhandenen oder entstehenden Gefahrstoffe, wie beispielsweise die Bezeichnung der Gefahrstoffe, ihre Kennzeichnung sowie mögliche Gefährdungen der Gesundheit und der Sicherheit, 2. Informationen über angemessene Vorsichtsmaßregeln und Maßnahmen, die die Beschäftigten zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz der anderen Beschäftigten am Arbeitsplatz durchzuführen haben; dazu gehören insbesondere a)hygienevorschriften, b)informationen über Maßnahmen, die zur Verhütung einer Exposition zu ergreifen sind, c)informationen zum Tragen und Verwenden von persönlicher Schutzausrüstung und Schutzkleidung, 3. Informationen über Maßnahmen, die bei Betriebsstörungen, Unfällen und Notfällen und zur Verhütung dieser von den Beschäftigten, insbesondere von Rettungsmannschaften, durchzuführen sind. Die Betriebsanweisung muss bei jeder maßgeblichen Veränderung der Arbeitsbedingungen aktualisiert werden. Der Arbeitgeber hat ferner sicherzustellen, dass die Beschäftigten 1. Zugang haben zu allen Informationen nach Artikel 35 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 über die Stoffe und Zubereitungen, mit denen sie Tätigkeiten ausüben, insbesondere zu Sicherheitsdatenblättern, und 2. über Methoden und Verfahren unterrichtet werden, die bei der Verwendung von Gefahrstoffen zum Schutz der Beschäftigten angewendet werden müssen. 2

3 Das Wort Betriebsanweisung enthält das Teilwort Anweisung. Die Betriebsanweisung ist also eine Anweisung des Unternehmers an seine Beschäftigten. Nichteinhalten muss zu entsprechenden Konsequenzen durch den Unternehmer führen: Ermahnung Abmahnung Kündigung 3

4 Diese Elemente müssen in einer Betriebsanweisung nach 14 GefStoffV vorhanden sein. Bei den Symbolen müssen Sie sich an die Empfehlungen aus der Arbeitsstättenregel ASR A1.3 (Gebote, Warnzeichen, Verbote) halten. Je nach Kennzeichnung des Produktes müssen Sie die alte (orangefarbene) Gefahrstoffkennzeichnung oder die neue Kennzeichnung nach GHS verwenden. Beide Gefahrstoffkennzeichen nebeneinander dürfen Sie nicht verwenden! 4

5 TRGS 555: 2.2 Inhalte der Betriebsanweisung Gliederung Betriebsanweisungen umfassen folgende Inhalte. Nachfolgend wird beispielhaft aus dem Sicherheitsdatenblatt für IBS Schnellentfetter Spray eine Betriebsanweisung erstellt. 5

6 1. Für die Umrandung der Betriebsanweisung hat sich die orange Farbe bei Gefahrstoffen (manchmal auch rot oder gelb) bewährt. Blau wird für Maschinen und Arbeitsprozesse verwendet, grün für Betriebsanweisungen nach BioStoffV. 2. Sie müssen kein Logo einsetzen. Sie können Ihr Firmenlogo, oder das Logo des erstellenden Partners einbinden, hier ARGA. 3. Nummerieren Sie die Betriebsanweisungen fortlaufend durch. Diese Nummern sollen mit Ihrem Gefahrstoffverzeichnis übereinstimmen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt. 4. Tragen Sie ein, wer dieses Dokument erstellt hat. 5. Es muss erkennbar sein, wann die letzte Revision/ Änderung erfolgt ist. Hier reichen Monat und Jahr. 6. Legen Sie den Geltungsbereich fest. Wo kommt dieses Produkt zum Einsatz. Nicht immer kann das so kleinteilig definiert werden, wie in diesem Beispiel, dann müssen Sie den Bereich weiter gefasst definieren. 7. Die Inkraftsetzung muss durch den Unternehmer oder eine von ihm beauftragte, verantwortliche Person erfolgen. Auf dem Originaldokument muss eine Unterschrift sein. In Aushängen kann dann stehen gez. Fritze Flink. Von der Kennzeichnung im Original gezeichnet wird abgeraten, da damit der Weisungscharakter nicht deutlich wird. TRGS 555: Arbeitsbereich, Arbeitsplatz, Tätigkeit Der Anwendungsbereich ist durch Bezeichnung des Betriebes, des Arbeitsbereiches, des Arbeitsplatzes oder der Tätigkeit festzulegen. 6

7 Diese Informationen entnehmen Sie den Abschnitten 1 und 2 des SDB (Sicherheitsdatenblatt). TRGS 555: Gefahrstoffe (Bezeichnung) (1) In Betriebsanweisungen sind Gefahrstoffe mit der den Beschäftigten bekannten Bezeichnung zu benennen. Bei Zubereitungen und Erzeugnissen sind dies in der Regel die Handelsnamen. (2) Bei Zubereitungen wird empfohlen, die gefahrbestimmende(n) Komponente(n) (z.b. enthält: Diphenylmethan-diisocyanat) zu benennen. (3) Für Tätigkeiten, bei denen Gefahrstoffe erst entstehen oder freigesetzt werden (z.b. Holzbearbeitung, Löten und Schweißen), sind diese Gefahrstoffe ebenfalls in der Betriebsanweisung zu benennen. 7

8 Die notwendigen Informationen finden Sie in Abschnitt 2 des SDB. Bleiben Sie möglichst eng an den vorgegebenen Informationen. Passen Sie diese bei Bedarf an Ihre Betriebssituation an, ohne sie dabei zu verfälschen. TRGS 555: Gefahren für Mensch und Umwelt Es sind die bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen möglichen Gefahren zu beschreiben, die sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben haben: 1. Zu benennen sind zumindest die Hinweise auf die besonderen Gefahren (R-Sätze im Wortlaut; nicht nur die Zahlenkombination). Der Inhalt der R-Sätze kann dabei auch sinnvoll umschrieben werden. 2. Falls für den Arbeitsplatz/die Tätigkeit relevant, sollen weitere Gefährdungen aufgenommen werden, die sich z.b. aus betrieblichen Erfahrungen oder Kapitel 3 des Sicherheitsdatenblatts ergeben und die keine Einstufung bewirken (z.b. Staubbelastung, Staubexplosions- und Brandgefahr, Erstickungsgefahr, Erfrierungs-/Verbrennungsgefahr oder weitere Wirkungen auf die Umwelt). 3. Gefahrensymbole können ergänzend zum Text verwendet werden. 8

9 Erste Informationen für dieses Feld finden Sie in Abschnitt 2 des SDB. Achten Sie darauf, dass Sie die Piktogramme gemäß ASR 1.3 verwenden! Weitere Informationen entnehmen Sie dem Abschnitt 7. Informationen zur notwendigen PSA entnehmen Sie dem Abschnitt 8. Auf dem Bild sind die Hinweise zum Augenschutz aus Gründen der Darstellung nicht mehr zu erkennen. 9

10 Alle notwendigen Informationen finden Sie im SDB im Abschnitt 5 und 6. 10

11 Die Informationen finden Sie im SDB im Abschnitt 4. Übernehmen Sie diese wie in allen anderen Fällen auch, möglichst genau! Hier kann aber fachkundige Übersetzung notwendig sein. Steht im Sicherheitsdatenblatt beispielsweise Rufen Sie sofort einen Arzt, wäre dies für Deutschland sinnvoll mit Rufen Sie den Rettungsdienst oder Rufen Sie den Notarzt zu übersetzen. Beide erreichen Sie über den bundeseinheitlichen Notruf 112! Bei der Erstellung dieses Abschnitts sollten Sie ggf. den Betriebsarzt hinzu ziehen. 11

12 Alle Informationen finden Sie in Abschnitt 13 des SDB. Klären Sie die Bedingungen der Entsorgung mit Ihrem Abfallbeauftragten und beachten Sie die lokalen Bestimmungen. 12

13 Empfehlung: Nehmen Sie folgende Elemente in den Dateinamen auf: Nummer der BA Name der BA/ des Stoffes Jahr-Monat der letzten Revision 13

14 2011 by Holger Kück - Herne Dieses Werk ist - einschließlich aller seiner Teile - urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtes ist ohne das Einverständnis des Autors unzulässig. Bei der Erstellung des Werkes hat der Autor höchste Sorgfalt hinsichtlich aller Angaben walten lassen. Da aber gesetzliche und wissenschaftliche Empfehlungen steten Änderungen unterliegen, ist der Benutzer der Unterlage gehalten, selbst auf die Aktualität der angegebenen Gesetze und Richtlinien zu achten. Weder der Autor, noch sein Verleger übernehmen eine Gewähr oder Haftung für Folgen, die aus der Benutzung der in diesem Werk enthaltenen Informationen oder Teilen davon entstehen, insbesondere für nicht ganz auszuschließende (Druck-) Fehler. Der Anwender muss die Angaben im Einzelfall selbst auf ihre Richtigkeit hin überprüfen. Die Angaben von Handelsnamen, Warenbezeichnungen und dergleichen ohne besondere Kennzeichnung ( ) bedeuten keinesfalls, dass diese im Sinne des Gesetzes als frei anzusehen wären und entsprechend benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um gesetzlich geschützte Kennzeichen und Bezeichnungen handeln, wenn sie nicht eigens als solche markiert sind. Aus Gründen der Vereinfachung wurde in der Regel im Text immer die männliche Schreibweise angewendet, ohne dass dies eine Wertung darstellen soll. Versionsstand: 10/

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