Erkundungen in herausfordernden Lebenswelten: Rekonstruktive Fallarbeit in der Pflege und Betreuung von Personen mit Demenz

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1 Erkundungen in herausfordernden Lebenswelten: Rekonstruktive Fallarbeit in der Pflege und Betreuung von Personen mit Demenz Thomas Beer, Zürcher Trendthemen Langzeitpflege Gerontopsychiatrie in der Langzeitpflege: Herausforderndes Verhalten von Menschen mit Demenz Verhalten verstehen lernen

2 Verstehende Diagnostik Die subjektive Sicht, die subjektive Befindlichkeiten und ein verstehender, (pseudo)-phänomenologischbiographischer Zugang bilden die Grundlage für ein Verständnis der Person mit Demenz mit und über ihre herausfordernde Handlungs- und Verhaltensweisen. = qualitative Diagnostik

3 Was zum Teufel ist das Wasser? Schwimmen zwei junge Fische des Weges und treffen zufällig einen älteren Fisch, der in die Gegenrichtung unterwegs ist. Er nickt ihnen zu und sagt: «Morgen, Jungs. Wie ist das Wasser?» Die zwei jungen Fische schwimmen eine Weile weiter, und schliesslich wirft der eine dem anderen einen Blick zu und sagt: «Was zum Teufel ist das Wasser?» David Foster Wallace, 2005

4 Die Doppelte Logik des Fallverstehens (wissenschaftliches) Regelwissen Situative Besonderheiten des Einzelfalls Problemorientierte Diagnostik Sorgeorientierte Diagnostik Fallverstehen

5 Screening Frau K. Motorische Aphasie Reduziertes Wohlbefinden Red. Körpergewicht Digitale Oralität Traumatisch wirkende Körperpflege

6 Herausforderndes Verhalten basiert auf einer geteilten Problembeschreibung ist ein soziales Konstrukt fordert zum sozialen Handeln auf wird durch bedürfnisinduzierte Verhaltens- bzw. Handlungsweisen appräsentiert kann sich auf eine angepasste bzw. nichtangepasste lebensweltorientierte Pflegepraxis beziehen

7 Fremdverstehen heisst: " Anzeichen und Zeichen als Appräsentationen eines anderen deuten und das heisst de facto natürlich eine Selbstdeutung vornehmen. Der tatsächlich gemeinte Sinn eines Handelnden und das, was von einem anderen als 'gemeinter Sinn' gedeutet wird, sind prinzipiell nicht identisch. Letzteres ist nur ein Näherungswert zum ersten." Hitzler 1993, S. 224 Seite 7

8 Honer, A. (2011). Bausteine einer lebensweltorientierten Wissenssoziologie. In Honer, A. Kleine Leiblichkeiten: Erkundungen in Lebenswelten (1. Aufl.) (S ). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Die Lebenswelt setzt sich zusammen aus aktuellem Erleben und aus Sedimenten früheren Erlebens sowie aus mehr oder minder genauen Erwartungen zukünftiger möglicher Erlebnisse. Sein konkretes Hierund-Jetzt ist mithin für jeden Menschen das Zentrum seiner alltäglichen Lebenswelt. (Honer 2011:12) hervorgehoben durch Thomas Beer

9 Eintauchen in Lebenswelten «Das Verstehen der Welt, in der Pflegeempfänger leben, entsteht durch teilnehmende Beobachtung und ein Eintauchen in die Hermeneutik der natürlichen Lebenswelt.» (de Vries 2005, S. 139)

10 Unterschiedliche Perspektiven Lebenswelt Frau K Lebenswelt Thomas Beer «Die Lebenswelt ist weder meine private Welt, noch deine private Welt, auch nicht die meine und die deine addiert, sondern die Welt unserer gemeinsamen Erfahrungen (Schütz & Luckmann 1997)

11 Ablauf einer rekonstruktiven Fallarbeit (vgl. Friesacher 2008, vgl. Beer 2011)

12 Assessmentphase: Methoden der Diagnostik Narrative Interviews Dementia Care Mapping (Analyse der Mappingdaten und Anfertigung eines DCM-Berichtes) Teilnehmende Beobachtungen (Protokollierung, situative Gespräche, Videographie) Beobachtende Teilnahmen (Protokollierung, situative Gespräche, Videographie)

13 Interventionelle Phase Ziel: Ermittlung positiv valenter Körperpflege-Situationen

14 Conclusio Lebensweltorientierte Pflege berücksichtigt das Erleben und Handeln von Menschen in alltäglichen Situationen berücksichtigt die Erfahrungs- und Handlungsspielräume der Personen mit Demenz berücksichtigt die Selbstbestimmung und die Kompetenzen beabsichtigt eine symmetrische Beziehungsgestaltung erfasst den individuellen Bedeutungszusammenhang in Pflegesituationen

15 "Erkundungen in herausfordernden Lebenswelten" Vielen Dank

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