Interview mit Dr. Spiegel Chancen durch Open Innovation

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1 Interview mit Dr. Spiegel Chancen durch Open Innovation > Durch neue Technologien entsteht eine Kultur des offenen Dialogs zwischen Partnern, Kunden und Mitarbeitern: Ein reger Wissensaustausch, Feedback und Kritik fördern Kreativität und Produktinnovationen. Dr. Andreas Spiegel ist Experte auf dem Gebiet der Innovation und Gründer diverser Start-Ups. Er erläutert und kommentiert die neuesten Trends auf dem Gebiet des Innovationsmanagements.

2 1 Frage: Herr Spiegel, was ist unter den Begriffen Open Innovation, Crowdsourcing, Consumer-driven Innovation usw. zu verstehen? Spiegel: Die Begriffe beziehen sich allesamt auf das Phänomen, nachgelagerte Wertschöpfungsstufen, also Kunden, in die eigene Wertschöpfung einzubeziehen. Unternehmen öffnen sich, um vom Wissen der eigenen Kunden zu profitieren. Dies kann sich dabei sogar auf die Endkonsumenten und deren Einbeziehung erstrecken. Die Kreativität der Massen (Crowds) wird genutzt, um Innovationen zielgerichteter, schneller und kostengünstiger hervorzubringen. Unternehmen...! - beziehen Kunden ein! - nutzen Kreativität! - öffnen sich! 2 Frage: Ist das nicht alter Wein in neuen Schläuchen? Kunden werden doch seit jeher befragt! Spiegel: Dem möchte ich widersprechen meiner Ansicht nach handelt es sich um eine regelrechte Revolution. Sicher wurden die Bedürfnisse von Kunden schon immer bei der Produktentwicklung berücksichtigt, auch wurden Kunden mit diversen Methoden analysiert und ausgeforscht. Open Innovation geht dabei jedoch einen wesentlichen Schritt weiter. Die Kunden entwickeln, bewerten und konkretisieren Ideen, lassen diese on demand produzieren und vermarkten diese teilweise sogar in eigenen eshops. Die Produzenten könnten in Zukunft zum reinen Enabler degradiert werden. Die Machtverhältnisse innerhalb des Marktes verschieben sich... Kunden...! - entwickeln! - bewerten! - konkretisieren! - vermarkten! 3 Frage: Können Sie hierfür Beispiele nennen? Spiegel: Ponoko ein von Tech Crunch prämiertes Startup aus dem Silicon Valley verfolgt den radikalsten Ansatz: Das Start-Up ermöglicht den Upload und Handel mit Entwürfen tausender Ingenieure und Designer. Findet sich ein Kunde, so wird mit Rapid- Manufacturing-Technologien produziert. Der Ingenieur oder Designer ist Herr der eigenen Idee und profitiert unmittelbar. Stellen sich sich vor, das Beispiel macht Schule... Macht verschiebt sich zu...! - Designern/Ingenieuren! - Kunden! - Leistungspartnern!

3 4 5 6 Frage: Wie können Unternehmen Open Innovation als Chance nutzen? Spiegel: Das wohl prominenteste Beispiel ist das Erfolgskonzept Deutschland sucht den Superstar. Der Superstar wird aus der Mitte der Kunden von den Kunden gewählt. Die Inhalte basieren auf der Partizipation der Kunden. Und auch die Vermarktung basiert zu großem Anteil auf Mund-zu-Mund- Propaganda. Die Vermarktung des Künstlers ist praktisch ohne Risiko. Der Clou liegt in der Kunst, die Entwicklung vorzustrukturieren, geeignete Partner einzubinden und letztlich die Rechte optimal zu monetarisieren. Durch Open Innovation lassen sich Bedürfnisse zielgerichteter abdecken, kürzere Entwicklungszyklen etablieren, Kosten sparen und Risiken reduzieren. Frage: Welche Firmen nutzen bereits Open Innovation? Spiegel: Beispiele gibt es viele. Starbucks optimiert das Leistungsangebot, Tchibo lässt Lösungen für alltägliche Probleme entwickeln und Adidas verbessert den Bestellprozess von miaididas. Beim Weltkonzern Procter&Gamble kommen fast schon 50% der Innovationen von außen. Im Übrigen können nicht nur Unternehmen von derartigen Prozessen profitieren auch Städte und Kommunen können die Bürger zielgerichtet in Entscheidungsprozesse einbeziehen. Frage: Herr Spiegel, glauben Sie wirklich daran, dass sich tausende von Menschen derart organisieren, dass komplexe Produkte entwickelt werden? Spiegel: Ich würde die Frage anders stellen: Wie können ein paar zehntausend Menschen Wikipedia anfertigen? Diese Enzyklopädie ist zehnmal umfangreicher als die Enxyclopäedia Brittanica und dennoch in der Qualität der Einträge genauso hochwertig. Die Antwort liegt im Mechanismus. Da das Internet die Kosten für Zusammenarbeit massiv senkt, können verschiedene Formen kollektiver Intelligenz entstehen. Früher war dazu eine kleine, überschaubare Gruppe mit einer klaren Hierarchie und wohldefinierten Entscheidungsprozessen notwendig, jetzt haben wir Peer-to-Peer-Produktionsformen, an denen Massen von Menschen teilnehmen. Innovationen werden...! - zielgerichteter! - schneller! - kostengünstiger! - erfolgsversprechender! First Mover...! - Procter & Gamble! - Adidas! - Starbucks! - Stadt Köln! Neu ist...! - hohe Selbstorganisation! - geringe Transaktionskosten! - effiziente Entscheidungen!

4 7 Frage: Können Sie das bitte konkretisieren? Spiegel: Unsere Erfahrungen zeigen, dass Open Innovation kein Selbstläufer ist. Es bedarf einer Kombination unterschiedlichster Faktoren. Zunächst einmal muss eine technologische Plattform mit Web 2.0-Funktionalitäten zur Verfügung gestellt werden, um eine Partizipation überhaupt erst möglich zu machen. Hier gibt es große Unterschiede von einfachen Foren bis hin zu komplexen Entscheidungs- und Partizipationstools. Wichtig ist: Das Tool muss intuitiv zu bedienen sein, denn kein Mensch wird sich ein Benutzerhandbuch durchlesen. Zum zweiten ist es aus meiner Sicht essentiell, Aufgaben bzw. Probleme derart vorzustrukturieren, dass diese mittels einfacher Abstimmungen weiterentwickelt bzw. gelöst werden können. Der Entwicklungsprozess erfordert demnach im Hintergrund Experten, welche den Rahmen vorgeben. Und drittens muss die ganze Sache einfach Spaß machen. Wer Menschen dazu bringen möchte, wertvolle Zeit in den Dienst einer Sache zu stellen, der muss dafür sorgen, dass diese Zeit optimal angelegt ist. redaktionelle Leistungen und Möglichkeiten zum sozialen Austausch spielen hierbei eine ganz wesentliche Rolle. Erfolgsfaktoren...! - Konzeption! - IT-Plattform! - Prozesse! - Entertainment! 8 Frage: Was können Sie Unternehmen raten? Spiegel: Ich plädiere dafür, sich dem Thema gegenüber rasch zu öffnen, da Open Innovation mehr als eine Mode ist. Open Innovation erfordert eine Transformation des Denkens, der Kultur, der Prozesse und des Geschäftsmodells. Im ersten Schritt ist es daher notwendig, das Konzept im Hinblick auf das eigene Unternehmen und die eigene Branche zu analysieren und zu verstehen, welche Chancen und Gefahren sich daraus ergeben. Die Dr. Spiegel Innovationsberatung hat sich auf das Thema spezialisiert und hilft in allen Bereichen. To do s...! - Thema verstehen! - Chancen identifizieren! - erste Piloten starten! - Erfahrungen nutzen!

5 Die Dr. Spiegel Innovationsberatung berät Großkonzerne, Mittelständler junge Start-Ups und Investoren (PE & VC). Entscheider in Marketing, Vertrieb und Geschäftsführung bilden unsere Zielgruppe die Mitarbeiter unserer Kunden sind unsere Kollegen. 1 Großkonzerne. 2 Mittelständler. 3 Start-Ups. 4 Investoren. So erreichen Sie uns... t f Kurfürstenstr Köln

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