Methodenbeschreibung. Eine Studie zu Wert und Nutzen der Technischen Informationsbibliothek. durchgeführt von

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1 Die TIB Zukunft mit MehrWert Methodenbeschreibung Eine Studie zu Wert und Nutzen der Technischen Informationsbibliothek durchgeführt von

2 Contingent Valuation Wie lässt sich der Mehrwert öffentlich geförderter Einrichtungen quantifizieren? Erstmals in Deutschland eingesetzt Für die Ermittlung des von der Technischen Informationsbibliothek generierten volkswirtschaftlichen Mehrwertes wurde eine wissenschaftlich anerkannte Befragungsmethode eingesetzt. Diese so genannte Contingent Valuation -Technik beinhaltet die Konstruktion eines hypothetischen Marktes im Fragebogen und wurde speziell dazu entwickelt, den Wert nicht-materieller Güter zu messen. Das für die Wertermittlung angewandte Contingent Valuation -Verfahren wurde Ende der 40er Jahre in den USA erarbeitet und 1993 von den beiden Nobelpreisträgern Robert Solow und Kenneth Arrow 1 grundlegend überprüft und weiter entwickelt. Das Verfahren wird heutzutage in vielen Bereichen, wie zum Beispiel in der Kulturpolitik, der Gesundheitsvorsorge, im Tourismus und im Umweltbereich, eingesetzt. Auch die Weltbank und die OECD setzen diese Methode zur Quantifizierung ihres Mehrwertes ein. In der wissenschaftlichen Literatur sind mittlerweile über Contingent Valuation-Studien nachgewiesen. Die British Library wandte die Methode in Europa für eine eigene Untersuchung an. Von dieser Studie inspiriert, wird das Verfahren nun erstmals in Deutschland zur Wertermittlung einer Bibliothek eingesetzt. Die Fragen zur Wertermittlung Die Teilnehmer werden in mehreren Fragen gebeten, eine monetäre Schätzung des Wertes der TIB abzugeben. Aus den Antworten lässt sich dann der Mehrwert berechnen, den die Technische Informationsbibliothek bei ihren Kunden erzeugt. Die direkten Fragen umfassen: eine Einschätzung, wie hoch der Schaden für den Einzelnen wäre, wenn die Bibliothek nicht mehr existieren würde, und welche Kompensationszahlungen der deutsche Staat dem Einzelnen dafür zu zahlen hätte ( Willingness to Accept ); eine Einschätzung der Zuzahlungsbereitschaft und -höhe, die der Befragte gegebenenfalls zu zahlen bereit wäre ( Willingness to Pay ) und eine Angabe der voraussichtlichen Änderungen des Nutzungsverhaltens im Falle von Preiserhöhungen ( Elasticity of Demand ). Diese direkten Fragen werden im Fragebogen durch weitere Fragen kreuzvalidiert: Welche Kosten entstehen dem Befragten bei der Inanspruchnahme der gegenwärtigen Dienstleistungen der TIB ( Investment in Access )? Welche Mehrkosten würden im Falle einer Schließung der Technischen Informationsbibliothek entstehen ( Cost of Alternatives )? Die Ergebnisse dieser Einzelfragen werden gewichtet und zu einem Indexfaktor aggregiert, um den Mehrwert der Technischen Informationsbibliothek in einer Zahl darzustellen. 1 Arrow, Solow, et al: Report of the NOAA Panel on Contingent Valuation, Federal Register, 58, Washington DC, Pung, Caroline; Clarke, Ann; Patten, Laurie: Measuring the economic impact of the British Library. New Review of Academic Librarianship, Vol. 10, No.1, 2004, p

3 Mit drei Schritten zur Quantifizierung des Mehrwerts von Einrichtungen 1. Aggregation der Einzelergebnisse zur Gesamtsumme In einem ersten Schritt werden die Einzelergebnisse zu den Fragen zu einem individuellen Eurobetrag für jeden Befragten verrechnet. Dieser Betrag wird nach Nutzungsintensität des Kunden und der angegebenen Höhe der zu erwartenden Mehrkosten gewichtet. Die gewichteten Einzelbeträge eines jeden Befragten werden anschließend addiert. Daraus ergibt sich in der Summe ein erster Annäherungswert für den Mehrwert. 2. Überprüfung der Gesamtsumme Bei einigen Befragten entsteht durch die Beschäftigung mit dem Thema eine zunehmende Zahlungsbereitschaft. Die direkte Berechnung in Schritt 1 trägt dem nicht Rechnung und unterschätzt somit die tatsächliche Zahlungsbereitschaft. Deshalb wird eine Überprüfung des Wertes (durch Regressionsmodelle) vorgenommen, um diese und weitere Beeinträchtigungen zu korrigieren. Daraus ergibt sich ein nunmehr realitätsnaher Wert für den Mehrwert. 3. Quantifizierung des Mehrwerts in Euro und als Indexfaktor Der über die Schritte 1-2 errechnete Mehrwert wird vom Netto-Förderbetrag der Technischen Informationsbibliothek abgezogen. Der verbleibende Differenzbetrag ist der in Euro berechnete Mehrwert, der von der Technischen Informationsbibliothek generiert wird. Über den Differenzbetrag lässt sich abschließend der Indexfaktor berechnen. Die Befragung wurde von November bis Dezember 2009 durchgeführt. Insgesamt haben 663 Kunden der TIB den Online-Fragebogen ausgefüllt. Pressekontakt: Dr. Sabine Graumann Director Business Intelligence TNS Infratest Forschung GmbH Telefon: / 1490 Die fünf Fragetypen zur Quantifizierung des Wertes der TIB Fragetypen Umsetzung im Fragebogen der TIB 1. Willingness to accept (WTA) Angenommen, öffentliche Gelder würden nicht mehr zur Verfügung stehen, was müsste Ihnen die deutsche Regierung als Kompensation für die TIB zahlen? Welche Mehrkosten würden Ihnen entstehen? 2. Price elasticity of demand Wie würde sich Ihre Nutzung der TIB ändern, wenn sich der Preis um 50% erhöhen würde? 3. Willingness to pay (WTP) Sollten öffentliche Gelder nicht mehr zur Finanzierung der TIB zur Verfügung stehen: Wie viel wären Sie bereit mehr zu bezahlen, um den Fortbestand der TIB zu gewährleisten? 4. Investment in access Wie stark wären Sie in Ihrer Arbeit beeinträchtigt, wenn die TIB nicht mehr existiere würde? Welche zusätzliche Zeit müssten Sie dann aufwenden? 5. Cost of alternatives Welche zusätzlichen Kosten (ohne Personalkosten) würden Ihnen im Jahr entstehen, wenn Sie die TIB nicht nutzen könnten und auf Alternativen angewiesen wären? 3

4 Die fünf Fragetypen zur Quantifizierung des Wertes der TIB 1. Willingness to accept (WTA) Monatliche Kompensation Die Befragten würden durchschnittlich 427 Euro pro Monat als Kompensation für die Auflösung der TIB verlangen. Zahlungsbereitschaft nach Branchen Die Bauwirtschaft wäre am spendabelsten. Die Kernbranchen der TIB liegen um 150 Euro. Gesamtdurchschnitt 427 Bauwirtschaft Umwelttechnik / Energie Maschinenbau Elektrotechnik Gesamtdurchschnitt 151 Sonstige Kunden 567 Frage: Stellen Sie sich bitte vor, die Öffentliche Hand beendet die Finanzierung der TIB. Die TIB würde somit aufgelöst. Die Regierung wäre aber bereit, Ihnen für Ihren Verlust eine monatliche Kompensation zu zahlen. Wie hoch müsste der Betrag mindestens sein, damit Sie dem zustimmen? Alle Befragte n = 663 Forschung und Lehre 151 Automobilindustrie 150 Chem. / Pharmazeut. Industrie 143 Medizintechnik Dienstleistungen 74 Student / in Durchschnittliche hypothetische Zahlungsbereitschaft pro Monat in Euro. Alle Befragte n = 663 Was passiert, wenn die TIB nicht existieren würde? Ein Wegfall der TIB wäre für 42 Prozent der Befragten mit bis zu 25 Prozent Mehrkosten verbunden, ein Drittel erwartet keine Mehrkosten. Gesamt 29 % 42 % 7 % 6% 38 % 42 % 25 % 49 % 6% 40 % 6% 8% 4% 38 % 8% 2% 23 % 39 % 21 % Keine Änderung 1 % - 25 % mehr Kosten - 50 % mehr Kosten 51 % % mehr Kosten Über 100 % mehr Kosten Weniger Kosten Frage: Welche zusätzlichen Kosten (ohne Personalkosten) würden Ihnen entstehen, wenn Sie diese Leistungen nicht mehr in Anspruch nehmen könnten und Sie somit von anderen Anbietern abhängig wären? n = 582, alle Befragten, die ihre monatlichen Ausgaben angegeben haben 4

5 2. Price Elasticity Folgen einer Preiserhöhung um 50 % 45 Prozent würden ihr Nutzerverhalten nicht ändern, auch wenn die TIB ihre Preise drastisch erhöhte. Gesamt 4 23% 16% 10% 7 % 50 % 8% 8% 50 % 9% 38 % 22 % 18 % 12 % 34 % 37 % 14 % 4% 40 % 13 % 4% Keine Änderung meiner/ unserer Nutzung Nutzung würde um 1 % bis 25 % sinken Nutzung würde um bis 50 % sinken Nutzung würde um mehr als 50 % sinken Nutzung ganz einstellen Frage: Stellen Sie sich bitte vor, dass sich die Preise für die Serviceangebote der TIB um durchschnittlich 50 % erhöhen. Welche Folgen hätte das voraussichtlich für die Nutzung der TIB durch Ihre Organisation / Sie? Alle Befragte n= willingness to pay Möglicher Eigenbeitrag zum Fortbestand der TIB Eine regelmäßige Finanzierung der TIB durch die eigene Einrichtung können sich nur 19 Prozent der Befragten vorstellen. Gesamt 25 % 56 % 28 % 53 % 22 % 59 % 14 % 66 % 13 % 27 % 60 % 56 % Ja Nein Weiß nicht / keine Angabe Frage: In dem unwahrscheinlichen Fall, dass öffentliche Gelder zur Finanzierung der TIB nicht mehr zur Verfügung stehen würden, wären Sie / Ihre Organisation bereit, zusätzlich zu den bisherigen Ausgaben einen bestimmten Betrag zu bezahlen, um den Fortbestand der TIB zu gewährleisten? Alle Befragte n=663 5

6 3. willingness to pay Rückfrage zum möglichen Eigenbeitrag Fast ein Viertel der Befragen wären nach 23 Rückfrage % bereit, 10 Prozent 23 % mehr als bisher zu bezahlen. 54 Prozent antworten 54 % mit Weiß nicht. Gesamt 29 % 23% 23% 48 % 54% 19% 29 % 19% 63% 48 % 27 % 19% 18 % 19% 55 % 63% 15 % 27 % 18 % 59 % 55 % 13% 15 % 2 66% 59 % 13% 2 66% Doch, wir wären bereit, monatlich zusätzlich zu bezahlen Nein, wir wären nicht bereit, monatlich zusätzlich zu bezahlen Weiß nicht / keine Angabe Frage: Das heißt also, dass Ihre Organisation nicht bereit wäre, zusätzlich zu den bisherigen Ausgaben beispielsweise mehr für den Fortbestand der TIB und deren Dienstleistungen zu bezahlen? Alle Befragte, n = 540, die sich keine regelmäßige Finanzierung vorstellen können. Bereitschaft, mehr zu bezahlen Wenn sie selbst über ihr Budget entscheiden könnten, wären die Befragten bereit, durchschnittlich mehr zu bezahlen, damit die TIB bestehen bleibt. Gesamt 22 % 30 % Sonstige Kunden 33 % Frage: Wenn Sie frei über das Budget entscheiden könnten, wie viel Prozent wären Sie höchstens bereit, mehr zu bezahlen, um den Fortbestand der TIB zu gewährleisten? Alle Befragte, die ihre monatlichen Ausgaben für die TIB beziffert haben: n=579 Was passiert, wenn die TIB nicht mehr existieren würde? 57 Prozent der Befragten wären in ihrer Arbeit etwas beeinträchtigt, 30 Prozent stark beeinträchtigt. Gesamt 30 % 57 % 13 % 22 % 58 % 33 % 63 % 32 % 58 % 46 % 51 % 3% 36 % 53 % Stark beeinträchtigt Etwas beeinträchtigt Gar nicht beeinträchtigt Frage: Wie stark wäre Ihre Arbeit beeinträchtigt, wenn Sie die TIB und deren Dienstleistungen nicht mehr nutzen könnten? Alle Befragte n = 663 6

7 4. Investment in Access Investierte Zeit pro Tag Für 75 Prozent ist der TIB-Service schnell nutzbar. 1/4 aus Forschung & Lehre sowie öffentliche Einrichtungen nutzt länger als eine Stunde. Gesamt 7 14% 2 % 8 % 83 % 9% 57 % 23 % 13 % 76 % 17 % 67 % 3% 4% 74 % 9% Weniger als eine Stunde 1-5 Stunden Über 6 Stunden Weiß nicht / keine Angabe Frage: Wie viel Zeit verbringen zusammengenommen die jeweils zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihrer Organisation pro Tag mit der Benutzung der TIB Service-Angebote? Alle Befragte n = 650, die nicht studieren 5. Costs of alternatives Wie hoch wären in diesem Fall die Costs of Alternatives? Ohne die TIB müssten 54 Prozent der Befragten 23 % bis zu 2 mehr Arbeitszeit 23 % aufwenden, bei Forschung/Lehre sogar 54 % 64 Prozent mehr. Gesamt 29 % 29 % 54 % 48 % 36 % 52 % 63 % 4% 2% 27 % 21 % 18 % 64 % 55 % 15 % 21 % 60 % 59 % 6% % 21 % 55 % 66 % 4% 46 % Keine Änderung 1 % bis 25 % mehr Arbeitszeit bis 50 % mehr Arbeitszeit Über 50 % mehr Arbeitszeit Es würde weniger Arbeitszeit gebraucht Frage: Wenn Ihnen die TIB nicht mehr zur Verfügung stünde, wie viel zusätzliche Arbeitszeit müssten Sie/ihre Organisation pro Woche aufbringen, um die Versorgung mit qualitativ gleichwertigen Fachinformationen sicher zu stellen? Alle Befragte n = Der Mehrwert Der volkswirtschaftliche Nutzen der TIB Gesamtwert: 87 Mio. Öffentliche Investitionen: 23 Mio. Kosten-Nutzen Faktor: 3,8 : 1 7

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