11. Potsdamer Forum Herausforderung Ausbildung

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1 11. Potsdamer Forum Herausforderung Ausbildung Herausforderung Ausbildung Ines Rohde, Haupt-JAV Land Berlin Stand:

2 2 Haupt-Jugend- und Auszubilde ndenvertretung für die Behörden, Gerichte und nichtrechtsfähigen Anstalten des Landes Berlin Klosterstr Berlin Tel (030)

3 3 Inhaltsverzeichnis 1. Attraktivität als Arbeitgeber Soziale und gesellschaftspolitische Rolle als Ausbildungsbetrieb begreifen Individuelle Marketingkonzepte entwickeln 2. Anforderungen bewusst aufnehmen Ängste als Erwartungen begreifen 3. Umsetzung organisieren Marketingkonzepte Erwartungen integrieren Konzept Gute Ausbildung

4 4 Herausforderung Ausbildung 1. Attraktivität als Arbeitgeber Durch den demografischen Wandel sind auch kommunale Arbeitgeber einem verstärkten Wettbewerbsdruck ausgesetzt und stehen vor neuen Herausforderungen. Bereits jetzt können viele Dienststellen einen signifikanten Rückgang an Bewerbungen verzeichnen. Tendenz steigend. Ein modernes Ausbildungsmarketing ist ein unabdingbarer Baustein, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. In der heutigen Zeit ist es nicht mehr ausreichend, eine Zeitungsanzeige zu schalten und auf die Bewerbungen zu warten. Vielmehr ist eine moderne, offensive und auf die Zielgruppe zugeschnittene Strategie erforderlich. Diese kann auch durch ansprechende Marketingmaßnahmen wie beispielsweise moderne Plakat- und Werbeaktionen sowie mehrsprachige Flyer, Nutzung von web-2.0-diensten, modernen Online-Karriereportalen, Auftritte bei Messen und/oder in Schulen, Praktikaangebote, zeitgemäßes Assessmentcenter und vieles mehr geprägt sein. Als kommunaler Arbeitgeber ist hier zu beachten, dass durch die Individualisierung der Gesellschaft verschiedene Zielgruppen auch verschiedene Ansprache- und Förderkonzepte benötigen. Notwendig ist also nicht ausschließlich ein Konzept, welches den zukünftigen Ausbildungs- und Arbeitsplatz attraktiv erscheinen lässt und positive Aspekte herausstellt, sondern insbesondere die Integrierung von Anforderungen die die jeweiligen Zielgruppen formulieren. Attraktivität; auch anziehend, ansprechend, begehrenswert, sehr schön, aussichtsreich Anforderungen von jungen Menschen bewusst aufzunehmen und umzusetzen ist in den kommenden Jahren unabdingbar. Bestehende Ängste müssen zukünftig gleichermaßen als Wünsche begriffen werden und in Akquise-Maßnahmen Einfluss nehmen. Bestehende Unsicherheiten vor der (beruflichen) Zukunft und fehlende Motivation müssen als Indikator verstanden und Handlungsbedarfe abgeleitet werden. Nicht zuletzt aufgrund sozialer und gesellschaftspolitischer Verantwortung, müssen kommunale Dienststellen ihre Rolle als Ausbildungsbetrieb neu begreifen. 2. Anforderungen bewusst aufnehmen Die Frage die gestellt werden muss ist folglich: Welche Erwartungen haben Bewerberinnen und Bewerber an ihren Ausbildungsbetrieb? Diese Frage ist regional unterschiedlich zu beantworten. Ein Rückblick auf die Beweggründe von Auszubildenden des Landes Berlin sich im öffentlichen Dienst zu bewerben, sprechen jedoch ein deutliches und immer wiederkehrendes Bild: 1. Sicherheit; befragte Auszubildenden gaben an, dass sie sich im Land Berlin beworben hätten, da der öffentliche Dienst als sicherer Arbeitsplatz gilt. Selbst eine schlechtere Bezahlung haben sie wissentlich in Kauf genommen.

5 5 2. Sozialisation; befragte Auszubildende gaben an, dass bereits ihre Eltern im öffentlichen Dienst arbeiten, bei einer Auswahl an Ausbildungsplätze wurde von ihnen geraten ebenso im öffentlichen Dienst die Ausbildung zu absolvieren. 3. Qualitativ hochwertige Ausbildung; befragte Auszubildende gaben an, dass die Ausbildung im öffentlichen Dienst qualitativ hochwertig ist. Auf Nachfrage gaben sie an, dass der öffentliche Dienst keinem Wettbewerbsdruck unterliegt und Gewinnerzielung nicht das Unternehmensziel ist, es findet eine tatsächliche Konzentration auf das Erreichen des Ausbildungszieles statt. Die Ausbildung im öffentlichen Dienst (hier: des Landes Berlin), ist folglich durchaus angesehen bei Bewerbern_innen. Auf der anderen Seite stehen jedoch Vorurteile, die stetig zunehmen, und bestehender Wettbewerbsdruck sowie durch den demografischen Wandel bedingte Abnahme von Bewerbern_innen, die verstärkten Einfluss auf die Bewerberlage haben werden: 1. Nicht abwechslungsreich; Bewerber_innen die ihr Angebot nicht annahmen, gaben an, dass Unternehmen in der privaten Wirtschaft interessantere Aufgabengebiete aufzuweisen hätten und nicht so starr agieren wie der öffentliche Dienst. 2. Berufliche Perspektive; Bewerber_innen die ihr Angebot nicht annahmen, gaben an, auf Nachfrage bei den ausbildenden Dienststellen keine Auskunft über mögliche berufliche Perspektiven bekommen zu haben. Lediglich die Perspektive auf prekäre Beschäftigungsoptionen wurden in Aussicht gestellt. 3. Berufliche Fortbildung; Bewerber_innen die ihr Angebot nicht annahmen, gaben an, Angebote mit klaren beruflichen Fortentwicklungsplänen angenommen zu haben. Festzustellen ist somit, dass Sicherheit eine wesentliche Anforderung von Bewerbern_innen an ihren zukünftigen Ausbildungs- und Arbeitsplatz ist. Nicht allein das positive Image des öffentlichen Dienstes lässt hierauf schließen, sondern auch die Angst von Bewerbern_innen, die keine sichere Auskunft über ihre beruflichen Perspektiven erlangen konnten. Eine weitere wesentliche Anforderung ist der Berufliche Aufstieg bzw. die berufliche Fortbildung im Anschluss an die Ausbildung. Des Weiteren spielt die Qualität der Ausbildung eine wesentliche Rolle. 4. Umsetzung organisiere n Festzustellen ist folglich, dass zu einer der Herausforderungen die Entwicklung von individuellen Marketingkonzepten gehört. In diese sind Anforderungen von zukünftigen Bewerbern_innen zu integrieren, um nicht allein Ängste abzubauen, sondern vielmehr Erwartungen zu erfüllen, insbesondere in Hinblick auf die Perspektiven nach der Ausbildung. Abgerundet wird dies durch ein Ausbildungskonzept im Sinne einer Guten Ausbildung. Marketingkonzept. Individuell zugeschnittene Ansprache- und Marketingkonzepte sowie eine ansprechende Gestaltung gehört unabdingbar zu einer Herausforderung für ausbildende Dienststellen. Neben einem einprägsamen Slogan, kann die einheitliche aber ansprechende Gestaltung von Flyern und Onlineauftritten dienen, oder auch das Anbieten von papierlosen Bewerbungen über Onlineportale. Insbesondere das Nutzen von web-2.0- Angeboten erscheint als sinnvoll für die Verbreitung von Ausbildungsangeboten (z. B. über interaktiven Austausch).

6 6 Ausbildungskonzept Gute Ausbildung. Die Berufsausübung hat die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln. Ferner hat sie den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrung zu ermöglichen. Hierzu zählt die Vermittlung von theoretischem Wissen und deren praktischen Anwendung. Die Rahmenbedingungen der theoretischen Ausbildung sind folglich ebenso von Bedeutung wie die Rahmenbedingungen der praktischen Ausbildung. Neben der materiellen und personellen Ausstattung von Berufsschulen und Studieninstituten sowie der fachlichen Qualifikation des Lehrpersonals (Lehrer_innen, Dozenten_innen), sind auch die persönliche Qualifikation und die methodische Gestaltung des (Dienstbegleitenden) Unterrichts stetig weiterzuentwickeln. Die praktische Ausbildung, die durch verschiedene Praxiseinsätze gekennzeichnet ist, sollte hier die Vielfalt des Arbeitgebers widerspiegeln und die Nachwuchskräfte einen möglichst breiten und tiefen Einblick in die verschiedenen Arbeitsfelder bieten. Eigenverantwortliches Arbeiten sollte auf Grundlage der individuellen Fähigkeiten gefördert werden, hierzu kann zum Beispiel die Initialisierung eines qualifizierten Feedbackgespräches genutzt werden. Auch frühzeitig aufgezeigte Weiterbildungsmöglichkeiten (während und nach der Ausbildung) dienen der individuellen Förderung und schaffen Motivation. Neben der inhaltlichen Gestaltung gehört auch eine moderne, organisatorische Rahmensetzung zu einer Guten Ausbildung. So muss z. B. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine aktive Unterstützung und individuelle dienstliche Regelungen sichergestellt werden. Perspektiven nach der Ausbildung. Bewerber_innen betonen den Wunsch nach beruflicher Perspektive im Ausbildungsbetrieb bzw. in der ausbildenden Dienststelle. Rechtzeitig, mindestens drei Monate vor Ende der Ausbildung, sind berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Auch nach erfolgter Übernahme gehören regelmäßige Entwicklungsmöglichkeiten zu einer beruflichen Perspektive. So sind entsprechende Personalentwicklungskonzepte zu entwickelnd, die eine frühe Einbindung der jeweiligen Dienstkraft ermöglicht. Rohde Vor sitzende der Haupt-JAV La nd Berlin

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