Wir stellen uns das Ziel, wesentliche Information über. Determinanten haben auch eine geometrische Bedeutung: Volumenbestimmung eines Parallelepipeds

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1 39 Determinanten 391 Motivation Wir stellen uns das Ziel, wesentliche Information über die Invertierbarkeit einer n n-matrix das Lösungsverhalten zugehöriger linearer Gleichungssysteme möglichst kompakt auszudrücken: durch eine einzelne Zahl Wir definieren also eine K-wertige Funktion auf Matrizen A K n n Determinanten haben auch eine geometrische Bedeutung: Volumenbestimmung eines Parallelepipeds 392 Definition Es sei K ein Körper Eine Abbildung det : K n n K heißt Determinantenfunktion, falls gilt: a) det ist linear in jeder Zeile: z 1 z i 1 det λz i + µz i = λ det z i+1 z 1 z i 1 z i z i+1 + µ det z 1 z i 1 z i z i+1 z n z n z n für i = 1,, n und λ, µ K (Man sagt auch: Die Determinante ist eine Multilinearform) b) Ist rang A < n, so ist det A = 0 c) det I = 1 für die Einheitsmatrix I K n n Beachte: Die Determinante ist nur für quadratische Matrizen definiert 85

2 Gibt es viele Determinantenfunktionen? Nein! 393 Satz: Eindeutigkeit der Determinante Zu jedem n IN existiert genau eine Determinantenfunktion det : K n n K Mit anderen Worten: Die Forderungen (a) (c) aus Definition 392 stellen eine axiomatische Fundierung des Determinantenbegriffs dar Der Beweis des Satzes ist aufwändig (siehe z B Beutelspacher) Wie berechnet man Determinanten? Hierzu betrachten wir zunächst nur 2 2- Matrizen 394 Satz: Determinante einer 2 2-Matrix ( ) a b Die Determinante einer Matrix K 2 2 ist gegeben durch ( ) a b det =: a b c d = ad bc ( ) Beweis: Die Abbildung ( ) erfüllt die Bedingungen (a) (c) aus Definition 392: a) ( ) λa1 + µa 2 λb 1 + µb 2 det = (λa 1 + µa 2 )d (λb 1 + µb 2 )c = λa 1 d + µa 2 d λb 1 c µb 2 c = λ(a 1 d b 1 c) + µ(a 2 d b 2 c) a1 b = λ det 1 a2 b + µ det 2 Die Linearität in der 2 Zeile zeigt man analog 86

3 b) Wenn die Matrix nur aus Nullen besteht, so ist die Determinante 0 Hat die a c Matrix Rang 1, so ist = λ, d h a b λb b det = det = λbd λbd = 0 λd d c) Es gilt det ( ) 1 0 = = Bemerkung: Für eine 1 1-Matrix a K 1 1 ist det(a) = a Determinanten für n n-matrizen lassen sich rekursiv auf 2 2-Determinanten zurückführen Dazu benötigen wir noch zwei Begriffe 395 Definition Es sei A = (a ij ) K n n Die aus einer n n-determinante D = det A durch Streichung der i-ten Zeile und j-ten Spalte entstehende (n 1) (n 1)-Determinante D ij nennen wir Unterdeterminante von D Der Ausdruck A ij := ( 1) i+j D ij heißt algebraisches Komplement des Elements a ij in der Determinante D 396 Beispiel A = , D 23 = = 3 8 ( 2) 9 = 42 A 23 = ( 1) 2+3 D 23 = 42 Damit können wir n n-determinanten rekursiv berechnen 397 Satz: Laplace scher Entwicklungssatz Der Wert einer n n-determinante ergibt sich, indem die Elemente einer beliebigen Zeile (oder Spalte) mit ihren algebraischen Komplementen multipliziert und die so entstandenen Produkte addiert werden 87

4 Die Entwicklung nach der i-ten Zeile lautet also det A = n a ij A ij j=1 Entwickelt man nach der j-ten Spalte, so erhält man det A = n a ij A ij i=1 398 Beispiel a) Entwicklung einer 3 3-Determinante nach der 2 Zeile: = = 2 (63 8) + 5 (21 + 2) 4 ( ) = = 163 b) Entwicklung nach der 3 Spalte: = = 1 ( ) 4 ( ) + 7 (15 18) = ( 3) = 163 Wie rechnet man mit Determinanten? 399 Rechenregeln für Determinanten a) Transposition verändert den Wert einer Determinante nicht: det A T = det A (Folgt aus dem Laplace schen Entwicklungssatz, indem man die Entwicklung nach Zeilen und Spalten vertauscht) 88

5 b) Aus Definition 392(b) folgt: Sind Spaltenvektoren oder Zeilenvektoren linear abhängig, so ist die Determinante 0: = 0 c) Addiert man zu einer Zeile/Spalte das Vielfache einer anderen Zeile/Spalte, so bleibt die Determinante gleich: = d) Vertauscht man zwei Zeilen/zwei Spalten, so ändert die Determinante ihr Vorzeichen: = e) Die Determinante einer Dreiecksmatrix ist das Produkt der Diagonalelemente: = 3 ( 7) 2 = (Folgt durch rekursives Anwenden des Laplace schen Entwicklungssatzes) Insbesondere kann man mit dem Gauß-Algorithmus die Matrix auf Dreiecksgestalt bringen (unter Beachtung von (d)) und kann dann ihre Determinante bequem berechnen Für große n ist dies wesentlich effizienter als der Laplace sche Entwicklungssatz f) Für A, B K n n gilt det(a B) = det A det B g) Folgerung: Falls A invertierbar, so 1 = det(i) = det(a A 1 ) = det A det(a 1 ), also det(a 1 ) = 1 det A h) Vorsicht: Für A K n n und λ K gilt det(λa) = λ n det A (und nicht etwa = λ det A, denn det ist linear in jeder Zeile) 89

6 Wozu sind Determinanten nützlich? 3910 Bedeutung der Determinanten a) Mit Determinanten kann man prüfen, ob eine Matrix A K n n invertierbar ist: A K n n ist invertierbar det A 0 (vgl Definition 392(b)) b) Man kann mit ihrer Hilfe lineare Gleichungssysteme lösen (für numerische Rechnungen ist dieses Verfahren allerdings zu ineffizient!): Cramersche Regel: Ist A = (a 1,, a n ) GL(n, K) und b K n, so lässt sich die Lösung des linearen Gleichungssystems A x = b angeben durch x k = det(a 1,, a (k 1), b, a (k+1),, a n ) det A 2 5 x1 Beispiel: Für das System = x 1 = x 2 = = x = , k = 1,, n ( ) 2 erhält man 6 = 38 3 =

7 c) det A ist das Volumen des durch die Spaltenvektoren von A aufgespannten Parallelepipeds: ( ) 0,5 2 ( ) 3 0 ( ) 3 0,5 det = ,5 = 6 Parallelogrammfläche

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