DAK-Gesundheitsreport 2017: Weniger Krankmeldungen, weniger Depressionen

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1 DAK-Gesundheitsreport 2017: Weniger Krankmeldungen, weniger Depressionen Stormarn (ve/pm). Geht es den Stormarnern gesundheitlich besser? Das zumindest meldet der Gesundheitsreport der DAK. Regelmäßig veröffentlicht die Deutsche Angestellen Krankenkasse (DAK) Ergebnisse zu ihrer Erhebung der Gesundheitsdaten. Welche Krankmeldungen und wie häufig erfolgen sie unter der Arbeitnehmerschaft des Kreises Stormarn ist die zentrale Frage. In diesem Jahr hat der Bericht ein überraschendes Ergebnis. Vorgestellt wurde er von André Bargmann von der DAK.

2 Krankenstand liegt insgesamt unter dem Landesschnitt Denn der Krankenstand im Kreis Stormarn ist 2016 gesunken. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte ab. Mit 3,7 Prozent hatte die Region einen etwas niedrigeren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (3,9 Prozent). Laut DAK- Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von Arbeitnehmern 37 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Schleswig- Holstein wurde mit 4,5 Prozent in Neumünster verzeichnet, der niedrigste mit 3,6 Prozent im Kreis Pinneberg. Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Kreis Stormarn zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Mehr als jeder fünfte Ausfalltag wurde von Muskel-Skelett-Erkrankungen verursacht. Rückenschmerzen und Co. gingen zwar um zwei Prozent zurück, rangierten aber erneut auf Platz eins der häufigsten Krankheitsarten.

3 Mit einem Anteil von 17,5 Prozent am gesamten Krankenstand belegten psychische Erkrankungen wie Angstzustände und Depressionen Rang zwei. Dort gingen die Zahlen allerdings um elf Prozent zurück. Das liege zum einen daran, dass die Dauer der Krankschreibungen kürzer gewesen sei. Diese sei gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent kürzer gewesen und liege damit durchschnittlich bei 38,7 Tage je Fall gegenüber 41,9 im Vorjahr. Ein weiterer Faktor sei die niedrigere Fallhäufigkeit gewesen, die Anzahl der Fälle sei gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent gesunken und liege in 2016 bei 6,1 Arbeitsunfähigkeitsfälle pro 100 Versichertenjahre gegenüber 6,3 in Es folgten Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, bei denen die Fehltage um zehn Prozent sanken. Ein Minus wurde auch bei der Zahl der Verletzungen verzeichnet. Jeder zwölfte Schleswig-Holsteiner hat schwere

4 Schlaf-Probleme Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunktthema Schlafstörungen auch, wie es um die nächtliche Erholung der Arbeitnehmer steht. Die Ergebnisse wurden mit einer DAK-Untersuchung aus dem Jahr 2010 verglichen. Ein Fazit: Knapp 78 Prozent der Erwerbstätigen in Schleswig-Holstein berichten von Schlafproblemen. Seit 2010 stieg der Anteil der von Ein- und Durchschlafproblemen betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 31 Prozent an. Schwere Schlafstörungen nahmen seit 2010 um knapp ein Drittel zu. Jeder zwölfte Arbeitnehmer (8,3 Prozent) in Schleswig-Holstein leidet unter schweren Schlafstörungen (Insomnien) mit Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Die DAK-Analyse für Schleswig-Holstein zeigt, dass sich dieser Trend auch bei den Krankmeldungen auswirkt. Die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen stiegen um 38 Prozent auf jetzt 3,65 Tage je 100 Versicherte. Die große Mehrheit der Schleswig-Holsteiner versucht allein mit den Schlafproblemen zurechtzukommen und geht nicht zum Arzt. Lediglich 5,6 Prozent der Erwerbstätigen waren im vergangenen Jahr deswegen in den Praxen. Im Bundesdurchschnitt sind es 4,8 Prozent. Selbst Erwerbstätige mit der schweren Schlafstörung Insomnie gehen meist nicht zum Arzt: 70 Prozent von ihnen lassen sich nicht behandeln. Risiken Erreichbarkeit und Schichtarbeit Ursache für Schlafprobleme sind laut DAK-Report Schleswig-Holstein unter anderem Arbeitsbedingungen. Wer zum Beispiel häufig an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit arbeitet, steigert sein Risiko, schwere Schlafstörungen zu entwickeln. Auch Schichtarbeit gilt als wichtige Risikofaktoren. Zuwenig Distanz im Privaten zum Berufsalltag und zu wenig aktive Sorge der Arbeitnehmer um ausreichende Erholungsphasen steigern das Risiko ebenfalls. Viele Menschen haben nachts das Smartphone an der Steckdose, können aber ihre eigenen Akkus nicht mehr aufladen, so Bargmann. Die Beschwerden müssen ernst genommen werden, da chronisch schlechter Schlaf der Gesundheit ernsthaft schaden kann.

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