TAGUNGSPROTOKOLL. IBCS Tagung INTERNATIONAL BUSINESS COMMUNICATION STANDARDS (IBCS) BASED ON HICHERT SUCCESS

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1 TAGUNGSPROTOKOLL IBCS Tagung INTERNATIONAL BUSINESS COMMUNICATION STANDARDS (IBCS) BASED ON HICHERT SUCCESS Jumeirah Hotel in Frankfurt 24. Juni 2014 Protokoll von Heinz Steiner Glattbrugg, 2. Juli

2 Zielgruppe und Ziel der Veranstaltung Die HICHERT IBCS Jahrestagung zielt auf den Erfahrungsaustausch zwischen Praktikern mit Interesse an HICHERT SUCCESS bzw. HICHERT IBCS häufig aus Controlling- und IT-Bereichen sowie aus Software- und Beratungsfirmen. Angemeldete Teilnehmer Die Liste der meisten Tagungsteilnehmer finden Sie unter: Inhaltsverzeichnis 1. Rolf Hichert (HICHERT+PARTNER): "International Business Communication Standards" (IBCS), wo stehen wir? Maurice Verhagen (Royal Philips) Accelerating with SUCCESS! Concept and Rollout Strategy for Reporting Standards in a Multinational Company Dennis Walbrecht (International Card Services): From data to information; Redesigning the management information of International Card Services with HICHERT IBCS Kurzvorstellung von acht Software-Anbietern zur IBCS-Umsetzung Ergebniszusammenfassung aus den parallelen Gesprächsrunden Marco Baumgartner (Credit Suisse): Einführung eines Informationsdesigns für dynamische Statistiken bei Credit Suisse Monika Schreck (Rohde & Schwarz): Praxiserfahrungen bei der Einführung einer Dashboard- Lösung für die Geschäftsleitung auf Basis der bei Rohde & Schwarz Jürgen Faisst (HICHERT+PARTNER): Wie geht es mit den IBCS Standards weiter? Kurzzusammenfassung der Referate Durch die Tagung führte Johannes von Mulert, der mit der Vereon AG für eine perfekte Tagungsorganisation sorgte. 2

3 1. Rolf Hichert (HICHERT+PARTNER): "International Business Communication Standards" (IBCS), wo stehen wir? Im Eröffnungsreferat berichtete Rolf Hichert über die Aktivitäten seit dem letzten Juni. Topics Dokumentation des offenen Standards ist veröffentlicht, Details folgen im Referat von Jürgen Faisst. Praktische Anwendererfahrungen: Es gab viele interessante Kontakte zu internationalen Grossfirmen. Stand der Berater-Zertifizierung: Wurde am gestrigen HCC-Treffen besprochen und verabschiedet. Stand der Software-Zertifizierung: Die Zusammenarbeit mit BARC ist erfolgreich angelaufen und es gibt eine Reihe von zertifizierten Software-Lösungen. Im Weiteren ging Rolf auf folgende Punkte ein. Mit IBCS rennt man nicht einfach offene Türen ein! Rolf berichtete über seinen Auftritt beim Schweizerischen Geschäftsberichtssymposium vom 12. Juni 2014 in Rüschlikon am Zürichsee mit rund 280 Teilnehmern. Seine Vision für Geschäftsberichte ist, dass sich True and fair auch auf die Darstellung beziehen sollte. IBCS würde sich gut in die heute bereits angewendeten Standards über die Rechnungslegung (IFRS), die Datenübermittlung (XBRL) und die Reporting-Inhalte (IR) einfügen: 3

4 Er zeigte den Nutzen von Standards im Verkehr, im Schiffsverkehr, in der Musik hin. Bisher gab es jedoch nichts beim Berichtswesen. Die Zusammenfassung des Veranstalters, zeigte, dass Rolf mit seinen Argumenten insbesondere die Ersteller der Geschäftsberichte nicht zu überzeugen vermochte: Dies ist doch einigermassen erstaunlich, denn die Kriterien, die beim Geschäftsberichte-Rating angewendet werden, lauten wie folgt: Es gab aber dann auch Stimmen von Finanzanalysten, die die IBCS-Vorschläge gut finden. Fazit: Wir sind aufgefordert über unsere Netzwerke die IBCS-Ziele zu promoten. Auftritt von IBCS Da IBCS ist als Marke noch nicht eingetragen wurde wegen Einsprachen, behelfen wir uns vorübergehend mit dem Konstrukt: HICHERT IBCS (Hichert ist als Marke eingetragen). Wir rechnen damit, dass es in den nächsten Monaten eine Entscheidung des Harmonisierungsamtes gibt. IBCS-Association hat aktuell über 70 Mitglieder. 4

5 Veröffentlichter Standard Der "Consultation draft" der Standard Version 1.0 ist nun aufgeschaltet und kann bis Ende 2014 kommentiert werden. Bis Anfang 2015 soll die erste Version der Standards von der IBCS-A verabschiedet werden. Aufgrund der Erfahrungen aus vielen Visualisierungsprojekten hat sich die Top-10-Liste der Herausforderungen ergeben: 1. Message (In den Berichten fehlen oft die Botschaften) 2. Titles (Viele Auswertungen fehlt der standardisierte und vollständige Titel) 3. Time and Structure (Zeit konsequent von links nach rechts, Strukturdarstellungen als Balken) 4. Scaling (true and fair view als Ziel, in der Praxis oft eine Schwierigkeit dieser Forderung gerecht zu werden) 5. Scenarios (grau, schwarz; dieser Punkt hat sich in vielen Berichten eingebürgert und gilt oft als Synonym für die Hichert-Regeln) 6. Time periods (Breite zeigt die Periode an) mit dem Fontsize-Konzept durchgängig. 7. Variances (immer mit Vorzeichen, absolut und relativ mit unterschiedlicher Darstellung) 8. Legenden (integriert im Diagramm zur besseren Lesbarkeit) 9. Labels (wo stehen die Werte im Diagramm?) 10. Highlightings (wie werden die Botschaften im Diagramm hervorgehoben?) Reaktionen auf IBCS Stephen Few, der erfolgreiche Autor zu verschiedenen Visualisierungsthemen hat sich in seinem Blog skeptisch zum Nutzen von IBCS geäußert: 5

6 Wir sollten uns fragen, warum er als Visualisierungs-Spezialist skeptisch gegenüber den IBCS- Standards ist. Um dies zu verstehen, sollten wir die folgenden drei Ebenen unterscheiden. Es gibt allgemeine Regeln für die Visualisierung, da haben sich schon sehr früh die Herren Playfair, Bertin, Tufte und auch Few Gedanken gemacht. IBCS möchte darüber hinaus einen Semantic layer schaffen. Für eine spätere Phase sind Applications (Anwendungen) angedacht, um z.b. Kennzahlen im Gesundheitswesen zu vereinheitlichen oder auch Bilanzanalysen und Erfolgsrechnungen in Geschäftsberichten. IBCS-Zertifizierungen Aktuell gibt es fünf Software-Zertifizierungen, weitere werden folgen. Über 70 Teilnehmer haben die HCC-Ausbildung absolviert und über 35 sind zertifizierte HCC (HICHERT IBCS Certified Consultants). 6

7 Verstärkung für Rolf Hichert: Der Partner in HICHERT+PARTNER Jürgen Faisst ist seit 1. Januar 2014 dabei und wird Rolf nach und nach ablösen. Er ist wie Rolf Geschäftsführer der HICHERT+PARTNER AG. 7

8 2. Maurice Verhagen (Royal Philips) Accelerating with SUCCESS! Concept and Rollout Strategy for Reporting Standards in a Multinational Company Maurice Verhagen ist Director and Business Information Owner bei Royal Philips, Eindhoven, Niederlande. Das Referat wurde in Englisch gehalten. Royal Philips hat eine Geschichte von 123 Jahren, beschäftigt heute mehr als 114'000 Mitarbeiter und erzielte 2013 einen Umsatz von rund 23,5 Mrd. EUR. Philips befindet sich in einem Transformationsprozess mit dem Ziel schneller und weniger komplex zu werden. Dies ist ein CEO-Programm und hat Auswirkungen auf das gruppenweite Berichtswesen. Darum sind die IBCS-Standards für Philips sehr interessant. Bisher hat jeder Geschäftsbereich eigene Definitionen der KPIs, und die Berichte waren nicht einheitlich. Es wurde nun entschieden, dass einheitliche Standards und KPI-Definitionen einzuführen sind. Der Vorteil von IBCS liegt im durchdachten Standard, der besseren Vergleichbarkeit und mehr Transparenz. Zudem resultieren daraus bessere Analysen und letztlich bessere Entscheidungen. Der Aufwand für das Erstellen der Berichte wird reduziert und die Berichte werden besser verstanden, dies ist ein wichtiger Mehrwert dank IBCS. Das Ziel ist dabei, dass künftig nur noch zwei BI-Tools im Einsatz sind: Eines für die finanzielle Führung (strukturierte Berichte) und eines für die analytischen Aufgaben (dynamische Analysen). Die IBCS-Standards sollen vor allem bei der finanziellen Führung zur Anwendung kommen. Der Einstieg ins Thema wurde mit dem SUCCESS-Poster gemacht. Während zweier Monate gab es Verhandlungen mit der internen Rechtsabteilung über die Nutzung der kostenfrei von IBCS-A zur Verfügung gestellten Unterlagen. Gleichzeitig wurden bei Details zu den Creative Commons veröffentlicht. Rolf Hichert und Jürgen Faisst waren zwei Tage bei Philips. Über 100 Personen haben die Einführungs-Workshops von Rolf besucht und waren begeistert von SUCCESS und IBCS. Es gab letztlich vier Veranstaltungen. Ende 2013 wurde die erste Version des Philips-internen Notationshandbuchs publiziert, wobei auf Erfahrungen von SAP, Deutsche Telekom und der Deutschen Bundeswehr mit HICHERT SUCCESS zurückgegriffen werden konnte. 8

9 Die Philips-Aktivitäten 2014: Erste Schritte konkret umsetzen. In dieser Phase gab es Widerstände von verschiedenen Stellen. Die weiteren Fortschritte wurden von der Zustimmung der höheren Ebene abhängig gemacht. "Wasser abpumpen" (Poldern) ist in Holland eine typische Tätigkeit, um ein Loch trocken zu kriegen und symbolisiert das beharrliche bemühen, ein anvisiertes Ziel zu erreichen. Bei Philips bedeutet dies, dass gemeinsam das Ziel angestrebt wird, das heisst, die Idee zu verbreiten und zu verkaufen. Der Schlüssel zum Erfolg war das Gewinnen eines mächtigen Sponsors in Person des CFOs. In seinem Büro ist das SUCCESS-Poster aufgehängt, dies als ein sichtbares Zeichen für sein Engagement. Er hat sich zum Owner dieser Initiative gemacht und damit eine wichtige Voraussetzung für die Harmonisierung im Philips-Konzern beim Reporting und bei einheitlichen KPIs und Begrifflichkeiten geschaffen. Weitere Early Adopters waren: Finance und das Web-Team: 9

10 Hier die zusammengefassten Erkenntnisse: Maurice Verhagen liegt viel daran, etwas an IBCS zurückzugeben (contributing back to the community). Philips bekennt sich zum IBCS-Standard und sie engagieren sich, dass der Standard verbreitet und weiterentwickelt wird. 10

11 3. Dennis Walbrecht (International Card Services): From data to information; Redesigning the management information of International Card Services with HICHERT IBCS Dennis Walbrecht ist Head of MIS, International Card Services, Diemen, Niederlande, 100%ige Tochter der AMRO-Bank mit 500 Mitarbeitern. Niederlassungen bestehen in Brüssel und Düsseldorf. Das Referat wurde in Englisch gehalten. Der erster Eindruck beim CFO einer IBCS-konformen Auswertung: Das sieht ja aus wie eine Freakshow. Insbesondere Nicht-Finanz-Managers müssen für den neuen Berichtsstandard gewonnen werden. Ausgangslage waren Excel-Berichte wie unten aufgeführt. Sie waren kaum vereinheitlicht, und es fehlten einheitliche Datendefinitionen. Der Eindruck für Aussenstehende ist: Eine Zahlenwüste ohne Abweichungen. Der CFO wollte mehr Informationen und Botschaften in den Berichten. Aber er gab keine Vorgaben. Die Interviews mit den Berichtsempfängern ergaben ganz unterschiedliche Aussagen über die Anforderungen. Bei einem Informations-Austausch mit einem Visa-Partner in der Schweiz sah Dennis das SUCCESS-Poster und war davon beeindruckt. Er erkannte gleich, dass das Poster ihn einen Schritt weiterbringen könnte. ICS suchte noch andere Ansätze, aber man fand sonst nichts Brauchbares. Dennis und sein Team starteten mit den verfügbaren Excel-Templates auf der Hichert-Homepage und machten erste Versuche. Damit konnten sie den CFO überzeugen. Danach haben sie ein SUCCESS-Seminar in Frankfurt besucht, um sich das notwendige Basiswissen anzueignen. Lessons learned SUCCESS war eine gute Grundlage, um daraus für ICS eine passende Richtlinie zu entwickeln. 11

12 Aber es wurde ein eigener Weg verfolgt. In der ersten Phase wurden einfache Excel-Templates eingesetzt. Im zweiten Schritt wurden mit einem Berater der HI-CHART GmbH in einem Workshop der folgende Mock-up erarbeitet: Daraufhin wurde mit einem Excel-Prototyp mit vier KPIs mit Unterstützung von HI-CHART gestartet. Damit sollten die Berichtsempfänger ins Boot geholt werden und zu holen und geprüft werden, die verfügbaren Tools praktikabel sind. 12

13 So sah die Umsetzung aus allerdings mit Dummy-Zahlen. In der Praxis war vor allem die Skalierung eine Herausforderung, insbesondere beim Vergleich der neu verkauften Karten im Vergleich zum Kartenbestand. Bei den echten Zahlen entstehen nur sehr viel geringere Abweichungen, was das Erkennen der Werte beeinträchtigt. Eine weitere Klippe war, dass im Januar nur eine Periode angezeigt wurde und so die Zahlen nicht besonders aussagekräftig waren. Die Kommunikation der mit dem Prototyp gewonnenen Erfahrungen wichtig, um die Manager vom Nutzen zu überzeugen. Die obige Abbildung zeigt neun typische Berichtsseiten per Ende Der neue CFO hat den Informationsumfang stark ausgeweitet. Das Reporting umfasst nun mehr als 30 Seiten sowie ein Konzentrat von fünf Seiten. Das vorliegende Berichtswesen ist nun in der Organisation verankert und wird wahrgenommen. Es folgen viel mehr Fragen als früher, was zeigt, dass das neue Berichtswesen im Tagesgeschäft angekommen ist. 13

14 Fragen im Anschluss an das Referat: 1. Wurden die bisherigen Berichte ersetzt? Antwort: Die bisherigen Berichte werden gegenwärtig noch erstellt, sollen jedoch bald abgelöst werden. 14

15 4. Kurzvorstellung von acht Software-Anbietern zur IBCS-Umsetzung Acht Software-Anbieter sagen in je genau drei Minuten, wo sie heute und in der Zukunft die International Business Communication Standards (IBCS) und deren Umsetzung in Software- Lösungen sehen: arcplan: Anbieter von Frontend-Lösungen, nicht allein spezialisiert auf IBCS-Lösungen. Ein statischer Bericht bildet die Ausgangslage. Bedürfnisse nach Interaktion bestehen jedoch, dies stellt neue Herausforderungen an die Botschaften. Ebenso besteht das Bedürfnis, die Präsentation auf Mobile Devices optimal darzustellen. Hier bietet arcplan die Möglichkeit, entsprechende Anpassungen vorzunehmen. 15

16 DENSiO: Mobile is the new desktop (SAP-Vorstandsaussage). Templates sind die Grundlage der mobilen Präsentation. Im August wird eine Beta-Phase bereit sein. Die Lösung ist für iphone und ipad ausgelegt. Funktionen zum Verteilen der Informationen und Benachrichtigungen und Kommentarfunktion werden in die App eingebaut. HighCoordination: Basiert auf Qlikview. Um die IBCS-Standards zu ergänzen werden von HighCoordination ein Notationsserver und ein Chart-Modul geliefert. 16

17 HI-CHART: Zehn Jahre gemeinsamer Weg mit Rolf, daraus entstand Chart-me als Excel-Add-In. Chart-me ist als Autorentool gebaut. Die mit Chart-me erstellte Anwendung ist ohne Lizenz einsetzbar. Eine freie Testversion ist verfügbar. Kern, SparkShapes: Sind SAP-Spezialisten und haben Excel-Lösungen für SAP. Aus diesem Grund wurde SparkShapes übernommen und in das Kern-Produktportfolio integriert. Motto: Formeln steuern Formen und daraus ergibt sich das Diagramm. 17

18 SAP: Business Innovation durch Simplizität. Veränderung anhand der Papstwahl von 2005 (Feuerzeuge) und 2013 (iphones und ipads). Von SAP HANA bis zu Frontend. Kunden z.b. Endress+Hauser. Graphomate: In fünf Jahren gemeinsamen Wegs mit Rolf Hichert ist ein IBCS-kompatibles Add-In für SAP Business Objects Design Studio entstanden. Lars Schubert zeigt eine Video-Live-Demo. 18

19 Zebra BI: Andrej Lapajne kennt Rolf seit sieben Jahren und hat nun das Produkt Zebra BI entwickelt. Es ist ein Excel-Add-In, das mit dem Ziel konzipiert wurde, mit einem möglichst wenigen Klicks betriebswirtschaftlich sinnvolle Diagramme zu erstellen. 19

20 5. Ergebniszusammenfassung aus den parallelen Gesprächsrunden +++Einsatz der IBCS Standards aus Sicht der Softwarehersteller, Moderation: Jörg Decker Diskutiert wurden die folgenden drei Punkte: Austausch (Kommunikation mit IBCS und untereinander) Change Management (wie gehen die neuen Releases von IBCS in die Software ein?) Metadaten bei verschiedenen Anwendungen. Vision: Alle Notationsinformationen sollten über ein XML-Standardformat einheitlich definiert und ausgetauscht werden, damit für die Anwender eine einheitliche Notation bei paralleler Nutzung mehrerer BI-Tools einfacher wird. +++Einsatz der IBCS Standards aus Sicht der Consultants, Moderation: Heinz Steiner Folgende Ergebnisse wurden präsentiert: SUCCESS zum Verkaufen der Idee beibehalten, IBCS als Guideline zum Umsetzen, dabei ist die Top-10-Liste hilfreich (Konzentration auf das Wesentliche). IBCS, neue Bedeutung für das S: Allenfalls für Standardisation. Die Consultants erwarten folgende Punkte: SUCCESS ist zu aktualisieren und zu entschlacken. SUCCESS-Folien sind zu aktualisieren und sollten einheitlich präsentiert werden (Pflichtfolien einheitlich, weitere Folien je nach Situation individuell). Der HCC-Consultant versteht sich als Brückenbauer zwischen IBCS und den machbaren Lösungen im jeweiligen Kunden-Kontext. Dabei haben wir uns auf das folgende Wording geeinigt: Angelehnt an IBCS bedeutet, dass die Lösung soweit als möglich den IBCS-Standard umsetzt, jedoch keine vollständige Abdeckung ist. Die Consultants möchten einen Informations-Austausch quartalsweise. Die Terminorganisation erfolgt via IBCS-Doodle. To do: Wer interessiert ist, meldet sich auf der IBCS-Homepage. +++Einsatz der IBCS Standards aus Sicht der Anwender, Moderation: Kristian Rümmelin Folgende Ergebnisse wurden präsentiert: IBCS als Standard hilft interne Diskussionen um Berichtslayout zu vermeiden. BI-Tools mit der Fähigkeit, IBCS umzusetzen, sind gefragt. Neue Versionen der Standards als Entwicklung und nicht Revolution. Neue Versionen eher alle 2 Jahren, statt in kürzeren Abständen. IBCS: Sollte eine Plattform sein für den Informationsaustausch. IBCS sollte bekannt gemacht werden, um eine noch grössere Akzeptanz zu erreichen. 20

21 6. Marco Baumgartner (Credit Suisse): Einführung eines Informationsdesigns für dynamische Statistiken bei Credit Suisse Marco Baumgartner ist Projektleiter BI Front Initiatives bei der Credit Suisse, Zürich Er ist im Privat Banking und Wealth Management eingesetzt, dieser Bereich umfasst weltweit Mitarbeiter. Sein Projekt hat die Aufgabe, 13 BI-Tools zu vereinheitlichen und auf ein BI-Tool zu konsolidieren. Das Thema SUCCESS wurde durch Gianleandro Sarro von Trivadis eingebracht. Die 13 Tools decken verschiedene Bereiche ab, wie die Kundenorganisation, die Produkte und die Service-Organisation. Sie umfassen mehr als 4'000 Kennzahlen und 30 Geschäftsbereiche. Vorher-Beispiel 1 21

22 Vorher-Beispiel 2 in einem anderen Design mit einem anderen BI-Tool Gestartet wurde mit der Produktdimension und zwar mit den Wertschriften. Vorerst wurde ein Prototyp realisiert. Das Ziel dabei war, IBCS als Standard intern zu verkaufen. Gewonnen wurde mit dem Argument: Das Berichtswesen ist eine interne Dienstleistung und ein einheitlicher Auftritt erleichtert die Verständlichkeit. Dieses Vorgehen hat sich bewährt, indem die lokalen Poweruser in der Schweiz besucht und gewonnen wurden. Nach dem Prototyp wurde die Umsetzung in der Breite vorgenommen. Folgende Konfliktpunkte sind aufgetaucht: Pixel-Reporting versus Analysefunktion. Performance und Stabilität der BI-Lösung bei den Abschlussterminen. Ablösung der vielen historisch gewachsenen Auswertungen, die sinnvoll und nützlich sind, jedoch nicht dem neuen Standard entsprechen. Noch nicht geschafft wurde bisher, die Berichte mit Botschaften zu versehen und die Botschaften in den Auswertungen hervorzuheben. 22

23 Nachher-Beispiel, an IBCS angelehnt. Nachher-Beispiel mit Navigation, wie Drill-down und Verzweigungen 23

24 Fazit: Informations-Design war bisher ein Mauerblümchen-Thema. Im Projekt wurden mit einer Salami-Taktik gute Erfahrungen gemacht. 24

25 7. Monika Schreck (Rohde & Schwarz): Praxiserfahrungen bei der Einführung einer Dashboard-Lösung für die Geschäftsleitung auf Basis der bei Rohde & Schwarz Monika Schreck ist in der Abteilung Global Sales Operations bei Rohde & Schwarz in München tätig. Rohde & Schwarz steht seit 80 Jahren für Qualität, Präzision und Innovation auf allen Feldern der drahtlosen Kommunikationstechnologie. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von ca. 2 Milliarden Euro. Geprägt durch eine dezentrale Organisationsstruktur existiert im Konzern bisher kein einheitliches, d.h. nach einheitlichen Grundsätzen gestaltetes Berichtswesen. Nach einer Umstrukturierung des Vertriebs wurde im Herbst 2012 von der Geschäftsleitung der Auftrag erteilt, ein KPI-Dashboard für Vertriebskennzahlen einzurichten. Im Frühjahr 2013 wurden zunächst hilfreiche KPI s und Berichte in Workshops erarbeitet und alle Anforderungen bis zum Sommer 2013 in einem Fachkonzept verdichtet. Die Realisierung startete im Spätsommer 2013 und endete mit der Produktivsetzung im Mai Wichtige Faktoren bei der erfolgreichen Umsetzung waren: Externe Expertise Mit Hilfe eines Beraters wurden die bestehenden Inhalte konsequent hinterfragt und verbessert. Für die Gestaltung wurde die Anlehnung an einen Standard empfohlen. Enge Zusammenarbeit zwischen Fachabteilung und IT Durch die Einbindung der IT bereits in der Konzeptionsphase konnte die Entwicklerin die Bedenken und Bedürfnisse des Kunden besser verstehen. Die agile Bereitstellung von Echtdaten (BI Queries) war zudem in allen Phasen des Projekts sehr hilfreich. Anlehnung an einen Industriestandard (IBSC) Die Nutzung eines definierten Rahmens und bewährter Regeln ist effizient und gibt Sicherheit bei der Gestaltung. Erstellung von Prototypen in Excel Die Prototypen in Excel boten eine gute Grundlage für frühe und regelmässige Feedbackschleifen mit der Geschäftsleitung. In einem ersten Schritt wurde das bestehende Berichtswesen auf die neuen Darstellungen angepasst. Diese Massnahme bot den Adressaten die Möglichkeit, sich zunächst an die Darstellungen zu gewöhnen, und nicht gleichzeitig auch noch an ein neues Tool. Toolauswahl Bewusst wurde ein geeignetes Software-Tool erst nach Abschluss des Fachkonzeptes gewählt um sicherzustellen, dass die fachlichen Anforderungen bestmöglich erfüllt werden können. Im Rahmen der IT-Strategie des Konzerns fiel die Entscheidung für graphomate, deren Lösung im Dezember 2013 implementiert wurde. Im Mai 2014 ging das neue KPI-Dashboard live. Da die Darstellungen bereits im Offline- Berichtswesen eingeführt worden waren, erfolgte der Umstieg reibungslos, und die Verzögerung des Projektes stellte keine Probleme dar. 25

26 Ein Beispiel eines neuen Berichts. Hier wird die Vorhersage-Qualität pro Land dargestellt. A B C D E F G A B C D E F G Beispiel einer Struktur-Analyse, jedoch noch nicht ganz IBCS-konform (z.b. gibt es keine Unterscheidung zwischen den absoluten und den Prozent-Werten) Auch hier ist die Skalierung eine grosse Herausforderung. Die Zeitreihe wird bisher nur für eine Kennzahl benutzt: Order Income Projection (Kombination aus OI ACT- Daten mit verschiedenen Forecast-Werten aus dem Sales Funnel und dem monatlichen OI Estimate). 26

27 8. Jürgen Faisst (HICHERT+PARTNER): Wie geht es mit den IBCS Standards weiter? Bevor Jürgen Faisst auf das eigentliche Vortragsthema einging, wies er auf das mit dem Handout (Consultation Draft IBCS v1.0) ausgeteilte Dokument Notationsstandards in der Geschäftskommunikation und deren praktischer Nutzen, ein von SAP gesponsertes Whitepaper, hin. In diesem Whitepaper wird der Nutzen einer standardisierten Notation anhand einer 3x3 Matrix mit den Dimensionen Entscheidungsfindungsprozess und Nutzenarten systematisch erarbeitet: Diese Nutzenargumentation ist sowohl für Anwender als auch für Berater und Software-Anbieter hilfreich, wenn sie die mit dem Berichtswesen befassten Parteien von den Vorteilen eines Notationsstandards überzeugen wollen. Anschließend kam Jürgen Faisst zum eigentlichen Thema und schilderte seinen Einstieg bei Rolf Hichert, den er bereits seit 20 Jahren kennt. Die Ausgangslage für Jürgen im 2013: Es gab nur Rolf Hichert mit seinem Know-how und das SUCCESS-Poster. Zur Dokumentation des Know-Hows von Rolf wurden vom Herbst 2013 bis zum Februar 2014 die IBCS-Standards in der Draft-Version 1.0 (150 Seiten) entwickelt. Diese liegen nun vor und werden als Kernprodukt von der IBCS-A unter der Nutzungslizenz Creative Commons BY-SA 4.0 International kostenlos veröffentlicht. Spielregeln für die Weiterentwicklung der IBCS-Standards Die Mitgliederversammlung der IBCS-A vom 23. Juni 2014 hat wichtige Regeln beschlossen. Der Release-Management-Prozess wurde verabschiedet. Der Prozess ist nun offen und legitimiert. Die Aktivmitglieder beschliessen über die Änderungen am Standard. Aus Praktikabilitätsgründen wird es in der Zukunft voraussichtlich ein Standard Control Board (SCB) geben, das diese Entscheidungen in Vertretung der Aktivmitglieder treffen wird. Es werden dann fünf Mitglieder ins SCB gewählt. Gewählt werden sie von den Aktivmitgliedern des IBCS-A. Der vorliegende Draft wird jetzt noch nicht verabschiedet. Dieser Draft wurde bisher erst von wenigen Personen kommentiert und ergänzt. Statt dessen wird per Ende Juli 2014 eine überarbeiteter Draft veröffentlicht und zur Vernehmlassung gestellt. Die Vernehmlassung wird per Ende Dezember 2014 geschlossen. Es ist geplant, dass der Standard dann von den Aktivmitgliedern im 1. Quartal 2015 verabschiedet wird. Danach wird er veröffentlicht. Ziel ist es, weltweit Interessenten zu finden, welche die dokumentierten Standards kommentieren. 27

28 Dies wird nachvollziehbar sein und erlaubt Personen und Unternehmen sich dabei zu profilieren. Dieser Schritt soll international verankert werden, dazu stehen wir in Kontakt mit anderen internationalen Organisationen, wie ICV. To do: Ideen für die Verbreitung sind bitte an IBCS zu melden. Zusammenspiel IBCS-A, HICHERT+PARTNER und Beratungs- bzw. Entwicklungspartner IBCS-A als Verein ist für die Veröffentlichung und Weiterentwicklung zuständig. Alles andere drumherum übernehmen andere. H+P soll in IBCS-Institute umbenannt werden, sobald die Marke IBCS eingetragen ist. Jürgen stellte ein mögliches Geschäftsmodell für HICHERT+PARTNER (H+P) vor. Es besteht aus derivativen Produkten wie Veranstaltungen, Zertifizierungen und abgeleiteten Konzepten, die mit einem Preisschild angeboten werden. Die wesentlichen Aufgaben von H+P sind demnach: 1. H+P ist der Host für die Standards und stellt die Infrastruktur bereit. 2. H+P organisiert Schulungen direkt oder via Lizenzen auf der Basis eines Train-the-Trainer- Konzepts. Es gibt erste Versuche von einem hybriden Online-Seminar mit Webinar, Offline-Übungen und Online-Prüfungen. Dieses Projekt ist gegenwärtig von einem Partner in Prüfung. 3. H+P stellt die Qualität sicher durch Zertifizierungen. 4. H+P wird einen kleinen Online-Shop mit Dokumenten und Konzepten betreiben. Die Partner Consultants, Provider und Software-Anbieter haben die Zusicherung erhalten, dass H+P selbst weder Software herstellen noch Beratung und Implementierung machen wird. Außerdem wurde mit den Partnern festgelegt, wie die Veranstaltungen zu gestalten sind, was die Partner und was H+P und allenfalls lizenzierte Schulungspartner tun werden. Fragen im Anschluss an das Referat: 1. Wie wichtig ist Internationalisierung für die Etablierung der IBCS-Standards? Antwort: Die Internationalisierung ist essentiell wichtig. Philips und ICS haben heute die internationale Ausdehnung sichtbar gemacht. Er erfordert eine gemeinsame Anstrengung der IBCS Community, um mit der Internationalisierung erfolgreich zu sein. Die Gewinnung von internationalen Organisationen, die die Vernehmlassung der Standards in ihren Newslettern ankündigen, wäre hierzu ein wichtiger erster Schritt. 2. Wie erfahren Software-Anbieter, Berater und Anwender von Veränderungen der Standards? Antwort: Analog zum Versionsmanagement in der Software-Branche werden neue Releases der IBCS-Standards mit einem Release-Begleitschreiben veröffentlicht, in dem alle Änderungen dokumentiert sind. Heinz Steiner, Trivadis AG, CH-Glattbrugg 28

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