E I N F Ü H R U N G : ZUR LAGE I N D E U T S C H L A N D N A C H D E M E N D E D E S 2. WELT K R I E G E S

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1 E I N F Ü H R U N G : ZUR LAGE I N D E U T S C H L A N D N A C H D E M E N D E D E S 2. WELT K R I E G E S Zentral ist bei diesem Thema natürlich, zu schaun was die Trümmer verursacht hat, also was davor war. Kriegsende in Europa Die Situation der deutschen Gesellschaft damals muss natürlich in einen Kontext gesetzt werden. Der 2. Weltkrieg endete in Europa am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation aller deutschen Streitkräfte. Dieses Ende kam aber nicht auf einmal, sondern passierte in Schichten. Das Dritte Reich wollte einen eigenen Frieden mit den Westalliierten abschließen, die aber verlangten die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen. Das geschah dann auch am 8. Mai und bedeutete das Ende des Weltkrieges - in Europa. Die Opferbilanz des Krieges ist katastrophal. Es gab insgesamt mindestens 50 Millionen Kriegstote. 6 Millionen Ermordete starben in den Konzentrationslagern. Mehr als 25 Millionen Kriegstote waren Sowjets, 6 Millionen Tote gab es in Polen. Das machte 17 % der Vorkriegsbevölkerung in Polen aus. Kriegszerstörung in Deutschland Die Situation in Deutschland war neben den zahlreichen Toten noch weiter mit Problemen belastet: 1945 waren noch über 11 Millionen ehemalige Wehrmachtsangehörige in Kriegsgefangenschaft, von denen viele nicht lebendig zurückkehrten. Es gab außerdem eine hohe Zahl (ca. 10 Millionen) an Flüchtlingen und Vertriebenen in Deutschland, vor allem aus den Ostgebieten wie Schlesien und Sudetendeutschland. Es gab zahllose ehemalige Kriegsgefangene, die heimatlos sind, außerdem einen großen Anteil an Displaced Persons. Viele Städte in Deutschland wurden massiv zerstört durch die Bombenangriffe, es gab über 5 Millionen zerstörte oder beschädigte Wohnungen. Die Alliierten standen vor einer Trümmerwüste, man konnte nicht einmal alle verschütteten Leichen entfernen, wodurch Seuchengefahr bestand und Gestank sich ausbreitete. Die Infrastruktur war völlig zerstört, die Fabriken, Bahnhöfe, Schulen, usw. Die Zerstörungen waren ungleichmäßig verteilt. Am Land gab es wesentlich weniger Bombardements als in der Stadt. Die Infrastrukturen in Deutschland waren großflächig zerstört worden, 20 Millionen Menschen wurde der Wohnraum zerstört, viele Leute flohen aufs Land, aus Angst vor den Bombenangriffen. Ein Beispiel ist Köln, das von Einwohner auf geschrumpft war, als die Alliierten kamen. Viele Menschen waren obdachlos geworden. Österreich war wesentlich weniger von den Bomben betroffen, weil es einerseits außerhalb der Reichweite der Fliegerbomben lag und andererseits als Ziel nicht so interessant war. Aber auch hier wurde einiges zerstört, aber nicht vergleichbar mit Deutschland. Deutschland als Trümmerlandschaft - ZeitzeugInnen Die Perspektive von Zeitzeugen ist eine nahe Perspektive und daher interessant. Hans Magnus Enzensberger schrieb "Europa in Trümmern" (später aus Copyright-Gründen in - 1 -

2 "Ruinen" umbenannt). Er hat bei Recherchen gemerkt, dass in den deutschen Zeitschriften kaum eine Auseinandersetzung mit den Zerstörungen stattfand. Es war eine neue Form von Bewusstlosigkeit, eine Selbstreflexion gab es eigentlich nicht. Enzensberger spricht von einer innerlichen Zensur der Journalisten, einer inneren Flucht davor. Er bezeichnet die Unfähigkeit der deutschen Intellektuellen, die Situation anzusehen und in den Griff zu bekommen. Man berief sich in Deutschland stattdessen auf das humanistische Erbe und propagierte Namen wie Goethe und Schiller, ohne zu überlegen, ob diese Gedanken nicht auch zur Katastrophe geführt haben. Man flieht einfach aus der Gegenwart, keiner konstatiert kaltblütig den Ist-Zustand. Enzensberger sagt, die Trümmerliteratur ist über den Begriff gar nicht hinausgekommen. Seine These ist, dass vor allem ausländische Besucher in Deutschland nach dem Krieg präzise Berichte verfassten, am besten natürlich, wenn sie keine Angehörigen dort hatten. Er versammelte daher Berichte von Menschen wie Stig Dagermann, Alfred Döblin, Jannet Flanner, Max Frisch und Martha Gellhorn. Nachkriegsdeutschland in der Selbst- und Fremdwahrnehmung Das Plakat rechts hing in Köln und zeigt der Bevölkerung, dass das Elend, in dem sie leben, nicht die Schuld der Alliierten ist, sondern der NS. Womit beschäftigten sich die Blicke von außen auf den Krieg? Auffallend war für die Besucher, dass in der Bevölkerung das Schuldbewusstsein fehlt. Es scheint - so dachten sie - als hätte es nie Nazis gegeben. Keiner kennt einen oder war beteiligt, man hatte vl von einem in einem anderen Dorf gehört, aber man selbst hätte Juden versteckt und nichts mit der NS zu tun gehabt. Die Nazis sind auch schon alle verschwunden offenbar. "Ein ganzes Volk, das sich vor der Verantwortung drückt" konstatierte ein Augenzeuge. Besucher waren auch überrascht, dass keine Konsequenzen aus der Vergangenheit gezogen wurden. Jeder baut die Städte wieder auf, aber keiner schaut nach hinten. "Es ist leichter, ihre Städte wieder aufzubauen, als zu verstehen, was sie getan haben". Ursachen und die eigene Rolle an der Zerstörung werden nicht betrachtet, man betont die Obrigkeit und den Gehorsam. Ein Augenzeuge sagte, wenn man durch die Straßen geht, sieht man, es "lebt unverändert ein braves und arbeitssames Volk". Auch Trotz und Selbstmitleid fielen auf. Es herrschte Hysterie, das Gefühl setzte sich durch, ungerecht behandelt worden zu sein, man versank in Selbstmitleid. Die Deutschen sehen sich als Opfer, weil sie in Schutt leben und ihre Städte zerstört sind. Sie sind der Ansicht, dass die Besatzer ihnen helfen sollen. Ein Journalist prangerte das aber nicht nur an, sondern versuchte auch zu verstehen, wieso Deutsche sich jetzt als Opfer fühlten. Er meinte, man frage Leute im Wasser überfluteten Keller hungernd ob es ihnen ohne Hitler besser ginge - wie kann man das bejahen? Jede Analyse ist unrichtig, wenn man das Milieu nicht betrachtet, in dem man diese Aussagen hört. Daraus darf man nicht schließen, dass alle Nazis wären. Dasselbe gilt auch für Österreich, gerade weil das meist in der Ferne war und man am Land eher weniger vom Krieg mitbekam. Der erste Kontakt mit Soldaten war oft erst mit der Besatzung, wie kann das also eine positive Erfahrung sein? Eine Analyse braucht immer die Beachtung synchroner und diachroner Erfahrungen

3 Wie verhalten sich die Deutschen nun, fragen sich die Besucher, nachdem sie Hitler zugejubelt und Deportationen zugelassen haben? Wie verhält sich die Regierung, wie die Journalisten gegenüber anderen Ländern? Sind sie noch gefährlich? Die Städte der Deutschen waren zerstört, die Häuser waren nur mehr Schutthaufen. Es herrschte große Seuchengefahr durch die verschütteten Leichen in den Schutthaufen, der Gestank breitete sich aus. Unterirdisch aber regt sich Leben. Die Zerstörung wurde als "Strafgericht für die selbst angerichtete Zerstörung im Angriffskrieg Deutschlands in anderen Ländern" angesehen. In der Selbstwahrnehmung der Deutschen ist diese Sicht nicht da, nur in der Fremdwahrnehmung. Ein Besucher vergleicht es mit dem Bild eines Zuges durch die Trümmerlandschaft, der Fremde im Zug schaut aus dem Fenster und betrachtet die Trümmer, die Ansässigen schauen nicht hinaus. Sie erkennen den Fremden an seinem Interesse für die Trümmer, die Deutschen schaun nicht, sie tun so, als würde es nicht existieren. Ein Besucher beschreibt, dass Frauen sitzen und ihre zerstörten Häuser bewachen. Auf die Frage, wieso sie das tun, fangen sie an zu weinen. Aber Mitleid mit den Deutschen? Das kommt für diesen Besucher nicht in Frage, er sagt "Mitleid mit Leuten, die wegen ihrer Möbel weinen, gibt s nicht". "Sie haben es so gewollt" sagen amerikanische Soldaten. Zur Schuldfrage Die Frage von Schuld stellt sich besonders brisant in Bezug auf die Kinder. Auch darauf gehen die Zeitzeugen ein: Sie sagen, dass die Kinder NICHT Schuld sind sondern UNSCHULDIG. Sie leiden jetzt dennoch am meisten unter der Zerstörung, es gibt so viele Waisen, so viel Hunger und Krankheit. Die Kinder aber sollen nicht leiden müssen als gerechte Strafe, man soll ihnen helfen und nicht zulassen, dass man sie als verdammt ansieht und dazu treibt, später wieder Rachegdanken zu haben. Die Frage der psychischen und moralischen Trümmer in Deutschland war zentral, die Frage der Schuld, wie sie von den Deutschen selbst diskutiert wurde. Thomas Mann floh ins Exil. Dort hatte er bei der BBC eine Sendereihe für deutsche Hörer, in der er sich mit Appellen an Deutschland wandte. Er konstatiert am 10. Mai einen Abgrund zwischen Deutschland und dem Rest der Welt. Für ihn ist die Schuld ganz klar. Deshalb lehnte er es auch ab, zurückzukommen. Herrmann Broch floh in die USA ins Exil und schreibt noch 1945 in deutlichen Worten, dass alle Deutschen Beihilfe zum Mord geleistet haben, er stellt also eine Kollektivschuld für ein Volk fest, das Schuld auch durch Nichststun auf sich geladen hat. Auch in Deutschland erschienen nach dem Krieg Publikationen, die sich mit der Schuldfrage beschäftigten. Es gab also nicht nur Wegschauen, wie die Besucher das meinten. Auch deutsche Autoren setzten sich radikal mit der Situation auseinander, eine Mehrheitsaktion war das aber nicht. Die Schuldfrage ist auch elementar für Österreich. Dort ist eine etwas andere Situation, weil sich die Alliierten in der Moskauer Deklaration von 1943 darauf geeinigt haben, dass Österreich als eigener Staat "wiedererstehen" sollte. Österreich wurde als erstes Opfer von Hitler bezeichnet. Darauf stützte man sich in Österreich bis in die 90er. Im zweiten Teil der Deklaration steht aber sehr wohl, dass man auf den österreichischen Anteil an den Verbrechen schauen würde und wie viel Widerstand da geleistet worden war. Das wurde aber lange in Österreich nicht zitiert und war nicht Teil des Nachkriegsbewusstseins. Bis

4 blieb das so, da aber hat die Wahl von Kurt Waldheim das Thema aufgerüttelt und erst da wurde die Schuldabwehr durchbrochen. W I E S C H R E I B E N N A C H D E M K R I E G, N A C H AUSSCHWITZ? ZUR P O E T I K D E R TRÜMMERLIT E R A T U R Heute gehen wir weiter in der Geschichte. Es soll um die Poetiken der Trümmerliteratur gehen, wie kann man nach dem Holocaust noch schreiben? Welche Entwürfe gibt es? Was sind noch Vorbilder? Heute bekommen wir einen literaturgeschichtlichen Überblick. Kriegsende als Zäsur in der Literaturgeschichte Was bedeutet das Ende des 2. WKs für die Literatur? Das nationalsozialistische Schreibsystem war zu Ende. Es hatte von 1933 bis 45 bestanden. Film und Radio waren zwar bedeutender für die NS, aber auch die Literatur war gleichgeschaltet, es herrschte Zensur. Um überhaupt publizieren zu dürfen, musste man Mitglied der Reichsschrifttumskammer sein, in die man nur mit einem Arier-Nachweis und Familienstammbaum aufgenommen wurde. Jetzt ist das System zu Ende, das gegen unerwünschte Bücher radikal vorgegangen war (Stichwort Bücherverbrennung). Bücher, die weltanschaulich oder rassentheoretisch nicht ins Konzept passten, wurden als "entartet" bezeichnet und verboten. Viele Autoren arrangierten sich mit dem System, auch österreichische Autoren taten das. Sehr oft wurde die Angliederung Österreichs an das deutsche Reich sogar begrüßt. Auch prominente Autoren unterstützten die NS, wie zb Hauptmann. Er unterschrieb 1933 eine Loyalitätserklärung. Auch nach 1945 haben die Autoren, die in der Reichsschrifttumskammer veröffentlichen durften, nicht eine Rolle gespielt, ihre Dominanz aber war damit zu Ende. Man möchte jetzt die Entnazifizierung schaffen. Das versuchte man zunächst, indem man die Nationalsozialisten in höheren Positionen entließ und die nationalsozialistische Literatur aus den Bibliotheken entfernte. Es folgte ein Veröffentlichungsverbot für NS-Mitglieder, was zb auch Doderer betraf, der sehr böse darüber war gab es eine Liste mit gesperrten Büchern, die nicht verkauft und nicht in Schulen stehen durften. Wie in Deutschland wurden auch in Österreich die Bücher von NS-Autoren beschlagnahmt. Weiterhin aber gab es Nationalsozialisten, und nach Ende der Vorbotszeit durften ja auch die NS-Autoren wieder schreiben und veröffentlichen, oft wurden sogar Bücher aus der NS-Zeit wieder herausgegeben - man strich einfach extreme Stellen und gut wars. Die Herrschaft der Besatzungsbehörden prägte den Literaturbetrieb nun auch. Die Alliierten versuchten, die Deutschen umzuerziehen. Die Amerikaner nannten es "Re-Education" und meinten damit Erziehung zu Demokratie, Humanismus und Menschenrechten. Die Besatzungbehörden förderten daher besonders die Übersetzung von bestimmten amerikanischen Texten ins Deutsche. Nahezu 60 % dieser Texte enthielten eine erzieherische Absicht. Die deutsche Bevölkerung nahm die Texte aber nicht so interessiert an, da es hauptsächlich Biographien von amerikanischen Größen wie Präsidenten waren. Linke Literatur durfte nicht übersetzt werden. Die Amerikaner betrieben Re-education in einem bestimmten Sinn: Sie wollten zu amerikanischen Werten und Demokratie umerziehen. Es gab einen enormen Papiermangel, die Verlage bekamen nur Zuteilungen an Papier. Wie viel sie bekamen, hing natürlich davon ab, welche Bücher sie damit produzieren wollten - es mussten die richtigen sein. So wurde die Publikation indirekt gesteuert. In Neumanns - 4 -

5 "Kinder in Wien" gibt es eine schöne Stelle: Ein Armeegeistlicher kommt in den zerbombten Keller und sagt zu den Kindern, er kam um re-education zu betreiben. Die Kinder meinen darauf "wieso, wir sind ja schon erzogen". Das Konzept der re-education wird so in Frage gestellt. Vieles an Literatur wird jetzt erst entdeckt, weil viel nicht in den deutschen Sprachraum gekommen war. Eine wichtige Rolle spielten in der Nachkriegszeit Zeitschriften. Man lebte so sein Bedürfnis nach Kommunikation aus. Dafür gab es zahlreiche Zeitschriftenneugründungen, in Deutschland "Der Ruf", "Frankfurter Hefte" und "Merkur". In Österreich die Zeitschrift "Plan". Dort fand die intellektuelle Debatte für den Bereich der Literatur statt. Es gab trotz aller Neuanfänge aber eine Kontinuität von belasteten Autoren und tradierten Schreibweisen. Wie schon erklärt verschwanden die Autoren ja nicht, sie konnten nach der Publikationsverbotsphase wieder veröffentlichen und bekamen noch Preise. Und am wichtigsten: Sie wurden tatsächlich gelesen. Autoren waren da zb Burno Brehm, Hans Carossa und Agnes Miegel. Ein zentrales Feld ist die Frage der Emigration, Re-Emigration und inneren Emigration. Viele Autoren waren ja vertrieben worden, die bekanntesten deutschen Autoren mussten fliehen, wie zb Thomas Mann und Robert Musil. Meist emigrierten sie unter lebensbedrohlichen Umständen, viele Autoren wurden ermordet oder starben in der Verfolgung. Ein Beispiel dafür ist Jura Soyfer, ein jüdischer, marxistischer Dichter, der an Typhus im KZ starb, nachdem er bei der Flucht gefasst worden war. Walther Benjamin beging 1940 Selbstmord auf der Flucht vor den Nazis, Stefan Zweig beging im Exil in Brasilien Selbstmord, E. Friedel sprang aus dem Fenster und starb, als unten die Gestapo läutete um ihn zu holen. Viele aber schafften die Flucht in die Emigration. Nach dem Kriegsende stellte sich nun die Frage nach der der Remigration nach Kriegsende. Die Autoren können nun zwar wieder veröffentlichen, aber die Lesegewohnheiten der Leute ändern sich natürlich nicht so schnell und viele kehrten nicht zurück, zb Thomas Mann oder Elias Canetti. Einige gingen in die Schweiz, kehrten also zwar auf den Kontinent zurück, aber in neutrales Gebiet. Die Stimmung war eher gegen die Emigranten. In der DDR war das anders, da wurden die Autoren ausdrücklich zurückgerufen und kehrten auch zurück, zb Brecht oder Seghers. Die Schwierigkeit der Rückkehr soll nun an Thomas Mann gezeigt werden, bei dem sich eine heftige Kontroverse um die Rückkehr entspann befand sich Mann auf einer Vortragsreise, als die NS die Macht übernahm. Mann kehrte daraufhin einfach nicht mehr zurück wurde er ausgebürgert und nahm dann die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Er machte, wie schon erwähnt, die Sendung auf BBC für Deutsche Hörer, in der er auf Deutsch Worte an die Leute in Deutschland richtete. Er vertrat dabei die Idee, sich an "bessere Deutsche" zu richten und äußerte sich über die Kriegsituation sehr kritisch. Thomas Mann wird dann 1945 in einem offenen Brief durch Walter von Molo eingeladen, nach Deutschland zurückzukehren, mit der Begründung, dass die deutsche Kultur ihn brauchen würde. Thomas Mann antworte in einem offenen Brief mit dem Titel "Warum ich nicht nach Deutschland zurückkehre", dass er sich in den letzten 12 Jahren von Deutschland entfremdet hätte, diese zeit wäre nicht an ihm spurlos vorbeigegangen und er komme NICHT zurück. Er sagt außerdem: Das machte die Autoren, die nicht explizit Nazis waren, aber in Deutschland veröffentlicht hatten, böse. Sie beanspruchten für sich "Innere Emigration", was bedeutet, dass man sich - 5 -

6 in seiner Privatheit einschließt, man war also nicht im Exil, aber auch nicht regimekonform in seinem Denken - man eckte einfach nirgendwo an. Besonders Frank Thieß regte sich über Thomas Mann auf. Er bezeichnet den Holocaust als Tragödie? Die Emigration, die Flucht auf der viele starben, nennt er beste Plätze? Die Schlussfolgerung von Thieß war, dass Emigranten kein Recht hätten, sich über Deutschland zu äußern. Die Autoren kehrten natürlich bei einer solchen Stimmung nur ungern zurück ins Land. In Österreich gab es keine direkte Aufforderung an Autoren, zurückzukehren, es war also klar, dass kaum jemand Lust dazu hatte. Auch der Literaturbetrieb meinte, die Verlage seien nicht interessiert daran, dass die Autoren zurückkommen würden. Alfred Andersch zb war der Herausgeber von "Der Ruf". Er schreibt, dass Exilliteratur wichtig wäre für einen Neuanfang in Deutschland, denn diese Autoren hätten Widerstand gezeigt und könnten so den Namen Deutschlands retten. Er vertrat also die Gegenposition zu Thieß fordert er, dass Emigration fruchtbar wird, indem die Leute zurückkommen und sich mit der Generation der jungen Autoren verbinden. Er trug diese Ansicht auch bei der Gruppe 47 vor, aber sie wurde nicht in die Tat umgesetzt. Es gab daher keine Verbindung zwischen Exilautoren und jungen Autoren. Die "junge Generation" Diese junge Generation nannte sich selbst so, obwohl viele Autoren gar nicht mehr so jung waren. Man meinte damit Autoren, die vor 1945 gar nicht oder kaum publiziert hatten und jetzt damit begannen. man verstand darunter so gut wie nur Männer - "Kriegsheimkehrer" - und weder Frauen noch Emigranten. Die junge Generation lässt sich mit drei Begriffen beschreiben: 1. Stunde Null: Man meint damit einen völligen Neuanfang nach 1945, also nach der Katastrophe des Nationalsozialismus. Problematisch ist, dass der Begriff damit vorgibt, sowas wäre möglich - ein Neubeginn aus dem Nichts, mit neuen Menschen und unbelasteten Meinungen, ohne Kontinuitäten. Das ist falsch, und auch in den Schreibweisen war nicht alles neu, der Begriff wurde nur verwendet, um Schuld abzuwehren. 2. Kahlschlag-Literatur: Der Begriff wurde erstmals von Wolfgang Weyrauch im Sammelband "Tausend Gramm. Ein deutsches Bekenntnis in dreißig Geschichten" aus dem Jahr 1949 verwendet. Der Begriff bedeutet, dass die Literatur gereinigt werden muss von der NS-Sprache - vom Missbrauch durch die NS sagte er, man muss sie befreien von der Propagandasprache usw. 3. Trümmerliteratur: Das ist der neutralste Begriff und eher verwendungsfähig als die anderen beiden. Zum ersten Mal "Ein anderer Ton bestimmt wurde er von Hans-Werner Richter in das Leben, ein Ton, der aus "Deine Söhne Europa. Gedichte deutscher der Welt der Trümmer Kriegsgefangener" verwendet, erst ab 1952 geboren wurde." (Richter, wurde er aber erst zum gängigen Begriff, Vorwort zu den Gedichten) obwohl die Zeit der Trümmerliteratur da schon fast zu Ende war. Der Begriff wurde zb vom Begriff "Trümmerfrauen" abgeleitet, also von den Frauen, die den Schutt wegräumten und die Städte - 6 -

7 wieder aufbauen halfen. Von den Zeitgenossen wurde der Begriff eher negativ gebraucht, man meinte, dass die Autoren noch zu traumatisiert zum Schreiben seien. Erst Böll dreht das 1952 ins Positive um: Er sagt "wir schreiben vom Krieg her, was wir bei der Rückkehr sahen: Unsere Heimat in Trümmern". Er vergleicht die Trümmerliteratur mit Homer und sagt auch da ging es nur um Krieg und Heimkehr - wie bei uns. Das wertete die Literatur natürlich auf. Wie lässt sich nach Krieg und Holocaust schreiben? Wie positionierten sich nun diese Leute in ihrer Schreibweise? Es war eine Poetik der Trümmerliteratur. In vielen Texten fragte man, wie überhaupt noch geschrieben werden kann. Man hat Schwierigkeiten, die eigenen Erfahrungen des Krieges, das Massensterben und die Grausamkeiten, in den Griff zu bekommen und zu beschreiben - sagte Böll. Die Sprache wurde als unrein empfunden: "Klang kahl" sagt Schnurre und zeigt damit den Bezug zur Kahlschlagliteratur. Das Schreiben gestaltete sich in zwei Dimensionen: Individuelle Dimension: Wie schafft es ein Böll zu schreiben? Allgemeine Dimension: Wie schafft man es überhaupt, zu schreiben? Theodor Adorno, den man von der Frankfurter Schule kennt, schreib schon 1944 im Exil in Deutschland, dass schon das vorige Mal (beim ersten Weltkrieg) das Schreiben unmöglich wurde, es gibt keinen Überblick mehr, man kann nicht mehr fassen was passiert, schon beim Ersten Weltkrieg nicht - und der 2. WK mit seiner Militärstruktur lässt sich vom einzelnen Menschen schon überhaupt nicht mehr erfassen, es gibt kein stetiges Erinnerungsbild mehr. Adorno sagt also, dass diese Art von Krieg sich nicht mehr in eine Geschichte mit Anfang und Ende fassen lässt, denn alles was man so erzählt, ist eine logische Abfolge und zeigt eine Kontinuität, die es gar nicht gab. Er sagt also nicht, dass eine Gruppe von Autoren das nicht beschreiben kann, sondern dass KEINER es kann. "Nach Ausschwitz ein Gedicht zu schreiben ist barbarisch" meinte er, nahm das aber wieder zurück. Wichtig für uns ist, dass er diese Situation darstellt, man weiß einfach nicht mehr, ob die Literatur noch etwas anfangen kann. Das beschäftigt die Autoren massiv, es gab viele Versuche, eine eigene Poetik zu schaffen, um von vorn anzufangen. Jetzt soll auf einige dieser Texte, die das Schreiben reflektieren und neue Sichtweisen entwerfen, eingegangen werden. Gründungstexte der "Jungen Generation" 1) Deine Söhne Europa (Gedichtanthologie) Hans Werner Richter war der Gründer der Gruppe 47 und Autor gibt er eine Anthologie mit Gedichten deutscher Kriegsgefangener bei den Alliierten heraus. Man merkt immer wieder den Europa-Appell, wie hier "Deine Söhne Europa" als Titel für das Buch. Man will einen Neuanfang im europäischen Kontext

8 In der Gedichtsammlung finden sich Gedichte von Eich, Schnurre und Richter, außerdem einige weniger bekannte Autoren. Richter wurde 1908 geboren und wurde 1930 Mitglied der NS wurde er aber ausgeschlossen folgt der Wehrmachtseinzug und er wird gefangen genommen. Dann wird er ein prominentes Opfer der Re-Education. Zusammen mit Andersch gab er die Zeitschrift "Der Ruf" heraus. Im Vorwort zum Gedichtband schreibt er, dass der Krieg und seine Opfer unbeschreiblich und unfassbar sind - interessanterweise spricht er nur von Kriegs- und Trümmertoten, nicht von KZ-Opfern. Er macht außerdem keinen Unterschied zwischen Angreifern und Opfern. Wirklichkeit - Unmittelbarkeit - Realismus sind die Schlagworte von Richter für neues Schreiben. Es ist keine Rede von Kriegsschuld, es wird als eine Katastrophe dargestellt, die alle gleich betrifft. man findet bei Richter noch Reste der Nazi-Sprache, wie "glühendes Bekenntnis" - warum muss das glühend sein? Die Schwierigkeit zu schreiben zeigt sich dann beim Blättern in den gesammelten Gedichten. Dieses Gedicht wird als Beispiel herausgenommen. Es beschreibt, wie Breslau zerstört ist. Der Verlust des Malerischen wird beklagt - Hohn für die Opfer. "Eingesargt" ist falsch, die Kriegstoten wurden wohl kaum in Särgen bestattet. Der Reim ist gesetzt wie in der Romantik, was bei diesem Thema zynisch wirkt. Viele Gedichte thematisierten auch in Österreich den Holocaust, aber in ebensolchen Formen, also ungenau, unadäquat und verfälscht. 2) Tausend Gramm Wolfgang Weyrauch war ebenfalls in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Er benannte seine Anthologie nach einer Kurzgeschichte darin. Die Tausend Gramm beziehen sich auf Brot, das elementare Lebenserhaltungsfunktion hatte und gleichzeitig ein religiös aufgeladenes Symbol sein kann. Im Nachwort schreibt Weyrauch wie man schreiben soll und will etwas über die deutsche Prosa sagen: Die deutsche Literatur der Gegenwart zeigt einen Kahlschlag. Die Autoren versuchten, Unfassbares in Worte zu fassen und dem Schrecken Worte zu geben. Es wurde Kahlschlagliteratur genannt, es sollte neu beginnen. Die neue Schreibweise verlangt Pioniere und Methoden der Bestandsaufnahme - beides um den Preis der Poesie. Die Schriftsteller des Kahlschlags fotografieren die Wirklichkeit. Sie bezeichnen Schönheit ohne Wahrheit als böse, Wahrheit ohne Schönheit ist besser. Es zeigt eine Abkehr von traditionellen Schönheitsformen - also von Lyrikformen, die es gibt

9 Z U R POET I K D E R T R Ü M M E R L I T E R A T U R A N H A N D D E S GEDICHTS IN V E N T U R Günther Eichs Gedicht Inventur Er gilt als paradigmatischer Text. Es gab zu der Zeit ein starkes Reflexionsbedürfnis, was Literatur ist und wie man weiterschreiben kann nach dem Krieg. Die Männer der Kahlschlagsliteratur röntgen die Wirklichkeit. In der oben genannten Anthologie waren auch drei Frauen dabei, was eine genderspezifische Perspektive ermöglicht. Kahlschlag wurde als Reinigung der Sprache vom Nationalsozialismus beabsichtigt, von deren Pathos usw. Man beabsichtigte ein radikales Befreiungssystem. Der paradigmatische Text Inventur wurde schon von Weihrauch so genannt. Dieses Gedicht wurde als die paradigmatisch neue Literatursprache empfohlen. Man sieht, in der Sprache ist es sehr zurückgenommen. Es besteht aus 7 Strophen zu je 4 Verseilen. Es gibt viele Anaphern, Parallelismen, Assonanzen (Anklänge), Aliterationen usw, also eine ganze Reihe von gestalterischen Elementen. Die einfachen Hauptsätze fallen auf, es gibt keine komplexen Satzstrukturen, es wirkt eher wie eine Liste. Die ersten Schriften, in Keilschrift, waren ja auch Listen. Der Krieg ist vorbei, das lyrische Ich steht da und schaut was da ist, was die Ausgangssituation ist und womit es weitermachen kann nach dem Krieg. Hier sieht man auch, wie bedeutend der Kontext immer ist. Man macht also hier eine Bestandsaufnahme, was eine Schlüsselsituation der Heimkehrer aus dem Krieg war. Der Text konzentriert sich stark auf die Gegenstände der materiellen, physischen Existenz, er ist äußerst realistisch geschrieben. Es gibt ein starkes Ich-Präsent, mein und ich kommen oft vor, kaum du, und wenn dann ist es eher ein bedrohliches du, das etwas stehlen könnte, es ist ein sehr ichbezogener Text. Die simplen Gebrauchsgegenstände sind zu wichtigen Dingen geworden. Das Aufzählen simpler Dinge reduziert den Mensch auf die physische Existenz, es zeigt die Ausnahmesituation und Not. Eine Ausnahme davon sind der Bleistift und das Notizbuch. Das Ich entwirft sich als dichtendes Ich, es schreibt Verse und zeigt das romantisierte Image des nächtlich-kreativen Dichters. Hier wird also über das materielle Elend doch hinausgegangen. Das lyrische Ich klammert sich an die Gegenstände, der Kulturzustand wird dargestellt um ein Minimum an Zivilisationszustand zu ermöglichen. So versichert sich die menschliche Identität ihrer selbst

10 Was fehlt ist die moralische und politische Ebene. Das ist aber als Wendung gegen die idealisierte Sprache verstehbar. Sprach wird reduziert auf die simple Aufzählungsfunktion, es ist also tatsächlich ein Kahlschlag. Da wos im Text ums Dichten geht, wird danach sofort durch radikale Parataxen im letzten Vers dagegen vorgegangen. Nach eigenen Aussagen versuchte Eich, einen Punkt zu markieren, die Wirklichkeit in den Blick zu bekommen, indem sie formuliert wird. Gelungene Trümmerlyrik ist selten, daher wird dieses Gedicht so oft gedruckt. Das Gedicht ist eine Ausnahme an Kahlschlagslyrik, denn die gab es eigentlich nicht. Auf den zweiten Blick ist sogar hier eine kritische Perspektive angebracht. Kritik der Forschung am Text: Wenn es Inventur ist, wieso fehlen dann die Schulden den Vergangenheit? Die Schuld? Es wird bei einem Nullpunkt begonnen, alles vorher ist nicht vorhanden, Schuld ist kein Thema. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Konzentration auf die materiellen Dinge, was auch auf einen eingeschränkten Wahrnehmungshorizont des lyrischen Ichs (nur Alltagsgegenstände im Besitz des Ich) schließen lässt. Vielleicht ist das aber nicht nur eine bedrückende Einschränkung, sondern eine befreiende Amnesie, die alles andere vergessen lässt. Warum werden die Gegenstände im Brotbeutel nicht verraten? Nur dunkle Geheimnisse wurden nicht verraten, und hier wird eben etwas nicht geschrieben. Formal inszeniert der Text eine poetische Stunde Null, einen Neuanfang. In Wahrheit aber ist er voll von traditionellen Lyrik-Elementen, es ist also keineswegs alles neu. Silke Arnold-de Simine sagt es kann also keine Rede davon sein, dass er in Inventur den Bankrott der überkommenen poetischen Formen erklärt. Eichs Gedicht zeugt nicht von dem radikalen Neuanfang, dem nüchternen und ernüchterten Beschreiben, das die Forschung ihm immer wieder zugeschrieben hat. Das zeugt wiederum von den Schwierigkeiten zu schreiben. Man sollte also nicht moralisch urteilen, dass das alles Geschichtsleugnung und Lüge ist wie die Biographiebeschönerung der Autoren. Es ist ein Beispiel von Problemen des Schreibens, der literarischen Auseinandersetzung. Viele Autoren der jungen Generation logen aber, wenn es um ihre Biographie geht. Eich hat seine Rolle im Nationalsozialismus ebenfalls heruntergespielt. Er hat zwar publiziert in der Zeit, aber laut ihm hat es eh keiner gelesen. Später hat man herausgefunden, dass er sich um Aufnahme in die NSDAP beworben hat, er wurde aber nicht akzeptiert, weil damals aufgrund zu großen Andrangs eine Aufnahmesperre verhängt worden war. Er arbeitete für die Zensurstelle der Wehrmacht und machte 160 Radiosendungen für das Dritte Reich. Er hatte auch eine beliebte Hörspielserie, in der es preußischen Chauvinismus und Verherrlichung des Imperialismus und der deutschen Volksgemeinschaft gab. Die Manuskripte sind alle verbrannt, vl sah Eich das als Chance für einen Neuanfang an. Persönliche biographische Geschichtsklitterungen sind aber natürlich trotzdem problematisch, auch diese Autoren haben also keine weiße Weste. Sogar Grass erzählte erst vor 6 Jahren, dass er mit 17 Mitglied bei der Waffen-SS war, er entschied sich zu schweigen, obwohl es wohl fast jeder verstanden hätte, bei so einem jungen Burschen und in der damaligen Zeit war das Gedicht die Außenseiterposition und kritisch es war KEIN Mainstream

11 Zusammenfassung: Poetik der Trümmerliteratur Man kann 7 Charakteristika für die Poetik der Trümmerliteratur festmachen. Es gibt eine Reihe von wiederkehrenden Forderungen und Charakteristika, die festgestellt werden können. 1. Thematische Konzentration auf die Gegenwart und die jüngste Vergangenheit Man soll nicht auf die Sterne, sondern auf das drumherum schaun, auf die Gegenwart und die jüngste Vergangenheit. Die Autoren setzten sich also mit Krieg, Heimkehr und Trümmern auseinander Das sind die zentralen Themen, die Erfahrungen einer Generation, der die Autoren angehören. Bölls Zitat zeigt die eingeschränkte Perspektive, er spricht nur von Soldaten, nicht von Frauen und auch nicht von Exilanten oder dem Holocaust. Dieses WIR ist also ein selektiver Blick. Hans Werner Richters Zitat plädiert für eine starke Hinwendung zur gesellschaftlichen Realität. Mit das Ewige meint er das Merkmal der Klassik. Man ist jetzt sehr gegenwartsorientiert. Die Figuren der Literatur sind stark eingebunden in ihre Zeit. Die Autoren wehren sich förmlich gegen das Ewige, sie wollen auf das schauen, was ist und gerade war. In der österreichischen Literatur ist das extremer, noch stärker marginalisiert. Man möchte absehen, sich absondern von der Gegenwart, das Schauen war nicht erwünscht. Ein Autor schrieb 1945 wir brauchen uns nicht zurückzuwenden, wir müssen nur dort weitermachen, wo uns Hitler unterbrochen hat. 2. Zertrümmerte Städte zertrümmerte Seelen Diese Zerstörung im land wurde mit den psychischen Zerstörungen analog gesetzt, man sprach von inneren Trümmern. Hans Werner Richter wehrt sich gegen die Vorwürfe gegen die Trümmerliteratur. Er sagt, sie sind keine Nihilisten, weil sie sich zu den Trümmern bekennen, sie bejahen damit das Leben um sich, meint er. Die Literatur der Innerlichkeit wurde damit kritisiert. 3. Realismus! Das ist das, was die Autoren fordern. Es wird ein Realismus verlangt, der über die Oberfläche hinausgeht. Er muss mit Empathie verbunden sein. Auch Böll sagt das in seinem Zitat. Er findet auch Mitleid und Humor wichtig und nennt als Beispiel für diese soziale Empathie Dickens.

12 Das Auge soll unbestechlich und offen sein. Es gibt ein Bild von René Margritte, eine Pfeife, unter der steht Leci n est pas une pipe. Es ist nicht wirklich eine Pfeife, nur ein Bild einer Pfeife, man wird sie nie rauchen können. Damit soll gezeigt werden, dass auch sprachliche Bilder, also Wörtern, niemals die Realität abbilden können. Es ist nie die Wirklichkeit, die wir sehen, sondern nur eine Perspektive davon. Es wird also Realismus eingefordert, was eine Wendung gegen die Überzeitlichkeit ist, aber dennoch ein etwas naiver Realismus. 4. Neue Schreibweise: Harter, direkter, schnörkelloser Stil Die neue Schreibweise wird beschrieben als hart, direkt und schnörkellos. Es ist ein Plädoyer von der Abkehr vom Gestrüpp von Wörter. Schnurre erteilt eine Absage an traditionelle Lyrik als schöne Texte. Er will eine Unmittelbarkeit der Aussage. Man sieht bei ihm Widersprüchlichkeit, dass er diese Forderung in einer wandelbaren, lyrischen Form sagt. Das zeigt wieder den inneren Widerspruch und die Schwierigkeit der Trümmerliteratur. Borcherts Zitat aus dem Manifest zeigt einen Versuch, wie man schreiben kann. Dieser ist aber mit viel Pathos formuliert. Es ist für diese Schreibweise Kriegserfahrung nötig, wird hier vermittelt (Gefechtslärm). Die vulgäre Sprache (Scheiße usw.) ist die Sprache der Soldaten, sicher nicht die von Borcherts Zuhause. Das zeigt sich immer wieder an der Generation, die aus dem Krieg kommt. Die unmittelbare Sprache, direkt und unverschnörkelt, sollte sich gegen die Sprache der NS richten. Hölderlin wurde von den Nazis für ihre Zwecke genutzt, seine Worte wurden also missbraucht und mit ihrer Ideologie vermischt. 5. Literarische Vorbilder / Modelle Sehr wichtig wurden für die Autoren der Trümmerliteratur amerikanische Vorbilder, vor allem die der Lost Generation, wie Ernest Hemingway und William Faulkner. Im Zuge der re-education nach der Kriegsgefangenschaft wurden diese Werke von vielen jungen Autoren gelesen. Es fühlte sich für sie befreiend an. Auch die short story ist amerikanisches Vorbild, kurze, drängende Erlebnisse werden dargestellt. Auch der italienische Neorealismus von Ignazio Silone, Cesare Pavese und Elio Vittorini wurde stark als Vorbild rezipiert. In Österreich dominiert die Schreibweise der Vorkriegszeit. Die Autoren, die davor und schon währenddessen veröffentlicht hatten, schrieben jedoch weiter, zb Doderer. Er lebte von in Dachau, wusste also genau was los war, er war sogar Mitglied der NSDAP. Nach 1945 veröffentlichte er unter einem Pseudonym, weil das Verbot bestand. Er sprach in seinem Werk Von der Unschuld im Indirekten, davon, dass das ein Angriff gegen Realismus und Naturalismus ist. Das Wort soll nicht als Transport von Inhalt gesehen werden, er ist also gegen direktes Erzählen. Dass er es mit Unschuld und Schuld verbindet, ist bemerkenswert. Es gibt aber auch sonst Kontinuitäten zur deutschen Vorkriegsliteratur, zb zum Expressionismus

13 6. Literatur als Gesellschaftskritik Man fordert auch Gesellschaftskritik von diesen Literaten. 7. Radikaler Neuanfang und problematische Kontinuitäten Die vielen Kontinuitäten, die noch vorhanden sind, werden einfach überspielt Urs Widmer sagte: So kahl war der Kahlschlag nicht. Die Kontinuität der Soldatensprache zeugte zb schon von den NS-Resten sozusagen. Ein weiteres Beispiel ist Der Ruf. Der ist eindeutig demokratisch ausgerichtet. Andersch zb veröffentlichte Artikel, die ein starkes Pathos des Neuen vertraten und kritisch zum bisherigen standen. Auf der Vokabularebene sieht man aber, wo der Pathos liegt und damit die Kontinuität: Das junge Europa formt sein Gesicht (1946) Notwendige Aussage zum Nürnberger Prozess (1946) Ein wichtiger Text von Andersch ist 1948 Deutsche Literatur in der Entscheidung. Im Text, der den totalen Neuanfang propagiert, gibt es eine Menge Elemente der NS- Rhetorik. Er spricht zb vom tiefsten Erlebnis, etwas war fanatisch, der Krieg als religiöses Erlebnis, die Ehre der deutschen Nation, die beste Eigenschaft des deutschen Volkes sind Tapferkeit und Tüchtigkeit usw. Man sieht also die Kontinuität von NS-Rhetorik und Werthaltungen. Die Aufsätze von Andersch machen auch die Tendenz zur Schuldabwehr deutlich, die JUNGE Generation wird eindeutig von der ÄLTEREN Nazi-Generation abgegrenzt. Getrennt von der älteren Generation durch ihre Nicht-Verantwortlichkeit für Hitler sagt er sogar. Zu bedenken ist, dass das nicht von Ex-Nazis geschrieben wurde, sondern von einem ehemaligen Kommunisten, der selbst im KZ war, also keineswegs konservativ eingestellt. Vielleicht war es strategisches Kalkül, um die Kriegsteilnehmer seiner Generation von seiner Meinung Demokratie zu überzeugen und ins Boot zu holen möglich wärs. A B S C H L I E ß E N D Z U R P O E T I K D E R TRÜMMERLIT E R A T U R : DIE A N F Ä N G E D E R GRUPPE 47 Das letzte Thema waren die Selbstreflexionsversuche, die Probleme, eine neue Sprache zu schaffen usw. Diesmal geht s um eine Institution, die aus der Situation der jüngeren Generation heraus entstanden ist: Die Gruppe 47 Gruppe 47 Diese Gruppe gründete sich im Zusammenhang mit der Kriegsgefangenschaft und dem Nachkriegsgeschehen. Sie vergab sogar Preise, 10 mal seit Es wurde der wichtigste deutsche Literaturpreis. Zwei Nobelpreisträger sind aus der Gruppe 47 sogar hervorgegangen: Böll und Grass. Der Beginn hängt eng mit der Zeitschrift Der Ruf zusammen. Ursprünglich war es die Zeitschrift für deutsche Kriegsgefangene in den USA und Teil der re-education. Hans Werner Richter und Wolfgang Andersch waren daran maßgeblich beteiligt

14 Richter lebte von 1908 bis Er war also nicht mehr ganz jung zu der Zeit. Er trat 1930 in die KP ein, 1932 wurde er ausgeschlossen wurde er dann zur Wehrmacht eingezogen, war er in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Später wird er wichtig als Literaturorganisator, obwohl er auch Autor war, aber nicht so erfolgreich. Andersch lebte von 1914 bis Ab 1930 war er Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes war er 6 Wochen im KZ Dachau inhaftiert, 1944 zur Wehrmacht eingezogen. Am 6. Juni 1944 desertierte er in Latium und begab sich freiwillig in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Vom Aufenthalt im KZ war er sehr traumatisiert, vor allem weil er Zeuge von Folterungen wurde. Im Herbst 1933 wurde er nochmal verhaftet und mit dem Tod bedroht, nach Verhören wurde er aber wieder freigelassen. Danach stieg er jedoch aus der Kommunistischen Partei aus. Die Desertation sieht er als Entscheidung zur Freiheit. Er schreibt sogar ein Buch darüber Die Kirschen der Freiheit Er war ein sehr aktiver Autor in der Nachkriegszeit und gab sogar intellektuelle Debatten als Buch heraus. Er galt als der makellose Antifaschist, dieses Bild wurde dann aber in den 90ern wacklig, als herauskam, dass er sich 1943 von seiner halbjüdischen Frau scheiden hat lassen, um eine Erlaubnis zu bekommen, zu Schreiben von der Reichsschrifttumskammer. Das führte dann zu einer wütenden Diskussion. Seine Frau und seine Tochter überlebten den Holocaust, und seine Frau weigerte sich auch, über ihren Exmann zu sprechen. Sie waren schon lange vor der Scheidung getrennt und er hatte eine neue Partnerin, aber trotzdem ist es eine heftige Entscheidung, mitten in der ärgsten Endlösung so ein Risiko für die Frau und sein Kind einzugehen. Andersch selbst äußerte sich nicht dazu. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft gründeten Richter und Andersch die Zeitschrift in der Heimat neu. Um die beiden sammelten sich schnell weitere Autoren, die auch aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden waren. Die Erfahrung der Kriegsgefangenschaft war wesentlich für sie. Die Zeitschrift unterlag ebenfalls der Zensur. Sie fand großen Anklang und erhöhte schnell von anfänglichen Exemplaren auf Es gibt ein Interview zur Gründung, was selbstverständlich interessant ist, man muss aber auch vor Zeitzeugenberichten vorsichtig sein, weil die Erinnerung meist verfälscht ist. Andersch und Richter waren sehr misstrauisch gegen die Parteien, die noch in der Weimarer Republik ihre Wurzeln hatten. Sie lehnten im Ruf die Kollektivschuldthese explizit ab, also dass das deutsche Volk im Ganzen schuld war, sowohl aktiv als auch passiv durch nichtstun. Der Hunger durch die Lebensmittelknappheit wurde von Andersch und Richter teilweise als Strategie der Alliierten ausgelegt, sie sahen die Besatzungsmächte als neue böse Macht gegen die Deutschen. Die Kritik am Ruf war daher, man würde noch immer bei ihnen das Nazi-Denken merken, wie eben in der Ablehnung der Kollektivschuld und der angenommenen strategischen Unterversorgung durch neue Feinde der Deutschen. Die ICD verbot den Ruf nicht, sondern hat einfach die Auflage reduziert. Es herrschte ja ohnehin Papiermangel und die Verlage bekamen nur Zuteilungen. Die Verleger hatten dadurch natürlich Einnahmeeinbußen, was zu einem Konflikt führte. Andersch und Richter kündigten dann 47, weil sie die Zensur nicht mehr akzeptierten wollten. Die Zeitschrift wurde bis 1949 weiter herausgegeben von andren, dann war es ganz zu Ende. Richter gibt sich damit aber nicht zufrieden und will bald eine neue Zeitschrift für die junge Generation gründen. Bald gibt es ein erstes Treffen, die Mitarbeiter werden aus dem Umkreis vom Ruf genommen, wie Schnurre und Eich. Der Stahlberg-Verlag lädt auch ältere

15 Autoren ein, der geplante Titel soll Der Skorpion sein. Es kommt beim Treffen zu einer scharfen Debatte zwischen der älteren und der jüngeren Generation und Richter möchte unter der jungen Generation unter sich bleiben. Im September lädt Richter daher eine junge Gruppe von Autoren und Journalisten zu sich ein, insgesamt 16 Personen. Teilweise kamen sie mit Partnerin. Es wird über das Projekt Skorpion diskutiert und gilt später als das erste Treffen der Gruppe 47, das Treffen am Bannwaldsee. Richter erzählte von diesem Treffen und lässt noch einen starken soldatischen Gestus erkennen. Er beschreibt alle als diszipliniert, ihre Haltung wird gelobt. Der Ablauf blieb 10 Jahre lang gleich: Richter hat den Vorsitz, ein Text wird vorgelesen und dann wird diskutiert. Der Lehrer spielt jetzt eine Erzählung von Schnurre vor, dass Gott gestorben ist und der Mann zum Begräbnis geht. Man sieht daran die schnörkellosen Sätze, viele Ellipsen, einige Sätze ohne Subjekt, den schnoddrigen Ton als Rest der Soldatensprache, rüde Umgangsformen zwischen den Protagonisten. Die Zeitschrift Skorpion erschien niemals, über die Probenummer Null kam man nie hinaus. Richter sagte, er hat von den Amerikanern keine Lizenz bekommen, dafür gibt es aber keine Beweise man weiß es nicht. Aus dem ersten Treffen entstand dann eben die Gruppe 47. Man traf sich ein-, zweimal im Jahr. Es gab keine eingetragenen Mitglieder sondern es kam wer von Richter eingeladen wurde, er war der Bestimmer. Es gab ein paar unausgesprochene Regeln: Es werden so gut wie nur unveröffentlichte Texte gelesen Nach dem Vorlesen ist Kritik möglich. Grundsatzdiskussionen sind verboten (keine Diskussionen zum Sinn von Literatur), was auch Nachteile hatte, weil theoretische und historische Diskussionen so unmöglich waren, nur das Handwerkszeug des Schreibens durfte kritisiert werden. Der Autor durfte sich nicht verteidigen gegen die Kritik, die Autoren meinten sie saßen am elektrischen Stuhl. Auch Richter setzte sich darauf und bekam schlechte Kritik, führte aber ohne merkliche Beleidigung die Treffen fort. Ab 1950 gab es eben den Preis, der aber nicht jedes Jahr vergeben wurde. Je länger er nicht vergeben wurde, desto gespannter war man bekam ihn Eich, Böll 51, Aichinger 52 und auch Bachmann und Grass bekamen ihn mal. Später kamen dann auch Literaturkritiker dazu wie Marcel Reich-Ranicki u.a. und aus den Treffen wurden immer mehr Medienspektakel. Die ersten Jahre nach der Gründung waren stark vom Zusammengehörigkeitsgefühl geprägt, man fühlt sich als Schicksalsgemeinschaft, die etwas wieder aufbaut. Es war männlich dominiert von Wehrmacht-Soldaten. Es ergingen keine Einladungen an Exil-Autoren, außer zwei. Auch jüdische Autoren waren nicht dabei, die Ausnahme war Paul Celan, der so kritisiert wurde, dass er es als traumatisch bezeichnete. Wolfgang Borchert Draußen vor der Tür Er starb sehr früh, sonst wäre er wohl auch Mitglied der Gruppe 47 gewesen

16 Das Stück beginnt mit einem Prolog, die Erfahrung, die darin wiedergegeben wird, ist die Erfahrung der Heimkehrer. Das Stück wurde sehr viel gespielt, zwischen 1957 und 1991 gab es über 120 Inszenierungen. Borchert hat das Stück im Januar 1947 in 8 Tagen geschrieben, da war er schon todkrank, da er sich im Krieg neben anderen Verletzungen eine Leberkrankheit zugezogen hat, an der er dann schließlich starb. Er war auch Schauspieler, er stellte auf Anfrage auch ein Manuskript vom Stück als Hörspiel her, deren Ausstrahlung viel Echo hatte. Auch wenn die Resonanz teilweise ablehnend war, hauptsächlich begeisterte es. Borchert wurde von den Hörern zum Sprecher einer Generation stilisiert, Theaterangebote kamen jetzt herein. Die Premiere war einen Tag nach dem Tod von Borchert, am 21. November 1947, gestorben ist er am 20. November. Dass er tot ist wurde vor dem Stück auf der Bühne verkündet und stehend Schweigeminuten abgehalten. Nach dem Stück gab es tosenden Applaus. Der Regisseur war Wolfgang Liebeneiner, einer der prominentesten Nazi-Film-Regisseure. Er drehte unter anderem einen Film über das Euthanasie-Programm positiv dargestellt. Er arbeitete zwischen 42 und 45 eng mit Goebbels zusammen. Dann war er Regisseur des paradigmatischen Anti-Kriegsstücks Draußen vor der Tür. Er dreht auch 1. April Das Buch selbst hatte über 90 Auflagen und wurde in viele Sprachen übersetzt. Paradigma einer Generation Was macht den Text zu einem Paradigma? Wieso hat er bis jetzt Identifikationsangebote, wieso ist er immer noch verwendbar bei Kriegssituationen? Schon die Liste der Protagonisten ist paradigmatisch für die Generation. Die Rollen werden mit kurzen Charakterbeschreibungen versehen, es gibt keine Namen, außer bei einer Figur, dem Beckmann, der aber keinen Vornamen hat. Exklusion / Außenseiterposition Besonders wichtig ist der Prolog. Der Mann kommt zurück nach Deutschland und schon der Titel zeigt deutlich, was nun sein Status ist: Exkludiert. Der Mann ist ausgeschlossen von der Gesellschaft, sogar nach seiner Rückkehr. Kurz vorm Ende wird der Prolog wiederholt, diesmal spricht ihn der Mann selbst. Die Exklusion wird in verschiedenen Episoden im Stück durchgespielt. Man will mit der rückkehrenden Generation im Land nichts mehr zu tun haben. Der Ausschluss wurde auch in den Untertitel mit hineingenommen: Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will. Obwohl Borchert da schon wusste, dass das nicht wahr war, gab er ihm diesen Titel, um die Ausgeschlossenheit nochmals zu betonen. Prolog im Himmel? "Vorspiel" und "Der Traum" Ein Beerdigungsunternehmer trifft sich mit einem alten Mann (Tod trifft Gott) in einer Szene. Gott, an den keiner mehr glaubt, spricht mit dem Beerdigungsunternehmer. Man sieht die Querverbindung zu Schnurre, bei dem Gott gestorben ist. Das ist aber nicht Ausdruck von Atheismus, sondern Zeichen einer Existenzkrise, man weiß nicht woran man noch glauben kann. Beckmann geht dann nach Hamburg und will sich in der Elbe ertränken. Damals hat man solche Selbstmorde oft gesehen, es war fast alltäglich. Suizid als alltägliche Aktion der

17 Kriegsheimkehrer, die nicht mehr weiterleben können in einer Gesellschaft, die sie nicht mehr hineinlässt. Die Elbe wird personifiziert und weigert sich ihn aufzunehmen. Dieser Selbstmord ist als Rückkehr in den Mutterschoß inszeniert. Die Frau hat einen neuen Mann nach den drei Kriegsjahren. Man sieht die betont vulgäre Sprache, den rauen Ton, der sehr direkt ist. Es gibt die Allegorie der Rückkehr in die Unschuldigkeit des Mutterleibs, die ihm aber verweigert wird. Gespenst des Krieges: Beckmann Beckmann versucht jetzt, seine Lebenswürdigkeit wiederzufinden. Sein Alter Ego begegnet ihm in Form vom Anderen. Sehr phrasenhaft versucht er, ihn vom Leben zu überzeugen. Den Namen Beckmann nahm Borchert von einem befreundeten Bildhauer. Beckmann ist die Verkörperung der Kriegstraumata der Nachkriegsgesellschaft. Er kommt kriegsversehrt zurück, voller traumatischer Erinnerungen, die Frau hat einen anderen, sein Kind lernte er nie kennen weil es gestorben ist im Krieg bei einem Bombenangriff. Er ist obdachlos und arbeitslos. Er ist die personifizierte Konzentration aller Traumata des Krieges. Er ist zwar ebenso typisiert wie die anderen Figuren, aber nicht ganz so stark. Er verkörpert das Kriegstrauma und sagt über sicht selbst, er ist ein Gespenst von gestern. Der Krieg ist ihm eingeschrieben, ist der Figur eingeschrieben. In fast allen Inszenierungen ist die Brille für Wehrmachtsoldaten gegen Gasangriffe das Symbol des Krieges, das er immer mit sich trägt. Es steht auch für seinen Blick, der vom Krieg geprägt ist. Andere Figuren sagen ihm, wer soll die Brille abnehmen, aber er tut es nur einmal. Er trägt auch innerlich eine Brille des Krieges. Beckmann ist die Identifikationsfigur für alle Heimkehrer, die sich missverstanden fühlen und perspektivenlos zurückkommen. Er scheitert an der Normalität, in die sich seine Mitmenschen schon eingefügt haben. Die Redeweise ist eben sehr schnoddrig, er heißt nur mehr Beckmann wie Tisch Tisch heißt. Schuld und Verantwortung An der Elbe, in die er sich stürzen will, wird er von einer jungen Frau eingeladen, zu ihr nach Hause zu kommen, um sich aufzuwärmen und zu trocknen. Er kriegt dann die Kleidung von ihrem im Krieg verschollenen Mann und nimmt somit dessen Stelle ein wie ein anderer das bei ihm tut. Es ist die Wiederholung dessen, was ihm angetan wurde. Er merkt das aber und versucht es zu verhindern, indem er die Kleidung auszieht. Das Stück ist ein Stationendrama. Die Figur erlebt aber keine kausal abfolgenden, sondern austauschbare Episoden, sie wird von Station zu Station geprügelt. Die Spannung resultiert aus dem Beginn, wo er sich umbringen möchte und es dann doch noch einmal probiert mit dem Leben. Es ist ein Bewährungsdrama, aber es geht um die Bewährung der Gesellschaft selbst, ob es sich noch lohnt, darin zu leben. Beckman sagt dazu von Anfang an, dass es nicht so ist. Beckmann selbst begeht die Schuld, die ihm auch angetan wurde, er ersetzt den Mann im Krieg bei der Frau, so wie er bei seiner ersetzt wurde. Er merkt das, als er das Gewand des Mannes anzieht

18 Die nächste Station ist die Familie seines Oberst (aus dem Krieg). Er dringt in das Haus ein wie ein Gespenst, und erschreckt die Familie, nur der Oberst bleibt ruhig. Die Familie sitzt gerade beim Abendessen, als wäre nie was gewesen. Beckmann kommt mit der Brille abgemagert herein und erzählt seinen Alptraum, der ihn dauernd plagt, worin es um einen riesigen blutenden General geht, der Xylophon spielt und nach Beckmann ruft (expressionistisch!). Zentral ist hier das Wort Verantwortung. Beckmann war im Krieg für 20 Männer verantwortlich, ein üblicher Befehl. 11 davon sind gestorben und jetzt fühlt er sich schuldig deswegen. Beckmann ist nun gekommen, um die Verantwortung an den Oberst zurückzugeben. Der Oberst nimmt das nicht ganz ernst, Beckmann erkennt, dass er keine Absolution erhalten kann und verschwindet wieder aus dem Haus, nachdem er Schnaps und Brot gestohlen hat. Er beschließt dann nach einigem Trinken, zum Kabarett zu gehen Kunst und Wahrheit Er geht dann zum Direktor des Kabaretts und stellt sich vor, und der Direktor meint, er komme gerade recht, er braucht eine Jugend in der Kunst, die das Aktuelle zum Thema macht. Als Beckmann dann ein Lied singt, kriegt er aber Angst und sagt, dass so ein Gespenst aus der Unterwelt nur die Leute ängstigen würde was seinem Anspruch vorher widerspricht. Genauso wie er hier die Jugend ankündigt, wurde das auch groß in der Literatur angekündigt, dass alles neu gemacht werde, und nichts wurde getan. Der Direktor bezeichnet Beckmanns Kunst als zu deutlich, zu laut, zu direkt, er meint es sei Wahrheit, aber keine Kunst und dass man sich nur unbeliebt machen würde mit der Wahrheit, die eh keiner hören will. Er sagt, seine Sprache ist zu sehr Plakat. Das zeigt plakativ den Widerspruch zwischen Kunst und Wahrheit. Die letzte Station und letzte Hoffnung für Beckmann ist die Rückkehr ins Elternhaus, um dort normales Leben zu finden und zurückkehren zu können. Er findet seine Eltern dort aber nicht mehr vor, jemand anderer wohnt dort, auf dem Türschild steht Kramer. Die Bewohnerin, Frau Kramer, erzählt ihm, dass ein Vater wegen lautstarkem Antisemitismus nach dem Krieg seine Arbeit und seine Wohnung verloren hatte. (In Wahrheit war man nicht so schnell so hart bestraft worden, muss schon sehr arg gewesen sein.) Deshalb haben sich seine Mutter und sein Vater umgebracht, und zwar vergast. Sie sagt dazu, sie hätten sich selbst so endgültig entnazifiziert. Beckmann ist über diese Gefühllosigkeit entsetzt. Die Frau redet bezeichnenderweise verharmlosend von der Judenverfolgung und meint nur, es war ein bisschen doll, das mit den Juden. Auch daheim gibt es also kein Auskommen für Beckmann, er wird konfrontiert mit einer Gesellschaft der Ja-Sager, die repetativ einfach weitermachen. Dann folgt der Schlussmonolog und schließt mit drängenden Fragen, die immer wiederholt werden und unbeantwortet bleiben. Er bringt sich aber nicht um. Die anderen Menschen stehen für die bürgerliche und aufgeklärte Gesellschaft. Beckmann prüft an jeder Station, ob noch gute Eigenschaften da sind, aber sie sind alle zerstört. Die Nachkriegsgesellschaft hat sich gut in der Gegenwart eingerichtet, zentral ist das Verdrängen der Verantwortung. Beckmann ist wie ein Gespenst, das dauernd auftaucht. Die ganze Menschheit wird im Stück angeklagt, was man auch aus dem Expressionismus kennt. Es werden unglaublich viele Wiederholungen verwendet, was die Dringlichkeit der Fragen ausdrücken soll, die Frage nach einer konkreten Aussage. Schlüsselwörter werden immer

19 wieder umkreist, die Soldatensprache unprogrammatisch eingesetzt. Es gibt ein starkes Pathos, das viele Bilder und Metaphern verwendet (zb die Wahrheit als Hure). Die Sprache der Zerstörung setzt sich in den Requisiten fort, wie in der Gasmaskenbrille. Es finden sich außerdem zahllose Adjektive und ästhetische Metaphern. Das ganze ist überladen mit Bildern, alles ist überdeutlich, das Ringen um Sprache ist stark zu merken. Das Stück trägt auch expressionistische Züge (Stationendrama, grelle Bilder). Die Einflussmächtigkeit des Expressionismus ist erklärbar damit, dass es die letzte Avantgardebewegung war, die in Deutschland noch rezipiert wurde und Anknüpfungspunkte für die Gesellschaft bot. Das Stück war ja in der Generation, an die es gerichtet war, unmittelbar erfolgreich. Das war nicht immer üblich bei Trümmerliteratur, die traf eher nicht den Mehrheitsgeschmack. Aber trotz des großen Erfolgs gab es in mehreren Zeitungen Kritik. Das Stück wurde zu einem programmatischen Stück in der späteren Rezeption, ein typisches Anti-Kriegsstück und Stück für den Pazifismus. Es macht die Kriegstraumata unglaublich präsent in der Figur und wurde jahrzehntelang rezipiert. Borchert revisited Nun kommen wir zu dem, was unser Motto in der Vorlesung ist: Wir machen einen Blick zurück und werfen einen zweiten Blick auf das Stück. Das tun wir anhand eines bestimmten Aufsatzes, der interessante Punkte aufwirft: Reemtsma, Jan Philipp: Generation ohne Abschied. Wolfgang Borchert als Angebot. Reemtsmas Thesen Der Autor sagt, dass er das Stück beim ersten Mal lesen sehr gut fand und begeistert war. Als er es später nochmals las, hatte er nur mehr ein ungutes Gefühl, weil er es mal gut fand. Also versuchte er mit einer genauen Re-Lektüre, der Stimmung nachzugehen, die das Stück schafft, dem aufdringlichen / eindringlichen Stil und der Naivität. Er sagt, der Text hat etwas unschuldig Hinterhältiges, er meint, die kindliche Anfangsfrage Wieso bist du nicht lieb Gott, würde dann durch die exakte Anklage aufgehoben. Die Anklage ist nicht mehr kindlich, aber dennoch wird die kindliche Naivität in Anspruch genommen. Es ist aber auch noch nicht erwachsen, daher nennt er es einfach nur pubertär. Der Text zeigt die Tendenz zu Selbstmitleid. Borchert produziert nach der Aussage des kritischen Autors mit der Serie von Fragen am Ende, mit der Serie von Fragezeichen und den vielen eindringlichen Wiederholungen nur eines: Kitsch. Standardisiertes Gefühl, reproduzierbare Phrasen. Das zeigt sich im überladenen Bild und in viel zu vielen Adjektiven. Was bedeutet das nun für die damalige Rezeption? Was heißt es, wenn deren programmatischer Repräsentant Kitsch produziert? Die damalige Gesellschaft empfand offenbar wie Beckmann Empörung, mit einer Situation zurechtkommen zu müssen, die man nicht selbst produziert hat. Beckmann reagiert mit pubertärem Trotz und Unverständnis, was die Verengung der Perspektive zeigt, was schon paradigmatisch für die Zeit ist. Der Heimkehrer empfindet eine narzisstische Kränkung, dass sich die Gesellschaft nicht mehr um den vorher so verehrten Wehrmachtssoldaten, der als Held gefeiert worden war während der Kriegsjahre. Es zeigt sich hier der Trotz und die Wehleidigkeit, die in

20 Deutschland damals allgemein diagnostiziert wurde von Besuchern. Diese Perspektive, man sei nicht verantwortlich für die aktuelle Situation, die anderen seien verantwortlich und man selbst aber nicht, ist im Text oft zu sehen. Man trennt zwischen der jungen nichtschuldigen Generation und der älteren schuldigen Generation. Was für einen Anteil die eigene Generation hatte, ist unwichtig. Dieses Bedürfnis, Verantwortung von sich zu schieben, ist verständlich, aber das im Text auszudrücken, ist schlicht leugnen, denn man hatte ja Verantwortung als Wehrmachtssoldat. Beckmann ja auch, und wie geht er damit um? Er gibt die Verantwortung an seinen Oberst ab ( Befehlsnotstand), man musste einfach tun was einem befohlen worden war, das ist keine Verantwortung. Das ist ein typisches Muster nach dem Krieg, um sich geschickt aus der Affäre zu ziehen. Laut Autor sind es die Anknüpfungspunkte die das Stück so erfolgreich machten. Also vor allem das Ablehnen der Verantwortung und die adoleszente Rekonvaleszenz, die kollektiv gewünscht wird. Daher rührte ein großer Teil des Erfolges, in der Möglichkeit der Entlastung des eigenen Gewissens und der Flucht in die Opferhaltung. Die Verantwortung, die Beckmann zurückgeben will, ist die Verantwortung für die elf gefallenen Soldaten nur was taten sie dort? Es war ein Angriffskrieg, die Soldaten schossen und töteten, viele sowjetische Soldaten. Im ganzen Stück sind aber nur deutsche Soldaten wichtig, nur dann ist der Tod ein Problem und nur dann ist es Schuld. Der kritische Autor möchte also einen Blick auf eine Gesellschaft erreichen, die sich selbst als kriegsfeindlich versteht und dennoch nur deutsche Opfer bedauert. Der Kitsch im Stil weist schon darauf hin, dass etwas nicht stimmt, es herrschte einfach eine falsche Haltung. Beckmann ist nur einer, dem Leid zugefügt wurde, keiner der Unrecht begangen hat und wenn doch, dann nur als passiver Befehlsträger. Diese Haltung kommt in einigen Stücken Borcherts heraus. Das Verbrechen der Wehrmacht im Russlandfeldzug war bekannt damals. Die Erschießung von Zivilisten, Frauen und Kindern in Massen und die Ermordung von zig Juden man musste das gehört haben, es stand sogar in den Zeitungen in den Berichten über die Prozesse. Die Öffentlichkeit wollte nur nichts davon wissen. Aber auch Borchert muss es gewusst haben. Die zweite Verdrängung ist die gegenüber dem Holocaust. Frappierend ist, wie gleichgültig man dem gegenübersteht, der Ermordung von Juden. Die Eltern von Beckmann haben sich vergast die einzigen, die in diesem Stück als vergast beschrieben werden, sind Deutsche. Beckmann kommt heim und erlebt, dass jemand anderer da wohnt eine Situation, die Juden genauso passierte, da ihre Wohnungen arisiert worden waren. Es gibt also sehr merkwürdige Verschiebungen im Text. Frau Kramer sagt sogar es sei wegen dem Selbstmord der Eltern Schade um das viele Gas, was damals ein fieser Witz über Juden war, und wieder bezieht es sich hier nur auf Deutsche. Es wird gesagt, die Massengräber der Welt sind gefüllt mit alten Nazis, die sich das Leben nahmen, 6 Millionen an der Zahl. Genau 6 Millionen Juden wurden im Holocaust ermordet das ist arg

21 K U R Z G E S C H I C H T E Böll sagte, nach dem Krieg war es total schwer, auch nur eine halbe Seite mit Prosa zu füllen. Modelle für einen Neuanfang Die Kurzgeschichte nach amerikanischem Vorbild wurde zentral für die Trümmerliteratur. Schon vor 1945 kannte man das Modell jedoch, schon 1886 wurde sie als kurze Geschichte, die einen kleinen Ausschnitt des realen Lebens darbietet. Relativ bald kam man auf die Übersetzung Kurzgeschichte von short story. Interessanterweise erschienen auch nach 1933 noch amerikanische Kurzgeschichten in Deutschland, zb Hemingway und Faulkner. Ab Kriegsbeginn und Kriegseintritt der USA war das natürlich wesentlich weniger. Nach 1945 wurde die Kurzgeschichte im Rahmen der Re- Education aktiv massiv gefördert. Sie kam aber nicht wie oft fälschlich behauptet erst mit den amerikanischen Besatzern nach Deutschland, da wurde es nur erst massiv verbreitet. Die Autoren der jungen Generation orientierten sich stark an amerikanischen Vorbildern der short stories und vor allem an den genannten Autoren. Die meisten waren ein Teil der lost generation, hatten also die gleichen Gefühle wie die junge Generation, es waren Heimkehrer. Am Zitat von Schnurre (Folie) sieht man typische Bilder der Trümmerliteratur, die Kurzatmigkeit der Epoche usw. Elisabeth Langässer äußerte sich zum Werk 1000 Gramm und kritisierte die meisten Texte dort und zwar für die Vernachlässigung der ästhetischen Funktion. Sie sagt also, es muss gerade in der kurzen Form die höchste Präzision geben, nicht nur den schnoddrigen und rauen Stil (stottern und bellen sagt sie). Böll wiederum sagt, diese Vereinfachung macht es viel klarer. Die Kurzgeschichte wurde von den Autoren der jungen Generation als Gegenform zum konventionellen Roman des Bürgertums empfunden, weg vom auktorialen Erzähler, weg vom Überblick und hin zum Ausschnitt. Die Nicht-Erzählbarkeit macht einen Roman unmöglich, aber auch die kurze Form zeigt die Schwierigkeit der Autoren, eine Sprache zu finden und die Erfahrungen zu beschreiben, zu erzählen (eine halbe Seite ist schon schwer, Böll). Die Schnörkellosigkeit der short story war ebenfalls sehr attraktiv, jeden Schnörkel wollte man abklopfen und knappe Aussagesätze sollten übrig bleiben. Der paradigmatische Autor für diesen Stil war Hemingway, der vertrat den Stil der Strenge, Sparsamkeit und Schlichtheit, Wahrnehmungen sollten bei ihm unmittelbar wiedergegeben werden (obwohl ohnehin nicht leistbar mit Sprache). Borchert - Biographisches Borchert wurde in Hamburg geboren. Er kommt aus einem gebildeten Elternhaus, seine Mutter war auch Schriftstellerin. Er veröffentlichte schon mit 17 Gedichte, brach die Schule ab und machte eine Buchhälterausbildung, arbeitete als Schauspieler und wurde dann zur Wehrmacht eingezogen. Er holt sich hier die Leberkrankheit, an der er ja dann auch stirbt. Außerdem wird er in Russland an der linken Hand verletzt. Der damals übliche Vorwurf der Selbstverletzung führte zu einem Prozess, in dem die dafür angesetzte Todesstrafe gefordert

22 wurde. Borchert konnte die Verletzung aber beweisen und wurde freigesprochen. Im Prozess aber wurden auch Briefe erforscht, die er geschrieben hatte und in denen er sich abfällig über Staat und Partei ausließ. Dafür wurde er schnell nochmal angeklagt und 6 Wochen in Haft genommen. Dann bekam er Frontbewährung, was bedeutete, dass er als Kanonenfutter an die Front geschickt wurde. Er kam dann zurück an die Ostfront, wobei seine Leberkrankheit kontinuierlich schlimmer wurde, bis er ins Seuchenlazarett kam. Bei einem Heimaturlaub wurde er dann denunziert, weil er Goebbels Hinken parodiert hatte vor Freunden, einer davon hatte ihn denunziert. Wieder wurde ihm der Prozess gemacht und er wurde verurteilt und verbrachte 9 Monate im Gefängnis, bevor er wieder Frontbewährung bekam, trotz seiner Krankheit. Er kam dann in Kriegsgefangenschaft, flieht aber und kommt nach Hamburg, da ist der Krieg dann aber schon zu Ende. Er arbeitet dann als Schauspieler, wird aber immer kränker und kann sich bald nur mehr im Bett aufhalten. Freunde zahlen ihm den Transport in die Schweiz, wo ihm durch mehr Essen und Behandlung geholfen werden soll. Letztendlich erreichen sie damit aber nur, dass er allein und traumatisiert in einem Bett im Schweizer Krankenhaus stirbt. Dass er ans Bett gefesselt war, hat wohl auch zu seiner Vorliebe für Kurzgeschichten beigetragen. Noch ein Nachtrag zu Draußen vor der Tür: Die Geschichte wurde verfilmt, vom Nazi- Regisseur Liebeneiner. Der Titel war Liebe 47, was für ein Stück voller Leid sehr seltsam anmutet. Kurzgeschichten bei Borchert Die Kurzgeschichten von Borchert haben ähnliche Widersprüche und blinde Flecke wie Draußen vor der Tür. Er beschäftigt sich stark mit dem Leid der Wehrmachtssoldaten. Es gibt eine Reihe von Texten, die in Lazaretten spielen, dem Ort wo das Leid der Soldaten am greifbarsten ist. Es geht meist um die Orientierungslosigkeit der Verwundeten, um die Unmöglichkeit, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren, um das Leid in der Nachkriegszeit, den Verlust Angehöriger, sehr oft wird nach der Mutter gerufen. Eine weitere typische Figur sind Kindern in den Trümmern, die natürlich besonders geeignet sind, die Zerstörung an Unschuldigen zu zeigen und wie sehr sie leiden, obwohl sie unschuldig sind. Ebenfalls thematisch sehr oft gezeigt werden die Schrecken des Krieges, eingeschrieben in den Körper der Heimkehrenden. Borcherts Texte sind voller Pathos, es gibt viele Aufrufe und Wiederholungen, es sind stark konzentrierte, pazifistische Texte, sie sollen das Leid des Krieges präsent halten und richten sich gegen das Vergessen. Dennoch findet man eben dieselben Mängel wie bei Draußen vor der Tür : Es gibt keine Nazis, nur deutsche Opfer, der Angriffskrieg wird nicht erwähnt usw. Insgesamt gibt es in den Texten immer wieder Ansätze, die Geschehnisse nicht aus der politischen Perspektive zu betrachten, sondern aus der Generationen-Perspektive. Das ist typisch für die Literatur damals und bewirkt eine Verschiebung des Blicks. Die junge Generation wurde von den Alten Verraten, in den Krieg gehetzt so wird es dargestellt. Eine Kurzgeschichte, wo sich diese Punkte gut zeigen lassen, ist zb An diesem Dienstag. Die Geschichte wird der Simultanitätsgeschichte zugeordnet. Es wird ein Dienstag zuhause parallel gesetzt mit einem Dienstag an der Front, mithilfe der Methode des cross-cutting. Kontrafaktisch wird Kriegspropaganda an der Heimatfront in Schulen zb gegenübergestellt mit dem Elend des Lazaretts und dem Sterben der Soldaten

23 Beispiel: Bleib doch, Giraffe Es gibt einen unvermittelten Einstieg, keine Details werden genannt und keine Namen. Die kurzen Sätze, einfache Hauptsätze die aneinander gereiht werden, Ellipsen und Einwortsätze sind typisch für Kurzgeschichten. Es erweckt alles den Eindruck man wäre atemlos, gehetzt. Die Dialoge werden reduziert aufs Minimum, man spricht kurz angebunden, direkt und stark zugespitzt. Der Ausschnitt einer Erfahrung aus der Nachkriegszeit wirkt äußerlich unscheinbar: Ein Mann trifft auf dem Bahnhof eine Frau, geht mit ihr heim, hat Sex und geht wieder. Die Außensituation, die immer wieder einfällt, scheint aber nicht dazu zu passen. Zweimal ist die Rede vom Ende der Welt, was sehr apokalyptisch wirkt. Bahnhöfe und Züge sind paradigmatisch für die Trümmerliteratur. Sie zeigen das Gefühl von Unstetigkeit, Rastlosigkeit, dass alles Abfahrtsorte sind und man weiterfahren muss. Der Bahnhof wird charakterisiert durch Dunkelheit, Nacht und Nebel. Das macht den Blick nach außen unmöglich und konzentriert die Perspektive auf das Innere. Die Dunkelheit kann man auch als Ausdruck des Inneren ansehen, im Inneren gibt es einen Schrei später wird das zusammengezogen zum Finsternisschrei. Es geht um den existenziellen Leidensschrei der Kreatur, als Ausdruck des Leidens. Die Angst droht das Individuum zu überwältigen. Damit ist die Gefahr des Ich-Verlusts gegeben, das Gesicht ist vom zerreißen bedroht und stellt die bedrohte Identität dar. In dieser Bedrohung taucht plötzlich das Mädchen auf, das ihn mitnimmt. Es will sogar, dass er bleibt. Er rennt aber gleich weiter. Giraffe wird er genannt wegen seiner körperlichen Gestalt, er ist lang und dünn. Er will nicht bleiben, sondern geht einfach weg, was seine Unfähigkeit zur zwischenmenschlichen Beziehung zeigt. Wir sind die Generation ohne Bindung und ohne Tiefe. Unsere Tiefe ist der Abgrund. Wir sind die Generation ohne Glück, ohne Heimat und ohne Abschied. (Generation ohne Abschied) Das Vergangene überblendet das gegenwärtige Geschehen immer wieder. Auffällig sind die Neologismen und Komposita, wie zb nachtleer. Starke Metaphern werden aneinandergereiht. Die Schreimetaphorik erinnert an ein expressionistisches Bild: Der Schrei. Auch sonst gibt es viele expressionistische Anteile in der Sprache. Die Trümmerliteratur ist angetreten, um alles ganz neu zu schreiben, greift aber dennoch immer noch auf Traditionen zurück. H E I N R I C H BÖLLS UNVERÖFFENTLICHT E R TRÜMMERROMAN: DER E N G E L S C H W I E G Heinrich Böll - Biographisches Böll wurde 1917 in Köln geboren. Er kommt aus einer betont katholischen Familie maturierte er, machte dann wie Borchert eine Buchhändlerlehre, die er aber nicht beendete

24 Er begann auch ein Germanistikstudium, konnte aber nichts mit dem Studieren anfangen wurde später aber dennoch Nobelpreisträger. Seine Familie war von Anfang an nationalsozialistisch eingestellt, Böll aber war skeptisch und widersetzte sich immer wieder einer Beförderung zum Offizier. Er wollte keine militärische Karriere machen. Er war mehrfach verwundet und krank. Am Ende landete er in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Er heiratete während dem Krieg und bekam Kinder nach dem Krieg, ein Sohn aber starb schnell, was ihn tief traf. Böll war Preisträger der Gruppe 47, später war er auch Mitglied, er war auch Präsident vom PEN-Club, hat 1972 einen Nobelpreis bekommen und war bei der Friedensbewegung wichtig. Der Engel schwieg - "ein beinahe singuläres Dokument " Es ist einer der Texte mit religiösem Bezug von Böll. Es ist ein beinahe singuläres Dokument zu den deutschen Zuständen damals wurde festgestellt. Der Roman beginnt am 8. Mai Der heimkehrende Protagonist entdeckt als erstes eine Statue eines Engels, die stark verstaubt ist. Er erweist sich als Engel Gabriel, das erste freundliche Gesicht zuhause erweist sich also als Täuschung und ist nur ein Kunstprodukt der Frömmigkeitsindustrie, Böll übt Kritik am oberflächlichen, heuchlerischen Christentum. Man merkt schon hier, die Heimkehr wird keine einfache sein, es wird kein Willkommen geben. Hans Schnitzler muss der Frau eines gefallenen Kameraden die Nachricht von dessen Tod bringen. Zuerst sieht er eben den Engel, dann geht er in den Keller des zerbombten Hospitals, tritt also in die Unterwelt ein sozusagen. Die Witwe stirbt dann ebenfalls. Bei der Beerdigung kommt wieder der Engel vor, ein Marmorengel der heruntergefallen ist und dessen Gesicht nicht mehr lesbar ist er schwieg. Der Roman ist stark als negativ gezeichnet, er ist repräsentativ für die neue Bundesrepublik der Engel wird noch tiefer in den Dreck gestoßen von einem Opportunisten. Der Roman ist die Geschichte eines Heimkehrers, kann man in großen Dimensionen sagen. Hans Schnitzler kommt nach Köln (Heimatstadt Bölls) heim. Es beginnt mit dem Bild einer brennenden Stadt im Hintergrund. Es herrscht das bedrückende Schweigen der Niederlage. Die Zerstörung ist überall, nur das wichtigste wird gesagt, nur über Notwendigstes gesprochen. Schnitzler wird als schwaches Gespenst mit schlackernden Armen bezeichnet, was stark an Borcherts Beckmann erinnert. Der Roman erfasst präzise viele Aspekte des Nachkriegselends. Auch die Schauplätze der Zerstörung werden sehr genau gefasst. Die zerstörten institutionellen Gebäude müssen immer doppelt gelesen werden, also zb die beschädigte Kirche als beschädigter Glaube. Was Enzensberger forderte, wird hier total eingelöst. Frisch schreibt das auch, er meint es kommt ein Urwald über die Städte, es wird ein menschenloses Gedeihen

25 Bölls Roman zeigt auch ziemlich genau, wie sich die Protagonisten da verhalten. Die Fensterläden bleiben geschlossen, man will das Elend gar nicht sehen. Schnitzler geht tagelang nicht aus dem Bett. Viele Leute finden sich zum Schlafen in ein Asyl ein, weil ihr zuhause zerstört wurde. Man bewacht eifersüchtig das bisschen Hab und Gut, erst wenn es dunkel wird, beginnt man zu kauen, damit ja keiner neidig wird und auch was will. Auffallend am Roman ist der nüchterne Ton, sehr kühl, mit starkem Blick auf Details und Äußerlichkeiten. Böll braucht keinen expressionistischen Gestus, keine aufgetürmten Metaphern und keine Anklagen gegen die ältere Generation. Bei Böll sieht man, dass sich die Menschen wie betäubt durch die Trümmerwelt bewegen, sie schlafen viel und verweigern sich der Realität. Böll bietet einen scharfen Blick auf die sinnliche Wahrnehmung, schon zeitgenössisch wird dieser Blick betont: Genau wird der Geruch von kaltem Rauch beschrieben, der Geschmack von Brot usw. Das Brot als zentrales Motiv kommt sowieso in vielen Geschichten damals vor, man kann auch religiöse Aufladung sehen. Die Frage des Schuldzusammenhang ist auch ein wichtiges Motiv bei Böll. Schnitzler wird kurz vor Kriegsende zum Tod verurteilt wegen Desertion. Schon vorher hat er sich oft vor dem Einsatz gedrückt. Er wird jetzt verurteilt, obwohl man schon wusste, dass der Krieg zu Ende geht. Der Geschichtsschreiber verhalf ihm dann aber zur Flucht, um ein weiteres sinnloses Opfer zu verhindern, wird dafür aber selbst verurteilt und erschossen. Schnitzler fühlt sich schuldig dafür. Immer wieder haben die Deutschen ihre eigenen Leute getötet, wird gesagt, der Kamerad, dessen Tod er verkünden soll, wurde eben auch von den eigenen Leuten getötet. Deserteure wurden lange als Feinde und Kameradenmörder angesehen, jetzt bekommen sie ein Denkmal in Wien. Der historische Kontext, auf den Böll anspielt, hat wichtige Bedeutung. Irrsinnig viele Todesurteile wegen Desertion wurden gefällt, sogar dann noch, als das Ende schon klar war. Die Hauptfiguren sind in ihrer Anzahl überschaubar, hauptsächlich sind es Traumatisierte des Krieges. Am Anfang fühlt sich Schnitzler um den Tod betrogen, wie Beckmann eben auch. Er sagt, er kann sowieso nicht mehr existieren hier, also zieht er sich ins Bett zurück, ist dann aber doch wieder interessiert, vor allem wegen der Frau, bei der er wohnt. Vor der Desertion war er lange mit gefälschten Papieren und wechselnden Identitäten unterwegs, um einem militärischen Einsatz zu entgehen. Das machte Böll in Echt auch, wäre er erwischt worden, hätte das als Desertion gegolten und er wäre erschossen worden. Ein Streit bei seiner Rückkehr in die Gesellschaft ist die Kirche. Schnitzler lernt einen hilfreichen Kaplan kennen, beichtet usw. Die Liebesbeziehung zwischen Regina und Schnitzler werden langsam entwickelt. Schnitzler hat einen Gegenspieler im DrDr Fischer, einem Goethist. Er ist ein rücksichtsloser Kerl, NSDAP-Mitglied war er ausopportunistischen Gründen, er plante eine Zeitschrift namens Das Opferlamm noch während der NS-Zeit und gab sie nach dem Krieg unverändert heraus wie geplant. Das Testament vom Kardinalshelfer wird Schnitzler von Fischer aus der Hand gerissen. Fischer ist auch derjenige, der am Ende auf dem Marmorengel steht und ihn in den Schmutz tritt. Wie die Figuren untereinander verbunden / aneinander gekettet sind, ist auch charakteristisch. Regina spendet für Geld für die Tochter von einem Reichen, von DrDr

26 Fischer, Blut, man sieht daran, dass Arme Blut spenden müssen um sich zu versorgen, das Blut der Armen war ein berühmtes Buch damals. Das Motiv des Aussaugens zeigt sich bei Böll sehr plastisch. In der Figur des Fischer hat Böll die Kritik an der Bundesrepublik konzentriert. Dieser weist einen Bettler von der Tür, macht sich über Helfende lustig und baut Machtbeziehungen auf. Er funktionierte im NS-Staat genauso wie in der BRD. Der Roman hat dennoch eine kleine Zukunftsperspektive, in Form der aufkeimenden Liebesbeziehung zwischen den Protagonisten. Diese wird sehr unpathetisch und nüchtern dargestellt, man ist keine Generation ohne Bindung, Hoffnung gibt es hier auch im Wiederfinden einer gewissen Variante des Katholizismus, verkörpert vom Kaplan: Caritas (Nächstenliebe). Am Ende steht aber DrDr Fischer, der sich auf den Engel stellt und ihn in den Schmutz drückt. Und der Engel schwieg. A R N O SCHMIDT: LEVIA T H A N O D E R D I E B E S T E D E R W E L T E N - U N D BRAND ' S H A I D E Die Erzählung "Wanderer, kommst du nach Spa " von Böll hat Ähnlichkeiten mit dem nun zu besprechenden Werk "Leviathan". Die Einleitung ist eine Erzählung über eine Fahrt über die Brücke, vor und nach dem 2. Weltkrieg. Die Brücke ist beschädigt, man weiß nicht ob sie sicher genug ist und deshalb wagen sich die Protagonisten nicht darüber. Leviathan Eine Gruppe Flüchtlinge hat einen abgestellten Zug wieder in Bewegung gebracht und will damit fliehen. Sie kommen über ein Viadukt jedoch nicht drüber. Die Geschichte endet ohne Bewegung - es geht weder zurück noch nach vor entstand die Geschichte, auf Telegrammformularen, wegen dem Papiermangel. "Levaiathan" ist ein Seeungeheuer aus der Bibel, außerdem der Titel einer staatstheoretischen Schrift von Thomas Hobbes. "Die beste der Welten" sagt, dass unsere die beste aller möglichen Welten ist. Das ist der Titel eines Buches von Leibnitz, also noch ein intertextueller Verweis. "Leviathan" ist ein wütender, grimmiger Text des Krieges über die Menschen, die den Krieg ermöglichten und in den Krieg rannten. Der Text beginnt mit dem 14. Februar 1945, dem Tag des dritten Bombenabgriffs auf Dresden. Eine Gruppe von Flüchtlingen möchte weg von diesem Ort, der nahe an der Front ist. Eine "Frau Anne Wolf" kommt immer wieder vor, der Name ist der einer Frau, in die Arno Schmidt verliebt war. Die Fahrt der Flüchtlinge geht nur schleppend voran, immer wieder unterbrochen durch Unglücksfälle. Der Hauptteil des Textes ist aber nicht die Fahrt, sondern die Reflexionen und Gespräche des Ich-Erzählers. Dieser ist sehr philosophisch, es gibt einen hohen Anteil an philosophischen Kurz-Traktaten über das Universum usw. Der Ich-Erzähler ist äußerst

27 gebildet und fühlt sich den anderen überlegen. Er gibt mit seinem Wissen an, um Anne Wolf zu beeindrucken. Er scheint das Wunsch-Alter-Ego des Autors zu sein. Zahlreiche Anleihen werden bei Schopenhauer geholt, einem Philosophen und existenziellem Pessimismus, hier durch zahlreiche erlebte Leiden im Krieg. Diese Leiden werden ins Universelle gewandt und die Erfahrungen im Nationalsozialismus verallgemeinert zu einem kosmologischen Problem. Die Figur ist weitgehend frei von affektiver Teilnahme am Leid der Deutschen, sie ist aggressiv, aber voller Witz und Humor. Denken, lesen und die Welt der Philosophie und Literatur sind die Welt, die der Protagonist der Realität entgegengesetzt. Er hat einen Brief von einem Soldaten in Berlin, der auf Englisch ist. Darin kommt das Motiv der Vergeltung vor: "they ask for it, they get it". Die Aufzeichnungen des Ich-Erzählers sind oft tagebuchartig, versehen mit Daten, aber sehr bruchstückhaft und nicht kontinuierlich. Es sind Aufzeichnungen in ein Heft, immer wieder gibt es Kommentare und Einschübe, sogar Kurzabhandlungen über philosophische oder gelehrte Dialoge. Selbst in existenzbedrohenden Situationen sind solche Dialoge wichtig. Die stakkatohafte, abgehackte Schreibweise ist der Versuch, radikal anders zu schreiben und keine Kontinuität zuzulassen. Es sind auch sehr stark Verweise auf andere Texte vorhanden, offene und versteckte Zitate. Die Hauptfigur ist ein starker Kritiker des Nationalsozialismus und der Kirche. Besonders die Kirche wird angeprangert, aber auch der anhaltende Nationalsozialismus der Deutschen wird kritisiert. In dem Gegenstand "Schienenwolf" oder "Schwellenheber" wird Schmidts Kritik konzentriert: Der Zug fährt und hinter ihm werden die Schienen wieder aufgerissen durch den Schienenwolf. Es ist die Theorie der verbrannten Erde, die hier praktiziert werden, eine irrsinnige Zerstörung. Der Zug der Flüchtenden hat auch hinten so ein Gerät dran, sie können es nicht runtergeben und zerstören so im Vorwärtsbewegen ihren Rückweg. Sie wollen aus dem Krieg raus und zerstören. Auch die Ermordung der Juden wird thematisiert und sogar der Todesmarsch erwähnt. Der Protagonist wird Augenzeuge von so einem Marsch und sagt "wehe!" - es wird noch Folgen haben sozusagen. Schmidt ist einer der wenigen Autoren, die den Genozid ausdrücklich erwähnten. Schmidt polemisierte auch ganz heftig gegen die Kirche, wegen der Zusammenarbeit mit der NS und noch längerer Tradition laut Schmidt. Im Text wird ein Kind von einer Granate getötet und der Pfarrer sagt nur "Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen. Gott sei gesegnet" erschien das Buch "Leviathan", solche Ausfälle wurden aber nicht von allen gutgeheißen. Es wird ein philosophischer, vom Krieg begründeter Nihilismus gezeigt, der um sich schlägt und der Pfarrer als Watschenmann kriegt alles ab wurde ein weiteres Werk herausgegeben, wo Kritik an Gott vorkommt, und zwar "Seelandschaft mit Pocahontas". Wieder gibt es eine Zugfahrt und auch die Polemik wird wieder aufgenommen. Die Zugfahrt ist zentral, der Protagonist sitzt gegenüber einer Nonne und denkt über die Bibel nach, gedanklich schimpft er immer wieder über die Kirche. Schmidt wurde wegen diesem Stück von einer Gruppe christlicher Buchhändler vor Gericht

28 gebracht, er war bettelarm und hätte ohne die Erlaubnis zu veröffentlichen, nichts gehabt. Das Verfahren wurde zum Glück eingestellt. Mit "Leviathan" meldete sich einer der eindrücklichsten Nachkriegsautoren zu Wort. Arno Schmidt - Biographisches Er hat zwar Abitur gemacht, aber nicht studiert. Dennoch hat er oft behauptet, studiert zu haben, es scheint ihm peinlich gewesen zu sein. Er verstand sich als Autodidakt, körperlich war er nicht sehr gesund, daher verbrachte er die meiste Zeit in Schreibstuben im Krieg. Am Ende kam er aber an die Front und in britische Gefangenschaft. Brand's Haide (1951) Der Text besteht aus drei Teilen: Blakenhof oder Die Überlebenden Lore oder Das spielende Licht Krumau oder Willst du mich noch einmal sehen Der Protagonist heißt Schmidt und kommt aus britischer Kriegsgefangenschaft. Er ist ein obdachloser Flüchtling, der in ein Flüchtlingsobdach mit zwei anderen Flüchtlingen kommt. Er trifft aber einen alten Mann, der aus dem Wald kommt und der sagt, man müsste Eltern, die immer noch Kinder in die Welt setzen, bestrafen, denn es gibt zu viele. man sieht den tiefgreifenden Pessimismus durch den Krieg, alle machen nur kaputt, es ist besser es gibt gar nichts mehr. Man sieht Schmidts scharfen Blick auf die Nachkriegsrealität, ein Stück Seife ist so wertvoll, den ganzen Tag ist man hungrig. Der Protagonist lebt in einer Baracke, typisch damals die erbärmlichen Bleiben. Die Baracke nennt er "das Loch". Man sieht oft Ähnlichkeit mit dem Gedicht "Inventar" von Aich. Eine Liebesgeschichte gibt es hier nicht, Lore hat sich in Amerika per Heiratsvermittlung angeboten und der Text endet mit einer melancholischen Abschiedsszene mit ihr. Was macht ein Schmidtscher Protagonist in so einer trüben Realität? Selbstverständlich sich mit französischen Philosophen beschäftigen. Er recherchiert und liest. Sogar in den ärgsten Notsituationen bleibt also die Literatur das Zentrum der Lebensexistenz, um das sich alles dreht. Intertextuelle Zitate schaffte Schmidt durch seinen legendären Zettelkasten, in dem er Ausschnitte und Zitate sammelte. Einerseits vertritt also die scharfe Anklage am Nachkriegsdeutschland, andererseits gibt es ein Gegenkonzept, den Rückzug in die Welt der Literatur, aber nicht um die Realität zu verändern oder zu verbessern, sondern um zu fliehen vor Chaos und Realität. Es wird ein äußerst elitärer Kunstbegriff bei Schmidt vertreten. Er ist gegen die NS-Volkskunst und "Kunst für alle", Schmidt sagt, die Leute haben sich gefälligst auf die Kunst zu zu bemühen und sich anzustrengen. Im Verlauf seiner Werke entwirft Arno Schmidt eine Art Gegenkanon, er zitiert und beschreibt vor allem unbekannte oder zweitrangige Autoren. Seine Figuren beschwören diese Autoren als Vorbilder. Von einem Literaturwissenschaftler wurden diese Autoren als Schmidts "literarische Hausgötter" bezeichnet

29 In Brand's Haide wünscht sich der Protagonist, als er einen Brief an J. G. Schnabel schreibt, ein Schiff, um wegzukommen. Die Beschwörung der Vorbilder passiert auf mehreren Ebenen. Der Titel "Brand's Haide" geht auf einen Ort in Fouqués Leben zurück, und auch in den Figuren gibt es Parallelen zum Leben von Fouqué, außerdem eine Reihe von anderen Bezügen und Mythen, zb der Alte im Wald. Wichtig ist, dass der scharfe Blick auf die Nachkriegsgesellschaft immer mehr zurückgeht, es gibt einen immer stärkeren Rückzug in die Literatur in seinen Werken. Diese elitäre Position wird ganz selbstbewusst behauptet, Kunst wird als Mittelpunkt angesehen. Die Kunst sind nicht Schnörkel des Lebens, sondern die Atemluft. Schmidt distanziert sich so von der amerikanischen Nachkriegskultur. Sein diskontinuierlicher Schreibstil erinnert an Joyce. Die Absätze sind einzelne Erlebniseinheiten, das erste Wort wird kursiv gestellt und etwas eingerückt. Die gesamte Schreibweise ist poetologisch durchdacht. Es gibt von Schmidt auch poetologische Essays, die er "Berechnungen" nannte. Er argumentiert, dass die Prosaformen dem 18. Jhdt. entstammen und man nicht nach 200 Jahren immer noch so schreiben sollte, man braucht ein neues Schreiben. er liefert die Berechnung zu einer poetologischen Schreibweise in Brand's Haide. Er sagt, man schreibt ja nicht flüssig von Morgens bis Abends, und das versucht er auch in den Absätzen wiederzugeben. Durch die Absätze sind Einstiche bzw. Tempo erkennbar, so wie auch das Leben kein Kontinuum ist, sondern ein Tablett voller Snapshots. Leben ist kein poetologisch fließendes Band. Die Postulate der Trümmerliteratur wurden von Schmidt ernster genommen als von den Autoren der Trümmerliteratur selbst. Nachtrag zu "Der Engel schwieg" - wieso wurde es nicht publiziert? Er vergaß bisher auf diesen Cliffhanger, also erklärt er es uns jetzt. Der Roman von Böll, der ein dunkles Panorama der Gesellschaft entwirft und die alten Opportunisten wieder an der Macht sieht (Dr. Fischer), endet mit dem Fischer der auf dem Engel steht im Sommer begann Böll dran zu schreiben, es zog sich über lange Zeit, in denen Böll finanzielle Not litt, er hatte ja nur abgebrochene Ausbildungen - was damit anfangen in einer zerstören Nachkriegsgesellschaft? Im August 1949 schreibt Böll in einem Brief "Wenn ich richtig ans arbeiten käme, wäre der Roman in drei Wochen fertig, aber die dauernden schweren Sorgen machen mich kaputt. Dauernd Geldsorgen, drei Romane angefangen und keinen fertiggebracht weil ich unterbrechen musste um arbeiten zu gehen". Kaum jemand konnte sich für die Zeit, die es brauchte um einen Roman zu schreiben, freimachen konnte, man musste ständig unterbrechen. Böll hat alles mögliche getan, u.a. in der Werkstatt seines Bruders mitgeholfen. Er hatte ja auch eine Familie zu versorgen. Böll dachte sogar daran, die Schriftstellerei aufzugeben und einen guten Beruf zu ergreifen um die Familie zu ernähren. Er hat dann in Diskussion mit seinem Verlag einige Vorschüsse bekommen, aber geringe gab er dann die erste Manuskriptfassung des Romans ab, der Verlag aber sagte so würde er es nicht drucken. Böll beginnt am Projekt selbst zu zweifeln und hört immer wieder auf dran zu arbeiten schickt er dann das überarbeitete Manuskript hin, der Verlag verlangt weitere Veränderungen, das geht so hin und her und im Juli gibt Böll auf, bittet um die Rücksendung des Manuskripts und gibt das Publikationsvorhaben auf

30 Der Verlagsführer war FDP-Politiker, was ihm wichtiger war als die Veröffentlichungen und die Werbung dafür, was Böll öfter kritisierte. Der Verlagsleiter wollte den Text zwar publizieren, aber Böll hatte zunehmend Zweifel, aufgetauchte inhaltliche Unstimmigkeiten usw. machten ihn unsicher. Andere Gründe sehen Böll-Forscher auch im Thema des Textes selbst. Bellmann sagte, der Roman war zu radikal, zu schonungslos in der Darstellung des Nachkriegselends, um es zu veröffentlichen. Aus der Korrespondenz geht das aber nicht hervor. Dennoch schloss Sebald sich dieser These an, obwohl es Hinweise gab, dass der Verlag den Roman veröffentlichen wollte, nur nicht in dieser Form. Böll hat gleich nach dem Scheitern des Romanprojekts diese poetologische Auseinandersetzung geschrieben, die schon öfter zitiert wurde, "Das Bekenntnis zur Trümmerliteratur". Bellmann interpretiert es eben so, dass er jetzt dadurch beginnt nachzudenken, wo er anstößt, was für eine Literatur er eigentlich schreibt usw. Auch aus ökonomischen Gründen hat Böll einzelne Kapitel herausgenommen und als Kurzgeschichten veröffentlicht, zb "Die Liebesnacht", "Die Postkarte", "Der Geschmack des Brotes" usw. Böll hat den gescheiterten Roman als Steinbruch benutzt und doch Geld damit zu verdienen. Diese Kurzgeschichte sind jetzt nicht unbedingt komplex, aber nur zum Ablenken taugen sie nicht. Auf jeden Fall konnte Böll damit ein bisschen Geld verdienen. Außerdem nahm Böll den Roman als Steinbruch/Ausgangstext für seinen Text "Sag kein einziges Wort". Der Roman wurde publiziert, übernahm ganze Passagen aus "Der Engel schwieg", inhaltliche Parallelen usw wechselt er dann den Verlag wegen Schwierigkeiten. Das Romanprojekt war in vielerlei Hinsicht bedeutsam für das Schreiben von Heinrich Böll und zeigt auch die Rezeptionsbedingungen der Trümmerliteratur. S T R E I T S C H R I F T E N Z U R D E U T S C H E N N A C H K R I E G S L I T E R A T U R : W.G. SEBAL D U N D KLA U S BRIEGLEB Zwei Streitschriften zur deutschen Nachkriegsliteratur sollen jetzt also besprochen werden. In den letzten Jahren wurde in der Literaturwissenschaft eine neue Perspektive auf die Nachkriegsliteratur geworfen, man hinterfragte die Literatur jetzt auch kritisch. Zwei der erfolgreichsten Beiträge, die diesen Blick mitkonstruiert haben, sind eben die heutigen Autoren. Es geht also um Streitschriften / Polemiken. Beide Texte sind sehr spezifisch, genaue Lektüren, präzise Auseinandersetzungen, zeitweise sehr polemisch um-sichschlagend mit Wertungen, so auch zu lesen. W.G. Sebald ( ) Auch "Max" genannt, weil "Winfried Georg Maximilian Sebald". Er wurde im Krieg geboren, am 18. Mai Somit wird ihm vorenthalten, was vor ihm passiert ist, im Krieg, weil er nichts wirklich mitbekommt. Es kommt ihm vor, als wäre es ein dunkles Geheimnis, über das keiner mit ihm reden will. Diese Unruhe verinnerlichte er stark und setzte sich daher mit Holocaust und NS auseinander. Er war Literaturwissenschaftler, studierte Germanistik. Er war Professor für Literatur an einer britischen Universität und kam tragischerweise bei einem Autounfall ums Leben

31 "Die Beschreibung des Unglücks. Zur österreichischen Literatur von Stifter bis Handke" vom Jahr 1985 ist eine der wichtigsten Bände. Er beschäftigt sich stark mit öst. Literatur. Das Schreiben wandte sich bald der Literatur zu, essayistische Texte, Fiktion hält er an der Uni Zürich eine Vorlesung mit dem Titel "Luftkrieg und Literatur", die ein großes Aufsehen verursachen hat er die Vorlesung als Buch veröffentlicht, in dem er schon auf die ersten Reaktionen antwortet. Die Vorlesung entsteht aus dem Unbehagen wegen dem blinden Fleck der Kriegsjahre, dem Schweigen der Nachkriegszeit. Er sagt, die Zeit wurde nie weitergegeben an die Generation und die Literatur danach. Die Redefinition ihres Selbstverständnisses war für die Autoren, die blieben, wichtiger als die Darstellung der Realität um sie herum - die Nachkriegsliteratur beschäftigte sich laut Sebald mehr mit ihrer Selbstdefinition als mit der Realität, die um sie ist. Sebald sagt, man wollte unbedingt schreiben und sich neu erfinden, um sich nicht mit dem Vergangenen auseinandersetzen zu müssen. Sebalds Thesen folgen jetzt in 12 Punkte zusammengefasst. Als Ausgangspunkt liest er die Einleitung des Buches von Sebald vor. "Es ist schwer, sich heute eine auch nur halbwegs zureichende Vorstellung zu machen von dem Ausmaß der während der letzten Jahre des zweiten Weltkrieges erfolgten Verheerung der deutschen Städte und schwerer noch, nachzudenken über das mit dieser Verheerung verbundene Grauen. Zwar geht aus den Strategic Bombing Surveys der Allierten, aus den Erhebungen des Bundesamts für Statistik und anderen offiziellen Quellen hervor, daß allein die Royal Air Force in Flügen eine Million Tonnen Bomben über dem gegnerischen Gebiet abgeworfen hat, daß von den 131 teils nur einmal, teils wiederholt angegriffenen Städten manche nahezu gänzlich niedergelegt wurden, daß an die Zivilpersonen in Deutschland dem Luftkrieg zum Opfer fielen, daß., doch was all das in Wahrheit bedeutete, das wissen wir nicht.(s.11f). Die in der Geschichte bis dahin einzigartige Vernichtungsaktion ist in die Annalen der sich neu konstitutierenden Nation nur in Form vager Verallgemeinerungen eingegangen, scheint kaum eine Schmerzensspur hinterlassen zu haben im kollektiven Bewußtsein Der Ausgangspunkt ist also die Zerstörung und die Wahrnehmung dessen - wie ging das ins kollektive Bewusstsein ein? Bis heute ist die Zerstörung durch die Alliierten als neonazistische Rachestrategie verteidigt worden, "Dresden ist wie Ausschwitz" - legitimistischer Diskurs also, der stark präsent ist bis heute. Sebald kommt von der anderen Seite, er will keine Aufrechnung Holocaust - Bombardements, er will nur wissen, wie sich ein Land konstituieren kann, wenn es über so eine Geschichte nicht redet und ein Tabu darüber legt. Sebalds Thesen zu den Folgen der Zerstörung 1. These Sebald sagt, es wird eben nicht besprochen, nicht thematisiert. Er sagt auch "man hat den Eindruck, es geht um ein schandbares Familiengeheimnis". Er sagt, auch die Trümmerliteratur hat sich nicht objektiv damit auseinandergesetzt sondern hat an der allgemeinen Verschleierung partizipiert. Deshalb wird laut Sebald auch Bölls Roman abgelehnt, weil eben das Entsetzen so deutlich ist

32 Er sagt, bezeichnend ist auch die Konzentration auf den Wiederaufbau, der irrsinnig rasant ging. Er findet das starre Vorwärtsblicken verdächtig, besonders dass es noch schöner als es war aufgebaut wird. Diese Energie, mit der aufgebaut und nach vorne geblickt wurde, hat laut Sebald mit dem Tabu zu tun, mit den "in den Staatsboden eingemauerten Leichen". Der Wiederaufbau hat auch materielle Gründe, die Wirtschaft erstarkte schnell, was auch damit zu tun hatte dass die neu aufgebauten Fabriken ganz neu ausgestattet waren, eine Innovation die sonst nicht stattgefunden hätte. Sebald sagt aber, die eigentliche Energie war nicht materiell, das rasche Aufbauen hat viel mehr mit dem Vergessen/Verdrängen der Leichen der Bombenangriffe zu tun als mit dem Wunsch nach dem Aufbau einer Demokratie. Wenn man sich die Zerstörung ansieht, hätte eigentlich eine tiefe Depression über Jahre hinaus kollektiv folgen müssen, dem war aber nicht so. 2. These Sebald kritisierte, dass es keine öffentlichen Auseinandersetzungen mit dem Geschehen gab. In England zb gabs diese Debatte, man kritisierte, dass man Städte angriff, mit denen man klar zivile Opfer akzeptierte, in sogar, also nicht nur militärische Ziele. Ziel war es klar, die Kampfesmoral zu brechen, die Leute zu demoralisieren. Das hat aber durch die Hitler- Propaganda nicht funktioniert, weiter wurden Leute in den Krieg gezerrt und zum Kämpfen motiviert. "zum irgendwie Unwahren der Augenzeugenberichte" 3., 4., 5. These Sebald sagt, die Augenzeugenberichte wirken irgendwie unwahr, weil sie so stereotyp sind, dass sie nicht real wirken. Außerdem kursierten zahlreiche unwahre Geschichten, die auch noch längere Zeit danach kursierten und man nicht von echten unterscheiden konnte. Sebald spricht aber nicht nur über den Inhalt, sondern vor allem über die Sprache. Die Funktion der stereotypen Wendungen ist es laut Sebald, die unbegreiflichen Erlebnisse in Worte zu fassen. Die Berichte der Augenzeugen sind also nur von bedingtem Wert, man muss es durch objektive Quellen ergänzen. Das Fassungsvermögen der Menschen ist einfach überstiegen mit solchen Erlebnissen. Die Aufgabe, über die stereotypen Äußerungen hinaus zu gehen, sollte jetzt eine Aufgabe der Literatur sein zu fassen, was da passiert ist, über die stereotypen Beschreibungen hinaus. Angesichts solcher Beschreibungen, kann man sich gut vorstellen, dass die unmittelbare Reaktion der Bevölkerung verstummen, wegschauen war. Was Sebald irritiert, ist, dass auch die Literatur wegschaute und verstummte, obwohl sie zeitlich versetzt ist und der Unmittelbarkeit des Eindrucks damit enthoben. Durch diese vielen Leichen unter den Trümmern musste eine riesige Parasitenplage entstehen, ein Verwesungsgeruch muss geherrscht haben, ein hygienisches Problem war wohl unvermeidbar. Darüber wird aber kaum gesprochen, man findet kaum Beschreibungen darüber. Sebald findet hier eine Art Scham darüber, dass die Deutschen, die als "reines" Volk bekannt waren, jetzt in dieser Ratten-Fliegen-Maden-Welt lebten, mit dem

33 Verwesungsgeruch. Kaum je findet man es angesprochen, lediglich in "Nachts schlafen die Ratten doch" von Borchert, wo aber auch Seuchen nicht das Thema sind. Sebald zitiert Hans Erich Nossak als wichtigen Berichterstatter. Nossak schreibt, dass das Abtransportieren der Leichen durch Sträflinge durchgeführt werden musste. Die Trupps, die in Hamburg in diese Luftschutzkeller geschickt wurden, mussten sich den Weg oft mit Flammenwerfern bahnen, weil so viel Ungeziefer entgegenkam. Ratten, Fliegen, usw. Nossaks Bericht ist aber eine Ausnahme, er beschreibt den Tod, den Geruch, das Summen der Fliegen, die ja überall vorhanden waren - weitgehend aber wurde geschwiegen. zu "metaphysischem Schwindel" vs. "Präzision und Verantwortung" These 6 und 7 Sebalds Analyse der Augenzeugenberichte konstatiert ein Wegschauen. Die Analyse der Literatur konstatiert ein sehr geringes Auseinandersetzen und wenn, dann eher keine adäquate Gestaltung. Er sagt, Autoren wie Nossak (schrieb zwei Texte "Nekya" und "Der Untergang"), Mendelssohn, Hermann Kasack und Schmidt haben durch Abstraktionskunst und poetischen Schwindel den Schrecken zum Verschwinden gebracht. Kasack zb versucht eine Art Sinndeutung, die Toten sind abgetreten, damit etwas Neues entstehen kann, Platz für Neues ist. Eine ähnliche Sinndeutung passiert bei Nossacks "Nekya". Das Gegenbeispiel ist dann das Ideal des Wahren, unprätentiöse Sachlichkeit, die einfach beschreibt was da los war, damit es für spätere Generationen zur Verfügung steht. Sebalds Position ist, dass erst in der dokumentarischen Literatur die konkrete Beschreibung stattfand und man erst da zu sich kam. Die wenigen Texte, die Sebald für adäquat befand, sieht man hier (Folie). Hier sieht er das Wahre am ehesten umgesetzt. Immerhin erkennt er an, dass sich die inadäquaten Texte mit dem Thema auseinandersetzen, er stempelt sie aber als inadäquat ab. Sebald sagt über Schmidt zb, es ist nur ein Wort- und Sprachbastler, der sich der Dramatik des Geschehens nicht bewusst ist. Auch wenn das oft der Fall sein mag, ist die Kritik schon sehr drastisch. Am schlechtesten findet er den posthum veröffentlichten Roman von Medelssohn. Dass aus der Zerstörung eine Sprachartistik gebastelt wird, ist nicht berechtigt, sagt er. zu den Reaktionen These 8, 9, 10 Es gab eine heftige Debatte nach seinen Vorlesungen, in seinem Buch geht er darauf ein, also auf die Reaktionen. Er meint, dass er in den Reaktionen festgestellt hat, dass man sich als Nachkriegsgeneration kein Bild machen könnte vom Krieg, nur durch die Texte. Sebalds Bilanz daher, ist:,dass es noch immer nicht im öffentlichen Bewusstsein ist These 11 und 12 Die bemerkenswerteste Entdeckung, die durch Sebalds Vorlesungen gemacht wurde, war der Roman von Gert Ledig: "Vergeltung". Er wurde durch die Vorlesungen neu aufgelegt und

34 wiederentdeckt. Sebald sagt, es gibt zwar Texte darüber, die aber weitgehend verschollen sind und nicht in den Kanon aufgenommen wurden, um eben das Verdrängen aufrechtzuhalten. Gegenargumente Die Debatte um die Vorlesung hat nicht nur eine Reihe von Entdeckungen hervorgebracht, sondern auch eine Reihe Gegenargumente. Hage sagt, die Lücke, die nicht nur von Sebald empfunden worden ist, war eher eine Lücke der Rezeption als der Produktion. Also die Texte wurden geschrieben, aber nicht gelesen. Solche Texte werden wir dann den Rest der Vorlesung lang besprechen. Sebald sagt eben, dokumentarisch ist die einzige adäquate Form für Texte, damit schließt er aber andere Textarten aus. Eine andere Entgegnung, von Klaus Haprecht, sieht das anders, er sagt, angesichts dem, was die Deutschen Europa angetan haben, ist das Schweigen ein Schweigen der Scham, und damit adäquat und angebracht. Haprecht ist aber der einzige, der das so sieht, die meisten Autoren sagen man kann den Phänomenen nicht mit Schweigen begegnen. Ein weiteres Argument gegen Sebalds Sicht ist, dass er nur die BRD ansieht, in der DDR war das ja anders, zb hat man der Bombardierung Dresdens in regelmäßigen Gedenkfeiern gedenkt. Beschrieben wurde die Bombardierung als "angloamerikanischer Angriff" - was zwar stimmt, aber problematisch formuliert wird und sich er KEINE adäquate Gedächtniskultur zeigt. Hage hat aber recht damit, dass man sehr wohl einiges gefunden hat, das sich damit beschäftigt, was eben nur nicht rezepiert wurde. Zwei davon hören wir nächstes Mal, die Texte von Nossak und Ledig. Wir schauen dann, wie sie dem Anspruch Sebalds an die Literatur genügen. Klaus Briegleb Seite Streitschrift "Mißachtung und Tabu" war die zweite wichtige Provokation der Nachkriegsliteratur. Er fragt, wie antisemitisch die Gruppe 47. Auch er wirft vor, dass etwas nie ausgesprochen, nie in Worte gefasst wurde. Briegleb war ein Literaturwissenschaftler aus Hamburg, mittlerweile eremitiert. Er fragt, welche Dynamiken bestimmte Sichtweisen ausgelöst haben und wie das funktionierte. Zb stellt er die Frage, wie man mit jüdischen Emigranten umging, usw. (Folie) Manche Autoren machten zb von ihrem Judentum kaum Aufhebens während ihrer Zeit in der Gruppe 47, bei Celan und Kesten wurde das zum Problem. "Landser" ist etwas vulgär für "Soldat", es klingt abfälliger. Briegleb fragt jetzt, warum die heimkehren, ohne kritische Debatte über jüdische Tote. Grundsatzdebatten waren ja verboten in der Gruppe 47, Briegleb vermutet dahinter nicht den Versuch, Einigkeit zu erhalten, sondern er glaubt, es geht darum, sich nie dem Tabu zu nähern. Das Tabu betrifft den Holocaust, das ist der nicht-ausgesprochene Punkt, die leere Mitte. Brieglebs Thesen

35 Zentral ist die Erkenntnis, dass niemand ein Wissen aus dem Krieg mitgebracht hat, das den "anderen" Krieg, also die Vernichtung gegen die Juden, betraf. Das Wissen um den deutschen Vernichtungskrieg ist nicht mit den Heimkehrern heimgekehrt. Briegleb sieht das Verhalten der Gruppe 47, die die "Shoah" ausblendete, auch als verpasste Chance. Man hat die Erfahrungen der Remigranten nicht haben wollen, weil sie ein anderes historisches Gedächtnis hatten. Das ist ein Weg der Verdrängung, der Ausgrenzung. Man hätte so ein ganz andres Zukunftsbild Deutschlands haben können. Der Antisemitismus, der nun herrscht in Deutschland, ist viel versteckter und zielt nicht auf einen Vernichtungskrieg ab. Briegleb geht eben oft auf Texten aus "Der Ruf" ein, wo Autoren schreiben, dass sie "geläutert" aus dem Krieg kommen. Briegleb belegt, wie sich die Generation durch diese Läuterung im "Stahlbad" reinwäscht und sagt, wir sind geläutert und haben damit nichts zu tun. Brieglebs Buch verfolgt die Geschichte des versteckten Antisemitismus der Gruppe 47 bis in die Gegenwart hinein. Auslöser ist eine Veröffentlichung von 2002, so Marcel Reich-Ranicki (jüdischer Kritiker) versteckt als Hauptfigur von Martin Walser im Roman dargestellt wird und getötet, er ruft eine jüdische Gemeinde auf, endlich mit dem Vorwurf und dem ständigen Holocaust-Gedenken aufzuhören. Briegleb fragte sich dadurch, woher solche Reflexe kommen, bei Autoren, die nicht gerade als rechts-außen gelten sondern eher als Gewissen der Generation. Briegleb findet eben die Formierungsphase des Reflexes in den Jahren 46/47, in der Zeit der Entstehung der Gruppe 47, wo eben ein Tabu konstruiert wird, das die gesamte Lebenszeit der Autoren anhält. Von der Befreiung Deutschlands vom Faschismus als "Zusammenbruch" zu bezeichnen, ist sehr paradox, die Deutschen sind vom Schicksal geschlagen worden sozusagen. Das stellt Briegleb aus und weist darauf hin. Die scharfe Kritik von Sebald und Briegleb trifft viele wichtige Punkte und zeigt, wie wichtig ein zweiter Blick auf die Nachkriegsliteratur ist, wie wichtig es ist, "revisited" nicht zu vergessen. Wichtig ist aber nicht nur ein neuer kanonischer Blick, sondern auch ein Blick auf Texte, die vergessen waren, nicht in den Kanonen fallen und nicht rezipiert wurden. Genau mit solchen Texten beschäftigen wir uns daher nächstes Mal - wir schauen dorthin, wo bisher nur wenige hingeschaut haben. V E R S C H O L L E N E O D E R V E R G E S S E N E WERKE: N O S S A C K (DE R UNTE R G A N G ) U N D L E D I G (VE R G E L T U N G ) Heute geht es um noch nicht so rezipierte Texte hält Sebald ja die Vorlesung Luftkrieg und Literatur, die zu eifrigem Wühlen und Forschen nach Literatur führte. Die wichtigsten Thesen von Sebald waren, dass die Vernichtung der deutschen Städte durch konzentrierte Luftangriffe kaum Schmerzspuren im kollektiven Bewusstsein hinterlassen hat, dass die meisten zeitgenössischen Quellen die Erfahrungen nur unzureichend wiedergeben oder von sprachlichen Schablonen geprägt sind und daher irgendwie unwahr wirken und die Berichte der Augenzeugen daher nur von bedingtem Wert sind. Wir brauchen also zur Ergänzung ein synoptisches Bild

36 Sebald entwickelt dann ein Modell, wie eine adäquate Bearbeitung des Themas aussehen soll: Es geht um das Ideal des Wahren, um Präzision, Verantwortung und Authentizität. Der Text, der ihm hier modellhaft vorschwebte, ist Alexander Kluges Luftangriff auf. Die Reaktionen auf seine Vorlesungen waren enorm. Es gab Kritik und Zweifel, aber auch viel Zuspruch und Reflexion. Die Literaturwissenschaftler suchten daher Texte und fanden vor allem vergessene. Nossack wurde dadurch wirklich aus der Versenkung gerissen. Hans Erich Nossack Biographisches Er wurde 1901 in Hamburg geboren und starb 1977 dort. Er kam aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, hatte aber ein ambivalentes Verhältnis zu seiner Herkunft. Er trat zweimal in die Kommunistische Partei ein, arbeitet aber bei einer Bank. In den 20ern gab es erste Schreibversuche. Die NS merkte, dass er eine Nähe zu Kommunisten unterhielt und er bekam Schreibverbot und musste eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen, man fand aber nichts Belastendes, daher gab es keine Verhaftung wurde er in Hamburg nicht eingezogen, weil er leicht behindert war. Seine Wohnung brennt ab und damit seine Manuskripte. Ab 1956 war er freier Schriftsteller. Er gilt als Außenseiter des Literaturbetriebs, obwohl er zu Lebzeiten sehr geachtet war und 1961 sogar den Büchner- Preis erhielt. Er war auch Mitglied der deutschen Akademie der deutschen Dichtung usw. Er produziert viele Texte, mit seinem Tod waren sie aber fast vergessen. Nikia ist neben dem Untergang bedeutsam. Seit seiner Kindheit ist Nossack ja gehbehindert, weshalb er nicht zur Wehrmacht eingezogen wurde. Er hat daher eine andere Erfahrung in der Kriegszeit gemacht. Seine Literatur ist aber stark von der Katastrophe geprägt, Pathos ist ihm fremd. Nossack hat im Unterschied zur Gruppe 47 auch jede Tagesaktualität abgelehnt und ging im Text nicht darauf ein. Was auch eine wichtige Rolle für sein Schreiben spiele, waren mythische Bezüge. Nossack war Augenzeuge des Luftangriffs auf Hamburg und hat das mehrfach literarisch verarbeitet. Zuerst erschien bei ihm ein fiktionaler Text, Nekia. Bericht eines Überlebenden. Er erschien 1947 und beschreibt nicht unmittelbar den Luftangriff, sondern beschreibt ein postapokalyptisches Szenario: Eine Gruppe überlebt die Katastrophe. Es hat eien starke mythologische Dimension. Schon der Titel Nekia ist aus der Odyssee und bedeutet Totengesang. Nossack wurde von Sebald stark kritisiert und sagt, der deutet einen Sinn hinein in die Katastrophe mittels Mythologie und nutzt die Katastrophe nur aus. Der Untergang Der Untergang ist kein fiktionaler Text, sondern ist als Bericht untertitelt. Es ist ein Augenzeugenbericht laut Hans Erich Nossack verkündet der Titel. Laut den Aufzeichnungen wurde der Bericht im November 1943 geschrieben, der Angriff war im Juni, aber erst 1948 erscheint der Bericht erstmals veröffentlicht in einem Sammelband. Dann wurde der Text immer wieder neu aufgelegt. Worum geht s in Der Untergang? Es ist kein Roman, keine Fiktion, sondern ein Bericht über die Erlebnisse von Nossack und seiner Frau. Er schreibt, sie waren zufällig gerade für 14 Tage außerhalb von Hamburg in den Ferien, sie waren zwar weit weg von Hamburg, aber mit Blick auf die Stadt. Von dort aus wurde Nossack Zeuge des Geschehens. Der Text ist den psychischen Auswirkungen der Katastrophe auf die Überlebenden gewidmet

37 Nossack sagt, er fühlt sich berufen, eine dokumentierende Funktion einzunehmen, obwohl sich das Geschehen kaum in Worte fassen lässt. Es soll aber dennoch nicht verloren gehen. Nossack hat eine privilegierte Perspektive, er aber meint, er ist zwar sicher körperlich, aber dafür sieht er das gesamte Ausmaß des Angriffs, die Betroffenen nicht. Nossack belässt es aber nicht bei der eigenen Erfahrung, sondern recherchiert und spricht mit anderen über ihre Erfahrung. Der Text kann aber nicht auf literarische Mittel verzichten. Die Theatermetaphorik ist über die Erfahrung gestülpt, er schreibt von einer vom Schicksal zugewiesenen Rolle usw. Problematisch an der Theatermetaphorik ist, dass es dadurch so schicksalhaft aussieht, als wäre alles schon vorgeschrieben. Immer wieder sieht man rhetorische Unsagbarkeitsgesten im Text, die das ganze Werk durchziehen. Es tauchten unglaublich viele Gerüchte auf in den Tagen nach der Katastrophe, viel Unwahre ist dabei. Die Presse instrumentalisiert den Luftterror für die Propaganda und ruft nach Vergeltung. Ab dem Zeitpunkt, wo der Angriff vorbei ist und Nossack das Danach beschreibt, schreibt er aus der Wir -Perspektive, aus dem Blick der Überlebenden im Kollektiv. Nossack und seine Frau haben beim Angriff Wohnung und die gesamte Habe verloren. Die Einschätzung Nossacks bezüglich der Schuldfrage ist interessant. Der Angriff bedeutet einen Bruch, es gibt ein davor und ein danach in der Biographie der überlebenden Individuen, dazwischen ist ein unglaublicher Abgrund. Der Angriff wird als erwartet beschrieben, weil so viel angerichtet wurde, dass die Leute das schon erwarteten. Nossack schreibt, dass sie keine Musik mehr ertragen konnten, weil es so was tröstliches hatte, das ihnen nicht angebracht erschien, da eine große Macht draußen darauf wartete, sie zu vernichten. Nossack verwendet die Metapher der Sintflut, die Angriffe werden als Reaktion auf vorher Geschehenes dargestellt, als eine Art Gericht. Das eigene Schicksal wird mit dem der Stadt verbunden. Die Überlebenden dachten fix, mit dieser Zerstörung würde der Krieg bald enden. Bemerkenswert ist, dass Nossack sagt, niemand schimpfte auf die Feinde, man hörte nicht auf die hetzerischen Pressestimmen. Man hatte vielmehr das Gefühl einer gerechten Vergeltung und Gericht. Der Stil von Nossacks Bericht ist ebenfalls ambivalent. Einerseits hat er sehr nüchterne Beschreibungen der Zustände und Angriffe gemacht, andererseits verwendet er oft eine drastische Metaphorik bei bestimmten Passagen, oft sehr rhetorisch aufgeladen. Ach kommt mehrfach vor, ein Begriff des Pathos um 1800, der die Ambivalenz zeigt. Die Reise Nossacks in die zerstörte Stadt ist als Reise in die Unterwelt, in den Hades beschrieben. Zahlreiche Wie-Vergleiche werden gemacht, sie wirken aber sehr unsicher. Mit dem Eintritt in die Stadt hebt sich das Gefühl für Raum und Zeit auf, das Gefühl der Fremdheit setzt sich durch, alle moralischen und ästhetischen Dimensionen werden überflüssig. Wenn man fragt, inwiefern Nossacks Text Sebalds Ansprüchen entspricht und inwiefern nicht, muss man auf folgende Aspekte achten:

38 Nossack fordert schiere Faktizität, realistische Schilderungen. Das leistet Nossacks Text, es gibt sehr detaillierte Schilderungen. Nossack sagt, man soll beschreiben, was passiert ist, das ist die Aufgabe. Auch das wurde erfüllt, man erlebt viele grauenhafte Details. Nossacks Kritik, dass in manchen Teilen der Literatur mit metaphysischem Schwindel die Fakten zum Verschwinden gebracht werden, muss man auch bei Nossack sehen. Er ist ambivalent. Er hat zwei, drei märchenhafte, parabelhafte Einschübe und auch der schluss des Textes ist befremdlich märchenhaft in seiner Bildlichkeit (die Zeit tritt als allegorische Person auf). Der Angriff wird genau beschrieben in nüchternem Ton, dann wieder wird von metaphysischer Vernichtungsmacht gesprochen ambivalent. Das Ausmaß der moralischen Zerstörung soll laut Sebalds Forderungen neben der materiellen beschrieben werden. Das erfüllt Nossack, er geht sehr genau auf die Befindlichkeit ein. Nossack schreibt, soziale Bindungen werden nicht vertieft, sondern lösen sich auf, Verwandte finden sich nicht mehr, die Menschen beginnen sich zu hassen, sie entfremden sich immer mehr. Es gibt eine Zweiteilung der Menschen in Betroffene und weniger Betroffene. Es ist unmöglich, sich wieder für sich selbst ein normales Leben vorzustellen. Die soziale Situation wird also definitiv geschildert. Gerd Ledig Der Text ist noch wesentlich radikaler als der Nossacks. Die Lektüre ist sehr erschütternd, detailgenau wird die Zerstörung einer Stadt in einer einzigartigen Weise geschildert. Biographisches 1921 wurde Ledig in Leipzig geboren. Er wurde in Wien eingeschult, lebte dann wieder in Leipzig und machte eine Ausbildung als Elektrotechniker meldete er sich freiwillig zur Wehrmacht. Zwischen 1940 und 1943 war er Soldat an der Front, er wurde verletzt und war wehruntauglich verliert er bei den Luftangriffen auf Leipzig und München seine gesamte Habe. Er kennt also beide Perspektiven, an der Front und zuhause (im Zuge der Luftangriffe) tritt er der Kommunistischen Partei bei und arbeitet in kaufmännischen Berufen. Ab 1953 ist er freier Journalist und Schriftsteller und publiziert in den 50ern in sehr renommierten Verlagen. Damals also wurde er schon wahrgenommen. Das erste Werk ist Die Stalinorgel, eine Waffe erscheint Vergeltung beim S. Fischer Verlag, einem sehr renommierten Verlag also. Ledig bekommt auch eine Einladung zur Gruppe 47, aber er fährt nicht wird er wieder eingeladen und nimmt teil. Er liest aber nicht wie sonst üblich selbst aus seinem Werk vor, vermutlich wegen der Unterkiefer-Verletzung, sondern Günther Eich liest vor aus Vergeltung. Mit diesem Roman wird allerdings Ledigs Position im Literaturbetrieb immer schwieriger. Sein Roman Faustrecht erscheint noch und Ledig schreibt an einem weiteren Buch, das wird dann aber abgelehnt und Ledig veröffentlicht in Folge nichts mehr. Vergeltung Damit hat er sich automatisch ins Abseits katapultiert wurde gesagt warum? Der Titel Vergeltung wird in Sodom und Gomorrha als Prinzip der Strafe etabliert. Die Alliierten bezeichneten sogar ihre Luftangriffe als Gomorrha. Die Strafe im Sinne von

39 Auge um Auge war in der Propaganda stark vertreten, es wurden Raketen für eine Vergeltung der Luftangriffe entwickelt, obwohl man in Deutschland schon am Ende war. Der Text ist stark aufgeladen, die Lektüre wird vom Titel gesteuert. Geschildert werden 70 Minuten im Luftangriff in allen grauenvollen Details. 12 Erzählstränge werden in kurzen Passagen weitergeführt. Dazwischen gibt es immer einen harten Schnitt, aber man kennt sich aus wo man ist, weil es sich an bestimmten Orten und Figurengruppen orientiert. Es gibt keinen dramaturgischen Spannungsbogen, keinen Höhepunkt, keine Entwicklung. Traditionelle Erzählformen werden aufgesplittert, es gibt kein Kontinuum mehr, nur mehr ErzählTRÜMMER. Damit ist es eigentlich wahre Trümmerliteratur. Es werden einige biographische Einschübe von Figuren in der Ich-Perspektive gebracht, um zu zeigen, welches Leben da zerstört wird. Es ist in kurzen Hauptsätzen geschrieben stilistisch, also ein stark parataktisch arbeitender Text. Die Zerstörung der sozialen Bindungen sind noch deutlich hier als bei Nossack. Verrat, im Stich lassen, Brutalität und Vergewaltigung werden beschrieben die Gesellschaft ist völlig am Ende, nicht nur materiell sondern auch moralisch. Diese Beschreibungen sind natürlich Tabu-Brüche in ihrer schockierenden Direktheit. Abschließend: Der Text gibt keinen Gesamtüberblick, nicht über den 2. Weltkrieg und auch keine Analyse, keine Deutung, keine Sinnsuche nur der Titel Vergeltung hält die Episoden zusammen. Am Ende des Textes wird gesagt: Die Vergeltung verrichtete ihre Arbeit. Nur das jüngste Gericht war sie nicht. Wie war die Rezeption des Werkes? Es gab scharfe Kritik: Zu viel des Grauens, nur oberflächliche Gewaltschilderungen, kein Sinn, keine richtige Struktur (was Sebald als unmöglich bezeichnet). Die geschlossene Form fehlt hier. Man sagte das Werk ist der Nullpunkt des Entsetzens, die Szenen sind nur gehäufte Grausigkeiten, es ist nackte Sensation. Es gab aber auch positive Reaktionen, die eine gelungene Sprache der Vergegenwärtigung lobten. Wahrgenommen wurde es auf jeden Fall damals. Negative Reaktionen hängen mit der Situation zusammen, es war gerade Wiederaufbau-Zeit, man wollte jetzt nicht mit dem unausgesprochenen Trauma konfrontiert werden. Politisch tritt zu der Zeit die BRD 1955 in die NATO ein, in der ja auch die Staaten der Alliierten sind und die haben die Städte bombardiert. Darauf zu der Zeit hinzuweisen wirkt also opportun. Außerdem ist es unzulässig, auf deutsche Leiden hinzuweisen nach dem Holocaust. Dieser Vorwurf ist aber nicht gerechtfertigt, da ja durch den Titel eindeutig auf die eigenen Verbrechen hingewiesen wird. Mit Sebalds Vorlesungen wurde der Text wiederentdeckt und neu aufgelegt. Er wird zu der Zeit breit besprochen und diesmal ist die Einstellung dazu positiv. Das hat mit Sebalds Vorbereitung zu tun sozusagen, es ist endlich ein nüchterner Text. Es ist fraglich, wie ohne Sebalds Vorlesungen eine Neuauflage 1999 angekommen wäre

40 T R Ü M M E R L I T E R A T U R A U S Ö S T E R R E I C H. R O B E R T NEUMANN: CHILDREN O F VIENNA/ DIE K I N D E R V O N W I E N Österreichische Nachkriegsliteratur Gerhard Fritsch hat 1967 gesagt: Österreich hat keinen Borchert und keine Gruppe 47 hervorgebracht. Er meint, die Nachkriegsliteratur ist uninteressiert vorbeigegangen. Es wird die These aufgestellt, dass die Literatur in Österreich in der Nachkriegszeit sich nicht mit dem Zeitgeschehen beschäftigt hat und die ist berechtigt. Der Grund dafür ist, dass die ältere Generation die vor 1933 publiziert hat, noch immer dominant war, also R. Henz, A. Lernet-Holenia, H. v. Doderer usw. Die von der älteren Generation, die in den faschistischen Systemen involviert waren, schreiben weiter und haben natürlich kein Interesse an den zeitgeschichtlichen politischen Themen, da sie damit ihre eigene Rolle in Frage gestellt hätten. Die Verbrechen waren so gesamtkulturell und gesamtpolitisch, dass es einfacher war, über allgemein-menschliches zu schreiben oder lange Zurückliegendes, man wendete sich auch dem Inneren zu nur nicht der Gegenwart außen. A. Lernet Holenia sagte 1945: In der Tat brauchen wir nur dort fortsetzen, wo uns die Träume eines Irren unterbrochen haben, in der Tat brauchen wir nicht voraus sondern nur zurückzublicken.. Die typische Nachkriegsautor-Generation sagte eben, dass man weitermachen solle wie vorher, sollten ausgeklammert werden und fertig, ob im Davor vielleicht die Wurzel dieser Katastrophe liegt, ist unwichtig. Auch ästhetisch waren die Autoren sehr traditionell und rückwärtsgewandt antimodern. Die Autoren der Vorgeneration waren führend, sie dominierten eben das Literaturgeschehen. Es gab in Österreich Austrofaschisten, die von den Nazis verfolgt worden waren und die nun als Anti-Nazis deswegen gefeiert wurden obwohl sie sehr wohl faschistisch waren, bloß eben nicht nationalsozialistisch, aber das wurde nicht reflektiert. In den Neugründungen achtete man auf eine starke Abgrenzung von Deutschland. Österreich wurde aus vergangenheitspolitischen Gründen betont, man sprach nicht mal mehr von Deutsch als Fach, sondern von Schulsprache. Man blockierte gegenüber der jüngsten Vergangenheit und der aktuellen Zeitgeschichte im Kulturbetrieb. Das Ziel war es, Österreich als Opfer darzustellen. Darauf berief man sich auf die Moskauer Deklaration entstand sie, geplant als Nachkriegsordnung. Österreich wird darin als erstes Opfer des Nationalsozialismus bezeichnet. Das Kriegsziel ist es, Österreich unabhängig von Deutschland wiederherzustellen. Was man in der Nachkriegszeit verdrängte, war, dass der letzte Absatz von der Verantwortung Österreichs spricht: Austria is reminded, however that she has a responsibility, which she cannot evade, for participation in the war at the side of Hitlerite Germany, and that in the final settlement account will inevitably be taken of her own conrtibution to her liberation. Typisch ist also für die österreichische Nachkriegszeit die Abwendung von der Zeitgeschichte, von der jüngsten Vergangenheit und der Versuch der Entschuldung. Die jüngere Generation von Autoren machte dabei mit

41 Hans Weigl schreibt in seinem Vorwort zur Unvollendeten Sinfonie 1951 (Vergleich mit Reichert!), dass man sich von den Oberflächen, den Tatsachen abwenden soll als junger Autor. Herbert Eisenreich sagte 1962, dass wenn man Dichter sein will, muss man als jüngerer Autor ÖSTERREICHISCH sein. Sie wurzeln im Muttergrund der nationalen Literatur. Sie finden das Österreichische nicht mehr in der Umwelt, sondern in der Vergangenheit. All diese Autoren haben den gemeinsamen Tenor: Vergessen wir die Zeit der NS, gehen wir zurück zur Vorzeit und fertig. In Deutschland hat man ganz anders gehandelt, da haben wir den Versuch des Kahlschlags usw., aber ein Rückblick ist nicht vorstellbar. Polarisierung der österreichischen Nachkriegsliteratur? In der Literaturgeschichtsschreibung findet man die These, dass die österreichische Nachkriegsliteratur polarisiert war. Einerseits wurde sie von den alten Autoren dominiert, andererseits waren die jungen Autoren sprachexperimentell interessiert, aber für die Zeitgeschichte haben sie sich nicht interessiert. Es gibt aber schon einige österreichische Autoren, die sich mit der Zeitgeschichte beschäftigten und den Realismus propagierten die wurden aber einfach vergessen. Einer dieser Autoren ist nun Robert Neumann, unser heutiges Thema. Robert Neumann Die Kinder von Wien, das Werk um das es jetzt gehen soll, wurde zuerst in London im Exil auf Englisch geschrieben und dann übersetzt. Eine Reihe von Tabuthemen wurden darin angesprochen, aber bis vor einigen Jahren war das Werk völlig vergessen. Biographisches Neumann wurde 1897 in Wien geboren. Er hat sich in verschiedenen Berufen probiert, unter anderem hat er bei Freud studiert. Er bekam irgendwie ein Doktorat für Germanistik verliehen, was eher dubios ist, da er kaum genug dafür studiert hat. Über Nacht wurde er dann berühmt mit seiner Parodie Mit fremden Federn gab es dann einen zweiten Parodienband, der auch sehr erfolgreich war. Jahrelang wurde er aber dann als Parodien-Neumann bekannt, obwohl auch tiefernste Texte von ihm veröffentlicht wurden. Bei der Machtübernahme Hitlers endete seine literarische Rezeption. Seine Bücher wurden verboten und verbrannt. Neumann ging dann ins Exil. Er schafft als einer der wenigen Exilautoren den Sprachwechsel in die Exilsprache und beginnt auf Englisch zu schreiben übersiedelt er in die Schweiz, also nicht zurück in die Heimat und lebt bis 1975 dort. Im neuen deutschen Literaturbetrieb konnte er dann nicht mehr Fuß fassen. Mit den inneren Emigranten und den Ex-Nazis/Faschisten konnte er nichts anfangen, er wollte mit dieser Generation nichts zu tun haben. Die jungen Autoren wollten mit allen Remigranten sowieso nichts mehr zu tun haben. Damit interessierten sie sich also nicht für ihn mit Andersch fetzte sich Neumann sogar

42 Dennoch publizierte Neumann, auch in berühmten Zeitschriften wie Die Zeit oder Konkret. Er hat sich quasi selbst ins Abseits manövriert, indem er sich im Kalten Krieg weigerte, eine Seite anzunehmen. Kinder von Wien Der Prolog zeigt schon die klare Wirkungsabsicht: Die konkrete Wirkungsabsicht des Romans wird hier schon genannt. Es wird darauf hingewiesen, dass es Fiktion ist. Die Zielgruppen sind die Bewohner der siegreichen Länder und das Ziel ist es, den Blick auf die humanitäre Katastrophe zu lenken, die in besiegten Ländern herrscht. Erschienen ist das Werk im Viktor-Gollarz-Verlag. Viktor Gollarz ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Er stammt aus einer orthodox-jüdischen Familie, Sozialität war ihm wichtig. Schon früh hat er auf das Schicksal der Juden und den Massenmord hingewiesen, dennoch hat er sich nach 1945 auch für die überlebenden Deutschen eingesetzt machte er Reportagen in Deutschland. Sie erschienen unter dem Titel In Darkest Germany Er sagt, der Umgang mit den Besiegten legt jetzt den Grundstein für das weitere Bestehen Europas. Er sagt, es ist eine Art Friedensprojekt. Wenn man die Besiegten humanitär behandelt, kann man auch eine Demokratie aufbauen sonst nicht. Er zeigt die Behandlung zum Beispiel an den Kalorien, die vergeben wurde. In der britischen Besatzungszone wurden zwischen 1050 und 1591 vorgesehen für den Normalverbraucher waren es nur mehr Das kritisiert Gollarz stark. Im Roman Children of Vienna sagt einer der Protagonisten: Man stirbt an Kalorien, an 1100 mit den Briten, 900 mit den Franzosen und 800 im KZ. Der Hintergrund ist eng verwoben wie man sieht, das Leid ebenfalls. Im Fokus stehen in den Werken die Kinder als Protagonisten. Das war ein literarisches Mittel um den Fokus auf die Unschuldigen zu lenken. Wie gehen die damit um? Wie geht s jetzt weiter? Was machen wir mit der Nachkriegsgesellschaft? Wovon soll man ausgehen, bei Kindern und Jugendlichen, die die Stadt aufbauen sollen. Wichtig war Neumann, dass er KEINE Dokumentation über Kinder schreiben wollte, er wurde ziemlich wütend, als auf einem Entwurf seines Romans nicht Roman draufstand, er wollte das extra haben, da er auf dem fiktionalen Charakter besteht. Wenn man den Roman ansieht, merkt man, es ist nicht dokumentarisch. Neumann verdichtet Erlebnisse auf wenige Stunden, durch unglaubliche dramaturgische Qualitäten (er überlegte sogar ob er einen Theaterentwurf schreiben sollte). Der Inhalt sind Kinder, die in einem Keller eines zerbombten Hauses leben. Sie haben sich da eingerichtet und kämpfen ums Überleben. Diese Kinder stehlen, betrügen, betreiben Schwarzhandel usw. Sie sind Waisen und jedes Kind hat massive Gewalterfahrungen, einige haben auch Lagererfahrung (HJ, BDM, Werwolf-Lager, Arbeitslager, Flüchtlingslager und KZ). Schon allein die Ballung von traumatisierten Kindern zeigt die Fiktion, auch wenn es durchaus realistische Traumen waren. Das älteste der Kinder, das Mädchen Eva, ist ungefähr 15 Jahre alt; die Männer sind scharf auf sie, sie schlägt sich mit gelegentlicher Prostitution durch. Ihr Name kommt Eva Kaltenbrunner kommt von Ernst Kaltenbrunner, einem der

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