Klausur Konzernbilanzen am 24. Februar 2011

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1 Prof. Dr. Horst Zündorf Klausur Konzernbilanzen am 24. Februar 2011 Es sind sämtliche Aufgaben zu bearbeiten. Hilfsmittel: Taschenrechner, HGB Aufgabe 1 Die A-AG bilanziert zum eine Forderung gegen das vollkonsolidierungspflichtige Tochterunternehmen B-GmbH in Höhe von Die Forderung resultiert aus einer Lieferung an die B-GmbH aus dem Jahr 01 und belief sich ursprünglich auf Bereits im Jahr 01 hat B-GmbH zur Begleichung der Forderung einen Teilbetrag in Höhe von an die A-AG überwiesen. Den Restbetrag der Forderung hat die A-AG zum wegen schlechter Ertragsaussichten der B-GmbH auf abgeschrieben. a) Nachfolgend sind die Einzelbilanzen der beiden Konzerngesellschaften zum dargestellt. Der oben geschilderte Sachverhalt ist in den Einzelbilanzen bereits berücksichtigt. Führen Sie die Schuldenkonsolidierung durch und erstellen Sie die Konzernbilanz zum ! A-AG B-GmbH -Bilanz Konsolidierung S H Konzernbilanz Anlagevermögen Forderungen gegen verbundene Unternehmen 100 Sonstige Aktiva Summe Aktiva Jahresüberschuss/-fehlbetrag Erwirtschaftetes Kapital aus den Vorjahren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 80 b) Erläutern Sie, ob sich in der Aufgabe a) um eine echte oder unechte Differenz aus der Schuldenkonsolidierung handelt und begründen Sie kurz Ihre Antwort! Sonstige Passiva Summe Passiva

2 Aufgabe 2 Die B-GmbH liefert im Jahr 01 diverse Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens an die A-AG. Die beiden Unternehmen werden zum als vollkonsolidierungspflichtige Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der C-AG einbezogen. Aus Konzernsicht beträgt die Wertuntergrenze der gelieferten Vermögensgegenstände T 50 und die Wertobergrenze T 75. Bestimmen Sie in den folgenden Fällen den Wertansatz der Vermögensgegenstände gemäß 304 HGB in der Konzernbilanz der C-AG zum ! Geben Sie die in den Summenbilanzwerten enthaltenen eliminierungspflichtigen und eliminierungsfähigen Zwischengewinne bzw. -verluste an! Beachten Sie dabei, dass sowohl im Einzel-, als auch im Konzernabschluss eine Gewinnmaximierung angestrebt wird. Konzernverkaufspreis Wertansatz im Konzernabschluss Eliminierungspflichtiger Zwischengewinn Eliminierungsfähiger Zwischengewinn Eliminierungspflichtiger Zwischenverlust Eliminierungsfähiger Zwischenverlust Aufgabe 3 In der Übersicht ist die Struktur des A-Konzerns abgebildet. Die jeweils bestehenden Verflechtungen zwischen den einzelnen Unternehmen sind in Prozentsätzen vermerkt. Die angegebenen Prozentsätze entsprechen sowohl dem Kapital- als auch dem Stimmrechtsanteil. Bei sämtlichen in der Übersicht aufgeführten Unternehmen liegt eine Beteiligung i.s.d. 271 Abs. 1 HGB vor. Die Größenmerkmale des 293 HGB werden für den A-Konzern überschritten. Weiterhin gelten folgende Prämissen: (1) Die C-GmbH hält 10 % eigene Anteile. (2) Zwischen der A-AG und der E-AG wurde vor einigen Jahren ein Beherrschungsvertrag geschlossen. (3) Bei der F-AG liegen verlässliche Informationen vor, dass die Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses durch die E-AG tatsächlich. (4) Die G-AG hat sich aufgrund einer Satzungsbestimmung der F-AG unterworfen. Dadurch kann die F-AG die Finanz- und Geschäftspolitik der F-AG allein bestimmen. Dennoch ist die G-AG, zusammen mit der M-GmbH, für die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des A-Konzerns von untergeordneter Bedeutung. (5) Die Beteiligung an der H-GmbH wird von der F-AG nur als eine lukrative Geldanlage angesehen. An eine wirtschaftliche Zusammenarbeit wird nicht gedacht. (6) Die Anteile an der I-AG werden ausschließlich zum Zweck ihrer Weiterveräußerung gehalten. (7) Die Geschäftspolitik der K-S.A. wird wegen technologischer und finanzieller Abhängigkeit von der A-AG tatsächlich bestimmt. (8) Die L-AG wird mit einem konzernfremden Unternehmen gemeinschaftlich geführt. 2

3 A-AG 70 % 60 % 20 % Beherrschungsvertrag 25 % B-GmbH D-OHG E-AG K-S.A. technologische und finanzielle Abhängigkeit Geschäftspolitik wird von A-AG bestimmt Möglichkeit eines 17 % 45 % beherrschenden Einflusses 50 % 30 % liegt vor 30 % C-GmbH F-AG L-AG M-GmbH 10 % eigene Anteile 40 % 20 % Satzungsbestimmung 25 %, lukrative Geldanlage I-AG G-AG H-GmbH keine wirtschaftliche Zusammenarbeit Bestimmen Sie unter Angabe der handelsrechtlichen Vorschriften: a) bei welchen Unternehmen es sich um Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierte Unternehmen handelt und b) wie diese Unternehmen in den Konzernabschluss der A-AG einzubeziehen sind. Aufgabe 4 Die M-AG, Muttergesellschaft des M-Konzern und zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Sie erwirbt am % der Anteile an der E-AG zu einem Preis von , auf die sie nach dem Erwerb einen maßgeblichen Einfluss ausübt. Die M-AG erstellt zum einen Konzernabschluss, in den die E-AG nach der Equity-Methode einbezogen wird. Die Wertansätze der Bilanz der E-AG am Erwerbstag enthält die Übersicht. In dieser Übersicht sind auch die Zeitwerte der Bilanzposten der E-AG zum Erwerbstag enthalten. Übersicht: Bilanz der E-AG am Erwerbstag Buchwert Zeitwert Stille Reserven Grundstücke Maschinen Umlaufvermögen Gezeichnetes Kapital Rücklagen Verbindlichkeiten

4 Dabei wird von folgenden Prämissen und Sachverhalten ausgegangen: (1) Für die Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen Eigenkapital wird der Zeitpunkt des Erwerbs der Beteiligung zugrunde gelegt. (2) Die aufzudeckenden Reserven im Posten Maschinen sollen linear in 5 Jahren abgeschrieben werden (im Jahr 01 zeitanteilig über 6 Monate). Die stillen Reserven im Posten Umlaufvermögen werden im Jahr 02 realisiert. (3) Ein entstehender Geschäfts- oder Firmenwert soll linear in 4 Jahren abgeschrieben werden (im Jahr 01 zeitanteilig über 6 Monate). (4) Im Jahr 01 erwirtschaften die E-AG einen Jahresüberschuss von (5) Im Jahr 02 ergibt sich bei der E-AG ein Jahresfehlbetrag in Höhe von Die E-AG löst Rücklagen in Höhe von auf und weist einen Bilanzgewinn von aus. (6) Die M-AG vereinnahmt im Jahr 02 von der E-AG einen Beteiligungsertrag von (7) Im Jahr 03 werden die Maschinen bei der E-AG infolge eines Totalschadens in voller Höhe außerplanmäßig abgeschrieben. Dennoch erwirtschaftet die Gesellschaft im Jahr 03 einen Jahresüberschuss von , der im selben Jahr zur Hälfte in die Gewinnrücklagen eingestellt wird. Ermitteln Sie die Equity-Werte für den Abschluss zum: (a) (b) (c) nach den Vorschriften des HGB! Aufgabe 5 Im Folgenden sind die Bilanzen der M-AG und der T-GmbH zum abgebildet (in TEUR): M-AG T-GmbH Aktiva Passiva Aktiva Passiva Aktiva: Grundstücke Maschinen Anteile an verb. Unternehmen Vorräte Sonstiges Umlaufvermögen Passiva: Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Rückstellungen Sonstige Passiva Bilanzsumme: Erläuterungen: Im Zuge ihrer Expansionsstrategie und zur Aufrechterhaltung ihrer Marktstellung erwarb die M-AG am eine 80%ige Beteiligung an der T-GmbH zu einem Kaufpreis von TEUR. Die Aktiva der T-GmbH weisen zum folgende Werte (in TEUR) auf: Buchwert Zeitwert Stille Rücklagen Grundstücke Maschinen Anteile an verb. Unternehmen Vorräte Sonstiges Umlaufvermögen

5 Aufgaben: (1) Erstellen Sie die Summenbilanz. (2) Konsolidieren Sie das Kapital zum nach der Neubewertungsmethode gem. 301 HGB unter Abgrenzung latenter Steuern und stellen Sie die Konzernbilanz auf. Legen Sie dabei einen Steuersatz von 20 % zugrunde. (3) Führen Sie die Folgekonsolidierung (Zweitkonsolidierung) zum gem. 301 HGB unter Abgrenzung latenter Steuern durch. (4) Erläutern Sie kurz, wann bei der Aufrechnung des Beteiligungsbuchwerts gegen das anteilige Eigenkapital eine Tochterunterunternehmens ein positiver und wann ein negativer Unterschiedsbetrag entstehen kann! (5) Erläutern Sie kurz, wie ein passivischer Unterschiedsbetrag nach HGB zu behandeln ist! Gehen Sie dabei auf den Eigenkapital- bzw. Rückstellungscharakter des passivischen Unterschiedsbetrags ein und geben Sie handelsrechtliche Vorschriften an! Prämissen: a) Ein sich ergebender Geschäfts- oder Firmenwert ist in jedem folgenden Geschäftsjahr zu 25 % abzuschreiben. b) Die Restnutzungsdauer der Maschinen beträgt zwei Jahre. Aus Vereinfachungsgründen sollen die Abschreibungen auf die aufgedeckten stillen Reserven erstmals im Geschäftsjahr 02 erfolgen. c) Die Vorräte werden im Laufe des Jahres 02 vollständig umgesetzt. d) Die Bilanzdaten bleiben im Geschäftsjahr 02 bis auf folgende Modifikationen unverändert: Bei der T-GmbH: Sonstiges Umlaufvermögen Gewinnrücklagen 430 5

6 Neubewertungsmethode (Erstkonsolidierung zum ) Handelsbilanz III der T-GmbH Grundstücke Maschinen Bilanzposten Handelsbilanz II Korrekturbuchungen Handelsbilanz III S H Anteile an verb. Unternehmen Vorräte Sonstiges Umlaufvermögen Summe Aktiva Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Rückstellungen Sonstige Passiva Latente Steuern Summe Passiva Neubewertungsmethode (Folgekonsolidierung zum ) Handelsbilanz III der T-GmbH Grundstücke Maschinen Bilanzposten Handelsbilanz II Korrekturbuchungen Handelsbilanz III S H Anteile an verb. Unternehmen Vorräte Sonstiges Umlaufvermögen Summe Aktiva Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Rückstellungen Sonstige Passiva Latente Steuern Summe Passiva

7 Neubewertungsmethode (Erstkonsolidierung zum ) Geschäfts- oder Firmenwert Grundstücke Maschinen Anteile an verb. Unternehmen Vorräte Sonstiges Umlaufvermögen Bilanzposten M-AG T-GmbH -Bilanz Konsolidieurng Konzernbilanz S H Ausgleichsposten aus der Kapitalkonsolidierung Summe Aktiva Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter Passivischer Unterschiedsbetrag Rückstellungen Sonstige Passiva Latente Steuern Summe Passiva

8 Neubewertungsmethode (Folgekonsolidierung zum ) Geschäfts- oder Firmenwert Grundstücke Maschinen Anteile an verb. Unternehmen Vorräte Sonstiges Umlaufvermögen Bilanzposten M-AG T-GmbH -Bilanz Konsolidieurng Konzernbilanz S H Ausgleichsposten aus der Kapitalkonsolidierung Summe Aktiva Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter Passivischer Unterschiedsbetrag Rückstellungen Sonstige Passiva Latente Steuern Summe Passiva

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