Brandschutzvorschriften 2015 Elektroinstallationen und Elektromaterial

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1 1 Brandschutzvorschriften 2015 Elektroinstallationen und Elektromaterial 2 Agenda - Unfall der die Welt verändert - Statistiken und Zahlen - Prüfverfahren und Klassifizierung von Kabel - Gesetzliche Grundlagen und Normen - Elektroinstallationen VKF Brandschutzrichtlinie - Funktionserhalt von Anlagen und Systemen Bilder: Quelle Internet

2 Unfälle am Beispiel Düsseldorfer Flughafen 3 Bilanz 17 Tote und 88 Verletzte 340 Mio Euro Neubau Terminal Statistik 4 Zahlen aus Deutschland Wohnungsbrände, 1 Mia Euro Folgeschäden, schwer Verletzte, 400 Tote

3 5 Prüfverfahren zum Brandverhalten bei Kabeln Resultat aus den Prüfungen sind die Brandeigenschaften wie Flammenausbreitung, Wärmefreisetzung, Rauchentwicklung, Brandentwicklung, Giftigkeit der Gase, Auftreten von flammenden Tröpfchen und Partikeln. (Reaction to fire) 6 Klassifizierung von Kabeln Brandklassen A ca B1 ca B2 ca C ca D ca E ca F ca Brandeigenschaften nicht brennbar, keramische Erzeugnisse kein oder sehr geringer Abbrand bei Beflammung keine stetige Flammausbreitung bei Beflammung keine stetige Flammausbreitung, jedoch doppelte Wärmefreisetzung als B2 ca Brandverhalten ungefähr wie Holz kleine Flamme d.h. nicht intensive Flammausbreitung Keine Brandeigenschaften definiert

4 Zusätzliche Klassifizierung für B1, B2, C, D 7 Attribut Brandeigenschaften s1 schwache Qualmbildung, Transmission: s1a = 80%, s1b = 60% s2 mittlere Qualmbildung s3 nicht definiert, ev. stark Qualmbildung d0 kein brennendes Abtropfen d1 kurzeitiges brennendes Abtropfen d2 nicht definiert, ev. ständiges Abtropfen a1 leicht korrosive Rauchgase a2 mittlere korrosive Rauchgase a3 nicht definiert, stark korrosive Rauchgase Beispiele von Kabelbezeichnungen (Energie-, Steuer- und Datenkabel) Gesetzliche Grundlagen und Normen 8 BBL BauPV Bundesamt für Bauten und Logistik Marktüberwachung El. und mech. Normengremien CENELEC CEN CPR 305/2011 Notified Bodies EU Kommission EN EN BfE NEV NIV, Bundesamt für Energie Electro suisse SN :2015 (NIN) Koordinationskonferenz Bau und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren Bund, Armasuisse, ETHZ, Städte- und Gemeindeverband KBOB VKF Bauobjekt Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen Brandschutz Richtlinie 2015

5 9 Elektroinstallationen Schaltgerätekombinationen VKF Brandschutzrichtlinie, Verwendung von Baustoffen Vertikale Fluchtwege Variante A IP 5X EI 30 RF1 Unabhängig der Frontgrösse und ohne zusätzliche Brandabschottung Variante B IP 4X RF1 Frontgrösse 1.5 m 2 und in einem Schutzkasten EI 30; Dichtungen der Kabelverschraubungen können RF3 sein Variante C RF1 = Kein Brandbeitrag RF3 = Zulässiger Brandbeitrag IP 4X = Geschützt für Festkörper 1 mm Ø IP 5X = Staubgeschützt Frontgrösse > 1.5 m 2 sind in einem VKF anerkannten Brandabschluss EI 30-RF1 auszuführen Elektroinstallationen Schaltgerätekombinationen VKF Brandschutzrichtlinie, Verwendung von Baustoffen Horizontale Fluchtwege Kein Brandabschluss zwischen horizontalen und vertikalen Rettungswegen, dann gelten die gleichen Anforderungen für vertikale Rettungswege. Brandabschluss zwischen vertikalen und horizontalen Rettungswegen: IP 4X RF1 Dichtungen der Kabelverschraubungen können RF3 sein

6 Elektroinstallationen Informationsanlagen VKF Brandschutzrichtlinie, Verwendung von Baustoffen Horizontale und vertikale Fluchtwege Brandmelde-, Gegensprech-, Videoanlagen sowie Rauminformationssysteme sind möglich, sofern sie der IEC/EN entsprechen und in vertikalen Fluchtwegen die Gehäuse aus RF1 Baustoffen sind. Erforderliche Breite muss eingehalten bleiben. EG-Konformitätsnachweis verlangen! Elektroinstallationen Büromaschinen VKF Brandschutzrichtlinie, Verwendung von Baustoffen Horizontale Fluchtwege Befindet sich zwischen vertikalen und horizontalen Fluchtwegen ein Brandschutzabschluss, ist das Aufstellen von Büromaschinen möglich, sofern diese der IEC/EN entsprechen. EG-Konformitätsnachweis verlangen!

7 13 Elektroinstallationen Brandmeldeanzeigen VKF Brandschutzrichtlinie, Verwendung von Baustoffen Horizontale und vertikale Fluchtwege Feuerwehr-, Bedien- und Anzeigefelder von Brandmeldeanlagen sowie Steuereinrichtungen von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) welche von den Zentralen mit 24 VDC versorgt werden, dürfen in Fluchtwegen angebracht werden. 14 Elektroinstallationen Sicherheitsbeleuchtung VKF Brandschutzrichtlinie, Kennzeichnung von Fluchtwegen, Sicherheitsbeleuchtung Räumen und Fluchtwege Sicherheitsbeleuchtungen müssen dem Stand der Technik entsprechen und ein leichtes Auffinden der Ausgänge gewährleisten. - Installationen sind zu kennzeichnen - Mindestens 30 min nach Stromausfall eingeschaltet sein *) - In Fluchtwegen mindesten 1 Lux betragen *) gemäss SN EN 1838/NIN 60 min. bei jeder Art des Stromausfalles

8 15 Elektroinstallationen Sicherheitsversorgung VKF Brandschutzrichtlinie, Kennzeichnung von Fluchtwegen, Sicherheitsversorgung Stromversorgungen für Sicherheitszwecke müssen dem Stand der Technik entsprechen und jederzeit betriebsbereit sein. - Installationen in Räumen mit kleinem Brandrisiko - Ortsfest - Feuerwiderstand des Aufstellraumes mind. El 30, Türen EI 30 - Von Verteilanlagen getrennt mit Brandabschnitt EI Elektroinstallationen Sicherheitsversorgung VKF Brandschutzrichtlinie, Kennzeichnung von Fluchtwegen, Sicherheitsversorgung Stromkreise sind unabhängig von anderen Stromkreisen zu verlegen und müssen der Betriebsdauer der angeschlossen Verbraucher entsprechen. (z. B. FE 180)

9 17 Elektroinstallationen Kabelinstallationen VKF Brandschutzrichtlinie, Verwendung von Baustoffen Flucht- und Rettungswegen - In vertikalen Fluchtwegen sind nur Kabel zulässig die zur Versorgung der dort installierten Geräte dienen. - In horizontalen Fluchtwegen sind Kabel bis zu einer gesamten Brandlast von durchschnittlich 200 MJ/m Fluchtweg zulässig. (70 Kabel 3x1,5 mm 2 ) - Kabel mit kritischem Verhalten (cr) dürfen nicht eingesetzt werden. cr gemäss Zuordnungstabelle Baustoffe und Bauteile d.h. keine Brandklasse E ca oder keine Attribute s3 oder oder d2 oder a3 Kein PVC d.h. halogenfrei in Fluchtwegen 18 Elektroinstallationen - Kabelinstallationen Verschiedene Anforderungen VKF, KBOB und NIN - BD1 Geringe Besetzung, einfache Rettungswege - BD 2-4 Kombination aus schwierigen Rettungswegen und starker Besetzung

10 19 Elektroinstallationen - Kabelinstallationen Vereinfachter Lösungsansatz (VKF, KBOB, NIN) Räume mit grosser Belegung, hohe Gebäude, grössere Beherbergungsbetriebe, Heime, grosse Menschenansammlungen, Fluchtwege, schwierige Rettung - hohes Sicherheitsniveau, d.h. Kabelbrandklasse C ca -s1,d1,a1 nicht kritisches Verhalten; Kabeltypen der schweizerischen Hersteller FE5C; Farbe gelb Räume mit normaler Belegung, mittlere Höhe, grössere Industriebauten keine Fluchtwege, kleine Beherbergungsbetriebe, einfache Rettung - mittleres Sicherheitsniveau, d.h. Kabel Brandklasse D ca -s2,d2,a2 kritisches Verhalten; Kabeltyp der schweizerischen Hersteller FE0D; Farbe grau Private Gebäude (Wohn-, kleine Gewerbe- und Industriebauten) - niedriges Sicherheitsniveau, d.h. Kabel Brandklasse E ca oder besser. kritisches Verhalten; TT, PVC 20 Elektroinstallationen - Kabelinstallationen Funktionserhalt von Anlagen und Systemen E30 E90 (Brandschutzbehörden) - Sicherheitsbeleuchtungen für Rettungswege - Melde-, Signalisations- und Informationssysteme für die Evakuierung - Ansteuerung und Speisung von Notsystemen - Personenaufzüge mit Evakuierungssteuerung - Elektrisch betriebene Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) - Elektrisch betriebene Überdruck-Entrauchungsanlagen (RDA) - Feuerwehraufzüge inkl. Entwässerung der Liftunterfahrt - Löschwasser-Druckerhöhungsanlagen Bei Kabeln spricht man auch von Isolationserhalt z.b. FE180; Es besteht kein Zusammenhang zwischen Isolationserhalt und Funktionserhalt!

11 Elektroinstallationen - Kabelinstallationen 21 Leitungsverlegung bei Anlagen mit Funktionserhalt Elektroinstallationen - Kabelinstallationen 22 Funktionserhalt - neuer Ansatz unter der CPR P15 P30 P60 P90 P120 Neue europäische Prüfnorm EN ist in Entwicklung.

12 23

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