Quartalsupdate Oktober - Dezember 2012 für Devisen ( )

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1 Quartalsupdate Oktober - Dezember 2012 für Devisen ( ) Kurzfassung: EZB dreht mit ihren Maßnahmen nur die Erwartungen an den Märkten, löst aber nicht die Probleme! Eurozone: Zusammenbruch oder Fiskalunion? Euro: Die perfekte EW-Welle Die Realität in der Eurozone forderte zum Handeln auf. Die Währungsunion wird zwischen zwei Kräften hin- und hergerissen. Die ökonomischen Kräfte wirken eindeutig zentrifugal. Sie reißen die Länder der Eurozone auseinander. Die sich dagegen stemmende, zentripetale Kraft ist der politische Wille, das Projekt Euro nicht scheitern zu lassen. Vor uns respektive vor den Steuerzahlern der Euro-Länder liegen daher nun zwei Pfade. Gewinnen die ökonomischen Kräfte, wird die Währungsunion in ihrer heutigen Form nicht überleben und in einem mehr oder weniger chaotischen Prozess zerfallen. Gewinnen die politischen Kräfte, wird die Währungsunion mit einer Bankenunion und einer Art Fiskal- und Transferunion zementiert werden. Das sind die beiden Pfade. Beide werden ganz besonders für die deutschen Steuerzahler teuer sein. Das aber ist die Realität, auf die die Eurokrise seit nunmehr zweieinhalb Jahren hinsteuert. Denn eines ist so gut wie sicher: Es ist eine Illusion, an einen dritten Pfad zu glauben, nämlich dass sich die Krise plötzlich von selbst lösen und alle Euro-Länder auf wundersame Weise von selbst zum hohen iveau Deutschlands konvergieren würden. Fazit: Wann ist die Eurokrise vorbei? Für mich gibt es einen einzigen Indikator, der anzeigt, dass die Eurokrise vorbei ist. Dies ist der Wechselkurs Euro-SFR. Wenn dieser nachhaltig und ohne Hilfe der S B auf über 1.30 steigt, dann ist die Krise in Europa vorbei. Solange dem nicht so ist, bleiben alle Maßnahmen wirkungslos und die Reaktionen an der Börse über kurz oder lang ein Strohfeuer, das nicht dauerhaft sein wird.

2 Ausblick Zeitraum Oktober - Dezember 2012 Der Draghi-Put Das Euro-Problem in 3 Punkten: (1) angeschlagene Banken, (2) überlagerte Staatsschuldenkrise, (3) ein überlagertes tiefes Problem der Wettbewerbsfähigkeit, welches durch außer Kontrolle geratene Kapitalabflüsse zwischen 2000 und 2007 ausgelöst worden ist. Die EZB war zum Handeln gezwungen, nachdem sich abzeichnete dass selbst der ESM mit einer Garantiesumme von ca.700 Mrd. Euro nur eine limitierte Munition der Politik darstellt. Die EZB hat sich deswegen entschlossen eine implizite Garantie in Form von unlimitierten Staatsanleihekäufen auszusprechen, um die Risikoausschläge der Peripheriestaaten auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Die EZB hat am unter dem amen Outright Monetary Transactions (OMT) folgendes beschlossen: Unbegrenzt Staatsanleihen von Euro-Krisenländern mit einer Laufzeit bis zu drei Jahren auf dem Sekundärmarkt aufkaufen zu wollen, falls die jeweiligen Staaten unter den Euro-Rettungsschirm (ESM) geschlüpft sind.

3 Hinweis: Die EZB führt Anleihekäufe am Sekundärmärkt durch. Das bedeutet, dass zuerst private Gläubiger oder der ESM die Anleihen von Krisenstaaten zeichnen. Der EZB sind Sekundärmarktinterventionen nur erlaubt, wenn sie der Feinsteuerung der Geldpolitik dienen. Jetzt haben wir einen Draghi-Put. Dies erfordert: (1) glaubwürdige Bankenrettung (2) ausreichende Interventionen zu Gunsten von spanischen und italienischen Staatsanleihen, um die Renditen überschaubar zu halten und (3) Inflation in Deutschland, die hoch genug ist, damit Südeuropa nicht einer unmöglichen otwendigkeit für eine Deflation gegenübersteht. Die Märkte können wohl noch eine Weile steigen, aber über die achhaltigkeit dieser Bewegung kann man momentan noch nicht viel sagen. Fazit: Die EZB entwickelt sich immer mehr zu einer Art Überregierung. Ist der der Tag, an dem die Grenzen zwischen Geld- und Fiskalpolitik verschwunden sind? In der Tat verstrickt sich die otenbank unter extremer Interpretation ihres Mandats immer mehr in zutiefst politische Prozesse, nämlich wann, zu welchem Preis und von welchem Land Staatsanleihen zu welchen reformerischen Gegengeschäften gekauft werden. Dies sowie die damit einhergehende Staatsfinanzierung stoßen vor allem in Deutschland, aber auch darüber hinaus auf immer größere Kritik. Vertragsverletzungen in der Eurozone gab es immer wieder. Die der EZB dürfte eine der bedeutendsten sein. Ist der Plan der EZB der Durchbruch in der Euro-Krise? Keineswegs, auch wenn die Märkte feiern als wäre das Ende der Euro-Krise eingeleitet. Denn die EZB weiß ganz sehr genau, wenn die Bevölkerungen Europas den Euro nicht mittragen, kann die Eurozone in ihrer jetzigen Form nicht erhalten werden!

4 Was ist sonst noch aufgefallen: Währungspaar Australischer Dollar/USD korreliert stark mit SP 500 Das Währungspaar australischer Dollar/US-Dollar ist ein guter Indikator für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte. Momentan kann man eine Seitwärtsbewegung des Währungspaares USD/AUD erkennen, welche die letzte Aufwärtsbewegung dessp 500 nicht mit gemacht hat. Ein weiterer Bausten im Börsenpuzzle, der momentan nicht passt.. Technisches Bild (Chartanalyse) 1. USD-Index langfristig Der USD-Index setzt sich aus folgenden Währungen zusammen: USD-Index (Korb aus diversen Währungen Währung Anteil Bemerkung Euro 57,6% EWU (17 ationen) JPY 13,6% Japanischer Yen GBP 11,9% Britisches Pfund CAD 9,1% Kanadischer Dollar SEK 4,2% Schwedische Krone CHF 3,6% Schweizer Franken Die Kurshistorie reicht bis in das Jahr 1973 zurück.

5 Beim Blick auf den Index fällt ein langfristiger Abwärtstrend auf, der aber in 2012 zu Ende gegangen sein könnte, oder zumindest unterbrochen wird. Was spricht für ein Comeback der US-Währung: a) Was Europa anstrebt, kennen die USA schon lange: Eine Bankenunion. Das amerikanische System wurde nach dem Lehman-Kollaps im Herbst 2008 zuerst mit Geld geflutet (mit dem Tarp-Programm) und danach rigoros ausgemistet. Während das europäische Bankensystem weiter am stark geschwächten Tropf der Europäischen Zentralbank hängt, gilt das amerikanische als saniert. b) Der aufgeblähte US-Immobilienmarkt mit seinen Subprime-Hypotheken hat die Krise zwar ausgelöst. Heute haben sich die Verhältnisse ins Gegenteil verkehrt: Die Häuserpreise haben Boden gefunden, ja sie gelten gar wieder als Schnäppchen. c) Innovation ist nach wie vor ein Trumpf der amerikanischen Wirtschaft, nicht nur was Boeing und Hollywood betrifft. Die neue App-Ökonomie von Facebook, Apple, Google & Co. bringt Produkte hervor, die weltweit begehrt sind und in den USA in den letzten Jahren rund 300'000 neue Arbeitsplätze geschaffen haben. d) Die wichtigste Innovation haben die Amerikaner im Energiesektor vollbracht. Dank einer neuen Fördertechnik, dem sogenannten Fracking, hat sich in diesem Bereich eine stille Revolution abgespielt. Die Folgen sind dramatisch: Die Ölproduktion ist auf 5,7 Millionen Fass pro Tag gestiegen, und die Gaspreise sind massiv gesunken. Diese Entwicklungen sind in Zukunft aufmerksam zu verfolgen.

6 2. Währungspaar E/USD Ist der Euro über den Berg? Aus der Euphorie der letzten Wochen könnte man darauf schließen, dass die Eurokrise vorbei ist. ein, die EZB mit ihren Maßnahmen hat nur die Erwartungen an den Märkten gedreht, aber nicht die Probleme gelöst. Es fehlt nach wie vor an politischer Kooperation, um die Währungsunion dauerhaft abzusichern.

7 Die expansive EZB-Politik wird den Euro weiter belasten Die angekündigten Outright Monetary Transactions (OMT) stellen keinen Wendepunkt für den Euro in der Krise dar. Für den Euro bleibt die Staatsschuldenkrise ein dauerhafter Belastungsfaktor. Fazit: Die Erholung des Währungspaares E/USD dürfte bei 1,31/1,35 E/USD spätestens enden. Der nächste Haltepunkt nach unten ist die Zone zwischen 1,20 und 1,22. An meiner Einschätzung, dass sich der Euro langfristig in Richtung Parität (1:1) bewegt hat sich nichts geändert. ur den Zeitpunkt korrigiere ich. Ging ich früher davon aus, dass dieses Ziel Ende 2012 erreicht werden kann, gehe ich davon aus das dies wahrscheinlich im 2./3. Quartal 2013 erreicht wird. Die Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Seit der Finanzkrise gilt: Fallende Aktienkurse gehen einher mit fallenden Euro.

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