Strukturelle und konjunkturelle Entwicklungen im Handel

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1 Strukturelle und konjunkturelle Entwicklungen im Handel Konjunktur Onlinehandel Energiewende ifo Branchen-Dialog

2 Konsumkiller und Konsumtreiber aus Sicht des Einzelhandels Schlagwortwolke (Größe nach Häufigkeit der Nennung) Faktoren, die den Konsum aktuell am stärksten positiv oder negativ beeinflussen. Quelle: Konjunkturumfrage Sommer 2011 Handelsverband Deutschland (HDE) 2

3 Strukturelle und konjunkturelle Entwicklungen im Handel Lage im Einzelhandel Onlinehandel Energiewende 3

4 Geschäftslage Salden aus Prozentpunkten verbessert und verschlechtert Quelle: HDE-Konjunkturumfrage Sommer

5 Geschäftslage ausgewählter Branchen Entwicklung 1. Halbjahr 2011 (zu Vorjahr) in % der Betriebe verbessert 32 konstant verschlechtert Nahrungs-/ Genussmittel Bekleidung, Schuhe Bau-/ Heimwerksartikel Mšbel Elektr. Erzeugnisse Quelle: HDE-Konjunkturumfrage Sommer

6 Entwicklung und Planung Mitarbeiterzahl in % der Betriebe erhšht unveršndert vermindert Entwicklung 1. Halbjahr Planung fÿr 2. Halbjahr Quelle: HDE-Konjunkturumfrage Sommer

7 Beschäftigte im Einzelhandel ohne Kfz, Brennstoffe, Apotheken in Millionen 2,66 2,69 2,66 2,70 2,69 2,75 2,85 2,89 2,88 2,91 2,87 2,94 2, GeringfŸgig BeschŠftigte Teilzeit (soz.-vers.-pfl.) Vollzeit (soz.-vers.-pfl.) Quelle: Bundesagentur für Arbeit; stichtagsbezogene Angaben 7

8 Einzelhandel im engeren Sinne Umsatz im Einzelhandel ohne Kfz-Handel, Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken ,0% ,2 401,8 393,4 387,8 396,4 399,9 402,2 404,5 409,4 396,7 404,3 410,4 8,0% ,0% ,0% ,2% 1,9% 1,5% 1,5% 1,2% 0,9% 0,9% 0,6% 0,6% 2,0% 0,0% ,4% -2,1% -3,1% p -2,0% -4,0% Quelle: Statistisches Bundesamt; HDE-Berechnungen; Bruttoumsätze; neue Methodik und Stichprobe Aug

9 Energiepreise: Anstieg kostet Kaufkraft allein 5 Mrd Euro im ersten Halbjahr 2011 Verbraucherpreise Verbraucherpreise ohne Energie und saisonabh. Nahrungsmittel 1,4 2,3 Preisentwicklung in Deutschland Januar August 2011 Veränderung gegenüber Vorjahr in % Einzelhandelspreise (ohne Kfz) 1,8 Energie 9,9 VerbrauchsgŸter 4,6 GebauchsgŸter mittlere Lebensdauer 1,2 langlebige GebrauchsgŸter -0,1 Quelle: Statistisches Bundesamt 9

10 Einzelhandel trotzt Schuldenkrise Lage des Einzelhandels im Herbst 2011 Lage Geschäftslage auf 6-Jahreshoch Gewinne und Investitionsneigung stabil Beschäftigung im Einzelhandel steigt Steigende Preise belasten Kaufkraft Perspektive Risiko Euro-Schuldenkrise Geschäftserwartungen leicht gedämpft Entwicklung (aber) weiterhin aufwärts gerichtet Umsatz 2011: nominal +1,5% 10

11 Strukturelle und konjunkturelle Entwicklungen im Handel Lage im Einzelhandel Onlinehandel Energiewende 11

12 Top-Thema Online-Handel Umsatz Online-Handel % Umsatz Einzelhandel insgesamt ,6% Online-Umsätze wachsen weiter Anteil am Einzelhandelsumsatz aktuell bei etwa 5 Prozent Multi-Channel-Händler besonders erfolgreich 20 Prozent der HDE-Mitglieder sind im Internethandel aktiv 12

13 B2C-E-Commerce* HDE-Umsatzprognose Deutschland in Mrd. Euro 11,0 13,0 14,5 16,3 18,3 20,0 21,9 23,7 26,1 8,0 5,0 1,25 2, * Enthalten sind Transaktionen über materielle Güter, Dienstleistungen (z.b. Lieferservices), Nutzungsrechte (z. B. Reisen, Eintrittskarten) und Informationen (z.b. kostenpflichtige Downloads). Quelle: HDE 13

14 Multi-Channel-Handel Handel ist dort, wo seine Kunden sind! 14

15 Multi-Channel-Handel Kaufanbahnung keine Einbahnstraße online informiert stationär gekauft 8,5 Mrd. Euro Internet Stationär 5,4 Mrd. Euro stationär informiert online gekauft Quelle: GfK,

16 Online versus Stationär? kein genereller Bedeutungsverlust traditioneller Branchen- oder Standortstrukturen, da auch der stationäre Handel im Internet aktiv ist und die Potentiale nutzt aber eine neue Wertigkeit der Vertriebskanäle ist das Ergebnis der Entwicklung, die wir seit 15 Jahren sehen 16

17 Multi-Channel-Handel Herausforderungen Strateg. Ausrichtung auf Informations-/ Kaufverhalten der Kunden Kundenbeziehungsmanagement Social Media Kompetenzen im Unternehmen Multi-Channel-Strategie 17

18 Perspektiven 1 Insbesondere in E-Commerce-affinen Warengruppen (Bücher, CD, DVD, CE) wird der Anteil der online-getätigten Umsätze weiter steigen. In anderen Bereichen des Handels verläuft die Entwicklung mit deutlicher geringerer Dynamik. Differenzierte Betrachtung erforderlich. Einzelhandel ist ein branchengetriebenes Geschäft. 18

19 Perspektiven 2 Zunehmend werden auch Hersteller ihre Marken und Produkte online präsentieren, entsprechende Umsatzchancen nutzen und damit als Einzelhändler agieren. Während sich im stationären Bereich Hersteller / Betreiber beispielsweise von FOC mühsam um Genehmigungen und Standorte bemühen müssen, ist der Vertriebsweg Internet weitgehend offen. 19

20 Perspektiven 3 Apps, z.b. Einkaufsplaner gewinnen an Bedeutung POS-Informationen, z.b, QR Code Scanner lokale Standortinformation, z.b. Facebook Places Cross-Promotion, z.b. CSR-Aktivitäten Das gute Essen 20

21 Kernkompetenzen im Wandel Als Folge der steigenden Bedeutung des Internethandels wandeln sich die Tätigkeitsfelder des Einzelhandels. Dazu zählen u.a. Logistik, Multi-Channel-Management, Kundenbeziehungsmanagement, Online-Marketing, Suchmaschinenmarketing und rechtliche Fragen. 21

22 Erfolgsmodell Multi-Channeling Handelsunternehmen, die sowohl im stationären, als auch im Online-Handel aktiv sind (Multi-Channeling) werden die weitere Handelsentwicklung signifikant prägen. Die Vermischung stationärer und elektronischer Angebote wird weiter voranschreiten. Diese Entwicklung folgt dem Einkaufsverhalten der Verbraucher, das immer stärker durch die parallele Nutzung mehrerer Vertriebskanäle geprägt ist. Dies betrifft den gesamten Kaufprozess von Kaufanbahnung über Abschluss des Vertrages bis hin zu nachgelagerten Kunden-Handel-Beziehungen. Potentiale werden noch nicht ausreichend genutzt 22

23 Strukturelle und konjunkturelle Entwicklungen im Handel Lage im Einzelhandel Onlinehandel Energiewende 23

24 Energieverbrauchsfaktoren im Handel Beleuchtung Klimatisierung Kühlung Technik Logistik 24

25 Stromkosten nach Verbrauchsträgern Quelle: EHI Retail Institut 25

26 Energieverbrauch in Relation Verbrauch von 5,6 Prozent der Primärenergie. Die größten Handelskonzerne verbrauchen so viel Energie wie deutsche Haushalte. Seit ist der Handel von der steuerlichen Förderung des Nutzenergie-Contracting ausgenommen Mehrbelastungen für den Handel i.h.v. ca. 300 Millionen Euro 26

27 Energiesparmaßnahmen im Handel Erhöhung der Energieeffizienz an den Standorten Energieeffiziente und regenerativ versorgte Immobilien (Stichwort: Green Building) Effiziente und umweltfreundliche Logistik So viel Verpackung wie nötig, so wenig Verpackung wie möglich im Versandt 27

28 Energiesparmaßnahmen im Handel Erhöhung der Energieeffizienz in den Märkten Kühlung (Glastüren, Effizienzerhöhung usw.) Beleuchtung (Erneuerung, Tageslichtnutzung, LED usw.) Heizung (Wärmerückgewinnung) Kassen (Effizientere Kassensysteme, Nachtabschaltung) 28

29 Energiepolitik Best Practice Deutschlands größter Grünstromnutzer ist schon heute ein Handelsunternehmen. Der Handel ist aktiv und richtet seine Standorte nachhaltig aus, z.b.: REWE Green Building Tengelmann Klimamarkt Edeka CO 2 -neutrale Märkte IKEA Energieeffiziente Einrichtungshäuser Metro Selbstverpflichtung Klimaschutz Abb.: Rewe Green Building 29

30 Energiekosten durch EEG-Umlage Die EEG-Umlage könnte 2011 mit 3,530 ct/kwh mehr als ein Viertel des Gesamtstrompreises ausmachen. Die Belastung eines mittelständischen Einzelhändlers durch das EEG erhöht sich auf Euro (2009: Euro, 2010: Euro). Prognose BMU 2012: EEG-Beitrag steigt auf 4,25 Cent/kWh Mehrbelastung für große Handelsunternehmen in zweistelliger Millionenhöhe 30

31 Energiepolitik Keine zusätzlichen Belastungen für den Handel Keine einseitige Subventionierung der Energiebranche Gegenwärtige Energiepolitik ist zu sehr auf die Energieerzeugung ausgerichtet Energiepolitik muss Reduzierung des Energieverbrauchs stärker berücksichtigen und würdigen 31

32 Nachhaltiges Handeln Der Deutsche Einzelhandel stellt sich den Herausforderungen und agiert nachhaltig ökologisch ökonomisch sozial 32

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