Latein und Griechisch im Studiengang Sekundarstufe II (Lehrdiplom für Maturitätsschulen)

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1 Fachportrait Latein und Griechisch im Studiengang Sekundarstufe II (Lehrdiplom für Maturitätsschulen) Sie wollen Lateinisch und/oder Griechisch auf der Sekundarstufe II unterrichten? Im Rahmen des Studiengangs Sekundarstufe II erwerben Sie durch das Studium einer oder beider Sprachen die fachdidaktischen und berufspraktischen Grundlagen und somit die Lehrbefähigung für die Sekundarstufe II. Sie unterstützen Schülerinnen und Schüler beim Erwerb des sprachlichen Grundwissens und der unterschiedlichen Methoden der Texterschliessung mit einer fördernden Grundhaltung. Zudem ist es Ihnen ein Anliegen, den Lernenden allgemeinbildende Zugänge zur antiken Literatur und Kultur zu eröffnen. Im Studium lernen Sie, Unterricht professionell zu planen, durchzuführen und auszuwerten. Die fachdidaktischen Module werden von den Berufspraktischen Studien (Praktika und Reflexionsseminare) sowie den erziehungswissenschaftlichen Modulen ergänzt. Das Ensemble dieser Studienangebote führt Sie auf unterschiedlichen Wegen zu einer interessanten Auseinandersetzung mit den zentralen Bereichen des Lehrberufs und ermöglicht Ihnen, die Anforderungen dieses spannenden Berufes zu meistern und sich professionell weiter zu entwickeln. Fachverständnis Der Unterricht in den Sprachen Latein und Griechisch hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Er ist heute von der Vermittlung von sprachlichem Grundwissen, der Auseinandersetzung mit Texten Pädagogische Hochschule FHNW 1/7

2 und den unterschiedlichen Repräsentationen der antiken Kultur und ihrer Nachwirkung geprägt. Die beiden Fächer verstehen sich einerseits als eigenständige Disziplinen mit ihren spezifischen Fragestellungen und Zugängen zu Sprache und Literatur, andererseits aber auch als Teil des gesamten, insbesondere des sprachlichen Lehrangebots. Aufgrund der singulären kulturgeschichtlichen Stellung verstehen sich die beiden Fächer transdisziplinär. Sie vermitteln sprachliche, literarische und kunstgeschichtliche Kenntnisse und Fähigkeiten, die auch in anderen Fächern fruchtbar wirken können. Im Verein mit den übrigen Sprach- und Kulturfächern verfolgen sie das Ziel, den Lernenden grundlegende Bildungskompetenzen zu vermitteln. Einteilung und Studium Ihre Schülerinnen und Schüler erwerben in Ihrem Lateinisch- / Griechischunterricht die Voraussetzungen für höhere Ausbildungen (Studierfähigkeit). Die Schwerpunkte liegen auf der Sprachanalyse, der Texterschliessung, der literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Texten und ihrer Rezeption sowie der antiken Kulturgeschichte. Die Schülerinnen und Schüler lernen antike Texte und andere kulturelle Repräsentationen in ihrer Eigenart und in ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung kennen. Neben den fachwissenschaftlichen Kompetenzen ist auch der Erwerb von überfachlichen Kompetenzen, besonders von Lernstrategien zentral. Fachwissenschaft Die Fachwissenschaft Latein und / oder Griechisch erwerben Sie an der Universität mit dem Masterabschluss oder einem Äquivalent dafür. Zu den Modulen des berufsbezogenen Studiums an der Pädagogischen Hochschule werden Studierende zugelassen, die mindestens einen Abschluss auf Bachelor- Niveau in einem Unterrichtsfach vorweisen können. Der fachwissenschaftliche Masterabschluss muss spätestens ein Semester vor dem Abschluss des berufsbezogenen Studiums vorgelegt werden. Fachdidaktik Für einen professionellen Unterricht sind zudem fachdidaktische Kompetenzen erforderlich. Diese betreffen die Planung, die Durchführung und die Auswertung von Lehr- und Lernprozessen. Als Lehrperson für Latein / Griechisch ermöglichen Sie den Erwerb komplexer Kompetenzen und Strategien, welche sich gemäss Rahmenlehrplan des MAR u.a. so beschreiben lassen: Sich mit unterschiedlichen geschriebenen und gesprochenen - auch nichtliterarischen - Textsorten (Epos, Drama, Lyrik, Brief, Inschriften, philosophischen und historischen Texten usw.) auseinandersetzen können Sich Informationen beschaffen, sie ordnen und mündlich bzw. schriftlich wiedergeben können. Kultur in ihrer historischen Dimension erfassen und mit der Gegenwart in Beziehung setzen können. Wirksame Strategien des Spracherwerbs im rezeptiven Bereich entwickeln und anwenden können. Pädagogische Hochschule FHNW 2/7

3 Nur aus der Kombination von berufspraktischer, fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Kompetenz ergibt sich ein fachlich und pädagogisch wirkungsvoller und nachhaltiger Unterricht. An der Pädagogischen Hochschule erwerben Sie die fachdidaktische und berufspraktische Kompetenz. Ziel des Studiums Das erfolgreich durchlaufene Studium befähigt Sie, in die Lehrtätigkeit an Schulen der Sekundarstufe II einzusteigen. Grundlegende persönliche Eigenschaften für den Lehrerberuf (Sozial- und Selbstkompetenz) werden vorausgesetzt und im Berufseinführungsmodul abgeklärt. Das Studium sensibilisiert und legt die Grundlage für eine kontinuierliche Weiterbildung während des gesamten Berufslebens: Sie lernen, Ihre eigenen pädagogischen Handlungen zu entwickeln, diese zu reflektieren und gegebenenfalls zu modifizieren. Inhalt und Gliederung des Studiums Die Ausbildung zur Lehrperson in Latein / Griechisch der Sekundarstufe II erfordert ein fachwissenschaftliches Studium, das mit dem Masterabschluss erfüllt ist. Neben Literatur- und Sprachwissenschaft ist jedoch ein breiteres Wissen in den unterschiedlichen Bereichen der antiken Kultur erwünscht: Kunst, Architektur, Archäologie, Geschichte, Alltagsleben usw. Das berufstheoretische Studium besteht in der Erziehungswissenschaft und der Fachdidaktik. Die Erziehungswissenschaft befähigt Sie, Prozesse in der Lerngruppe wahrzunehmen, einzuordnen und zu verstehen. Die Fachdidaktik rüstet Sie in erster Linie dafür aus, Ihren Unterricht kompetent zu erteilen, indem Sie den Einsatz von Inhalten und die Planung von Zeitstrukturen im Hinblick auf Lernende adäquat auswählen können. Die grundlegende Berufspraxis erwerben Sie entweder in selbstverantwortlich übernommenen Lehraufträgen an Schulen, die durch Fachmentor/innen begleitet werden, oder aber in Praktika, in welchen Sie von Praktikumslehrpersonen betreut werden. Damit Sie sich selber über Ihre Eignung und Ihr Interesse für den Lehrberuf klar werden können, durchlaufen Sie vorgängig zum berufstheoretischen und berufspraktischen Studium ein Berufseinführungsmodul (BEM). Dieses besteht aus einer Eignungsabklärung und einem Orientierungspraktikum (OP). Fachdidaktik Die Fachdidaktik ist in vier Module gegliedert. Aufgrund der modularen Struktur des Studiums sind diese in ihrer Reihenfolge frei wählbar (1.1 bis 1.4). Die behandelten Themen haben ihre Berechtigung für den Latein- und den Griechischunterricht. Die Beispiele werden entsprechend der Bedürfnisse der Studierenden aus beiden Fächern ausgewählt. Spezifische Themen des Griechischunterrichts werden in einem ergänzenden Modul behandelt (vgl. Studienaufbau und Studienvarianten). Studierende mit wenig Unterrichtserfahrung besuchen mit Vorteil zuerst Modul 1.1, Grundlagen ; Inhalte sind hier Aufbau einer Lektion, Zeitplanung, Arbeit mit verschiedenen Lehrmitteln, Medieneinsatz, Beurteilen etc. Im Modul 1.2 Wortschatzarbeit werden Strategien der Vokabelarbeit und Aspekte der Mehrsprachigkeitsdidaktik thematisiert. In 1.3, Grammatik und Lektüre, stehen Methoden der Texterschlies- Pädagogische Hochschule FHNW 3/7

4 sung, Entwicklung von Lektüreeinheiten und Grammatikunterricht im Zentrum. Auf dem Programm des Moduls 1.4, Kultur, steht die Selbstreflexion und Legitimation des Fachs: Vermittlung der antiken Gesellschaften und Kulturen im Gegensatz zur Lebenswelt der Schüler/innen, ausserschulische Lernorte etc. Studienleistung Jedes Modul umfasst zwei Wochenstunden während eines Semesters. 1.1 und 1.2 sind mit je 2 Kreditpunkten (dies entspricht 120 Arbeitsstunden) dotiert, während 1.3 und 1.4 mit deren 3 (entspricht 180 Arbeitsstunden) honoriert werden. In allen Modulen werden neben der aktiven Teilnahme Vor- und Nachbereitung sowie verschiedene schriftliche und mündliche Studienleistungen erwartet. Berufspraktische Studien Die Berufspraxis erwerben Sie entweder durch die Absolvierung von Unterrichtspraktika oder durch einen Lehrauftrag an einer Schule auf der Sekundarstufe II. In beiden Fällen werden Sie durch erfahrene Lehrkräfte (Praxislehrkräfte) angeleitet, betreut und beurteilt. Vorgängig oder gleichzeitig zum Praktikum 1 müssen Sie mindestens eine Fachdidaktikmodulgruppe im betreffenden Fach besuchen. Die Praktika umfassen Lektionen mit Hospitation sowie selber erteilten Unterricht. Detaillierte Informationen und eine Übersicht der Anzahl Lektionen je nach Studienvariante (zwei Fächer oder Monofach) und Praktikumstyp können Sie dem Praxisportal entnehmen: Sie sollten sich im Klaren sein, dass Praktikumsperioden hinsichtlich des Zeitmanagements eine hohe Belastung sind, da Ihnen neben Ihrer berufspraktischen Tätigkeit gleichzeitig auch Lehrveranstaltungen einen angemessenen Einsatz abverlangen. Studienanforderungen (Leistungsnachweise und Studienleistung) Die unter Studienleistungen erwähnten Arbeiten werden mit pass/fail beurteilt. In den Berufspraktischen Studien erfolgt die Beurteilung der Praktika 1 und 2 mit pass/fail. Das Praktikum 3 wird mit einer Note bewertet. Die Praxislehrperson legt die Beurteilungen in Zusammenarbeit mit den Fachdidaktikdozierenden fest. Der Leistungsnachweis der Modulgruppe 1.1 bis 1.4 besteht aus einer mündlichen Prüfung, welche 30 Minuten dauert. Darin sollen Sie sich über ausreichendes Grundwissen in einer Auswahl wichtiger Bereiche der Fachdidaktik ausweisen können. Die Prüfung wird benotet. Die Noten von Leistungsnachweis und Praktikum 3 erscheinen im Diplom. Studienaufbau und Studienvarianten Die Ausbildung zur Lehrperson in Latein / Griechisch kann in einem Jahr absolviert werden. In diesem Fall bleibt jedoch bei einer Arbeitsbelastung von 1800 Arbeitsstunden (60 Kreditpunkte) kaum mehr Zeit für andere Tätigkeiten. Deshalb ist eine Verteilung auf mehr als zwei Semester je nach der Höhe anderweitiger persönlicher Beschäftigungen günstiger. Dies ist hinsichtlich der Verschränkung von universitärem Fachstudium und des berufspraktischen Studiums zudem sinnvoll. Obwohl für die Absolvierung des Praktikums 3 der Masterabschluss im betreffenden Fach nicht obligatorisch ist, empfehlen wir Ihnen, das Pädagogische Hochschule FHNW 4/7

5 P3 erst nach Abschluss Ihrer Fachstudien zu absolvieren. Bei terminlichen Engpässen können gewisse Praktika ausnahmsweise in der Zwischensemesterzeit absolviert werden. Die unter Kontakte aufgeführten Personen stehen Ihnen für eine Beratung gerne zur Verfügung. Eine eigene Fachdidaktik Griechisch wird aufgrund der geringen Anzahl Studierender und der Überschneidungen mit der Fachdidaktik Latein nicht angeboten. Studierende, welche sich zur Lehrperson in den Fächern Latein und Griechisch ausbilden lassen möchten, erwerben die Credit Points (insgesamt 10 ECTS Punkte, 300 AS) der zweiten Fachdidaktik durch die Absolvierung von 4 ergänzenden Modulen, welche auf die spezifischen Themen des Griechischunterrichts eingehen. Die Module bestehen aus je einem vierstündigen Block sowie vier Studienleistungen im Rahmen des den zu erwerbenden Credit Points entsprechenden Workloads. Die Terminierung der Blöcke erfolgt nach Absprache mit den Fachdidaktikdozierenden. Kurzübersicht über die Module (ausführlichere Informationen auf unter Sekundarstufe II). Fachdidaktik Die Module finden jährlich statt, entweder im Frühjahrssemester (FS) oder im Herbstsemester (HS) 1.1: Dauer 1 Semester (HS), 2 Wochenlektionen und Studienleistungen; 2 ECTS-Punkte (= 60 Arbeitsstunden) 1.2: 1 Semester (FS), 2 Wochenlektionen und Studienleistungen; 2 ECTS-Punkte (= 60 AS) 1.3: 1 Semester (HS), 2 Wochenlektionen und Studienleistungen; 3 ECTS-Punkte (= 90 AS) 1.4: 1 Semester (FS), 2 Wochenlektionen und Studienleistungen; 3 ECTS-Punkte (= 90 AS) In den 10 ECTS ist der Aufwand zur Prüfungsvorbereitung (LNW) mit inbegriffen. Berufspraktische Studien Aktuelle Informationen zu den Praktika findet man auf: Allgemeine Informationen Fachdidaktik: Berufspraxis: Wegleitung Studiengang Sekundarstufe II: (s. Sekundarstufe II, Studienplanung) Pädagogische Hochschule FHNW 5/7

6 Prüfungsrelevante Fachliteratur: a) Basisliteratur Drumm, Julia/Frölich, Roland (2007): Innovative Methoden für den Lateinunterricht. Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht. Keip, Marina/Doepner, T. (2010): Interaktive Fachdidaktik Latein. Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht. Meyer, Hilbert (2004): Was ist guter Unterricht? Berlin: Cornelsen. Paradies, Liane et alii (2005): Leistungsmessung und -bewertung. Berlin: Cornelsen. Scholz, Ingvelde/Weber, K-C. (2010): Denn sie wissen, was sie können. Kompetenzorientierte und differenzierte Leistungsbeurteilung im Lateinunterricht. Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht. b) Spezialliteratur Behr, Ursula et alii (2005): Sprachen entdecken Sprachen vergleichen, Kopiervorlagen zum sprachenübergreifenden Lernen D, E, F, R, L. Berlin: Cornelsen. Biermann, Günther/Bosenius, Petra/Fenske, Ute (2005): InterTrainer. Sprachen im Vergleich. D, E, L. Berlin: Cornelsen. Erhard Friedrich Verlag (1951, Hrsg.): Der Altsprachliche Unterricht. Seelze: Verlag Erhard Friedrich. Kuhlmann, Peter (2009): Fachdidaktik Latein kompakt. Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht. Müller, Andreas / Schauer, Markus (1994): Bibliographie für den Lateinunterricht (Clavis Didactica Latina), Bamberg : Buchner (jetzt auch in aktualisierter Softwareversion erhältlich). Wirth, Theo/Seidl, Christian/Utzinger, Christian (2006): Sprache und Allgemeinbildung. Zürich: Lehrmittelverlag des Kantons Zürich. Linksammlungen Unterrichtsmaterialien etc.: Fachdidaktische Zeitschriften Weitere Fachliteratur wird nach Absprache mit den Dozierenden der Fachdidaktik Latein und Griechisch vereinbart. Pädagogische Hochschule FHNW 6/7

7 Anmeldung: Die Anmeldung für die einzelnen Lehrveranstaltungen erfolgt elektronisch via Eventoweb (http://eventoweb.fhnw.ch). Für die Organisation der Praktika kontaktieren Sie frühzeitig die Fachdidaktikdozierenden. Adressen und Stundenpläne verfügbarer Praxislehrpersonen finden Sie im Sekretariat Berufspraktische Studien (Riehenstrasse 154, 4058 Basel). Kontakte: Leiter Professur Didaktik der romanischen Sprachen und ihre Disziplinen: Prof. Dr. habil. Giuseppe Manno, Leiter Institut Sekundarstufe II: Prof. Dr. Viktor Abt, Leitung Berufspraktische Studien: Tel Dozentin Fachdidaktik Latein und Griechisch: Dr. Katharina Wesselmann, Alles Wichtige zum Studium: Bitte beachten Sie, dass das vorliegende Fachportrait eine Informationsschrift und kein rechtlich verbindliches Dokument ist. Pädagogische Hochschule FHNW 7/7

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