GYMNASIUM MUTTENZ MATURITÄTSPRÜFUNGEN 2008 FACH: Wirtschaft und Recht

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1 GYMNASIUM MUTTENZ MATURITÄTSPRÜFUNGEN 2008 FACH: Wirtschaft und Recht Arbeitshinweise - Verwenden Sie für jede Aufgabe eine neue Seite. - Die Lösungen zu den einzelnen Aufgaben sind klar zu trennen und anzuschreiben. Achten Sie auf eine saubere Darstellung. - Der Lösungsweg muss lückenlos ersichtlich sein. - Für die Beantwortung der Rechtsprobleme sind die entsprechenden OR/ZGB Artikel anzugeben! - Die Lösungsblätter müssen am Ende der Prüfung in nummerierter Reihenfolge abgegeben werden. Hilfsmittel - Taschenrechner - ZGB/OR - unkommentierte Liste der Kennzahlen für die Bilanzanalyse Übersicht über die Prüfungsaufgaben Gebiet Richtzeit in Minuten Punkte Recht Aufgabe 1: Eherecht/Vertragsrecht 45 8 Aufgabe 2: 3 Aussagen zu Recht 15 3 Betriebswirtschaftslehre Aufgabe 3: Beschaffung, Produktion, 45 9 Marketing Aufgabe 4: 3 Aussagen zu BWL 15 3 Rechnungswesen Aufgabe 5: Betriebsabrechnung 45 9 Aufgabe 6: 3 Aussagen zu RW 15 3 Volkswirtschaftslehre Aufgabe 7: Geld/Geldpolitik/SNB 45 7 Aufgabe 8: 3 Aussagen zu VWL 15 3 Total

2 Aufgabe 1: Eherecht / Vertragsrecht 1 Das Ehepaar Kamber wohnt in Bern. Beide Gatten sind erwerbstätig, wobei Frau Kamber nur 70% arbeitet. Frau Kamber hat bei einem Messebesuch in Bern ein Pfannenset für CHF gekauft. Als Lieferfrist wurde ein Monat vereinbart. Die Zahlung soll per Rechnung, die der Lieferung beiliegt, erfolgen. a) Frau Kamber stellt beim Heimkommen fest, dass sie das Pfannenset eigentlich nicht benötigt. Sie hat sich durch den überzeugenden Verkäufer zu diesem Spontankauf hinreissen lassen. Sie erinnert sich, im Beobachter gelesen zu haben, dass man Haustürgeschäfte und ähnliches widerrufen kann. Kann Frau Kamber den Kauf rückgängig machen? b) Angenommen Frau Kamber würde ihren Kauf nicht bereuen. Wie müsste sie vorgehen, wenn die Pfannen nach 6 Wochen noch nicht geliefert worden sind? c) Angenommen die Pfannen treffen doch noch ein. Welche dispositiven Garantieansprüche kann Frau Kamber anbringen, wenn sich der "superharte Antihaftbelag" bereits nach zwei Monaten löst? Wie lange kann Frau Kamber weitere Ansprüche geltend machen? d) Angenommen Frau Kamber behält die Pfannen und ist mit ihnen zufrieden, bezahlt aber die Rechnung nicht. Könnte auch der Ehemann zur Zahlung herangezogen werden? e) Das Ehepaar hat sich auseinander gelebt und lässt sich scheiden. Zu welchem güterrechtlichen Vermögensteil gehört das Pfannenset, wenn das Ehepaar keinen Ehevertrag geschlossen hat? (Nennen Sie verschiedene Möglichkeiten und geben Sie jeweils eine kurze ) Welcher Güterstand ist in diesem Beispiel massgebend? Aufgabe 2: 3 Aussagen zu RECHT 1. Die Kündigung einer Wohnung ist formlos gültig. 2. Ein Arbeitnehmer, der grosse Schulden hat, kann mit dem Arbeitgeber vereinbaren, dass er auf die Ferien verzichte und dafür einen zusätzlichen Monatslohn erhalte. 3. Die Kollektiv- und die Kommanditgesellschaften sind keine juristischen Personen, müssen sich aber ins Handelsregister eintragen lassen.

3 Aufgabe 3: Beschaffung, Produktion, Marketing 2 Ein mittelgrosses Coiffuregeschäft im Basler Bahnhof (mit grossem Sichtfenster auf die Schalterhalle) hielt früher nach üblicher Art ein Lager von Pflegeprodukten für die Haare seiner Kunden. Der Verbrauch war gleichmässig und so wurden Bestellungen regelmässig und rechtzeitig ausgelöst. Der Verbrauch pro Jahr liegt bei 1000 Stück, der durchschnittliche Lagerbestand an Pflegeprodukten bei 50 Stück. 1. Teil a) Berechnen sie den Lagerumschlag und die durchschnittliche Lagerdauer der Pflegeprodukte. b) Wie verändern sich der Lagerumschlag und die durchschnittliche Lagerdauer, wenn das Coiffuregeschäft ihren Umsatz um 50% steigert und der durchschnittliche Lagerbestand unverändert bleibt? c) Vergleichen sie die Lösungen a) und b). Welches Ergebnis ist für das Coiffuregeschäft vorteilhafter? 2. Teil Das Coiffuregeschäft trägt sich mit dem Gedanken die Just-in-Time-Beschaffung einzuführen. a) Was versteht man unter Just-in-Time-Beschaffung? b) Nennen sie zwei zentrale Vorteile und erklären sie diese. 3. Teil Die Chefin des Geschäftes hat einen Marketingkurs absolviert und überlegt sich einige Neuerungen für ihr Geschäft. Im Bereich der Preise möchte sie eine sinnvolle Preisdifferenzierung vornehmen. Auch reicht ihr die übliche Mund zu Mund Propaganda nicht mehr. Sie möchte gerne eine Werbeaktion starten. a) Definieren sie für das Coiffuregeschäft das Kernprodukt, das formale Produkt, sowie das erweiterte Produkt. b) Nehmen sie zwei mögliche sinnvolle Preisdifferenzierungen für das Coiffuregeschäft vor. c) Zeigen sie mit einem geeigneten Werbemittel und träger, wie das Geschäft noch bekannter und begehrter gemacht werden kann. Aufgabe 4: 3 Aussagen zu BWL 1. Ein Lohnsystem, das aufgrund einer Arbeitsplatzbewertung erstellt wird, ist objektiv. 2. Wichtige Unternehmungsentscheidungen werden in Stabstellen getroffen. 3. Fremdfinanzierung vermindert die Eigenkapitalrentabilität einer Unternehmung, da Zinsen anfallen.

4 Aufgabe 5: Betriebsabrechnung 3 1. Auswertung eines Betriebsabrechnungsbogens Die Ernst AG stellt drei Produkte im Bereich der Messtechnik her. Der Betriebsabrechnungsbogen für die Kosten der letzten Rechnungsperiode sieht folgendermassen aus: Kostenarten Kostenstellen Gebäude Materiallager Fertigung 1 Fertigung 2 Verwaltung und Vertrieb Kostenträger Produkt A Produkt B Produkt C Material Personal Energie Abschreibungen Zinsen Verschiedenes Total Total a) - Wie hoch sind die Selbstkosten von Produkt C? - Wie hoch sind die Herstellkosten von Produkt A? b) Berechnen Sie folgende Kalkulationssätze: - Materialgemeinkosten in % der Einzelmaterialkosten - Fertigungsgemeinkosten der Fertigungsstelle I in % der Einzellöhne - Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten in % der Herstellkosten c) Welches ist die Hilfskostenstelle/Vorkostenstelle? Begründen Sie Ihre Antwort knapp. d) An der Geschäftsleitungssitzung bemerkt Verwaltungsrat Besser, es gäbe Artikel, die bis zum Verkauf nicht alle Hauptkostenstellen mit Arbeit bzw. mit Kosten belasten würden. Verwaltungsrat Wisser ist anderer Meinung: Sämtliche Produkte würden bei allen Hauptkostenstellen Arbeit und damit Kosten verursachen. Wer hat Recht? Begründen Sie Ihre Antwort. 2. Abgrenzung Aufwand/Kosten Der Anschaffungswert einer Maschine beträgt CHF 280' Sie kann während vier Jahren im Betrieb eingesetzt werden und wird bei einem anschliessenden Verkauf einen Liquidationserlös von CHF 80'000.- erzielen. In der Finanzbuchhaltung werden jährlich 30 % des Buchwertes abgeschrieben. Die kalkulatorische Abschreibung erfolgt linear und soll der tatsächlichen Entwertung in 4 Jahren entsprechen. Wie hoch sind der Abschreibungsaufwand, die Abgrenzung und die Abschreibungskosten am Ende des zweiten Jahres?

5 Aufgabe 6: 3 Aussagen zu RW 4 1. Eine hohe Liquidität garantiert eine hohe Rentabilität. 2. Abschreibungen vermindern den Gewinn und den Cashflow. 3. Können Debitoren ihren Verpflichtungen auch nach einer Betreibung nicht nachkommen, erhält der Gläubiger einen Verlustschein und muss die Forderung über Delkredere abschreiben.

6 Aufgabe 7: Geld / Geldpolitik / SNB 5 Vor einem Jahr hatten wir in Europa folgende volkswirtschaftliche Situation: Die Zentralbanken standen vor dem Dilemma, dass gleichzeitig zwei entgegengesetzte Kräfte wirkten: Einerseits stieg der Inflationsdruck via höhere Erdölpreise und via der wirtschaftlichen Erholung in vielen Ländern Europas, andrerseits verstärkte die Kreditkrise - ausgelöst durch unseriöse Hypothekenfinanzierung in den USA - Rezessionsängste. a) Warum steht eine Zentralbank in der oben geschilderten Situation vor einem Dilemma? b) In der Schweiz nahm das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr zu. Trotzdem blieb die Inflation annähernd konstant. Wie ist dies zu erklären? Vernachlässigen Sie hier die Politik der SNB. c) Vor einem Jahr hat die SNB den Zielsatz für den Drei-Monate-Libor von 2,5% auf 2,75% erhöht. ca) Definieren Sie den Begriff "Drei-Monats-Libor"! cb) Schildern Sie genau, mit welchen Instrumenten die SNB dies erreicht hat. cc) Welche Überlegungen haben die SNB wohl zu diesem Schritt bewogen? Gehen Sie bei der Beantwortung dieser Frage auf das Konzept ein, das der Poltik der SNB zugrunde liegt. cd) Nehmen Sie Stellung zu folgender Aussage: "Die SNB kontrolliert nur die Notenbankgeldmenge, aber nicht M1." Aufgabe 8: 3 Aussagen zu VWL 1. Wenn eine intensive Landwirtschaft die Seen überdüngt und Trinkwasser verschmutzt, entstehen Negative Externe Effekte. 2. Länder, die stark verschuldet sind, weisen bei den Kapitalerträgen einen negativen Saldo auf, was dazu führt, dass das Bruttonationaleinkommen/BSP kleiner ist als das BIP. 3. Zeichnet man in das gleiche Lorenzkurven-Diagramm für die Schweiz je eine Kurve bezogen auf das Einkommen vor und nach Steuern, so sollte die Wirkung der progressiv gestalteten Einkommensteuertarife in Richtung einer gleichmässigen Verteilung sichtbar werden.

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