BPEL - Business Process Executable Language

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1 Martin Luther Universität Halle Wittenberg Fachbereich Mathematik und Informatik Institut für Informatik Lehrstuhl für Softwaretechnik und Programmiersprachen BPEL - Business Process Executable Language Die Zukunft der Softwareentwicklung: Komponentensysteme/Web Services Proseminararbeit Sommersemester 2006 eingereicht am : 28. Juli 2006 von : Felix Wagner Betreuer : Dipl.-Inform. Andreas Both

2 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung Versionen Verhältnis zu WSDL Was für eine Rolle spielen WSFL, XLANG und XPATH? Was ist WS-policy, WS-PolicyAttachments und WS-Adressing? Was ist BPEL? Komposition-Das Grundkonzept Orchestration Choreography Architektur Überblick abstrakte und ausführbare Prozesse Wie schaut die konkrete Implementierung von BPEL aus? Allgemeine Syntax Partner eines Prozesses Variablen Korrelation von Nachrichten und Prozessen Elementare Aktivitäten Strukturierte Aktivitäten Scopes Fehlerbehandlung Kompensation Business Processing Modell Einrichten und Instanzierung eines Business Prozesses Konkrete BPEL Implementationen Beispiel Quellcode und grafische Darstellung eines Business Processes mit BPEL Zusammenfassung Literatur 17 Abbildungsverzeichnis 17

3 1 Einleitung In der heutigen Welt müssen Großunternehmen schnell und flexibel auf Input von außen reagieren. Dabei kann es sich um Serviceanfragen, Verkaufszahlen, Bilanzen und Ähnliches handeln. Zahlreiche Unternehmen konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen und lagern Dienstleistungen aus, kaufen Vorprodukte hinzu etc. Der Begriff des Outsourcings ist aus der modernen Unternehmensphilosophie nicht mehr wegzudenken. Für die Softwareentwicklung bedeutet das:sie muss flexibel auf Veränderungen und externe Elemente reagieren können. Dies ist auf dem herkömmlichen Weg im Sinne von einzelnen Softwareentwicklungen oder arbeitsteiligen Ketten von Programmierern nicht mehr möglich. Der Gedanke für die Zukunft ist somit klar vorgezeichnet:möglichst viele Prozeße müssen automatisiert werden. Schon seit längerer Zeit können Web Services miteinander kommunizieren, sie können auf sich aufmerksam machen und sie können von Kunden und anderen Web Services endeckt werden. Dies alles ist mittels festgelegten Standards möglich. Bis heute gab es jedoch keinen Standard, um verschiedene Services miteinander zu verlinken und zu einem Business-Prozeß zusammenzufassen. Es gab zwar mehrere Spezifikationen, welche jedoch miteinander in Konkurrenz standen und demnach auch nicht kompatibel waren. So zum Beispiel XLANG von Microsoft und WSFL von IBM. Dadurch lagen die Daten in unterschiedlichen Formaten vor. Auch die Anwendungs- und Kommunikationssoftware arbeiteten auf unterschiedlichen Datenformaten. Womit oft mehrmalige Konvertierungsschritte notwendig waren. Die Business Process Executable Language(BPEL) ist eine Fusion bzw. Kombination der graphenbasierten Sprache WSFL und der blockstrukturierten Sprache XLANG. Das Ziel dieser Arbeit soll es sein, den Leser einen Einblick über die Thematik: Business Process Executable Language zu geben. Dabei sollte der Leser mit Grundbegriffen der Web Services vetraut sein. Die verwendeten Komponenten von BPEL werden in der Einleitung nur kurz umschrieben, weil sonst der Rahmen dieser Arbeit gesprengt werde würde. Außerdem gehört letzteres nicht zum inhaltlichen Ziel dieses Artikels. Die Arbeit gliedert sich wie folgt:in der Einleitung wird der Leser an das Thema: Komposition und Orchestration von Web Services herangeführt. Hier erfährt er, welche Spezifikationen von BPEL gebraucht werden. Außerdem wird die Orchestration an einem Beispiel illustriert. Im Kapitel 2 wird die Architektur von BPEL vorgestellt, hier erhält man einen Einblick in die Möglichkeiten der BPEL. Anschließend wird im Kapitel 3 zur Veranschaulichung die Collaxa BPEL Engine vorgestellt und das Instanzieren eines Prozesses verdeutlicht. Ebenfalls fasst Kapitel 3 die Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Zukunft.

4 1.1 Versionen Version 1.0 von BPEL4WS erschien im August Weitere IT-Firmen (z.b. Oracle) schlossen sich der Initiative an, was im Mai 2004 zu einer überarbeiteten Version 1.1 von BPEL[ACD + 03] führte. BPEL 2.0 steht in den Startlöchern und sollte eigentlich Mitte dieses Jahres erscheinen. Zurzeit befindet sie sich aber noch im Standardisierungsprozess und enthält noch bis zu 240 Bugs (vgl. [CW05]). 1.2 Verhältnis zu WSDL BPEL ist abhängig von diversen Spezifikationen. Darunter hat WSDL den stärksten Einfluss. Das BPEL Prozess Modell baut direkt auf dem von WSDL definierten Service-Modell auf. Sowohl der Prozess als auch seine Partner werden als WSDL-Services beschrieben. Hierzu nochmals eine Kurzdefinition von WSDL Web Service Description Language ist eine Metasprache, mit deren Hilfe die angebotenen Funktionen, Daten, Datentypen, Austauschprotokolle eines Web Services beschrieben werden können. Es werden im wesentlichen die Operationen definiert, die von außen zugänglich sind, sowie die Parameter und Rückgabewerte dieser Operationen. U.a. enthalten WSDL Dokumente folgendes: Schnittstelle, Zugangsprotokolle, Details zum Deployment und Informationen zum Zugriff auf den Service in maschinenlesbarem Format Was für eine Rolle spielen WSFL, XLANG und XPATH? Weitere Spezifikationen die von BPEL genutzt werden sind WSFL, XLANG und XPATH. Die Funktionen der jeweiligen Spezifikation ist im folgendem Kontext dargestellt. WSFL Die Web Service Flow Language ist eine Sprache zur Beschreibung von Geschäftsprozessen auf Basis von Web Services. Dabei definiert WSFL per XML ein Modell eines gerichteten Graphen von durch Kontrollflüssen und Datenflüssen verbundene Aktivitäten. XLANG XLANG ist von Microsoft entwickelt und legt den Schwerpunkt nur auf die o ffentlichen Prozesse. Um die Service-Interfaces jedes Teilnehmers zu beschreiben wird WSDL benutzt. XLANG ist ein auf XML basiertes Format zur Beschreibung des Nachrichtenaustausches von teilnehmenden Web Services. Weitere Informationen findet man unter: [Gdn06]

5 XPATH XPATH ist eine vom W3C-Konsortium entwickelte Anfragesprache um Teile eines XML-Dokuments zu adressieren. Es modelliert das XML-Dokument als einen Baum. Man unterscheidet in unterschiedliche Knotentypen, u.a. Elementknoten, Attributknoten und Textknoten. Zum besseren Verständnis sei hier auf folgendes Beispiel verwiesen. Es zeigt wie die Aufsplittung eines einfachen XML Dokuments funktioniert. Rechts erkennt man den Quellcode und links wird die durch XPATH verursachte Aufsplittung des XML-Dokuments illustriert. Dadurch können jetzt Teile dieses Dokumentes adressiert werden. Abbildung 1: obecker <?xml version="1.0?> <!DOCTYPE rezept SYSTEM rrezept.dtd <?xml-stylesheet href=ßtyle.xslttype=ttext/xml?> <rezept> <zutat id=mmehl 200g Mehl</zutat> <!-- weitere Zutaten --> <anleitung> Zuerst nehmen Sie das <zutat xmlns:xlink= xlink:type=ßimple xlink:href=mmehl Mehl</zutat> und mischen es mit... </anleitung> </rezept> Was ist WS-policy, WS-PolicyAttachments und WS-Adressing? WS-Policy ist eine Komponente in der Web Service Architektur. Die Web Service Description Language (WSDL) beschreibt zwar die funktionalen Eigenschaften, bietet aber keine Informationen über die nicht funktionalen Eigenschaften der Web Services. Um die Interoperabilität des Web Services zu gewährleisten und den Mangel an der Beschreibung von nicht funktionalen Eigenschaften zu bewältigen, wird WS-Policy als ein zentrales Werkzeug angewendet. Es werden somit die Anforderungen, Fähigkeiten und Zusicherungen eines Web Services beschrieben. So kann eine Policy beispielsweise anzeigen, dass ein Web Service nur eingehende Anfragen akzeptiert, wenn diese eine gültige Signatur enthält oder die Nachricht eine bestimmte Größe nicht überschreitet. Um die Berücksichtigung der Policy vor der Ausführung des Services sicherzustellen, muss diese mit dem Web Services verbunden werden. Dies wird duch WS-PolicyAttachment spezifiziert. Durch das WS-Adressing können Referenzen auf Web Service Endpoints getauscht oder kopiert werden bzw. bearbeitet und ausgedrückt. [Oio04]

6 1.3 Was ist BPEL? Wie wir schon wissen kann man durch BPEL Web Services miteinander verlinken und zu einem grossen Business-Prozeß zusammenfassen. Um die Akzeptanz von BPEL weiter zu steigern, wurde BPEL im April 2003 an die OASIS 1 übergeben und hat den Anspruch, der geltende Standard für die Komposition von Web Services zu werden. Bisher gab es schon viele Ansätze von Entwicklern, die die Komposition von Software Komponenten und Business Prozessen versucht haben. Jedoch keiner dieser Systeme konnte in einer SOA 2 Umgebung arbeiten. Zu den wichtigsten Merkmalen der SOA gehören Plattformunabhängigkeit, geringe Redundanzen und eine hohe Flexibilität. Weiterhin bestehen an die Umgebung diverse Anforderungen: flexible Integration Rekursive Zusammensetzung Vergleichbarkeit und Separierung der Beziehungen Lifecyclemanagement Fehlerkompensation Die Business Process Executable Language wurde auf diesen Grundpfeilern entworfen. 1.4 Komposition-Das Grundkonzept Wie wir bereits wissen sind die Möglichkeiten von einzelnen Web Services beschränkt, deshalb kommt es zur Komposition von Web Services zu einem Business Process durch BPEL. Man unterscheidet dabei zwei unterschiedliche Kopplungsmechanismen zwischen den Services. Mit der Einführung von Web Services wurden Terme wie web services composition und web service flow benutzt um die Komposition eines Web Services in einem Prozess-Fluß zu beschreiben. Jüngst werden auch die Begriffe Orchestration und Choreography benutzt. BPEL unterstützt beide Mechanismen. 1 Die Organization for the Advancement of Stuctered Information Standardist eine internationale, nicht gewinnorientierte Organisation, die sich mit der Weiterentwicklung von E-Business und Web Service- Standards beschäftigt. 2 Eine Service orientierte Architektur(SOA) ist ein Managementkonzept und strebt dabei eine an den gewünschten Geschäftsprozess ausgerichtete IT-Infrastruktur an, die schnell auf veränderte Anforderungen im Geschäftsumfeld reagieren kann. In einer SOA stehen Geschäftsprozesse im Vordergrund und nicht die Applikationen. Diese Geschäftsprozesse werden in einer SOA durch die Zusammenstellung von Services implementiert.

7 1.4.1 Orchestration Die Orchestration oder auch web service composition beschreibt wie Web Services miteinander interagieren können. Darin enthalten sind auch die Business Logik und die Ausführungsreihenfolge der Interaktionen. Der Business Process kann mit internen, als auch mit externen Partnern kommunizieren. Das Ergebnis der Orchestration ist ein ausführbares Dokument. Die Grundidee besteht darin, dass eine kontrollierende Instanz die einzelnen Prozesse (extern und intern) steuert, anspricht und wie ein Dirigent den Einsatz gibt. Zum besseren Verständnis sei auf folgende Grafik verwiesen: Choreography Die Choreography oder auch web service flow verfolgt die Sequenzen der Nachrichten, welche zwischen verschiedenen Parteien ausgetauscht werden. Das Ergebnis ist ein beschreibenes, nicht ausführbares Protokoll. 2 Architektur 2.1 Überblick In den letzten Jahren haben sich einige Standards im Bereich der Web Services entwickelt. So dient XML als Format zur Datenverwaltung, SOAP als Übertragungsprotokoll und WSDL als Bedienungsanleitung für Web Services. Bezogen auf BPEL ist nun ein Dienst vorhanden der die Web Services bereitstellt. Bei jedem definierten BPEL Prozess wird ein WSDL Dokument erstellt, indem der genutzte Web Service definiert ist. Will ein anderer Benutzer diesen Web Service nutzen steht ihm bereits dessen Bedienungsanleitung zur Verfügung. Diese Definition enthält die Partner (partner- Link) mit denen der Prozess kommuniziert, deren Kommunikationskanäle (porttype) und die mit diesem Partner möglichen Operationen (operation).

8 Die Operationen werden unter BPEL als Aktivitäten bezeichnet. Dabei unterscheidet man in elementare und strukturierte Aktivitäten. Durch Operationen wie receive, reply, pick oder invoke können Web Services untereinander agieren. Dadurch werden unter den Services Nachrichten ausgetauscht. Wichtig ist hierbei auch die assign Aktivität, die Daten von einen Bereich in einen anderen kopieren kann. Strukturierte Aktivitäten dagegen kombinieren elementare Aktivitäten für anspruchsvollere Business Logiken. U.a. gehören dazu:sequence, switch, while und flow. Auf die Funktionalität und Arbeitsweise der Operationen sei auf Kapitel und Kapitel verwiesen. Im Grundkonzept besteht die Architektur von BPEL aus geschachtelten Bereichen, den so genannten Scopes (siehe Kapitel 2.3.6). BPEL benutzt WSDL Message Types, XML Schema Simple Types und Elemente. XPATH ist die Standardsprache zum abfragen und manipulieren von Daten. 2.2 abstrakte und ausführbare Prozesse Kommen wir nun noch zu den Prozessen, die in BPEL möglich sind, bevor wir in die Tiefen des Quellcodes eindringen. Die abstrakten Prozesse beschreiben die externe Sicht von Interaktionen zwischen Business Partnern ohne die einzelnen inneren Business Logiken der individuellen Partner zu verdeutlichen. Die ausführbaren Prozesse dagegen zeigen die Business Logik der Partner, die hinter der externen Sicht steht. Somit kann man sagen, dass die abstrakten Prozesse eine Art Projektion von ausführbaren Prozessen sind, wobei die privaten Mechanismen in einer Unternehmung nicht gezeigt werden. BPEL benutzt dabei gleiche Sprachkonstruktionen für beide Prozesse, wobei natürlich jede Variante extra Anweisungen besitzt. 2.3 Wie schaut die konkrete Implementierung von BPEL aus? Um diese Frage beantworten zu können und den Leser einen besseren Überblick zugeben, ist in Kapitel das Grundgerüst eines BPEL-Prozess gegeben. Wie man erkennen kann, werden folgende Elemente definiert: Verbindungen zu den Partnerprozessen(partners, partnerlinks) Variablenmengen Korrelationsmengen (correlationset) Fehlerbehandlungen (faulthandler) Kompensationsroutinen (compensationhandler) Ergebnisbehandlungen (eventhandler) Das Herzstück eines Prozesses bilden die Aktivitäten. In den folgenden Kapitel erhält der Leser einen tieferen Einblick in die einzelnen Elemente.

9 2.3.1 Allgemeine Syntax <process name= ncname targetname space=uri querylanguage=anyuri? 1 expressionlanguage=änyuri? 2 suppressjoinfailure= yes no? 3 enableinstancecompensation= yes no? 4 abstractprocess= yes no? 5 xmlns= <partnerlinks >? <!--Dienste- -!> </partnerlinks > <partners >?... </partners > <variables >... < /variables> <correlationsets>?... < /correlationsets> <faulthandlers>?... < /faulthandlers> <compensationhandler>?... < /compensationhandler> <eventhandlers>? Partner eines Prozesses Die Partner eines Prozesses sind entweder: ein Service, welcher vom Prozess aufgerufen wird (invoked Partner) ein Service, welcher den Prozess aufruft (client Partner) Für jeden externen Partner wird ein partnerlink im Quelltext definiert, wobei mehrere Partner einen gemeinsamen partnerlink benutzen können. Der partnerlink wird durch einen eindeutigen Namen identifiziert. Die Rolle des Prozesses wird innerhalb des myrole-konstrukts und die des Partners innerhalb des partnerrole-konstrukts definiert. Die einzelnen Partner, die am Prozess teilnehmen, befinden sich im Partner-Konstrukt.Im Quellcode sieht das folgender Weise aus: 1 gibt an welche XML-Anfragesprache verwendet werden soll, Standard:XPATH 2 gibt an welche Ausdrucksprache verwendet werden soll, Standard:XPATH 3 sagt aus ob der joinfailure-fehler für alle Aktivitäten im Prozess unterdrückt wird, Standard:no 4 gibt an, ob die Prozessinstanz als ganzes mittels eines Kompensierungshandlers kompensiert wird, Standard:no 5 abstrakter oder ausführbarer Prozess

10 <partnerlinks > <partnerlink name=nncameppartnerlinktype= qname myrole=nncname? partnerrole=nncname? >+ </partnerlink > </partnerlinks > Jeder Partner hat wiederum wenigstens ein PartnerLinkType. Dieser spezifiziert die Kommunikationsbeziehung zwischen zwei Services, indem die Rollen der beiden Services und porttypes auf die sich die Services beziehen festgelegt werden. Solch ein Konstrukt ist notwenig, damit die Services dynamisch über ihre Endpunktreferenzen angesprochen werden können, da während des Prozesses mehrere Instanzen des Prozesses erzeugt werden Variablen Die Variablen dienen zum Austausch von Nachrichten zwischen den Aktivitäten und den Diensten. Der Typ einer Variablen ist ein XML-Schema basiertes Element bzw. Typ oder ein WSDL Nachrichtentyp. Sie können als Ein- und Ausgabevariablen der Aktivitäten invoke, receive, reply oder assign fungieren Korrelation von Nachrichten und Prozessen BPEL kann mehrere Instanzen von Prozessen erzeugen. Hierbei ist jede Nachricht, die empfangen oder geschickt wird, in Abhängigkeit mit einer entsprechenden Prozessinstanz. Diese Abhängigkeiten werden in den Korrelationsmengen definiert. Sie haben einen eindeutigen Namen und entsprechende Eigenschaften Elementare Aktivitäten Die elementaren Aktivitäten eines Prozesses können nicht weiter verschachtelt werden, d.h. sie dürfen keine anderen Aktivitäten enthalten. Es folgt nun eine Auflistung der Aktivitäten mit ihren Funktionen: Aktivität Funktion assign reply invoke receive empty throw terminate kopiert, verändert und erzeugt Daten versendet Antwort als Folge auf Receive ruft Prozess eines Services auf spezifiziert den Service von den eine Nachricht empfangen werden soll dient zum Einfügen späterer Aktivitäten beschreibt mögliche Fehlerfälle beendet explizit den Prozess 1 1 Man unterscheidet zwischen synchronen und asynchronen Invoke. Synchron:Anfrage/Antwort Prinzip; Asynchron:Wenn der Anfragende nicht sofort eine Antwort bekommt, muss die Prozessablaufumgebung damit klar kommen, dafür ist der asynchrone Aufruf zuständig.

11 2.3.6 Strukturierte Aktivitäten Die strukturierten Aktivitäten bestehen aus elementaren Aktivitäten und können rekursiv geschachtelt werden. Sie beschreiben u.a. die Reihenfolge der Ausführung der Aktivitäten. Wie der Name schon sagt werden dabei Strukturen erzeugt, die den Datenfluss, die Reaktion auf Fehler und die externen Ereignisse, sowie die Koordination des Nachrichtenaustausches zwischen Prozessinstanzen ermöglicht zu beschreiben. Auch hier folgt nun eine Auflistung der Aktivitäten mit ihren Funktionen: Aktivität Funktion sequence while switch flow pick Scopes definiert für verschiedene Aktivitäten die Reihenfolge in der sie abgearbeitet werden sollen Schleife ermöglicht fallbasierte Verzweigungen erlaubt paralleles Abarbeiten von Aktivitäten versetzt den Prozess in eine Art Endlosschleife und wartet auf ein Ergebnis, etwa die Antwort eines partnerlinks, um dann mit dem Prozessfluss fortzusetzen Scopes sind die Umsetzung der globalen und lokalen Sichtbarkeit. Es ist ein Konstrukt in dem mehrere Aktivitäten in einem gemeinsamen Kontext gepackt werden können. Scopes enthalten:variablen zur Speicherung von Daten, faulthandler (Fehlerbehandlungsroutinen), compensationhandler oder eventhandler (Ergebnisbehandlung). Jeder Scope hat eine Primäraktivität, die das Normalverhalten definiert. Dies kann eine komplexe strukturierte Aktivität sein, welche beliebig tief geschachtelt ist. Wie schon beschrieben können Scopes auch faulthandler besitzen, die auf Fehler von Aktivitäten reagieren. Sind keine faulthandler deklariert, wird der Fehler auf den nächst höher stehenden Scope weitergegeben Fehlerbehandlung Ursachen für Fehler in BPEL sind folgende: throw Aktivität wird aufgerufen Aufgerufender Web Service schließt fehlerhaft ab und schickt Fehlermeldung interner Fehler (z.b. typemissmatch) Das Verhalten im Fehlerfall in einem Scope hängt davon ab, ob ein faulthandler deklariert wurde. Wenn nicht, müssen alle Aktitvitäten gestoppt werden und der Fehler wird zum nächst höherliegenden Scope geschickt. Der betroffende Scope schließt dann fehlerhaft ab. Ist dagegen ein faulthandler deklariert, wird die Fehlerbehandlunsroutine aufgerufen. Der Scope wird dann normal beendet. Dies sei durch folgende Abbildung illustriert:

12 BPEL4WS von Dijana Micijevic [MMM03] Kompensation In einem Scope ist es möglich Auswirkungen von Aktivitäten auszugleichen. Die Grundtypen der Kompensation sind die explizite und implizite Kompensation. Bei der expliziten Kompensation kann die compensate Aktivität nur im faulthandler eines den Scope direkt umschliessenden weiteren Scope aufgerufen werden. Bei der impliziten Kompensation wird die compensate Aktivität im compensationhandler eines den Scope direkt umschließenden weiteren Scope aufgerufen werden. BPEL4WS von Dijana Micijevic [MMM03] 3 Business Processing Modell 3.1 Einrichten und Instanzierung eines Business Prozesses Bevor ein BPEL Prozess instanziert werden kann, muss er natürlich eingerichtet werden. Genauer gesagt müssen die einzelnen porttypes, Partner und partnerlinks definiert werden. Die Maschine

13 bzw. das Workflow-System, für welchen der Prozess eingerichtet ist, sorgt nun für die Erzeugung der einzelnen Instanzen des Prozesses. Dies geschieht durch die Aktivitäten, die Instanzen erzeugen können und den Austausch von Daten zwischen den Partnern und Instanzen gewährleisten. Nach dem Einrichten interagieren die Partner untereinander, indem sie die Operationen aufrufen, die sie anbieten. Um zu garantieren das die eingehenden Nachrichten an die richtigen Aktvitiväten geschickt werden, kann eine receive, pick o.a. Aktivität mit nur einen partnerlink, porttype oder Operation zur gleichen Zeit arbeiten. Nebenbei überprüft die Environment die eingehenden Nachrichten auf Korrelationsinformationen und entscheidet ob sie in eine passende Instanz passt oder eine neue Instanz erzeugt werden muss oder gar nichts gemacht werden muss. Nachdem die reply Aktivität ausgeführt wurde, bekommt der Anfragende eine Antwort. Um den Kontrollfluss in BPEL zu steuern, benutzt man die strukturierten Aktivitäten. Eine Aktivität startet nur dann, soweit sie alle Informationen, die es zur Ausführung braucht, bekommen hat. 3.2 Konkrete BPEL Implementationen Aber wie schaut eine konkrete Implementation von BPEL in der Praxis aus? Um den Leser hier einen Einblick zu verschaffen, wird in dem folgenden Kapitel kurz auf die Collaxa BPEL Engine eingegangen. Allgemeine Anforderungen Um eine gute Implementierung der BPEL bieten zu können, sind einige Anforderungen zu erfüllen: asynchrone Transaktionen Zuverlässigkeit Skalierbarkeite Adaptivität 1 Web Service Orchestration muss dynamisch, anpassungsfähig und flexibel sein 2 Wiederbenutzbarkeit 3 Collaxa BPEL Engine Die Collaxa BPEL Engine erfüllt die im Kapitel genannten Anforderungen. Sie wurde von Oracle entwickelt und war die erste offiziele BPEL-Engine auf dem Markt. Die Engine ist Win NT basiert, beinhaltet Debugging, Visualisierung von Prozessen und ein www-interface. Außerdem besteht ein umfassender Support durch Oracle (Forum, Dokumentationen, FAQ). Konkret sieht die Oberfläche gefolgt aus: 1 Hierunter versteht man die Benutzerfreundlichkeit und Lernfähigkeit. 2 Die Flexibilität erfolgt durch klare Trennung von Prozess Logik und benutzten Web Services. 3 Wichtig ist auch, dass komplette BPEL Prozesse als Web Services in einem anderen Prozess interagieren kann.

14 Visualisierung eines BPEL Business Flow Abbildung 2: assign Aktivität mit einer grafischen Oberfläche Abbildung 3:

15 3.3 Beispiel Quellcode und grafische Darstellung eines Business Processes mit BPEL Abbildung 4: Grafische Repräsentation von BPEL-Studienarbeit Daniela Weinberg[Wei06] Abbildung 6: Grafische Repräsentation von BPEL-Studienarbeit Daniela Abbildung 5: Grafische Repräsentation von Weinberg[Wei06] BPEL-Studienarbeit Daniela Weinberg[Wei06]

16 3.4 Zusammenfassung Vor- und Nachteile Den Leser sollten nach aufmerksamen Lesen dieses Artikels die Vorteile der BPEL eindeutig geworden sein. Zusammenfassend werden sie hier nochmals angegeben: Zentralisierung der Prozesse grafische Prozess-Definition Vorteile einer SOA Interne Prozesse müssen nicht bekannt sein Transparenz für organisationsübergreifende Abläufe Berechtigungen können vom Web Service definiert werden Aber auch BPEL hat natürlich Nachteile. So ist BPEL für umfangreiche Prozesse noch nicht geeignet. Außerdem ist die Programmierung recht kompliziet und umständlich. Das grösste Problem ist aber das die bald erscheinende Version BPEL 2.0 nicht kompatibel zu BPEL 1.1. ist. Ausblick BPEL ist der derzeitige Standard bei der Komposition von Web Services. Wir sprechen hierbei über einen Bereich der noch viele offene Möglichkeiten besitzt, die erforscht werden müssen. Die Hoffnung ist berechtigt, dass durch den Einsatz von BPEL-Engines der Aufwand für das Programmieren neuer Services in Zukunft auf einen Bruchteil der heute benötigten Zeit schrumpfen könnte. Für Geschäftsprozesse bedeutet dies, dass Prozessveränderungen oder die Integration externer Services viel schneller als bislang realisiert werden können. BPEL hat den Vorteil von Unternehmen wie IBM, Oracle, Microsoft und jetzt auch SAP unterstützt zu werden. Damit kann man sagen, dass BPEL möglicherweise zu einer SQL für Prozesse werden wird.

17 Literatur [WCL + ] Sanjiva Weerawarana, Francisco Curbera, Frank Leymann, Tony Storey, Donald F.Ferguson. Web Services Platform Architecture [ora06] Oracle:Website, [ACD + 03] Tony Andrews,Francisco Curbera, Hitesh Dholakia, Yaron Goland, Johannes Klein,Frank Leymann, Kevin Liu,Dieter Roller, Doug Smith, Satish Thatte, Ivana Trickovic and Sanjiva Weerawarana. Business Process Execution Language for Web Services Version May 2003 [Wei06] Studienarbeit:Daniel Weinberg, 2006 www2.informatik.hu-berlin.de/top/download/publications/weinberg03.pdf [Wik06] Wikipedia:Website, [Ibm1] BEA Systems, IBM, Microsoft, SAP AG and Siebel Systems. Business Process Execution Language for Web Services 1.1 [Hei1] Dominikus Heinzeller. Business Process Executable Language, Uni Heidelberg [Gdn06] XLANG. Web Services For Business Process Design [CW05] Computerwoche:Website, [Oio04] Thomas Bayer, Andreas Spall. Orientation in Objects:Website, November [MMM03] Mikijevic, Maslic, Maier:BPEL4WS Micijevic&Maier&Maslic.pdf Abbildungsverzeichnis 1 obecker Grafische Repräsentation von BPEL-Studienarbeit Daniela Weinberg[Wei06] Grafische Repräsentation von BPEL-Studienarbeit Daniela Weinberg[Wei06] Grafische Repräsentation von BPEL-Studienarbeit Daniela Weinberg[Wei06]

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