Ka r s twa s s e r08. Pe r s p e k t i v e n d e r s t r at e g i s c h e n Wa s s e r r e s s o u r c e n

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1 Ka r s twa s s e r08 Pe r s p e k t i v e n d e r s t r at e g i s c h e n Wa s s e r r e s s o u r c e n im Land Salzburg Ma i 2008

2 Die Tagung Karstwasser08 im Land Salzburg wurde unterstützt von: Die Tagung Karstwasser08 im Land Salzburg wurde gesponsert von: Impressum Eigentümer, Herausgeber und Medieninhaber: CIPRA Österreich Alser Straße 21 A-1080 Wien Redaktionsteam: Gudrun WALLENTIN, Oesterreichischer Alpenverein, Sektion Salzburg und Österreichische Akademie der Wissenschaften, GIScience Roland KALS, Oesterreichischer Alpenverein, Landesverband Salzburg Hannes AUGUSTIN, Naturschutzbund Salzburg Edgar DACHS, Universität Salzburg; Unabhängige Plattform Rettet Salzburgs Berge Dagmar STEINER, Naturfreunde Salzburg Bildnachweise: B. Loidl: S. 62 (u.), S. 65 (o., m.) C. Flanderer: S. 65 (r.u.) C. Klenovec: S. 32 (u.) D. Peinelt: S. 33, 58 E. Dachs: S. 15, 28, 29, 38, 60, 62 (o.), 63, 65 F. Hoffmann: S. 30 (u.) G. Kuschnigg: S. 35 G. Wallentin: S. 64, 64/65 H. Augustin: S. 18, 65 (r., l.u.) J. Essl: S. 25 (o., m.), 26, 27, 32 (o.), 34, 36, 39, 40/41, 43, 51, 52/53, 54, 56, 57 M. Revers: S. 10/11, 12, 30 (o.), 46/47, 59 M. Uphues: S. 24, Naturfreunde Salzburg: S. 55 OeAV/Fachabt. Raumplanung-Naturschutz: S. 49 R. Kals: S. 25 (u.) R. Pavuza: S. 21, 23 U. Gregor: S. 48 Layout und grafische Gestaltung: Josef Essl, Innsbruck Druck:... ISBN-13: Der Dachserfall. Foto: B. Loidl

3 CIPRA Österreich Veröffentlichungen 1 Tag u n g s b a n d Ka r s twa s s e r08 Pe r s p e k t i v e n d e r s t r at e g i s c h e n Wa s s e r r e s s o u r c e n im Land Salzburg Salzburg, Mai 2008

4 4 Gru s s w o r t Man bringt vielleicht ein Thema wie Perspektiven der strategischen Wasserressourcen im Land Salzburg, speziell das Karstwasser betreffend, nicht automatisch mit der Universität in Verbindung. Zumindest in der breiten Öffentlichkeit nicht. Dabei genügt ein kurzer Blick in das Spektrum der Fächer, welche an der Universität Salzburg betrieben werden, um zu sehen, dass gleich mehrere Wissenschaften mit dem Thema von Hause aus befasst sind: Unmittelbar Geographie und Geologie, indirekt und sozusagen prinzipiell Biologie und Chemie, in besonderer Hinsicht aber auch die Rechtswissenschaft und nicht zuletzt die Kulturwissenschaften, sofern die Wassernutzung eine Rechtsfrage darstellt und Wasser an sich für die Kulturen der Menschen eine eminente Bedeutung hat. Gerade in Zeiten, wo vielleicht nicht im Bundesland Salzburg, sehr wohl aber global gesehen die Wassernutzung zum immer brennenderen Problem wird und wo sich selbst in unserer Region die Rechtsfragen rund um die Wasserversorgung zunehmend akuter stellen, kann eine Universität nicht abseits stehen. Sie muss vielmehr der Gesellschaft, konkret dem Land, als dessen höchste und größte Schule sie sich versteht, mit ihren Forschungsleistungen und ihrem Wissens- bzw. Kompetenzvorrat zur Verfügung stehen. Insofern freut es mich und begrüße ich es, dass die Perspektiven der Wasserressourcen in der Salzburger Region an unserer Universität analysiert und debattiert werden. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass der Dialog über dieses wichtige Thema jederzeit fortgeführt wird. Univ-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger Rektor der Universität Salzburg

5 5 Vor w o r t CIPRA Österreich befasst sich nicht erst etwa seit dem Internationalen Jahr des Wassers 2003 oder dem in der Alpenkonvention zur Ausarbeitung vorgesehen Durchführungsprotokoll Wasserhaushalt mit dem vielschichtigen Wasserthema. So widmeten sich die CIPRA-Jahresfachtagungen schon 1993 in Salzburg dem Thema Trinkwasser aus den Alpen und 1997 in Villach der Zukunftsfrage Wasser aus den Alpen Kapital der Zukunft?. Dazu kam im Jahre 1998 die vom Fachausschuss Karst von CIPRA Österreich zusammengestellte Veröffentlichung Die Karstlandschaften der Österreichischen Alpen und der Schutz ihres Lebensraumes und ihrer natürlichen Ressourcen. Keine Überraschung also, dass sich das CIPRA Österreich-Komitee sofort für die Drucklegung des Tagungsbandes KarstWasser08 Perspektiven der strategischen Wasserressourcen im Land Salzburg bereit erklärte. Als Informations- und Kommunikationsplattform, getragen durch die 18 Mitglieder aus Naturschutzorganisationen und Naturschutzabteilungen der Bundesländer, ist CIPRA Österreich geeignet, wichtige Alpenthemen zu transportieren und einen sachlichen Dialog zu entfachen. Die Initiativen von KarstWasser08 hatten mit der Wahl dieses Tagungsthemas einen Beitrag zur grundsätzlichen Lösung einer schwierigen Frage im Sinn. Inhalt und Kompetenz der einzelnen Fachaufsätze leisten dafür wichtige Aufschlüsse. Letztlich sollen künftig derartige Interessenkonflikte um die Nutzung strategischer Wasserreserven aber gar nicht mehr auf der Tagesordnung stehen können, wenn der/die Eigentümer von vornherein mögliche Verkaufsabsichten unterbindet. Leider fehlt zu diesem wichtigen Alpenthema Wasser eine gemeinsame alpenpolitische Strategie der Alpenstaaten. Zwar sieht die Alpenkonvention in ihrem Rahmenvertrag die Ausarbeitung eines eigenen Durchführungsprotokolls Wasserhaushalt vor, doch ist ein solches bis heute nicht verhandelt bzw. in Kraft getreten. Als Ergebnis wichtiger internationaler Wasserkonferenzen und des Ständigen Ausschusses der Alpenkonvention konnten sich die Alpenstaaten (bisher) nicht zu einem eigenen Protokoll durchringen. Sowohl das CIPRA Österreich- Komitee als auch die Delegiertenversammlung sind allerdings aufgrund der vielfältigen Behördenpraxis und den Erfahrungen aus der täglichen Arbeit mit dem Wasser der Auffassung, dass trotz der bestehenden EU-Wasserrahmenrichtlinie genügend Alpenspezifika für ein eigenes Wasser-Protokoll existieren. Jedenfalls wird CIPRA Österreich vorerst einmal CIPRA International bei den Verhandlungen in der unter österreichischem Vorsitz tagenden Plattform Wasserwirtschaft im Alpenraum inhaltlich unterstützen. Dabei werden die in Salzburg aufgeworfenen Fragen über strategische Wasserreserven und Karstwasser nicht unerwähnt bleiben. Peter Hasslacher Vorsitzender CIPRA Österreich

6 6 Inh a lt s v e r z e i c h n i s Grußwort Vorwort Einleitung Edgar Dachs, Walter Klappacher & Rudolf Pavuza Strategisch wichtige Wasserressourcen im Tennengebirge: Geologische und hydrologische Fakten 8 Rudolf Pavuza Einige hydrogeologische Grundlagen der Karstentwässerung 20 Gerhard Völkl Karstwasserressourcen in den Salzburger Kalkalpen 24 Gerhard Kuschnigg Landnutzungskonflikte und Wasserversorgung 35 Heinrich Gernedel Nachhaltige Entwicklung von Trinkwasserreserven 38 Cornelia Maier Österreichischer Grundwasserschutz und EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) 40 Martin Kind Wem gehört das Wasser? 46 Rudolf Feik Verkauf strategisch wichtiger Karstwasserressourcen durch die Österreichische Bundesforste AG 51 Ha n s Wi e s e n e g g e r & Ge r h a r d Vö l k l Exkursion zu den großen Karstquellen des Tennengebirges Tagungsimpressionen Teilnehmer/Innen Abkürzungen CIPRA Österreich - Mitgliedsorganisationen CIPRA Österreich - Veröffentlichungen

7 7 Ein l e i t u n g Was man im scheinbaren Überfluss hat, das schätzt man wenig. Diese banale Weisheit zeigt sich beim Thema Karstwasser besonders deutlich: Der größte Teil der österreichischen Bevölkerung trinkt Karstwasser - also aus Kalkgebirgen stammendes Wasser - ohne sich der außerordentlichen Empfindlichkeit karsthydrologischer Systeme bewusst zu sein. Das Unwissen zieht sich offenbar hinauf bis in die höchsten Ebenen der politischen Entscheidungsträger. Um diesem Mangel abzuhelfen, veranstaltete die Universität Salzburg unter Mitwirkung zahlreicher Umweltorganisationen am 30. und 31. Mai 2008 die Tagung Karstwasser - Perspektiven der strategischen Wasserressourcen im Land Salzburg, deren Ergebnisse hiermit vorgelegt werden. Auslöser war eine großflächige Grundstückstransaktion im Tennengebirge, die im Jahre 2005 von den Österreichischen Bundesforsten AG trotz des Veräußerungsverbotes von strategischen Wasserressourcen ( 1 Abs. 3a, Bundesforstegesetz) durchgeführt wurde. Damit ist ein großer Teil des östlichen Tennengebirges aus Staatsbesitz in private Hand gelangt und die Verfügungsgewalt über das Einzugsgebiet mehrerer großer Quellen an der Nordseite des Gebirges dem direkten staatlichen Einfluss entzogen worden. Es bleibt nur die Hoffnung, dass der neue Eigentümer die rechtlichen Bestimmungen zum Schutz der Wasserressouren genau beachtet. Was wenig bekannt ist: Schon etliche Jahre früher war die Nordwestecke des Tennengebirges (auch hier entspringt eine bedeutende Karstquelle) ebenfalls einem privaten Interessenten übereignet worden. Zu einer Wasserversorgung gehören nicht nur die Quellen und die technische Infrastruktur (Leitungen, Speicher, usw.) sondern auch das Einzugsgebiet, also jenes Areal, in dem sich das Wasser sammelt, bevor es in der Quelle wieder an den Tag tritt. Diese Einzugsgebiete sind der Schlüssel für die Güte des Wassers. Sie sind in Karstgebieten gegenüber Verunreinigungen extrem empfindlich und bedürfen deshalb einer besonders behutsamen Behandlung, was die Alm- und Forstwirtschaft, die Jagd sowie die touristische Nutzung betrifft. Es handelt sich um die alte Auseinandersetzung darüber, ob lebensnotwendige Grundbedarfsgüter, zu denen zweifellos auch das Trinkwasser zählt, von privater oder von öffentlicher Hand besser bereitgestellt werden können. Doch mittlerweile dürfte auch in Österreich die Privatisierungseuphorie Vergangenheit sein. Wieder still geworden ist es um die Überlegungen früherer Bundesregierungen, die mehrheitlich genossenschaftlich oder kommunal organisierten Wasserversorgungen in unternehmerische Hände zu bringen. So gesehen ist die Privatisierung eines österreichweit bedeutenden Trinkwassereinzugsgebietes ein bemerkenswerter Anachronismus. Und es ist davon auszugehen, dass es sich nicht um das letzte Rechtsgeschäft dieser Art handelt. Im Juni 2006 wollte Thomas UHER, damals Finanzvorstand der Österreichischen Bundesforste AG, keineswegs ausschließen, dass auch andere unrentable Karstgebiete veräußert werden. Gilt diese Aussage weiterhin, dann stehen im Land Salzburg unter anderem das Hagengebirge, der Hohe Göll, der Hochkönig, das Steinerne Meer, oder der Gosaukamm zur Disposition. Alle diese Gebirgsstöcke beherbergen enorme Karstwasservorräte. Gerade in Zeiten des Klimawandels und der immer knapper werden Wasserressourcen werden Karstquellen und deren Einzugsgebiete immer wertvoller. Geologen gehen davon aus, dass im Tennengebirge Trinkwasser für rund eine Million Menschen schlummert. Grund genug also, sich mit dem Karstwasserthema ernsthaft zu befassen. Es geht um das Verständnis des karsthydrologischen Systems, um die grundsätzliche Bedeutung der Karstwässer für die österreichische Trinkwasserversorgung sowie um rechtliche Aspekte der langfristigen Sicherung der Wasserressourcen. Dr. Roland Kals OeAV-Landesverband Salzburg Referent für Natur- und Umweltschutz

8 8 St r at e g i s c h w i c h t i g e Wa s s e r r e s s o u r c e n im Te n n e n- g e b i r g e: Geologische und hydrologische Fakten v o n Ed g a r Da c h s, Wa l t e r Kl a p pa c h e r u n d Ru d o l f Pav u z a Edgar Dachs Walter Klappacher Rudolf Pavuza Zu s a m m e n fa s s u n g Das Tennengebirge im Bundesland Salzburg, ist ein Trinkwasserhoffnungsgebiet erster Ordnung. Strategisch wichtige, d.h. für eine Wasserversorgung der Bevölkerung langfristig geeignete Quellbezirke sind: (a) Paß Lueg und vorgelagerte Talfüllungen, (b) Oberscheffau und Abtenau samt vorgelagerten Talfüllungen und (c) Lammerursprung und Wengerau. Die geologischen und hydrologischen Fakten belegen, dass das Tennengebirge als zusammenhängender, vertikal und horizontal vernetzter Karstwasserkörper mit Hauptquellaustritten im Norden von enormer strategischer Bedeutung zu betrachten ist. Durch Markierungsversuche ist ein bis in die südlichste Region des Tennengebirges reichendes Einzugsgebiet dieser bedeutenden Großquellen nachgewiesen. Das gesamte Zentralplateau des Tennengebirges ist damit als Quelleinzugsgebiet anzusehen, das bis zu den wasserstauenden Werfener Schichten reicht, die an der Südflanke des Gebirges auf m Seehöhe die Basis der kalkalpinen Schichtfolge bilden. Die angrenzenden und von den Karstwässern teils oberirdisch, teils unterirdisch gespeisten Talfüllungen (unteres Lammertal, Lammerursprung, Wengerau) sind Grundwasserkörper, denen wegen ihrer Speicher- und Filtrierwirkung ebenfalls große Bedeutung für eine langfristige Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigem Trinkwasser zukommt. Dem trägt die bereits 1980 verfügte "Wasserwirtschaftliche Rahmenverfügung" zum Schutz der Karstwasservorkommen Rechnung. Damit wurde die zukünftige Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser rechtlich gesichert und durch das normierte Verkaufsverbot im 1 Abs. 3 lit. 3a Bundesforstegesetz 1996 konkretisiert und erhärtet. Ein Verkauf an Privatpersonen widerspricht diesem Verbot. Aus der Analyse der geologisch-hydrologischen Fakten geht sehr klar hervor, dass 800 ha Liegenschaften im südöstlichen Tennengebirge, die von der Österreichischen Bundesforste AG an einen privaten Holzindusriellen verkauft werden sollen, integraler Bestandteil dieses strategisch bedeutsamen Karstwasserkörpers des Tennengebirges samt südlich angrenzenden Grundwasserkörpers im obersten Lammertal sind und der angestrebte Verkauf damit rechtswidrig ist. Ei n l e i t u n g Wasser bildet die wichtigste Lebensgrundlage des Menschen und die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser ist eine zentrale politische und volkswirtschaftliche Aufgabe jedes Landes. Österreich ist mit diesem Gut reichlich gesegnet, doch auch bei uns steht hochqualitatives Trinkwasser nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung. Die Siedlungskonzentration in den Tälern mit den damit verbundenen anthropogenen Einflüssen hat dazu geführt, dass Wasserreserven in den Talungen immer wieder durch negative Umwelteinflüsse beeinträchtigt wurden und deshalb teilweise nur mehr bedingt verwendbar sind. In Salzburg wurde basierend auf den hydrogeologischen Studien von BRANDECKER (1974, 1979, 1980, 1985), BRANDECKER & MAURIN (1982, 1990) und TOUSSAINT (1971) das Potential des südlichen Salzburger Beckens und der angrenzenden Karststöcke des Tennen-, und Hagengebirges und Hohen Göll als Trinkwasserreserve von den politisch Verantwortlichen erkannt und in einer zusammenfassenden Studie dokumentiert (BRANDECKER & STRASCHIL, 1995). Diesem Faktum wurde auch in einer Ministerverordnung Rechnung getragen, die diese Gebiete unter Schutz stellt (BGBl. 1980/Nr. 315 "Erlassung einer wasserwirtschaftlichen Rahmenverfügung zum Schutze der Grundwasservorkommen im südlichen Salzburger Becken und im unteren Lammertal sowie der Karstwasservorräte des Tennengebirges, Hagengebirges und Hohen Göll"). Diesen Schutzbestimmungen stehen jüngste Entwicklungen gegenüber, die unsere Natur und hier sind besonders die durch die österreichischen Bundesforste verwalteten Gebiete des Volkseigentums betroffen - als potentielles Verkaufsobjekt betrachten. Sie begannen mit der Ausgliederung der Österreichischen Bundesforste 1996 und deren Umstrukturierung zu einem profitorientierten Unternehmen (ÖBf AG). Als konkreter Fall im Salzburger Raum ist hier der zum Zeitpunkt der Abfassung der vorliegenden Studie noch schwebende Verkauf von 800 ha im südöstlichen Teil des Tennengebirges an einen Holzindustriellen zu nennen, der Bereiche der gesamten Talflanke zum Lammertal und angrenzende Plateauareale umfasst. Als Wissenschafter sehen wir uns gefordert, hier auf drohende Fehlentwicklungen hinzuweisen. Diese bestehen unserer Meinung nach darin, dass privates Einzelinteresse und durch den Verkauf von Naturlandschaften zu erzielende Erträge vor das Interesse der

9 9 Abb. 1: Satellitenbild des Tennengebirges bei noch teilweiser Schneebedeckung. Das Lammertal verläuft beginnend beim Lammerursprung (L) im SE-Teil über die Ortschaften Annaberg - Abtenauer Becken und mündet bei Golling ins Salzachtal, das am Westrand des Bildes zu sehen ist. Die verkaufsgegenständlichen Liegenschaften der ÖBf AG an einen privaten Industriellen sind rot eingegrenzt. Allgemeinheit an der Sicherung strategisch wichtiger Wasservorkommen gestellt werden. Die Integrität dieser Wasserschutzgebiete für künftige Generationen ist dadurch gefährdet. Ziel unseres Artikels ist es, die geowissenschaftlichen und juristischen Aspekte zu diesem Themenkomplex zusammenzufassen, die sonst nur sehr zerstreut und für die Öffentlichkeit kaum erreichbar und schwer nachvollziehbar vorliegen. Im ersten Teil stellen wir die geologisch-hydrologischen Fakten bezüglich Wasserressourcen im Tennengebirge dar. Im zweiten Teil schildern wir die strategisch wichtigen, d.h. für eine Wasserversorgung der Bevölkerung langfristig geeigneten Quellbezirke und ihre Einzugsgebiete, basierend auf der hydrogeologischen Literatur und eigenen Beobachtungen im und um das Tennengebirge. Im dritten Teil fassen wir, bezugnehmend auf das sehr ausführliche Rechtsgutachten von KIND (2006a, b) für den Salzburger Landtag, die wesentlichen juristischen Aspekte zusammen. Die abschließende Diskussion endet mit einem Appell an die politisch Verantwortlichen, nicht durch leichtfertige Privatisierungen im Tennengebirge dessen enormes Potential für die Trinkwasserversorgung einer Gefährdung auszusetzen. 1. Geologische Situation Das Tennengebirge gehört zum Tirolikum der Staufen- Höllengebirgsdecke (TOLLMANN, 1976; DEL NEG- RO, 1983; TICHY, 1985) und ist ein Gebirgsstock mit steilen Abstürzen vor allem an der West- und Südseite und einer ausgedehnten verkarsteten Plateaulandschaft, deren Schichten generell nach NNE einfallen und mit steiler Stirn im Norden gegen das Lammertal abfallen (Abb. 1). Im Süden ist dem eigentlichen Tennengebirgsmassiv die Werfener Schuppenzone als eigene tektonische Einheit in Form eines kuppigen Berglandes vorgelagert. Im Bereich des Lammertales an der Nord- und Ostseite des Gebirges schiebt sich zwischen dem Tennengebirgs- und Osterhorntirolikum die tektonisch komplizierte und zur höheren Deckeneinheit des Juvavikums zählende Lammermasse ein. Die Basis der mesozoischen Schichtfolge im Tennengebirge (Abb. 2 bilden die vor allem entlang der Südseite weit verbreiteten tonig-schiefrigen bis quarzitischen Werfener Schichten (Permoskyth), lokal mit Haselgebirge verknüpft, gefolgt von der karbonatischen Entwicklung des dunklen Gutensteiner Kalks und des Ramsaudolomits (Anis, Ladin), letzterer wird stellenweise von feinklastischen und mergeligen Raiblerschichten (Karn) überlagert. Darüber liegt

10 10 Abb. 2: Schematisches geologisches Säulenprofil der Tennengebirgs-Süd- und Nordseite (TICHY, 1985). Dachsteindolomit, der in die sehr mächtige, das Tennengebirge dominierende Dachsteinkalkentwicklung der Obertrias überleitet (Nor-Rhät). Im Bereich der Südflanke bis zur Tagweide im Osten liegt der Dachsteinkalk in massiger Riffazies vor (Abb. 3), die gegen Norden in die gebankte Ausbildung des lagunären Dachsteinkalks übergeht, wie sie für den Plateaubereich und die Nordabfälle charakteristisch und landschaftsprägend ist (Abb. 4). Im Norden lagert im Bereich des Strubbergs eine Juraserie den gebankten Dachsteinkalken auf, die graue Hornstein- und rötliche Hirlatzkalke (Lias, Dogger), gefolgt von dunklen Mn-führenden Mergelschiefern (Strubbergschichten) und grobklastischen Brekzien (Malm) umfasst. Die Landschaftsentwicklung begann im Tennengebirge, ähnlich wie im Dachstein, vermutlich als verkarstetes Hügelland bereits im unteren Tertiär (Eozän, Oligozän; FRISCH et. al., 2002). Diese Altflächen sind im Bereich des Plateaus reliktisch erhalten geblieben und wurden von der Augenstein-Formation versiegelt (fluviatile Konglomerate und Sandsteine, von den im Süden aufsteigenden Zentralalpen stammend). Vorkommen dieser Augensteine sind nur mehr in wenigen Resten am Plateau erhalten, finden sich aber zahlreich in den Höhlensystemen, in die sie eingeschwemmt wurden. Die Heraushebung der Kalkalpen erfolgte dann in mehreren Schüben, unterbrochen von längeren Ruhephasen, verbunden mit intensiver Bruchtektonik. Ein wesentliches bruchtektonisches Element in diesem Zusammenhang ist die sog. Ofenrinnen-Störung, die das Nordwesteck des Tennengebirges um etwa 700 m gegenüber dem Südteil absenkt (DACHS, 1983). Die Hebungsgeschichte des Tennengebirges ist z.b. durch die Existenz mehrerer Höhlenniveaus belegt: Das höchste von der Erosion schon stark zerstörte Höhlenruinen-Niveau, das Riesenhöhlen-Niveau in mittleren Lagen um m, das die größten Höhlensysteme umfasst und schließlich das Quellhöhlen-Niveau in Talnähe. Dieses Konzept der Höhlenniveaus und ihr Zusammenhang mit der Landschaftsentwicklung wurde basierend auf den Ergebnissen der Höhlenforschung vor allem im

11 11 Abb. 3: Flugaufnahme der Tennengebirgs-Südseite mit Blickrichtung Norden. Die Alm- und Waldflächen am Fuß der Südabfälle werden von Werfener Schichten aufgebaut, die Kammbereiche von massigem Dachsteinriffkalk, der im Plateau in gebankten Dachsteinkalk übergeht. A Aualm (Lammerursprung) m, B Bleikogel m, E Eiskogel m, F Fritzerkogel m, G Gamsmutterwand, H Hochwieskogel m, H-Htt. Hackel Hütte, J Jochriedel m, N Napf m, S Schwerwand m, SK Scheiblinkogel m, T Tauernkogel m. Salzburger und oberösterreichischen Anteil der Nördlichen Kalkalpen entwickelt (KLAPPACHER & HASE- KE-KNAPCZYK, 1985; VÖLKL, 1985; AUDRA et al., 2002; FRISCH et al., 2002). Die quartäre glaziale Erosion bewirkte schließlich eine letzte starke Umprägung zum heutigen Erscheinungsbild des Tennengebirges (z.b. Bildung der Kare im Norden durch den nach Norden abfließenden Plateaugletscher). Von den an der Auffüllung der übertieften Täler beteiligten Lockersedimenten spielen vor allem fluvioglaziale Schotter als Grundwasserleiter eine wichtige wasserwirtschaftliche Rolle. 2. Karsthydrologische Situation Zur Kenntnis der Wasserwege im Kalkgebirge gibt es im Wesentlichen die zwei Informationsquellen: Karsthydrologische Untersuchungen wie Quellbeobachtungen und Markierungsversuche, sowie Ergebnisse der Speläologie, die das Bild eines zusammenhängenden, den gesamten Gebirgsstock umfassenden Entwässerungsnetzes ergeben. Grundlegend für die (karst)hydrologischen Verhältnisse im Tennengebirge und in den angrenzenden Talfüllungen des Lammer- und Salzachtales ist der Gegensatz von stark verkarstetem Dachsteinkalk samt unterlagernden Dolomiten und wasserstauenden Werfener Schichten an der Basis der kalkalpinen Schichtfolge, sowie deren tektonische Lagerung (Abb. 5). Der Sockel des Gebirges ist an der Südseite angehoben, sodass die Werfener Schichten entlang der Südabfälle bis in relativ große Höhen hinaufreichen (Wengerau ~1.000 m, am Jochriedl sogar bis auf m, an der Südflanke des Gebirges im Bereich des Lammerursprungs m). Die Lagerung des gebankten Dachsteinkalkes ist im südlichen Plateaubereich relativ flach (z.b. Sandkar), gegen Norden wird das Schichtfallen immer steiler und erreicht fast saigere Werte entlang der Nordabdachung zum Lammertal (Abb. 4). Entsprechend dieses strukturellen Baus ist das generelle Entwässerungsregime des Gebirges ebenfalls nach Norden auf den Vorfluter des unteren Lammertales ausgerichtet. Im Dachsteinkalk des Plateaubereiches, in dem es keine nennenswerte Oberflächenentwässerung gibt, werden die Niederschlagswässer in der vadosen (nicht wassergesättigten) Zone über vorwiegend vertikale junge Schachtund Canyonsysteme schnell in die Tiefe abgeführt und sammeln sich im Bereich des Karstwasserspiegels, unter dem die Karsthohlräume und Trennfugen (Störungen, Klüfte und Schichtflächen) des Gesteins wassererfüllt sind. Die Oberfläche dieser so genannten phreatischen (wassergesättigten) Zone unterliegt witterungsbedingten und jahreszeitlichen Schwankungen (Starkregenfälle, bzw. Schneeschmelze) und leitet das Wasser in großen Karsthohlräumen rasch den Quellen zu (BRANDECKER & MAURIN, 1982). Gering erweiterte Kluftsysteme in der phreatischen Zone bilden gemeinsam mit den kleinklüftigen Bereichen der vadosen Zone und dem oberflächennahen Epikarst den Langzeitspeicher im Karst und bedingt die Schüttungen der Quellen bei Niedrigwasser. Im Nordteil des Gebirges liegt dieser Karstwasserspiegel auf einer Seehöhe von etwa m (VÖLKL,

12 ), weiter gegen Süden gibt es erst wenige Hinweise auf seine Höhenlage durch vereinzelte Erforschung tiefer Schachtsysteme, die bis zu Siphonen in ähnlicher Höhenlage vermessen wurden. Aus diesem tiefliegenden Sammelhorizont werden die Karstriesenquellen des Abtenauer Quellbereichs (Tricklfall, Dachserfall), des Scheffauer Quellbereichs (Schwarzenbach, Winnerfall) und des Paß Lueg mit ihren bedeutenden Schüttungsmengen gespeist. Die Wirkung der dem Dachsteinkalk-Komplex im unteren Lammertal auflagernden jurassischen Schichtglieder als relativer Karstwasserstauer spielt für die Lage der dortigen Quellhorizonte eine wichtige Rolle. 3. St r at e g i s c h w i c h t i g e Qu e l l b e z i r k e im Te n n e n g e b i r g e u n d s e i n e r Um r a h- m u n g Abb. 4: Flugaufnahme der Tennengebirgs-Nordseite mit Blickrichtung gegen SE. Der im Plateau flachlagernde Dachsteinkalk zeigt im Bereich der Nordabdachung zum Lammertal (links ausserhalb des Bildes) sukzessiv steileres Einfallen gegen NE. B Bleikogel m, D Dachstein m, F Fritzerkogel m, R Rotwand m, S Schwerwand m, W Wieswand m. Die Bezeichnung strategisch wichtig kennzeichnet Quellbezirke, die aufgrund ihrer Beschaffenheit, d.h. der vorhandenen potentiell nutzbaren Wassermengen geeignet sind, das Bedürfnis der Bevölkerung nach adäquater Wasserversorgung ausreichend und langfristig zu stillen. Im Zusammenhang mit dem raumplanerischen Ziel der Sicherung von Menge und Güte der Wasserressourcen, insbesondere der Karstwasservorkommen des Tennengebirges kann auf das "Regionalprogramm Tennengau" verwiesen werden, in dem es heißt, dass "die Grund- und Karstwasservorkommen hinsichtlich der Menge von überregionaler Bedeutung für den ganzen Salzburger Zentralraum" sind. Kleinquellen zur Versorgung von Einzelgehöften gehören demnach nicht dazu Pa s s Lu e g - Sa l z a c h ö f e n u n d v o r g e l a- gerte Talfüllungen Karstquellen: Die bedeutendste Quellgruppe des Salzachtals im Bereich Salzachöfen entspringt bei Niedrigwasser direkt am Flussufer unterhalb Brunnecker- und Petrefaktenhöhle, wobei ein unbekannter Teil des Wassers wohl direkt in den Vorfluter Salzach

13 13 Abb. 5: Geologisches Nord- Südprofil durch das Tennengebirge (Tichy, 1985). einmündet. Durch intensive Erforschung der Brunneckerhöhle konnte der Verlauf des Quellbachs unterirdisch bis zu einem gewaltigen Siphon (Quellsee) verfolgt werden, der sich in derselben Höhenlage (700 m) befindet wie die weit entfernten Quellen im Lammertal. Da sich hinter diesem Siphon die nur wenig höher gelegenen Gangteile der über 25 km langen Bergerhöhle befinden, ist anzunehmen, dass der Verlauf dieser Höhle auch den ehemaligen Verlauf dieser Karstquelle markiert. Heute entwässert allerdings die Bergerhöhle nicht nur zum Pass Lueg, sondern auch zur Kuchlbachquelle im vorderen Lammertal. Auch hier liegen die trockenen Teile nur wenig über der knapp 700 m hoch gelegenen Karstquelle. Es kann angenommen werden, dass sich im gesamten nördlichen Tennengebirge der Karstwasserspiegel in ungefähr dieser Höhe befindet und nur im Eingangsbereich eine Absenkung durch den rasch absinkenden Spiegel des Vorfluters eine Tieferlegung speziell im Salzachbereich - erfolgte. Wie bei allen großen Karstquellen ist hier mit starken Schüttungsschwankungen zu rechnen, die Maximalschüttung liegt bei mehreren m3/sec, die Minimalschüttung bei etwa 20 l/s Der Karstwasserkörper selbst ist im tagferneren Bereich von diesen Schwankungen nicht betroffen, so dass auch bei extremen Trockenbedingungen die Spiegelhöhe im beobachtbaren Bereich kaum absinkt und bei extremem Hochwasser nur um wenige Zehnermeter ansteigt. Dies entspricht auch den Beobachtungen, die bei Tiefenvorstössen in Karstschächten des Zentralplateaus gemacht wurden (z.b. Schwersystem, Schneeloch, Bergerhöhle u.a., siehe Salzburger Höhlenbuch, Bd. 4). Grundwasserkörper (BRANDECKER & MAURIN, 1982): Den Karstquellen des Paß Lueg vorgelagert und u.a. auch von ihnen gespeist, liegt das Grundwasserhoffungsgebiet H-4 Salzach-Lammerspitz (Abb. 6). Es handelt sich um einen durch einzelne Probebohrungen erschlossenen mächtigen und hochwertigen Porenaquifer, der von BRANDECKER & MAURIN (1982) detailiert untersucht wurde und für den diese Autoren eine beträchtliche Ergiebigkeit von 600 l/ sec bis 900 l/sec veranschlagen und daher den Schutz und die Sicherstellung dieses Grundwasserkörpers und des angrenzenden die Karstwässer führenden Gebirgskörpers mit hoher Dringlichkeit empfehlen. Im Bereich der Wirrau, am Ausgang des Lammertales liegt benachbart der Grundwasserkörper H-1 Lammertal/Wirrau (Abb. 6). Diese holozäne Aufschüttungsfläche zeigt aber ungünstigere geologische Bedingungen. Vor allem das Auftreten von gips- und anhydritführendem Haselgebirge an der Basis dieser Talfüllung hat zunächst zu einer hohen Sulfatkonzentration in Wasserproben geführt, während spätere Pumpversuche qualitativ einwandfreies Grundwasser erbrachten. Die Brauchbarkeit dieses Grundwasserkörpers ist demnach fraglich Qu e l l b e z i r k e Ob e r s c h e f fa u u n d Ab t e- nau samt vorgelagerten Talfüllungen Karstquellen: Im Osten schließt der bedeutendste Quellbezirk des Tennengebirges mit Schwarzbach- Winnerfallquelle bei Oberscheffau und weiter östlich im Abtenauer Becken mit Trickl- und Dachserfallquellen an (Abb. 6). Diese Karstriesenquellen auf der Nordseite des Gebirges weisen durchwegs große Schüttungsschwankungen auf und treten in einer Seehöhe von m und damit deutlich über dem Talniveau aus. VÖLKL (1985) schätzt die Minimalund Maximalschüttungen dieser Großquellen auf l/s (Schwarzbach-Winnerfallquelle), l/s (Tricklfallquelle), bzw l/s (Dachserfallquelle). Die eigentlichen Quellaustritte besitzen höher gelegene Speier, die nur zur Schneeschmelze oder nach Starkregenereignissen aktiv werden. Am attraktivsten ist sicherlich der Winnerfall bei Oberscheffau, wenn sich enorme Wassermassen von mehre-

14 14 Abb. 6: Karsthydrogeologische Karte des Tennengebirges (nach BRANDECKER & MAURIN, 1982, ergänzt). 1 Quartär: Talfüllungen, Moränen, Schutthalden, Schwemmfächer, 2 Dachsteinkalk, (gebankt im Plateau- und Nordbereich, massiger Riffkalk entlang der Südabfälle), inklusive geringmächtige Auflagerung von Jurakalken im Liegenden der Strubbergschichten am Nordfuss, 3 Südteil: Dolomite des Tennengebirgs-Tirolikums (inklusive Werfener Schuppenzone); Nordteil: Dolomite und Kalke der Lammermasse, 4 Strubbergschichten (wasserstauend, Nordteil), 5 Werfener Schichten (wasserstauend, untergeordnet Haselgebirge), 6 Aufschiebungslinie der Lammermasse auf das Tennengebirgs-Tirolikum, 7 strategisch bedeutende Karstquellen, 8 Hochwasserübersprünge, 9 Großquellen: Q1 Schwarzbachquelle mit Winnerfallübersprung (Q2, Abb. 7), Q3 Tricklfallquelle, Q4 Dachserfallquelle, Q5 Schleierfallquelle (Reichhofquelle) in der Werfener Schuppenzone (Haupttrinkwasserfassung für Werfen), Q6 Quellgruppe beim Pass Lueg, 10 bei den Markierungsversuchen beschickte Schwinden, 11 nachgewiesene Abflussrichtungen des Karstwassers, 12 Begrenzung des unterirdischen Einzugsgebietes der strategisch bedeutenden Karstgroßquellen Schwarzbach/Winnerfall (Oberscheffau), bzw. Dachserfall/ Tricklfall (Abtenau) am Nordrand des Tennengebirges. ren m3/s, dem Höhleneingang der Winnerfallhöhle (1511/4) entspringend, in das sonst trockene Bachbett stürzen (Abb. 7). Abflussmengen an diesen drei Großquellen (Beobachtungszeitraum 5 Jahre) haben eine durchschnittliche Jahresfracht von 150 Millionen m 3 ergeben (BRANDECKER & MAURIN, 1982: 118). Dies entspricht einer durchschnittlichen Schüttung von knapp 5 m 3 /s, was noch als Mindestmenge anzusehen ist, da nicht alle Karstwasserabflüsse im Bereich der drei Großquellen erfasst werden konnten. Zum Vergleich: der Jahrestrinkwasserverbrauch der Stadt Salzburg liegt zurzeit bei 14 Millionen m 3 (www. wasserwerk.at/datensalz.htm). Die in diesem Quellbezirk zu Tage tretenden Wassermengen würden ausreichen, um den Trinkwasserbedarf einer Großstadt wie Wien zu sichern (täglicher durchschnittlicher Verbrauch 0,4 Millionen m 3 Wasser, also ~146 Millionen m 3 durchschnittlicher Jahresverbrauch;

15 15 Abb. 7: Quellbezirk Schwarzbach-Winnerfallquelle (Tennengebirgsnordseite, Oberscheffau, Salzburg): Foto des Winnerfalls zur Zeit der Schneeschmelze (Mai 2005). Der mächtige Bach von mehreren 1000 l/s Schüttung entspringt dem Eingang der Winnerfallhöhle (1511/4) am Fuß der Wandstufe im oberen rechten Bildbereich. net.at/alpen/wasser/wasser.html). Es ist aber klar, dass nur ein Teil des Wassers genützt werden könnte, um das ökologische System der Bäche zu erhalten. Der Niedrigwasserabfluss dieser zwei Quellbezirke, gespeist aus den tieferen Speicherhorizonten des Karstwasserreservoirs, wird auf 350 bis 400 l/s geschätzt (BRANDECKER & MAURIN, 1982). Die strategisch wichtige Bedeutung dieser Quellgruppe kommt weiters darin zum Ausdruck, dass die Dachserfallquelle bereits genutzt wird und vorsorglich von der Stadt Salzburg ein vertragliches Vornutzungsrecht für diese Quellen bei Abtenau abgeschlossen wurde. Im unteren Lammertal unterhalb der Infangalm und ober dem Kuchlbachgut liegt die Kuchlbachquelle auch als Infang-Wasserloch bekannt (1511/130), die bei Trockenheit im oberen Austritt versiegt und mit dem immer aktiven Gerinne in den tiefsten Teilen der Bergerhöhle-Wasserstollenlabyrinth korrespondiert. Für die lokale Wasserversorgung genützt sind die beiden kleineren Karstquellen unter der Schönalm (Wieserquelle und Schönalmquelle), von denen zumindest die östlich und tiefer gelegene Wieserquelle unter dem Niederkar dem Quellbezirk des Schwarzbachs zuzurechnen ist, während die Quelle unter der Schönalm vom Schuttkörper des Schönalmkessels gespeist wird und noch wie die Kuchlbachquelle dem alten Talniveau des in der Schönalm-Infangalmfurche in Richtung Pass Lueg verfolgbaren alten Lammertalverlauf entspricht. Grundwasserkörper (BRANDECKER & MAURIN, 1982): In der Talweitung unterhalb des Schwarzenbaches liegt bei Oberscheffau das Grundwasserhoffnungsgebiet H-01, das durch 5 Bohrungen erkundet wurde. Die Untersuchungen an den Talsedimenten ergeben das Bild eines geschlossenen, bis 100 m mächtigen Aquifer, der hauptsächlich aus karbonatischen Sanden und Kiesen besteht und einen Porengrundwasserkörper von beachtlicher Höffigkeit darstellt. Die Grundwassererneuerung erfolgt einerseits über direkte Infiltration über dem Niederschlagsgebiet, andererseits durch Versickerung von Lammerund Schwarzenbachwasser und einen schwer einzuschätzenden Anteil direkten unterirdischen Zutritts von Karstwasser. Im Bereich des Abtenauer Beckens gibt es einige verdeckte Karstquellen (z.b. Fischbach), die gefasst und zur lokalen Versorgung genutzt sind (Schüttung ca l/s). Das Becken selbst hat nur geringe Zubringer aus den eingelagerten Gipsrücken, nicht aus dem Tennengebirge, da die entsprechenden Quellaustritte im Bereich von Auwinkl um m tiefer liegen als der eigentliche Abtenauer Kessel.

16 Qu e l l b e z i r k e La m m e r u r s p r u n g u n d We n g e r a u Bedeutende Quellen liegen im obersten Lammertal bei Lungötz (Abb. 6), wo unterhalb Spießhof, dem mächtigen Schuttkörper in 900 m SH. entspringend der Quellbezirk der Lammer angetroffen wird. Das Einzugsgebiet liegt großteils in den Südabstürzen des Tennengebirges zwischen Tauernkogel, Fritzerkogel und Edelweisskogel. Die Quellen des Wengerbachs bei Werfenweng entspringen ebenfalls einem Talschuttkörper, nämlich der mächtigen Talschuttfüllung der Wengerau in der gleichen Seehöhe (900 m) wie die Lammerquellen (Abb. 6). Auch die Schüttungsmengen ( l/s) gleichen sich und das Einzugsgebiet liegt hier im südlichen Tennengebirgsplateaubereich zwischen Hochthron und Eiskogel. Wenn diese beiden Quellbezirke an Schüttungsmenge nicht den Quellbezirk Tennengebirge Nord erreichen, so sind sie doch wegen ihrer durch den Schuttspeicher bedingten ausgeglicheneren Schüttungsmenge als strategisch wichtig für die Wasserversorgung des Siedlungsraumes östlich und südlich des Tennengebirges (Lungötz/Annaberg im Lammertal, bzw. Wengerau/Werfenweng) anzusehen. Bei beiden Quellen ist ein hoher Anteil an Karstwasser des südlichen Tennengebirges anzunehmen. 4. Kl e i n e r e Qu e l l e n im Sa l z a c h ta l zwi schen Werfen und Pass Lueg Einige kleinere Karstquellen liegen an den Westabhängen des Tennengebirges zwischen Werfen und Pass Lueg wie etwa der nur periodisch aktive Lauterbach, dessen Ursprung die im Konglomerat ausgebildete Lauterbachhöhle ist und dessen Wasser bei Niedrigschüttung vermutlich direkt in den Grundwasserkörper der Salzach einmündet. Markierungsversuche haben ein Einzugsgebiet im Plateaubereich, Bereich Pfeilerlacke nachgewiesen. In über m Seehöhe liegt oberhalb der Schottergrube bei Sulzau und noch unterhalb der Schichtgrenze Dolomit-Dachsteinkalk eine ganzjährig aktive Quelle, die wegen der sehr schwierigen Zustiegsbedingungen im steilen Schrofengelände der Bäreckrinne noch nicht untersucht werden konnte. Es kann aber vermutet werden, dass sich das Einzugsgebiet ungefähr auf den Bereich der Höhlen Frauenofen sowie nördliche Eisriesenwelt beschränkt. Nördlich der Grünwaldalm liegt im gleichnamigen Graben in m Seehöhe das Stierloch eine ebenfalls im Dolomit gelegene Karstquelle, die aber nur bei Hochwasser oder Schneeschmelze aktiv wird. Da ihr Einzugsgebiet wie bei den Grossquellen am Pass Lueg in der Pitschenbergtalung liegt, ist hier ein hochgelegener hängender Karstwasserkörper anzunehmen, der von den heute in Tallage entspringenden Quellen seiner wichtigsten Zubringer beraubt wurde und nur bei sehr grossem Wasserangebot aktiv wird. Einige kleinere Quellen nördlich Stegenwald (Tannbachl oberhalb Autobahntunnel Süd, Quelle am Salzachufer unter der Bahntrasse beim Bahnwärterhaus, Quelle beim Autobahntunnel Nord und die Quelle in der Lawinengalerie bei der Eisenbahnbrücke) sind nur periodisch aktiv und vermutlich auf das Einzugsgebiet Kastenspitz beschränkt. 5. Ma r k i e r u n g s v e r s u c h e u n d Ei n z u g s g e b i e t e Karsthydrologische Markierungsversuche im Tennengebirge wurden mit Bärlappsporen und Fluoreszenztracern durchgeführt (MAURIN & ZÖTL, 1959; ZÖTL, 1961; BAUER 1967a, b; KECK, 1973; TOUSSAINT, 1971; BRANDECKER & MAURIN, 1982). Die Ergebnisse sind in Abb. 6 zusammengefasst. Aufgrund der geologisch-tektonischen Situation, die ja bereits nahe legt, dass die Entwässerung des Gebirges generell gegen Norden ausgerichtet ist, wurden die Einspeisungsstellen möglichst am Süd- und Westrand des Hochplateaus positioniert. Bemerkenswertes Ergebnis all dieser Markierungsversuche ist, dass Markierungsstoffe von allen Einspeisungsstellen in den Großquellen im Norden nachgewiesen wurden: Einzige Ausnahme ist die Einspeisung S5, am Südwesteck des Tennengebirges gelegen, die eine Entwässerung ins Salzachtal ergab. Die Quellen beim Paß Lueg und anschließenden Salzachtal haben ein auf den Nordwestteil des Tennengebirges begrenztes Einzugsfeld. Fluoreszenztracer, die in der sehr weit im Süden gelegenen Eiskogelhöhle eingespeist wurden (S6, Abb. 6), trafen offenbar auf eine Scheitelzone des geschlossenen Karstwasserkörpers und wurden radial verteilt, d. h. fanden sich in den Großquellen im Norden, aber auch im Bereich des Lammerursprungs im Osten und der Wengerau im Süden. Durch diese Markierungsversuche ist somit ein gemeinsames, bis in die südlichste Region des Tennengebirges (Eiskogel) reichendes Einzugsgebiet der bedeutenden, im oberen Lammertal austretenden Karstquellen nachgewiesen. Das gesamte Zentralplateau des Tennengebirges muss somit als Quelleinzugsgebiet in Betracht gezogen werden. Aufgrund der geschilderten geologischen Verhältnisse ist die Südgrenze dieses Einzugsgebietes in den Südabfällen des Tennengebirges an der Basis der karbonatischen Schichtfolge auf m Seehöhe, die von den wasserstauenden Werfener Schiefern gebildet wird, anzusetzen. Diese geologischen und hydrologischen Fakten belegen, dass das Tennengebirge als zusammenhängender, vertikal und horizontal vernetzter Karstwasserkörper mit Hauptquellaustritten im Norden

17 17 von enormer strategischer Bedeutung zu betrachten ist. Die angrenzenden und von den Karstwässern teils oberirdisch, teils unterirdisch gespeisten Talfüllungen (unteres Lammertal, Lammerursprung, Wengerau) sind bedeutende Grundwasserkörper, denen wegen ihrer Speicher- und Filtrierwirkung ebenfalls große Bedeutung für eine langfristige Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigem Trinkwasser zukommt. Untersuchungen, die in anderen, ähnlich gelagerten Karstgebirgen der Nachbarschaft durchgeführt wurden, kommen zu ähnlichen Resultaten. So reicht das Einzugsgebiet der bedeutendsten Karstquelle des Dachsteins (Waldbach) bis weit unter die Südabstürze zur Ramsau, am Untersberg bei Salzburg entwässert der im Südhang des Untersbergs gelegene Bach der Kargrabenhöhle zur Fürstenbrunner Quelle am Nordfuß und im Hagengebirge reicht der Quellbezirk der Schwarzen Torren im Bluntautal im Norden bis an die Abstürze zum hinteren Blühnbachtal an der Südflanke des Gebirges. 6. Di s k u s s i o n Die nur geringe Erschließung des Plateaubereichs, speziell das Fehlen von Massentourismuseinrichtungen, und die Lage südlich der Stadt Salzburg machen das Tennengebirge zu einem Trinkwasserhoffnungsgebiet erster Ordnung. Das Potential dieses Karstwasserstockes und seiner angrenzenden Talfüllungen zur langfristigen Befriedigung des Wasserbedürfnisses der Bevölkerung kann indessen nur gewährleistet werden, wenn die Integrität dieses Gebietes unangetastet bleibt. Privatisierungen, wie sie jetzt von Teilen des Tennengebirges durchgesetzt werden sollen, bedeuten hingegen eine schwerwiegende Behinderung einer Nutzung durch die Allgemeinheit. Konkrete Erfahrungen aus dem benachbarten Hochköniggebiet zeigen z.b., dass nicht nur mit Betretungserschwernissen für die Allgemeinheit durch weitläufige Einzäunungen zu rechnen ist, sondern hier wurde Speläologen die Höhlenforschung vom privaten Grundeigentümer bereits untersagt (demselben Industriellen Kaindl). Dies steht in Gegensatz zum sonst guten Verhältnis, das zwischen Höhlenforschung und ÖBf AG in den ÖBf-verwalteten Karstgebieten Österreichs besteht. Auch jegliche Art der wissenschaftlichen Arbeit im Gelände, die die unverzichtbare Grundlage für alle subsequenten Schutzmaßnahmen ist, wäre durch Teilverkäufe drastisch gefährdet. So war beispielsweise im UNESCO-Welterbegebiet Dachstein die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den österreichischen Bundesforsten, die hier die Eigentümerverteter des mit Abstand größten Gebietes sind, einer der Stützpfeiler bei den Vorarbeiten für die weltweite Anerkennung diese Schutzgebietes. Privatisierungen im Tennengebirge könnten aber auch für bereits bestehende Wasserversorgungen (Tricklquelle, Fischbach, Lammerquellen und Wengerbach u.a.) negative Folgen haben, etwa durch die Schaffung neuer Infrastrukturen wie Forststrassen oder andere Erschliessungen, mit denen wegen des Zwanges zu wirtschaftlicher Betriebsführung dann verstärkt zu rechnen ist und den damit verbundenen Gefahren einer Wasserbeeinträchtigung. Eine Zerstückelung der Eigentumsverhältnisse im Tennengebirge durch Teilverkäufe würde allfällige weitere Schutzmaßnahmen in der Zukunft durch mehrfache Parteienstellungen im Zuge wasserwirtschaftlicher und naturschutzrechtlicher Verfahren zweifellos auch erschweren. Die hydrologischen und geologischen Fakten und Erfahrungen zeigen zusammenfassend: 1) Der gesamte Gebirgsstock ist als kommunizierendes Netz vertikaler und horizontaler Wasserwege anzusehen, wobei die Hauptquellaustritte dieses Entwässerungssystems im Norden zu Tage treten. 2) Belegt durch Markierungsversuche und bedingt durch den geologischen Bau, reicht das Einzugsgebiet dieser strategisch bedeutsamen Großquellen im Norden bis an die Südflanke des Gebirges. Der Horizont der Werfener Schichten mit Ausstrichen im Bereich des Lammerursprungs von m im Kerngebiet des Verkaufsareals ist dafür ausschlaggebend und markiert die Südgrenze dieses Einzugsgebietes (Abb. 6). 3) Der Quellbezirk der Lammer stellt einen ebenfalls strategisch wesentlichen Grundwasserkörper dar, dessen Einzugsgebiet direkt im verkaufsgegenständlichen Bereich großteils in den Südabstürzen des Tennengebirges zwischen Tauernkogel, Fritzerkogel und Edelweisskogel liegt. 4) Das relativ klare Bild der Entwässerungssysteme im Tennengebirge soll allerdings nicht dazu verleiten, allzu voreilig Einzugsgebiete exakt abzugrenzen, beispielsweise die verkaufsgegenständliche Liegenschaft bestimmten Quellen zuzuordnen und diese von einer Nutzung auszunehmen. Die langjährigen und detailreichen Erfahrungen aus dem Dachsteingebiet zeigen eindrücklich, dass die Entwässerungssysteme im Einzelnen wesentlich komplexer und zeitlich durchaus variabel sein können (BAUER, 1989 sowie HERLICSKA & HO- BINGER, 1991). Mannigfaltige Überkreuzungen von Abflusswegen im vadosen Bereich vergrößern die Unsicherheit bei der Ausweisung von Quelleinzugsgebieten demnach beträchtlich. Gelegentlich angegebene Verweilzeiten bei Quelluntersuchungen von einigen Jahren soll auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich in den meisten Fällen um rechnerische Mischalter mit ganz jungen Anteilen handelt, bei denen das Kontaminationsrisiko aufgrund der geringeren hydrodynamischen Dispersion entsprechend größer ist.

18 18 Positive Erfahrungen, die z.b. in den Quelleinzugsgebieten der Wiener Wasserleitung seit 150 Jahren gewonnen werden konnten, sollten auch im Tennengebirge mit seinen vergleichbar großen Karstwasserreserven nicht vernachlässigt werden. Idealerweise wären alle Aktivitäten, von Forst (Quellschutzwälder), Jagd (Reduzierung des Wildbestandes auf ökologisch vertretbare, forstadäquate Bestände), Tourismus (Dezentralisierung) und Almwirtschaft dem Karstwasserschutz unterzuordnen. Dass dieses Ideal, das auch im Einzugsgebiet der Wiener Wasserleitung nur teilweise erreicht werden konnte, vielfach auf erhebliche divergierende wirtschaftliche Interessen stoßen wird, liegt freilich auf der Hand. und als Informationsquelle von allen beteiligten Entscheidungsträgern genutzt wird. Wir fordern die politischen Mandatare auf ihre Verantwortung für die Interessen der Bevölkerung hier wahrzunehmen und sich entsprechend für den Wasserschutz im Tennengebirge einzusetzen. Das Privatinteresse eines einzelnen hat demgegenüber zurückzustehen. Wenn es trotz eindeutiger gesetzlicher Schutzbestimmungen der Wasservorkommen im Tennengebirge und der einhelligen Expertenmeinung, die diese als strategisch wichtige Wasserressourcen qualifiziert und damit deren hohes Potential für die Wasserversorgung der Bevölkerung feststellt, zur Durchsetzung von Verkäufen im Tennengebirge käme, wäre das ein unheilvoller Präzedenzfall und ein Freibrief für jeglichen ÖBf Grundverkauf. Dem ungehemmten Ausverkauf wesentlicher österreichischer Naturlandschaften und Wasserressourcen wäre dann Tür und Tor geöffnet. Teilnachdruck des Artikels: Dachs, E., Klappacher, W., Pavuza, R. und Peer, B. (2006) Strategisch wichtige Wasserressourcen im Tennengebirge und ihr gesetzlicher Schutz vor Privatisierungen: Geologische, hydrologische und juristische Fakten. Die Höhle, 57. Jg., Heft 1-4/2006, S Li t e r at u r Audra, P., Quinif, Y. & Rochette, P. (2002): The genesis of the Tennengebirge karst and caves (Salzburg, Austria). Journal of Cave and Karst Studies, 64(3): Die vorliegende Analyse der karsthydrologischen Verhältnisse im Tennengebirge und deren Qualifizierung als "strategisch wichtige Wasserressource", inklusive des Bereichs mit den verkaufsgegenständlichen Liegenschaften, deckt sich im übrigen mit jener des dazu befragten Geologen vom landesgeologischen Dienst Salzburg. Dieser hat sich anlässlich einer Ausschuss- Sitzung des Salzburger Landtages zum Thema Tennengebirgsverkauf am 22. Februar 2006 in einem sehr ähnlichem Sinn geäußert und "grob die Hälfte der Liegenschaft als strategische Wasserreserve geschätzt" (Nr. 393 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages: 7, 3. Session der 13. Gesetzgebungsperiode). Diesem Fachurteil wurde von einem Teil der Landespolitiker und den Managern der ÖBf AG in dieser Sitzung widersprochen. Wir hoffen, dass unsere Zusammenfassung der karsthydrologischen Situation im Tennengebirge und seinen angrenzenden Talfüllungen sowie der geschilderten rechtlichen Aspekte zur Bewusstseinsbildung über das Funktionieren dieses Karstwasserkörpers und die Notwendigkeit seines optimalen Schutzes beiträgt Bauer, F. (1967a): Erfahrungen beim Uraninnachweis mit Aktivkohle. - Steirische Beiträge zur Hydrogeologie, 18/19: Bauer, F. (1967b): Die Durchführung und Auswertung von Sporendriftversuchen. - Steirische Beiträge zur Hydrogeologie, 18/19: Bauer, F. (1989): Die unterirdischen Abflussverhältnisse im Dachsteingebiet und ihre Bedeutung für den Karstwasserschutz.- UBA-Reports, UBA , Wien. Brandecker, H. (1974): Hydrogeologie des Salzburger Beckens. - Steirische Beiträge zur Hydrogeologie, 26: Brandecker, H. (1979): Hydrogeologisches Gutachten über die Grundwasserreserven im südlichen Salzburger Becken (Salzach-Lammerspitz und Bluntautal). 70 S., 2 Beil., im Auftrag Wasserverband Salzburger Becken, Salzburg.

19 19 Brandecker, H. (1980): Trinkwasserversorgung und Trinkwasserforschung im Lande Salzburg. - Raumordnung in Kärnten 15. Brandecker, H. (1985): Grundwasserreserven im südlichen Salzburger Becken. Wasser für Salzburg, WSB, Salzburg. Brandecker, H. & Maurin, V. (1982): Die Trinkwasserreserven des südlichen Salzburger Beckens und seiner Umrahmung. - Österreichische Wasserwirtschaft, 34 (5/6): Brandecker, H. & Maurin, V. (1990): Trinkwasserreserven in den Poren- und Karstaquiferen. - In: Plöchinger, B. (Hrsg.): Erläuterungen zur geologischen Karte, Blatt 94, Hallein, Geologische Bundesanstalt Wien, Wien. Brandecker, H. & Straschil, H. (1995): Wasserversorgung Zentralraum Salzburg. - Studie im Auftrag des Amtes der Salzburger Landesregierung, Fachabteilung Wasserwirtschaft, Referat 6/62, 164 S., 20 Abb., 2 Karten. Dachs, E. (1983): Bericht über strukturgeologische Aufnahmen im Tennengebirge (Salzburg) im Sommer 1983 für die ÖMV-Aktiengesellschaft. Manuskript 11 S., 3 Beilagen (1 geol. Karte 1:25000 / Profile / Tiefenlinienkarte der Werfener Schichten des Tennengebirgstirolikums), Salzburg. Del Negro, W. (1983): Geologie des Landes Salzburg. - Schriftenreihe des Landespressebüros - Sonderpublikation Nr. 45, 152 S., Salzburg. Frisch, W., Kuhlemann, J., Dunkl, I., Szekely, B., Vennemann, T. & Rettenbacher, A. (2002): Dachstein-Altfläche, Augenstein-Formation und Höhlenentwicklung Die Geschichte der letzten 35 Millionen Jahre in den zentralen Nördlichen Kalkalpen. Die Höhle, 53(1): Herlicska, H. & Hobiger, G. (1991): Karsthydrologische Untersuchungen im westlichen Dachsteinmassiv in Hinblick auf die Erlassung einer Wasserschongebietsverordnung.- UBA-Reports, UBA , Wien. Keck, O. (1973): Geologische Kartierung und karsthydrogeologische Untersuchung des Tennengebirgsnordrandes (Salzburger Kalkalpen). Unveröff. Diplomarbeit Universität Karlsruhe, 117 S., Karlsruhe. Kind, M. (2006a): Rechtsgutachten zum Verkauf von Liegenschaften im Tennengebirge durch die ÖBf AG für Die Grünen im Salzburger Landtag. 47 S. Kind, M. (2006b): Ist das Tennengebirge jetzt noch zu retten? Salzburger Fenster 07/2006, SF Meinungsforum. Klappacher, W. & Haseke-Knapczyk, H. (1985): Regionale und vertikale Gliederung der Höhlen. - In: Klappacher, W. & Haseke-Knapczyk, H. (Hrsg.): Salzburger Höhlenbuch, Band 4: , Salzburg. Maurin, V. & Zötl, J. (1959): Die Untersuchung der Zusammenhänge unterirdischer Wässer mit besonderer Berücksichtigung der Karstverhältnisse. - Steirische Beiträge zur Hydrogeologie, 10/11: Tichy, G. (1985): Geologische Übersicht (des Tennengebirges). - In: Klappacher, W. & Haseke-Knapczyk, H. (Hrsg.): Salzburger Höhlenbuch, Band 4: 27-45, Salzburg. Tollmann, A. (1976): Der Bau der Nördlichen Kalkalpen. Orogene Stellung und regionale Tektonik. - Wien (Franz Deuticke). Toussaint, B. (1971): Hydrogeologie und Karstgenese des Tennengebirges (Salzburger Kalkalpen). - Steirische Beiträge zur Hydrogeologie, 23: Völkl, G. (1985): Karsthydrologie (des Tennengebirges). - In: Klappacher, W. & Haseke-Knapczyk, H. (Hrsg.): Salzburger Höhlenbuch, Band 4: 46-49, Salzburg. Zötl, J. (1961): Die Hydrographie des nordostalpinen Karstes. - Steirische Beiträge zur Hydrogeologie, 13: Ao. Univ.-Prof. Dr. Edgar DACHS Abteilung Mineralogie, Fachbereich Materialwissenschaften der Universität Salzburg, Hellbrunnerstrasse 34, A-5020 Salzburg; Walter KLAPPACHER A-5020 Salzburg, Rupertgasse 7; Dr. Rudolf PAVUZA Karst- und höhlenkundliche Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien, A-1070 Wien, Museumsplatz 1/10/1;

20 20 Einige h y d r o g e o l o g i s c h e Gr u n d l a g e n d e r Ka r s t e n t w ä s s e r u n g v o n Ru d o l f Pav u z a Rudolf Pavuza Ei n l e i t u n g Fast zwanzig Prozent des österreichischen Staatsgebietes können als Karstgebiete klassifiziert werden. Aufgrund ihrer Positionierung dieser vor- bis hochalpinen Areala am Nordrand der Alpen fällt fast die Hälfte des Niederschlagswassers in Österreich auf diese Gebiete. Mehrere Großstädte Österreichs beziehen ihr Trinkwasser zu großen Teilen aus Karstmassiven: Innsbruck, Salzburg, Villach, Wien und teilweise auch Graz. Zahllose mittlere und kleinere Gemeinden nützen ebenfalls Wasser aus Karstquellen. Die Bedeutung als Wasserlieferant für die österreichische Wasserversorgung und damit für die Volkswirtschaft wird aus diesen wenigen Daten eindrucksvoll sichtbar. Verständlich, wiewohl nicht akzeptierbar werden dadurch allerdings auch die begehrlichen Blicke jener, die ihr Grundwasser durch jahrzehntelange Misswirtschaft verunreinigt haben und jener, die nicht einsehen wollen, dass Trinkwasser ein Grundbedürfnis des Menschen ist und daher unbedingt von rein profitorientiertem Denken ausgenommen sein sollte. Grundlagen der Verkarstung Karstgebiete sind Gebiete, wo sich durch eine gewisse Löslichkeit bestimmter Gesteine in Österreich sind dies vornehmlich Karbonatgesteine ganz bestimmte ober- und unterirdische Geländeformen sowie eine weitgehend unterirdische Entwässerung ausgebildet haben. Folgende Hauptparameter sind dabei essentiell: Abb. 1: Verteilung der Karstgebiete in Österreich. ein verkarstungsfähiges Gestein (Kalk, Dolomit, Gips, Salz u.a.) ein initiales Trennflächengefüge (Klüfte, Störungen, Schichtflächen) eine ausreichende Menge von Wasser Kohlendioxid Zeit ein Karstwassergefälle weitere (zum Teil noch wenig bekannte) Faktoren...

21 21 In Österreich dominieren unter den Karstgesteinen flächenmäßig bei weitem Kalke und Dolomite, wobei im mittleren und östlichen Teil der Nördlichen Kalkalpen die Dolomite eher in den Kalkvoralpen, Kalke eher in den Kalkhochalpen zu finden sind. Dolomitgesteine weisen dabei eine deutlich intensivere Klüftung auf und sind so durch die Erosion mehr betroffen als Kalke. Dadurch können sich zwar seltener markante Karstformen an der Oberfläche und im Untergrund bilden, doch weisen Dolomitgesteine dadurch eine bessere Speicherfähigkeit für das unterirdische Wasser auf. Dieser geomorphologisch und hydrogeologische relevante Unterschied zwischen Kalk und Dolomit ist in Abbildung 2 gut zu erkennen. Abb. 3: Schichtfläche des Dachsteinkalkes auf dem Dachsteinplateau mit intensiver Klüftung. Abb. 2: Wechsellagerung von feinklüftigem Dolomit (oben) und grobklüftigem Kalk (unten), der Korrosionsformen zeigt, die im Dolomit fehlen. Das Trennflächengefüge also die Gesamtheit von Klüften, Störungen und Schichtflächen ist eine Grundvoraussetzung für die Ausbildung einer unterirdischen Entwässerung. Bei ihrem Fehlen könnte das Wasser nie in den Untergrund eintreten und würde seine Lösungskapazitäten alleine an der Oberfläche verbrauchen. Doch gibt es durch die tektonischen Bewegungen der Erdkruste praktisch nirgendwo einen derartigen Bereich. In den Kalkhochalpen ist das Trennflächengefüge (Klüfte und Schichtfugen oft sehr eindrucksvoll zu sehen (Abbildung 3). Wasser stand im alpinen Karst in der geologischen Vergangenheit und in der Gegenwart immer und überall in ausreichender Menge zur Verfügung. Weltweit betrachtet gibt es aber sehr wohl auch Karstgebiete, deren Entwicklung weit in der Vergangenheit liegt und die heute kaum jemals nennenswerte Niederschlagsmengen aufweisen. Es liegt freilich auf der Hand, dass die Menge des Niederschlages oder besser: die Menge des zur Versickerung gelangenden Niederschlagswassers von grundlegender Bedeutung für die Intensität der Verkarstung sein muss. Kohlendioxid, das sich im Niederschlagswasser löst und die schwach korrosive Kohlensäure bildet, stammt aus zwei Quellen: aus der Luft und aus dem Boden, wo durch die biogene Aktivität weitaus höhere Gehalte auftreten als in der Luft. Der Zeitfaktor ist insofern von großer Bedeutung, als die Karbonatlösung durch die relativ schwache Kohlensäure ein langsamer Vorgang ist, der jedoch in geologischen Zeiträumen zu einem landschaftsgestaltenden Prozess wird. Das Karstwassergefälle ist erforderlich, um gelösten Kalk abzutransportieren und frisches, aggressives Wasser in tiefere Bereiche des Karstaquifers zu bringen. Generell fließt das Wasser naturgemäß aus den höheren Bereichen der Karstgebiete gegen die Vorflut die umgebenden Täler. Hier tritt das Karstwasser entweder sichtbar - an Quellen oder unterirdisch in die Talverfüllungen aus.

22 22 Die Karbonatlösung ist chemisch gesehen ein recht einfacher Vorgang: Kalk + Wasser + Kohlendioxid <> Calciumhydrogencarbonat (im Überschuss) (im Wasser gelöst) Es ist dies eine Gleichgewichtsreaktion sie kann in beide Richtungen verlaufen. Am eindrucksvollsten ist dies in den Tropfsteinhöhlen zu sehen, wo der gelöste Kalk wieder in Form spektakulärer Sinterbildungen ausfällt. Druck und Temperatur spielen dabei eine wichtige Rolle. Für Dolomitgesteine verläuft die Reaktion analog, wenngleich auch etwas langsamer. Dennoch sind Dolomitgesteine gut verkarstungsfähig und in ihrem Speicherverhalten den Kalken infolge ihrer Feinklüftigkeit sogar zumeist überlegen. Die Gipslösung ist eine rein physikalische Auflösung von Gips in Wasser. Kohlendioxid wird dazu nicht benötigt. Die Gipslösung läuft rascher ab als die Kalklösung und ist auch hinsichtlich der Lösungskapazität effizienter. Doch sind Gipsgesteine in Österreich einerseits weit weniger verbreitet als Karbonatgesteine und andererseits mechanisch deutlich weniger beanspruchbar. Dadurch sind im alpinen Raum ober- und unterirdische Karstformen im Gips eher eine Rarität. Ze i t l i c h e En t w i c k l u n g e i n e s Ka r s ta q u i f e r s Ein Karstaquifer ist durch seinen Gesteinsbestand, die Konfiguration des Trennflächengefüges, durch die Landschaftsentwicklung sowie die Variationen des Klimas und der Vegetationsentwicklung an seiner Oberfläche determiniert. Viele dieser Parameter variieren im Laufe der Zeit beträchtlich. Geologische, geomorphologische und klimatologische Prozesse ineinander auf komplexe Art verzahnt - führen dazu, dass jedes Karstgebiet ein eigener Fall für sich ist und Parallelisierungen alles andere als trivial sind. In manchen Fällen, wie zum Beispiel Dachstein und Tennengebirge, sind manche Randbedingungen vergleichbar und Parallelisierungen durchaus reizvoll eine umfassende, spezielle Bearbeitung der Gebiete können sie aber niemals ersetzen. Ein Beispiel soll die Charakteristik der heterogenen Entwicklung eines Karstaquifers im Laufe der Zeit vor Augen führen: Man stelle sich ein Gebirge mit einem Kluftabstand von 1 m vor etwa so ähnlich, wie es etwa in Abb. 3 zu sehen ist. In einem sehr frühen Stadium der Entwicklung sind die Klüfte nahezu geschlossen, nehmen wir eine Kluftweite von 0,1 mm an. Bei einer Vergrößerung durch Kalklösung auf 1 mm ändert sich der Hohlraumgehalt (und letztlich damit das Speichervolumen) auf das Zehnfache, die hydraulische Durchlässigkeit jedoch um das Tausendfache. Durch den erhöhten Wasserdurchsatz gelangt nun mehr Wasser pro Zeiteinheit durch jene etwas weiteren Trennflächen, die damit wieder schneller wachsen ein Rückkoppelungseffekt. Daraus wird ersichtlich, dass jene Bereiche, die aus irgendwelchen Gründen rascher größere Klüfte bilden (dies kann durch unterschiedliches Wasseranbot, unterschiedliche Vegetationsbedeckung, aber auch unterschiedliche Primärklüftung durch unterschiedliche Beanspruchung des Gesteinskörpers während der tektonischen Aktivitätsphasen begründet sein) ihren Nachbarbereichen in der Hohlraumentwicklung uneinholbar davoneilen: sie wirken zunehmend als Wassersammler und drainagieren in der Folge den Karstaquifer bevorzugt. Das verbleibende Mikrogefüge ist indessen für die Karstentwässerung nicht minder bedeutend: Während die rasch erweiterten, höhlenartigen Trennflächen für die rasche Wasserabfuhr und die hohen Quellschüttungen verantwortlich ist, versorgen die Mikro-Trennflächen die Quellen mit dem Langzeitabfluss, der für die Wasserversorgung von entscheidender Bedeutung ist. Be d e u t u n g v o n Hö h l e n f ü r d i e Hy d r o g e o l o g i e Höhlen sind zugängliche Spuren und Zeugen der unterirdischen Entwässerung. In vielen Fällen sind Höhlen aber auch die Resultate einer Paläo-Entwässerung, die aus den Raumformen vielfach abzuleiten ist. So sind die oft zu beobachtenden Schlüsselloch- Profile von Höhlengängen ein Merkmal für den Übergang der gänzlich wassererfüllten phreatischen Zone in die teil- und zeitweise wassererfüllte vadose Zone: Runde bis linsenförmige Profile an der heutigen Höhlendecke gehen nach unten in klammartige Canyons über, die aber oftmals bereits längst trockengefallen sind (Abb. 4). Die Rekonstruktion der ehemaligen Fließverhältnisse ist von essentieller Bedeutung für das Verständnis der heutigen Entwässerung, die gelegentlich von sich durchaus befremdlich überkreuzenden Wasserwegen im Untergrund gekennzeichnet ist. Im Dachstein haben aktuelle Untersuchungen die phreatische Phase in den Riesenhöhlensystemen in die Zeit vor rund 10 Millionen Jahren datiert, jene der vadosen Phase ihr nachfolgend bis vor ca. 5 Millionen Jahren. Die primäre Entwicklung dieser Höhlen hatte also nichts mit der Eiszeit zu tun. Während und nach der Eiszeit wurden die Höhlen durch Eis und Wasser allerdings kräftig überformt und an der Oberfläche der Kalkhochflächen zum Teil auch zerstört. Die Höhlen sind jene Bereiche im Karstaquifer, wo die

23 23 Karstaquifers hat aber eine andere unangenehme Begleiterscheinung: Schadstoffe erreichen die Quellen mit einer nur sehr geringen Vorwarnzeit. Obgleich die rechnerische Fließgeschwindigkeit im Untergrund zwar kaum 200 m/h überschreitet, ist doch z.b. bei einem Dieselunfall im Hochgebirge eine immense potentielle Gefahr für die Quellnutzer gegeben. Darüber hinaus reicht bereits ein Unfall eines Geländefahrzeugs mit Dieselaustritt im Einzugsgebiet einer Quelle, um z.b. die Menge des Monatsverbrauches der Stadt Salzburg ungenießbar zu machen. Zu s a m m e n fa s s u n g Abb. 4: Schlüssellochprofil in der Margschirfhöhle am Dachstein etwa in Kopfhöhe des Höhlenbesuchers ist der Übergang vom phreatischen zum vadosen Teil der Höhlenentwicklung zu erkennen. Erweiterung der ursprünglichen Mikro-Trennflächen bevorzugt stattgefunden hat. Sie führen die Niederschlagswässer rasch Richtung Quellen ab, deren Abfluss in Trockenzeiten jedoch mit den Höhlen wenig zu tun hat. Grobe Abschätzungen der Wasserbilanz in Kombination mit Beobachtungen des Abflusses in den Höhlen ergeben einen massiven Fehlbetrag, der auf jenes Wasser hinweist, das offensichtlich neben den bekannten Höhlenteilen in Mikro-Trennflächen langsam durch den Berg in Richtung Quellen fließt und so auch die längerfristige Wasserversorgung sichert. Der rasche Abfluß in höhlenartigen Bereichen des Karstgebiete sind infolge ihrer komplexen Genese und ihrer Eigenarten sensitive und daher sorgsam zu behandelnde hydrogeologische Systeme. Vergleiche zwischen Karstmassiven sind möglich, ersetzen aber niemals eine spezielle und detaillierte Untersuchung des jeweiligen Karstgebietes. Die Wasservorräte in den Karstgebieten der Nördlichen Kalkalpen sind von hoher Qualität und Quantität, ein einziger Unfall mit Schadstoffen würde jedoch große Mengen an Karstwasser für lange Zeit unverwendbar machen. Eine Sanierung eines hochalpinen Karstaquifers etwa wäre im Gegensatz zu Grundwassergebieten fast nicht realisierbar, jedenfalls aber mit gigantischen Kosten verbunden. Dr. Rudolf PAVUZA Karst- und höhlenkundliche Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien, A-1070 Wien, Museumsplatz 1/10/1;

24 24 Ka r s t wa s s e r r e s s o u r c e n in d e n Sa l z b u r g e r Ka l k a l p e n v o n Ge r h a r d Vö l k l Gerhard Völkl Ei n l e i t u n g Das Bundesland Salzburg ist mit Wasserressourcen reich gesegnet. Der Nordrand der Salzburger Kalkalpen zählt durch seine NW Staulage zu den niederschlagsreichsten Gebieten Österreichs, der legendäre Salzburger Schnürlregen ist sogar sprichwörtlich geworden. Aber im Wort Kalkalpen steckt auch schon eine gewisse Problematik, was die Wasservorkommen betrifft. Wir haben es hier mit klassischen Karstgebieten zu tun mit allen Vor- und Nachteilen. Der Wissensstand über die karsthydrologischen Verhältnisse in Salzburg ist sehr hoch. In keinem anderen Bundesland liegen derart flächendeckend karsthydrologische Untersuchungen vor. Auch der nun schon seit 100 Jahren mustergültig geführte Salzburger Höhlenkataster und die Salzburger Höhlenbücher sind eine Fundgrube in Sachen unterirdischer Wasservorkommen. Dennoch ist es so wie in allen Bereichen der Wissenschaft, jede Erkenntnis wirft einen ganzen Haufen neuer Fragen auf. Tr i n k wa s s e r r e s s o u r c e n Für die Deckung unseres Trinkwasserbedarfes haben wir folgende drei Optionen: Quellwasser Porengrundwasser Oberflächenwasser aus Seen oder Flüssen Natürlich denkt man dabei zuerst an die sprudelnden klaren Quellen im Gebirge, die uns, in Leitungen gefasst, in den Haushalt fließen. Porengrundwasser ist nicht überall in ausreichender Menge vorhanden und muss erst technisch aufwendig erschlossen und gefördert werden. Und Oberflächenwasser? Nein danke, wird man da wohl gleich hören. Die Sache ist aber wesentlich diffiziler. Die meisten Karstquellen sprudeln nur im Frühjahr und Sommer so schön. Die Schüttungen gehen nach der Schneeschmelze und nach den sommerlichen Niederschlägen stark zurück und machen im Winter meist nur mehr einen Bruchteil aus. Aber diese Niederwasser Schüttungen muss man für die Planung von Wasserversorgungen heranziehen. Zudem fließen Niederschlagswässer oft sehr rasch, innerhalb von Stunden den Quellen zu, was zu Verunreinigungen führen kann. Im gesamten Einzugsgebiet von Quellen Die Fürstenbrunner Quelle am Untersberg ist die wichtigste Wasserquelle der Stadt Salzburg. muss besonders darauf geachtet werden, dass keine Schadstoffe in den Untergrund gelangen können. Nur wenige Karstquellen können naturbelassen als Trinkwasser genutzt werden, meist ist es erforderlich, eine Entkeimung vorzusehen. Das Porengrundwasser kommt meist besser weg was die Qualität betrifft und steht auch in gleichbleibender Menge zur Verfügung. Allerdings ist auch da sehr darauf zu achten, dass keine Schadstoffe in den Unterrund gelangen. In manchen Teilen Österreichs gibt es zum Beispiel massive Probleme durch den Nitrat- Eintrag aus der landwirtschaftlichen Nutzung. Die Option der Nutzung von Wasser aus der Tiefe von

25 25 Seen sollte man nicht aus den Augen verlieren. Natürlich muss dieses Wasser technisch aufbereitet werden, steht dafür aber in fast unbegrenzter Menge zur Verfügung. Ich möchte nur an die enorme Bedeutung des Bodensees für die Wasserversorgung weiter Teile Süd-Deutschlands erinnern. Die Deckung des Trinkwasserbedarfes von Siedlungsräumen sollte nicht von einer dieser Ressourcen abhängig sein, sondern möglichst aus Quell- und Porengrundwasser erfolgen. Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach führt seit Jahrzehnten eine Statistik, nach der etwa die Hälfte des österreichischen Trinkwassers aus Quellen stammt, die andere Hälfte aus Porengrundwasser. Die Nutzung des Wassers für Beschneiungsanlagen (Tourismus), Verkehrswege oder auch ein konzentrierter Eintrag von Gülle (Landwirtschaft) können u.a. ein wesentliches Gefährdungspotenzial für das Trinkwasser darstellen. Ge f ä h r d u n g s p o t e n z i a l e Die alpinen Karstgebiete unterliegen wie alle österreichischen Landschaften verschiedenen Nutzungen, Konflikte sind dabei unausbleiblich. Jedem Grundbesitzer muss das Recht eingeräumt werden, seinen Grund und Boden zu nutzen, zumal dann, wenn dieser seine Existenzgrundlage darstellt. Die Nutzungen müssen aber nach bestimmten Regeln erfolgen, damit anderen dadurch kein Schaden zugefügt wird. Die Nutzung des Wassers wirft besonders viele Probleme auf. Wasser ist die Lebensgrundlage für Pflanze, Tier und Mensch. Ohne Wasser kein Leben! Alleine aus dieser Erkenntnis müsste klar sein, dass Wasser nicht als Privateigentum oder gar als spekulative Handelsware angesehen werden darf. Wasser muss allen in lebensnotwendiger Menge zur Verfügung stehen. Das einwandfreie Trinkwasser, welches in unseren Wohnungen aus den Leitungen fließt, ist freilich keine Selbstverständlichkeit. Das hat seinen Preis, und es steckt ein beträchtlicher Aufwand dahinter bis es dort ankommt. Da Wasser nicht nur zum Durststillen dient, sondern in vielfältiger Form auch zur Nahrungsmittelproduktion, zur Energiegewinnung, als Verkehrsweg und noch zu unzähligen anderen Dingen, sind die Probleme vorprogrammiert. Entsprechend kompliziert ist das Wasserrecht. Aus der gegenständlichen Sicht sollen aber nur einige Nutzungen angeführt werden, welche die Ressource Trinkwasser gefährden können. Es sind das in unserem alpinen Raum: Landwirtschaft Forstwirtschaft Tourismus Verkehrswege Industrie Diese Landnutzungen müssen in einer Weise erfolgen, dass sie eine Verwendung der Wasservorkommen als Trinkwasser nicht gefährden. Das ist nicht einfach, aber mit dem heutigen Stand des Wissens

26 26 Aufgrund des reichlichen Vorkommens von Trinkwasser in Österreich wird damit nicht immer sorgsam umgegangen. und der Technik nicht unmöglich. Auch aus dieser Sicht der Dinge wird deutlich wie problematisch es ist, ein Trinkwasservorkommen als Privatbesitz zu reklamieren, denn nur mit eingeschränkten Bewirtschaftungen im Einzugsgebiet einer Quelle wird die Trinkwasserqualität gegeben sein und alle Unterlieger an dem Gewässer, aus dem Wasser abgezogen wird, erleiden dadurch Einbußen. Noch ein Problem wirft die Gewinnung reinen Trinkwassers auf: Nach welcher Nutzung auch immer - wird es zum Abwasser. Das Niederschlagswasser dringt in die Gebirge ein, kommt als Quelle zum Austritt und fließt durch das Gewässernetz dem Meer zu, im ewigen Kreislauf. Wem steht der Besitz eines Wassertropfens zu? Nur das Recht zur Nutzung, verbunden mit der Verantwortung, die daraus entsteht, kann jemandem zugesprochen werden. Almwirtschaft im traditionellen Sinn ist mit Trinkwassernutzungen durchaus in Einklang zu bringen, allerdings muss auf einige Dinge besonders geachtet werden. Es darf nicht zu konzentriertem Eintrag von Gülle in Wasserschwinden kommen, die Almrasenflächen sollten schonend beweidet werden und vor allem darf keine Gülle oder gar Klärschlamm vom Tal auf die Almen gebracht werden. Bei Quellen mit Almgebieten im Einzugsgebiet muss zumindest für die Sommermonate eine Entkeimung vorgesehen werden. Karstgebiete weisen meist nur eine dünne und sehr verletzliche Bodendecke über dem felsigen Untergrund auf. Beim Forststrassenbau und bei der Holzbringung ist besonders darauf zu achten dass diese nicht der Erosion zum Opfer fällt. Dies schadet nicht nur der Wasserqualität, sondern kann auch die Wiederaufforstung beeinträchtigen oder unmöglich machen. Bei den Tourismuseinrichtungen ist in erster Linie auf die Schutzhütten zu achten. Die meisten haben zur Hebung des Komforts in den letzten Jahrzehnten Fließwasser eingeleitet. Damit fällt nun Abwasser an, das unbedingt ins Tal geleitet werden sollte. Beispiele aus dem Hochschwab, dem Dachstein oder dem Wildseeloder zeigen, dass es technisch möglich ist. Die verschiedenen Versuche mit hochalpinen Klein- Kläranlagen haben nicht so überzeugt, dass man sie in unmittelbaren Quelleinzugsgebieten betreiben sollte. Schigebiete im Karst sind problematisch. Wie bei der Forstwirtschaft muss auf den Erhalt der Bodendecke Wert gelegt werden. Auf lange Sicht bilden sich auf ordnungsgemäß begrünten Pisten vielleicht bessere

27 27 es ein Gebot der Stunde sein, das angefahrene Bergwasser nicht zu verpressen oder in Drainagen abzuleiten, sondern so zu fassen, dass es einer Trinkwassernutzung zugeführt werden kann. Industrie würde man in den Kalkalpen keine vermuten, doch muss man hier wohl die Steinbrüche und die Anlagen der E-Wirtschaft dazurechnen. Für die verschiedenen Kraftwerksstollen gilt das Gleiche wie für Verkehrstunnels, allerdings werden hier Bergwasserzutritte natürlich als willkommener Nebeneffekt eingestuft. Die Be w e r t u n g d e r Tr i n k wa s s e r v o r- k o m m e n in d e n e i n z e l n e n Ge b i r g s s t ö k- ken der Salzburger Kalkalpen Un t e r s b e r g Die Errichtung und der Betrieb von Schigebieten, aber auch die Abwasserentsorgung auf den Schutzhütten in den Karstgebieten kann durchaus problematisch sein. Böden als vorher da waren, aber die Jahre nach den Geländeregulierungen vermindern auf jeden Fall die Wasserqualität der Quellen. Die Problematik bei Beschneiungsanlagen liegt in erster Line darin, wo das dafür benötigte Wasser hergenommen wird. Wasser ist in den Wintermonaten in den meisten Karstgebieten rar. Es dürfen dadurch keine Vorfluter trockengelegt werden oder durch den gleichzeitig sprunghaft steigenden Abwasseranfall zu Kloaken verkommen. Der Maschinenschnee selbst stellt kein Problem dar, im Gegenteil, er schützt die Vegetationsdecke vor den Stahlkanten und den Ketten der Pistenraupen. Die Anlage von Pisten und Beschneiungsanlagen erleichtert auch die Abwasserabfuhr aus dem erschlossenen Gebiet. Bei Seilbahnen kann ein Abtransport des Abwassers vorgeschrieben werden. Verkehrswege durch Karstgebiete stellen eine latente Gefahr für das Trinkwasser dar. Sie sollten einer ständigen Kontrolle unterliegen, Katastrophenszenarien sollten durchgespielt werden. Tunnelröhren, wie etwa jene der Tauernautobahn, beeinträchtigen die Karstwasserverhältnisse irreversibel. Eigentlich sollte Wenn man bei vielen Gebirgsstöcken den Karstcharakter erst auf den zweiten Blick erkennt, so protzt der Untersberg geradezu damit. Die sagenumwobenen Höhlen in der Dopplerwand sind schon vom Tal aus zu sehen, das Plateau ist übersät mit Dolinen und Schächten, und ein Stück über dem Talboden springt die imposante Fürstenbrunner Quelle aus dem Berg. Diese Quelle drainagiert praktisch den gesamten Gebirgsstock, wie die Markierungsversuche gezeigt haben. Nicht weniger als 14 Stellen wurden im Laufe der Jahre mit Tracern beschickt, von allen erfolgte der Abfluss zur Fürstenbrunner Quelle. Ob am Fuß der Ostwände in der Kolowratshöhle, am Fuß der Südwände im Eingangsbereich der Kargrabenhöhle oder auf der Zehnkaseralm im Westen auf der Berchtesgadener Seite, von überall erfolgt die unterirdische Entwässerung zu der im äußersten Nordosten gelegenen Fürstenbrunner Quelle. Am Westfuß des Gebirges entspringt noch eine schöne Quelle aus dem Mausloch, man fragt sich, welches Einzugsgebiet ihr denn eigentlich noch geblieben ist. Es gibt auch eine Vielzahl von kleineren Quellen mit lokalen Einzugsgebieten. Quellen beim Veitlbruch konnten durch die Markierungsversuche als seitliches Leck des Hauptentwässerungssystems erkannt werden. Die Laufzeiten der einzelnen Markierungsstoffe sind hochinteressant. Von keiner der Einspeisungsstellen gab es einen ganz raschen Abfluss von Stunden oder wenigen Tagen. Die kürzeste Laufzeit von 6 Tagen gab es von der relativ nahe gelegenen Kolowratshöhle. Von einer Reihe von Einspeisungen zwischen Schweigmühlalm, Mitterberg und Kargrabenhöhle kamen die Markierungsstoffe nach Tagen zum Wiederaustritt, von der Einspeisung auf der Zehnkaseralm brauchte der Farbstoff aber 76 Tage und vom Hirschangerkopf gar 157 Tage! Bezieht man noch alle Höhlenbäche, Seen und Sipho-

28 28 Das Karstplateau am Untersberg. ne ein, die von den Höhlenforschern im Inneren des Gebirges laufend kartiert werden, so ergibt sich ein sehr komplexes Bild von den Karstwasserverhältnissen im Untersberg. Geht man von der Niederwasserführung aus, so sind alle Quellen des Massivs für Trinkwasserzwecke gefasst. Nur ein kleiner Anteil der Hochlagen wird almwirtschaftlich genutzt, forstwirtschaftlich nur die tieferen Lagen der Bergflanken. An Tourismuseinrichtungen gibt es drei Schutzhütten, die Seilbahn mit Bergstation und als leuchtendes Beispiel des Widersinns die in den Karst gesprengte Schipiste, die vom Irgendwo ins Nirgendwo führt, auf jeden Fall aber quer durch das Einzugsgebiet der Fürstenbrunner Quelle. Gerade dieses Beispiel zeigt, wie notwendig es ist, die Einzugsgebiete unserer Quellen im Auge zu behalten. Da s Sa l z b u r g e r Mi t t e l g e b i r g e ö s t l i c h der Salzach Die Gebirgsstöcke zwischen Salzach, Lammer, Wolfgangs- und Fuschlsee möchte ich zusammenfassen. Die Gebiete im Hauptdolomit weisen eine gute Wasserspeicherung auf, die Quellvorkommen sind großteils für lokale Wasserversorgungen genutzt. Vor allem im Rahmen der Bund- Bundesländerkooperation auf dem Gebiet der Rohstoffforschung wurden eine Reihe von hydrologischen Untersuchungsprogrammen durchgeführt, so dass die karsthydrologischen Gegebenheiten in diesem Bereich gut dokumentiert sind. Problematisch sind die Verhältnisse im Tauglgebiet, wo verbreitet Oberalmer Kalke vorkommen. Diese weisen sich durch sehr raschen Durchsatz der anfallenden Niederschlagswässer aus, was vor allem in den zahlreichen Wasserhöhlen zu beobachten ist. In Verbindung mit der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung des Gebietes führt das zwangsläufig zu Problemen mit der Wasserqualität. Das gesamte Gebiet wird durch seine Mittelgebirgslage land-, forst- und vor allem almwirtschaftlich genutzt. Es ist durch Straßen und Güterwege voll aufgeschlossen. Durch die Nähe zum zentralen Siedlungsraum ist natürlich auch die touristische Erschließung inklusive einiger Schigebiete entsprechend entwickelt. Hoher Göll Ähnlich wie der Untersberg wird das Göllmassiv durch eine einzige Karstriesenquelle, dem Gollinger Wasserfall entwässert. Markierungsversuche haben gezeigt, dass das Einzugsgebiet bis in die Umgänge auf der bayerischen Seite reicht. Daneben gibt es nur noch eine einzige erwähnenswerte Quelle im Bluntautal, die Schönbachquelle. Der österreichische Teil des Massivs ist höhlenkundlich sehr gut erforscht. Die Höhlensysteme weisen große Tiefenerstreckungen auf, einige über Meter.

29 29 Auch in der Quellhöhle des Gollinger Wasserfalles selbst wurde durch Taucher bereits eine Tiefe bis 80 m erreicht. Über Jahrhunderte hielt sich das Gerücht, der Gollinger Wasserfall stehe mit dem Königssee in Verbindung. Es gab auch kuriose historische Markierungsversuche, bei denen in eine bezeichnender Weise Kuchler Loch genannten Schwinde am Seeufer Sägespäne eingespeist wurden. Die Stelle ist seit dem Aufstau des Sees leider nicht mehr genau lokalisierbar. Hinweise auf Übertritte von Karstwasser aus dem Göll in das Grundwasser des Bluntautales konnten nicht nachgewiesen werden. Am Gollinger Wasserfall ist seit vielen Jahren ein Pegel installiert und seit 1996 eine hydographische Quellmessstelle eingerichtet. Dabei werden in 15 Minuten Intervallen Schüttung, Temperatur, elektrische Leitfähigkeit und Trübung mittels elektronischen Sonden und Datensammlern erfasst. Die Quelle zeigt die für viele Karstquellen so typischen starken Schwankungen im Jahresgang und extrem hohe, aber kurze Hochwasserspitzen. Rinnen im Winter gerade noch 30 Liter pro Sekunde, so kann die Schüttung bei Gollinger Wasserfall Hochwasser l/s, also die tausendfache Menge erreichen. Die Almwirtschaft ist auf das kleine Gebiet der Alpwinkelalm beschränkt, Forstwirtschaft ist in den schroffen Flanken kaum möglich, Schutzhütten gibt es keine, allerdings Jagdhütten. Ha g e n g e b i r g e Das Hagengebirge weist eine ausgedehnte Plateaufläche von ca. 70 km² auf. Die höchsten Erhebungen sind am Rand des Gebirges angeordnet, wodurch der Plateaucharakter noch verstärkt wird. Sowohl auf der Nord-, Ost-, Süd- und Westseite des Gebirgsstockes treten eine Reihe bedeutende Karstquellen aus, die jedoch bis auf die Schwarze Torren und die Jodquelle im Norden des Gebirges alle im Herbst und Winter versiegen. Sie können allesamt nicht als wirkliche Trinkwasserressourcen angesehen werden. In den verschiedenen Höhlen des Hagengebirges sind freilich auch im Winter noch Höhlenbäche anzutreffen, diese Wasservorkommen liegen aber räumlich sehr verstreut. Sie treten wohl an unbekannten Stellen in das Grundwasser der Talfüllungen oder in die Königsseen über. Die Hauptentwässerung des Gebirges erfolgt nach Norden zum Quellbezirk Torren im hinteren Bluntautal. Bald nach der Schneeschmelze fallen die mächtigen Übersprünge wie der Torrener Wasserfall oder die Weiße Torren trocken und es fließt nur mehr die Schwarze Torren, die am Wandfuß direkt im Talbodenniveau austritt. Markierungsversuche haben ein sehr klares Bild der Karstentwässerung ergeben. Das Gebirge wird von einer markanten tektonischen Linie durchzogen, der sogenannten Torschartenstörung. Sie zieht von der Torscharte im Südwesten zum Ofenauerberg im Nordosten und bildet sich im Satellitenbild deutlicher ab als im Gelände selbst. Einer geologischen Lehrmeinung nach paust sich hier eine Bruchlinie des kristallinen Untergrundes durch die Kalkalpen durch. Alle östlich dieser Linie eingespeisten Tracer kamen nach 24 bis 100 Stunden in Quellen im Salzachtal zum Austritt. Von den Einspeisungen auf dieser Linie und westlich davon erfolgte der Abfluss in 24 bis 100 Stunden zu den Torrener Quellen. Geradezu als Bestätigung der geologischen Theorie konnten nach zwei Wochen Tracer, die auf dieser Störungslinie eingespeist wurden, auch in der Jodquelle nachgewiesen werden. Diese Quelle entspringt genau an jener Stelle, an der die Torschartenstörung in das Salzburger Becken eintaucht. Die Quelle weist einen hohen Chlo-

30 30 ridwert und eine mittlere Temperatur von 13 C auf, was doppelt so hoch ist wie der Mittelwert der anderen Quellen des Hagengebirges. Das Bluntautal ist mit einem mächtigen, sehr lockeren und gut wasserwegigen Schotterkörper verfüllt. Der felsige Untergrund wurde erst in 80 bis 100 m Tiefe erbohrt. Schon im Hochsommer kann es vorkommen, dass der Abfluss der Schwarzen Torren auf Höhe des Gasthauses Bärenwirt versickert, weiter flussabwärts aber im Bachbett wieder austritt. In den beiden Baggerseen wurde der Grundwasserspiegel freigelegt, man sieht wie knapp unter dem Waldboden dieser ansteht. An der hydrographischen Pegelmessstelle Torren/Torrenerbach am Ausgang des Bluntautales kann der gesamte Abfluss aus diesem Grundwasserkörper beobachtet werden. Im Zeitraum 1961 bis 1999 war der niedrigste gemessene Wert 180 l/s. Im Hagengebirge gibt es nur eine bescheidene Almund Forstwirtschaft und keine Touristenunterkünfte. des Gebirges keine Rolle, die meisten Schutzhütten liegen randlich in tieferen Lagen, mit einer Ausnahme, dem Matrashaus direkt am Gipfel. Te n n e n g e b i r g e Ho c h k ö n i g Der Hochkönig ist der einzige Gebirgsstock der Salzburger Kalkalpen, der noch den Rest eines Gletschers trägt. Dieser spielt aber für die Karsthydrologie des Gebirges keine wesentliche Rolle. Die Hauptentwässerung erfolgt nach Norden zum Wandbachfall. Die spektakuläre Quellspalte mitten in einer senkrechten Felswand ist freilich nur am Höhepunkt der Schneeschmelze oder nach starken sommerlichen Niederschlägen aktiv. Der Hauptaustritt liegt unterhalb der Blühnbachtalstraße in ca. 880 m SH. Über den genauen Abfluss liegen noch keine Untersuchungen vor. Im Osten des Gebirges entspringen die Hölln Quellen, die zur Wasserversorgung von Bischofshofen gefasst sind. Die Ausweisung eines Schongebietes für diese Quellen war 1966 Anlass für einen groß angelegten Markierungsversuch. Im Süden und Westen entspringen aus dem Dolomitsockel des Gebirges einige Quellen von regionaler Bedeutung, die größtenteils für Wasserversorgungen genutzt werden. Alm- und Forstwirtschaft spielen in den Hochlagen Der imposante Karststock des Tennengebirges. Im Tennengebirge entspringen alle bedeutenden Karstquellen auf der Nordseite des Gebirges. Der Lammerursprung und die Quellen in der Wengerau treten aus den Schuttfüllungen der Täler aus, ein bedeutender Karstwasseranteil ist nicht anzunehmen. Im Salzachtal entspringen keine größeren permanent schüttenden Quellen. Anders als im Hagengebirge treten die Quellen auf der Tennengebirgs-Nordseite in ca. 700 m SH deutlich über dem Talniveau aus. Die größte Quelle ist der Winnerfall, gefolgt vom Trickl- und dem unmittelbar benachbarten Dachserfall. Letzterer weist die relativ ausgeglichenste Schüttung auf und ist wie der Gollinger Wasserfall als Quellmessstelle des Hydrographischen Dienstes ausgebaut. Entspringen diese großen Quellen alle m über dem Vorflutniveau, so scheinen die fast auf Salzachniveau austretenden Quellen am Pass Lueg eine Ausnahme zu machen. Die zugehörigen Höhlenbäche in der Brunnecker- und Petrefaktenhöhle kann man im Berg aber bis zu einem ausgedehnten Siphonsystem auf etwa 700 m SH verfolgen, in das auch die Höhlenbäche der Bergerhöhle münden. Damit passen auch diese Quellen in das allgemeine Schema des Gebirges. Bereits 1939 bestand ein ausgearbeitetes Projekt, das alle Quellen der Tennengebirgs-Nordseite fassen und in einer Wasserschiene bis zur Stadt Salzburg Die Übergossene Alm am Hochkönig.

31 31 Quellaustritte (blau) und potenzielle Trinkwassergefährdung (rot) im Tennengebirgs-Karstwasserkörper. leiten sollte schloss B. TOUSSAINT eine hydrogeologische Dissertation über das Tennengebirge ab, der Wasserverband Salzburger Becken ließ mit Unterstützung durch Bund und Land in den 1970er Jahren umfangreiche hydrogeologische Untersuchungen durchführen. In diesem Zusammenhang entstand auch die ausgezeichnete Studie: Die großen Karstquellen des Tennengebirges im Land Salzburg von F. PRODINGER. Er errichtete Schreibpegel am Winner-, Trickl- und Dachserfall, sowie an mehreren Bächen im Lammergebiet, sogar Niederschlagsstationen im Plateaubereich und verarbeitete die Daten der Dekade 1972 bis 1983 in mustergültiger Weise. In der Zeitschrift Österreichische Wasserwirtschaft erschien 1982 die Studie Die Trinkwasserreserven des südlichen Salzburger Beckens und seiner Umrahmung von H. BRANDECKER und V. MAURIN, in der unter anderem auch die Markierungsversuche aus den Jahren 1969 und 1977/78 beschrieben sind. Almwirtschaft spielt im Hochbereich des Tennengebirges keine Rolle, forstwirtschaftlich können nur einige Teile der Bergflanken genutzt werden. Es gibt zwei Schutzhütten im zentralen Gebirge und den touristisch intensiv erschlossenen Bereich der Eisriesenwelt. Als Schigebiete wurden bis jetzt nur randliche Bereiche, außerhalb der verkarsteten Kernzone erschlossen. Radstätter Tauern In den Radstätter Tauern kommen verkarstungsfähige Gesteine in weiter Verbreitung vor. Sehr häufig findet man direkte Zusammenhänge zwischen Seeschwinden und nahe gelegenen Quellen, für Wasserversorgungen gut geeignete Quellen sind eher selten und meistens schon für den regionalen Bedarf gefasst. Für den Salzburger Zentralraum liegen diese Quellgebiete schon etwas weit entfernt. Mit den Tunnelröhren der Tauernautobahn haben wir einen schwerwiegenden Eingriff in die Karsthydrologie durch einen Verkehrsweg vor uns. Außer dem Autobahntunnel quert auch noch die Straße über den Radstätter Tauernpass das Gebiet. Als Highlight der Gefährdung durch den Verkehr bläst der Abluftschacht aus dem Tunnel mitten im Hochbereich des Karstes aus. Das gesamte Gebiet ist intensiv alm- und forstwirtschaftlich, sowie touristisch als Schiarena genutzt. Keine idealen Voraussetzungen für Einzugsgebiete von Trinkwasserressourcen. Verstärktes Augenmerk muss hier darauf gelegt werden, die bestehenden Wasserversorgungen zu sichern. Die Klammkalke Unter diesem Begriff möchte ich jene schmalen verkarsteten Gesteinskörper bezeichnen, die parallel zum Salzachtal verlaufen und von Großarltal, Gasteiner Tal und Rauriser Tal angeschnitten werden. Eine Reihe lokaler Wasserversorgungen nutzen Quellen aus diesen Karstwasserkörpern. Die Kalkglimmerschiefer der Hohen Tauern Kaum jemand, der am Kitzsteinhorn Schi fährt, ist sich bewusst, dass er sich in einem ausgesprochen interessanten Karstgebiet bewegt. Der abschmelzende Gletscher gibt laufend Schachthöhlen frei, die bereits bis in eine Tiefe von über m erforscht sind. Die Schmelzwässer vom Schmiedingerkees fließen großteils unterirdisch ab und kommen in den imposanten, aber schwer zugänglichen Quellen in der Schlucht des Kesselfalls zum Wiederaustritt. Wegen der intensiven touristischen Nutzung des Einzugsgebietes sind diese Wässer eher nicht zu den Trinkwasserreserven zu zählen. Aber nicht nur am Kitzsteinhorn, auch im benachbarten Großen Wiesbachhorn kommen Kalkglimmerschiefer in weiter Verbreitung vor. Sie reichen unter den Gipfelpartien der Glocknergruppe sogar bis ins Dorfertal auf der Osttiroler Seite. Diese Gesteine bestehen aus metamorphem Marmor mit eingelagerten Glimmerplättchen. Blickt man von der Glocknerstraße

32 32 Blick vom Ferleitental auf das Große Wiesbachhorn. über das Ferleitental hinüber zu den steilen Fluchten des Großen Wiesbachhorns, so erkennt man einen Quellhorizont in ca m SH. Dieser markiert praktisch die Gesteinsgrenze des liegenden Gneissockels zum hangenden Kalkglimmerschiefer. Man sieht daraus, dass das Wasser den gesamten Komplex der Kalkglimmerschiefer durchsetzt und erst an den stauenden Gesteinen zum Austritt kommt. Eine dieser Quellen, die Wölflequelle am Ausgang der Bärenschlucht, ist zur Wasserversorgung von Bruck und Zell am See gefasst. Die Durchgangszeiten von Schwinden auf den Almen im Schmalzgrubenkar sind sehr kurz, was gelegentlich hygienische Probleme mit sich bringt. Trotzdem scheint in den Kalkglimmerschiefern noch ein beträchtliches Potential an Trinkwasserreserven vorhanden zu sein, wenn die Einzugsgebiete nicht intensiv touristisch genutzt werden. St e i n e r n e s Me e r, Ho c h k a lt e r, Re i t e r a l m Diesen Gebirgsstöcken ist gemein, dass ihre Südseite in Österreich liegt, die Nordseite, zu der in den Salzburger Kalkalpen generell die Hauptentwässerung erfolgt, aber in Bayern. Die meisten unterirdischen Wasserläufe aus dem Steinernen Meer münden offenbar in den bis zu 180 m tiefen Königssee. Der See hat fast Steinernes Meer - Kallbrunnalm mit dem Seehorn.

33 33 keine oberirdischen Zuflüsse, aber mit der Königssee Ache einen mächtigen Ausfluss. Man kann fast von einem riesigen Quelltopf sprechen, der von vielen Karstwasseradern gespeist wird. Leider liegt dieses herrliche Trinkwasserreservoir nicht in Salzburg. Auf der Südseite des Steinernen Meeres ist praktisch die gesamte alpine Trias aufgeschlossen. Zuunterst bilden die Werfener Schiefer die undurchlässige Basis des Karstgebirges. Darüber folgen bis zu m mächtig Dolomite, die Gipfelpartien und die Plateauflächen werden großteils von Dachsteinkalk aufgebaut. Im Norden tauchen die Kalke in den Königssee ein, woraus man sieht, dass die Gebirge durch die tektonischen Vorgänge stark nordgekippt sind. Trotzdem treten im Süden aus den Dolomiten eine Reihe von Quellen aus, die ausgeglichenere Schüttungen aufweisen und durchwegs für Wasserversorgungen gefasst wurden. Leoganger Steinberge Auf den ersten Blick scheinen die Leoganger Steinberge ganz ähnlich aufgebaut zu sein wie das benachbarte Steinerne Meer. Die Werfener Schiefer bilden im Süden den Sockel des Gebirges, im Norden tauchen die Kalke unter die Talfüllung des Saalachtales ein, dort entspringen auch die größten Quellen des Gebirges. Quellen gibt es aber rund um das Gebirge. Auf der Südseite treten viele kleinere Quellen über den stauenden Werfener Schiefern aus, sie werden fast durchwegs für Wasserversorgungen genutzt. Eine besonders spektakuläre Quelle ist dabei das Birnbachloch. In den Leoganger Steinbergen liegt eines der bedeutendsten Höhlensysteme der Welt. Viele Jahre war der Lamprechtsofen mit m die tiefste Höhle der Welt. Salzburger und polnische Höhlenforscher haben es in jahrzehntelanger Arbeit geschafft, zunächst die Höhle bis Höhenmeter über dem Talboden zu erforschen, wobei unter schwierigsten Bedingungen meist dem Höhlenbach durch Siphone und Wasserfälle nach oben gefolgt wurde. Dann gelang es, verschiedene Schächte im Plateaubereich mit dem Lamprechtsofen zu verbinden. In diesem Höhlensystem kann nun von den tropfenden Schneepfropfen in den Einstiegsschächten bis zur Quelle im Talboden der unterirdische Lauf des Karstwassers verfolgt werden. Im Untersberg, Göll, Tennen- oder Hagengebirge fällt das Wasser schon im zentralen Teil des Gebirges bis fast auf das Quellniveau ab, wie die vielen über m tief erforschten Schächte zeigen. Hier sammelt es sich 200 bis 300 m unter der Geländeoberfläche zu einem Höhlenbach, der über Wasserfälle stürzt, durch Klammen tost, lange ruhige Seen und immer wieder auch Siphonstrecken bildet, wo die Höhlendecke ins Wasser eintaucht und der direkte Weiterweg versperrt ist. Der Grund für diese etwas andere Ausbildung der un- Lamprechtsofen, Grüntopf.

34 34 terirdischen Entwässerung liegt in der Tektonik. Die Leoganger Steinberge bilden eine Antiklinale, eine Auffaltung. Dadurch reißen die oberen Schichtpakete auf, während die unteren eher zusammengedrückt werden. Das Vorhandensein von tektonischen Klüften, Fugen oder Rissen ist die unbedingte Voraussetzung für die Entwicklung einer Karstentwässerung und Höhlenbildung. Die Markierungsversuche brachten zum Teil sehr überraschende Ergebnisse, geben aber ein ziemlich klares Bild von den unterirdischen Abflusswegen. Der 1971 im obersten Ebersbergkar in m SH eingespeiste Farbstoff kam schon nach 18 Stunden in der Quelle des Lamprechtsofen zum Wiederaustritt. Zwei Jahre später sollte dieser Versuch mit einem neuen Farbstoff zu Testzwecken wiederholt werden, doch diesmal floss der Markierungsstoff nach Süden zum Birnbachloch! Wie sich nach Abschmelzen der Schneedecke herausstellte, war in eine genau 13 m südlich gelegene Felsspalte eingespeist worden. Ein im Dürrkar auf der Nordseite eingespeister Farbstoff floss ebenfalls nach Süden zum Birnbachloch ab. Im mittleren Ebersbergkar erfolgte eine Einspeisung am östlichen Rand, dieser Farbstoff trat in Quellen östlich des Hackerbauern aus. Ein auf gleicher Höhe am Westrand des Kares im Wieserloch eingespeister Karstquellen vergesellschaftet, weil sich das Karstwasser während der Aufschotterung des Tales durch die Saalach den Weg an die Oberfläche freigespült hat und nun Grundwasserströme an sich zieht. Dass diese an den Talrändern strömen hat seinen Grund darin, dass die Saalach aus den Schieferalpen und aus den Moränengebieten relativ bindiges Material aufgeschottert hat, während an den Bergflanken viel gröbere Bergsturz- und Hangschuttmassen eingelagert sind. Das Beispiel zeigt, dass es im kalkalpinen Raum nicht sinnvoll ist, Karstwasser und Porengrundwasser von einander getrennt zu betrachten. Loferer Steinberge Die Karstentwässerung erfolgt fast ausschließlich nach Norden. Auf der Tiroler Seite im Süden treten nur wenige kleinere Quellen aus. Karstquellen entspringen östlich von Waidring, am Pass Strub, aus dem Loferer Hochtal und bei St. Martin. Erste Quellaufnahmen und Markierungsversuche wurden bereits durchgeführt, die Erforschung interessanter Höhlensysteme ist im Gange. Lo f e r e r Al m, He u ta l Dieses Gebiet zeichnet sich eher durch Mangel an brauchbarem Wasser aus, überregional bedeutende Karstwasservorräte sind hier auf österreichischer Seite nicht vorhanden. Zu s a m m e n fa s s u n g Rund um den Hohen Tenn (Hohe Tauern) befinden sich noch wichtige Trinkwasserreserven. Farbstoff floss in den Vorderkasergraben, nicht aber zum Lamprechtsofen. Alle Quellen im Saalachtal treten aus der Talfüllung aus, auch die Quelle des Lamprechtsofen! Neben den durch die starken jahreszeitlichen Schwankungen in Schüttung, Temperatur und Mineralisation erkennbaren Karstquellen, treten aber auch ausgeglichenere Quellen auf. Den Beweis, dass es sich dabei um Auftriebe von Talgrundwasserströmen handelt, brachte ein kleiner Markierungsversuch bei den Diesbachbrünn. Häufig sind diese Grundwasserauftriebe mit Die an und für sich so wasserreichen Salzburger Kalkalpen liefern nur in begrenztem Ausmaß brauchbares Trinkwasser. Noch nicht genutzte Reserven sind in erster Linie im Tennengebirge, weiters im Bluntauund Blühnbachtal, in den Kalkglimmerschiefern der Hohen Tauern (Hoher Tenn) und im Saalachtal zwischen Saalfelden und Lofer vorhanden. Es ist sinnvoll, Karstquellen und Quellen aus den Lockersedimenten der Talfüllungen gemeinsam zu betrachten, weil sie meist eng miteinander vergesellschaftet sind. Nicht nur die Einzugsgebiete der bestehenden Wasserversorgungsanlagen, sondern auch jene potenzieller Trinkwasserressourcen müssen streng überwacht und geschützt werden. Dr. Gerhard VÖLKL Hydrographisches Zentralbüro des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Aufbau des Hydrographischen Quellmessnetzes, seit 2003 im Ruhestand

35 35 La n d n u t z u n g s k o n f l i k t e u n d Wa s s e rv e r s o r g u n g v o n Ge r h a r d Ku s c h n i g g Gerhard Kuschnigg Mitteleuropa ist durch eine relativ dichte Besiedelung, sogar in Gebieten, die wir als entlegen bezeichnen, gekennzeichnet. Es ist aber nicht nur die Besiedelung, sondern es sind vor allem die verschiedenen Landnutzungen, die oft eine Mehrfachnutzung des zur Verfügung stehenden Raumes bewirken. Dass dies zu Konflikten führen kann und auch tatsächlich führt, ist offensichtlich und durch eine ausufernde Gesetzgebung, die versucht diese potentiellen Konflikte zu regeln, dokumentiert. Gesetze sind unverzichtbar, um sowohl öffentliche als auch private Interessen angemessen gewährleisten zu können. Ver f ü g b a r e r Ra u m... Der Weg zum Richter ist aber nicht immer der schnellste und er hinterlässt oft einen Verlierer, der mit der Entscheidung unzufrieden ist. Der Idealfall wäre, dass Parteien mit unterschiedlichen Interessen in einem Entscheidungsprozess zu einem Konsens finden der alle zufriedenstellt. Dies wird auch als Win-win Situation bezeichnet. Es stellt sich die Frage, ist so eine Lösung überhaupt möglich und wenn, unter welchen Rahmenbedingungen und gibt es dafür auch Beispiele? Ich möchte zuerst allgemein Grundlagen für Entscheidungsprozesse diskutieren und anschließend am Beispiel der Wiener Wasserwerke aufzeigen, wie in der Praxis solche Lösungen funktionieren können, aber auch wo die Grenzen sind. Konflikte entstehen, wenn gegensätzliche oder zumindest unterschiedliche Interessen aufeinander prallen. Um Konflikte zu lösen, bedarf es einer Entscheidung. Ein Entscheidungsprozess findet unter bestimmten Rahmenbedingungen statt und wird von Entscheidungsträgern bestimmt. Um allen Betroffenen eine Mitwirkung zu ermöglichen, muss eine Entscheidung durch Transparenz und Nachvollziehbarkeit geprägt sein. Eine Dokumentation von Entscheidungen hilft, spätere Fragen leichter aufklären zu können.... f ü h r t zu Ko n f l i k t e n.

36 36 Die Rahmenbedingungen können gesetzlicher Natur sein, sie können naturräumlicher Art sein, wie geographische Lage, Topographie, meteorologische Bedingungen etc., oder wissenschaftliche Grundlagen. Die Rahmenbedingungen sollten allen Konfliktparteien bekannt sein. Auch an Interessen gibt es ein sehr breites Spektrum, wie ökonomische, ökologische, soziale, raumplanerische oder politische Interessen, um nur einige Interessen aufzuzählen. Grundsätzlich sind alle Interessen gleichwertig. Die unterschiedliche Bewertung der Interessen findet bei der Interessensabwägung statt. Der Gesetzgeber kann natürlich - und tut dies auch - für bestimmte Bereiche oder bestimmte Gebiete Interessen als vorrangig definieren, wenn ein großes öffentliches Interesse gemeint ist. Wissenschaftliche Grundlagen werden immer wichtiger, da Behauptungen vor der Behörde einer objektiven und in sich logischen Beweiswürdigung unterzogen werden. Was sind im Bereich der Wasserversorgung Interessen, die potentiell Konflikte auslösen können und wie wirken diese? In Österreich sind die Bereiche, die negative Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft haben können, vielfältig. Dies ist vor allem deswegen der Fall, da wie schon oben gesagt, die meisten Räume einer Mehrfachnutzung unterliegen. Nutzungen, die die Wasserwirtschaft beeinträchtigen können, sind die Landwirtschaft, Siedlungswesen, Verkehr, Industrie und Gewerbe, Tourismus, Forstwirtschaft oder auch der Umweltschutz, um nur einige zu nennen (Umweltschutz oder auch Biodiversität kann methodisch anderen Landnutzungen gleichgestellt werden, da diese auch Unterschiedliche Interessen, wie z.b. die Landwirtschaft und der Tourismus, können durchaus synergetische Wirkungen erzielen. Raum benötigen und zu ihrer Durchsetzung Regeln erforderlich sind, die andere Nutzungen beschränken können). Eine Mindestanforderung sollte sein, dass keine Nutzung durch eine oder mehrere andere gänzlich verunmöglicht wird. Sollte dies der Fall sein (z.b. Kerngebiet eines Nationalparks), muss diese politische Entscheidung von einer breiten Öffentlichkeit unterstützt sein und Entschädigungen geleistet werden. Es muss allerdings nicht immer so sein, dass sich unterschiedliche Interessen gegenseitig beeinträchtigen. Sie können sich auch gegenseitig fördern und unterstützen. Bevor man sich in einen Konflikt begibt, ist es sinnvoll solche Synergien zu identifizieren. Ein gutes Beispiel ist die Landwirtschaft und der Tourismus. Gäste kommen auch nach Österreich wegen der Landschaft. Diese ist aber fast nirgends mehr eine unberührte Landschaft sondern durch über Jahre lange vor allem bäuerliche Bewirtschaftung geprägte Kulturlandschaft, die von vielen Touristen geschätzt wird. Die Erhaltung dieser Landschaft oder bestimmter Elemente wie Holzzäune, Stadeln und Ähnliches durch Bauern wird in manchen Gegenden Österreichs schon von touristischer Seite unterstützt. Eine Weiterführung und Ausweitung dieser Politik wird künftigen Bedürfnisse und Interessen sicherlich besser gewährleisten, als eine rücksichtslosere Vorgangsweise.

37 37 Schematisches Einzugsgebiet (blau umrandet) mit Bereichen verschiedener Vulnerabilität. Einige Beispiele anhand der Wiener Wasserwerke Die Einzugsgebiete der Wiener Wasserversorgung liegen im östlichen Bereich der Nördlichen Kalkalpen und umfassen die Gebirgsstöcke von Hochschwab, Schneealpe, Rax und Schneeberg. Die verordneten Schongebiete umfassen ungefähr km², wobei etwa 325 km² im Besitz der Stadt Wien sind. Diese Schongebiete sind per Gesetz vorrangig der Wassergewinnung (nicht nur der Stadt Wien) gewidmet. Aus diesem Gebiet werden an die 2 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt. Die sonstigen Nutzungen sind extensiv und betreffen Almwirtschaft, Tourismus und Forstwirtschaft. Die Siedlungen befinden sich fast ausschließlich im Tal und stellen keine Beeinträchtigung der Wasserversorgung dar. Industrie und Gewerbe sind unbedeutend, die historischen Bergbaue sind längst eingestellt und werden touristisch genutzt. Die Forstwirtschaft stellte in früheren Jahrhunderten einen bedeutenden Erwerbszweig dar und ist auch heute noch von Bedeutung. Diese frühere raubbau- artige Bewirtschaftung wirkt heute noch nach. Die Stadt Wien ist nach den Österreichischen Bundesforsten zweitgrößter Waldbesitzer in Österreich, was vor allem durch die Quellenschutzwälder getragen ist. Diese Wälder dienen ausdrücklich dem Schutz der Wasservorkommen und werden auch diesen Anforderungen angepasst bewirtschaftet. Der Tourismus besteht vor allem aus Wandertourismus im Sommer, wobei in den letzten Jahren das Tourenschifahren zunimmt. Außer der Raxseilbahn und der Zahnradbahn auf den Schneeberg gibt es keine Aufstiegshilfen. Ziel einer jeden Wasserversorgung ist es das Risiko für ihre Wasservorräte zu minimieren. Das Risiko in der Hydrogeologie ist eine Funktion von Vulnerabilität und Gefährdung. Dr. Gerhard KUSCHNIGG Magistrat der Stadt Wien MA31, Wasserwerke; Referent für Quellenschutz, Forschung und EU-Projekte, Tel. +43/(0)1/599 59,

38 38 Na c h h a lt i g e Si c h e r u n g v o n Tr i n k wa s s e r r e s e rv e n v o n Heinrich Ge r n e d e l Heinrich Gernedel Was die Trinkwasserreserven anbelangt ist Österreich in einer Vorrangstellung. Rund 120 Milliarden Kubikmeter pro Jahr beträgt das Wasserdargebot in Österreich. Zieht man davon die Verdunstung ab, so reduziert sich dieses Dargebot auf ca. 84,3 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Ein Drittel dieses Wasserdargebotes, also ca. 28 Milliarden Kubikmeter pro Jahr, sind dem Grundwasser zuzuordnen. Der gesamte jährliche Wasserbedarf für Haushalt, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft beträgt in Österreich zusammen ca. 2,6 Milliarden Kubikmeter pro Jahr, als ca. 2 % des Wasserdargebotes. Dieser "Wasserschatz", den Österreich durch seine geographische Lage und den Alpenhauptkamm besitzt, wird in seiner Quantität als auch Qualität durch verschiedene rechtliche Vorgaben nachhaltig geschützt, sodass auch für weitere Generationen der Zugriff auf ausreichend gutes Trinkwasser möglich sein wird. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie schafft einen Ordnungsrahmen zum Schutz des Wassers. Ziel der EU- Wasserrahmenrichtlinie ist vor allem eine ausreichende Versorgung mit Oberflächen- und Grundwasser guter Qualität, wie es für eine nachhaltige, ausgewogene und gerechte Wassernutzung erforderlich ist. Des Weiteren soll eine wesentliche Reduzierung der Grundwasserverschmutzung (der gute Zustand soll nach spätestens 15 Jahren erreicht werden) bzw. eine schrittweise Reduzierung der bisherigen Verschmutzung erreicht werden. Das österreichische Wasserrechtsgesetz sieht für die Sicherung der Trinkwasserversorgung eine wasserrechtliche Rahmenverfügung, die Sicherung der Der Gollinger Wasserfall - ein beeindruckendes Naturschauspiel.

39 39 Neben dem Mond- und Fuschlsee, gilt auch der Zeller See seit 1974 als wichtiger Trinkwasserspeicher. zukünftigen Wasserversorgung oder der Schutz von Wasserversorgungsanlagen (Wasserschutzgebiete) vor. Im Land Salzburg existieren zur Zeit 3 wasserwirtschaftliche Rahmenverfügungen, 51 Schongebietsverordnungen mit einer ausgewiesenen Fläche von ca km², das sind 17,4 % der Landesfläche. Weiters sind Schutzgebiete per Bescheid erlassen, mit ca. einer Fläche von 69,9 km², das sind ca. 1 % der Landesfläche. Die wasserwirtschaftliche Rahmenverfügung zum Schutz des Mond-, Fuschl- und Zellersees und deren Einzugsgebiete aus dem Jahre 1974 sieht Maßnahmen zur Seenreinhaltung vor und anerkennt das rechtliche Interesse für zukünftige Trinkwasserentnahmen aus dem Fuschlsee für die Stadtgemeinde Salzburg. Die wasserwirtschaftliche Rahmenverfügung "Zum Schutz des Grundwassers im südlichen Salzburger Becken und dem unteren Lammertal, sowie die Karstvorräte des Tennen-, Hagengebirges und Hohen Göll" aus dem Jahre 1980, sieht vor, dass die Grundwasservorkommen vorzugsweise der Trinkwasserversorgung gewidmet sind. Sie sind gegen Verunreinigung zu schützen und die Wasservorkommen sind ihrer Mengenbeschaffenheit dem Widmungszwecke dauernd zu erhalten. Die rechtlichen Interessen werden dem Wasserverband Salzburger Becken zuerkannt. Diese Maßnahmen sind für die nachhaltige Trinkwasserversorgung für die Räume Tennengau, Stadt Salzburg und Flachgau maßgeblich. Für die Sicherung der künftigen Wasserversorgungen wurde z.b. die Schongebietsverordnung nach 35, Wasserrechtsgesetz, für das Bluntautal erlassen. Die Schongebietsverordnung dient zur Sicherung der zukünftigen Trink- und Nutzwasserbedarsdeckung des Wasserverbandes Salzburger Becken. In dieser Schongebietsverordnung sind Verbote, bewilligungspflichtige Tatbestände und anzeigepflichtige Tatbestände angeführt, die dazu dienen, die Grundwasserbestände im Bluntautal für die nachhaltige Trinkwasserversorgung zu sichern. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Wasserrahmenrichtlinie den europäischen Mindeststandard regelt, im Wasserrechtsgesetz, 54 (wasserwirtschaftliche Rahmenverfügung) die Interessen deklariert werden, die Umsetzung der einzelnen Punkte jedoch schwierig ist. In den Schongebietsverordnungen nach 35 und 34 WRG, werden die Interessen am nachhaltigen Schutz einem oder mehreren Begünstigten zugewiesen. Diese haben die Möglichkeit einer Parteistellung bei Bewilligungsverfahren. Im Zuge dieser Parteistellung können die Interessen des nachhaltigen Trinkwasserschutzes vorgebracht werden. Nachteil der Schongebietsverordnung, speziell bei zukünftigen Trinkwasserversorgungsanlagen, sind die hohen Kosten, welche von den Begünstigten auf Grund von Wirtschaftserschwernissen usw., an die Betroffenen zu bezahlen sind. Dipl.-Ing. Heinrich GERNEDEL Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation Bayerhamerstraße 16, A-5020 Salzburg, Tel. +43/ (0)662/451515/3203,

40 40 Ös t e r r e i c h i s c h e r Gr u n d wa s s e r s c h u t z u n d EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) v o n Co r n e l i a Ma i e r Cornelia Maier Das Grundwasser hat nicht nur in Österreich, sondern in der gesamten Europäischen Union eine herausragende Bedeutung als wichtigste Quelle für Trinkwasser. Daher hat sich auch die EU im Rahmen der WRRL und ihrer Tochter-Richtlinie - der Grundwasser-RL - das Ziel gesetzt, eine schrittweise Reduzierung der Verschmutzung des Grundwassers und die Verhinderung seiner weiteren Verschmutzung (vgl. Art. 1 d) WRRL) sicher zu stellen. In Österreich ist das Grundwasser die mit Abstand wichtigste Quelle für die Trinkwassergewinnung. Etwa 99 % unseres Trinkwassers stammen aus Grundwasser, davon etwa die Hälfte aus den Porengrundwasservorkommen der Tal- und Beckenlagen und die andere Hälfte aus den Karst- und Kluftgrundwasserquellen der Gebirgszüge. 1. EU-Wa s s e r r a h m e n r i c h t l i n i e - ein Überblick Mit der EU-WRRL wurde ein neuer Ordnungsrahmen für die EU-Wasserwirtschaft geschaffen. Die Anpassung des österreichischen Wasserrechts an die Vorgaben der WRRL erfolgte Ende 2003 (BGBl. 82/2003). Damit hat auch die österreichische Wasserwirtschaft eine neue Grundlage erhalten. Die Richtlinie hat zum Ziel, einen Ordnungsrahmen für den Schutz der Binnenoberflächengewässer, der Übergangsgewässer, der Küstengewässer und des Grundwassers zu schaffen. Soweit Landökosysteme und Feuchtgebiete hinsichtlich ihrer Wasserversorgung von diesen Gewässern abhängig sind, werden sie ebenfalls erfasst. Dadurch soll u.a. zu einer ausreichenden Versorgung mit Oberflächen- und Grundwasser guter Qualität, wie es für eine nachhaltige, ausgewogene und gerechte Wassernutzung erforderlich ist, und zu einer wesentlichen Reduzierung der Grundwasserverschmutzung beigetragen werden (vgl. Art. 1 WRRL). Aus diesen genannten Zielen geht deutlich hervor, dass die Richtlinie sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte der Grundwasserbewirtschaftung umfasst. Zu den zentralen Elementen der WRRL zählt die Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur

41 41 Verankerung von Umweltzielen für Oberflächengewässer und Grundwasser umfassenden Analyse der Flussgebiete (ganzheitlicher Ansatz) Erstellung von flussgebietsbezogenen Bewirtschaftungsplänen unter Einbeziehung der Öffentlichkeit zur Erreichung der Ziele im Jahr Ga n z h e i t l i c h e r An s at z d e r WRRL: n a c h h a lt i g e Be w i r t s c h a f t u n g d e r Ge- w ä s s e r Durch die EU-WRRL wird die europäische Gewässerschutzpolitik grundlegend reformiert. Mit Hilfe der Richtlinie soll es gelingen, bei gleichzeitiger Absicherung einer nachhaltigen Wasserwirtschaft den guten ökologischen Zustand in den Gewässern zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Für den Bereich Oberflächengewässer sind folgende Grundsätze der WRRL anzuführen: Ökologische Ausrichtung Im Gegensatz zu den meisten bisherigen Wasser- Richtlinien der EU ist die WRRL nicht nutzungsorientiert, sondern ökologisch ausgerichtet: Im Mittelpunkt steht das Anliegen, den Lebensraum für gewässertypspezifische Lebensgemeinschaften wiederherzustellen bzw. zu erhalten. Flächendeckender Ansatz Die Richtlinie beschränkt sich nicht nur auf die größeren Gewässer, sondern gilt flächendeckend für alle Gewässer in der EU. Einzugsgebietsbezogener Ansatz Gewässer werden im Kontext mit den entsprechenden Einzugsgebieten gesehen, was insbesondere für die Harmonisierung der Arbeiten zur Erstellung gewässertypspezifischer Leitbildzönosen und für die Erarbeitung von Managementplänen von Relevanz ist. Gewässertypbezogener Ansatz Fließgewässer, stehende Gewässer, Übergangsgewässer und Küstengewässer sind entsprechend im Anhang II der WRRL angeführter Kriterien zu charakterisieren und Gewässertypen zuzuordnen. Bewertung des ökologischen Zustandes Die Bewertung des ökologischen Zustandes erfolgt innerhalb eines fünfstufigen Klassifizierungsschemas, wobei Klasse I (sehr guter ökologischer Zustand) den gewässertypspezifischen Referenzzustand darstellt, Klasse II (guter ökologischer Zustand) die Zielvorgabe. Internationale Vergleichbarkeit Durch eine von der Europäischen Kommission einzurichtende Interkalibrierung soll sichergestellt werden, dass die Ergebnisse der länderspezifischen Bewertungsmethoden über Europa hinweg vergleichbar sind. Einbeziehung der Öffentlichkeit Die Mitgliedsstaaten werden dazu verpflichtet die organisierte und breite Öffentlichkeit aktiv in die Arbeitsprozesse einzubeziehen. Einbeziehung sozio-ökonomischer Aspekte Die WRRL geht auch der Frage der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Maßnahmen nach. Operative Basis für die Umsetzung der WRRL sind die Flusseinzugsgebiete. Für diese sind umfangreiche Erhebungen anzustellen und Bewirtschaftungspläne auszuarbeiten. Staaten, die sich ein Flusseinzugsgebiet teilen, müssen kooperativ zusammenarbeiten. Österreich hat Anteil an drei Haupteinzugsgebieten (Donau, Rhein, Elbe), die in Teileinzugsgebiete unterteilt werden können. Für die oberflächennahen Grundwasservorkommen wurden flächendeckend über ganz Österreich Grundwasserkörper abgegrenzt. Entsprechend dem Ansatz der ganzheitlichen Betrachtungsweise von Flusseinzugsgebieten sind die Grundwasserkörper diesen jeweils zuzuordnen. Die Wasserrahmenrichtlinie ist im Gegensatz zu anderen Wasser- Richtlinien ökologisch ausgerichtet und nicht nutzungsorientiert.

42 Ziele der WRRL Generell sind die Ziele der WRRL mit zwei Hauptpunkten zusammenzufassen, nämlich dem Verschlechterungsverbot und dem Verbesserungsgebot - Guter Gewässerzustand (bis 2015). Für Oberflächengewässer Gilt es einerseits den so genannten guten ökologischen Zustand, der den Qualitätskomponenten Biologie, physikalisch-chemische Parameter und der Hydromorphologie gemessen wird, und andererseits den guten chemischen Zustand, der durch ca. 30 prioritäre Stoffe festgelegt wird, zu erreichen. Für Grundwasser Auf EU-Ebene gab es bisher zwar vereinzelt Regelungen zum Schutz des Grundwassers in diversen Richtlinien, aber keine generellen Vorgaben. Mit der WRRL wurden in Artikel 4 Umweltziele für das Grundwasser im Bereich der EU festgelegt. Ziel ist der Schutz, die Verbesserung und Sanierung aller Grundwasserkörper sowie die Gewährleistung eines Gleichgewichtes zwischen Grundwasserentnahme und Grundwasserneubildung. Die Kriterien dazu sind in den Anhängen zur WRRL näher präzisiert bzw. in der Grundwasserrichtlinie (GWTR /118/EG) festgelegt. 2. Fokus Grundwasser Der generelle und flächendeckende Schutz des Grundwassers ist im österreichischen Wasserrechtsgesetz und in Verordnungen wie z. B. der Grundwasserschwellenwert-verordnung (BGBl. 502/1991 i. d. g. F.) verankert. Der Zustand der Grundwässer wird mit etwa Poren- sowie Karst- und Kluftgrundwassermessstellen, die vier mal jährlich beprobt werden, im Rahmen der Wassergüte-Erhebungsverordnung flächendeckend in Österreich erfasst. Durch die Wasserrahmenrichtlinie wird die Diskussion um die Bewirtschaftung und den Schutz der Grundwasservorkommen in Europa belebt und somit auch die Bedeutung des Grundwassers hervorgehoben. Die einzelnen Schritte bis zur Zielerreichung guter Zustand 2015 (Quelle: Wolter, R., 2007).

43 43 Die Donau - grenzüberschreitende Kooperationen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sind notwendig Um w e lt z i e l e f ü r d a s Gr u n d wa s s e r Ar t. 4 (1) b) Bis zum Jahr 2015 müssen entsprechend den Kriterien der WRRL ein guter Zustand für das Grundwasser sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht erreicht und eine Verschlechterung des Zustands verhindert werden. Darüber hinaus soll die Einleitung von Schadstoffen in das Grundwasser verhindert bzw. begrenzt werden. Ergänzend zur Zustandsbewertung wird auch die zeitliche Entwicklung der Schadstoffkonzentrationen dargestellt. Dies ist ein wesentliches Element der WRRL, da entsprechend dem Verschlechterungsverbot signifikant steigende Trends durch entsprechende Maßnahmen umzukehren sind. Die Umweltziele sind sinngemäß folgendermaßen festgelegt: Die Mitgliedstaaten führen vorbehaltlich einiger anderer Festlegungen die erforderlichen Maßnahmen durch, um die Einleitung von Schadstoffen in das Grundwasser zu verhindern oder zu begrenzen und eine Verschlechterung des Zustands aller Grundwasserkörper zu verhindern. Die Mitgliedstaaten schützen, verbessern und sanieren alle Grundwasserkörper und gewährleisten ein Gleichgewicht zwischen Grundwasserentnahme und -neubildung mit dem Ziel, spätestens 15 Jahre nach Inkrafttreten dieser Richtlinie gemäß den Bestimmungen des Anhangs V vorbehaltlich einiger anderer Bestimmungen einen guten Zustand des Grundwassers zu erreichen. Weiters sind Maßnahmen durchzuführen, um alle signifikanten und anhaltenden Trends einer Steigerung der Konzentration von Schadstoffen auf Grund der Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten umzukehren und so die Verschmutzung des Grundwassers schrittweise zu reduzieren. Darüber hinaus sind noch weitere Festlegungen und auch Ausnahmeregelungen enthalten. Als Grundlage für allfällige Maßnahmen hat eine Beschreibung der Grundwasserkörper zu erfolgen, die in Anhang II der Richtlinie geregelt ist. Diese Beschreibung umfasst sowohl (hydro)geologische Merkmale eines Grundwasserkörpers als auch Einflussfaktoren auf das Grundwasser. Der Begriff Grundwasserkörper ist in Art. 2 als ein abgegrenztes Grundwasservolumen innerhalb eines oder mehrerer Grundwasserleiter definiert Gu t e r Zu s ta n d d e s Gr u n d wa s s e r s - was steckt dahinter? Der gute Zustand des Grundwassers wird in den guten mengenmäßigen und chemischen Zustand unterteilt: guter mengenmäßiger Zustand (gemäß Tab von Anhang V) Das Grundwasser befindet sich in einem guten mengenmäßigen Zustand, wenn die Summe der mittleren jährlichen Entnahmen langfristig die verfügbare Grundwasserressource nicht überschreitet. Der Grundwasserspiegel darf keinen anthropogenen Veränderungen unterliegen, die zu einer Verfehlung der

44 44 ökologischen Umweltziele für in Verbindung stehende Oberflächengewässer, zu einer signifikanten Verringerung der Qualität dieser Oberflächengewässer oder zu einer signifikanten Schädigung von Landökosystemen, die unmittelbar von dem Grundwasserkörper abhängen, oder zum Zustrom von Salzwässern oder zu anderen Intrusionen führen (Vgl. 30c Abs. 2 Z 4 WRG 1959). guter chemischer Zustand (gemäß Tab von Anhang V) Die chemische Zusammensetzung des Grundwasserkörpers ist so beschaffen, dass die Schadstoffkonzentrationen keine Anzeichen für Salz- oder andere Intrusionen erkennen lassen; die nach anderen einschlägigen Rechtsvorschriften der Gemeinschaft geltenden Qualitätsnormen nicht überschreiten; nicht derart hoch sind, dass die in Artikel 4 spezifizierten Umweltziele für in Verbindung stehende Oberflächengewässer nicht erreicht, die ökologische oder chemische Qualität derartiger Gewässer erheblich verringert oder die terrestrischen Ökosysteme, die unmittelbar von dem Grundwasserkörper abhängen, erheblich geschädigt werden. Zur Leitfähigkeit: Änderungen der Leitfähigkeit sind kein Hinweis auf Salz- oder andere Intrusionen in den Grundwasserkörper. Das Lebensministerium schlägt folgende Kriterien für die Bestimmung des guten chemischen Zustandes vor: Ein Grundwasserkörper oder eine Gruppe von Grundwasserkörpern wird als Grundwasser im guten chemischen Zustand betrachtet, wenn 1. die Beschaffenheit des Grundwassers im Beurteilungszeitraum von zwei Kalenderjahren an gleichzeitig weniger als 50 % aller beobachteten Messstellen als gefährdet einzustufen ist; 2. die für ein mit dem Grundwasserkörper in Verbindung stehendes Oberflächengewässer maßgeblichen Umweltziele zwar nicht erreicht werden, aber der Schadstofffrachtanteil aus dem Grundwasserkörper weniger als 50 % beträgt; 3. sich aufgrund von Messungen ergibt, dass ein vom Grundwasserkörper unmittelbar abhängiges Landökosystem nicht signifikant geschädigt wird. Zu dieser Prüfung können auch Ergebnisse aus hydrologischen Messprogrammen der Länder zur Überwachung von NATURA 2000-Gebieten herangezogen werden; 4. an keiner für eine Trinkwasserversorgungsanlage maßgeblichen Messstelle zur Entnahme von mehr als 10 m 3 Grundwasser pro Tag oder für mehr als 50 Personen die Beschaffenheit des Grundwassers gefährdet ist Er g e b n i s s e z u m Gr u n d wa s s e r n a c h WRRL Die Beobachtungsmethodik für die Ist-Bestandsanalyse und das Monitoring hat ergeben, dass acht der 136 Grundwasserkörper und Gruppen von Grundwasserkörpern, das sind rund 5,9 %, mit einer Fläche von km 2 bzw. 3,6 % der gesamten Staatsfläche, ein Risiko der Verfehlung des guten chemischen Zustandes aufweisen; hievon sind km 2 auf Nitrat zurückzuführen. Die Beurteilung des Risikos hinsichtlich der Verfehlung des guten mengenmäßigen Zustands des Grundwassers ergab, dass österreichweit in keinem Grundwasserkörper ein Risiko der Übernutzung besteht, d. h. dass die Entnahmen das vorhandene Dargebot langfristig nicht überschreiten. Dennoch kann es lokal in Trockenperioden zu angespannten Grundwassersituationen kommen, vor allem im Weinviertel, Marchfeld und in der Südsteiermark (Grazer Feld, Leibnitzer Feld, Unteres Murtal). 3. WRRL und Karstwasser Im Sinne der WRRL sind Grundwasserkörper, die mit Oberflächenwässern in dynamischer Verbindung stehen, besonders zu beschreiben, da sie ökologische und chemische Qualität der Oberflächengewässer erheblich beeinflussen können. Die Quellwässer müssen daher auch den geforderten Qualitätsansprüchen für Oberflächenwässer (gute Qualität) im Sinne der europäischen Rahmenrichtlinie entsprechen. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie hat also auch für den Karstwasserschutz große Bedeutung, da sie fordert, dass in quantitativer und qualitativer Hinsicht ein guter Grundwasserzustand nachgewiesen werden muss. Zur Bewertung werden auf jeden Fall die europäische Nitrat- (Richtlinie Des Rates 91/676/ EWG, 1991) und Pflanzenschutzrichtlinie (Richtlinie Des Rates 91/414/EWG, 1991), aber auch andere umweltrelevanten Richtlinien herangezogen werden. Da die Karst- und Kluftgrundwasservorkommen einen erheblichen Beitrag zur Trinkwasserversorgung (50 % in Österreich) leisten und darüber hinaus noch ein großes Potenzial hinsichtlich weiterer Erschließungen besitzen, haben gerade die Karstwassergebiete im alpinen österreichischen Raum durch die hohen Niederschlagsraten einen eminent wichtigen Stellenwert. So bestehen 22 % (ca km 2 ) von Österreich aus Karbonatgesteinen. Die alpinen Lebensräume sind relativ dünn oder gar nicht besiedelt

45 45 und werden aus verschiedensten Gründen nur sehr eingeschränkt industriellen und landwirtschaftlichen Aktivitäten ausgesetzt. Die chemische Belastung des Karstwassers ist daher auch wesentlich geringer als die des Porengrundwassers der intensiv genutzten Tal- und Beckenlandschaften Österreichs Ergebnisse nach WRRL Anders als das Porengrundwasser ist das Karst- und Kluftgrundwasser chemisch kaum beeinträchtigt. Nur bei 1-2 % der Quellen gibt es Grund zur Beanstandung. Andererseits ist Karstwasser in hohem Maß anfällig für Verunreinigungen. Neben der meist nur unzureichend ausgebildeten Deckschicht von Karsteinzugsgebieten erfährt das in die Karsthohlräume einsickernde Wasser bei der Zirkulation durch die durch Lösungserscheinungen erweiterten Klüfte nahezu keine Reinigung. In mehreren Gebieten durchgeführte Untersuchungen zeigen, dass vor allem im Sommer Quellen vielfach mikrobiologisch nicht den Trinkwasserkriterien entsprechen. Durch die geringe Filterwirkung des Bodens in Karstgebieten sind Karstwässer gegenüber mikrobiologischen Verunreinigungen ob natürlich oder anthropogen besonders empfindlich. Ein hoher Weidevieh- oder Wildbestand bzw. ein intensiver Tourismus können dieses Problem verschärfen. Wie bei den chemischen Parametern gilt auch für mikrobiologische Parameter, dass im Sinne des Vorsorgeprinzips dem Schutz der Quellen in Einzugsgebieten von Wasserversorgungsanlagen gegenüber der nachträglichen Wasseraufbereitung der Vorzug gegeben werden soll. Aktuelle Aussagen zum Tiefengrundwasser im Rahmen der Arbeiten zum Fließgewässermanagementplan: Tiefengrundwässer sind aufgrund ihres Vorkommens weitestgehend gut vor grundwassergefährdenden Einträgen geschützt und stehen in der Regel auch nicht mit den Ökosystemen (Landökosystem und aquatische Ökosysteme) in direkter Verbindung. Die Festlegung der verfügbaren Grundwasserressource erfolgt daher ausschließlich nach wasserwirtschaftlichen Gesichtspunkten wie die der Grundwasserverhältnisse, der Nutzungsaktivitäten und der Qualität. Die nachhaltige Nutzung dieser Wässer steht im Vordergrund. Da zurzeit noch keine einheitliche Datenbasis für die Tiefengrundwasserkörper vorliegt, konnte die vorangegangene Risikobeurteilung für die IST-Bestandsaufnahme 2005 von den Ländern lediglich abgeschätzt werden. Das wird sich aufgrund der relativ geringen Messstellendichte in den meisten der ausgewiesenen Tiefengrundwasserkörpern auch in nächster Zukunft nicht grundlegend ändern, da das Abteufen von Sonden mit enorm hohen Kosten verbunden ist. Eine Verdichtung des Messnetzes wird angestrebt, muss sich dabei aber nach den künftigen wasserwirtschaftlichen Nutzungsaktivitäten (Errichtung neuer Wasserversorgungsanlagen, Thermenausbau, u.d.g.) richten, um weitere Messstellen in das Beobachtungsprogramm aufzunehmen. 4. Fa z i t Die WRRL stellt einen guten Rahmen für den Grundwasserschutz dar. Die Schwerpunkte der Betrachtung liegen jedoch eindeutig beim Porengrundwasser. Das Tiefengrundwasser ist weder mengenmäßig noch chemisch gefährdet, daher besteht nach WRRL für die zuständigen Stellen kein großer Handlungsbedarf. Interessenvertretungen sind deshalb umso mehr gefordert, im Rahmen der Erarbeitung der Flussgebietsmanagementpläne einen verstärkten Karstwasserschutz einzufordern, da der Schutz des Karstwassers nicht erst bei der Quelle, sondern schon im Einzugsgebiet beginnen muss. 5. Li t e r at u r BMLFUW: EU Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG: Österreichischer Bericht der IST-Bestandsaufnahme, BMLFUW: EU Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG: unveröffentlichtes Arbeitsdokument für die Bund - Länder Planung zur Erstellung des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans, Europäische Union: Richtlinie 2000/60/EG (WRRL) des Europäischen Parlaments und des Rates, Umweltbundesamt: 6. Umweltkontrollbericht, Umweltbundesamt: 7. Umweltkontrollbericht, Umweltbundesamt: 8. Umweltkontrollbericht, Wolter, R.: Die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL 2000/60/EG) und die neue EG-Grundwasser- Tochterrichtlinie (GWTR /118/EG), Vortrag auf der Tagung untertage alpin 2007, Umweltbundesamt Dessau-Roßlau. Mag a Cornelia MAIER Projektleiterin Wasser, Nachhaltige Entwicklung, Naturschutz, stv. Geschäftsführerin Alser Str. 21, A-1080 Wien, Tel. 43/(0)1/ ,

46 46 We m g e h ö r t d a s Wa s s e r? von Martin Kind Martin Kind Wasser vor allem das Grundwasser, von dem hier die Rede ist ist eine elementare Voraussetzung des Lebens. Wasser gibt es in unseren Breiten von einzelnen Regionen abgesehen noch viel. Wir gehen daher mit einer Selbstverständlichkeit davon aus, dass Trinkwasser in bester Qualität stets zur Verfügung steht. Immerhin haben Städte und Gemeinden seit Jahrzehnten dafür gesorgt und abgesehen von den Gebühren scheint sich bisher nichts geändert zu haben. Doch der Schein trügt. Die Verbrauchssteigerung und der Industriebedarf bereiten Sorge, weil dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Wassermangels immer bedrohlicher wird, obwohl Österreich ein an sich wasserreiches Land ist. Weniger Sorge, dafür umso mehr Kopfzerbrechen sollte die hierbei nicht außer Acht zu lassende Frage machen, wem das Wasser gehört. Auch hier trügt der Schein, denn wem das Wasser gehört, der entscheidet, wer darüber wie verfügen kann. Vorausgesetzt, dass mit dem vagen Gehören das Eigentum wie es unsere Rechtsordnung versteht gemeint ist. Ist dies der Fall, ist mein Wasser nicht dein Wasser, gehört jedes Wasser jemandem, so ist damit zwar die Frage de jure beantwortet, de facto aber gibt diese Antwort Anlass zu noch mehr Sorge. Denn wird das Privateigentum am Grundwasser bejaht, so wird damit dem öffentlichen Recht das Privatrecht vorangestellt. So what was macht es für einen Unterschied für das Wasser, ob öffentliches Recht, sprich: Wasserrecht, dem allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch (kurz: ABGB) vor- oder nachgeht. Auf den ersten Blick scheint dies belanglos zu sein, weil Eigentum am Wasser sowieso im öffentlichen Interesse beschränkt ist. Ob und wie der Eigentümer sein Wasser nutzen darf, hängt nicht von ihm ab, sondern vom Wasserrecht. Er mag zwar formell Eigentümer des in seinem Grundstück enthaltenen unterirdischen Wassers (Grundwassers) sein, materiell aber was das Verfügen hierüber betrifft ist er durch das Wasserrechtsgesetz (kurz: WRG) eingeschränkt. Stronachs Goldene Regel Wenn das WRG die Herrschaft des Eigentümers seine Dispositionsbefugnis über das Wasser limitiert, warum beim Eigentum am Grundwasser einen Vorrang des ABGB vor dem WRG hinterfragen? Solange und soweit auf das WRG als einfaches Bundesgesetz Verlass ist, sollte doch weder Stronachs Goldene Regel, wer das Gold hat, macht die Regel, noch die europäische Integration oder die Gesetze der freien Marktwirtschaft samt Globalisierung Unbehagen bereiten. Dank geltendem WRG kraft allgemeinen Wohles scheint doch das Wasser als österreichische Goldreserve gesichert zu sein oder? Nur weil Wasser ein knappes und begehrtes Gut ist, soll etwa die Meinung des Obersten Gerichtshofs, dass der österreichische Wasserrechtsgesetzgeber das Privateigentum am Grundwasser nur den für dessen Nutzung im Interesse des Gemeinwohls erforderlichen öffentlichrechtlichen Beschränkungen unterwarf, in Frage gestellt werden? Oder ist diese Rechtsmeinung ohne Kern (das heißt ohne Dogmatik), die offenbar noch dazu davon ausgeht, dass Grundwasser eigentumsfähig ist, wegen der Inkonsistenz in der damit zusammenhängenden Frage der Entschädigung bei Grundwasserentzug zu Recht angreifbar? Reicht es nicht aus, dass insbesondere die Entnahme von Grundwasser vom Eigenbedarf abgesehen einer Bewilligung nach dem WRG bedarf? Immerhin dürfen dadurch weder öffentliche Interessen beeinträchtigt noch bestehende Rechte verletzt werden. Überdies müssen durch die mit der Entnahme verbundene Änderung des Grundwasserstandes betroffene Grundstücke auf die bisher geübte Art benutzbar bleiben ; es sei denn, dies könnte nur mit unverhältnismäßigen Aufwendungen vermieden werden und Wem gehört das Wasser?

47 47 die Vorteile im allgemeinen Interesse überwiegen. Dann sind auch wesentliche Veränderungen der Grundwasserverhältnisse allenfalls zwangsweise (das heißt: gegen den Willen anderer) gestattet. Was öffentliche Interessen sind, bestimmt das WRG. Ist durch eine beantragte Grundwasserentnahme etwa die notwendige Wasserversorgung gefährdet oder ein Nachteil des Inlands wegen Wasserexport gegeben, so ist dem Antrag nicht oder nur mit Auflagen stattzugeben. Umgekehrt besteht aber ein Rechtsanspruch auf Bewilligung, wenn der Entnahme von Wasser weder öffentliche Interessen noch bestehende Rechte entgegenstehen. Zu bewilligen ist auch, wenn hierbei wegen Änderung des Grundwasserstandes mit einer Verschlechterung der Bodenbeschaffenheit in der Umgebung zu rechnen ist; allerdings ist dafür eine angemessene Entschädigung zu leisten. Au s v e r k a u f d e s Wa s s e r s Alle sind wir uns mit dem Obersten Gerichtshof der Bedeutung einer ausreichenden Versorgung der Bevölkerung und der Volkswirtschaft mit Wasser im Interesse des Gemeinwohls bewusst. Ebenso, dass in diesem Kontext der öffentlichrechtlichen Wasserbewirtschaftung immer größere Bedeutung zukommt. Überdies soll Wasser als unentbehrliche Grundlage allen Lebens nicht allein den das Gewinnstreben Einzelner im Rahmen einer freien Marktwirtschaft beherrschenden Regeln unterworfen sein. Dementsprechend betont das Gemeinschaftsrecht, dass Wasser keine übliche Handelsware ist, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden müsse. In das selbe Horn bläst auch das WRG, wenn vom Wasser als besonderer Stoff die Rede ist, das keine Ware sei, die beliebig vermehrbar ist. Wenn Wasser so lebenswichtig ist, wie von den Naturwissenschaften dargestellt und worauf Gesetzgebung und Rechtsprechung immer wieder hinweisen, warum um alles in der Welt soll es dann jemandem gehören. Warum soll an etwas, das conditio sine qua non für alles Leben ist, Eigentum begründet werden können. Auch wenn das Privateigentum am Grundwasser nicht explizit durch das WRG, sondern nur im-plizit durch einen Teil der Rechtsprechung erfolgt, ist es legitim zu fragen, ob nicht mit der Erfassung des Grundwassers durch das Grundeigentum der falsche Ansatz gewählt wurde. Hierbei kann dahingestellt bleiben, ob das ABGB als

48 48 historischer Anknüpfungspunkt für die Wahl dieses Ansatzes geeignet ist. Vielmehr soll mit dem Verfassungsgerichtshof davon ausgegangen und dementsprechend nur die Frage, wem das Wasser gehört, in die Kategorien des Privatrechts übersetzt werden: Wer ist also Eigentümer des Wassers. Wenn damit das Grundwasser gemeint ist, sagt das ABGB dazu nichts; lediglich vom Wasser ist darin kursorisch die Rede. Deshalb ist es fraglich, ob Grundwasser überhaupt eine Sache ist. Davon aber hängt ab, ob daran Rechte insbesondere das Eigentum begründet werden kann. Was nicht eine Sache ist, wie etwa Luft oder Landschaft, das gehört niemandem und über das kann nicht irgendwer ohne weiteres verfügen. Wasser wie Luft Eine Sache ist nach dem ABGB alles, was von der Person verschieden ist, und zum Gebrauch der Menschen dient. Was im Umkehrschluss uns nicht zum Gebrauch dient, ist nicht Sache. Dient nun das Grundwasser den Menschen zum Gebrauch? Wenn damit ein Nutzen gemeint ist, so nutzt das Grundwasser den Menschen nichts, solange es nicht erfasst sprich durch Anlagen gefördert wird. Das im Boden befindliche unangetastete Grundwasser kann zwar nutzbar sein; es wird aber erst mit der tatsächlichen Entnahme genutzt und damit zur Sache. Gegen die Sacheigenschaft des ungenutzten Grundwassers sprechen noch weitere Überlegungen: Grundwasser ist ein wenngleich in höchst unterschiedlicher Geschwindigkeit fließendes Wasser und damit ähnlich wie die Wasserwelle weder abgrenzbar noch beherrschbar. Grundwasser ist ein knappes aber aufgrund von Grundwasserneubildung ein an sich nicht verknappendes Gut; insofern ist es unerschöpflich. Ähnlich wie das Meer ist das Grundwasser zudem flüchtiger und unermesslicher Natur. Kurzum ist das Grundwasser alles andere als eine typische Sache. Aber selbst wenn Grundwasser eine Sache sein sollte, ist damit noch nicht gesagt, dass es eine private Sache ist. Genauso gut kann Grundwasser wegen der überragenden Bedeutung für das Leben ein öffentliches Gut (sprich: Gemeingut) sein. Darunter versteht das ABGB unter anderem Sachen, die [allen Mitgliedern des Staates] nur zum Gebrauch verstattet werden, als Ströme, Flüsse. Da die Aufzählung öffentlicher Güter im ABGB nicht abschließend ist, ist nicht ausgeschlossen, dass Grundwasser etwa durch Interpretation oder Analogieschluss auch darunter fällt; zumal Ströme genannt werden, ohne hierbei zu unterscheiden, ob diese ober- oder unterirdisch verlaufen. Ob Grundwasser eine Sache ist und wenn ja, ob es eine private Sache oder ein öffentliches Gut ist, hat weit reichende Konsequenzen. Ist Grundwasser kei-

49 49 ne Sache, so gehört es niemandem. Ist Grundwasser eine private Sache, so hat der Einzelne das Recht, die Sache sich anzueignen oder sie zu besitzen und mit dem Grundwasser nach Willkür zu schalten und jeden anderen davon auszuschließen. Zwar ist er in dieser Freiheit durch Rechte Dritter und durch Regelungen im öffentlichen Interesse begrenzt dabei handelt es sich aber um bloße Ausübungsschranken, das Recht selbst bleibt unangetastet und der Verfügung des Staates entzogen. Ist hingegen das Grundwasser öffentliches Gut, steht es im Eigentum des Staates, der darüber verfügen kann. Das Grundwasser ist in diesem Fall einer vom Grundstückseigentum getrennten öffentlichrechtlichen Benutzungsordnung unterstellt. Angenommen Grundwasser ist keine Sache, dann kann kein Eigentum daran begründet werden und jede Überlegung über eine durch dessen Entzug bedingte Entschädigung ist obsolet. Diese glasklare Lösung dürfte aber zumindest rechtspolitisch kaum realisierbar sein, zumal es ohne Sacheigenschaft des Grundwassers schwierig wäre, dieses effektiv zu regeln. Politisch opportun könnte aber die klarstellende Loslösung des Grundwassers vom Grundeigentum sein. Denn abgesehen von einer damit konsistenteren Beantwortung der heiklen Entschädigungsfrage als bisher, weil eine Entschädigung für den Substanzwert für die entzogene Wassermenge jedenfalls ausgeschlossen wäre, wenn das Grundwasser öffentliches Gut ist, wären beispielsweise auch mit Nichtigkeit behaftete Verkaufsverbote von Liegenschaften wegen des darunter befindlichen beziehungsweise vermuteten Grundwassers der Boden entzogen. Zudem dürfte dann kein Rechtsanspruch des Grundeigentümers auf Bewilligung einer Wasserentnahme bestehen, wenn dieser öffentliche Interessen oder bestehende Rechte nicht entgegenstünden, sondern diese wäre im Ermessen der Behörde gelegen. Win-w i n -St r at e g i e Grundwasser, statt wie bisher als Privateigentum anzuerkennen, künftig als öffentliches Gut gesetzlich zu verankern, könnte hierzulande eine klassische Win-win-Strategie sein. Einerseits würde sich dann vermutlich der Wert des Grundwassers schlagartig relativieren und damit das ein oder andere partikuläre Interesse am Grundwasser in Nichts auflösen. Andererseits wäre ein Schlussstrich unter die seit dem Reichswasserrechtsgesetz von 1869 schwelende Debatte um das Eigentum am Grundwasser gezogen und diesem zugleich ein dem Stellenwert entsprechender Platz in der Rechtsordnung verliehen. Die Ursache dieser Debatte ist die unbestimmte Rechtslage samt Rechtsprechung. Die Rechtslage war von Anfang an salopp formuliert undurchsichtig ; 1869 wurde zwar das Quellwasser, nicht aber das Grundwasser geregelt. Seit 1934 gehört zwar dem Grundeigentümer auch das Grundwasser als Privatgewässer, doch heißt es an keiner Stelle im WRG, dass er daran Privateigentum hat. Vermutlich deswegen laviert der Verwaltungsgerichtshof; denn anders als der Oberste Gerichtshof ist für ihn das Grundwasser zwar Bestandteil der Liegenschaft, aber ähnlich der freien Luft und wilden Tiere der Herrschaft des Eigentümers als herrenlos entzogen. Der Grundeigentümer hat demnach ein Verfügungsrecht über Grundwasser selbst dort, wo es noch nicht zu Eigentum geworden ist ; mit diesem Recht meint das Höchstgericht aber nicht das Privateigentum, sondern ein in seinen Wirkungen dem Grundeigentum gleichkommendes Recht.

50 50 Natürlich ist die Rechtsprechung nicht sakrosankt; zum einen kann sie sich selbst korrigieren, zum anderen kann sie durch eine Klarstellung der Gesetzeslage hinfällig werden. Die Klarstellung, dass dem Grundeigentümer prinzipiell kein Recht gegeben ist, auf das Grundwasser zuzugreifen, sondern es der Allgemeinheit zugeordnet ist, wäre jedenfalls sachlich begründbar und rechtlich haltbar. Dabei müsste das Rad gar nicht neu erfunden werden, sondern nur die deutsche Rechtslage kopiert werden. Der dazu ergangene Beschluss des deutschen Bundesverfassungsgerichts von 1981 wäre auch auf die vergleichbare österreichische Rechtslage übertragbar. Es liegt weniger an der Rechsprechung als am Gesetzgeber, klar zu stellen, wem das Wasser gehört. Die gesetzliche Verankerung von Grundwasser als öffentliches Gut, das heißt dem Einzelnen nicht das Recht zu gewähren, auf das im Untergrund vorhandene Wasser einzuwirken, ist eine reine Wertentscheidung. Mit anderen Worten hängt es vom politischen Willen ab, ob die Rechtstellung des Grundstückseigentümers in der Tiefe prinzipiell dort endet, wo er mit dem Grundwasser in Berührung kommt, so wie seine Befugnisse an den Grundstücksgrenzen enden. Allzu schwer dürfte eine solche Willensbildung allein wegen der immer wieder in der Öffentlichkeit kolportierten Gerüchte eines Ausverkaufs des Wassers sowie einer Liberalisierung und Privatisierung der Wasserversorgung nicht fallen. Wahrscheinlich stünde dieser kein Eigentümer im Wege; abgesehen vom Staat und von der Kirche gehört in Österreich vielen Eigentümern wenig Grund. Was könnten Letztere dem Gesetzgeber auch entgegensetzen, wenn das für die Allgemeinheit lebensnotwendige Grundwasser zur Sicherung überragender Gemeinwohlbelange und zur Abwehr von Gefahren nicht der Privatrechtsordnung, sondern einer öffentlichrechtlichen Ordnung unterstellt wird. Verstaatlichung vom Grundwasser Eine denkbare Verfassungsbeschwerde gegen eine Klarstellung des Grundwassers als öffentliches Gut etwa im WRG dürfte nichts auszurichten haben. Das Argument, dass das Grundwasser dem Grundstückseigentümer grundsätzlich rechtlich zugeordnet werden müsse, weil zwischen Grundwasser und Grundeigentum eine natürliche Beziehung bestehe, verfängt nicht. Wie auch das Mineralrohstoffgesetz zeigt, ist der Gesetzgeber bei der Schaffung einer der Verfassung gemäßen Güterordnung nicht an einen aus der Natur der Sache sich ergebenden Eigentumsbegriff gebunden. Die Gewährleistung des Privateigentums als Rechtsgrundlage verbietet zwar, dass solche Sachbereiche, die zum elementaren Bestand grundrechtlich geschützter Betätigungen im vermögensrechtlichen Bereich gehören, der Privatrechtsordnung entzogen werden, und dass damit der grundrechtlich gesicherte Freiheitsbereich aufgehoben oder wesentlich geschmälert wird. Daraus folgt jedoch nicht, dass jedes Rechtsgut von Verfassung wegen einer privatrechtlichen Herrschaft unterworfen sein muss. Der Bestand des Eigentums als Grundrecht wird nicht angetastet, wenn das Grundwasser den Mitteln des Privatrechts entzogen wird, weil es insgesamt ein fester Bestandteil des Wirtschafts- und Gesellschaftssystem und des Sozialmodells ist. Grundwasser als öffentliches Gut heißt, dass dieses und damit ein wesentlicher Teil des Wasserhaushalts selbst als Naturvorgang (wie die Luft) einer privatrechtlichen Aneignung nicht zugänglich ist. Damit sind aber nicht menschliche Einwirkungen auf das Grundwasser ausgeschlossen; sie werden wie auch bisher allgemein verbindlichen Vorschriften unterworfen. Eine Klarstellung durch den Gesetzgeber hätte aber zur Folge, dass der Spies umgedreht wird: Nicht mehr der Einzelne, sondern die Allgemeinheit hätte es fortan in der Hand, ob und wie über das Grundwasser disponiert wird. Damit wäre heute weder eine Substanzentleerung des privaten Eigentums, noch eine unverhältnismäßige Sozialbindung verbunden. Die Notwendigkeit der verfassungsrechtlichen Begründung von öffentlichem Eigentum am Grundwasser dürfte sich insbesondere aus dem berechtigten Anliegen ergeben, für die Zukunft eine qualitativ und quantitativ ausreichende Wasserversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen. Das auf private Rechtsbeziehungen ausgerichtete ABGB erscheint ungeeignet, solche mit dem Grundwasser verbundenen Aufgaben in einer dem Gemeinwohl angemessenen und zumutbaren Weise zu regeln. Aber Vorsicht! Da es beim Grundwasser quasi für uns alle ums Eingemachte geht, sollte im Fall einer gesetzlichen Verankerung als öffentliches Gut vermieden werden, dass uns der Staat in der Folge in den Rücken fällt. Aufgrund von Negativbeispielen wie die reprivatisierte Verstaatlichte samt angreifbaren Enteignungsentschädigungsfragen ist zu beachten, wie eine Klarstellung umgesetzt wird. Ob und wie dies auf einfach- oder verfassungsgesetzlicher Ebene erfolgt stets gilt: je höher im Stufenbau der Rechtsordnung das Grundwasser als öffentliches Gut verankert ist, desto geringer die Möglichkeit daran etwas zu ändern. Univ.-Doz. Dr. Martin KIND Universität Wien, Institut für Staats- und Verwaltungsrecht, Schottenbastei 10-16, A-1010 Wien, Tel. 43/ (01)/4277/35451,

51 51 Ve r k a u f s t r at e g i s c h w i c h t i g e r Karstwasserressour- cen durch die Österreichische Bundesforste AG v o n Ru d o l f Fe i k Rudolf Feik Ei n l e i t u n g Im Bundesland Salzburg verbindet die Öffentlichkeit die Frage Karstwassernutzung mittlerweile fast ausschließlich mit einer Grundstückstransaktion der Österreichischen Bundesforste AG. Nachfolgendes soll daher ganz kurz einen Überblick über 1 BundesforsteG geben, der zum Teil in Verfassungsrang steht und unter anderem eine Substanzerhaltungspflicht normiert; im Speziellen wird sich der Beitrag dann aber der Frage widmen, was eine strategisch wichtige Wasserressource ist. Dieser Begriff ist der Anknüpfungspunkt im gerichtsanhängigen Streit um die Liegenschaft im Tennengebirge; denn nach 1 Abs. 3a BundesforsteG dürfen strategisch wichtige Wasserressourcen von den Bundesforsten nicht veräußert werden. zu verwalten. 2 Bei den Bundesforste-Grundstücken handelt es sich also um Liegenschaften, bei denen die Verfügungsmacht unterschiedlich weit reicht: Zum einen sehr geringen Teil handelt es sich um Flächen, die im Eigentum der Bundesforste stehen; zum anderen überwiegenden Teil um Flächen, die derzeit 3 Bundeseigentum sind und von den Bundesforsten bewirtschaftet und verwaltet werden. Die regionale Zuständigkeit der Bundesforste ist bundesländerweise Bu n d u n d Bu n d e s f o r s t e a l s Gr u n d s t ü c k s e i g e n t ü m e r 80 % des österreichischen Waldes sind in Privatbesitz, 20 % im Besitz der öffentlichen Hand. 15 % des österreichischen Waldes befinden sich im Eigentum der Republik und nur etwa Hektar (also weniger als 1 %) im Eigentum der Bundesforste AG. 1 Allerdings ist die Österreichische Bundesforste AG von Gesetzes wegen dazu berufen, die landund forstwirtschaftlichen Liegenschaften des Bundes 45 % der Waldflächen in Salzburg stehen im Besitz der Österreichischen Bundesforste AG. unterschiedlich; in Salzburg werden etwa 45 % der Waldfläche von den Bundesforsten betreut. 1 StenProtNR 37. Sitzung 21. GP In der Monarchie standen die Staatsforste im Eigentum des Reiches. Auf Grund der völkerrechtlichen Staatsnachfolgeregeln tritt der Nachfolgestaat als Eigentümer des Staatsvermögens an die Stelle des Vorgängerstaats. Die Republik Österreich wurde demnach Eigentümer des auf ihrem Territorium befindlichen Habsburger-Vermögens. Allerdings ist die Republik nicht gleich als Bundesstaat entstanden. Während die Länder als reale politische und staatsrechtlich anerkannte eigenständige Gebilde schon von Anfang an existierten, fehlte der andere wesentliche Teil eines Bundesstaates, nämlich der Bund. Österreich war zwischen 1918 und 1920 also weder ein zentralistischer Einheitsstaat noch ein voll ausgebildeter Bundesstaat, sondern hatte einen staatsrechtlichen Sonderstatus. Diese Situation erklärt auch, warum der Verfassungsgesetzgeber mit der Entscheidung über die Aufteilung des Reichsvermögens zuwartete, bis 1920 die Bundesverfassung feststand. Die Länder sind zwar nicht unmittelbare Rechtsnachfolger der ehemaligen Kronländer, sie haben jedoch auf faktischem Wege die Vermögenschaften der Kronländer verwaltet und auf Grund der zivilrechtlichen Bestimmungen über die Aneignung herrenlosen Gutes Eigentum erworben. Die Staatsforste als Reichsvermögen wurden wie bereits erwähnt kraft völkerrechtlicher Staatennachfolgeregelung zunächst auf die Republik Österreich und 1920 durch 11 ÜG auf den Bund übertragen. Verwaltet und bewirtschaftet wurden die Staatsforste ab 1920 von einer eigenen Sektion im BMLF wurde diese Sektion zu einem eigenen Wirtschaftskörper des Bundes; dieser Bundesbetrieb hatte allerdings keine eigene Rechtspersönlichkeit, wurde von einer dem BMLF unterstehenden Generaldirektion geleitet und seine Gebarung war in das Bundesbudget aufzunehmen wurde der Wirtschaftskörper ganz wesentlich reformiert und 1997 daraus in Folge einer Ausgliederung schließlich die Österreichische Bundesforste AG. 3 Das Land Salzburg hat sich in den letzten Jahren wiederholt aber vergeblich bemüht, eine Regelung aus dem Jahr 1920 zu realisieren. Im damaligen Verfassungsüberleitungsgesetz wurden die Aufteilung des Monarchievermögens zwischen Bund und Ländern auf einen späteren Zeitpunkt verschoben; und bis dieses Bundesverfassungsgesetz über die Vermögensaufteilung beschlossen ist, sollte der Bund die Liegenschaften verwalten. Der parlamentarischen Anfragebeantwortung 3384/AB 23. GPNR vom zufolge verfügt die Bundesforste AG über keine Informationen darüber, welche Liegenschaften der Bund 1920 treuhändig übernommen hat.

52 52 De r Re c h t s r a h m e n f ü r Gr u n d s t ü c k s t r a n s a k t i o n e n Als vor über 10 Jahren die Ausgliederungsdebatte auch den unselbständigen Wirtschaftsbetrieb Bundesforste erfasste, schlug der Umweltdachverband eine Naturgebietestiftung vor, in die ökologisch bedeutsame Grundflächen der Republik eingebracht werden sollten. Der damalige Umweltminister Wilhelm MOL- TERER hat diese Idee aber nicht unterstützt; letztlich wurde die Österreichische Bundeforste AG realisiert. Die ausstehende Vermögensaufteilung im Hinterkopf behaltend, wurde 1996 das BundesforsteG beschlossen; und in seinem 1 wurde eine sogenannte Substanzerhaltungspflicht festgelegt. 1. Su b s ta n z e r h a lt u n g s p f l i c h t u n d Re i n v e s t i t i o n Der genaue Umfang der Substanzerhaltungspflicht ist wie bei anderen gesetzlichen Eigentumsbeschränkungen auch primär nach dem Zweck der Regelung festzustellen. 4 Sinn dieser Substanzerhaltungspflicht ist nach den Gesetzesmaterialien zum BundesforsteG die Erhaltung und Absicherung des derzeit zum Wirtschaftskörper Österreichische Bundesforste gehörenden Bundesvermögens. 5 Dieses Vermögen besteht zum weit überwiegenden Teil aus Forstliegenschaften. Durch die Substanzerhaltungspflicht soll also ein Ausverkauf dieser staatlichen Wälder verhindert werden. 6 Aus welchen Gründen die Bundesforste AG Liegenschaften verkaufen darf, ist im BundesforsteG nicht geregelt. Der Ertrag aus den Verkäufen bundeseigener, von der Bundesforste AG nur verwalteter Grund- 4 Faber, Substanzerhaltungspflicht der Bundesforste und Naturalrestitution durch den Entschädigungsfonds, JRP 2003, 247 ff (248). 5 RV 428 BlgNR 20. GP 115 bzw AB 506 BlgNR 20. GP 1. 6 StenProtNR 52. Sitzung 20. GP 244.

53 53 stücke ist allerdings zum Ankauf neuer insb. forstlicher Liegenschaften für den Bund ( 1 Abs. 4) oder zur sonstigen Verbesserung der vorhandenen Vermögenssubstanz zu verwenden. 7 Die Substanzerhaltungspflicht soll daher eigentlich verhindern, dass für Zwecke des Bundesbudgets Liegenschaften veräußert werden. Für das Bundesbudget steuerten die Bundesforste z.b. im Jahr 2005 über 7 Mio. Euro bei. Denn die Bundesforste AG hat jährlich 50 % ihres Jahresüberschusses an den Bund zu überweisen ( 8 BundesforsteG). Dieser Überschuss entsteht hoffentlich durch eine erfolgreiche Forstwirtschaft und einen entsprechenden Holzpreis, d.h. durch eine erfolgreiche Ausnutzung des an den Bundesliegenschaften eingeräumten Fruchtgenussrechts. Die Erlöse aus den Veräußerungen von bundeseigenen Liegenschaften sind hingegen einem eigenen Konto gutzuschreiben und von diesem sind auch die Kosten für den Erwerb neuer Bundesgrundstücke zu tragen ( 1 Abs. 4). 8 Wie der Verfassungsgerichtshof im Jahr 2002 ausgesprochen hat, dient die Substanzerhaltungspflicht jedenfalls aber auch einer Absicherung der Rechte der Länder im Zusammenhang mit der noch ausstehenden Vermögensauseinandersetzung mit dem Bund (VfSlg 16587/2002). 9 Für die Veräußerung der im Eigentum der Bundesforste befindlichen Grundstücke 10 enthält das BundesforsteG hingegen keine Beschränkungen. Zusammenfassend zu diesem Punkt ist festzuhalten: Sollten aus unternehmerischen Gründen ausnahmsweise einzelne bundeseigene, von der Bundesforste AG verwaltete Liegenschaften aufgegeben werden, so ist dies nur dann zulässig, wenn ein entsprechender (forst)wirtschaftlicher Gegenwert in die Liegenschaftssubstanz des Bundes zurück fließt. 11 Vor dem Verkauf von Seen oder Seeuferflächen muss das jeweilige Bundesland befasst werden. 2. Sonderregelungen für Seegrundstücke Mit einer Novelle zum BundesforsteG wurden im Jahr 2000 hinsichtlich von Seeuferflächen und Seen, die sich im Bundeseigentum befinden, ein grundsätzliches Veräußerungsverbot und ein regionales Reinvestitionsgebot 12 angeordnet. Im Ausschussbericht zur Gesetzesnovelle heißt es dazu: Der Budgetausschuss geht davon aus, dass der Erlös aus der Veräußerung von bundeseigenen Seeuferflächen oder Seen entsprechend der bundesstaatlichen Struktur Österreichs im entsprechenden Bundesland zum Ankauf neuer Seeuferflächen oder Seen oder zur Substanzverbesserung verwendet wird. Vor jeder Veräußerung und vor jedem Ankauf ist das jeweilige Bundesland im Rahmen der gegebenen Rechtslage mitzubefassen RV 428 BlgNR 20. GP Nach der parlamentarischen Anfragebeantwortung 4677/AB 22. GPNR wies das Liegenschaftskonto mit Stichtag einen Stand in Höhe von ,- Euro auf. 9 Weniger deutlich BM Pröll in der parlamentarischen Anfragebeantwortung 3977/AB 22. GPNR, dem zufolge dem 1 Abs. 1 BundesforsteG eine über die verfassungsrechtliche Absicherung des Bundesliegenschaftsvermögens hinausgehende Bedeutung nicht zu entnehmen sei. Soweit ersichtlich, denkt der Bund derzeit aber nicht daran, ein solches Bundesverfassungsgesetz zu erlassen. Vielmehr wird in den Medien immer wieder berichtet, dass die zuständigen Minister keine Verhandlungsbereitschaft signalisieren. Vgl etwa Salzburger Nachrichten Ebendort wird der Verhandlungsgegenstand umschrieben: Salzburg fordere 160 Objekte sowie ha Grund; Tirol wolle unter anderem das Schloss Ambras, die Bundesforste-Gründe sowie für sechs Monate im Jahr die Saliera. Eine detaillierte Auflistung der Salzburger Forderungen enthält die parlamentarische Anfragebeantwortung 796/AB 22. GPNR. Nach LH Burgstaller meinte etwa der damals zuständige BM Grasser, dass dieses Erkenntnis des VfGH ein nice to have-urteil sei; vgl etwa www. oesterreich.orf.at/salzburg/stories/76363 oder 10 Nach 2 Abs. 3 BundesforsteG gehen die in der Anlage zum BundesforsteG genannten Grundstücke als Sacheinlage in das Eigentum der Bundesforste AG über. 11 Faber, Substanzerhaltungspflicht der Bundesforste und Naturalrestitution durch den Entschädigungsfonds, JRP 2003, 247 ff (248 f). Vgl ferner Lang/Sutter, Die Substanzerhaltungspflicht nach 1 BundesforsteG, ÖZW 2001, 97 ff (100): Die Erlöszweckbindungsvorschrift ( 1 Abs. 1 Satz 3 BForsteG) kommt auch bei Veräußerungen nach 1 Abs. 3 BForsteG (bundesfinanzgesetzliche Ermächtigung, Vetorecht) zur Anwendung; die in 1 Abs. 1 Satz 3 enthaltene Anordnung wird durch die Vorschrift des 1 Abs. 3 nicht eingeschränkt. Der parlamentarischen Anfragebeantwortung 4449/AB 22. GPNR zufolge wurden zwischen 2000 und 2005 rund 1600 Verkäufe getätigt und dabei ca 85 Mio. Euro eingenommen; dem stehen Ankäufe im Wert von 64 Mio. Euro gegenüber ( wovon allein 55 Mio. Euro auf Ankäufe in Kärnten und Oberösterreich zurückzuführen sind.) Salzburg war in diesem Zeitraum eine Melkkuh : Einnahmen aus Verkäufen in Höhe von 20 Mio. Euro stehen Ankäufe im Wert von 3,7 Mio. Euro gegenüber. Der parlamentarischen Anfragebeantwortung 3384/ AB 23. GPNR vom zufolge erzielte die Bundesforste AG allein in den Jahren 2006 und 2007 aus Liegenschaftsverkäufen Einnahmen von über 16 Mio. Euro; dem stehen für diesen Zeitraum lediglich 1,5 Mio. Euro an Ausgaben für Grundstücksankäufe gegenüber. 12 Das Reinvestitionsgebot wird dahin gehend eingeschränkt, dass der Veräußerungserlös wieder in Seeuferflächen oder Seen investiert werden muss. Eine Begründung für diese Spezifizierung gegenüber 1 Abs. 1 Satz 3 BundesforsteG geben die Gesetzesmaterialien nicht. 13 AB 369 BlgNR 21. GP 9

54 54 Gletscher- und Nationalparkflächen (im Bild der Nationalpark Hohe Tauern-Salzburg) unterliegen einem Veräußerungsverbot. Dieses Gebot zur Investition im jeweiligen Bundesland und die Informationsverpflichtung über beabsichtigte Transaktionen finden sich in den Bestimmungen über Bodentransaktionen nicht. Zu den Seen sei darüber hinaus noch erwähnt, dass durch diese Gesetzesnovelle in 4 Abs. 5 BundesforsteG die Grundsätze der Seen- und Seeuferpolitik festgelegt wurden; 14 diese Grundsätze gelten aufgrund einer expliziten Anordnung in dieser Bestimmung auch für die im Eigentum der Bundesforste AG befindlichen Seeuferflächen und Seen. Im gleichen Jahr wurde auch ein primär wohl budgetpolitisch motivierter Seendeal durchgezogen. Mit 17a BundesforsteG 15 wurde der BMFin ermächtigt, den Atterssee sowie 10 explizit genannte Kärntner Seen an die Bundesforste zu übertragen. Der Bund verkaufte sich selbst die Seen, um Geld fürs Budget zu bekommen. Wie funktionierte das? Der Bund war Eigentümer dieser Seen, sie wurden allerdings nicht von den Bundesforsten verwaltet. Der Bund übertrug nun diese Seen der Bundesforste AG zur Verwaltung, blieb aber der Eigentümer. Der Zweck der Konstruktion nach Aussage des damaligen Bundesminister W. MOLTERER: Durch diese Übertragung steigt der Substanzwert der Bundesforste, weil aus diesen Seen auch Erträge 16 erwirtschaftbar sind. Und im Gegenzug dazu leistet die Bundesforste AG eine Zahlung in Höhe von ca. 218 Mio. Euro an den Eigentümer, sprich an die Republik Österreich. Die Verantwortlichen bei den Bundesforsten schätzen, dass [für diese Transaktion] eine Fläche von Hektar betroffen sein kann. Das sind zwischen 1 und 1,5 % der österreichischen Waldfläche. 17 Hätten die Bundesforste für den vom Finanzminister geforderten Betrag nun ihre gesamten ha eigene Wälder an Private verkaufen müssen? Und wenn das nicht gereicht hätte: Hätten sie dann einen Kredit aufnehmen, den Holzeinschlag oder die Pachtzinsen erhöhen müssen? Oder aber können sie auch bundeseigene Grundstücke verkaufen, für die ja eigentlich das Reinvestitionsgebot gilt? 1 Abs. 3 Z 1 BundesforsteG als die verfassungsrechtliche Ausnahme von der verfassungsrechtlich vorgesehenen Substanzerhaltungspflicht ermöglicht das nicht. Denn 1 Abs. 3 ist lediglich die Durchbrechung der Eigentumserhaltungspflicht des 1 Abs. 1 Satz 1, nicht aber auch der Zweckbindung des 1 Abs. 1 Satz 3. Es ist daher dem einfachen Bundesfinanzgesetzgeber nicht möglich, den Bundesforsten Eigentum zu entziehen. 18 In der Budgetwirklichkeit funktionierte das Ganze dann anders. 14 Diese sind: Erhalt der natürlichen Seeuferteile, freier Zugang zu den Seen, Erhaltung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Gewässer, Schutz ufernaher Grundwasservorkommen, Rückhalt von Hochwasser, Instandhaltung der Gewässer, Erholung der Bevölkerung. 15 Ebenfalls eingefügt durch das BudgetbegleitG 2001, BGBl I 2000/142. die Gesetzesmaterialien schweigen zu dieser Bestimmung. 16 Nach der parlamentarischen Anfragebeantwortung 2598/AB 22. GPNR betragen die jährlichen Nettoeinnahmen der Bundesforste AG aus Bestandgaben von Kärntner Seeuferflächen im Jahr 2005 ca Euro. Die Einnahmen aus der Verpachtung von Seen bzw Seegrundstücken stiegen von ca. 0,5 Millionen Euro im Jahr 2001 auf fast 3 Mio. Euro im Jahr 2006; vgl. parlamentarische Anfragebeantwortung 4677/AB 22. GPNR. 17 StenProtNR 37. Sitzung 21. GP Vgl. allerdings die parlamentarische Anfragebeantwortung 3912/AB 21. GPNR: Waldverkäufe der ÖBf AG erfolgen einerseits zur Sicherstellung der Mittel für allfällige Ankäufe, andererseits zur Finanzierung der im Vorjahr erfolgten Übertragung von 11 Seen. Auch wenn BM Molterer darauf hinweist, dass in allen Fällen aufgrund 1 Abs. 1 BundesforsteG die Erhaltung der Substanz sichergestellt ist, kann man daraus folgern, dass die Erlöse aus dem Sonderverkauf-Programm für den Erwerb der Seen nicht reinvestiert, sondern abgeführt wurden. Der VfGH hat in VfSlg /2002 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Erlös aus Grundstücksveräußerungen reinvestiert werden müsste und sich die Veräußerungen im Rahmen der bundesfinanzgesetzlichen Ermächtigung halten müssten.

55 55 Der Verkauf von Teilen des Tennengebirges durch die ÖBf AG löste große Diskussionen aus. Denn es stellte sich heraus, dass die 11 Seen nicht 218 Mio. Euro sondern bloß ca. 58 Mio. Euro wert waren. Und zum anderen wurde offenbar doch verfassungswidriger Weise Bundesboden verkauft. Im Erkenntnis des VfGH ist der Vorgang so umschrieben: Der Bund übertrug das Eigentum an den Seen zunächst im Wege eines Sacheinlagenvertrags in das Eigentum der BundesforsteAG. Am nächsten Tag verkaufte die Bundesforste AG die Seen wieder dem Bund, und zwar für ca. 60 Mio. Euro. Dieser Kaufpreis wurde aus den Erlösen aus Verkäufen forstwirtschaftlich genutzter Bundesliegenschaften finanziert. 19 Der VfGH konnte diesen Verstoß gegen die Substanzerhaltungspflicht als ein bloßes Defizit im Normvollzug im anhängigen Verfahren nicht aufgreifen. Die Seen befinden sich nunmehr aber nach wie vor im Eigentum des Bundes, werden aber von den Bundesforsten verwaltet; der Bund hat sich von seinem Staatsbetrieb allerdings ein ordentliches Körberlgeld geholt. 3. Ve r ä u s s e r u n g s v e r b o t f ü r Gl e t s c h e r f l ä- c h e n, Nat i o n a l pa r k f l ä c h e n u n d s t r at e- gisch wichtige Wasserressourcen Ebenfalls ein durchaus lukratives Geschäft beschäftigt nun seit ein paar Jahren Salzburg: Die Bundesforste verkauften ein ca. 800 Hektar großes, kaum land- und forstwirtschaftlich nutzbares Grundstück Medienberichten zufolge um 5 Mio. Euro. Der Ausverkauf der Heimat wurde hier vor allem mit einem rechtlichen Argument bekämpft: 1 Abs. 3a BundesforsteG normiert ein Veräußerungsverbot für Gletscherflächen, Nationalparkflächen und strategisch wichtige Wasserressourcen. Dabei handelt es sich nach den Gesetzesmaterialien zu dieser Bestimmung um im öffentlichen Interesse gelegene Verkaufsbeschränkungen. 20 Die Bedeutung dieser Flächen ist unzweifelhaft, aber regional unterschiedlich: Die Bundes-Gletscherflächen befinden sich am Dachstein und in Westösterreich, die Bundes-Nationalparkflächen etwa in den Donauauen und in den Hohen Tauern, die Wasserressourcen potentiell aber unter allen Bundes-Grundstücken. In den Medien wurde von zwei großflächigen Grundstückstransaktionen berichtet, bei denen strategische Wasserressourcen verkauft würden. Der eine Fall betrifft den Verkauf einer 416 Hektar großen Fläche an eine Wiener Liegenschaftsverwaltung, die einer der reichsten Familien Österreichs gehört. Die Bundesforste würden für den reich bewaldeten Großen Stoderzinken ca. 1,5 Mio Euro d.h. 35 Cent/m 2 einnehmen. Von Seiten des Umweltdachverbands wurde damals etwa entgegnet, dass das betroffene Gebiet zum Teil Europaschutzgebiet nach dem NATU- 19 Der parlamentarischen Anfragebeantwortung 4677/AB 22. GPNR zufolge stehen keine Unterlagen zur Verfügung, aus denen sich ergebe, wieviele Flächen in guter Bonität zur Abwicklung des sog. Seendeals verkauft wurden. 20 RV 311 BlgNR 21. GP 256.

56 56 RA 2000-Regime sei und zum Teil eine strategische Wasserressource. 21 Und in Salzburg wird der schon angesprochene Verkauf von 800 Hektar des Tennengebirges an einen Salzburger Holzindustriellen diskutiert; der Kaufpreis für das Ödland soll 5 Mio. Euro d.h. ca. 62 Cent/m 2 betragen. 22 St r at e g i s c h w i c h t i g e Wa s s e r r e s s o u r c e n Aber was sind diese strategisch wichtigen Wasserressourcen? Nach dem Ausschussbericht zur BundesforsteG-Novelle bedeutet diese Formulierung, dass die Nutzung dieses Wassers im Rahmen einer örtlichen und öffentlichen Trinkwasserversorgung mittel- oder langfristig anzunehmen ist. 23 Der damalige Bundesminister W. MOL- TERER hat in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung erklärt: Dem unter dem Kobernaußerwald liegenden ausgedehnten Grundwasserkörper ist auch nach Auffassung der ÖBf AG eine strategische Bedeutung beizumessen. Der größte Teil des Kobernaußerwaldes steht im Eigentum des Bundes. Gemäß 1 Abs. 3a BundesforsteG dürfen strategisch wichtige Wasserressourcen ausgenommen an Gebietskörperschaften nicht verkauft werden. 24 Auf Grund der Bedeutung des Tennengebirgskarstwassers für den Salzburger Zentralraum und seiner Ergiebigkeit ist es dem Grundwasservorkommen unter dem Kobernaußerwald mindestens ebenbürtig. wasserwirtschaftliches Interesse 25 und weniger um eine Substanzerhaltung zwecks Vermögensauseinandersetzung. Dieses wasserwirtschaftliche Interesse soll dadurch gesichert bleiben, dass die Verfügungsgewalt bei den Gebietskörperschaften verbleibt. 26 Das Eigentumsrecht des Staates wird vom Gesetzgeber also zur Wahrung wasserwirtschaftlicher Interessen eingesetzt. Oder in der Diktion des Wirtschaftsrechts: Den Gebietskörperschaften soll als Eigentümerinnen der Wasserressourcen eine entsprechende Wassernutzung im Rahmen der Daseinsvorsorge möglich sein. Den Begriff Ressource finden wir seit der Die Sicherung der zukünftigen Trinkwasserversorgung des Salzburger Zentralraumes muss als eine vorrangige Aufgabe gesehen werden. 1. Begriff Wasserressource Aber was ist nun solch eine strategisch wichtige Wasserressource? Und im konkreten Fall: Müssen in einem Karstgebirgsstock ergiebige Quellen auf der verkaufsgegenständlichen Liegenschaft zu finden sein? Zunächst zum unbestimmten Rechtsbegriff. Da fällt zunächst einmal auf, dass nicht die Grundflächen sondern die Wasserressource der Verkaufsbeschränkung unterliegt. Es geht also primär um ein WRG-Novelle 2003 übrigens auch in 30 WRG: Dort ist davon die Rede, dass die Gewässerreinhaltung und der Gewässerschutz eine nachhaltige Wassernutzung auf der Grundlage eines langfristigen Schutzes der vorhandenen Ressourcen fördern soll. 27 Man wird daher festhalten können, dass Wasserressourcen Wasservorräte sind, die für eine nachhaltige und längerfristige Nutzung erforderlich sein können. Auf einem Karstgebirgsstock finden sich die Wasserressourcen idr nicht als Oberflächengewässer; das 21 Vgl. etwa 22 Vgl. etwa 23 AB 369 BlgNR 21. GP Parlamentarische Anfragebeantwortung 1438/AB 21. GPNR. Nach Ansicht von BM Pröll kann aus dieser Aussage nichts für eine Interpretation des 1 Abs. 3a gewonnen werden, da sie noch ohne Kenntnis des 1 Abs. 3a sowie der einschlägigen Ausschussfeststellung erfolgte ; so parlamentarische Anfragebeantwortung 4449/AB 22. GPNR. Diese Aussage ist erstaunlich, weil sich BM Molterer auf 1 Abs. 3a in der Fassung der letzten Novelle bezog, wonach strategisch wichtige Wasserressourcen ausgenommen an Gebietskörperschaften nicht verkauft werden dürfen. 25 Vgl. AB 369 BlgNR 21. GP 10, wo explizit auf die Nutzung im Rahmen der Trinkwasserversorgung hingewiesen wird. 26 In der gleichen Gesetzesnovelle (BGBl I 2000/142) wurde übrigens auch 4 Abs. 3a WRG geschaffen. Diese Bestimmung erstreckt die Bestimmungen über das öffentliche Wassergut auf die von der Bundesforste AG verwalteten (fremden und eigenen) öffentlichen Gewässer. Der nun auch für die Bundesforste-Gewässer anwendbare 4 Abs. 8 WRG enthält im Übrigen ebenfalls eine Nichtigkeitsanordnung für bestimmte Rechtsgeschäfte. 27 Zur nachhaltigen Wassernutzung vgl etwa Oberleitner, Kommentar zum Wasserrechtsgesetz 2 (2007), 30 Rz 9.

57 57 Auch das Karwendel zählt zu den strategisch wichtigen Karstwasservorkommen in Österreich. Wasser ist relativ schnell im Berg und damit Grundwasser. 28 Der wasserrechtlichen Systematik folgend ist in weiterer Folge dann aber nicht primär auf die Grundstücksparzellen, sondern auf den darunter liegenden Grundwasserkörper abzustellen. Es geht also auch aus diesem Grund nicht primär um ein Liegenschaftsveräußerungsverbot sondern um ein Wasserveräußerungsverbot. Nachdem das Grundwasser zivilrechtlich betrachtet Bestandteil des Grundstücks ist, ist das zwar nicht völlig trennbar; die Nutzungsbefugnisse des Grundeigentümers sind aber vielfach beschränkt. 29 Solche Beschränkungen finden sich im WRG, aber eben auch in 1 Abs. 3a BundesforsteG. Weil die Grundwassernutzung vom Grundstück räumlich nicht trennbar ist, bezieht sich das Verkaufsverbot dann eben doch auch auf die Grundstücke, die von der Bundesforste AG verwaltet werden; erfasst sind all jene Grundflächen, die sich über einem nachhaltig und langfristig nutzbaren Grundwasserkörper befinden. Worauf es nicht ankommt, ist die Frage, ob sich auf dem Grundstück ergiebige Quellen befinden. 30 Warum kann es auf das Vorhandensein ergiebiger Quellen nicht ankommen? Weil sonst die nur über Brunnen nutzbaren Grundwasservorkommen außerhalb der Definition liegen würden. Auch der Kobernaußerwald hat wohl nicht auf jeder Parzelle eine ergiebige, zur Trinkwasserversorgung mittelfristig zu nutzende Quelle und dennoch wurde dem unter dem Kobernaußerwald liegenden ausgedehnten Grundwasserkörper im Jahr 2000 jedenfalls auch noch nach Auffassung der Bundesforste 31 eine strategische Bedeutung beigemessen. Aus dem gleichen Grund ist es auch irrelevant, ob der Grundstückseigner die unter seinem Grundstück befindlichen Gewässer auch tatsächlich nutzt oder nutzen will. Es muss eine nutzbare und bedeutsame Wassermasse vorhanden sein; auf aktuelle Nutzungen oder Nutzungsvorhaben ist nicht abzustellen. Worauf es aber schon ankommt, ist der Umstand, dass die Wassermasse strategisch wichtig ist. 2. Strategisch wichtig Strategisches Handeln ist ein zielorientiertes Vorgehen nach einem langfristigen Plan. 32 Strategisch wichtig ist 28 Zum Begriff Grundwasser vgl. etwa Oberleitner, Kommentar zum Wasserrechtsgesetz2 (2007), 10 Rz Vgl. dazu insb. Ramsebner, Das Recht am Grundwasser (2003). 30 In der parlamentarischen Anfragebeantwortung 3912/AB 21. GPNR ist die Rede von Waldflächen, auf denen sich Quellen befinden, die beispielsweise aufgrund ihrer geringen Schüttung nicht strategisch wichtige Wasserressourcen darstellen. 31 Anfragebeantwortung 1438/AB 21. GPNR. 32

58 58 eine Wasserressource demnach dann, wenn dieses Wasser von einer längerfristig ausgerichteten Perspektive heraus für die künftige Nutzung bedeutsam ist. Der Gesetzgeber hat diese Stoßrichtung in seinen Gesetzesmaterialien 33 selbst festgeschrieben: Die Nutzung dieses Wassers im Rahmen einer örtlichen und öffentlichen Trinkwasserversorgung muss mitteloder langfristig 34 anzunehmen sein. Und gerade das ist beim Tennengebirgswasser der Fall. 35 Bereits 1980 wurde das gesamte Gebirge von der wasserwirtschaftlichen Rahmenverfügung zum Schutz der Karstwasservorkommen erfasst. 36 In 1 dieser bundesministeriellen Verordnung werden die Karstwässer Das Wasser aus dem Tennengebirge besitzt eine vorzugsweise überregionale Bedeutung. der Trinkwasserversorgung gewidmet. Dass es diese wasserwirtschaftliche Rahmenverfügung und diese Widmung gibt, legt die Annahme nahe, dass die Karstwasservorräte als besonders wichtig für die künftige Trinkwasserversorgung des Salzburger Zentralraums angesehen wurden. Sie sind wohl eine fachlich fundierte Feststellung über die wasserwirtschaftliche Bedeutsamkeit dieser Wasserressource. 37 Und im raumordnungsrechtlichen Regionalprogramm Tennengau heißt es, dass die Grund- und Karstwasservorkommen hinsichtlich der Menge von überregionaler Bedeutung für den ganzen Salzburger Zentralraum sind. 38 Daraus ist zu schließen, dass es sich beim Tennengebirgswasser nicht um unwichtige Wasserressourcen handelt, die nur geringfügig nutzbar sind oder in längerfristiger Perspektive für eine Nutzung nicht in Betracht kommen. Sc h l u s s f o l g e r u n g Gerade im Fall von Karstgebirgen wird man Wasserressourcen nur dann sinnvoll schützen können, wenn das gesamte Karstwassernetz vom Einzugsgebiet bis zum Quellaustritt erfasst wird. Denn wie die hydrogeologischen Beiträge in diesem Sammelband eindrucksvoll zeigen, zeichnen sich Karstgebirge nun einmal dadurch aus, dass man laienhaft formuliert nicht exakt weiß, wo das, was oben an Niederschlag drauffällt, unten rauskommt. Daher muss ein wirksamer Schutz der zur Trinkwasserversorgung genutzten Karstquellen deren gesamtes Einzugsgebiet erfassen. 39 Das erscheint auch einem Juristen absolut einsichtig. In einer Werbeeinschaltung schreiben die Bundesforste: Wussten Sie schon, dass fast 50 % der österreichischen Bevölkerung ihr Trinkwasser aus Karstgebieten beziehen und bedeutende Karstgebirge wie Karwendel, Tennengebirge, Dachstein und Totes Gebirge in unserem Besitz sind? 40 Die Bedeutung der Karstgebirge für die Trinkwasserversorgung ist der Bundesforste AG also bekannt; ebenso der Umstand, dass das Tennengebirge ein Karstgebirgsstock mit einem Karstwassernetz ist; warum tut man sich dann so schwer, anzuerkennen, dass solche Karstgebirgsflächen nicht verkauft werden dürfen? Weil sich die der Geschäftsführung der Bundesforste AG Vorgaben machende und sie kontrollierende Bundespolitik nicht immer an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert? Ao. Univ.-Prof. Dr. Rudolf FEIK Universität Salzburg, Fachbereich Öffentliches Recht, Schwerpunkt u.a. Umweltrecht, Kapitelgasse 5-7, A-5020 Salzburg, Tel. +43/(0)662/ , 33 AB 369 BlgNR 21. GP Der Ausschussbericht erwähnt in diesem Zusammenhang einen Zeitraum von ca. 20 Jahren. Ob ca. 20 Jahre bei einer Regelungsmaterie zum Schutz der Bedürfnisse der heutigen und der zukünftigen Generation tatsächlich ein langfristiger Horizont ist, soll hier nur in den Raum gestellt werden. 35 Der geologischen und karsthydrologischen Situation zufolge zählt unzweifelhaft auch das verkaufsgegenständliche Gebiet zum Einzugsgebiet der Karstwasservorräte des Tennengebirges. Denn das gesamte Zentralplateau und die Südabhänge bis zu hinunter auf etwa m Seehöhe gelten auf Grund karsthydrologischer Markierungsversuche als Einzugsgebiet des Karstwasserkörpers. Jedenfalls den Hauptquellaustritten im Norden wird man eine enorme strategische Bedeutung nicht absprechen können; und die angrenzenden und vom Karstwasser gespeisten Talfüllungen, wie das Lammertal, der Lammerursprung und die Wengerau sind ergiebige Grundwasservorkommen, denen wegen ihrer Speicher- und Filtrierwirkung ebenfalls große Bedeutung für eine langfristige Versorgung mit Trinkwasser zukommt. So etwa Dachs/Klappacher/Pavuza/Peer, Strategisch wichtige Wasserressourcen im Tennengebirge und ihr gesetzlicher Schutz vor Privatisierungen: Geologische, hydrologische und juristische Fakten, Die Höhle 2006, 3 (12). 36 BGBl 1980/ Allein mit den Karstquellen des oberen Lammertals könnte man ganz Wien mit Trinkwasser versorgen; so Dachs/Klappacher/Pavuza/Peer, Strategisch wichtige Wasserressourcen im Tennengebirge und ihr gesetzlicher Schutz vor Privatisierungen: Geologische, hydrologische und juristische Fakten, Die Höhle 2006, 3 (9 mwn). Jedenfalls den Hauptquellaustritten im Norden wird man eine enorme strategische Bedeutung nicht absprechen können; und die angrenzenden und vom Karstwasser gespeisten Talfüllungen, wie das Lammertal, der Lammerursprung und die Wengerau sind ergiebige Grundwasservorkommen, denen wegen ihrer Speicher- und Filtrierwirkung ebenfalls große Bedeutung für eine langfristige Versorgung mit Trinkwasser zukommt; so Dachs/Klappacher/Pavuza/Peer, Strategisch wichtige Wasserressourcen im Tennengebirge und ihr gesetzlicher Schutz vor Privatisierungen: Geologische, hydrologische und juristische Fakten, Die Höhle 2006, 3 (12). 38 VO der Sbg. LReg., LGBl 2002/60; 39 CIPRA (Hrsg.), Die Karstlandschaften (1998) Auf dem hinteren Buchdeckel von CIPRA (Hrsg.), Die Karstlandschaften (1998).

59 59 Ex k u r s i o n z u d e n g r o s s e n Karstquellen d e s Te n n e n g e b i r g e s v o n Ha n s Wi e s e n e g g e r & Ge r h a r d Vö l k l Hans Wiesenegger Gerhard Völkl Geologische Situation Der eigentliche Karststock des Tennengebirges, der über eine Fläche von ca. 110 km² verfügt, gehört zum Tirolikum der Staufen - Höllengebgirgsdecke (TOLLMANN 1976; DEL NEGRO 1983; TICHY 1985). Tektonisch wird das Gewölbe des Tennengebirges durch Großstörungen und Störungsbündel gegliedert, die hauptsächlich meridional ausgerichtet, zwischen NNW und NE streichen. Die wichtigste ist die Ofenrinne- Störung an der der Nordwestteil des Massivs gegen den Pass Lueg hin abgesenkt wurde. Stratigraphisch umfasst das Tennegebirgsmassiv die komplette Schichtfolge der Trias, beginnend mit den Werferner Schichten im Süden (Oberes Lammertal und Wengerau), einer mächtigen Dolomitserie (Ramsaudolomit, Dachsteindolomit) und vor allem den bis zu 8oo m mächtigen Dachsteinkalken (Riffkalke und gebankte Fazies). Letztere nehmen praktisch das gesamte Plateau zwischen Salzachöfen und Abtenauer Becken ein. Der Dachsteinkalkkomplex taucht im Norden steil unter die nicht verkarstungsfähigen Strubbergschichten und die aufgeschobene Lammer-Masse unter (BRAN- DECKER & MAURIN, 2006). Karsthydrologische Situation Der Gegensatz zwischen stark verkarstetem Dachsteinkalk samt unterlagernden Dolomiten und den wasserstauenden Werfener Schichten an der Basis der kalkalpinen Schichtfolge sowie deren tektonische Lagerung ist maßgeblich für die karsthydrologischen Verhältnisse im Tennengebirge und in den angrenzenden Talfüllungen des Lammer- und Salzachtales. Der Sockel des Gebirges ist an der Südseite angehoben, die Werfener Schiefer reichen entlang des Südabfalls bis in relativ große Höhen (Wengerau m, Jochriedl m). Die Lagerung des gebankten Dachsteinkalks ist im südlichen Plateaubereich relativ flach, gegen Norden wird das Schichtfallen immer steiler und erreicht fast saigere Werte entlang der Nordabdachung zum Lammertal. 110 km 2 umfasst der Karststock des Tennengebirges.

60 60 Das generelle Entwässerungsregime des Gebirges ist daher ebenfalls nach Norden auf den Vorfluter des unteren Lammertales ausgerichtet, wobei die rezenten karsthydrologischen Verhältnisse das Ergebnis einer langen, in das Jungtertiär zurückreichenden Entwicklung sind. Im Plateaubereich (Dachsteinkalk), in dem es keine nennenswerte Oberflächenentwässerung gibt, werden Niederschlagswässer über vorwiegend vertikale junge Schacht- und Canyonsysteme schnell in die Tiefe abgeführt und sammeln sich im Bereich des Karstwasserspiegels. Die darunterliegenden Karsthohlräume und Trennfugen sind wassergesättigt, (phreatische Zone) wo bei die Oberfläche dieser Zone witterungsbedingten (Starkniederschläge) und jahreszeitlichen Schwankungen (Schneeschmelze) unterliegt und das Wasser in weiterer Folge in den großen Karsthohlräumen den Quellen (z.b. Dachserfall, Tricklfall, Winnerfall) zugeleitet wird (BRANDECKER & MAURIN 1982). Hy d r o l o g i s c h e Ei n z u g s g e b i e t e u n d Ma r k i e r u n g s v e r s u c h e Im Tennengebirge wurden zahlreiche Markierungsversuche mit Bärlappsporen und Fluorreszenztracern durchgeführt (MAURIN & ZÖTL; 1959; ZÖTL 1961; BAUER 1967; KECK 1963; TOUSSANT 1971; BRAN- DECKER & MAURIN 1982). Aufgrund der geologisch-tektonischen Situation wurden die Einspeisungsstellen möglichst am Süd- und Westrand des Hochplateaus situiert. Die Markierungsstoffe konnten mit Ausnahme einer Einspeisung (S5) alle in den Großquellen im Norden nachgewiesen werden. Durch die Markierungsversuche konnte ein gemeinsames, bis in die südlichste Region des Tennengebirges (Eiskogel) reichendes hydrologisches Einzugsgebiet der großen Karstquellen nachgewiesen werden. Der Markierungsversuch September 1977, bei dem in der Eiskogelhöhle (S m) Uranin eingespeist wurden, zeigte zudem, dass der Markierungsstoff sowohl zu den großen Quellen im Norden, aber auch zu den Quellbezirken und Grundwasseraufbrüchen am Sürdrand des Massivs (Wengerau, oberstes Lammertal) verfrachtet Der Lammerursprung wurde. Diese Wässer durchbrachen daher auch die hoch hinaufreichende Dolomitbasis im Liegenden der Dachsteinkalke (BRANDECKER 2006). Die Einzugsgebiete einzelner Quellbezirke können jahreszeitlich bedingt durchaus variieren, wie dies Vergleichsmessungen des Hydrographischen Dienstes vermuten lassen (WIESENEGGER 2006). Einzugsgebiet der Lammer Das rund 400 km² große Einzugsgebiet besteht aus einem südlichen Anteil mit dem Tennengebirge (Gesamtfläche ca. 280 km², ca. 100 km² Hochkarst, mittlere Gebietshöhe ca m) sowie dem nördlichen und nordöstlichen, vorwiegend bewaldeten Mittelgebirgsanteil der Osterhorngruppe (mittlere Gebietshöhe m). Die Lammer entspringt an der südöstlichen Abdachung des Tennengebirges (Jochriedel) bzw. tritt im Bereich des Spießhofes (Lammerquelle) zu Tage, fließt zunächst in östlicher Richtung bis Annaberg, dann in nördlicher Richtung bis zur Mündung des Russbaches und schließlich in westlicher Richtung bis Golling, insgesamt fast halbkreisförmig um das Tennengebirge. Die Lammer nimmt dabei vorwiegend rechtsufrige Zubringer auf, das Einzugsgebiet reicht bis zum Gamsfeld (Russbach) und Braunedlkogel (Rigausbach) im Nordosten sowie bis zur Osterhorngruppe im Norden (Aubach). Die Gewässerdichte (i.e. Bachlänge pro km²) der rechtsufrigen Zubringer ist mit 7 deutlich grö-

61 61 Talweitungen gefolgt werden (Annaberg, Abtenau und Scheffau). Das Einzugsgebiet ist zu ca. 70 % bewaldet und hat über der Waldgrenze (ca. bei m) meist eine durchgehende Winterdecke von November bis Ende Mai. Beobachtungen der Schneedeckendauer ergaben, dass die Schneeschmelze im Monat Mai die Zone m.ü.d. Adria und im Juni den Bereich m erreicht und darüber auch noch Schneereste > 50 cm vorhanden sein können. Beobachtungen an den Pegeln des Hydrographischen Dienstes zeigen, dass der Abfluss am Pegel Schwaighofbrücke (Einzugsgebiet = 171,7 km²) bei einem Anteil von ca. 44 % an der Gesamteinzugsgebietsfläche nur rund % des Abflusses am Pegel Obergäu (E = 394,5 km²) beträgt. Die Abflussspenden aus dem Karstgebiet sind 2 bis 3 mal so hoch wie an den Lammerpegeln, der Einfluss der Karstquellen ist stets vorhanden und insbesondere bei der Schneeschmelze stark, bei Mittelwasser noch maßgebend und bei Trockenwetter nur mehr gering erkennbar. Tr i c k l fa l l ßer als die linksufrigen Zubringer (3), von denen insbesondere die Karstquellenabflüsse (Abtenauer und Scheffauer Schwarzenbach) bedeutend sind. Bis zur Mündung des Russbaches ist das Einzugsgebiet mit einer durchschnittlichen Breite von 5-7 km relativ schmal, flussab davon nimmt die Einzugsgebietsbreite auf rund 18 km zu. Die Lammer durchbricht im Flussverlauf drei Engstellen ("Strub"), die jeweils von Das Einzugsgebiet des Trickfalles, der in rund 740 m.ü.d. Adria austritt, beträgt ca. 13 km², die mittlere Gebietshöhe wird mit m abgeschätzt. Die durchschnittliche Jahreswasserfracht beträgt rd. 45 Mio m³, die mittlere jährliche Wasserführung MQ = l/s, das entspricht einer Abflussspende von 110 l/s km². Der Abfluss schwankt zwischen Niederwasser NNQ = 0 l/s bzw. Hochwasser HQ = l/s. Der Einfluss der Schneeschmelze ist deutlich erkennbar, die Abflussfracht der Monate Mai und Juni beträgt rund 44 % der Jahresfracht, im übrigen Jahr ist der Verlauf ausgeglichen. Das Jahresmittel der Wassertemperatur beträgt 5,2 Grad Celsius, der Schwankungsbereich der langjährigen Reihe liegt zwischen 5,0 bis 5,8 Grad Celsius.

62 62 Tricklfall Dachserfall

63 63 Da c h s e r fa l l Das Einzugsgebiet des Dachserfalles, der in ca. 712 m.ü.d. Adria austritt, beträgt ca. 10 km², die mittlere Gebietshöhe wird mit m abgeschätzt. Die durchschnittliche Jahreswasserfracht beträgt rd. 31 Mio m³, die mittlere jährliche Wasserführung l/s, das entspricht einer Abflussspende von 107 l/s km². Der Abfluss schwankt zwischen Niederwasser 70 l/s bzw. Hochwasser HQ = l/s. Der Einfluss der Schneeschmelze ist erkennbar, die Abflussfracht der Monate Mai und Juni beträgt rund 44 % der Jahresfracht, im übrigen Jahr ist der Verlauf sehr ausgeglichen. Wahrscheinlich besteht bei sehr hohen Abflussspenden (z.b. Überregnung am Schmelzende oder bei extremen Gewitterregen und Dauerregen) eine alimentäre Abhängigkeit zum Winnerfallkarst (PRODINGER, 1984). Beim Dachserfall liegt die Verhältniszahl Fracht zu Einzugsgebiet bei 3,1, beim Tricklfall bei 3,5 und beim Winnerfall nur mehr bei 2,6: Das Jahresmittel der Wassertemperatur beträgt 6,0 Grad Celsius, der Schwankungsbereich der langjährigen Reihe liegt zwischen 5,4 bis 7,5 Grad Celsius. Wi n n e r fa l l Das Einzugsgebiet des Winnerfalles, der in 640 m.ü.d. Adria austritt, beträgt ca. 24 km², die mittlere Gebietshöhe wird mit m abgeschätzt. Die durchschnittliche Jahreswasserfracht beträgt rd. 64 Mio m³, die mittlere jährliche Wasserführung MQ = l/s, das entspricht einer Abflussspende von 80 l/s km². Der Abfluss schwankt zwischen 30 l/s bei Niederwasser und l/s bei Hochwasser. Der Jahresgang ist deutlich ausgeprägt, der Einfluss der Schneeschmelze ist gut erkennbar, die Abflussfracht der Monate Mai und Juni beträgt rund 50 % der Jahresfracht. Die sehr starken Abflussschwankungen weisen auf ein großes Karstwassergefälle mit geringem Rückhaltevermögen hin (PRODINGER, 1984). Das Jahresmittel der Wassertemperatur beträgt 5,5 Grad Celsius, der Schwankungsbereich der langjährigen Reihe liegt zwischen 5,0 bis 6,9 Grad Celsius. Ab f l u s s b e i Sc h n e e s c h m e l z e Die nachfolgende Abbildungen (S. 61, S. 63) zeigen das durchaus unterschiedliche Verhalten der drei großen Karstquellen bei Schneeschmelze im Monat Mai. Tricklfall und Winnerfall folgen durchaus unterschiedlich dem Rhythmus der Lufttemperaturschwankungen während der Dachserfall wesentlich gedämpfter reagiert. Dipl.-Ing. Hans WIESENEGGER Amt der Salzburger Landesregierung, Leiter des Hydrographischen Dienstes, Michael-Pacher-Straße 36, A-5020 Salzburg, Tel. +43/(0)662/ , Dr. Gerhard VÖLKL (siehe Seite 24) Winnerfall

64 64 K a r s t w a s s e r Tag u n g s i m p r e s s i o n e n Salzburgs Landeshauptfrau G. BURGSTALLER zeigte großes Interesse an der Karstwassertagung. In den Pausen fanden angeregte Unterhaltungen statt. Hochkarätiges Podium mit W. Klappacher (Landesverein für Höhlenkunde/ Salzburg), H. Kutil (ORF/Moderation), P. Jäger (Gewässerschutz/Land Salzburg) und G. Heilingbrunner (Präsident Umweltdachverband) (v.l.). Köstlichkeiten aus der Region sowie zahlreiche P u b l i k a t i o n e n fanden bei den TeilnehmerInnen großen Anklang.

65 Reges Publikumsinteresse herrschte für die Karstwassertagung, welche vom Umweltdachverband und der Universität Salzburg/ Naturwissenschaftliche Fakultät veranstaltet wurde auch die Exkursionen waren sehr gut besucht. Karstwasseruntersuchungen erfolgen heute computerunterstützt. Die Tagungsteilnehmer konnten im Rahmen der Exkursionen sogar die Karsthöhlen erkunden und dabei viel Wissenswertes erfahren. Auch der ORF zeigte großes Interesse für das Thema Karstwasser. Experten brachten den Exkursionsteilnehmern die Besonderheiten der Geologie und Hydrologie des Tennengebirges näher.

66 66 K a r s t w a s s e r Tei l n e h m e r /In n e n VORNAME NAME INSTITUTION ORT Karl AICHINGER Salzburg Hannes AUGUSTIN Naturschutzbund Salzburg Salzburg Elisabeth BERNER OeAV-Sektion Salzburg Salzburg Sabine BITTNER Rettet Salzburgs Berge Salzburg Walther BÖHM Landesreg. i.r. Salzburg Hermann BRANDECKER Berater f. angew. Geologie Salzburg Ferdinand BRANDSTÄTTER Sprengelarzt Strobl Uwe BRENDEL Materialf. (NAWI) Salzburg Gabi BURGSTALLER Landeshauptfrau, Sbg. Landesregierung Salzburg Georg CICHOCKI 3 G Gruppe Geotechnik Graz Graz ZT GesmbH Philipp CLASEN Universität Salzburg Piding/D Edgar DACHS Universität Salzburg Salzburg Gerhard EDER DI Zoltan Kohlhofer Salzburg Achim EHRENBRANDTNER Magistrat Salzburg Janet EHRENLEITNER Hallein Peter EINZINGER Univ. für Bodenkultur, Wien Salzburg Hilde EISL SPÖ-Landtagsklub Salzburg Heinrich EMPL Wassergenoss.Hinterbuch Salzburg Martin ERLMOSER Büro f. Landschaftsplanung Plainfeld Rudolf FEIK Referent - Öffentl. Recht, Universität Salzburg Sbg Georg FELBER ZT Felber GmbH Salzburg Thomas FORSTHUBER Ing.Kons. Schüffl & Forsthuber Salzburg OEG Gerhard FORSTINGER Forstinger+Stadelmann zt-oeg Ohlsdorf Gertrude FRIESE Amt d. Sbg. LReg., Abt. Naturschutz Salzburg Josef FUCHS Leopold Happisch Haus Tenneck Werner FÜRLINGER ZT Büro für techn.geologie Salzburg Johann FUSCHLBERGER Obm. Wassergenossenschaft Krispl Krispl/Gaissau Wolfgang GADERMAYR ZT Büro für Geologie Hallein Heinrich GERNEDEL Salzburg AG "Wasser" Bergheim Ulrich GREGOR Salzburg Matthias HAMMER Institut für Waldbau / Boku Wien Bernhard HASELBERGER Univ. Salzburg/Student Mattsee Geographie / Geologie Markus HÄUPL GeoGlobe Neumarkt a. W. Hartmut HEIDINGER OeAV-Sektion Graz Graz

67 67 Gerhard HEILINGBRUNNER Umweltdachverband, Präsident Margarete HEINZ Uni Salzburg, Jüdische Kulturgeschichte Wien Salzburg Paul HERBST GWU Salzburg Sylke HILBERG GWU Salzburg Giorgio HÖFER Geoconsult ZT GmbH Wals Hannes HÖFER DAV-Sektion Laufen Laufen Benjamin HOFMANN Salzburg Harald HOLL Wals Julia HOPFGARTNER Landesumweltanwaltschaft Salzburg Salzburg Thomas HORNUNG GWU Salzburg Dietmar HUBER OeAV Salzburg Johannes HUBMANN Eugendorf Michael HUFNAGL Gampern Johann HUMMEL AGES Salzburg Horst IBETSBERGER GeoGlobe Mattsee Paul JÄGER Gewässerschutz, Amt der Salzburg Salzburger Landesregierung Georg KAISER DAV, Sektion München München Roland KALS OeAV-Landesverband Salzburg, Salzburg Landesnaturschutzrefe- rent Hans KARL ZT Büro DI Gerhard Kurz Salzburg Martin KIND Inst. für Staats- u. Verwaltungsrecht, Wien Univ. Wien Walter KLAPPACHER Landesverband für Salzburg Höhlenkunde Johannes KLEBERGER ic consulenten ZT GesmbH Bergheim Hermann KLUG Univ. Salzburg, Z_GIS Salzburg Margot KOLLER Salzburg Winfried KUNRATH Amt der Salzburger Landesregierung, Salzburg Siedlungswasser- wirtschaft Gerhard KUSCHNIGG Stadt Wien - Wasserwerke Wien Hans KUTIL ORF Salzburg Salzburg Rudolf LANNER Gemeinde St. Martin/Tennengebirge St. Martin/T. Peter LEPKOWICZ Forst Nasswald Gerhard LINDNER Obertrum Susanne LIRSCH AGES Salzburg Barbara LOIDL Naturfreunde Salzburg Salzburg Reinhard LÜFTENEGGER Salzburg Irmgard MAIER Salzburg Cornelia MAIER Umweltdachverband Wien

68 68 Ulrike MANDL Nationalpark Berchtesgaden Roding Karlheinz MANDLER St. Martin a.tg Brigitta-Anna MELZER- Bad Reichenhall HOHENESTER Gudrun MOSLER-TÖRNSTRÖM Naturfreunde Salzburg Salzburg Pavel NEGRUTA Hydrogeologe Würzburg Thomas NEUHOLD + 10 STUD. Neuhold Journalismus KEG Salzburg Michael NEUREITER ÖVP-Landtagsklub Salzburg Anke OERTEL Universität Salzburg, Höhlenkunde Salzburg Daniela OFENSBERGER Niedernfritz Rudolf PAVUZA Karsthydrogeologe, Naturhistorisches Wien Museum, Wien Lukas PLAN Österreichische Höhlenforscher, Wien Univ. Wien Manfred PÖLZLEITNER BNW Abtenau Abtenau Wolfgang PÖSCHL BNW Bezirksltg. Tennengau Abtenau Thomas PRODINGER Salzburg Walter PUMBERGER Geoconsult Salzburg Hilde RAHOFER Hallein Heike RANDL Haslinger, Nagele & Partner Salzburg Karl REGNER Verkehrsgeograph Salzburg Josef REINGRUBER Salzburg Wilhelm RENZL Wassergenossenschaft Salzburg Hinterbuch Franz RIEPLER GWU Salzburg Franz RIFKO OeAV Straßwalchen Hermann ROTH Agrarbehörde Land Salzburg Salzburg Richard RUSSEGGER OeAV Golling Deborah SALCHER Fakultätsbüro Salzburg Hannes SCHALLER Land Salzburg, BH St. Johann St. Johann Karin SCHAUMBERGER BORG Radstadt Radstadt Jochen SCHLAMBERGER LR Kärnten Klagenfurt Kurt SCHMIDINGER Salzburg Heinrich SCHMIDINGER Rektor Universität Salzburg Salzburg Erich SCHUHMANN Mitgl. Höhlenkunde Wien/NÖ Wien Jörg SCHULZ-DEIKE Student Univ. Salzburg Salzburg Josef SCHWARZENBACHER ÖVP-Landtagsklub Annaberg-Lungötz Heinz SLUPETZKY OeAV-Sektion Salzburg, Salzburg Vorsitzender Brigitte SLUPETZKY OeAV-Landesverband Salzburg, Salzburg Vorsitzende Edith SÖLLNER Umweltdachverband / ÖTK Wien Eleonore SPECKMAYER OeAV Salzburg Anna STEGER Naturschutzbund Salzburg Salzburg

69 69 Theodor STEIDL Land Sbg., Wasserwirtschaft Salzburg Gottfried STEINBACHER Steinbacher + Steinbacher, Thalgau Zivilingenieur Dagmar STEINER Naturfreunde Salzburg Salzburg Monika STRASSER BH Hallein, Umwelt u. Forst Hallein Stefan TENGG Straßwalchen Peter TRENTIN Wien Gerhard VÖLKL Karsthydrologe Wien Gudrun WALLENTIN OeAV-Sektion Salzburg, Salzburg Naturschutzwartin Jochen Peter WALLNER GEO Salzburg Yvonne WASNER Universität Salzburg Steyregg Franz WEICHENBERGER ZT Büro für techn. Geologie Salzburg Herbert WEINGARTNER Universität Salzburg Salzburg Walter WENDTNER Landesregierung Salzburg Florian WENTER Umweltbundesamt Wien Walter WESENAUER Mitgl. Verein f. Höhlenkunde Salzburg Hans WIESENEGGER Exkursionsleiter - Hydrographischer Salzburg Dienst, Landesregie- rung Franz WIMMER Privatgymnasium St. Rupert Bischofshofen Harald WIMMER Amt der Oberösterreichischen Linz Landesregierung, Hydrogeologe Heinz ZEHETNER Zivilingenieur i.r. Salzburg Franz ZIMMERMANN Fa. AIP Allg. Ingenieurprojektierungen GmbH Wals-Siezenheim

70 70 K a r s t W a s s e r Abk ü r z u n g e n Abb. Abs. ABGB Bd. BGBL BMLFUW BundesforsteG ca. EG EU GPNR HQ i.d.f. idr Jg. lit. l/s m m/h Mio. MQ NNQ Nr. ÖBf AG SH StenProtNr Tab. u.a. VfGH vgl. WRG WRRL Z z.b. Abbildung Absatz Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch Band Bundesgesetzblatt Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Bundesforste-Gesetz zirka Europäische Gemeinschaft Europäische Union Grundparzellennummer Hochwasser in der Fassung in der Regel Jahrgang litera Liter/Sekunde Meter Meter/Stunde Millionen mittleres jährliches Wasser Niederwasser Nummer Österreichische Bundesforste AG Seehöhe Stenographische Protokoll Nummer Tabelle unter anderem Verfassungsgerichtshof vergleiche Wasserrechtsgesetz Wasserrahmenrichtlinie Zahl zum Beispiel CIPRA Ös t e r r e i c h Mit g l i e d s o r g a n i s at i o n e n B u n d e s l ä n d e r Amt der Burgenländischen Landesregierung Amt der Kärntner Landesregierung Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Amt der Salzburger Landesregierung Amt der Steiermärkischen Landesregierung Amt der Tiroler Landesregierung Amt der Vorarlberger Landesregierung Amt der Wiener Landesregierung N a t u r s c h u t z o r g a n i s a t i o n e n Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände Oesterreichischer Alpenverein Österreichischer Forstverein Naturfreunde Österreich Naturschutzbund Österreich Österreichischer Touristenklub Arbeitsgemeinschaft der Berg- und Naturwachten Verband Österreichischer Höhlenforscher Kuratorium Wald

71 71 CIPRA Ös t e r r e i c h Ver ö f f e n t l i c h u n g e n CIPRA Österreich - Hrsg. (1990): Alpenschutz - Überlebensfrage Bergwald. Analysen und Lösungsansätze des Fachausschusses Wald-Wild-Weide zur Mehrfachnutzung im Bergwald. Wien, 25 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1991): Alpenschutz - Neue Sportarten. Wien, 40 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1994):Trinkwasser aus den Alpen. CIPRA-Österreich- Jahresfachtagung am 3. Juni 1993 in Salzburg. Wien, 113 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1994): Energiekonzepte im Gebirge. CIPRA-Jahresfachtagung am 10. Juni 1994 in Innsbruck. Wien, 76 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1995): Berglandwirtschaft im europäischen Kontext - Ausgedinge oder Hoffnungsträger? CIPRA-Jahresfachtagung März Wien, 86 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1995): Umweltverträgliche Erschließung des Berglandes. Ökologische, ökonomische und politische Kardinalpunkte für die zukünftige Gestaltung. Fachausschuß Wald-Weide-Wild. Wien, 44 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1996): Die Alpenkonvention. Der österreichische Weg. Wien, 120 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1997): Beurteilung von Eingriffen in die Landschaft. Ein methodischer Ansatz zur Interpretation des Landschaftsbildes und zur Beurteilung des Landschaftshaushaltes unter Berücksichtigung der Landschaftsgestalt. 2. Auflage. Wien, 128 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1998): Wasser in den Alpen - Kapital der Zukunft? Jahresfachtagung November 1997 in Villach/Kärnten/Österreich. Wien, 99 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1998): Die Karstlandschaften der österreichischen Alpen und der Schutz ihres Lebensraumes und ihrer natürlichen Ressourcen. Zusammengestellt vom Fachausschuss Karst von CIPRA Österreich. Wien, 118 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1998): (Alpen)Tourismus - wohin? Die Sicht von NGOs und Wissenschaft - ein Meilenstein eines stufenweisen Diskussionsprozesses. Ergebnisse der 1. Bergeller Gespräche und des 1. Grabser Palavers. Wien, 143 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1998): Wer Geld hat und ein Auto.... Nahversorgung - Öffentlicher Verkehr - Öffentliche Dienste für die Bevölkerung im Alpenraum: Wie lange noch? Dokumentation der CIPRA - Jahresfachtagung am 26. Juni 1998 in Salzburg. Wien, 128 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (1999): EU und die Alpen. Auswirkungen der Agenda 2000 auf den Alpenraum. Dokumentation der CIPRA - Jahresfachtagung am 22. Juni 1999 in Wien. Wien, 122 S. CIPRA Österreich und Naturschutzbund Österreich Hrsg. (2000): Drei Täler geben Antwort Strategien für einen Tourismus mit Zukunft im Alpenraum. Dokumentation des 41. Österreichischen Naturschutztages und der CIPRA-Österreich Jahresfachtagung Wien, 84 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (2002): Wer hat Angst vor Schutzgebieten? Schutzgebiete als Chance für die Region (Tagungsdokumentation). Alpine Naturparke - Broschüre des Fachausschusses. Wien, 219 S. CIPRA Österreich - Hrsg. (2006): Energieeffizientes Bauen und Sanieren in den Alpen. Wien, 108 S. Vierteljährlich erscheint vom Alpenkonventionsbüro von CIPRA Österreich die Zeitschrift Die Alpenkonvention. Nachhaltige Entwicklung für die Alpen. B e z u g s a d r e s s e CIPRA Österreich, Alser Straße 21, A-1080 Wien, Tel. +43/(0)1/ , Fax +43(0)1/ ,

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