Kapitel 3: Internes Rechnungswesen

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1 Kapitel 3: Internes Rechnungswesen 3.1 Grundlagen 3.2 Kostenartenrechnung Kapitel Kostenstellenrechnung 3.4 Kostenträgerstückrechnung 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung 3.6 Deckungsbeitragsrechnung 119

2 3.4 Kostenträgerstückrechnung Was ist ein Kostenträger? 120

3 3.4 Kostenträgerstückrechnung Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation) DEFINITION In der Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation) werden Informationen über Kosten je Produkteinheit erstellt. Aufgaben der Kalkulation: Struktur der Stückkosten Informationen für Preispolitik Selbstkosten je Stück = gesamte Kosten je Stück Preisuntergrenzen für den Absatz Informationen für Beschaffungspolitik maximale Einkaufspreise Bestandsbewertung Bezug zum externen Rechnungswesen 121

4 3.4 Kostenträgerstückrechnung Abgrenzung von Kostenträgern Kostenträger sind in der Regel die vom Unternehmen erstellten Güter Materielle und immaterielle Produkte Auch Zwischenprodukte, Arbeits- und Sachmittelleistungen Beispiele für Kostenträger: Transportleistung Absolvent Stuhl 122

5 3.4 Kostenträgerstückrechnung Gliederung der Kostenträger Klassifikationsmerkmale Arten von Kostenträgern Produktionsstufe Endprodukte Zwischenprodukte Technische Verbundenheit Unverbundene Kuppelprodukte der Produkte Produkte Bestimmung der Güter Absatzorientierte Innerbetriebliche Güter Wiedereinsatzgüter Art der Güter Materielle Güter Immaterielle Güter Funktionsbereich Beschaffungs- Fertigungs- Absatz- Verwaltungs güter güter güter güter Gütermenge Gütereinheit Los Periodenmenge [Stück] 123

6 3.4 Kostenträgerstückrechnung Verfahren der Kalkulation Schematischer Überblick über verschiedene Kalkulationsverfahren: Kalkulationsverfahren Divisions- Äquivalenzziffern- Zuschlags- Maschinensatz- rechnung rechnung rechnung rechnung Kalkulation von Kuppelprodukten 124

7 3.4 Kostenträgerstückrechnung Zuschlagsrechnung Merkmale der Zuschlagsrechnung Trennung zwischen Einzel- und Gemeinkosten Einzelkosten: Dem Produkt direkt zurechenbar (Produkteinheit = Stück), z.b. Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne Gemeinkosten: Dem Produkt nicht direkt zurechenbar, z.b. Abschreibung auf Maschinen, Personalkosten im Bereich Verwaltung und Vertrieb, Overhead Unterstellung: Proportionalität zwischen Gemeinkosten und Einzelkosten Grundprinzip: Das Grundprinzip der Zuschlagsrechnung besteht darin, dass auf bestimmte (Kostenträger-) Einzelkosten bzw. (Kostenträger-) Einzel- und Gemeinkosten mit Hilfe von Zuschlagssätzen die (Kostenträger-) Gemeinkosten aufgeschlagen werden. 125

8 3.4 Kostenträgerstückrechnung Zuschlagsrechnung Beispiel (1/2) Beispiel für einen Gesamtzuschlag: Einzelkosten [ ] Fertigungsmaterial g Fertigungslohn g Sondereinzelkosten der Fertigung Sondereinzelkosten des Vertriebs Gemeinkosten Materialabhängige Gemeinkosten Fertigungszeitabhängige Gemeinkosten Restliche Gemeinkosten Fertigungszeiten [Stunden] Wertmäßiger Lohnzuschlag = Gemeinkosten 100 Fertigungslohn = = 665% Fertigungsstundenzuschlag g g = Gemeinkosten Fertigungszeit i = = 40 pro Stunde 126

9 3.4 Kostenträgerstückrechnung Zuschlagsrechnung Beispiel (2/2) Nutzung der Zuschlagssätze zur Verteilung der Gemeinkosten auf Basis von Zuschlagssätzen auf einzelne Kostenträger Zuschlagskalkulation mit einem wertmäßigen Gesamtzuschlagssatz Zuschlagskalkulation mit einem mengenmäßigen Gesamtzuschlagssatz Fertigungsmaterial 280 Fertigungsmaterial 280 Fertigungslohn Fertigungslohn Sondereinzelkosten der Sondereinzelkosten der Fertigung 120 Fertigung 120 Gemeinkosten Gemeinkosten (Lohnzuschlag 665 %) (Fertigungsstundenzu schlag 40; Fertigungs- zeit 210 Stunden) Sondereinzelkosten des Sondereinzelkosten des Vertriebs 160 Vertriebs 160 Selbstkosten je Stück Selbstkosten je Stück

10 3.4 Kostenträgerstückrechnung Zuschlagsrechnung Formen der Zuschlagsrechnung Differenzierung nach Differenzierung Kostenarten nach Kostenstellen Nein Nein Ein Gesamtzuschlag Ja Zuschläge für verschiedene Kostenarten Ja Je Kostenstelle ein Zuschlag In einzelnen Stellen Zuschläge für verschiedene ede e Kostenarten 128

11 3.4 Kostenträgerstückrechnung Zuschlagsrechnung Schema der Zuschlagskalkulation Fertigungsmaterial Materialgemeinkosten Materialkosten Fertigungslohn Fertigungsgemeinkosten Sondereinzelkosten der Fertigung Fertigungskosten Verwaltungsgemeinkosten Vertriebsgemeinkosten Sondereinzelkosten des Vertriebs Herstellkosten Selbstkosten 129

12 3.4 Kostenträgerstückrechnung Beispiel für einen Zuschlag je Kostenstelle (1/3) Im folgenden Beispiel wird von einer Gliederung des Fertigungsbereichs in drei (Haupt- und) Endkostenstellen ausgegangen. Die Einzelkosten der abgelaufenen Abrechnungsperiode gp betragen: Fertigungsmaterial Fertigungslohn Fertigungsstelle I Fertigungsstelle g II Fertigungsstelle III Sondereinzelkosten der Fertigung Sondereinzelkosten des Vertriebs Summe

13 3.4 Kostenträgerstückrechnung Beispiel für einen Zuschlag je Kostenstelle (2/3) Bestimmung von Gemeinkostenzuschlagssätzen je Kostenstelle: Gemeinkosten der Periode Zuschlagsgrundlage Zuschlagssatz Art des [ ] (Bezugsgröße) Zuschlagsatzes Material- Fertigungs- wertmäßiger gemeinkosten material % Materialzuschlag Fertigungsgemeinkosten Fertigungs- Fertigungs- mengenmäßiger stelle I stunden h 6,50 je Stunde Stundenzuschlag Fertigungs- g Produkt- mengenmäßiger g stelle II gewicht kg 2 je kg Gewichtszuschlag Fertigungs- Fertigungs- wertmäßiger stelle III lohn % Lohnzuschlag Verwaltungs- Herstell- wertmäßiger gemeinkosten kosten % Zuschlag Vertriebs- Herstell- wertmäßiger gemeinkosten kosten % Zuschlag 131

14 3.4 Kostenträgerstückrechnung Beispiel für einen Zuschlag je Kostenstelle (3/3) Zuschlagskalkulation der Selbstkosten: Fertigungsmaterial 280,00 00 Materialgemeinkosten 18% von 280,00 50,40 Materialkosten 330,40 Fertigungslohn 1.400,00 Fertigungsgemeinkosten Fertigungsstelle I: 200 h zu 6, ,00 Fertigungsstelle II: 700 kg zu 2, ,00 Fertigungsstelle III: 280% von 455, ,00 Sondereinzelkosten der Fertigung 120,00 00 Fertigungskosten 5.494,00 Herstellkosten 5.824,40 Verwaltungsgemeinkosten 20% von 5.824, , Vertriebsgemeinkosten 12% von 5.824,40 698,93 Sondereinzelkosten des Vertriebs 160,00 Selbstkosten je Stück 7.848,21 132

15 Kapitel 3: Internes Rechnungswesen 3.1 Grundlagen 3.2 Kostenartenrechnung Kapitel Kostenstellenrechnung 3.4 Kostenträgerstückrechnung 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung 3.6 Deckungsbeitragsrechnung 133

16 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung Erfolgsrechnung in den Nachrichten Quelle: 134

17 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung Kurzfristige Erfolgsrechnung Kostenartenrechnung Kostenstellenrechnung Kostenträgerrechnung Kurzfristige Erfolgsrechnung - periodenbezogen - stückbezogen Erlösrechnung 135

18 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung Aufgaben und Probleme der kurzfristigen Erfolgsrechnung Aufgaben: Periodenerfolg ermitteln ("kalkulatorisch"), abhängig vom jeweiligen Erfolgsziel unabhängig vom Handelsrecht, Steuerrecht Betriebsergebnis Kurzfristige Rechnung (d.h. je Monat) Zusammensetzung ng des Erfolgs, insbesondere nach Produktarten Probleme Verteilung der Fixkosten Kurzfristige Ermittlung der Kalkulationssätze Bestandsermittlung (durch Inventur) 136

19 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung Kostenverrechnung in Vollkostenrechnungen Kostenarten- Kostenstellen- Kostenträger- rechnung rechnung rechnung Gemeinkosten Gemeinkosten Gemeinkosten Einzelkosten Einzelkosten Ergebnisrechnung Erlösrechnung 137

20 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung Gesamtkostenverfahren auf Vollkostenbasis Betriebsergebniskonto beim Gesamtkostenverfahren - Gesamtkosten der Periode nach Kostenarten -Periodenerlöse - Herstellkosten der Bestandsminderungen an Zwischen- und Endprodukten - Betriebsgewinn - Betriebsverlust - Herstellkosten der Bestandsmehrungen an Zwischen- und Endprodukten 138

21 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung Betriebsergebniskonto b i t beim Gesamtkostenverfahren t Beispiel Soll Haben Gesamtkosten der Periode Periodenerlöse Einzelkosten Produkt A Fertigungsmaterial , ,20 = ,60 Fertigungslohn ,57 Produkt B Sondereinzelkosten ,60 = ,80 des Vertriebs ,73 Produkt C , ,20 = ,20 Gemeinkosten Produkt D Gehälter ,80 = ,60 Hilfslöhne Produkt E Sozialaufwendungen ,90 = ,40 Urlaubs- und ,60 Feiertagslöhne Hilfs- und Zu aktivierende Eigen- Betriebsstoffe leistungen ,00 Instandhaltungsmaterial Strom Wasser Bürokosten Abschreibungen Zinsen Steuern Abgaben Versicherungen Werbung und Vertrieb ,00 Herstellkosten der Bestands- Herstellkosten der Bestandsminderungen ,91 mehrungen ,40 Betriebsgewinn , , ,00 139

22 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung Beurteilung des Gesamtkostenverfahrens Vorteile des Gesamtkostenverfahrens: rechnerisch einfacher Aufbau leichter Einbau in das System der doppelten Buchführung Überblick über Kostenartenstruktur Erkennbarkeit von Bestandsänderungen Nachteile des Gesamtkostenverfahrens : Bestandsminderung/-mehrung über Inventur ermitteln Stückkostenkalkulation t k l ti ist erforderlich für HK der Bestände keine Erfolgsanalyse der Produkte 140

23 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung Umsatzkostenverfahren auf Vollkostenbasis Betriebsergebniskonto beim Umsatzkostenverfahren - Gesamtkosten der in einer Periode abgesetzten Produkte nach Produktarten - Periodenerlöse nach Produktarten - Betriebsgewinn - Betriebsverlust 141

24 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung Beispiel Betriebsergebniskonto beim Umsatzkostenverfahren Soll Haben Selbstkosten der abgesetzten Produkte: Periodenerlöse: Produkt A: , = ,16 Produkt A: ,20 = ,60 Produkt B: , = ,44 Produkt B: ,60 = ,80 Produkt C: , = ,87 Produkt C: ,20 = ,20 Produkt D: , = ,14 Produkt D: ,80 = ,60 Produkt E: , = ,47 Produkt E: ,90 = ,40 Betriebsgewinn , , ,60 142

25 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung Beurteilung des Umsatzkostenverfahrens Vorteile des Verfahrens: Keine Bestandsermittlung Sehr schnelle Ermittlung des Erfolges Produktbezogene Erfolgsanalyse (kritisch bei Verwendung von Vollkosten) Nachteile des Verfahrens: Schwer einzubauen in das System der doppelten Buchführung Kalkulation der Selbstkosten 143

26 Kapitel 3: Internes Rechnungswesen 3.1 Grundlagen 3.2 Kostenartenrechnung Kapitel Kostenstellenrechnung 3.4 Kostenträgerstückrechnung 3.5 Kurzfristige Erfolgsrechnung 3.6 Deckungsbeitragsrechnung 144

27 3.6 Deckungsbeitragsrechnung Was ist ein Deckungsbeitrag? Preis: 60 _ Preis für Stoffe pro Stuhl: 3 Betriebszeit pro Stuhl: 5 = Deckungs- beitrag: 32 Holzpreis pro Stuhl: 20 Umsatzerlös Variable Selbstkosten 145

28 3.6 Deckungsbeitragsrechnung Deckungsbeitragsrechnung DEFINITION Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, den ein Kostenträger zur Deckung noch nicht subtrahierter Kosten und damit zum Erfolg beiträgt. Zusammenhang von Umsatzerlös, Deckungsbeitrag und Erfolg: Variable Selbstkosten Variable Selbstkosten Fixe Kosten Erfolg Umsatzerlös Deckungs- beitrag 146

29 3.6 Deckungsbeitragsrechnung Vollkosten- und Teilkostenrechnungen Charakteristische Merkmale von Vollkostenrechnungen Verteilung sämtlicher Kosten bis auf die Kostenträgereinheit Verteilungsprobleme in Kostenstellenrechnung und Kalkulation Verletzung des Kostenverursachungsprinzips unumgänglich Schlüsselung Charakteristische Merkmale von Teilkostenrechnungen Trennung fix/variabel (bzw. Einzel-/Gemeinkosten) Zurechnung nur eines Teils der Kosten auf Kostenträger Ausbau der Erfolgsrechnung zur "Deckungsbeitragsrechnung" i.d.r. Plankostenrechnungen Bestandsbewertung zu Teilkosten 147

30 3.6 Deckungsbeitragsrechnung Kostenverrechnung in Vollkostenrechnungen Kostenarten- Kostenstellen- Kostenträger- rechnung rechnung rechnung Gemeinkosten Gemeinkosten Gemeinkosten Einzelkosten Einzelkosten Ergebnisrechnung Erlösrechnung 148

31 3.6 Deckungsbeitragsrechnung Kostenverrechnung in Teilkostenrechnungen Kostenarten- Kostenstellen- Kostenträger- rechnung rechnung rechnung Fixe Gemeinkosten Fixe Gemeinkosten Ergebnisrechnung Variable Gemeinkosten Einzelkosten Variable Gemeinkosten Variable Gemeinkosten Einzelkosten (z.b. Deckungsbeitragsrechnung) Erlöse - variable Selbstkosten = Deckungsbeitrag I -fixe Kosten = Unternehmenserfolg Erlösrechnung 149

32 3.6 Deckungsbeitragsrechnung Einstufige Deckungsbeitragsrechnung - Kennzeichnung Grundlegende Merkmale Erfolgsrechnung (Deckungsbeitrag) Lineare, einvariablige Kostenfunktionen Einzige Kosteneinflussgröße: Beschäftigung konstante Kosten und Preise Fixkosten als Block Deckungsbeitragsrechnung Begriff: DB = Erlös Kostenteile hier: DB = Erlös - variable Kosten Arten Stückrechnungen: Stückdeckungsbeitrag = Stückerlös - variable Stückkosten Periodenerfolgsrechnungen: Periodendeckungsbeitrag = Periodenerlös - variable Kosten der abgesetzten Produkte 150

33 3.6 Deckungsbeitragsrechnung Einstufige Deckungsbeitragsrechnung Beispiel Produkte I II III IV V Bruttopreis je Produkteinheit 42,50 20,- 37,50 30,- 25,- - Erlösschmälerungen (20% für Rabatte und Skonto) 8,50 4,- 7,50 6,- 5,- Nettopreis 34,- 16,- 30,- 24,- 20,- Nettoerlös der Periode je Produktart , , , , ,- - Variable Kosten je Produktart , , , , ,- Deckungsbeitrag je Produktart 4.701, , , , ,- (in % des Nettoerlöses) (31,42%) (60,82%) (32,77%) (37,53%) (51,11% ) Gesamtdeckungsbeitrag der , - Unternehmung - Fixe Kosten ,- Kalkulatorischer Periodenerfolg ,- 151

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