Portfoliomanagement mit illiquiden Assets, insbesondere Investitionen in Informationstechnologie

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1 Portfoiomanagement mit iiquiden Assets, insbesondere Investitionen in Informationstechnoogie Dissertation der Wirtschaftswissenschaftichen Fakutät der Universität Augsburg zur Erangung des Grades eines Doktors der Wirtschaftswissenschaften Dr. rer. po.) vorgeegt von Dennis Diepod Dipom-Wirtschaftsmathematiker Univ.) Augsburg, Mai

2 Erstgutachter: Zweitgutachter: Vorsitzender der mündichen Prüfung: Prof. Dr. Hans Urich Buh Prof. em. Dr. Dr. h.c. Günter Bamberg Prof. Dr. Marco Wikens Datum der mündichen Prüfung:. Jui

3 Für den gäubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschafter am Ende aer seiner Überegungen. Max Panck ) Für Luisa, Noah, Eiah und Dorothea

4 Inhatsverzeichnis i Inhatsverzeichnis Verzeichnis der Beiträge I Eineitung Ziesetzung und Aufbau dieser Dissertationsschrift Fachiche Einordnung und fokussierte Forschungsfragen II Zum Portfoiomanagement mit kassischen iiquiden Finanzanagen Beitrag: Iiquide Assets in der Portfoiooptimierung Beitrag: Zur Berücksichtigung iiquider Anagen bei der privaten Finanzpanung III Zum IT-Portfoiomanagement Beitrag A Rea Options Approach for Vauating Intertempora Interdependencies within a Vaue-Based IT Portfoio Management A Risk-Return Perspective Beitrag Bewertung intertemporaer Abhängigkeiten zwischen IT-Projekten Anwendung eines reaoptionsbasierten Ansatzes unter Berücksichtigung projektspezifischer Risiken IV Fazit und Ausbick Fazit Ausbick Anmerkung: Eine fortaufende Seitennummerierung wird pro Kapite bzw. pro Unterkapite des jeweiigen Beitrags vorgenommen. Ein Literaturverzeichnis sowie die Anhänge werden jeweis am Ende eines jeden Beitrags aufgeführt.

5 Verzeichnis der Beiträge ii Verzeichnis der Beiträge In dieser Dissertation werden die fogenden veröffentichten und zur Veröffentichung angenommenen Beiträge vorgestet: B. Diepod D, Dzienzio J 9) Iiquide Assets in der Portfoiooptimierung. Zeitschrift für Betriebswirtschaft 79):43-73 VHB JOURQUAL: 7, Punkte, Kategorie B) B. Diepod D ) Zur Berücksichtigung iiquider Anagen bei der privaten Finanzpanung. Wirtschaftswissenschaftiches Studium 4 in Druck) VHB JOURQUAL: 3,37 Punkte, Kategorie E) B.3 Diepod D, Urich C, Wehrmann A, Zimmermann S 9) A Rea Options Approach for Vauating Intertempora Interdependencies within a Vaue-Based IT Portfoio Management A Risk-Return Perspective. In: Newe S, Whitey E, Puoudi N, Wareham J, Mathiassen L Hrsg) Proceedings of the 7th European Conference on Information Systems. Verona, S 6-6 VHB JOURQUAL: 7,37 Punkte, Kategorie B; WI-Orientierungsisten: Kategorie A) B.4 Diepod D, Urich C, Wehrmann A, Zimmermann S ) Bewertung intertemporaer Abhängigkeiten zwischen IT-Projekten Anwendung eines reaoptionsbasierten Ansatzes unter Berücksichtigung projektspezifischer Risiken. Zeitschrift für Betriebswirtschaft 8 in Druck) VHB JOURQUAL: 7, Punkte, Kategorie B)

6 I Eineitung I- I Eineitung Portfoiomanagement bezeichnet die Gesamtheit aer Aufgaben, weche im Zusammenhang mit Kapitaanageentscheidungen zu ösen und durchzuführen sind Poddig et a. 9, S. 5). Der Portfoiomanagementprozess beinhatet dabei bei sebstverwateten Portfoios) die in Abb. I- dargesteten Teiprozesse Anegeranayse, Finanzanayse, Portfoioreaisierung und Performanceanayse vg. Rehkuger, S. 6f). Anegeranayse Finanzanayse Portfoioreaisierung Performanceanayse Abb. I- Teiprozesse des Portfoiomanagements Diese Teiprozesse beinhaten fogende Aufgaben: Hauptaufgabe der Anegeranayse ist die konkrete Bestimmung der Präferenzen und Ziee des Anegers. Letztere können neben dem kassischen magischen Dreieck, bestehend aus Rentabiität, Sicherheit und Liquidierbarkeit Ruda 988, S. f), insbesondere bei Privatanegern auch Themen wie Verwatbarkeit, Variabiität oder Nachvoziehbarkeit beinhaten vg. bspw. Buh et a. 4). Es git demnach in diesem Schritt bspw. die Renditeerwartungen, die konkrete Risikodefinition und - tragfähigkeit sowie die genere in Frage kommenden Finanzanagen zu bestimmen. Zur entscheidungstheoretisch fundierten Abbidung von Anagerpräferenzen vg. bspw. Bamberg et a. 8, S. 67ff). Die Finanzanayse beschäftigt sich mit der Bereitsteung der für die Anageentscheidung reevanten Informationen über die in Frage kommenden Anagen unter Berücksichtigung der entscheidungsreevanten Umweteinfüsse Poddig et a. 9, S. 7ff). Markowitz 95) bezeichnet die Finanzanayse as ersten Schritt der Portfoio Seection und charakterisiert diesen wie fogt: The first stage starts with observation and experience and ends with beiefs about the future performances of avaiabe securities Markowitz 95, S. 77). Zie ist demnach die Bestimmung konkreter Rendite-/Risikopositionen einzener Finanzanagen. Hierzu sind bereits fundierte Modee und Methoden, wie bspw. das Capita Asset Pricing Mode vg.

7 I Eineitung I- bspw. Steiner und Bruns 7, S. ff) oder Optionspreismodee vg. bspw. Steiner und Bruns 7, S. 37ff), verfügbar. Aufbauend auf den Ergebnissen der beiden Anayseprozesse wird in der Portfoioreaisierung versucht, diese zusammenzuführen und ein Portfoio zu biden, weches den Präferenzen des Anegers unter den gegebenen Voraussetzungen am nächsten kommt. The second stage [of portfoio seection] starts with the reevant beiefs about future performances and ends with the choice of portfoio Markowitz 95, S. 77). Markowitz 95) entwickete für diesen Schritt die sog. moderne Portfoiotheorie, nach wecher auch heute zumeist vorgegangen wird vg. auch Perridon et a. 9, S. 5ff). Im Nachgang an die erfogte Portfoioreaisierung überprüft die Performanceanayse den Anageerfog des Portfoios vg. bspw. Steiner und Bruns 7, S. 584ff). Die voriegende Arbeit möchte einen Beitrag zu den beiden Teiprozessen Finanzanayse und Portfoioreaisierung iefern. Betrachtet man zunächst ausschießich kassische Finanzanagen, so sind zur Finanzanayse wie bereits erwähnt fundierte Methoden verfügbar. Die konkreten Rendite-/Risikopositionen der einzenen Anagen können daher as gegeben angenommen werden, so dass der Fokus der Arbeit in diesem Fa auf der Portfoioreaisierung iegt. Der Frage nach der bestmögichen Aufteiung von Vermögen auf verschiedene Finanzanagen widmet sich die Forschung bereits seit Begründung der modernen Portfoiotheorie durch Markowitz 95) sowie der Entwickung des ersten sog. Safety- First-Ansatzes durch Roy 95). Dabei stand jeweis im Zentrum der Überegungen, dass der Trade-off zwischen der Höhe des durch ein Asset zu erwartenden Ertrags ) und des damit einhergehenden Risikos bei der Zusammensteung eines Portfoios aus unterschiedichen Assets besondere Berücksichtigung finden muss. Zentrae Annahmen des Modes von Markowitz 95) waren, dass ae Anagen beiebig teibar und voständig iquide sind, keine Transaktionskosten entstehen und der Aneger risikoavers ist. Markowitz verwendete für sein etabiertes Mode die Standardabweichung σ d.h. Abweichungen vom erwarteten Ertrag nach oben und unten) as Maß für das Risiko eines Assets sowie des Gesamtportfoios) und verfogte das Zie eines effizienten Portfoios. Wäht der Aneger ein soches effizientes Portfoio, so gibt es kein anderes Portfoio, weches bei geicher oder höherer erwarteter Rendite weniger Risiko beinhatet oder bei

8 I Eineitung I-3 geichem oder niedrigerem Risiko eine höhere erwartete Rendite erziet. Im Gegensatz dazu definierte Roy 95) Risiko ausschießich über negative Abweichungen von einem bestimmten Ziewert, repräsentiert durch die Ausfawahrscheinichkeit d.h. die Wahrscheinichkeit, diesen Ziewert nicht zu erreichen). Zie seiner Vorgehensweise war es, Assets so zu wähen, dass die Ausfawahrscheinichkeit minimiert wird. Darauf aufbauend gab es zahreiche Arbeiten bspw. zur Berücksichtigung von Transaktionskosten bspw. Morton und Piska 995) oder zur Verwendung weiterer Risikomaße bspw. Artzner et a. 999 oder Rockafear und Uryasev ). Den bisherigen Modeen, insbesondere der am weitesten verbreiteten modernen Portfoiotheorie, iegt dabei in der Rege die Annahme voständiger Liquidität zu Grunde, d.h. dass die Mögichkeit besteht, Assets jederzeit ohne Preisabschag zu handen. Entsprechend einer Untersuchung von Heaton und Lucas, S. 74) über die Zusammensetzung der Portfoios von amerikanischen Privathaushaten bestehen diese aerdings bspw. edigich zu 3,6 % aus Aktien, hingegen zu 33,3 % aus Immobiien und, % aus angebigen Konsumgütern hinzu kommen 3,8 % Private Equity und 8, % anderes finanziees Vermögen). Damit wird sehr schne kar, dass die Annahme voständiger Liquidität insbesondere bei Privatanegern meist nicht erfüt ist. Bei auftretenden Liquiditätsanforderungen kann dies dazu führen, dass iiquide Anagen mit hohen Wertverusten kurzfristig verkauft werden müssen. Sowoh die bisherigen Forschungsarbeiten as auch die heutige private Finanzpanung berücksichtigt diesen Sachverhat jedoch nicht oder zumindest nicht hinreichend. Statt einer expiziten Berücksichtigung im Rahmen der Portfoioreaisierung werden dem Aneger in der Rege pauschae Liquiditätsreserven empfohen und nur das restiche Kapita bei der Portfoioreaisierung berücksichtigt. Im Bereich kassischer Finanzanagen bedarf es demnach zum Ersten einer Erweiterung der bestehenden Modee zur Portfoiooptimierung um die Berücksichtigung künftiger Liquiditätsanforderungen und der besonderen Eigenschaften iiquider Assets. Zum Zweiten ist es notwendig, deren praktische Umsetzbarkeit, d.h. Mögichkeiten zur Berücksichtigung der resutierenden Ergebnisse in der privaten Finanzpanung zu diskutieren. Aerdings ist Portfoiomanagement [ ] nicht nur die Basis für die Kapitaanage privater und institutioneer Investoren. Es ist stets dann von Bedeutung, wenn Risiken

9 I Eineitung I-4 bewätigt werden müssen [ ]. So ist das Portfoiomanagement ebenso grundegend für die Gestatung und Führung einer Unternehmung Spremann 3, S. 3). In diesem Sinne widmet sich die voriegende Arbeit einem stark an Bedeutung gewinnenden Bereich der Unternehmensführung: der Ausgestatung der Informationstechnoogie IT)- Landschaft. So hat bspw. die große Mehrheit der Finanzdiensteister Päne zur Erneuerung ihrer IT-Systeme, mit Budgets von meist mehr as Mio. Euro Hoppermann ). Mit der Entscheidung über IT-Investitionen beschäftigt sich das IT- Portfoiomanagement ITPM). Dieses bezeichnet die Koordination der Gesamtheit zur Verfügung stehender IT-Investitionen IT-Projekte) wie z. B. Investitionen in IT- Infrastruktur, Anwendungssysteme und IT-Services und bereits im Unternehmen eingesetzter IT-Vermögensgegenstände IT-Assets) zur bestmögichen Erreichung der Unternehmensziee unter der Nebenbedingung einer gegebenen Ressourcenverfügbarkeit Zimmermann 8, S. 358). Im Sinne einer wertorientierten Unternehmensführung, weche ae Geschäftsaktivitäten auf die Maximierung des angfristigen, nachhatigen Unternehmenswerts ausrichtet, können IT-Systeme ebenfas as Finanzanagen betrachtet werden, weche gemäß ihrer Definition iiquide sind. Eine Besonderheit von IT-Systemen ist dabei, dass für diese in der Rege kein Marktpreis existiert und neben den übichen Marktrisiken auch projektspezifische Risiken während ihrer Umsetzung wie bspw. Änderungen/Unkarheiten bzg. der Anforderungsbasis oder Feher in der Impementierung) berücksichtigt werden müssen. Zudem spieen neben den aus der Portfoiotheorie bekannten intratemporaen Abhängigkeiten zwischen mehreren geichzeitig durchgeführten IT-Projekten) auch intertemporae Abhängigkeiten zwischen aufeinanderfogenden IT-Projekten) eine bedeutende Roe. So ist bspw. denkbar, dass eine Investition in eine IT-Infrastruktur erst durch Berücksichtigung darauf aufbauender, Einzahungen generierender IT-Systeme ökonomisch sinnvo wird. Diese intertemporaen Abhängigkeiten können as Reaoption modeiert werden. Zu deren konkreter Bewertung werden in der Literatur das Binomiamode BM) und das Back- Schoes-Mode BSM) verwendet. Da diese der Finanztheorie entstammen, berücksichtigen sie aerdings ausschießich Marktrisiken. Das BM wurde zwar um die Berücksichtigung projektspezifischer Risiken erweitert, erscheint aber für die Anwendung in der Praxis ungeeignet. Die praxisorientierten Ansätze unter Verwendung des BSM

10 I Eineitung I-5 vernachässigen hingegen projektspezifische Risiken und können daher zu Fehbewertungen führen. Im Bereich des ITPM git es demnach, das BSM as reaoptionsbasierte Methode der Finanzanayse um die Berücksichtigung projektspezifischer Risiken zu erweitern und die Anwendbarkeit des erweiterten Modes aufzuzeigen. Das verbeibende Kapite giedert sich wie fogt: In Abschnitt werden die Ziesetzung und der Aufbau der Arbeit vorgestet. In Abschnitt werden die einzenen Beiträge fachich eingeordnet und die zentraen Forschungsfragen motiviert. Ziesetzung und Aufbau dieser Dissertationsschrift Zie dieser Dissertationsschrift ist es, einen Beitrag zum Portfoiomanagement mit iiquiden Assets zu eisten. Dabei stehen zwei zentrae Fragesteungen im Fokus. Zum einen widmet sie sich der agemeinen Berücksichtigung iiquider Finanzanagen bei der Portfoioreaisierung privater Aneger unter Beachtung von Liquiditätsanforderungen, zum anderen der korrekten Bewertung von IT-Investitionen, as speziee iiquide Finanzanagen im Sinne einer wertorientierten Unternehmensführung, as Basis für ein umfassendes IT-Portfoiomanagement. Abb. I- gibt einen Überbick über den Aufbau der Arbeit und detaiiert ihre Ziesetzung im Hinbick auf diese beiden Themenschwerpunkte.

11 I Eineitung I-6 I Eineitung Zie I.: Zie I.: Darsteung der Ziesetzung und des Aufbaus der Arbeit Fachiche Einordnung und Motivation der zentraen Forschungsfragen II Zum Portfoiomanagement mit kassischen iiquiden Finanzanagen B., B.) Zie II.: Zie II.: Zie II.3: Entwickung eines Modes zur Berücksichtigung der besonderen Eigenschaften iiquider Assets bei der Portfoiooptimierung unter Beachtung von Liquiditätsanforderungen Darsteung der Auswirkungen dieser Eigenschaften auf die optimae Portfoiostruktur privater Aneger Darsteung von Mögichkeiten, die so gewonnenen Erkenntnisse bei der privaten Finanzpanung zu berücksichtigen III Zum IT-Portfoiomanagement B.3, B.4) Zie III.: Zie III.: Zie III.3: Zie III.4: Erweiterung des Back-Schoes-Modes BSM) um die Berücksichtigung projektspezifischer Risiken bei der Bewertung von Ertrag und Risiko von IT-Projekten unter Beachtung intertemporaer Abhängigkeiten Darsteung der Auswirkungen projektspezifischer Risiken auf Ertrag und Risiko im Vergeich zur herkömmichen Anwendung des BSM Entscheidungstheoretisch fundierte Integration von Ertrag und Risiko zu einem konkreten Wertbeitrag Darsteung der konkreten Bestimmung des Wertbeitrags in der Praxis IV Fazit und Ausbick Zie IV.: Zie IV.: Zusammenfassung der zentraen Ergebnisse Aufzeigen künftigen Forschungsbedarfs Abb. I- Aufbau und Ziee der Dissertationsschrift

12 I Eineitung I-7 Fachiche Einordnung und fokussierte Forschungsfragen Gemäß den genannten Zieen assen sich die in dieser Arbeit enthatenen Beiträge wie in Abb. I-3 dargestet in den Portfoiomanagementprozess einordnen: Zum Portfoiomanagement mit kassischen iiquiden Finanzanagen B.: Iiquide Assets in der Portfoiooptimierung B.: Zur Berücksichtigung iiquider Anagen bei der privaten Finanzpanung Anegeranayse Finanzanayse Portfoioreaisierung Performanceanayse Zum IT-Portfoiomanagement B.3: A Rea Options Approach for Vauating Intertempora Interdependencies within a Vaue-Based IT Portfoio Management- A Risk-Return Perspective B.4: Bewertung intertemporaer Abhängigkeiten zwischen IT-Projekten - Anwendung eines reaoptionsbasierten Ansatzes unter Berücksichtigung projektspezifischer Risiken Abb. I-3 Einordnung der Beiträge. Zum Portfoiomanagement mit kassischen iiquiden Finanzanagen B., B.) Spätestens seit der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Probemsteung, die sich aus der Iiquidität von Assets ergibt, wieder an Aktuaität und Aufmerksamkeit in Forschung und Praxis gewonnen. Obwoh bekannt ist, dass Iiquidität erhebichen Einfuss auf die Ergebnisse einer Portfoiooptimierung hat bspw. Faig und Shum ; Huang 3; Longstaff 9), wurde dieser Einfuss sowoh bei Kreditinstituten as auch Privatanegern nicht hinreichend berücksichtigt. Bei der Überegung, as Privataneger in ein iiquides Asset wie bspw. eine Immobiie zu investieren, spiet ein mögicher) künftiger Liquiditätsbedarf eine gewichtige Roe. Geht man davon aus, dass iiquide Assets nur voständig und mit Wertabschag kurzfristig verkauft werden können, so kann ein Liquiditätsbedarf dazu führen, dass das iiquide

13 I Eineitung I-8 Asset kurzfristig iquidiert oder ein Kredit aufgenommen werden muss, wodurch jeweis Kosten entstehen. Werden die besonderen Eigenschaften iiquider Assets sowie mögiche Liquiditätsanforderungen bei der Portfoiooptimierung nicht berücksichtigt, so kann dies zu Fehentscheidungen führen. Leider fand diese Aufgabensteung in der Vergangenheit nur wenig Berücksichtigung in der wissenschaftichen Literatur. Die ohnehin wenigen Beiträge zur Portfoiooptimierung mit iiquiden Assets berücksichtigen teiweise keine Liquiditätsanforderungen Grossman und Laroque 99) oder konzentrieren sich auf die Bestimmung der Liquiditätsprämie Huang 3). Erst 9 wurden neben dem Beitrag B. zwei weitere Beiträge veröffenticht Longstaff 9; Gâreanu 9), weche aerdings Iiquidität derart definieren, dass iiquide Assets nur zu bestimmten Zeitpunkten gehandet werden können und das Anageverhaten zweier Teinehmer einer Tauschwirtschaft anaysieren. Aber nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die heutige private Finanzpanung geht auf die aus Iiquidität entstehende Probematik in der Rege nur sehr oberfächich ein: Meist wird dem Aneger dazu geraten, zunächst einen gewissen Antei des Vermögens as Liquiditätsreserve vorzuhaten. Mit dem verbeibenden Kapita wird ein Portfoio angestrebt, weches die Präferenzen des Kunden mögichst gut abbidet und dabei mögichst nah an einer Rendite-/Risiko-effizienten Lösung iegt. Iiquides Vermögen wird meist unabhängig davon betrachtet oder ganz vernachässigt Rudof 8). Eton und Gruber ) zeigen bspw. von großen Investmentbanken vorgeschagene Asset- Aokationen, weche zumeist pauscha einen Bargedantei von 5 %, einige Mae sogar 5 % vorgeben und den Rest auf andere Assets Aneihen und Aktien) verteien. Offensichtich wird die Iiquidität der Assets damit nicht hinreichend berücksichtigt und Optimierungspotenzia verschenkt. Vor diesem Hintergrund widmet sich Kapite II der Entwickung eines Modes zur Portfoiooptimierung mit iiquiden Assets und vergeicht die Ergebnisse mit einem kassischen Ansatz. Es wird u.a. festgestet, dass die fehende Berücksichtigung der besonderen Eigenschaften iiquider Assets zu gravierenden Fehentscheidungen führen kann und dass zentrae Erkenntnisse der Portfoiotheorie wie bspw. der Diversifikationseffekt nicht mehr uneingeschränkt geten. Zudem wird aufgezeigt, wie diese Ergebnisse in die private Finanzpanung mit einbezogen werden können.

14 I Eineitung I-9 Fogende Forschungsfragen stehen somit im Mittepunkt von Kapite II:. Wie können die besonderen Eigenschaften iiquider Assets unter Beachtung von Liquiditätsanforderungen bei der Portfoiooptimierung berücksichtigt werden?. Weche Auswirkungen haben diese Eigenschaften auf die optimae Portfoiostruktur privater Aneger? 3. Wie können diese Erkenntnisse bei der privaten Finanzpanung berücksichtigt werden?. Zum IT-Portfoiomanagement B.3, B.4) Obwoh die meisten Unternehmen die Maximierung ihres angfristigen, nachhatigen Unternehmenswerts anstreben, wird der Wertbeitrag der IT dabei in der Rege nur unzureichend oder gar nicht berücksichtigt. So können aut IT Governance Institute 8, S. 46) nur etwa die Häfte der Unternehmen Ertrag und Risiko ihrer IT-Projekte bestimmen. Bei der Bewertung der IT-Projekte sind sowoh projektspezifische Risiken as auch Abhängigkeiten zwischen IT-Projekten zu berücksichtigen. Im Vergeich mit kassischen Investitionen spieen projektspezifische Risiken bei IT-Investitionen eine besondere Roe, da sie einen starken Einfuss auf die Umsetzungsquaität des entstehenden IT- Systems haben. Damit beeinfussen sie sowoh die Einzahungen des IT-Systems sebst as auch darauf aufbauender IT-Systeme. Da der Wertbeitrag von IT-Projekten durch Abhängigkeiten entscheidend beeinfusst werden kann vg. Santhanam und Kyparisis 996, S. 38) und deren Vernachässigung ggf. zu einer faschen Seektion/ Portfoiobidung führt Lee und Kim ), sind für ein wertorientiertes ITPM verschiedene Formen von Abhängigkeiten zu berücksichtigen. Gemäß Wehrmann et a. 6, S. 35) assen sich diese wie fogt kategorisieren: - Intratemporae Abhängigkeiten: Diese zeitpunktbezogenen Abhängigkeiten treten auf, wenn mehrere Projekte, die parae durchgeführt werden, dieseben Ressourcen benötigen bzw. auf denseben Prozessen oder IT-Funktionaitäten basieren. - Intertemporae Abhängigkeiten: Diese zeitraumbezogenen Abhängigkeiten treten auf, wenn die Durchführung eines IT-Projekts die konzeptionee oder technische Voraussetzung für mögiche Fogeprojekte schafft, oder aber wenn die Durchführung eines IT-Projekts den Abschuss anderer IT-Projekte voraussetzt.

15 I Eineitung I- Im Unterschied zur kassischen Investitionsrechnung müssen damit sowoh Investitionsspezifische Risiken as auch intertemporae Abhängigkeiten zwischen aufeinanderfogenden Investitionen berücksichtigt werden. In der wissenschaftichen Literatur wurde ITPM erstmaig von McFaran 98) erwähnt, der einen quaitativen Ansatz zur Bidung eines IT-Portfoios beschreibt. IT-Projekte werden dabei nach unterschiedichen Kriterien gewissen Projekttypen zugeordnet, für weche im Anschuss Handungsanweisungen für das Projektmanagement abgeeitet werden. Auch in anderen quaitativen Ansätzen zum ITPM werden IT-Projekte anhand quaitativer Kriterien zum Beispie Ausrichtung der IT an der Geschäftsstrategie) kategorisiert und ausgewäht Karg, Fischer 4, Jeffery und Leived 4). Diese Ansätze haben jedoch gemein, dass keine monetäre Bewertung von Ertrag und Risiko durchgeführt wird und sich somit etztich kein Wertbeitrag der IT ermitten ässt. Darüber hinaus existiert in der Literatur aber auch eine Reihe wertorientierter ITPM- Ansätze, in denen grundsätzich eine Quantifizierung von Ertrag und Risiko erfogt. So wendet Verhoef 5) die Kapitawertmethode zur ertrags-/risikointegrierten Bewertung von IT-Projekten an, wobei das Risiko durch die weighted average cost of IT as Diskontierungsfaktor berücksichtigt wird. Die Auswirkungen von intra- as auch von intertemporaen Abhängigkeiten auf den Wertbeitrag von IT-Projekten werden dabei jedoch vernachässigt. Andere Autoren berücksichtigen in ihren quantitativen Ansätzen intratemporae Abhängigkeiten bei der Aggregation einzener IT-Projekte zu einem IT-Portfoio Asundi und Kazman, Santhanam und Kyparisis 996, Wehrmann et a. 6). Dazu übertragen sie die moderne Portfoiotheorie auf die Bewertung von IT-Portfoios, wobei die intratemporaen Abhängigkeiten durch Korreationen zwischen den IT-Projekten repräsentiert werden. Diese Ansätze vernachässigen jedoch intertemporae Abhängigkeiten, wodurch Basisprojekte, die keine oder nur geringe direkte Einzahungen generieren, tendenzie unterbewertet werden. Bezügich der Berücksichtigung intertemporaer Abhängigkeiten assen sich theoretische und anwendungsorientierte Ansätze unterscheiden. In diesen Ansätzen wird meist davon ausgegangen, dass ein Unternehmen nach Abschuss eines Basisprojekts das Recht, aber nicht die Pficht besitzt, darauf aufbauende Fogeprojekte durchzuführen. Dieses

16 I Eineitung I- Wahrecht modeieren die Autoren as Reaoption und nutzen finanzwirtschaftiche Verfahren zu deren Bewertung. Die theoretischen Ansätze von Smith und Nau 995) und Copeand und Antikarov 3, S. 7ff) nutzen zur Abbidung der Abhängigkeiten der Option) das Binomiamode BM). Vortei dieser theoretischen Ansätze ist die Mögichkeit, sowoh Marktrisiken as auch projektspezifische Risiken bei der Bewertung von IT-Projekten zu berücksichtigen. Aerdings wird die Reawet durch die mit der Verwendung des BM verbundene Einschränkung der mögichen Umwetzustände reativ stark eingeschränkt, so dass diese Ansätze bisher keine Berücksichtigung bei der praktischen Bewertung von IT- Investitionen fanden. Anwendungsorientierte Ansätze wie bspw. von Bardhan et a. 4), Taudes et a. ) sowie Benaroch und Kauffman 999) verwenden daher zur Abbidung der Option das zeitstetige Back-Schoes-Mode BSM). Im Rahmen von Fastudien zeigen diese Beiträge, wie das BSM zur Bewertung von IT-Investitionen verwendet werden kann. Leider können mit den bisher vorgesteten Modeen projektspezifische Risiken nicht berücksichtigt werden. Eine entsprechende Erweiterung der Modee wird von Taudes et a. ) as interessante Forschungsücke bezeichnet. In Kapite III werden daher zunächst die Erweiterungen des BM um die Berücksichtigung projektspezifischer Risiken auf das BSM übertragen. Es wird festgestet, dass sowoh der Ertrag as auch das Risiko von IT-Projekten bei herkömmicher Verwendung des BSM systematisch unterbewertet werden. Darüber hinaus wird das erweiterte Mode um ein nutzentheoretisch fundiertes Entscheidungskakü zur Integration von Ertrag und Risiko zum Wertbeitrag eines IT-Projekts ergänzt und dessen Anwendbarkeit an einem Reawetbeispie aufgezeigt. Fogende Forschungsfragen stehen demnach im Mittepunkt von Kapite III:. Wie kann das BSM um die Berücksichtigung projektspezifischer Risiken bei der Bewertung von Ertrag und Risiko von IT-Projekten unter Beachtung intertemporaer Abhängigkeiten erweitert werden?. Weche Auswirkungen hat deren Berücksichtigung auf Ertrag und Risiko im Vergeich zur herkömmichen Anwendung des BSM?

17 I Eineitung I- 3. Wie können Ertrag und Risiko entscheidungstheoretisch fundiert zu einem konkreten Wertbeitrag integriert werden? 4. Wie kann dieser Wertbeitrag in der Praxis bestimmt werden? Im Anschuss an die Motivation und Darsteung der Ziesetzung dieser Arbeit sowie der fachichen Einordnung der einzenen Beiträge fogen nun in den Kapiten II und III die einzenen Beiträge. In Kapite IV werden die zentraen Ergebnisse zusammengefasst und Ansatzpunkte für künftige Forschungsaktivitäten aufgezeigt. Literatur Kapite I) Artzner P, Debaen F, Eber JM, Heath D 999) Coherent Measures of Risk. Mathematica Finance 93):3-8 Asundi J, Kazman R ) A Foundation for the Economic Anaysis of Software Architectures. In: Proc Third Workshop on Economics-Driven Software Engineering Research, Toronto, S Bamberg G, Coenenberg AG, Krapp M 8) Betriebswirtschaftiche Entscheidungsehre. München Bardhan I, Bagchi S, Sougstad R 4) Prioritizing a Portfoio of Information Technoogy Investment Projects. Journa of Management Information Systems ):33-6 Benaroch M, Kauffman RJ 999) A Case for Using Rea Options Pricing Anaysis to Evauate Information Technoogy Project Investments. Information Systems Research ):7-86 Buh HU, Heinrich B, Steck W, Winker V 4) Individuaisierte Finanzdiensteistungsberatung für Privatkunden Konzept und prototypische Umsetzung. WIRTSCHAFTSINFORMATIK 466): Copeand TE, Antikarov V 3) Rea Options A Practitioner's Guide. New York Eton EJ, Gruber MJ ) The Rationaity of Asset Aocation Recommendations. Journa of Financia and Quantitative Anaysis 35):7-4

18 I Eineitung I-3 Faig M, Shum P ) Portfoio Choice in the Presence of Persona Iiquid Projects. Journa of Finance 57):33-38 Fischer F 4) Korreationen von Risiken im Programm- und Projektportfoiomanagement, Ein hybrides Entscheidungsmode zur Seektion aternativer Programme und Projektportfoien. Frankfurt a. M. Gâreanu N 9) Portfoio Choice and Pricing in Iiquid Markets. Journa of Economic Theory 44): Grossmann SJ, Laroque G 99) Asset Pricing and Optima Portfoio Choice in the Presence of Iiquid Durabe Consumption Goods. Econometrica 58):5-5 Heaton J, Lucas D ) Portfoio Choice and Asset Prices: The Importance of Entrepreneuria Risk. Journa of Finance 553):63-98 Hoppermann J ) Financia Services Firms Again Seek To Renew Their Appication Landscape. seek_to_renew/q/id/5739/t/. Abruf am -5- Huang M 3) Liquidity Shocks and Equiibrium Liquidity Premia. Journa of Economic Theory 9):4-9 IT Governance Institute 8) IT Governance Goba Status Report 8. USA Jeffery M, Leived I 4) Best Practices in IT Portfoio Management. MIT Soan Management Review 453):4-49 Karg H ) Management und Controing von IV-Projekten. München Lee JW, Kim SH ) An integrated approach for interdependent information systems project seection. Internationa Journa of Project Management 9):-8 Longstaff FA 9) Portfoio Caustrophobia: Asset Pricing in Markets with Iiquid Assets. American Economic Review 994):9-44 Markowitz HM 95) Portfoio Seection. Journa of Finance 7):77-9 McFaran WF 98) Portfoio Approach to Information Systems. Harvard Business Review 595):4-5 Morton AJ, Piska SR 995) Optima Portfoio Management with Fixed Transaction Costs. Mathematica Finance 54):

19 I Eineitung I-4 Perridon L, Steiner M, Rathgeber A 9) Finanzwirtschaft der Unternehmung. München Poddig T, Brinkmann U, Seier K 9) Portfoiomanagement: Konzepte und Strategien. Bad Soden/Ts. Rehkuger H ) Grundagen des Portfoiomanagements. In: Keeberg JM, Rehkuger H Hrsg) Handbuch Portfoiomanagement, Strukturierte Ansätze für ein modernes Wertpapiermanagement. Bad Soden/Ts., S 3-44 Rockafear RT, Uryasev S ) Conditiona Vaue-at-Risk for Genera Loss Distributions. Journa of Banking and Finance 67): Roy AD 95) Safety First and the Hoding of Assets. Econometrica 3): Ruda W 988) Ziee privater Kapitaaneger. Wiesbaden Rudof M 8) Mehr as Markowitz. Die Bank 84):4-4 Santhanam R, Kyparisis GJ 996) A Decision Mode for Interdependent Information System Project Seection. European Journa of Operationa Research 89): Smith JE, Nau RF 995) Vauing Risky Projects: Option Pricing Theory and Decision Anaysis. Management Science 45): Spremann K 3) Portfoiomanagement. München Steiner M, Bruns C 7) Wertpapiermanagement. Stuttgart Taudes A, Feurstein M, Mid A ) Options Anaysis of Software Patform Decisions: A Case Study. MIS Quartery 4):7-43 Verhoef C 5) Quantifying the vaue of IT-investments. Science of Computer Programming 563):35-34 Wehrmann A, Heinrich B, Seifert F 6) Quantitatives IT-Portfoiomanagement: Risiken von IT-Investitionen wertorientiert steuern. WIRTSCHAFTSINFORMATIK 484):34-45 Zimmermann S 8) Governance im IT-Portfoiomanagement Ein Ansatz zur Berücksichtigung von Strategic Aignment bei der Bewertung von IT. WIRTSCHAFTSINFORMATIK 55):

20 II Zum Portfoiomanagement mit kassischen iiquiden Finanzanagen II- II Zum Portfoiomanagement mit kassischen iiquiden Finanzanagen In diesem Kapite steht die Portfoioreaisierung as Teiprozess des Portfoiomanagements im Fokus. In der privaten Finanzpanung wird hierbei in der Rege auf die moderne Portfoiotheorie zurückgegriffen, weche u.a. voständige Liquidität bzg. der Assets annimmt. Diese Annahme trifft aerdings wie in Kapite I begründet für die meisten Privataneger nicht zu. Zudem ergeben sich im Zeitabauf oft Liquiditätsanforderungen, weche dazu führen können, dass iiquide Assets kurzfristig und daher mit Preisabschag verkauft werden müssen. Eine Vernachässigung der besonderen Eigenschaften iiquider Assets in Verbindung mit künftigen Liquiditätsanforderungen kann aso zu Fehentscheidungen bei der Portfoioreaisierung führen. Vor diesem Hintergrund erweitert der Beitrag B. Iiquide Assets in der Portfoiooptimierung den Safety-First-Ansatz von Teser 955) um die Berücksichtigung einer mögichen Liquiditätsanforderung sowie eine iiquide Assetkasse und zeigt die Auswirkungen von Iiquidität auf die Portfoiooptimierung auf. Der Beitrag B. Zur Berücksichtigung iiquider Anagen bei der privaten Finanzpanung bettet die wissenschaftichen Ergebnisse des Beitrags B. in den Kontext der privaten Finanzpanung ein und diskutiert Mögichkeiten, diese Ergebnisse in der privaten Finanzpanung zu berücksichtigen.

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