Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten

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1 131 KAPITEL 3 Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten Prüfungsziele in diesem Kapitel: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten Verwalten und Konfigurieren von Datenbanken Datenbankadministratoren für Microsoft SQL Server 2012 müssen nicht nur das Datenbankmodul bereitstellen können, sondern auch Analysis Services und Reporting Services, und zwar sowohl im systemeigenen als auch im SharePoint-Modus. In diesem Kapitel lernen Sie die Funktion der FileTables kennen und erfahren, wie Sie die Sicherheit für Integration Services und die Unterstützung für FILESTREAM einrichten. Als Datenbankadministrator müssen Sie darüber hinaus auch wissen, wie Sie Volltextindizes erstellen, Dateigruppen, Partitionstabellen und Indizes entwerfen und wie Sie die transparente Datenverschlüsselung und Datenkomprimierung einrichten. Die Lektionen in diesem Kapitel Lektion 1: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten Lektion 2: Verwalten und Konfigurieren von Datenbanken Bevor Sie beginnen Damit Sie die Übungen in diesem Kapitel durchführen können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Sie müssen die Computer DC, SQL-A, SQL-B und SQL-CORE wie in der Einleitung dieses Buches beschrieben eingerichtet haben. Sie müssen die Installationsaufgaben aus den Übungen am Ende der Lektionen von Kapitel 1,»Planen und Installieren von SQL Server 2012«, und Kapitel 2,»Konfigurieren und Verwalten von SQL Server-Instanzen«, durchgeführt haben. Für dieses Kapitel sind keine weiteren Konfigurationsarbeiten erforderlich.

2 132 Kapitel 3 Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten Lektion 1: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten SQL Server 2012 umfasst mehr als nur das Datenbankmodul. In dieser Lektion lernen Sie, wie Sie SQL Server 2012 Analysis Services, Reporting Services und Integration Services sowie die SharePoint-Integration und die Volltextindizierung bereitstellen und wie Sie FILESTREAM und FileTables einrichten. Nach dieser Lektion werden Sie in der Lage sein, die folgenden Aufgaben auszuführen: Bereitstellen und Konfigurieren von Analysis Services Bereitstellen und Konfigurieren von Reporting Services Bereitstellen und Konfigurieren der SharePoint-Integration Verwalten der Volltextindizierung Konfigurieren der Sicherheit von SQL Server Integration Services Konfigurieren von FILESTREAM und FileTables Veranschlagte Zeit für die Lektion: 60 Minuten Bereitstellen und Konfigurieren von Analysis Services Bei der Installation von Analysis Services können Sie zwischen dem mehrdimensionalen und Data-Mining-Modus und dem Tabellenmodus wählen, wie Abbildung 3.1 zeigt. Der Modus ist instanzspezifisch. Wenn Sie mehr als einen Modus benötigen, müssen Sie mehrere Instanzen von Analysis Services installieren. Zwischen den Modi besteht folgender Unterschied: Mehrdimensionaler und Data-Mining-Modus Dies ist der Standardmodus von Analysis Services. Er unterstützt OLAP-Datenbanken (Online Analytical Processing) und Data- Mining-Modelle. Tabellarischer Modus Unterstützt die neuen Funktionen zur tabellarischen Modellierung. In diesem Modus kann Analysis die im Tabellenmodelldesigner eingebauten Lösungen ausführen. Wenn Sie über ein Netzwerk auf tabellarische Modelldaten zugreifen wollen, müssen Sie Analysis Services im Tabellenmodus verwenden. Mit der Option /FEATURES=AS können Sie Analysis Services auch an der Befehlszeile installieren. Die Option /ASSERVERMODE können Sie dabei auf MULTIDIMENSIONAL, TABU- LAR oder POWERPIVOT setzen. Um beispielsweise die Analysis Services-Instanz ASMulti im mehrdimensionalen und Data-Mining-Modus zu installieren, den Netzwerkdienst als Konto zu verwenden und contoso\kim_akers als Administratorkonto für Analysis Services festzulegen, verwenden Sie folgenden Befehl: Setup.exe /q /IAcceptSQLServerLicenseTerms /Action=install /Features=AS /ASSERVERMODE=MULTIDIMENSIONAL /INSTANCENAME=ASMulti /ASSVCACCOUNT=NetworkService /ASSYSADMINACCOUNTS=contoso\kim_akers

3 Lektion 1: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten 133 Abbildung 3.1 Auswahl zwischen mehrdimensionalem und Data-Mining-Modus und dem tabellarischen Modus Um die Analysis Services-Instanz ASTabular im tabellarischen Modus, mit dem Netzwerkdienst als Dienst- und contoso\kim_akers als Administratorkonto zu erstellen, verwenden Sie folgenden Befehl: Setup.exe /q /IAcceptSQLServerLicenseTerms /Action=install /Features=AS /ASSERVERMODE=TABULAR /INSTANCENAME=ASTabular /ASSVCACCOUNT=NetworkService /ASSYSADMINACCOUNTS=contoso\kim_akers Mit der Installationsoption /ASSERVERMODE=POWERPIVOT können Sie Analysis Services auch im PowerPivot-Modus für SharePoint installieren. In dem Dialogfeld aus Abbildung 3.1 wird eine solche Möglichkeit allerdings nicht geboten. Weitere Informationen: Installieren von Analysis Services Mehr über die Installation von Analysis Services erfahren Sie auf de-de/library/hh231722(sql.110).aspx.

4 134 Kapitel 3 Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten Standardmäßig verwendet Analysis Services bei der Installation ein verwaltetes Dienstkonto. Sie können Analysis Services jedoch auch zur Nutzung eines lokalen oder Domänenbenutzerkontos einrichten. Wenn Analysis Services im Sicherheitskontext des Anmeldekontos Verbindung mit Netzwerkressourcen aufnehmen muss, erstellen Sie für die Funktion ein Domänenbenutzerkonto. Sie können aber auch das Konto Netzwerkdienst (NetworkService) verwenden. In diesem Fall werden Remoteservern die Anmeldeinformationen des lokalen Computers übergeben. Um Zugriff auf dieses Konto zu gewähren, verwenden Sie das Computerkonto des Hostrechners von Analysis Services. Braucht Analysis Services keine Verbindungen zu externen Netzwerkressourcen, kann die Funktion mithilfe eines lokalen Benutzerkontos, eines Domänenbenutzerkontos, eines virtuellen Kontos oder eines verwalteten Dienstkontos ausgeführt werden. Am besten ist es, Analysis Services mit einem Konto auszuführen, dem die geringstmöglichen Berechtigungen zugewiesen sind. In Hochsicherheitsumgebungen sollten Sie die Verwendung der Konten LocalService und NetworkService vermeiden, da die Verbindungszeichenfolgen und Kennwörter von Analysis Services entschlüsselt werden können und für das Anmeldekonto der Funktion zugänglich sind. Weitere Informationen: Analysis Services-Konten Mehr über die Konten für Analysis Services erfahren Sie auf library/ms174905(sql.110).aspx. Bereitstellen und Konfigurieren von Reporting Services Um einen reinen Berichtsserver mit einer Instanz von SQL Server Reporting Services (SSRS) im systemeigenen Modus zu installieren, gehen Sie im SQL Server-Installationscenter folgendermaßen vor: 1. Öffnen Sie das SQL Server-Installationscenter im Ordner Konfigurationstools. 2. Klicken Sie auf Installation und wählen Sie dort Neue eigenständige SQL Server-Installation oder Hinzufügen von Funktionen zu einer vorhandenen Installation aus. Geben Sie den Speicherort der SQL Server 2012-Installationsdateien an. 3. Klicken Sie auf OK, nachdem die Überprüfung der Setupunterstützungsregeln abgeschlossen ist. 4. Klicken Sie auf der Seite Produktupdates auf Weiter. 5. Klicken Sie auf der Seite Setupunterstützungsregeln auf Weiter. 6. Wählen Sie auf der Seite Installationstyp die Option SQL Server 2012 neu installieren. 7. Geben Sie auf der Seite Product Key den Product Key ein.

5 Lektion 1: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten Aktivieren Sie auf der Seite Lizenzbedingungen die Option Ich akzeptiere die Lizenzbedingungen. 9. Wählen Sie auf der Seite Setuprolle die Option SQL Server-Funktionsinstallation. 10. Wählen Sie auf der Seite Funktionsauswahl wie in Abbildung 3.2 gezeigt, Reporting Services Systemeigen und Datenbankmoduldienste. Klicken Sie auf Weiter. Abbildung 3.2 Installieren von Reporting Services 11. Klicken Sie auf der Seite Installationsregeln auf Weiter. 12. Geben Sie auf der Seite Instanzkonfiguration einen Namen für die Reporting Services- Instanz an. 13. Klicken Sie auf der Seite Erforderlicher Speicherplatz auf Weiter. 14. Überprüfen Sie auf der Seite Serverkonfiguration die Dienstkonten und klicken Sie auf Weiter. 15. Fügen Sie auf der Seite Datenbankmodulkonfiguraton die Benutzer hinzu, die die Rolle des SQL Server-Administrators übernehmen sollen, und klicken Sie auf Weiter.

6 136 Kapitel 3 Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten 16. Wählen Sie auf der Seite Reporting Services-Konfiguration aus Abbildung 3.3 die Option Installieren und konfigurieren. Diese Option steht nur dann zur Verfügung, wenn die erforderlichen Webserverkomponenten bereits installiert sind. Abbildung 3.3 Installieren und Konfigurieren von Reporting Services 17. Klicken Sie auf der Seite Fehlerberichterstattung auf Weiter, auf der nächsten Seite ebenfalls, und wählen Sie dann Installiern. Klicken Sie auf Schließen, um den Installationsassistenten zu beenden. Prüfungstipp Die Option Installieren und konfigurieren können Sie nur dann auswählen, wenn Sie zuvor die Webserverrolle installiert haben. Außerdem müssen Sie das Datenbankmodul in derselben Instanz installieren. Um Reporting Services in der Standardkonfiguration für den systemeigenen Modus an der Befehlszeile zu installieren, verwenden Sie den folgenden Befehl. In diesem Beispiel wird NetworkService als Dienstkonto sowohl für Reporting Services als auch für SQL Server verwendet, die Mitglieder von BUILTIN\Administrators erhalten Systemadministratorzugriff auf SQL Server und die Instanz bekommt den Namen RPTSVR:

7 Lektion 1: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten 137 setup /q /IAcceptSQLServerLicenseTerms /ACTION=install /FEATURES=SQL,RS,TOOLS /INSTANCENAME=RPTSVR /SQLSYSADMINACCOUNTS="BUILTIN\ADMINISTRATORS" /RSSVCACCOUNT=NetworkService /SQLSVCACCOUNT=NetworkService /AGTSVCACCOUNT=NetworkService /RSSVCSTARTUPTYPE="Manual" /RSINSTALLMODE="DefaultNativeMode" Weitere Informationen: Reporting Services Mehr über die Installation von Reporting Services erfahren Sie auf Wenn Sie mithilfe der Option Installieren und konfigurieren den Konfigurations-Manager für Reporting Services installieren, wird die Funktion automatisch für sie konfiguriert. Installieren Sie dagegen nur die Dateien von Reporting Services, müssen Sie den Konfigurations-Manager für diese Funktion ausführen (siehe Abbildung 3.4), um sie einzurichten. Abbildung 3.4 Der Konfigurations-Manager für Reporting Services

8 138 Kapitel 3 Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten Den Konfigurations-Manager für Reporting Services können Sie über das Menü Konfiguration starten. Mit diesem Programm können Sie folgende Aufgaben erledigen: Konfigurieren des Dienstkontos für Reporting Services Konfigurieren des Webdienst-URLs. Dazu gehören die Einstellungen für das virtuelle Verzeichnis, die IP-Adresse, den TCP-Port, das SSL-Zertifikat und den SSL-Port. Konfigurieren der Berichtsserver-Datenbank und ihrer Anmeldeinformationen Konfigurieren des Berichts-Manager-URLs Konfigurieren der -Einstellungen wie Absenderadresse, aktuelle SMTP-Übermittlungsmethode und SMTP-Server Einrichten des Ausführungskontos. Dies ist gewöhnlich ein Domänenkonto mit minimalen Berechtigungen und dient zum Abruf von externen Berichtsdatenquellen, die keine Authentifizierung verlangen, und zur unbeaufsichtigten Verarbeitung von Berichten. Einrichten von Sicherung und Wiederherstellung und Aktualisieren der Verschlüsselungsschlüssel für Reporting Services Einrichten der horizontalen Skalierung Weitere Informationen: Konfiguration von Reporting Services Mehr über die Konfiguration von Reporting Services erfahren Sie auf Bereitstellen und Konfigurieren der SharePoint-Integration Sie können Analysis Services und Reporting Services auch als freigegebene Dienste in einer SharePoint-Farm bereitstellen. Dadurch können Sie Funktionen wie PowerPivot für Microsoft SharePoint und Power View nutzen, einen interaktiven Berichtsdesigner für Reporting Services. Um Reporting Services, Power View und PowerPivot für SharePoint bereitstellen zu können, müssen Sie die folgenden Produkte installieren: SharePoint Server 2010 Enterprise Edition mit Service Pack 1 SQL Server 2012-Datenbankmodul SQL Server 2012 Reporting Services und Reporting Services-Add-In SQL Server 2012 PowerPivot für SharePoint Der Hostcomputer muss Mitglied der Domäne sein. Außerdem müssen Sie Domänenbenutzerkonten für die folgenden Dienste einrichten: SharePoint Web Services und Administrative Services Reporting Services Analysis Services

9 Microsoft Excel Services Secure Store Services Lektion 1: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten 139 PowerPivot System Service Das Datenbankmodul von SQL Server 2012 kann ein virtuelles oder ein verwaltetes Dienstkonto nutzen. Um die Integration von SQL Server 2012 in SharePoint 2010 einzurichten, führen Sie die folgenden Schritte durch: 1. Installieren Sie eine Farm mit SharePoint Server 2010 SP1 Enterprise Edition. Wählen Sie Option, die Farm später zu konfigurieren. Führen Sie nicht den Produktkonfigurations- Assistenten von SharePoint 2010 aus. Dadurch können Sie später das SQL Server Datenbankmodul als Datenbankserver der Farm verwenden. 2. Installieren Sie das SQL Server 2012-Datenbankmodul und PowerPivot für SharePoint (siehe Abbildung 3.5). Abbildung 3.5 Installieren von SQL Server PowerPivot für SharePoint 3. Übernehmen Sie die vorgegebene Instanz-ID von PowerPivot und schließen Sie den Installationsassistenten von SQL Server 2012 ab.

10 140 Kapitel 3 Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten 4. Erstellen Sie mithilfe des PowerPivot-Konfigurationstools, das im Ordner Konfigurationstools zur Verfügung steht, die Farm, eine Standard-Webanwendung und eine Stammwebsitesammlung (siehe Abbildung 3.6). Abbildung 3.6 Das PowerPivot-Konfigurationstool 5. Wechseln Sie zu Zentralverwaltung, um sich zu vergewissern, dass die Farm betriebsbereit ist. 6. Führen Sie das Setupprogramm von SQL Server 2012 erneut durch, um Reporting Services und das Reporting Services-Add-In zu installieren und zu konfigurieren. 7. SharePoint-Websiteadministratoren können die SharePoint-Dokumentbibliotheken erweitern, um auch BI-Inhaltstypen (Business Intelligence) zu verwenden. Dazu dienen die folgenden Schritte: a. Klicken Sie in Freigegebene Dokumente oder einer anderen Dokumentbibliothek auf die Registerkarte Bibliothek und dann auf Bibliothekseinstellungen. Klicken Sie unter Allgemeine Einstellungen auf Erweiterte Einstellungen. Klicken Sie unter Inhaltstypen auf Ja, um die Verwaltung der Inhaltstypen zu ermöglichen. b. Klicken Sie auf der Registerkarte Bibliothek auf Bibliothekseinstellungen. Klicken Sie unter Inhaltstypen auf Aus vorhandenen Websiteinhaltstypen hinzufügen. Suchen Sie die Inhaltstypgruppe Business Intelligence und fügen Sie BI-Semantikmodellverbindung und Berichtsdatenquelle hinzu. 8. SharePoint-Websiteadministratoren können Datenverbindungsdateien erstellen, um Power View zu starten. Dazu müssen Sie eine BI-Semantikmodellverbindung (.bism) oder eine freigegebene Reporting Services-Datenquelle (.rsds) als Datenquelle für Power View anlegen. Weitere Informationen: SharePoint-Integration Mehr über die Integration von SharePoint 2010 in SQL Server 2012 erfahren Sie auf

11 Lektion 1: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten 141 Schnelltest Welchen Modus müssen Sie bei der Installation von Analysis Services auswählen, wenn Sie OLAP-Datenbanken unterstützen möchten? Antwort Um OLAP-Datenbanken zu verwenden, müssen Sie Analysis Services im mehrdimensionalen und Data-Mining-Modus installieren. Konfigurieren der Sicherheit von SQL Server Integration Services Mit Integration Services können Sie Integration Services-Pakete in SQL Server Management Studio ausführen und zeitlich planen. Integration Services kann nur einmal auf einem Computer installiert werden, selbst wenn dieser Computer mehrere Instanzen beherbergt. Die Installation kann als freigegebene Funktion im SQL Server-Setupassistenten erfolgen, aber auch an der Befehlszeile. Verwenden Sie dazu folgenden Befehl: Setup.exe /q /IAcceptSQLServerLicenseTerms /Action=Install /Features=IS In früheren Versionen von SQL Server hatten alle Mitglieder der Gruppe Benutzer Zugriff auf die Dienste von Integration Services. In SQL Server 2012 dagegen ist der Dienst standardmäßig abgesichert: Nur Mitglieder der integrierten Gruppe Administratoren können Integration Services ausführen. Um einzelnen Benutzern Zugriff auf SQL Server Integration Services (SSIS) zu gewähren, müssen Sie das DCOM-Konfigurationstool (dcomcnfg.exe) verwenden. Führen Sie dazu die folgenden Schritte aus: 1. Führen Sie Dcomdnfg.exe über das Textfeld Programme/Dateien durchsuchen im Startmenü aus. 2. Erweitern Sie die Knoten Komponentendienste, Computer, Arbeitsplatz und DCOM- Konfiguration. 3. Rechtsklicken Sie auf Microsoft SQL Server Integration Services 11.0 und wählen Sie Eigenschaften. 4. Klicken Sie auf der Registerkarte Sicherheit, die Sie in Abbildung 3.7 sehen, im Bereich Start- und Aktivierungsberechtigungen auf Bearbeiten. 5. Fügen Sie Benutzer hinzu und weisen Sie ihnen Berechtigungen zu. Die folgenden Berechtigungen sind möglich: Lokaler Start Remotestart Lokale Aktivierung Remoteaktivierung

12 142 Kapitel 3 Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten Abbildung 3.7 Einrichten der Berechtigungen für Integration Services mit Dcomcnfg.exe Weitere Informationen: Integration Services Mehr über Integration Services erfahren Sie auf ms143731(sql.110).aspx. Verwalten der Volltextindizierung Volltextindizes enthalten Informationen über wichtige Wörter und deren Speicherort innerhalb der Spalten einer Datentabelle. In SQL Server 2012 ist das Volltextmodul kein eigenständiger Dienst, sondern Teil des SQL Server-Prozesses. Für jede Tabelle oder indizierte Sicht kann nur ein Volltextindex erstellt werden. Ein Volltextindex kann bis zu 1024 Spalten umfassen. In SQL Server Management Studio können Sie Volltextindizes wie folgt erstellen: 1. Rechtsklicken Sie auf die Tabelle, für die Sie den Volltextindex anlegen möchten, und wählen Sie Entwerfen. 2. Klicken Sie im Menü Tabellen-Designer auf Volltextindex, um das gleichnamige Dialogfeld zu öffnen. Klicken Sie auf Hinzufügen und richten Sie die Eigenschaften des Index wie in Abbildung 3.8 ein.

13 Lektion 1: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten 143 Abbildung 3.8 Erstellen eines Volltextindex Statt des Tabellen-Designers können Sie auch wie folgt den Assistenten für die Volltextindizierung ausführen: 1. Rechtsklicken Sie auf die Tabelle, für die Sie einen Volltextindex anlegen möchten, und wählen Sie Volltextindex und dann Volltextindex definieren. Dadurch wird der Assistent für die Volltextindizierung gestartet. 2. Wählen Sie auf der Seite Index auswählen einen eindeutigen Index für die Tabelle aus. 3. Wählen Sie auf der Seite Tabellenspalten auswählen die Spalten aus, die sich für Volltextabfragen eignen (siehe Abbildung 3.9). Abbildung 3.9 Spalten eines Volltextindex

14 144 Kapitel 3 Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten 4. Geben Sie auf der Seite Änderungsnachverfolgung auswählen an, ob Änderungen automatisch, manuell oder gar nicht nachverfolgt werden sollen. 5. Auf der Seite Katalog, Indexdateigruppe und Stoppliste auswählen haben Sie die Gelegenheit, einen vorhandenen Volltextkatalog auszuwählen oder einen neuen zu erstellen. Außerdem können Sie die Indexdateigruppe und die Volltext-Stoppliste auswählen. Abbildung 3.10 zeigt, wie Sie einen neuen Katalog namens NEWCATALAOG erstellen. Abbildung 3.10 Erstellen eines neuen Volltextkatalogs 6. Auf der Seite Auffüllungszeitpläne definieren können Sie einen Zeitplan zum Auffüllen des Volltextkatalogs festlegen. 7. Klicken Sie auf der Seite mit der Übersicht auf Fertig stellen, um den neuen Volltextindex anzulegen. Um einen Volltextindex für eine Tabelle zu erstellen, können Sie auch die Anweisung CREATE FULLTEXT INDEX verwenden. Das folgende Beispiel zeigt den Code, um dies für die Tabelle Production.ProductReview in der Datenbank AdventureWorks2012 zu tun. Dabei werden die Spalten ReviewerName, Address und Comments des vorhandenen eindeutigen Index PK_ProductReview_ProductReviewID verwendet und der neue Volltextkatalog production_catalog erstellt. USE AdventureWorks2012; CREATE FULLTEXT CATALOG production_catalog; CREATE FULLTEXT INDEX ON Production.ProductReview

15 ( ReviewerName, Address, Comments ) KEY INDEX PK_ProductReview_ProductReviewID ON production_catalog; Lektion 1: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten 145 Um einen Volltextindex zu löschen, rechtsklicken Sie auf die zugehörige Tabelle, wählen Volltextindex und dann Volltextindex löschen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Anweisung DROP FULLTEXT INDEX zu verwenden. Beispielsweise können Sie den im vorherigen Beispiel erstellten Index mit der folgenden Abfrage entfernen: DROP FULLTEXT INDEX ON Production.ProductReview Weitere Informationen: Volltextindizes Mehr über Volltextindizes erfahren Sie auf cc879306(v=sql.110).aspx. Einrichten von FILESTREAM FILESTREAM versetzt SQL Server-gestützte Anwendungen in die Lage, unstrukturierte Daten wie Bilder und Dokumente im Dateisystem des Hostcomputers zu speichern. Um FILESTREAM nutzen zu können, müssen Sie eine Datenbank so erstellen oder ändern, dass sie eine besondere Art von Dateigruppe umfasst. Anschließend erstellen oder ändern Sie die Tabellen so, dass sie Spalten vom Typ varbinary(max) mit dem Attribut FILESTREAM verwenden können. Setzen Sie FILESTREAM unter den folgenden Umständen ein: Wenn Sie Objekte speichern möchten, die größer als 1 MB sind. Der herkömmliche Grenzwert von 2 GB für varbinary(max) gilt nicht für BLOBs (Binary Large Objects), die im Dateisystem gespeichert sind. Ein schneller Lesezugriff ist wichtig. Verwenden Sie für Objekte, die kleiner als 1 MB sind, den BLOB-Datentyp varbinary (max). Wenn Sie eine 32-Bit-Version von SQL Server 2012 auf einem 64-Bit-Betriebssystem ausführen, können Sie FILESTREAM nicht aktivieren. Führen Sie folgende Schritte aus, um FILESTREAM einzuschalten: 1. Öffnen Sie den SQL Server-Konfigurations-Manager im Ordner Konfigurationstools. 2. Klicken Sie auf SQL Server-Dienste, und rechtsklicken Sie dann auf der rechten Seite des Fensters auf die Instanz, auf der Sie FILESTREAM aktivieren möchten, und zeigen Sie ihre Eigenschaftenseite an.

16 146 Kapitel 3 Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten 3. Aktivieren Sie auf der Registerkarte FILESTREAM das Kontrollkästchen FIELSTREAM für Transact-SQL-Zugriff aktivieren. In diesem Dialogfeld können Sie auch FILESTREAM für den E/A-Datenzugriff aktivieren und den Remoteclientzugriff auf FILESTREAM-Daten zulassen (siehe Abbildung 3.11). Abbildung 3.11 Aktivieren von FILESTREAM 4. Führen Sie in SQL Server Management Studio die folgende Abfrage aus: EXEC sp_configure filestream_access_level, 2 RECONFIGURE Hinweis: filestream_access_level Wenn Sie filstream_access_level auf 0 setzen, wird der FILESTREAM-Zugriff deaktiviert. Die Einstellung 1 lässt nur den Transact-SQL-Zugriff zu, Einstellung 2 erlaubt Transact-SQL und Win32-Streaming. 5. Starten Sie den SQL Server-Dienst der Instanz, auf der Sie FILESTREAM aktiviert haben, im SQL Server-Konfigurations-Manager neu. 6. Erstellen Sie eine FILESTREAM-Dateigruppe für die Datenbank. Um beispielsweise die FILESTREAM-Dateigruppe FileStreamFileGroup für die Datenbank Litware2012 anzulegen, verwenden Sie folgende Abfrage: USE master ALTER DATABASE Litware2012 ADD

17 FILEGROUP FileStreamFileGroup CONTAINS FILESTREAM; Lektion 1: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten Fügen Sie der FILESTREAM-Dateigruppe FILESTREAM-Dateien hinzu, indem Sie einen Ordner angeben, der noch nicht existiert. Um beispielsweise das Verzeichnis C:\FSTRM zu erstellen und mit der FILESTREAM-Datei FileStrmFile in der FILESTREAM-Dateigruppe FileStreamFileGroup für die Datenbank Litware2012 zu erstellen, verwenden Sie folgende Abfrage: USE master ALTER DATABASE Litware2012 ADD FILE ( NAME = FileStrmFile, FILENAME = 'C:\FSTRM' TO FILEGROUP FileStreamFileGroup Weitere Informationen: FILESTREAM Mehr über FILESTREAM erfahren Sie auf gg471497(sql.110).aspx. Konfigurieren von FileTables FileTables sind eine besondere Form von Tabelle, mit der Sie Dateien und Dokumente innerhalb von SQL Server 2012 speichern können. Diese Dateien und Dokumente sind von Windows- Anwendungen aus zugänglich, als wären sie ganz normal im Dateisystem abgelegt. So können Sie Dateien und Ordner beispielsweise mit der Maus in Windows Explorer in die FileTable hineinziehen und auf ebensolche Weise auch wieder daraus entfernen. Eine FileTable weist folgende Eigenschaften auf: Eine FileTable stellt eine Hierarchie von Dateien und Verzeichnissen bereit. Jede Zeile in einer FileTable steht für eine Datei oder ein Verzeichnis. Jede Zeile enthält die folgenden Elemente: Eine FILESTREAM-Spalte für Streaming-Daten und den global eindeutigen Bezeichner (GUID) file_id. Die Spalten path_locator und parent_path_locator, die die Datei- und die Verzeichnishierarchie angeben. Zehn Dateiattribute, darunter das Erstell- und das Änderungsdatum. Eine Typspalte, die die Volltext- und die semantische Suche ermöglicht. FileTables können mit normalen Transact-SQL-Abfragen aktualisiert werden.

18 148 Kapitel 3 Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten Führen Sie folgende Schritte aus, um die FileTable-Funktion zu aktivieren: 1. Aktivieren Sie FILESTREAM in der Instanz. Dazu können Sie folgende Anweisung verwenden: EXEC sp_configure filestream_access_level, 2 RECONFIGURE 2. Aktivieren Sie in der Datenbank den Nichttransaktionszugriff. Das können Sie beim Erstellen einer Datenbank mit der Anweisung CREATE DATABASE tun, indem Sie die Option FILESTREAM NON_TRANSACTED_ACCESS angeben: CREATE DATABASE Datenbankname WITH FILESTREAM ( NON_TRANSACTED_ACCESS = FULL, DIRECTORY_NAME = N'dir_name') Bei einer bestehenden Datenbank verwenden Sie die Anweisung ALTER DATABASE mit der Option SET FILESTREAM: ALTER DATABASE Datenbankname SET FILESTREAM (NON_TRANSACTED_ACCESS = FULL, DIRECTORY_NAME = N'directory_name') 3. Geben Sie in der Datenbank ein Verzeichnis für FileTables an, falls Sie das nicht schon bei der Einrichtung des Nichttransaktionszugriffs getan haben. Den Verzeichnisnamen können Sie mit der Option SET FILESTREAM der Anweisung ALTER DATABASE ändern, aber auch auf der Seite Optionen des Dialogfelds Datenbankeigenschaften aus Abbildung Um in SQL Server Management Studio eine FileTable zu erstellen, rechtsklicken Sie auf den Knoten Tabellen und wählen Neue FileTable. Dadurch wird ein Fenster mit einer Transact- SQL-Skriptvorlage geöffnet, die Sie ändern können. FileTables können Sie auch mit der Anweisung CREATE TABLE anlegen, indem Sie die Option AS FILETABLE angeben. Um beispielsweise die neue FileTable DocStore zu erstellen, verwenden Sie folgende Abfrage: CREATE TABLE DocStore as FileTable; Das Erstellen von FileTables unterliegt folgenden Bedingungen: Bereits vorhandene Tabellen lassen sich nicht in FileTables umwandeln. Sie müssen auf Datenbankebene ein übergeordnetes Verzeichnis angegeben haben. Es muss eine gültige FILESTREAM-Dateigruppe vorhanden sein. Wenn Sie keine Dateigruppe angeben, wird die FILESTREAM-Standarddateigruppe verwendet. Beim Erstellen der Tabelle können Sie keine Tabelleneinschränkungen angeben. Sie können sie aber anschließend hinzufügen. In der Datenbank tempdb können keine FileTables angelegt werden. FileTables haben ein vordefiniertes, festes Schema, sodass es nicht möglich ist, Spalten hinzuzufügen oder zu ändern. Sie können jedoch benutzerdefinierte Indizes, Trigger und Einschränkungen hinzufügen. Wenn Sie eine FileTable löschen, werden auch das Verzeichnis und die darin enthaltenen Unterverzeichnisse entfernt.

19 Lektion 1: Konfigurieren zusätzlicher SQL Server-Komponenten 149 Abbildung 3.12 Festlegen des Verzeichnisses für FileTables Weitere Informationen: FileTables Mehr über FileTables erfahren Sie auf ff929144(sql.110).aspx. Übung: Installieren von Analysis Services und Reporting Services In dieser Übung stellen Sie zwei Instanzen von Analysis Services in unterschiedlicher Konfiguration sowie eine Instanz von Reporting Services bereit. Übung 1: Installieren von Analysis Services In dieser Übung installieren Sie zwei Instanzen von Analysis Services, die erste im multidimensionalen und Data-Mining-Modus, die zweite im tabellarischen Modus. Führen Sie dazu die folgenden Schritte aus: 1. Melden Sie sich mit dem Benutzerkonto Contoso\Kim_Akers an SQL-A an.

20 150 Kapitel 3 Konfigurieren von SQL Server 2012-Komponenten 2. Installieren Sie an der Befehlszeile eine neue Instanz von Analysis Services auf Server SQL-A mit folgenden Eigenschaften: Installationsmodus: Mehrdimensionaler und Data-Mining-Modus Instanzname: ASMulti Dienstkonto für Analysis Services: NetworkService Serveradministrator für Analysis Services: contoso\kim_akers 3. Installieren Sie an der Befehlszeile eine weitere Instanz von Analysis Services auf Server SQL-A mit folgenden Eigenschaften: Installationsmodus: Tabellarischer Modus Instanzname: ASTabular Dienstkonto für Analysis Services: NetworkService Serveradministrator für Analysis Services: contoso\kim_akers Übung 2: Installieren von Reporting Services In dieser Übung installieren Sie mit Windows PowerShell die Webserverrolle, auf die Reporting Services zurückgreift, und stellen dann an der Befehlszeile eine neue Reporting Services- Instanz bereit. Führen Sie dazu die folgenden Schritte aus: 1. Öffnen Sie eine PowerShell-Eingabeaufforderung mit erhöhten Rechten und führen Sie folgenden Befehl aus: Import-module ServerManager 2. Führen Sie den folgenden Befehl aus: Add-WindowsFeature Web-Server -IncludeAllSubFeature 3. Installieren Sie an der Befehlszeile eine neue Instanz von Reporting Services. Verwenden Sie dabei die folgenden Optionen, sodass es nicht mehr erforderlich ist, die Instanz nach der Installation mit dem Konfigurations-Manager für Reporting Services einzurichten: Installieren Sie Datenbankmoduldienste, Reporting Services und Tools. Nennen Sie die Instanz RPTSVR. Verwenden Sie NetworkService als Dienstkonto für Reporting Services, SQL Server und den SQL Server-Agent. Richten Sie Reporting Services für den manuellen Start ein. Verwenden Sie den standardmäßigen Installationsmodus von Reporting Services im systemeigenen Modus. Nehmen Sie für die Systemadministratorkonten von SQL Server die Gruppe BUILTIN\ Administrators. 4. Öffnen Sie nach Abschluss der Installation den Konfigurations-Manager für Reporting Services und vergewissern Sie sich, dass Reporting Services korrekt bereitgestellt und der Dienst gestartet wurde.

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