DOSSIER YYYYYYYYYYYYY

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1 Bild: yyy Fotolia DOSSIER YYYYYYYYYYYYY IT-SOURCING & BUSINESS-CLOUD YYYYYYYYYYYYYYY Mobile, Cloud und der Speicherbedarf > Seite 34 In Zukunft auf Mobile Apps setzen > Seite 35 Storage-Welt vor fundamentalem Wandel > Seite 37 Oliver Christ, ZHAW: «Die Gewinner werden die Firmen sein, die das beste Ökosystem anbieten können» sza. Die meisten IT-Trends hängen in irgendeiner Form zusammen: So ist dank der Cloud der Zugriff auf Daten über verschiedenste Endgeräte wie Smartphones oder Tablets möglich. Diese sind ihrerseits wegen des begrenzten lokalen Speicherplatzes auf die Cloud angewiesen. Wächst die Anzahl der Cloud-Angebote, entsteht entsprechender Speicherbedarf. Einfach ausgedrückt, heisst das: Je mehr mobile Geräte, desto mehr Cloud-Angebote und desto mehr Speicherbedarf. Die Entwicklungen betreffen besonders auch die Geschäftswelt. «Unternehmen wollen produktiver werden und ihre Kunden besser bedienen und mobilisieren folgerichtig ihre Prozesse», schreibt Bruno Messmer von Swisscom IT Services im Artikel auf Seite 34. Insgesamt führten diese Entwicklungen zu einer Informationsgesellschaft, in der der Grad der Vernetzung signifikant ansteige. Um entsprechende Dienste bereitstellen zu können, sind auch die Storage-Dienstleister gefragt, wie Hans Krebs und Roger Bader von EMC im Artikel auf den Seiten schreiben: «Ohne Speicher lassen sich keine IT-Dienste betreiben. Storage ist nicht nur im unternehmenseigenen Rechenzentrum, sondern auch für den Serviceprovider eine zentrale, unabdingbare Komponente der IT- Infrastruktur.» Im Zuge der dynamischen Entwicklungen komme es für die Anbieter und Dienstleister auf ganz bestimmte Faktoren an, meint Oliver Christ von der ZHAW im Interview auf Seite 37: «Cloud-Angebote müssen beispielsweise auf jenen Stand gebracht werden, auf dem bestehende Enterprise-Lösungen heute schon sind. Das betrifft insbesondere die Sicherheit, die Robustheit, die Privatsphäre, die Multi-User- Konzepte oder die IT-Governance.» 02/2013 netzmedien ag 33

2 In Zukunft auf Mobile Apps setzen Wer auch in Zukunft seine Kunden erreichen will, wird wohl auf Mobile Apps setzen müssen. Dies legt ein Report von Flurry nahe, einem in San Francisco beheimateten Unternehmen, das sich auf Mobile Analytics spezialisiert hat. Danach setzen User inzwischen mehr auf Mobile Apps als auf das klassische Internet. Bruno Messmer Der Boom bei Smartphones und Tablets verändert das Verhalten der Endanwender: Sie nutzen Mobile Apps bereits leicht häufiger als das Internet. Eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Forrester bestätigt dieses Ergebnis. Danach hat sich die Anzahl der User, die Mobile Apps für Produktsuche und -kauf benutzen, binnen eines Jahres verdoppelt. Mit sauber konstruierten und intuitiv nutzbaren Apps lassen sich Kunden erfolgreich ansprechen, schlussfolgert Forrester. Das gilt aber nicht nur für den Konsumbereich; auch die Geschäftswelt wird mobiler. Unternehmen wollen produktiver werden und ihre Kunden besser bedienen und mobilisieren folgerichtig ihre Prozesse. Mit dem unaufhaltsamen Einzug von Smartphones und Tablets in die Unternehmen wollen diejenigen, die eben noch Produkte gesucht und gekauft haben, die Vorteile der mobilen Geräte auch für geschäftliche Zwecke produktiv unterwegs nutzen. Bis jetzt waren viele Unternehmen jedoch beim mobilen Arbeiten eher zurückhaltend, insbesondere bei kritischen Kern-Prozessen. Zu hoch war der Aufwand, um die mobilen Applikationen in die eigene IT-Landschaft zu integrieren, zu gross die Investition in den Unterhalt und die Sicherheit der nötigen Plattformen. Dr. Bruno Messmer ist Leiter Customer Development & Bidmanagement bei der Swisscom IT Services AG. Differenzierung im Markt Doch jetzt gehen die Unternehmen über die Bücher, denn Mobile Apps sind heute bereits ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz, mit denen sich Wettbewerbsvorteile erzielen lassen. Schon bald werden die meisten elektronischen Interaktionen mit Kunden via Mobile Channel erfolgen. Treiber dabei ist die rasante Entwicklung im Bereich mobiler Endgeräte: Steigende Geschwindigkeit und Komfort sowie neue integrierte Anwendungen vereinfachen die Bedienung und steigern das Benutzererlebnis. Diese Entwicklung basiert auf einem starken Wettbewerb unter den Geräteherstellern und Plattformen. Der Wettbewerb führt dazu, dass die Hersteller die eingesetzten Plattformen für das jeweilige Gerät optimieren und verändern. Genau hier liegt die He rausforderung für die Qualitätssicherung bei Mobile Apps. Mobile Services und Apps Mobile Services und Apps greifen stark in die Arbeitsabläufe und Prozesse ein. Die Unternehmensführung tagt in einem virtuellen Boardroom auf dem Tablet, in der Logistik lassen sich manuelle Schritte beim Einlagern und Versenden vermeiden, Servicemitarbeiter optimieren die Abwicklung und Vertriebsleute schaffen schnellere Abschlüsse durch den Zugriff auf immer aktuelle Daten. Damit dies gelingt, sind aber einige He rausforderungen zu bewältigen: Apps müssen an die jeweiligen Betriebssysteme angepasst werden, Compliance-Richtlinien müssen definiert und umgesetzt werden, pro App stehen drei bis sechs Updates pro Jahr an und nicht zuletzt ist das Enduser-Management bezüglich Apps- und Datensicherheit zu lösen. Die Unternehmen müssen daher klare Entscheidungen treffen bezüglich des Mobile Device Managements, einer Plattformstrategie, des Application Managements und des Tests mobiler Anwendungen. Die wachsende Bedeutung von mobilen Geräten sowohl im Geschäfts- wie Privatleben führt dazu, dass Unternehmen sich mit dem Thema Bring you own Device, also die Nutzung des eigenen Gerätes im geschäftlichen Kontext beschäftigen und Antworten zu juristischen und vergütungsrechtlichen Fragen erarbeiten müssen. Hypervernetzte Informationsgesellschaft Insgesamt führen diese Entwicklungen zu einer Informationsgesellschaft, in der der Grad der Vernetzung signifikant ansteigt, was Es wird bis 2015 über eine Milliarde Smartphones mit Sensoren in der Welt geben, die Daten über die Träger und ihre nähere Umgebung generieren. Bild: Fotolia die heute transferierte Datenmenge weiter anschwellen lässt: Die Menge der verfügbaren Daten wächst exponentiell an, sodass wir als Menschheit bereits im Jahre 2010 die Zettabyte-Grenze (10 hoch 21) überschritten und schnellen Schrittes auf die Yottabyte- Grenze zuschreiten. Es wird bis 2015 über eine Milliarde Smartphones mit Sensoren in der Welt geben, die Daten über die Träger und ihre nähere Umgebung generieren und daraus werden sich neue Erkenntnisse über die Wirkungen von Verhalten und Lebensstil auf Personen und Gesellschaft ziehen lassen, wie dies noch nie zuvor möglich war. Darauf aufsetzend werden sich aber auch neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen, und bestehende Geschäftsmodelle werden durch disruptive Ansätze in ihrer Werthaltigkeit erschüttert werden. Das Überleben von Unternehmen wird stark von ihrem kreativen und innovativen Umgang mit dem Rohstoff des 21. Jahrhunderts, den Daten, abhängen. < 02/2013 netzmedien ag 34

3 Storage-Welt vor fundamentalem Wandel Auf dem Weg von der traditionellen IT zur cloud-orientierten IT-as-a-Service muss sich auch die Speicherlandschaft anpassen. Neue Nutzungs- und Preismodelle entstehen. Hans Krebs, Roger Bader Aktuelle Marktstudien zeigen es: Unternehmen gestalten ihre IT zunehmend nach dem Modell «IT-as-a-Service» sei es, indem sie unternehmensintern eine Private Cloud aufbauen oder die Public-Cloud-Dienste eines oder mehrerer Serviceprovider nutzen. So stellt etwa IDC fest, dass heute 13,5 Prozent des IT-Workloads grosser Unternehmen an Serviceprovider ausgelagert ist. Bis 2016 soll dieser Wert auf 20 Prozent steigen. Die Ausgaben für Public-Cloud-Dienste wachsen entsprechend mit über 16 Prozent pro Jahr. Auch Gartner sieht den Trend ähnlich. Während 2010 der Umsatz mit Cloud-Services weltweit bei rund 75 Milliarden US-Dollar lag, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen bis 2016 einen Anstieg auf über 200 Milliarden. Die Gartner-Zahlen schlies sen alle Arten von Cloud-Diensten ein, von Managed Security Services über Infrastructure-, Platform-, Software- und Back-up-as-a-Service bis zur Auslagerung ganzer Geschäftsprozesse (Business-Process-as-a-Service). Storage für Cloud-Dienste zentral Egal ob IaaS, PaaS, SaaS, BaaS oder BPaaS: Ohne Speicher lassen sich keine IT- Dienste betreiben. Storage ist nicht nur im unternehmens eigenen Rechenzentrum, sondern auch für den Serviceprovider eine zentrale, unabdingbare Komponente der IT-Infrastruktur. Und die Speicherdienste müssen den gleichen oder sogar noch höheren Anforderungen an Agilität, Flexibilität, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit genügen wie die IT insgesamt. Das Ziel ist klar: Die IT muss das Geschäft zu den geringstmöglichen Kosten bestmöglich unterstützen; der Kunde Eine ideale Storage-Umgebung für die IT-as-a-Service-Welt stellt Service-Levels statt Disk-Typen bereit. Bild: EMC Bisher offerierten Storage-Anbieter verschiedene Speichermedien mit unterschiedlichen Leistungsmerkmalen. Die Abstimmung mit den Bedürfnissen der Anwendungen musste indidivuell geplant und manuell konfiguriert werden. Bild: EMC Hans Krebs ist Presales Manager Schweiz bei EMC und Mitglied des Kernteams der SwissICT-Fachgruppe Sourcing und Cloud. Roger Bader ist Advisory Technology Consultant bei EMC Schweiz und zertifiziert als Enterprise Storage Expert. verlangt vom Serviceprovider die exakte Einhaltung der Service Level Agreements. Traditionell ist es jedoch nicht trivial, den Storage-Spagat zwischen optimaler Leistung und minimalen Kosten zu stemmen. Auf der einen Seite haben verschiedene Anwendungsbereiche vom High-Performance-Computing über den Betrieb von missionskritischen Anwendungen bis zu Entwicklungs- und Testumgebungen höchst unterschiedliche Anforderungen an die I/O- Charakteristiken, die Skalierbarkeit und die Verfügbarkeit. Viele Storage-Anbieter andererseits stellen bisher einfach Technologien mit unterschiedlichem Leistungs- und Kostenniveau wie Flash-, SAS- und SATA-Laufwerke bereit, die im besten Fall im gleichen Disk Array zusammengefasst sind. Die Abbildung der Anwendungsbedürfnisse auf den richtigen Mix dieser Speichertechnologien bedingt manuelle Konfiguration und erzeugt sowohl beim Anwender 4 02/2013 netzmedien ag 35

4 Während 2010 der Umsatz mit Cloud-Services weltweit bei rund 75 Milliarden US-Dollar lag, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Gartner bis 2016 einen Anstieg auf über 200 Milliarden Dollar. Bild: EMC als auch beim Serviceprovider einen hohen Administrations- beziehungsweise Supportaufwand, braucht Zeit und verursacht Kosten. Oft wird dabei auch «überprovisioniert», das heisst: Damit die Anforderungen, die vielleicht gar nicht genau bekannt sind, auf jeden Fall erfüllt werden, ordnet man einer Anwendung nach dem Prinzip «darf s ein bisschen mehr sein» eher zu viel als zu wenig Speicherleistung zu. Das steht dem Ruf nach Kostenoptimierung natürlich diametral entgegen. Umgekehrt setzen manche Unternehmen für weniger leistungshungrige Anwendungen auf günstige Midrange- oder Low-End-Speichereinheiten. Dann sinken zwar die Kosten, aber auch die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit leiden. Automatisches Storage-Tiering Moderne Technologien wie Fully Automated Storage Tiering (FAST) erleichtern die bedarfsgerechte Zuteilung der Speicherleistung erheblich. FAST erlaubt es, auf dem Disk Array verschiedene Service-Levels zu definieren zum Beispiel «Platin», «Gold» und «Silber». Für jeden Service-Level wird, vereinfacht ausgedrückt, der prozentuale Anteil der verschiedenen Speichertechnologien (Tiers) und damit die angebotene Speicherleistung festgelegt. Das Resultat ist ein Servicekatalog mit genau definierten Leistungsstufen für unterschiedliche Anwendungsbedürfnisse. Um die konkrete Ablage der Daten auf den Tiers kümmert sich ein intelligenter Algorithmus. Damit ist aber noch nicht die ganze He rausforderung bewältigt. Auch mit automatischem Tiering muss der Servicekatalog zuerst definiert werden. Im Unternehmen typischerweise einmal, bei einem Serviceprovider womöglich individuell für verschiedene Kunden. Auf Basis des prognostizierten Bedarfs wird dann der Laufwerk-Mix im Disk Array bestimmt und die Hardware bestellt. Der Konfigurationsaufwand fällt also beim Anwender und beim Serviceprovider an. Storage für die IT-as-a-Service-Welt Die ideale Storage-Umgebung für die IT-asa-Service-Welt geht noch einen Schritt weiter. Die Bereitstellung von Service-Levels statt Disk-Typen sollte wirklich einfach und schnell zu erledigen sein. In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass die Speichereinheiten von Haus aus mit einem vorkonfigurierten Servicekatalog ausgestattet sind. Mit anderen Worten: Der Storage-Anbieter übernimmt den gesamten Aufwand für die Definition und Konfiguration der Service-Levels. Weder der Serviceprovider noch der Anwender müssen sich um solche Details kümmern. Damit geht auch ein neues Vermarktungsmodell einher. Der Anbieter verkauft nicht mehr einen Disk Array mit einer bestimmten Anzahl von Flash-, SAS- und SATA-Laufwerken, sondern anhand von Service Level Objectives (SLO) eine bestimmte Menge Speicher mit Service-Level Platin, Gold und Silber, um bei unserem Beispiel zu bleiben. Diese lässt sich je nach Bedarf stufenlos erweitern. Sprunghafte Kostensteigerungen für den Ausbau der Hardware entfallen, die Kosten werden transparent und voraussehbar, das Investitionsrisiko sinkt. Auch die korrekte Weiterverrechnung sei es unternehmensintern oder an die Kunden des Serviceproviders wird massiv erleichtert. In einer traditionellen Storage- Umgebung ist der Chargeback kompliziert und aufwendig. Wichtig ist die Benutzerfreundlichkeit. Im Idealfall erhält der Anwender eine einfache grafische Selfservice-Oberfläche für die Bereitstellung der Speicherdienste. Sie präsentiert die verfügbaren Service-Levels mit den wichtigsten Eckdaten wie I/O-Leistung, Verfügbarkeit und Kosten und ermöglicht die Bestellung mit der simplen Angabe «wie viel auf welchem Service-Level». Für die Einbindung des Speicherangebots in die IT des Serviceproviders und des Kunden stellt die ideale Storage-Umgebung Standardschnittstellen zur Verfügung, die mit gängigen Cloud-Integrationsplattformen wie «CloudStack» zusammenarbeiten. Als technische Basis hat sich hier das REST-Modell etabliert. Wird die Vision einer idealen Storage-Welt Realität, bringt dies einen fundamentalen Wandel für Storage-Anbieter, Serviceprovider und Anwender mit Vorteilen für alle Beteiligten eine typische Win-win-win-Situation. < Für Serviceprovider sind drei Erfolgsfaktoren ausschlaggebend sie wollen zu möglichst geringen Betriebskosten mit minimalem Risiko eine möglichst hohe Wertschöpfung erreichen. Bild: EMC 02/2013 netzmedien ag 36

5 «Die Gewinner werden die Firmen sein, die das beste Ökosystem anbieten können» Oliver Christ forscht an der ZHAW School of Management and Law über IT-Trends und innovative Geschäftsszenarien. Er erläutert, wie die Entwicklungen zusammenhängen und was er von der Zukunft erwartet. Klar ist: Es gibt in den Bereichen Cloud Computing und IT-Sourcing viel Potenzial für neue Anbieter und Dienstleister. Interview: Simon Zaugg Herr Christ, die Cloud, Mobile oder Outsourcing sind nur einige der relevanten IT-Trends. Welche heben Sie heraus? Im Dickicht der vielen Schlagworte und Hypes gibt es aus meiner Sicht bereits seit mehreren Jahren stabile Entwicklungslinien: Einerseits entsteht, getrieben durch Virtualisierung, Cloud Computing und Sourcing, die durch technische Treiber wie höhere Bandbreiten und bessere Kommunikationswerkzeuge verstärkt werden, eine neue Verteilung von Geschäftsprozessen und IT-Anwendungen. Die eher monolithischen Blöcke grosser IT- Lösungen werden in modulare Einheiten zerlegt und können bezüglich Betreibermodell, Endgerät, Prozessmodell und Sourcing-Konzept flexibel neu zusammengefügt und organisiert werden. Zusätzlich finden immer mehr Anwendungen und Interaktionen auf mobilen Geräten statt. Die Unterscheidung zwischen mobiler und stationärer IT wird damit obsolet. Einen weiteren Trend sehe ich darin, dass Form und Inhalt beziehungsweise Form und Materie durch Konzepte wie das Internet der Dinge und insbesondere 3-D-Printing leicht getrennt und viel später und flexibler als früher zusammengefügt werden können. Design-Vorlagen werden nur noch im Sinne eines Templates mitgeliefert und durch die Online-Community weiterentwickelt. Die Benutzer sollen möglichst vieles selbst steuern können, was in den meisten Bereichen ein Mass Customization der Produkte kostengünstig ermöglicht. Oliver Christ forscht an der ZHAW School of Management and Law. Wie weit sind denn die Anbieter heute diesbezüglich? Die Errungenschaften der Vergangenheit müssen nachgeholt und auf den neuen Stand der Technik gehoben werden. Cloud-Angebote müssen beispielsweise auf jenen Stand gebracht werden, auf dem bestehende Enterprise-Lösungen heute schon sind. Das betrifft insbesondere die Sicherheit, die Robustheit, die Privatsphäre, die Multi-User-Konzepte oder die IT-Governance. In dieser Hinsicht wird sich der Markt neu aufstellen. Es werden die Unternehmen erfolgreich sein, die die eben genannten Punkte abdecken können, was in Anbetracht der Komplexität der Lösungen nicht alleine zu bewerkstelligen ist. Die Gewinner werden dabei die Firmen sein, die das beste Ökosystem anbieten können. Hat die Skepsis gegenüber Cloud-Modellen genau damit zu tun, dass diese bezüglich der von Ihnen genannten Faktoren zu wenig ausgereift sind? Da müssen wir zwischen geschäftskritischen und nicht-geschäftskritischen Anwendungen und Daten und zwischen Private Clouds und Public Clouds unterscheiden. Ein Mindmapping-Werkzeug kann sicherlich problemlos über öffentliche Cloud-Angebote genutzt werden. Doch wenn es darum geht, Geschäftsprozesse in die Cloud zu verschieben, dann sehe ich nur wenige ausgereifte Lösungen. Da braucht es branchenspezifische Lösungen, die vom Accounting bis hin zur Produktionssteuerung alles abdecken und zwar mit jenen Standards, die Inhouse-Lösungen heute bieten. Weit fortgeschritten sind wohl am ehesten jene Anbieter, die bereits On-Premise- Lösungen für diese Prozesse anbieten. Worin sehen Sie denn das grosse Potenzial der Cloud? Interessant werden die Cloud-Lösungen für Unternehmen dann, wenn sie die Flexibilität bieten, Lösungen verschiedener Anbieter mit Individual- und Standard-Software-Lösungen zu kombinieren. So weit sind wir meines Erachtens noch nicht, viele Angebote und Bemühungen zielen jedoch genau in diese Richtung. Dazu braucht es erstens professionelle Integratoren, zweitens weltweit akzeptierte Standards und drittens seriöse Partnernetzwerke der Integratoren. Sehen Sie deshalb Potenzial für neue Integratoren? Es gibt noch einen Mangel in diesem Bereich, doch ich sehe Bewegung im Markt. Der Aufbau solcher Dienstleistungen hängt von vielen Faktoren ab. Das Vertrauen der Nutzer ist sehr wichtig. Einer Post oder einem Telekommunikationsanbieter vertrauen Unternehmen ihre Daten zum Beispiel eher an als einem neuen, jungen Anbieter, einem lokalen Anbieter eher als einem Offshore-Dienstleister, und einem erfahrenen, lange im Markt etablierten Softwarepartner eher als einem unerfahrenen Tool-Anbieter. Welche weiteren Risiken bergen die Trends, gerade im Hinblick auf heikle Branchen? Nun, durch die neuen Möglichkeiten entstehen auch neue Geschäftsmodelle, die neue Risiken und Herausforderungen mit sich bringen. In der Versicherungsbranche gibt es zum Beispiel neue Ansätze wie das Pay-as-you-live- Modell, das heisst eine verhaltensbasierte Tarifierung, die durch ein ständiges Monitoring des Kundenverhaltens möglich wird. Da raus entstehen ethische und gesellschaftliche Fragestellungen und Herausforderungen. Die Risikogemeinschaft wird zu einer individualistischen Gemeinschaft. Ein weiterer Trend ist die Bring-your-own-Device-Entwicklung in vielen Unternehmen, durch die der Integrationsaufwand und damit die Komplexität der IT massiv zunimmt, was den Standardisierungsbemühungen der letzten Jahrzehnte entgegenläuft. Und last but not least werden Unternehmen durch die zunehmende Offenheit der IT und der Mitarbeiterinteraktionen immer mehr Schwierigkeiten bekommen, die Sicherheit und Privacy der Daten zu realisieren. < 02/2013 netzmedien ag 37

6 Die themenführende B2B-Plattform zu IT Sourcing & Business Cloud 5. April bis Uhr KKL Luzern Platin Partner: supported by Business Values dank Sourcing und Cloud Die themenführende B2B Plattform zu IT Sourcing und Business Cloud für Entscheidungsträger von Anwenderunternehmen Partner: Howard Rheingold Pioneering Thinker on the Future of Technology and Society Kristof Terryn Member of Group Executive Committee and Group Head of Operations, Zurich Insurance Group Dr. Leonz Meyer Managing Director, EVERSHEDS Hansruedi Born Chief Information Officer, RUAG Schweiz AG, RUAG Aviation Rolf Trüeb Leiter Informatik, Mitglied der Geschäftsleitung, Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft Tobias Unger Deputy CEO / Chief Operating Officer, Falcon Private Bank Ltd. Zeit Programm Eintreffen Teilnehmer Eröffnung Forum: Frau Ursula Stämmer-Horst, Stadträtin Luzern (Grussbotschaft) & CEOs Platin Partner Einstiegs-Thesen: Herausforderungen Sourcing & Business Cloud 2013 Prof. Dr. Thomas Keller, Director of Institute for Business Information Management and Technology, ZHAW School of Management and Law Dr. Joerg Stimmer, Vorstand, European Outsourcing Association Economics in Sourcing industrial logic or smart financial construction? Kristof Terryn, Member of Group Executive Committee and Group Head of Operations, Zurich Insurance Group Pause & Networking Bridging Cloud to Ground: Agilität im Sourcing braucht innovative Ansätze Laurent Christen, Head of Direct Sales, Nikon Europe B.V Executive Panel Diskussion: Sourcing Strategien & Business Alignment die Erfolgsfaktoren Markus Huwyler, Chief Information Officer, Swisscanto Asset Management AG Hansruedi Born, Chief Information Officer, RUAG Schweiz AG, RUAG Aviation Moderation: Alexander Müller-Herbst, Managing Director & Partner, Information Services Group EuroCloud Swiss Awards Verleihung Business Lunch & Networking Best-Practice- und Expertengespräche Session A: Execution Session B: Transformation Einstiegsthesen: Moderator Prof. Dr. Thomas Keller, Director of Institute for Business Information Management and Technology, ZHAW Rechtliche Aspekte aus Anwenderoptik im Sourcing Was in der Praxis oft schiefgeht Dr. Leonz Meyer, Managing Director, EVERSHEDS Neue Welt im Private Banking: Sourcing Tobias Unger, Deputy CEO / Chief Operating Officer, Falcon Private Bank Ltd Sourcing Excellence Michael Firlie, Head IS Sourcing Operations, ABB Ltd. Einstiegsthesen: Moderator Hansjörg Bühler, Leiter Fachgruppe Sourcing & Cloud, swissict Challenges und Risk Management bei einem Providerwechsel Fabian Imwinkelried, CIO, Loeb AG Serviceproviderwechsel: Gründe, Resultate, Erfahrungen Daniel Luder, Head of IT, Hitachi Zosen Inova AG Evolutionsprozess eines Host Sourcing-Modelles Rolf Trüeb, Leiter Informatik, Mitglied der Geschäftsleitung, Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft Experten-Panel-Diskussion Experten-Panel-Diskussion Pause & Networking KeyNote «From the information society to the networking society» Howard Rheingold, Pioneering Thinker on the Future of Technology and Society, Lecturer at Stanford University and UC Berkeley s School of Information, San Francisco Fazit und Ausblick Community-Apéro Association Partner: Media Partner: Veranstalter: branded marketplaces Anmeldung: Informationen: Tel

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