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1 Geld für Ideen - Ideen für Geld Eine Einführung in die Essentials der Finanzierung von Unternehmensgründungen Prof. Dr. Rainer Elschen

2 Ideenrealisierung verlangt Investitionen in: Materielle Vermögensgegenstände (Grundstücke, Maschinen, Labor- oder Büroeinrichtung) Immaterielle Vermögensgegenstände (Reputation, Bekanntheit, Know-what, Know-how) Investitionen brauchen Geld, um mehr Geld daraus zu machen! Prof. Dr. Rainer Elschen -2-

3 Geld braucht Ideen, damit mehr Geld daraus wird! Doch nicht alles Geld passt zu allen Ideen! Denn Geld ist nicht gleich Geld! Prof. Dr. Rainer Elschen -3-

4 Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung Fremdfinanzierung: Vorteil: Geringe Einflussnahme der Kreditgeber Nachteil: Monatlich fällige Zinszahlungen Kreditvergabe ausschließlich gegen Sicherheiten Erschwerte Kreditaufnahme mit steigendem Verschuldungsgrad Bedienungszwang erhöht das Insolvenzrisiko Eigenfinanzierung: Vorteil: Gesunkener Verschuldungsgrad führt zu erhöhter Bonität Laufzeitunabhängigkeit Unkündbar Kein Liquiditätsabfluss Kein investitionsgebundenes Kapital (Flexibilitätsvorteil) Unternehmenspolitische Unabhängigkeit Nachteil: Eingriff in die Unternehmensentscheidung seitens der Eigenkapitalgeber möglich Prof. Dr. Rainer Elschen -4-

5 Mit Verträgen über die Überlassung von Geld (Finanzierungsverträge) sind ganz unterschiedliche Rechte und Pflichten für Geber und Empfänger verbunden. Ökonomische Folge dieser juristischen Bedingungen ist eine unterschiedliche Chance-Risiko-Verteilung zwischen den Vertragsparteien. Prof. Dr. Rainer Elschen -5-

6 Banken als Finanzintermediäre haben bankenaufsichtsrechtlich Regeln zu beachten. Diese Regeln betonen den Einlegerschutz. Daher sind sie gezwungen, bei der Geldvergabe risikoscheu ( konservativ ) zu verfahren. Typische Form der Bankenfinanzierung ist daher der gegen Ausfallrisiken gesicherte Kredit. Prof. Dr. Rainer Elschen -6-

7 Ist der Bankkredit zur Finanzierung innovativer Ideen geeignet? Bankkredite: verlangen Sicherheiten müssen auch im Verlustfall bedient werden sind pures Geld, ohne Beratung und Aufträge stupid money" Innovative Ideen: bergen Risiken können Anfangsverluste meist nicht vermeiden Unterstützung durch Beratung und Track Records smart capital Ergebnis: Eher nein! Sogar existenzgefährdend für f manche Start-ups ups! Prof. Dr. Rainer Elschen -7-

8 Existenzgefährdung durch Bankkredite in der verlustträchtigen Start-up-Phase durch den Financial Leverage-Effekt. Beispiel: Start-up mit Anfangsverlust: Zinssatz: 20% Eigenkapital 80% Fremdkapital 14% auf gesamtes Kapital 8% für Fremdkapital Folge für die Rendite des Eigenkapitals: Eigenverlust durch Investition Haftung + Zinsverpflichtung Gesamtverlust - 14% + (- 14% - 8%) x 4 = -102 % Verlust des gesamten Kapitals, obwohl durch Investitionen nur 14%! Prof. Dr. Rainer Elschen -8-

9 Welche Anforderungen sind an Start-up-Kapital zu stellen? Risikobereitschaft Beratung als Nebenleistung Einfügung in Netzwerke bei Beschaffung ( besonders bei Personal) und Absatz ( Track Records) Prof. Dr. Rainer Elschen -9-

10 Wer stellt Start-Ups das erste Risikokapital? Private Investors (Business Angels) Risikobereit, da chancenorientiertes Anlageportfolio mehrerer Start-Ups, von denen nicht jedes ein Erfolg sein muss Business-Erfahrung regelmäßig Branchenorientierung Möglichkeit und Bereitschaft zur Integration in Netzwerke Chancenbeteiligung schafft hier die Anreize Prof. Dr. Rainer Elschen -10-

11 Was verlangen die Investoren von den Start-Ups? Es wird nicht in Sicherheiten investiert, sondern in Köpfe, die Ideen umsetzen! Einsatzbereitschaft für die Sache ($-Zeichen in den Augen hinderlich) Schnelligkeit in der Umsetzung (Boy- and Girl- Groups statt Einzelkämpfer) Bereitschaft zu teilen (durch Teilen Großes schaffen) Bescheidenheit der eigenen Ansprüche (Angemessenes Gehalt etc. zahlt sich im Anteilswert aus) Prof. Dr. Rainer Elschen -11-

12 Welches Kapital ist billiger? Der Bankkredit, wenn es mit der Ideenrealisierung sofort klappt! Aber: 1. Meist wird er nicht gewährt, ohne Sicherheiten und umfangreiche Begründung und Rechtfertigung 2. Bei Anlaufverlusten wird die Realisierung der Ideen insgesamt gefährdet. Das Kapital von Business Angels, wenn es mit der Ideenrealisierung nicht klappt (Haftung)! Gerade, wenn die Ideenrealisierung sehr gut ist, war das Kapital sehr teuer. Aber: Ex-post Betrachtung! Ohne dieses Kapital wäre die Realisierung zweifelhaft! Prof. Dr. Rainer Elschen -12-

13 Warum dann noch Börsengang? Börsengang bringt doch nur stupid money! Aber: Zu diesem Zeitpunkt muss die Integration in Netzwerke gelungen, der personelle Aufbau weitgehend bewältigt sein. Und: Geld über den Börsengang ist vergleichsweise günstiges Risikokapital. Prof. Dr. Rainer Elschen -13-

14 Durch den Börsengang werden persönliche Finanzierungsbeziehungen zu öffentlichen und meist auch anonymen Beziehungen! Folgen: Finanzierungsbeziehung unterliegt öffentlicher Regulierung Aufbau von Vertrauen und Reputation notwendig Objektive ökonomische Beurteilung notwendig Prof. Dr. Rainer Elschen -14-

15 Beim Börsengang unterscheiden sich die Interessen der Banken und der künftigen Börsenunternehmen. Unabhängige IPO-Beratung, besonders solche mit finanziellem Commitment Prof. Dr. Rainer Elschen -15-

16 IPO-Beratung in drei Phasen: 1 Vor dem Börsengang: Fit machen für den öffentlichen Auftritt 2 Für den Börsengang: Richtige Positionierung und angemessene Bewertung 3 Nach dem Börsengang: Kurspflege durch integriertes Investor-Relations-Programm (Start schon vor dem Börsengang zur Vermeidung operativer Lücken) Prof. Dr. Rainer Elschen -16-

17 Business-Plan ein Geschäftsgründungskonzept Oder: Wie aus einer glänzenden Idee eine verkaufbare Idee wird! Prof. Dr. Rainer Elschen -17-

18 Ein Business-Plan beschreibt:...das unternehmerische Gesamtkonzept für ein Geschäftsvorhaben! Prof. Dr. Rainer Elschen -18-

19 Genutzt wird der Business-Plan: Zur Vorlage bei Investoren Zur Planung und Kontrolle der Unternehmensziele Zur Präsentation des Unternehmens gegenüber Geschäftspartnern. Prof. Dr. Rainer Elschen -19-

20 Ein Business-Plan besteht aus: Executive Summary Zusammenfassung der Ideen und Ziele Abriss aller wichtigen Aspekte Unternehmen Unternehmensprofil Unternehmensziel Prof. Dr. Rainer Elschen -20-

21 Ein Business-Plan besteht aus: Produkt und Dienstleistung Kundenvorteile/Kundennutzen Entwicklung Fertigung/Erstellung Branche und Markt Branchen-/Gesamtmarktanalyse Marktsegmente/Zielkunden Wettbewerb Prof. Dr. Rainer Elschen -21-

22 Ein Business-Plan besteht aus: Marketing Markteintritt Absatzkonzept Absatzförderung Management und Schlüsselpersonen Werdegang Erfahrungen Prof. Dr. Rainer Elschen -22-

23 Ein Business-Plan besteht aus: Lernpfade Sicherstellen von Technik und Dienstleistung Sicherstellen von Qualifikation des Managements und der Mitarbeiter Chancen und Risiken SWOT-Analyse Best-Case- / Worst-Case-Plan Prof. Dr. Rainer Elschen -23-

24 Ein Business-Plan besteht aus: Fünf-Jahres-Planung Personalplanung Investitions-und Abschreibungsplanung Plan-, Gewinn- und Verlustrechnung Liquiditätsplanung Finanzbedarf Finanzbedarf aus Liquiditätsplanung Finanzierungsquellen Prof. Dr. Rainer Elschen -24-

25 Herzlichen Dank für r Ihre Aufmerksamkeit! Prof. Dr. Rainer Elschen -25-

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