Ermittlungsverfahren der Landtagswahl

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1 Ermittlungsverfahren der Landtagswahl Bei der Landtagswahl werden 56 Abgeordnete zum Landtag gewählt. Oberösterreich ist in 5 Wahlkreise unterteilt, die mit den Regionalwahlkreisen bei der Nationalratswahl identisch sind. Durch das Ergebnis der Volkszählung 2001 wanderte 1 Mandat von Linz und Umgebung zum Hausruckviertel. Linz und Umgebung Innviertel Hausruckviertel Traunviertel Mühlviertel 12 Mandate 9 Mandate 14 Mandate 10 Mandate 11 Mandate Bei der Landtagswahl gibt es 2 Ermittlungsverfahren zur Berechnung der Mandate. 1. Ermittlungsverfahren: Nach Einlangen aller Gemeindeergebnisse von Oberösterreich hat die Landeswahlbehörde jene Parteien festzustellen, die Anspruch auf Zuteilung von Mandaten haben. Diesen Anspruch hat eine Partei, wenn sie mindestens vier Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen im Landesgebiet oder in mindestens einem Wahlkreis ein Grundmandat erreicht. Zur Berechnung des Grundmandates wird die Gesamtzahl der abgegebenen gültigen Stimmen durch die Anzahl der im Wahlkreis zu vergebenden Mandate dividiert. Die sich dabei ergebenden Zahlen sind die jeweiligen Sperrzahlen der Wahlkreise. Ein Grundmandat haben jene wahlwerbenden Parteien erreicht, die in mindestens einem Wahlkreis mindestens so viele Stimmen erhalten hat, wie der Sperrzahl dieses Wahlkreises entspricht. Stimmen, die auf Parteien fallen, die nicht am Ermittlungsverfahren teilnehmen, sind für die Verteilung der Mandate unwirksam und haben bei den weiteren Berechnungen außer Betracht zu bleiben. Die Kreiswahlbehörde hat vorerst die im Wahlkreis insgesamt zu vergebenden Mandate auf Grund der Wahlzahl auf die am weiteren Ermittlungsverfahren teilnehmenden Parteien zu vergeben. Wahlzahl = Summe der im Wahlkreis abgegebenen gültigen Stimmen für die am weiteren Ermittlungsverfahren teilnehmenden Parteien dividiert durch die Anzahl der im Wahlkreis zu vergebenden Mandate (ohne Dezimalstellen) Die einzelnen Parteisummen werden durch die Wahlzahl geteilt. Jede Partei erhält so viele Mandate, wie die Wahlzahl in ihrer Parteisummen enthalten ist.

2 Beispiel Landtagswahl 2003 Stimmen Wahlkreis gültig Mandate Sperrzahl 1 Linz und Umgebung Stimmen für Wahlzahl Wahlzahl Innviertel Hausruckviertel Traunviertel Mühlviertel Oberösterreich Nach Ermittlung der Sperrzahl wird festgestellt, dass im Wahlkreis Linz und Umgebung die ÖVP, SPÖ und die GRÜNEN Innviertel die ÖVP, SPÖ und die FPÖ Hausruckviertel die ÖVP, SPÖ, FPÖ und die GRÜNEN Traunviertel die ÖVP und die SPÖ Mühlviertel die ÖVP und die SPÖ am Ermittlungsverfahren teilnehmen dürften, es haben jedoch alle 4 Parteien die 4% im Land überschritten. Damit wird in allen Wahlkreisen die Summe der Stimmen für diese 4 Parteien durch die zu vergebenden Mandate für diesen Wahlkreis dividiert und so die Wahlzahl ohne die Dezimalstellen ermittelt. Wahlkreis ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE KPÖ Linz und Umgebung Innviertel Hausruckviertel Traunviertel Mühlviertel Oberösterreich Prozent 43,42 38,33 8,40 9,06 0,78

3 Mandate aus 1. Ermittlungsverfahren: Wahlkreis gesamt ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE Rest Linz und Umgebung Innviertel Hausruckviertel Traunviertel Mühlviertel Jede Partei erhält nun so viele Mandate, wie die Wahlzahl in ihrer Parteisumme enthalten ist: Mandate der ÖVP im Regionalwahlkreis Linz und Umgebung: / = 3 (immer abzurunden) 11 Mandate konnten im 1. Ermittlungsverfahren nicht vergeben werden. 2. Ermittlungsverfahren: Das 2. Ermittlungsverfahren wird auf Landesebene durchgeführt und dabei verteilt die Landeswahlbehörde auf Grund der Wahlzahl grundsätzlich 56 Mandate auf die am weiteren Ermittlungsverfahren teilnehmenden Parteien, die einen Landeswahlvorschlag eingebracht haben. Hat eine Partei keinen Landeswahlvorschlag eingebracht, verringert sich die Anzahl der zu verteilenden Mandate um jene Mandate, die von dieser Partei in einem oder mehreren Wahlkreisen erreicht wurden. Die Wahlzahl wird nach dem Verfahren nach d'hondt in folgender Weise ermittelt: Die Landesparteisummen werden nach ihrer Größe geordnet nebeneinander geschrieben; unter jeder Landesparteisumme wird die Hälfte geschrieben, darunter das Drittel, das Viertel und nach Bedarf die weiterfolgenden entsprechenden Teilzahlen. Als Wahlzahl gilt bei 56 zu vergebenden Mandaten die 56-größte Zahl der so angeschriebenen Zahlen. Jede Partei erhält so viele Mandate, wie die Wahlzahl in ihrer Landesparteisummen enthalten ist. Wenn nach dieser Berechnung zwei oder mehrere Parteien auf die Zuweisung eines Mandates den gleichen Anspruch haben, wird zwischen ihnen nur dann gelost, wenn es sich um die Zuweisung des letzten zu vergebenden Mandates handelt. Das Los ist vom jüngsten Mitglied der Landeswahlbehörde zu ziehen. Unterschreitet die für eine Partei ermittelte Gesamtmandatszahl die Summe der dieser Partei in den Wahlkreisen insgesamt zugefallenen Mandate, ist so vorzugehen, als hätte diese Partei keinen Landeswahlvorschlag eingebracht; die Wahlzahl ist dann neu zu berechnen. Übersteigt die für eine Partei ermittelte Gesamtmandatszahl die Summe der dieser Partei in den Wahlkreisen insgesamt zugefallenen Mandate, erhält sie so viele weitere Mandate, wie dieser Differenz entspricht.

4 Beispiel Landtagswahl 2003 Stimmen gültig ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE Oberösterreich Teiler ÖVP Zähler SPÖ Zähler FPÖ Zähler GRÜNE Zähler , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,16 56 In der Zeile mit Teiler = 1 stehen die Parteistimmen für Oberösterreich, in den weiteren Zeilen die Parteistimmen dividiert durch die Teiler 2, 3, 4 usw. Die 56 größten Zahlen sind nummeriert (Spalten Zähler). Beim Zähler 56 steht die Wahlzahl.

5 Wahlzahl = ,16 (in obiger Tabelle auf 2 Dezimalstellen gerundet) Mandate der ÖVP in OÖ: / ,16 = 25 genau, weil Wahlzahl in der Spalte der ÖVP steht. Mandate der FPÖ in OÖ: / ,16 = 22 (immer abzurunden). Mandate aus 2. Ermittlungsverfahren: zu vergeben ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE Oberösterreich davon v. 1.Ermvf davon v. 2.Ermvf

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