Universität Karlsruhe (TH) Fakultät für Informatik Institut für Theoretische Informatik. Diplomarbeit

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1 Universität Karlsruhe (TH) Fakultät für Informatik Institut für Theoretische Informatik Diplomarbeit Konzeption und Realisierung einer Intranet-Lösung mit TYPO3 auf Basis der Knoppix Linux-Distribution und VMware Beginn der Arbeit: Abgabe der Arbeit: Erstbetreuer em. Prof. Dr. Peter Deussen Zweitbetreuer Prof. Dr. Peter Sanders Betrieblicher Betreuer Jürgen Egeling vorgelegt von: Christian Heck

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3 Erklärung Ich versichere, dass ich diese Diplomarbeit selbstständig und nur unter Verwendung der angegebenen Hilfsmittel angefertigt habe und die aus benutzten Quellen wörtlich oder inhaltlich entnommenen Stellen als solche kenntlich gemacht habe. Karlsruhe, am 28. September 2005 Christian Heck Copyright (c) 2005 Christian Heck. Das Kopieren, Verbreiten und Modizieren ist unter den Bedingungen der GNU Free Documentation License, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröentlicht von der Free Software Foundation, erlaubt. Es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen Umschlagtext und keinen hinteren Umschlagtext. Eine Kopie des Lizenztextes ist unter dem Titel GNU Free Documentation License in englischer Form enthalten.

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5 Vorwort Diese vorliegende Diplomarbeit bildet den Abschluss meiner Ausbildung im Diplomstudiengang Informatik an der Universität Karlsruhe (TH). An dieser Stelle möchte ich mich allen voran bei meiner Frau für ihre Geduld bei meiner Ausbildung und den privaten Rückhalt bedanken. Danken möchte ich auch meinen Eltern für die Unterstützung während meines gesamten Studiums. Besonderen Dank gilt seitens der Hochschule Herrn Prof. Dr. Peter Deussen und Herrn Dr. Hartmut Barthelmeÿ die mir auch vor der Diplomarbeit am Institut immer eine nette und freundliche Atmosphäre geboten haben. Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei Herrn Jürgen Egeling von der Firma punkt.de, der mir während der Bearbeitung mit inhaltlichen Anregungen, weiterführenden Ideen und motivierenden Gesprächen zur Seite stand. Abschlieÿend möchte ich noch meinen Lektoren für ihre Geduld, Korrekturen und Formulierungsvorschläge meinen Dank aussprechen. Christian Heck

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7 Kurzfassung Ein Intranet ist eines der wichtigsten Medien, die ein Unternehmen zur Verbesserung seiner Produktivität und Leistungsfähigkeit nutzen kann. Auf den Technologien des Internet aufbauend, schlieÿt ein Intranet alle Angestellten in einem Unternehmen lokal ein. Heute gehört ein Intranet zu den grundlegenden Bestandteilen und liefert eine einfache und schnelle Möglichkeit, Informationen in einem geschlossenen System zu verteilen. Die Fortsetzung eines Intranets in den mobilen Bereich trägt den Wunsch nach einer temporären Vernetzung von Personen mit gleichem Kommunikations- und Informationsbedarf. Teilnehmer einer Konferenz sind folglich in der Lage, Dokumente, Adressen und Informationen über einem zentralen Punkt direkt und digital auszutauschen. Diese Arbeit zeigt, wie die Kombination des CMS TYPO3 und der Knoppix Live Linux-CD eine einfach zu nutzende portable Intranet-Lösung bieten kann. Stichworte Content Management, Content Management System (CMS), Intranet, Knoppix, portable Intranet Lösung, VMware, TYPO3, Live-CD Abstract An Intranet is one of the most important developments an organization can make in terms of improving its productivity and eciency. Making use of Internet technology, an Intranet connects all employees in a company locally. Today it belongs to the fundamental components of many companies and provides an easy and fast way to share all kind of information in a closed system. The continuation of Intranets into the mobile range carries the desire for a temporary cross-linking of people with same communicational and informational needs. Participants of a conference can thus be able to exchange documents, addresses and informations directly and digitally over a central component. This thesis will show how a combination of the TYPO3 CMS and the Knoppix Live-Linux-CD can provide an easy to use portable Intranet solution. Keywords Content Management, Content Management System (CMS), Intranet, Knoppix, portable Intranet Solution, VMware, TYPO3, Live-CD

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9 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung Zielsetzung Aufbau der Diplomarbeit Abgrenzung Grundlagen Open Source Software Intranet Portables Intranet Content Management System Abgrenzung CMS - ECMS Linux Livesysteme Virtuelle PC Umgebung Analyse und Entwurf Komponenten und Funktionen Kontaktdatenbank Dokumentenverwaltung Kalendersystem Diskussionsforen Umfragen Zentrale Suche Account-Verwaltung Sichere Kommunikation Auswahl eines geeigneten CMS Anforderungen für das portable Intranet Auswahl des Content Management Systems Detailbetrachtung von TYPO Intranet-Organisation Benutzer Gruppen Administrator Entwickler Screen-Design

10 Inhaltsverzeichnis Navigationselemente Zentrale Komponenten Technische Umsetzung Editieren des Inhalts Emotionale Aspekte Administrativer Bereich Linux Livesysteme Der Linux Start Prozess Datenspeicherung Server-Umgebung und Netzwerk Virtuelle Maschinen Implementierung TYPO Aufbau von TYPO Implementierung der Intranet-Seite Implementierung der Erweiterungen Implementierung der Organistationsstrukturen Kanotix Live-CD Kanotix remastern Implementierung des TYPO3 CMS aus Kanotix Implementierung des Boot-Loaders Partitionierung des USB-Sticks Zusammenfassung Ausblick Installation auf dem Computer Nutzung als Druckerserver Einfaches TYPO3 Backend Light-Version des portablen Intranet Literaturverzeichnis 72 Abbildungsverzeichnis 75 A. Online Referenzen 76 B. Glossar 78 C. GNU Free Documentation License 82 10

11 1. Einleitung Die heutige Welt der Informationstechnologie bietet ein breites Spektrum an Einsatzgebieten und technischen Möglichkeiten. Für fast alle Unternehmen gehört das Internet zu den festen Bestandteilen ihrer täglichen Arbeit. Sei es um mit Kunden per s zu kommunizieren oder gar um die eigenen Produkte und Dienstleistungen im Internet zu vertreiben. Doch nicht allein das Internet hat sich als technologische Errungenschaft in der Unternehmenslandschaft etabliert. Mit der Zeit haben sich zunehmend mehr Unternehmen für den Einsatz eines eigenen Intranet 1 Netzwerks entschlossen. Ein Intranet ist ein Rechnernetzwerk, das auf den gleichen Techniken wie das Internet basiert, jedoch nur von den eigenen Mitarbeiten im Unternehmen genutzt werden kann. Ein Grundgedanke, der einem jedem Intranet zugrunde liegt, ist die Schaung einer zentralen Anlaufstelle, an der verschiedenartige Information angeboten oder verteilt werden können. Zusätzlich soll die Kommunikation aller Benutzer untereinander vereinfacht werden, um dadurch einen höheren Informationsgrad zu erreichen. Der Zugri auf die Daten von öentlichen Netzen ist in der Regel nicht möglich. Nicht nur groÿe Unternehmen setzen auf die Technik des Intranets, auch mittelständische und kleine Betriebe nutzen mittlerweile diese Form der Kommunikation um Abläufe und Prozesse wirtschaftlicher zu gestalten. Die Gründe, die für den Einsatz eines unternehmensweiten Intranets sprechen, liegen auf der Hand. Über einen Intranet-Server können sämtliche rmenrelevanten Informationen an einem zentralen Ort verwaltet und zu jeder Zeit in der gleichen Version den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden. Der Informationsstand jedes einzelnen Mitarbeiters kann so sehr elegant und einfach auf einem gleichen Niveau gehalten werden. Auch der Markt hat dieses Potential erkannt. Gibt man den Begri Intranet in eine Suchmaschine ein, erhält man mehrere Millionen Ergebnisse. Dabei unterscheiden sich die gefundenen Produkte und Lösungen erheblich. Es gibt viele Softwarermen, die ihre Intranet Lösung Out of the box verkaufen. Also eine Lösung, die sich direkt und mit nur wenigen Installationsschritten einsetzen lässt. Andere Anbieter vertreiben ganzheitliche Lösungen, die ein Intranet, eine Firmen-Webseite und ein Extranet bereitstellen. Der Unterschied zu einem Intranet besteht darin, dass Mitarbeiter bei einem Extranet über eine sichere Verbindung von auÿerhalb auf die unternehmensinternen Daten des Firmennetzwerks zugreifen können. 1 Fachausdrücke und Abkürzungen sind im Glossar in Anhang B beschrieben. 11

12 KAPITEL 1. EINLEITUNG Je nach Branche kann ein Intranet nur zur Verwaltung von Dokumenten genutzt werden oder als Groupware Lösung. Die Grenzen sind hier nicht immer eindeutig zu bestimmen. Oft werden einzelne Bereiche auch kombiniert. Zu den häugsten Anwendungen gehören elektronische Arbeitspläne, Formulare oder Produktinformationen, ebenso wie Preislisten oder das elektronische Adress- und Telefonverzeichnis. Darüber hinaus lassen sich Groupware-Applikationen wie der gemeinsame Dateizugri, die Fernbearbeitung von Daten, ein schwarzes Brett für Bekanntmachungen oder der gemeinsame Terminund Ressourcenkalender über ein rmenweites Intranet nutzen. Viele der unternehmensweiten Intranets sind über einen gröÿeren Zeitraum gewachsen. Sie basieren zum Teil auf proprietären Lösungen und sind stark an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst. Es gibt mittlerweile auch Intranet-Lösungen, die von externen Anbietern betrieben werden und über einen sicheren Kommunikationskanal dem Unternehmen angeboten werden. Diese Anbieter werben mit dem Vorteil der geringeren Kosten für Hardware, Software und Wartung. Die Kommunikation im technischen Sinn baut auf dem klassischen Client-Server Modell auf, bei dem ein Rechner im Netzwerk als Server die Intranet-Dienste anbietet und mehrere Clients diese Dienste dann nutzen. Die Benutzer (oder Clients) können diese Daten und Informationen häug über ihren Web-Browser direkt abrufen. Ganz allgemein lassen sich die folgenden drei Vorteile für die Nutzung eines Intranets feststellen: 1. Ein Intranet verbessert die Qualität der Kommunikation, sobald mehr als zwei Personen zusammen arbeiten. 2. Ein Intranet beschleunigt die Kommunikation und den Zugri auf Informationen. 3. Ein Intranet entlastet die Mitarbeiter und strukturiert die Kommunikation besser Zielsetzung Im Rahmen der Diplomarbeit soll zunächst ein Konzept entwickelt werden, das die Vorzüge des Intranets zur Verbesserung der Kommunikation im Unternehmen in den mobilen Bereich fortsetzt. Dabei soll nicht etwa der Zugri auf die unternehmensinternen Daten mittels mobiler Endgeräte erleichtert werden. Vielmehr ist ein Konzept zu entwickeln, das dem Wunsch zur temporären Vernetzung von Personen mit gleichem Kommunikations- und Informationsbedarf Rechnung trägt. So können Teilnehmer einer Tagung beispielsweise den Austausch von Dokumenten, Adressdaten und Informationen direkt und digital vornehmen. Entsprechend soll die portable Intranet Lösung mit den zur Verfügung stehenden Techniken einer Live-CD oder eines Live-USB-Sticks kombiniert und realisiert werden, sodass der Anwender ein leicht kongurierbares und exibles System aus Intranet-Anwendung und Live-Betriebssystem nutzen kann. Der besondere Vorteil einer Live-Version ergibt 12

13 KAPITEL 1. EINLEITUNG sich durch die installationsfreie Nutzung von Software auf einem Computer, wobei die eigentlichen Daten auf dem System nicht verändert werden. Darüber hinaus ist ein besonderes Augenmerk auf die Gröÿe der Intranet-Lösung zu legen. Handelsübliche CDs bieten 700 MB Speicherplatz für Daten an. USB-Sticks gibt es in Gröÿen bis zu mehreren Gigabyte. Die zu realisierende Lösung soll hier mit weniger als 512 MB auskommen, sodass sich die portable Intranet-Lösung auf einem 512 MB groÿen USB-Stick als auch auf einer CD ausführen lässt. Bei der Auswahl eines geeigneten Content Management Systems für den mobilen Bereich sind viele Einussfaktoren zu berücksichtigen. In einem ersten Schritt sollen die Möglichkeiten zum Einsatz verschiedener Systeme als Intranet-Lösung analysiert werden. In einem zweiten Schritt ist ein passendes Livesystem zu nden, das die Anforderungen des CMS unterstützt und ein Booten sowohl von CD als auch von einem USB-Stick ermöglicht. Bei der abschlieÿenden Systemauswahl ist insbesondere auf die reibungslose Zusammenarbeit des CMS mit dem Livesystem zu achten. Dabei auftretende technische Schwierigkeiten wie beispielsweise die persistente Speicherung von Sitzungsdaten und Inhalten müssen gelöst werden. Voraussetzung für die anschlieÿende Implementierung ist es, ein lauähiges System zu entwickeln, das nach dem Start eine fertig eingerichtete Betriebssystem-Umgebung mit verschiedenen Anwendungen aus dem Intranet-Bereich bereitstellt. Der Rechner soll dabei für die Dauer des Betriebs als Server im Netzwerk fungieren und entsprechende Dienste anderen Benutzern anbieten. Der schnelle Start der Anwendung und die benutzerfreundliche Darstellung der Inhalte bildet hierbei eine zentrale Aufgabe. Ein übergreifendes Ziel dieser Arbeit ist sowohl die Bereitstellung der Arbeit als auch der verwendeten Systeme unter einer freien Lizenz, sodass dem Open Source Gedanken hier eine groÿe Bedeutung zukommt Aufbau der Diplomarbeit Die vorliegende Arbeit gibt im folgenden Kapitel einen grundlegenden Überblick über die Begrie Content Management System und Linux Live-Distribution sowie dem übergreifenden Thema Intranet und Open Source. Dabei sollen insbesondere Schlagworte die sich um das Thema Content Management reihen geklärt und abgegrenzt werden. Die Eigenschaften einer Linux Live-Distribution werden verdeutlicht und die Besonderheiten des Systems im Bezug auf eine portable Intranet-Lösung erläutert. Im Kapitel drei werden zunächst die für den Einsatz in einer mobile Umgebung nötigen Komponenten und Funktionen analysiert. Anschlieÿend werden verschiedene Content Management Systeme für den Einsatz als Intranet-Lösung kritisch bewertet. Es werden sowohl Systemen aus dem Open Source Bereich als auch aus dem kommerziellen Bereich verglichen. Besonders die technischen Anforderungen der Systeme sowie deren 13

14 KAPITEL 1. EINLEITUNG Funktionsumfang liegen im Fokus der Betrachtung. Anschlieÿend wird die Organisation von Personen und Gruppen im System dargestellt. Hier werden einzelne Benutzer genauer über das Personas Konzept[1] beschrieben. Der nächste Abschnitt wird sich mit der Thematik des Screen-Design beschäftigen. Dabei wird die Oberäche und das Design der Intranet-Lösung unter Usability-Aspekten betrachtet. Der zweite groÿe Bereich der Analyse in Kapitel drei behandelt die technischen Anforderungen die sich unter dem besonderen Aspekt eines Livesystems ergeben. Zunächst werden die verschiedenen Kriterien und Anforderungen an die Linux Live-Distributionen behandelt. Ebenso werden die Anforderungen zum Booten von einer CD-ROM oder einem USB-Stick erläutert. Weiter wird beschrieben, wie die im Intranet gewonnenen Daten persistent gespeichert werden können, sodass nach einem Neustart des Computers die Daten wieder zur Verfügung stehen. Schlieÿlich muss für den Betrieb der Intranet- Lösung auf der Live-CD eine passende Struktur entworfen werden. Im letzten Abschnitt der Analyse wird in Unterkapitel 3.6 der Einsatz der VMware Software beschrieben, die es dem Benutzer der Intranet-Lösung ermöglicht sein bestehendes System während des Betriebs der Live-CD weiterhin zu nutzen. Kapitel vier behandelt die Implementierung der portablen Intranet-Lösung und zeigt die Herausforderungen bei der Umsetzung der geforderten Komponenten auf. Dazu werden zunächst die Maÿnahmen am TYPO3 Content Management System geschildert. Der zweite Teil des Kapitels beschreibt die technische Umsetzung mit der Kanotix Live-CD. Die Arbeit schlieÿt mit dem fünften Kapitel als Zusammenfassung und Ausblick auf zukünftige Erweiterungen des Systems und seine möglichen weiteren Einsatzgebiete Abgrenzung Die portable Intranet-Lösung soll nicht ein Ad-hoc-Netzwerk aufbauen. Vielmehr soll die jeweilige Infrastruktur an Ort und Stelle genutzt werden. Die Intranet-Lösung wird weder DHCP noch DNS Dienste anbieten. Der auf dem Livesystem installierte Server wird somit rein als Webserver betrieben und als Plattform zur Informationsbereitstellung dienen. Auch wenn die Intranet-Lösung technisch gesehen als Installations-CD für ein permanentes Intranet dienen könnte, soll dies durch die Arbeit nicht explizit erreicht werden. Der Einsatzbereich der portablen Intranet-Lösung liegt eindeutig im mobilen Bereich. 14

15 2. Grundlagen Zu Beginn dieses Kapitels soll zunächst der Begri Open Source kurz erläutert werden. Er wird in dieser Arbeit häug verwendet und bedarf einer genauen Denition. Der zweite Abschnitt liefert eine kurze Einführung in die Thematik des Intranet und stellt einige grundsätzliche Sachverhalte dar. Im Abschnitt 2.3 folgt eine Beschreibung der grundlegenden Voraussetzungen, die bei der Entwicklung einer portable Intranet-Lösung zu berücksichtigen sind. Die vorliegende Arbeit kombiniert zwei unterschiedliche Systeme, deren Grundlage in diesem Kapitel ebenfalls vorgestellt werden. Abschnitt 2.4 deniert den Bereich Content Management System und grenzt ihn gegenüber anderen Begrien aus dem Themenkreis ab. Insbesondere soll hier der Zusammenhang zwischen der zu realisierenden Intranet-Lösung und einem Content Management System zur Verwaltung der Inhalte dargestellt werden. Anschlieÿend werden in Abschnitt 2.5 die Merkmale einer Linux Live-Distribution und deren Vorteile für eine portable Intranet-Lösung geschildert. Eine der herausragensten Eigenschaften der Live-Distributionen ist ihre Fähigkeit eine installationsfreie Nutzung des Linuxsystems anbieten zu können ohne das eigentliche Betriebssystem dabei zu beeinussen Open Source Software Der englische Ausdruck Open Source steht einerseits für quelloen in dem Sinne, dass der Quelltext eines Programms frei erhältlich ist. Andererseits für oene Quelle in dem Sinne, dass ein Werk frei zur Verfügung steht. Die Zielsetzung von Open Source ist es, nicht nur die ausführbaren Teile einer Software weiterzugeben, sondern auch jedem Einblick in den Quelltext zu ermöglichen. Laut der Open Source Initiative 1 gibt es drei grundlegende Merkmale, die von einer Open Source Software erfüllt werden müssen: 1. Der Programmcode liegt in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form vor. 2. Die Software darf beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden. 3. Die Software darf verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden. 1 Weitere Informationen zur OSI nden Sie unter: 15

16 KAPITEL 2. GRUNDLAGEN In der eigentlichen Bedeutung unterscheidet sich die Open Source Denition nicht von freier Software. Allerdings können beide Begrie unterschiedliche Assoziationen auslösen, die ursprünglich so nicht geplant waren. Auch wenn die Software frei erhältlich ist und für beliebige eigene Vorhaben angepasst werden kann, so ist Open Source Software nicht zwangsweise als kostenlos anzusehen. Ebenso ist kostenlose Software auch nicht automatisch Open Source. Eine Tatsache, die leider immer noch von vielen Personen falsch interpretiert wird und zu Aussagen wie Was nichts kostet, taugt auch nichts führt. Dem ist aber ganz und gar nicht so. Eines der prominentesten Beispiele für Open Source ist der Apache Webserver 2, der einem Marktanteil von fast 70% besitzt[2] und von dem wohl keiner behaupten würde, dass er nicht sicher, stabil und ressourcenschonend sei. Viele Unternehmer sind im Nachhinein überrascht, wenn sie erfahren, dass ihre eigene Unternehmenspräsentation im Internet auf genau dieser Software beruht, wo sie selbst die Open Source Bewegung belächeln. Der Begri freie Software ist allerdings problematisch, da er häug in Verbindung mit den Lizenzen der Free Software Foundation 3 gebracht wird. Diese Lizenzen sind zwar auch nach Auassung der OSI frei; sie fordern allerdings, dass abgeleitete Werke die gleichen Freiheiten gewähren. Eine dieser Lizenzen, die bei dieser Arbeit benutzt wird, ist die GNU General Public License (GPL), eine von der Free Software Foundation herausgegebene Lizenz für die Lizenzierung freier Software. Die GPL gewährt jedermann: 1. ein Programm für jeden Zweck zu nutzen (und nicht durch Lizenzen eingeschränkt zu sein) 2. Kopien des Programms kostenlos zu verteilen (wobei der Quellcode mit verteilt oder dem Empfänger des Programms auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden muss) 3. die Arbeitsweise eines Programms zu studieren und es den eigenen Bedürfnissen entsprechend zu ändern (die Verfügbarkeit des Quellcodes ist Voraussetzung dafür) 4. auch nach 3. veränderten Versionen des Programms unter den Regeln von 2. vertreiben zu dürfen (wobei der Quellcode wiederum mit verteilt oder dem Empfänger des Programms auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden muss). Eines der bekanntesten Produkte das unter die GPL steht, ist der Linux Betriebssystemkern. Software die demnach diesen Kern benutzt, muss auch wieder unter der GPL stehen. Zu beachten ist auch folgender Sachverhalt: 2 Die Seiten der Apache Software Foundation nden Sie unter: 3 Die deutschen Seiten der FSF nden Sie unter: 16

17 KAPITEL 2. GRUNDLAGEN Wenn sich ein Softwarehersteller aus der Entwicklung GPL-lizensierter Software zurückzieht, bleibt deren entwickelte und unter der GPL verbreitete Software für die Benutzer weiterhin verfügbar. Im Anhang dieser Arbeit wird die momentan aktuelle Version der GPL abgedruckt sein Intranet Laut der online verfügbaren Enzyklopädie Wikipedia 4 ist ein Intranet wie folgt zu verstehen: Ein Intranet ist ein Rechnernetzwerk, das auf den gleichen Techniken wie das Internet (TCP/IP, HTTP) basiert, jedoch nur von einer festgelegten Gruppe von Mitgliedern einer Organisation genutzt werden kann. Für die IT-Infrastruktur bedeutet das den Einsatz von TCP/IP als Netzwerkprotokoll, der Internet-Dienste als Anwendungsbasis und von Web-Browsern als universelle Benutzeroberäche [... ]. Es hat sich erwiesen, dass der Ausbau interner Informationsprozesse eine der wichtigsten Aufgabenstellungen innerhalb des Unternehmens und seiner Strukturen darstellt. Die Information wird längst als eigener Produktionsfaktor angesehen und nimmt somit auch eine wesentliche Rolle in der Wertschöpfungskette unternehmerischer Aktivitäten ein [3]. Insbesondere im Open Source Bereich wird dies deutlich, da hier das eigentliche Produkt nicht über Lizenzkosten oder ähnlichen Modellen zur Wertschöpfung beiträgt und die Information zur Einrichtung und Verwaltung der Software einem entscheidendem Faktor spielt. Informationen werden in Intranets für gewöhnlich in unterschiedlicher Form benötigt. Die folgende Auistung zeigt einige allgemeine Formen: Dokumentation über geschäftliche Abläufe Technische Dokumentation Dokumentation der Kundenbeziehungen Kostenpläne Mitarbeiterdaten Statistiken zu technischen und geschäftlichen Daten 4 Die Seiten von Wikipedia nden Sie unter: 17

18 KAPITEL 2. GRUNDLAGEN Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass viele im Internet verwendeten Techniken auch im Intranet zur Anwendung gebracht werden können. Dies liegt daran, dass für beide Netzkonzepte dieselben technischen Grundlagen herangezogen werden. Für die Benutzer als Konsumenten von Informationen ist der Internet-Browser auch im Intranet das übliche Instrument um die Informationen abzurufen. Ebenso dient oft ein Webserver als Plattform zur Bereitstellung von Informationen. Die Datenhaltung wird meist über eine Datenbank realisiert, die den Webserver entsprechend beliefert. Man könnte also behaupten, dass ein Intranet für den Benutzer ein unternehmensinternes Internet bereit stellt, in dem er auf interne Informationen zugreifen kann. Neben dem Begri Intranet ist im gleichen Atemzug auch oft der Begri Extranet zu vernehmen. Das Extranet ist eine Erweiterung des Intranets um eine Komponente, die zwei oder mehrere Intranets über eine allgemeine Internetanbindung verbindet oder Daten aus dem nichtöentlichen Bereich einer bestimmten Benutzergruppe öentlich zugänglich macht. Hier wird synonym auch gerne der Begri des Virtual Private Networks (VPN) genannt. Die Daten werden dabei verschlüsselt übertragen, um den Zugri und das Auslesen von Informationen durch Fremde zu vermeiden Portables Intranet Portable oder mobile Anwendungen sind speziell dadurch gekennzeichnet, dass sie sich einfach und schnell in unterschiedlichen Umgebungen nutzen lassen. Die Unternehmensziele, die mit einem Intranet verfolgt werden höherer Informationsgrad, zentrale Verwaltung, Bereitstellung unternehmensrelevanter Daten, Vereinfachung der Kommunikation spielen auch im mobilen Bereich eine groÿe Rolle. Aktuell bieten gerade die groÿen Mobilfunkanbieter Produkte unter dem Namen mobiles Intranet oder portables Firmennetz an. Diese Lösungen zielen allerdings eher auf die Bereitstellung technischer Infrastruktur, um sich mobil über einen gesicherten Kanal mit dem eigenen Firmennetz zu verbinden. Im richtigen Kontext müsste hier also eher von einem telekommunikationsbasiertem Extranet die Rede sein. Die Fortsetzung eines Firmen-Intranets in den mobilen Bereich trägt bei der hier vorgestellten Lösung den Wunsch zur kurzfristigen Vernetzung von Personen mit gleichem Kommunikations- und Informationsbedarf. Den Benutzern soll so der Austausch von Dokumenten, Adressdaten und Informationen direkt und digital ermöglicht werden Content Management System Die Anzahl der in Deutschland kommerziell betriebenen Webseiten steigt laut BVDW[4] stetig. Bei zunehmendem Konkurrenzdruck ist es notwendig, die eigene Internetpräsenz aktuell und informativ zu halten, will man gegenüber den Wettbewerbern bestehen. 18

19 KAPITEL 2. GRUNDLAGEN Schon bei geringem Umfang und längeren Aktualisierungszyklen wird die Wartung der Webseite aufwändig. Dies führt zu längeren Arbeitszeiten und verlangt nach speziellen Know-how, welches beides zu höheren Ausgaben führt. Content Management Systeme (CMS) dienen als Werkzeug zur Gestaltung, Verwaltung, Speicherung und Darstellung von elektronischen Inhalten in einem Unternehmen. Der Begri Content bedeutet in diesem Zusammenhang beliebige Inhalte, die in digitaler Form vorliegen. Eine spezielle Ausprägung eines Content Management Systems ist das Web Content Management System (WCMS), welches Funktionen zur einfachen und schnellen Verwaltung und Pege von Webseiten anbietet. Die Trennung von Inhalt und Design dient als Basis zur Verwaltung von Informationen. Der Markt an WCMS-Lösungen wird immer gröÿer. Die Liste reicht vom kostenlosen 3-Klick-Homepage-Systemen für den Privatgebrauch bis hin zu kommerziellen Content Management Systemen, die den Anspruch haben, sämtliche Funktionen zu bedienen und jenseits der Euro-Marke liegen. Das Spektrum an WCMS-Lösungen ist somit genauso breit gefächert wie deren Funktionsumfang. Manche kostenfreie Open Source Produkte bieten dabei mehr Funktionsmöglichkeiten als kostenpichtigen WCMS Lösungen. Die Intention zur einfachen und schnellen Pege und Verwaltung von Inhalten auf einer Webseite lässt sich auch auf die Verwaltung eines Intranets übertragen. Die meisten Inhalte können mit den gleichen Techniken für den innerbetrieblichen Informationsuss genutzt werden. Im Idealfall werden sämtliche Daten über ein CMS verwaltet und es entsteht ein leicht aktuell zu haltendes Netzwerk von Informationen und Dokumenten. Dabei werden die Daten und Dokumente strukturiert abgelegt und können so später einfacher gefunden werden Abgrenzung CMS - ECMS Immer häuger taucht im Firmenalltag neben dem Begri CMS auch das Schlagwort Enterprise Content Management System auf. Diese Systeme umfassen alle bislang etablierten Unternehmenssysteme zur Dokumentenerfassung, -verwaltung und -archivierung sowie deren Integration in Workow-Systemen. ECMS ist somit ein Oberbegri für die folgenden fünf Komponenten: 1. Erfassung (Capture) 2. Verwaltung (Manage) 3. Speicherung (Store) 4. Ausgabe (Deliver) 5. Bewahrung (Preserve) 19

20 KAPITEL 2. GRUNDLAGEN Abbildung 2.1.: ECM-Komponenten. Quelle: AIIM/Project Consult 2003 Ein Web Content Management System (WCMS) gehört dabei zum Bereich Verwaltung. Ein weiterer Begri in diesem Bereich ist die Collaboration (COLAB). Dabei handelt es sich um Systeme, die die Zusammenarbeit von Mitarbeitern unterstützen. Sie werden auch Groupware Systeme genannt. Neben Lotus Notes dominiert Microsoft mit der Kombination Exchange/Outlook derzeit den Groupware-Sektor. Inzwischen stellen jedoch auch Open Source Produkte wie Open-XChange und OpenGroupware gute Alternativen dar. Groupware-Lösungen bieten die Chance, eziente Zusammenarbeit zu organisieren und gleichzeitig die Qualität der Daten, wie Adressen, Kontakte und Terminverwaltung deutlich zu verbessern. Schlanke und exible Organisationsformen sind ohne eine geeignete Groupware kaum noch denkbar. Dies gilt nicht nur für groÿe, sondern auch für kleine und mittlere Organisationen [5]. Auÿerdem soll hier noch der Begri des Dokument Management System (DMS) und des Digital Asset-Management (DAM) kurz abgegrenzt werden. Auch diese beiden Systeme gehören zur Verwaltungsgruppe. Das Dokument Management System ermöglicht es, Dokumente, Dateien und andere Informationen innerhalb eines Unternehmens an zentraler Stelle zu verwalten und den Mitarbeitern strukturiert zur Verfügung zu stellen. Die Dokumente selbst müssen dabei nicht immer in digitaler Form vorliegen. Das Digital Asset-Management dient ebenfalls der strukturierten Speicherung und Verwaltung von beliebigen digitalen Inhalten. Der Fokus liegt hier insbesondere auf digitalen Dokumenten wie PDF oder Oce Dateien, Graken, Videos oder Audiodateien. Beide Systeme können in einem Intranet zur Anwendung kommen, je nachdem wie die Anforderungen an das System gestellt sind. 20

21 KAPITEL 2. GRUNDLAGEN 2.5. Linux Livesysteme Bei einem Livesystem handelt es sich um ein Betriebssystem, das nicht permanent durch eine mehr oder weniger umfangreiche Installationsroutine auf der Festplatte eines Rechners installiert werden muss. Bei dem Datenträger, von welchem das System gestartet wird, handelt es sich entweder um eine CD-ROM, eine DVD oder neuerdings auch einen USB-Memorystick. Livesysteme sind nicht neu in der Computerwelt: Groÿe Distributoren wie die SUSE Linux AG, bedienten sich bereits vor einigen Jahren dieser Technik, um interessierten Anwendern einen Einblick in die Linux-Welt ohne groÿe Installationshürden zu gewähren. Genau darin bestand nämlich bislang das Problem, wenn es darum ging, Umstiegswillige für Linux zu begeistern. Allerdings hielten sich die Bemühungen von kommerzieller Seite in Grenzen: Zu ungenau war die Hardware-Erkennung der Live-CDs. Der Systemstart dauerte bei der damaligen Live-CD verhältnismäÿig lang und die Arbeit mit dem System gestaltete sich im Vergleich zu heutigen Live-Distributionen eher zäh [6]. Mit der von Klaus Knopper entworfenen Knoppix Live-CD ng vor einigen Jahren der groÿe Wandel an. Er schate es, das eigentliche System so zu komprimieren, dass es auf einer 700 MB groÿen CD Platz fand. Eine exzellente Hardware-Erkennung sorgt dabei für einen unkomplizierten und schnellen Start. Knoppix war in seiner ersten Version hauptsächlich in der Linux-Szene bekannt. Inzwischen hat das entwickelte CD-Betriebssystem eine so groÿe Verbreitung gefunden, dass sich bereits einige Bücher damit beschäftigen. Die Knoppix-CD ist oft auch als Beilage in Zeitschriften zu nden, was sicherlich ein weiterer Grund für die wachsende Popularität des Systems ist. Da Knoppix unter der GPL vertrieben wird, sind bis heute über 300 verschiedene Live-Distributionen daraus entstanden. Die bekannteste bleibt sicherlich die Knoppix Live-CD selbst, von der in regelmäÿigen Abständen neue Versionen erscheinen. Klaus Knopper beschreibt die Vorzüge seiner Distribution wie folgt: KNOPPIX ist eine komplett von CD oder DVD lauähige Zusammenstellung von GNU/Linux-Software mit automatischer Hardwareerkennung und Unterstützung für viele Grakkarten, Soundkarten, SCSI- und USB-Geräte und sonstige Peripherie. KNOPPIX kann als produktives Linux-System für den Desktop, Schulungs-CD, Rescue-System oder als Plattform für kommerzielle Software-Produktdemos angepasst und eingesetzt werden. Es ist keinerlei Installation auf der Festplatte notwendig. Auf der CD können durch transparente Dekompression bis zu 2 Gigabyte an lauähiger Software installiert sein [7]. Natürlich bietet Knoppix für Einsteiger eine hervorragende Möglichkeit, gefahrlos in die Linux-Welt einzusteigen. Live-Distributionen können aber weit mehr. Längst nutzen Experten derartige Systeme auch zur Datenrettung, für Softwaredemos oder als Büro 21

22 KAPITEL 2. GRUNDLAGEN für die Westentasche [6]. Die folgende Liste zeigt einige weitere der hervorragenden Fähigkeiten und Vorzüge dieses Systems auf: Systemrettung für Windows und Linux-Systeme Sicherheitsüberprüfungen im gesamten Netzwerk Knoppix ist Open-Source und lässt sich an die eigenen Bedürfnisse anpassen Zusätzliche Software lässt sich einfach installieren Einfache Konguration eines Netzwerkes (DSL, LAN, Modem, ISDN, WLAN) Geringe Systemvoraussetzungen Je nach Zielgruppe und Anwendungsbereich bauen Live-Systeme auf verschiedenen Betriebssystemen auf und enthalten verschiedene Anwendungen. Neben der klassischen Knoppix-CD, die auf dem Debian GNU/Linux basiert, gibt es mittlerweile auch Livesysteme, die auf der Linux-Distribution Slackware oder auf dem FreeBSD System aufbauen. Einen guten Überblick über bestehende Distributionen bietet die Webseite von Distrowatch 5. Eine Liste an Live-Distributionen kann auf der Webseite von FrozenTech 6 eingesehen werden. Das sehr interessante SLAX Livesystem soll abschlieÿend zu diesem Abschnitt nicht unerwähnt bleiben. SLAX basiert nicht wie Knoppix und dessen Derivate auf der Debian Distribution, sondern auf Slackware. Slax wurde von dem Tschechen Tomas Matejicek als Beispiel für die Verwendung des so genannten Linux-Live-Skrips zum Remastern eigener Live-CDs erstellt. Das System besitzt ebenfalls eine ausgezeichnete Hardwareerkennung und lässt sich problemlos von einem USB-Stick booten Virtuelle PC Umgebung In diesem Abschnitt wird kurz auf die Thematik einer virtuellen PC-Umgebung eingegangen. Synonym wird in diesem Zusammenhang auch oft von einer virtuellen Maschine gesprochen. Eine virtuelle PC-Umgebung wird zunächst durch ein ganz normales Software Produkt bereitgestellt. Nach der Installation der Software wird dem Benutzer in einem Fenster eine komplett virtualisierte PC-Umgebung emuliert, auf der er unterschiedliche Betriebssysteme installieren kann. So ist es beispielsweise möglich unter Windows ein Fenster mit einem eigenen Linux System zu starten. Das wohl bekannteste Produkt am Markt ist die VMware Workstation, die mittlerweile von der Firma EMC vertrieben wird 7. Microsoft bietet mit VirtualPC eine 5 Liste aktueller Distributionen: 6 Live-Distributionen: 7 Die VMware Web-Seite erreichen Sie unter: 22

23 KAPITEL 2. GRUNDLAGEN ähnliche Software an, die allerdings nicht auf Linux lauähig ist. 8 Es lassen sich auch mehrere Maschinen mit verschiedenen Betriebssystemen gleichzeitig betreiben. Die virtualisierten Betriebssysteme sind in Abhängigkeit vom Speicherausbau etwas langsamer als vergleichbare Installationen auf identischer Hardware. Deutlich wird dies insbesondere bei den freien Alternativen Bochs 9 und QEMU 10. Die beiden noch recht jungen Projekte können in puncto Performance und Funktionsumfang bei den kommerziellen Produkten VMware und VirtualPC nicht mithalten. Abbildung 2.2.: Beispiel VMware unter Windows Auf Grund der momentan noch schlechten Leistung im Open-Source Bereich wird in dieser Arbeit die kommerzielle VMware Workstation eingesetzt. EMC stellt auf ihren Webseiten eine 30 Tage Demoversion zur Verfügung. Um die portable Intranet Lösung zu nutzen, ist die Software allerdings nicht zwingend erforderlich. Sie erweitert lediglich den Handlungsspielraum des Benutzers und vereinfacht den Umgang da die Intranet-Lösung ohne ein erneutes Booten des Computers genutzt werden kann. Ein weiterer Vorteil von VMware ist insbesondere, dass man während des Betriebs der Intranet Lösung nebenbei normal an seinem Computer weiterarbeiten kann. 8 Informationen zur VirtualPC von Microsoft: 9 Bochs ist auf SourceForge zu nden: 10 QEMU nden Sie auf den Seiten des Entwicklers: 23

24 3. Analyse und Entwurf Bevor ein Intranet im Unternehmen implementiert werden kann, müssen Inhalte, Benutzerrollen, technische Komponenten und die Realisierungsmöglichkeiten bekannt sein. Wichtig ist, das die Lösung den besonderen Anforderungen seines Umfeldes, in dem es agiert, entspricht. Empfehlungen für die Implementierung eines Intranet im mobilen Umfeld existieren bisher allerdings nicht. Die herkömmlichen Ansätze, die sich zur Einführung der Intranet Technologie in einem Unternehmen eignen, können nur in Teilen für die portable Intranet-Lösung genutzt werden. Bei der Realisierung gibt es weder eine Unternehmensstruktur die man sich zu Nutze machen könnte, noch ist die Anzahl der Benutzer und deren Ziele im Voraus bekannt. Dies stellt insofern eine groÿe Herausforderung dar, als häug selbst bei der Einführung eines Intranets im Unternehmen keine Richtlinien oder Standards darüber existieren, welche Erfolgsfaktoren eine Intranet-Lösung ausmachen. Die Anforderungen setzen sich aus verschiedenen Bereichen zusammen. Betroen ist sowohl der technische als auch der organisatorische Bereich. Es gibt Anforderungen hinsichtlich der Gruppenund Benutzerverwaltung wie auch in Bezug auf die Administration des Intranets an sich. Ungeachtet der unterschiedlichen Integrationsgrade eines Intranets lassen sich eine Reihe von Aspekten nennen, die seinen Einsatz nahelegen: zentrale, für jedermann im Unternehmen verfügbare Datenbasis Optimierung des Informationsusses im Unternehmen Verwendung standardisierter Netzwerkprotokolle Unterstützung der Aktivitäten von Hotlines/Call Centern durch interaktive Webseiten Nutzung integrierter Sicherheitsmechanismen (Secure HTTP) Reduzierung der Verteilproblematik Trennung von Inhouse Mail und Internet Mail einheitliche Bedienoberäche durch Einsatz von Webbrowsern identische Client-Software für Internet- und Intranet-Aktivitäten [... ] [3] 24

25 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Um den Anforderungen an ein mobiles und sicheres Intranet gerecht zu werden sind noch weitere Aspekte für die Verwirklichung zu berücksichtigen. Andere Aspekte, wie die Unterstützung für Hotlines und Call Center, kommen nicht zum tragen. Ausgehend von den geeigneten Komponenten und Funktionen aus Unterkapitel 3.1 werden im Unterkapitel 3.2 die Anforderungen an ein Content Management System in Hinblick auf die Einsatzmöglichkeiten für ein Intranet analysiert. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse wird im darauf folgenden Abschnitt verschiedene populären Content Management Systemen sowohl aus dem Open Source Bereich als auch aus dem kommerziellen Bereich verglichen. Das Unterkapitel 3.3 identiziert Gruppen und Rollen für die portable Intranet-Lösung. Um eine hohe Akzeptanz bei den Benutzern zu erreichen ist ein klares und einfaches Screen-Design entscheidend. Welche besonderen Anforderungen hier zu erfüllen sind, wird in Unterkapitel 3.4 untersucht. Im Unterkapitel 3.5 werden die unterschiedlichen Linux Livesysteme in Bezug auf ihre technischen und strukturellen Möglichkeiten für den Einsatz im mobilen Umfeld ausgewertet. Schlieÿlich werden im Abschnitt die Rahmenbedingungen für die Infrastruktur betrachtet, ohne die eine portable Intranet-Lösung nicht funktionieren kann. Das Unterkapitel 3.6 behandelt verschiedene Softwareprodukte um eine virtuelle Maschine zu realisieren. Das Livesystem kann in dieser virtuellen Maschine unabhängig vom Host-System betrieben werden. Dadurch gewinnt die Intranet-Lösung an Flexibilität, da sie parallel ausgeführt werden kann und alle Funktionen des Host-Systems weiter genutzt werden können. Eine Kommunikation zwischen den beiden Systemen ist über eine emulierte Netzwerkschnittstelle möglich. Die Abbildung 3.1 zeigt ein typisches Szenario wie es sich auf einer Konferenz oft darstellt. Mehrere Personen sind über unterschiedliche Techniken mit einem lokalen Netzwerk verbunden. Ihnen fehlt allerdings die Möglichkeit direkt miteinander zu kommunizieren und Daten auszutauschen. Das Konzept des portablen Intranets verfolgt den Ansatz, Daten und Informationen über einen zentralen Punkt temporär auszutauschen. Es handelt sich dabei zwar nicht um einen betriebswirtschaftlichen Produktionsprozess wie er im Firmen-Intranet existiert. Der Informationsgrad aller Beteiligten kann allerdings auch im mobilen Bereich über die zu realisierende Lösung deutlich gesteigert und vereinfacht werden. Informationen werden schneller verbreitet und Sachverhalte oen kommuniziert. Die technische Kommunikation unterscheiden sich aus Sicht der Benutzer dabei nicht von den bisher eingesetzten Komponenten für das Internet. Der Internet-Browser wird auch weiterhin das Instrument zum Informationsabruf bleiben. Das hat zum Einen den Vorteil, dass Benutzer keine zusätzliche Software auf ihrem Computer installieren müssen und zum Anderen der Umgang mit dem gewohnten Browser die Berührungsängste beim 25

26 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Abbildung 3.1.: Szenario auf eine Konferenz Gebrauch des Intranet gering hält. Dem Aspekt der Mobilität von Seiten des Servers wird durch die später in diesem Kapitel analysierten Live-Distributionen Rechnung getragen. Ebenso wie in vielen Intranet-Lösungen im Unternehmensbereich wird auch hier mit einem Webserver und einer Datenbank die technische Funktionalität bereitgestellt. Die folgende Abbildung zeigt das Szenario auf einer Konferenz nach dem Start der portablen Intranet-Lösung: Abbildung 3.2.: Szenario mit der Intranet-Lösung 26

27 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF 3.1. Komponenten und Funktionen Die zentrale Frage bei der Analyse ist vor allem, welche Komponenten und Funktionen eine portable Intranet Lösung benötigt, um von den Benutzern akzeptiert zu werden. Dabei bleibt zu klären, welche Bestandteile aus den unternehmensweiten Intranets eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit im mobilen Bereich nden. Das portable Intranet hat primär die Aufgabe die Kommunikation der Benutzer untereinander zu vereinfachen. Dabei soll letztlich eine möglichst allgemeine Form gefunden werden, die den meisten Ansprüchen genügt. Die Abbildung von Arbeitsabläufen und der Einsatz von Checklisten sind sehr unternehmensspezische Funktionen, die sich meist auf konkrete Produkte oder Prozesse beziehen. Zum Einen existieren im mobilen Umfeld keine herkömmlichen Arbeitsprozesse, für die man Abläufe festlegen könnte, zum Anderen wird die portable Intranet-Lösung keine Produkte oder Dienstleistungen kennen. Folglich nden bei der portablen Intranet-Lösung diese Funktionen keine Anwendung. In betrieblichen Intranets bilden Funktionen zur Projektverwaltung oder zum Mail- Versand wichtige Komponenten. Den Anforderungen einer portablen Intranet-Lösung entsprechen sie nicht. Zum Einen wird die Intranet-Lösung nicht über einen längeren Zeitraum betrieben, so das die Projektplanung zum Tragen käme, zum Anderen müsste die rechtliche Lage zum Versenden von s über einen Server im Netzwerk geregelt werden, damit hier kein Missbrauch entsteht. Die anderen oben aufgeführten Aspekte für ein Intranet lassen sich allerdings sehr gut auf die portable Intranet Lösung übertragen. Sie werden durch die folgenden Komponenten ergänzt: zentrale Kontakteverwaltung (zentrales Adressbuch) zentrales Dokument Management System (PDF-Dateien, Oce-Dateien, Videos, Bilder usw.) zentrales Kalendersystem (zentrale Terminorganisation und Tagungsplanung) allgemeines Diskussionsforum allgemeine und spezielle Umfragen (direkte Evaluation zu aktuellen Themen) umfangreiche Suche detaillierte Account-Verwaltung einfache Administration Zu beachten ist hier, dass sich die portable Intranet-Lösung einiger Bestandteile sowohl aus dem Groupware Bereich als auch aus dem Dokument-Management bedient. Laut Denition wird für die Realisierung folglich ein Enterprise Content Management System benötigt. In den folgenden Abschnitten werden die einzelnen Komponenten genauer betrachtet und ihre Funktionen im portablen Intranet analysiert. 27

28 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Eine strikte Trennung der einzelnen Bestandteile nach Groupware, DAM und CMS ist für die portable Intranet Lösung nicht möglich. Den Benutzern wird vielmehr eine vereinfachte Version eines Intranets angeboten werden, in dem sie ihre Daten und Informationen gesichert und schnell mit anderen Benutzern austauschen können Kontaktdatenbank In der Regel wird in Unternehmen die Kontaktdatenbank über ein eigenes Customer Relationship Management (CRM) bewältigt. Es soll dadurch vor allem die Kundenpege erleichtert und eine zentrale Verwaltung der Adressdaten ermöglicht werden. Von der Kundenansprache, der Präsentation beim Kunden bis hin zur Aufragsabwicklung und der Nachbetreuung der Kunden sollen sämtliche Daten im CRM-System bearbeitet werden. Eine gemeinsame Kontaktdatenbank gewährleistet insbesondere, dass alle Benutzer Zugri auf die Daten der anderen Benutzer und Kunden haben. Zudem verhindert die zentrale Verwaltung, dass unterschiedliche Versionen der einzelnen Daten existieren. Eine digitale Kontaktdatenbank funktioniert gewissermaÿen wie ein herkömmliches Adressbuch. Allerdings ist die gemeinsame Kontaktdatenbank gegenüber ihrem papierbasierten Pendant wesentlich exibler, da die Daten nach verschiedenen Kriterien sortiert und durchsucht werden können. In Bezug auf die portable Intranet-Lösung sind die Ziele niedriger gesteckt. Letztlich soll es den Benutzern möglich sein die Daten anderer Benutzer einzusehen und ihre eigenen Daten zu verwalten. Dabei soll es jedem Benutzer oen bleiben, wieviel Informationen er in die Kontaktdatenbank eingibt. Ab einer gröÿeren Menge von Kontakten sinkt die Übersichtlichkeit, da die Einträge dann häug auf mehrere Seiten verteilt werden. Damit die Benutzer dennoch schnell zu den einzelnen Einträgen nden, wird ein Suchformular auf der Seite enthalten sein, das die Recherche in den Daten deutlich erleichtert Dokumentenverwaltung Im Prinzip geht es um ein bekanntes Thema: Unsere Kultur und Gesellschaft basieren auf der Übermittlung von Erfahrungen und Wissen. Mit der Aufzeichnung war das Dokument geboren, das für die Beteiligten aber auch Unbeteiligten die Nachvollziehbarkeit eines Informationsaustausches oder einer Vereinbarung ermöglichte. Mit der Vielzahl entstehender Dokumente wurde auch das Dokumentenmanagement geboren. Das elektronische Dokumentenmanagement ist der jüngste Schritt, mit dem der Übergang aus einer physisch greifbaren in eine virtuelle, elektronische Welt vollzogen wird. Die zentrale Verwaltung der Dokumente stellt in einem Intranet einen wesentlichen Bestandteil dar. Dabei sollen zusätzliche Daten, die so genannten Metadaten, das Dokument weiter beschreiben. Mindestens ebenso wichtig wie die Verwaltung der Dokumente 28

29 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF durch das Dokumentenmanagement ist eine ausgereifte Suche in den Dokumenten selbst. Dabei darf der eigentliche Typ des Dokuments keine Rolle spielen [8]. Die Anforderungen an die portable Intranet-Anwendung sind im Prinzip dieselben. Allerdings ist hier weniger ein System gefordert, mit dem sich mehrere tausend Dokumente verwalten lassen. Es soll dem Benutzer ein Verzeichnis auf dem Server angeboten werden, in das er seine Dokumente hochladen und von dem er ebenso die Dokumente und Unterlagen der anderen Benutzer auf den eigenen Rechner herunterladen kann. Dokumente direkt über den eigenen Webbrowser auszutauschen, ist ezienter als ein Remote-Zugri oder ein Versand per . Insbesondere auf Konferenzen und Tagungen ist das Aufkommen von Dokumenten aller Form besonders groÿ. Zu den üblichen Konferenzbeiträgen gibt es im Laufe der Veranstaltung meist Bilder oder Videos. Die Benutzer sollen die Dokumente und Multimedia-Daten in einer benutzerfreundlichen Ansicht verwalten können. Eine besondere Erleichterung erfährt der Benutzer, wenn er nicht erst seine Bilder zum Austausch über das Intranet in ein gesondertes Format umwandeln muss. Moderne Digitalkameras erzeugen aber Bilder mit einer Gröÿe von mehreren Megabyte. So schön diese Bilder auch sein mögen, sorgen sie im mobilen Bereich aufgrund der begrenzten Bandbreite doch für Probleme. Eine automatische Bildbearbeitung im CMS des Intranet, das die Bilder zunächst nur verkleinert als Vorschau anzeigt, könnte hier eine Hilfe sein Kalendersystem Konferenzpläne und Vortragsprogramme bieten nicht nur bei groÿen Veranstaltungen den Besuchern eine Möglichkeit zur besseren Planung. Auch bei kleineren Meetings und Tagungen hilft diese Form der Informationsverbreitung bei der Organisation. Allerdings lassen sich die gedruckten Pläne und Listen nur schlecht an aktuelle Änderungen anpassen. Über ein zentral verwaltetes, digitales Kalender- und Terminsystem können solche Unstimmigkeiten mit einem minimalen Aufwand geändert werden. Verschobene Vorträge lassen sich im System schneller aktualisieren und Informationen zu den einzelnen Terminen leichter verwalten. Damit die Daten zentral für alle Benutzer ersichtlich sind, steht ein Kalender- und Terminsystem für die Intranet-Lösung zur Verfügung. Oft wird der Wert eines gemeinsam genutzten Kalendersystems unterschätzt. Wenn Zeitpläne online verfügbar sind, können auch die Veranstalter zusätzliche Besprechungen und Vorträge einfacher planen und allen Benutzern schnell und einfach zugänglich machen. Ohne diese Funktion müssten alle Betroenen direkt kontaktiert werden oder mittels entsprechenden Aushängen über den neuesten Stand der Planung informiert werden. 29

30 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Diskussionsforen Foren dienen zur Unterstützung der Zusammenarbeit in einer Gruppe über zeitliche und/oder räumliche Distanzen hinweg. Sie bieten eine gute Möglichkeit die Kommunikation unter den Beteiligten zu verbessern. Ein Forum dient dazu, bestimmte Themen untereinander zu diskutieren. Benutzer können so besser in Entscheidungsprozesse einbezogen, der Austausch zwischen den Benutzern unterstützt werden. Dabei gibt es keine zeitliche Beschränkung. Beiträge können jederzeit und unabhängig voneinander erstellt und beantwortet werden. Für die portable Intranet-Anwendung wird so eine weiterführende Diskussion zu bestimmten Vorträgen und Themen gewährleistet. Zudem wird durch ein Forum auch der soziale Kontakt unter den Benutzern gesteigert. Der Vorteil von schriftlichen Diskussionsbeiträgen in Foren liegt bei der oft bessern Qualität. Alle Beteiligten können die Beiträge lesen und sind somit über alle Aspekte informiert. Zusätzlich wird die Entscheidungsndung dokumentiert und ermöglicht eine weiterführende Diskussion der Themen auÿerhalb der vorgesehenen Zeiten. Der Nachteil eines Forums liegt in der recht langsamen Diskussiongeschwindigkeit, da die Benutzer zeitlich nicht sofort antworten müssen Umfragen Über Umfragen kann eine direkte Evaluation zu festgelegten Themen erfolgen. Die möglichen Antworten werden dabei im Vorfeld deniert. Wo bei einem Forum die konkrete Meinungsbildung nicht immer klar ist, können über eine Umfrage konkrete Aussagen getroen werden. Üblicherweise werden im Vergleich zu Foren, bei einer Umfrage allerdings keine Benutzerdaten gespeichert, sodass die Ergebnisse eher abstrakt bleiben. Beide Formen der Meinungsbildung haben also ihre Berechtigung. Für die Intranet Lösung sollten sie beide genutzt werden, um so eine möglichst exible Nutzung zu erlauben Zentrale Suche Bereits ab einer geringen Anzahl an Dokumenten kann die Suche nach Informationen sehr aufwändig werden. Dabei fehlt es oft an den entsprechenden Metadaten, die Dokumente und Medien zusätzlich beschreiben. Benutzer, die sich in der entsprechenden Struktur nicht auskennen, verlieren leicht den Überblick. Die erweiterte Suche in einem Intranet soll es den Benutzern ermöglichen, nicht nur die Inhalte der Seiten, sondern auch in den Inhalten der Dokumente zu suchen. Im Idealfall soll die Suche auch gleich Adressen, Beiträge in Foren und sämtliche Dokumententypen berücksichtigen. Insofern stellt die zentrale Suche in einem Intranet einen wichtigen Faktor dar, der für den Erfolg der Anwendung entscheidend ist. 30

31 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Account-Verwaltung Ausschlaggebend für den Erfolg eines Intranets ist in hohem Maÿe auch dessen Aktualität. Dazu muss der Administrator möglichst einfach die Rechte zum Veröentlichen der Inhalte an die Benutzer vergeben können. Im einfachsten Fall lautet die Regel: Wenn die Benutzer Teile des Intranet selbst auf den neuesten Stand bringen können, lassen sich Änderungen schneller und günstiger durchführen, als wenn der Administrator damit beauftragt werden muss. Die Vergabe von Autorenrechten auf Teile des Intranets ist daher eine der ersten Aufgaben eines Administrators beim Einrichten einer Intranet-Lösung. In der portablen Intranet-Lösung werden die Benutzer entsprechend ihrer Rolle verschiedenen Gruppen zugeordnet. Damit der Administrator möglichst wenig Zeit zum Einrichten der Benutzer benötigt, wird jeder neu angelegte Benutzer lediglich seiner entsprechenden Gruppen zugeordnet. Die Account-Daten, wie auch die persönlichen Informationen zu jedem Benutzer, werden zentral an einer Stelle im Intranet gehalten, damit Datensätze nicht mehrfach bearbeitet werden müssen Sichere Kommunikation Neben den verschiedenen Komponenten, die den Benutzern des portablen Intranets eine einfache Kommunikation untereinander erleichtern sollen, ist stets auch ein Mindestmaÿ an Sicherheit nötig. Da prinzipiell jeder, der sich im gleichen Netzwerk bendet, auch das Intranet nutzen könnte, muss eine Möglichkeit zum Absichern der Informationen gegeben sein. Dies kann über zwei Maÿnahmen erreicht werden: zum Einen wird die Kommunikation zwischen den Benutzern und der portablen Intranet-Lösung über Secure HTTP ermöglicht. Zum Anderen wird nur Benutzern mit einem gültigen Benutzernamen und Passwort Zugang auf das Intranet ermöglicht Auswahl eines geeigneten CMS Es gibt eine enorm groÿe Anzahl von Systemen auf dem Markt, die als Content Management System bezeichnet werden können. Um festzustellen welches CMS für ein Intranet das Richtige ist, muss man sich zunächst mit den unterschiedlichen Arten der Systeme und dem Umfang der vorhandenen Funktionalitäten auseinandersetzen. Neben einigen kommerziellen Produkten, von denen die Firma RedDot wohl das bekannteste anbietet, gibt es auch etliche frei verfügbare Content Management Systeme, die sich auf dem Markt behauptet haben. Doch für welchen Einsatz ist welches System am ezientesten? Neben einer ausgefeilten Benutzerverwaltung und möglichst geringen Systemanforderungen gehört vor allem eine hohe Flexibilität und die Möglichkeit zur einfachen Erweiterung zum Anforderungskatalog eines Content Management Systems. Begibt man sich auf die Suche nach Content Management Systemen, ndet man ein 31

32 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF buntes Spektrum verschiedenster Produkte. Allein das Portal von Contentmanager 1 listet über 240 verschiedene Systeme auf. Eine detaillierte Betrachtung aller verfügbaren Content Management Systeme würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Daher beschränkt sich die Analyse sowohl auf drei sehr populäre Systeme aus dem Open Source Umfeld (Mambo, Plone und TYPO3) als auch auf zwei Produkte aus dem kommerziellen Bereich (ReDot und WebEdition). In wieweit sich die Systeme für den Einsatz als mobile Intranet-Lösung eignen, soll in diesem Abschnitt erläutert werden. Neben einem kurzen Überblick werden vor allem die Funktionen im Hinblick auf die portable Intranet-Lösung betrachtet Anforderungen für das portable Intranet Damit ein Content Management System sich auch für den Einsatz im portablen Intranet eignet, müssen einige Besonderheiten berücksichtigt werden. Die Gröÿe des Systems ist sicherlich ein entscheidendes Kriterium, da die portable Intranet-Lösung inklusive dem Live-System nicht mehr als 512 MB Speicherplatz in Anspruch nehmen soll. USB- Sticks dieser Gröÿe sind weit verfügbar und mittlerweile in einem guten Preis-Leistungs- Verhältnis erhältlich. Die Verwendung von CDs als Alternative ist bei dieser Gröÿe ebenfalls gewährleistet. Damit nur die Komponenten und Funktionen des CMS in die portable Intranet-Lösung eingebunden werden müssen, die auch wirklich dort ihre Anwendung nden, soll besonders auf eine hohe Modularisierung des CMS geachtet werden. Eine Möglichkeit zur intuitiven und schnellen Bearbeitung der Inhalte bildet ein weiteres Auswahlkriterium. Benutzer werden nicht die Zeit haben, sich erst lange in den Umgang mit dem Content Management System einzuarbeiten. Die Möglichkeit zum direkten Ändern von Inhalten stellt somit ein zentrales Musskriterium dar. Sie garantiert insbesondere, dass sich der entsprechende Benutzer nicht erst in die Feinheiten des Systems einarbeiten muss und so einen einfachen Bezug zu den Inhalten herstellen kann. Eine oene Architektur und der Einsatz standardisierter Technologien garantieren die Plattformunabhängigkeit. Dies würde bei Bedarf die Umsetzung des portable Intranets auf eine stationäre Intranet-Lösung ermöglichen, da die entsprechenden Systemumgebungen auf möglichst vielen Plattformen genutzt werden kann. Im mobilen Umfeld ist es darüber hinaus wichtig die eigentliche Kommunikation der Benutzer sicher zu gestalten. Hierzu soll die Intranet-Lösung mit einem sicheren Protokoll Daten übertragen können. Der enorme Aufwand zur professionellen Umsetzung eines Intranet fordert bei Unternehmen eine exakte Finanzplanung, welche die Kosten für Lizenzen, Dienstleistungen und Wartung mit einschlieÿt. Gerade bei den Lizenzen gibt es eine enorme Diskrepanz, 1 32

33 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF da verschiedenste Bedingungen und individuelle Lizenzmodelle zu geringer Vergleichbarkeit führen. Die portablen Intranet-Lösung soll unter der GPL-Lizenz entwickelt werden. Dies ermöglicht eine Verbreitung der Software ohne Lizenzgebühren und erlaubt es den Benutzern den Progammcode an ihre eigenen Bedürfnisse anzupassen Auswahl des Content Management Systems Die oben genannten Kernanforderungen werden von fast allen derzeit verfügbaren Content Management Systemen erfüllt. Das Spektrum 2 in Bezug auf Leistungsumfang, Performance, Bedienbarkeit und Preis ist jedoch ausgesprochen breit: Kommerzielle Systeme sind schon für wenige hundert Euro erhältlich, genauso gut aber kann die reine Software mit sechsstelligen Beträgen zu Buche schlagen. Systeme dieser Enterprise-Klasse sind für sicherheitskritische Unternehmensanwendungen gedacht, bei denen gleichzeitig Wert auf Funktionsreichtum und auf höchste Leistungsfähigkeit gelegt wird. Daneben gibt es einige 3 sogenannte Open Source Systeme die den kommerziellen Systemen in nichts nachstehen, aber im Gegensatz zu diesen was die Kosten der Software angeht gratis verfügbar sind [9]. Die Anforderungen, die an ein CMS für das portable Intranet gestellt werden, unterscheiden sich in den Ansätzen für herkömmliche Intranets im Unternehmen in einigen Punkten. Der folgende Abschnitt soll die Vorteile des TYPO3 CMS gegenüber weiteren populären Content Management Systemen analysieren. Die Tabelle 3.3 bietet diesbezüglich einen ersten Vergleich der ausgewählten Systeme. Weitere Informationen und Funktionen zu den einzelnen Content Management Systemen, die über die Anforderungen des portablen Intranet hinausgehen, können über das Online-Quellverzeichnis im Anhang A gefunden werden. Ein groÿer Vorteil von Open Source-Anwendungen liegt in der Verfügbarkeit des Quellcodes. Auf der einen Seite bietet dies eine groÿe Investitionssicherheit, (die verwendete Software kann selbst dann weiterentwickelt werden, wenn das entsprechende Unternehmen nicht mehr existiert) zum anderen bietet sich die Möglichkeit, die Software selbst anzupassen. Gerade der zweite Aspekt ist für die Realisierung der Intranet-Lösung von Bedeutung, da die Anforderungen sehr spezisch sind. Für die Entwicklung auf einer Live-CD (oder auf einem USB-Stick) müssen sich alle überüssigen Funktionen aus Platzgründen entfernen lassen, was bei einem kommerziellen System ohne Zugri auf den Programmcode nicht immer möglich ist. Damit die geforderte Plattformunabhängigkeit und eine möglichst breite Unterstützung und Weiterentwicklung sichergestellt ist, soll das Content Management System auf 2 Derzeit (Frühjahr 2005) gibt es - grob geschätzt - etwa 400 bis 500 CMS-Lösungen, WCMS, Redaktionssysteme und Vergleichbares 3 Ebenfalls geschätzt existieren gut 50 Open Source-CMS-Systeme. 33

34 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Anforderung TYPO3 Mambo Plone RedDot WebEdition Kosten Open Open Open ab ab 200 Euro Source Source Source Euro Plattform beliebig beliebig beliebig Windows beliebig Programmier-PHsprache PHP Zope.NET PHP PHP Java XML Autom. Ja Nein freie Erw. Nein Ja Bild- bearbeitung WYSIWYG Editor Erweitertes Caching Online Administration WAI, BITV konform XHTML Kompatibel Kontakt Verwaltung Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Extrakosten Nein Ja Ja Ja Ja Ja freie Erw. begrenzt Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja freie Erw. Ja freie Erw. Extrakosten Extrakosten Forum freie Erw. freie Erw. Ja Extrakosten Nein Suche in freie Erw. Nein Ja Extrakosten Nein PDF DAM Ja Ja Ja Ja Ja Abbildung 3.3.: Vergleich CMS; Quelle cmsmatrix.org ; Stand August 2005 einer möglichst weit verbreiteten Architektur aufbauen. In Anbetracht der zu erwartenden Kosten bietet hier eine Open Source Lösung entsprechende Vorteile. Insbesondere PHP und MySQL erfreuen sich in den letzten Jahren einer immer gröÿeren Beliebtheit bei der Verwaltung dynamischer Webseiten. Sie lassen sich leicht nutzen und bieten ausreichend Funktionen um anspruchsvolle Projekte zu verwalten. PHP bieten im Vergleich zu anderen Sprachen wie z.b. Java eine sehr schnelle Ausgabe und geht mit den verfügbaren Ressourcen deutlich sparsamer um, was für die portable Intranet-Lösung ein wichtiges Kriterium ist. Oft existieren von groÿen kommerziellen Systemen (z.b. RedDot oder CoreMedia) entsprechende Schnittstellen an die Unternehmens-Software (z.b. SAP). Diese Systeme sind allerdings für den Einsatz als Intranet-Lösung gänzlich ungeeignet, da sie aufgrund ihrer hohen Lizenzkosten, von zum Teil über Euro die Verbreitung der Anwendung unter einer freien Lizenz nicht zulassen und angesichts ihrer Gröÿe auch kaum auf einer 34

35 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Live-CD Platz nden. Für das Windows Betriebssystem gibt es zudem momentan keine Live-CD. Manche Systeme (wie z.b. RedDot das sich nur unter Windows als Plattform betreiben lässt) können folglich für die Intranet-Lösung nicht eingesetzt werden. Abgesehen davon wären weiterführende Anpassungen an einer Windows Live-CD nicht möglich, da das System Closed Source ist, der Programmcode also nicht für eigene Anpassungen frei verfügbar ist. Auch WebEdition kann nicht alle Anforderungen an ein portables Intranet erfüllen. Zum Einen wird das System nur unter einer kommerziellen Lizenz vertrieben, zum Anderen lassen sich wichtige Komponenten wie eine Suche in PDF-Dateien oder die Integration von Foren damit nicht realisieren. Bei der Betrachtung der drei Content Management Systemen aus dem Open Source Bereich fällt auf, dass lediglich Plone und TYPO3 allen Anforderungen gerecht werden. Mit Mambo in der aktuellen Version ist es kaum möglich W3C konforme XHTML- Seiten zu erzeugen. Gleiches gilt für die Erstellung einer barrierefreien Webseite gemäÿ BITV. Plone und TYPO3 sind vom Systemaufbau sehr modular gestaltet. Neue Funktionen lassen sich bei beiden Systemen einfach installieren. Allerdings ist das Design der Seiten bei Plone in einer festen Struktur vorgegeben und lässt sich nur schwer ändern. Auf Basis des Vergleichs der verschiedenen Content Management Systeme wurde bisher TYPO3 als aussichtsreichster Kandidat für ein CMS in der portablen Intranet- Umgebung identiziert und wird deswegen im folgenden Abschnitt genauer evaluiert Detailbetrachtung von TYPO3 TYPO3 ist ein erfolgreiches Open Source Content Management System. Es hat den Ruf ein sehr leistungsfähiges aber auch entsprechend komplexes System zu sein. Das CMS eignet sich aufgrund seiner vielfältigen Funktionen, seiner Erweiterbarkeit und seiner Leistungsfähigkeit auch für den Einsatz in umfangreichen Web-Anwendungen [11]. Es kann als Enterprise-System mit dem Funktionsumfang kommerzieller Systeme konkurrieren und bietet zum Grundsystem bereits über 800 freie Erweiterungen an. Besonders interessant ist auch die standardmäÿige Integration der GDLib und ImageMagick, die es ermöglichen, Graken automatisch zur Laufzeit zu generieren und bearbeiten zu lassen. So einfach sich TYPO3 erweitern lässt, so einfach lässt es sich auch auf ein Minimum reduzieren. Das System an sich ist um einen sogenannten Kern aufgebaut, der alle Erweiterungen über eine Schnittstelle integriert. Eine Herausforderung der Arbeit ist es, die Komplexität von TYPO3 soweit wie möglich für das Intranet zu vereinfachen, ohne dabei auf die nötige Funktionalität zu verzichten. Eine umfangreiche Dokumentation in vielen Sprachen, Hilfe-Foren und Lern-Videos erleichtern die ersten Schritte beim Umgang mit dem System enorm und suchen ihresgleichen bei anderen Open Source-Produkten. Dennoch ist die Einarbeitung in solch ein komplexes System nicht so einfach wie es bei 35

36 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF anderen Systemen wie z.b. Mambo der Fall ist. Bei der Wahl einer geeigneten Plattform lässt TYPO3 durch seine vielfältigen Möglichkeiten genügend Freiheiten. Es läuft auf fast allen Betriebssystemen, aber es lebt auf Linux. 4 Das System ist auf Windows, Linux, diversen UNIX-Varianten und Mac OS X lauähig. Für die Intranet-Lösung eignet sich die klassische LAMP-Installation 5 am besten. Alle Komponenten können unter einer freien Lizenz genutzt werden. Die besonderen Vorteile, die sich beim Einsatz von TYPO3 ergeben, werden in der folgenden Liste verdeutlicht: Ausgereifte Benutzer- und Gruppenverwaltung Viele Funktionen; diese können mit TypoScript und PHP angepasst werden Mächtige Suchmaschine, die auch eine Suche in Dokumenten zulässt(pdf, Word) Keine Black-Box: Kunden können das System selbst warten, modizieren und erweitern Dynamische Grak-Erzeugung mit automatischer Bildgenerierung Leichte Erweiterbarkeit: Über den Extension Manager können jederzeit neue Funktionen hinzugefügt werden Keine Lizenzkosten auch nicht für die zusätzlichen Funktionen Der Inhalt lässt sich nach den aktuellen Richtlinien der Barrierefreiheit (WAI und BITV) gestalten TYPO3 kann im Gegensatz zu anderen Systemen, im laufenden Betrieb beliebig erweitert werden. Die nötigen Anpassungen können vom Administrator dabei bequem über einen Browser getätigt werden. Erweiterungen werden in TYPO3 Extensions genannt und können über einen Extension-Manager direkt aus dem TYPO3 Online-Repository heruntergeladen und installiert werden. Das System ist modular aufgebaut und kann bei der Entwicklung einer Intranet-Lösung an die Anforderungen gut angepasst werden. Da die Intranet-Lösung auch dem ein oder anderen Benutzer zu Demonstrationszwecken dienen soll, bleibt hier noch zu erwähnen, dass TYPO3 mittlerweile Schnittstellen an die SAP-Welt bietet und eine Single Sign-On Funktion via LDAP erlaubt. Diese Funktionen werden für die Realisierung der Intranet-Lösung zwar nicht benötigt, zeigen aber deutlich die Vielfalt und Mächtigkeit des Systems auf, die sich bei der Realisierung einer unternehmensweiten Intranet-Lösung mit TYPO3 bieten würden. So realisierte auch die Schweizer UNIA Gewerkschaft mit über Mitarbeitern ihr Intranet und Extranet mit dem TYPO3 CMS [12]. 4 TYPO3 Entwickler Kasper Skårhøj auf dem Linuxtag 2005 in Karlsruhe 5 LAMP steht für Linux, Apache, MySQL und PHP 36

37 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass nur mit dem Einsatz des TYPO3 CMS sämtliche Anforderungen abgedeckt werden können. Insbesondere erfüllt TYPO3 den wirtschaftlichen Aspekt, da es als Open Source Lösung frei verfügbar ist. Die im Rahmen dieser Arbeit erfolgten Weiterentwicklungen werden entsprechend der GPL ebenfalls als Open Source Lösungen frei zur Verfügung gestellt Intranet-Organisation Bei der Einrichtung der meisten Intranets werden die Strukturen des Unternehmens auf die einzelnen Bereiche im Intranet abgebildet. Mitarbeiter werden parallel zur Implementierung Schritt für Schritt an die neue Software herangeführt und bestehende Prozesse werden so weit wie möglich in das Intranet integriert. Aufgrund der besonderen Situation, die eine portable Intranet-Lösung darstellt, können spezische Unternehmensprozesse nicht in dieser Art verwendet werden. Vielmehr ist die Anwendung so zu gestalten, dass ein späterer Nutzen möglichst viele Einstellungen oen lässt und dennoch eine fertige Lösung bietet. In der Regel ist es erforderlich, die Befugnisse der Benutzer im System einzuschränken. So ist es z.b. denkbar, dass ein Benutzer Inhalte nur lesen darf, wogegen ein Redakteur sicherlich Inhalte editieren kann. Dementsprechend wird ein Rechte- oder Regelsystem aufgestellt, das diese Einschränkungen ermöglicht und die notwendigen Einstellungen für jeden Benutzer erlaubt. Da diese Rechte bzw. Regeln sehr umfangreich sein können, werden sie oftmals in Rollen oder Prolen abgelegt, die dann den Benutzern zugeordnet werden Benutzer Jeder am System angemeldete Anwender ist zugleich auch ein potentieller Benutzer. Er ist nicht nur Informations-Konsument, sondern soll auch durch eigene Beträge zum Inhalt des Intranets beitragen. Der Grad seiner Teilnahme wird dabei durch die vom Administrator zuvor festgelegten Rechte bestimmt. Um die Pege der Inhalte möglichst einfach zu gestalten, wird der Benutzer die Texte direkt im Frontend bearbeiten. Zusätzlich wird es auch möglich sein, Bilder direkt in den Text mit einzubinden und dynamisch an eine dem portablen Intranet entsprechende Gröÿe anzupassen Gruppen Für die Benutzer des Systems wurden über das Personas-Konzept [1] verschiedene Rollen identiziert, die sich durch ihre unterschiedlichen Anforderungen auszeichnen und zur Bildung von Gruppen dienen: 37

38 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Gruppe der Besucher: Anja Schneider Frau Schneider ist 27 Jahre und benutzt das portable Intranet nur für wenige Stunden. Für sie ist zunächst nur der Zugri auf die angebotenen Informationen wichtig. Dazu wird sie vom Administrator einen allgemeinen Benutzernamen und ein Passwort erhalten, mit dem sie sich in das Intranet einloggen kann. Sie wird lediglich lesend auf die Inhalte zugreifen können und sich die Informationen und Dokumente herunterladen können. Gruppe der Benutzer: Dr. Müller Herr Dr. Müller beabsichtigt während der gesamten Veranstaltung/Tagung das portable Intranet zu nutzen. Er besitzt einen eindeutigen Benutzernamen und ein Passwort, um auf die Inhalte des Intranets zuzugreifen. Herr Dr. Müller kann eingeschränkt eigene Inhalte erstellen und eigene Dokumente hochladen. Er wird auch einen eigenen Eintrag im Adressbuch des Intranets besitzen. Er kann seine eigenen Daten im Adressbuch pegen und die Daten der anderen Benutzer einsehen. Er ist ebenso zur Teilnahme an Umfragen berechtigt und kann anderen Benutzern eine Nachricht zukommen lassen. Gruppe der Redakteure: Thomas Meier Herr Meier ist fachlich bei der Veranstaltung/Tagung sehr engagiert und kann Texte und Inhalte auf den Seiten des Intranet ändern, anlegen und löschen. Dazu soll Herr Meier nach seinem Login zu jedem Inhaltselement auf den Seiten eine Möglichkeit erhalten diese Inhalte direkt zu bearbeiten. Zusätzlich kann Herr Meier Multimedia Dokumente und sonstige Dokumente in die Dokumentverwaltung hochladen, sowie News-Beiträge erstellen. Herr Meier hat einen Eintrag im Adressbuch, den er selbst editieren kann. Er darf die Einträge der anderen Benutzer lesen und nicht verändern. Was er ebenfalls nicht kann, ist eine ganze Seite aus dem Seitenbaum zu löschen. Gruppe der Administratoren: Herr Baumann Der Administrator Herr Baumann nimmt eine gesonderte Position bei den Personas ein. Er besitzt als einziger das Recht neue Benutzer in das System einzutragen. Damit es nicht zu ungewollten Überschneidungen kommt, ist Herr Baumann das einzige Mitglied in der Administrator Gruppe. Es wird trotzdem für die Realisierung der Intranet-Lösung die Möglichkeit geben, dass Herr Baumann einen zweiten Administrator anlegt. Herr Baumann ist mit dem TYPO3 Backend vertraut und hat sich bereits im Vorfeld über die Möglichkeiten und Vorgehensweisen des System vertraut gemacht. Gruppenkonzept Für die Realisierung des Gruppenkonzeptes in TYPO3 gibt es zwei Möglichkeiten. Zum Einen kann für jede Identität aus dem Personas-Konzept eine Gruppe angelegt werden, welche die entsprechenden Rechte besitzt. Zum Anderen lässt sich pro Komponente (siehe Kapitel 3.1) eine Gruppe erstellen, die dann entsprechende Benutzer enthält. Da es 38

39 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF für die Intranet-Lösung eine recht überschaubare Menge an Komponenten gibt, wird eine Mischform eingesetzt. Das Intranet bietet die vier Gruppen aus dem Personas-Konzept sowie jeweils eine Gruppe pro Komponente im System an. Jeder Benutzer des Systems ist mindestens in einer der Gruppen Mitglied. Ist ein Benutzer in mehreren Gruppen Mitglied, so werden seine Rechte kumuliert. Die Gruppe der Besucher besitzt lediglich einen Benutzername, der für mehrere Personen vergeben werden kann. Diese Lösung ermöglicht dem Administrator eine sehr exible und schnelle Anpassung der Rechte für jeden Benutzer im System Administrator Der Administrator spielt bei der Intranet-Lösung eine zentrale Rolle. Sein Hauptarbeitsbereich liegt im User-Backend, wo er die Benutzer verwaltet und das System überwacht. Zu seinen Aufgaben gehören die folgenden Bereiche: Administration der TYPO3 Intranet-Lösung inkl. der Benutzerverwaltung Anlegen neuer Umfragen, allgemeiner Termine und Kontaktdaten Gegebenenfalls die Administration der VMware Software (siehe Anhang B) Gegebenenfalls auch Administration der Knoppix-Distribution Der Umfang dieser einzelnen Bereiche macht deutlich, dass sich eine Administration ohne entsprechende Einarbeitung nur für sehr einfache Aufgaben realisieren lässt. Insbesondere die Administration der TYPO3-Lösung erfordert zu Beginn eine gewisse Einarbeitungszeit, damit der Administrator beim laufenden System schnell und sicher die Aufgaben lösen kann. Um dennoch eine möglichst einfache Oberäche im Backend anbieten zu können, werden unwichtige Funktionen für den Administrator ausgeblendet. Der Abschnitt Screen-Design wird dazu weitere Aspekte analysieren. Entscheidend für die Intranet-Lösung ist auch, dass nur der Administrator die Rechte zum Anlegen neuer Seiten und Verzeichnisse besitzt Entwickler Bei dem System wird auf die Rolle des Entwicklers verzichtet, da das System bei der Realisierung unveränderbar als ISO-Image oder auf einem USB-Stick publiziert wird. Ziel dieser Software ist es auch nicht, dem Benutzer eine möglichst exible Startlösung zum Aufbau eines Intranets zu bieten, sondern vielmehr eine Lösung, die sich direkt und einfach für einen begrenzten Zeitraum nutzen lässt. Nichtsdestotrotz sind Erweiterungen und Anpassungen am System durch einen Entwickler möglich, speziell unter dem Aspekt, dass das System unter der GPL Lizenz frei verfügbar ist. 39

40 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF 3.4. Screen-Design Ein solides Screen-Design ohne relevante, nutzbare Daten ist überüssige Spielerei. Daten ohne ein eektives Screen-Design haben keinen Wert für den Benutzer, da auf sie nicht angemessen zugegrien werden kann und somit ihre Nutzung stark erschwert wird. Beide Elemente Daten und Interface müssen sich ergänzen und erhalten nur in ihrer Kombination einen Wert für den Nutzer [14]. Bei gewachsenen Intranet-Anwendungen (im Unternehmen) stehen die Usability Aspekte eher im Hintergrund. Die vorhandenen Anwendungen werden hinsichtlich ihrer graschen Oberäche nicht weiter beurteilt, da sie von den Benutzern als gegeben angenommen werden und die Einarbeitung in die Benutzung auch über mehrere Tage erfolgen darf [18]. Soll das Intranet allerdings mobil verfügbar sein und die Benutzer innerhalb weniger Minuten damit arbeiten können, wird die grasche Ausarbeitung zum Groÿteil über Akzeptanz oder Nicht-Akzeptanz der Anwendungen entscheiden. Wie wichtig die Gestaltung der Inhalte für die Akzeptanz der Benutzer ist kann an einem einfachen Beispiel demonstriert werden. Der Handel im Internet ist maÿgeblich vom Vertrauen des Kunden abhängig. Ob der Kunde in einem Online-Shop kauft oder nicht, hängt zum Groÿteil auch davon ab, ob ihm die Seite optisch als vertrauenswürdig erscheint. Bestes Beispiel für einen gelungenen Online-Shop ist die Seite des Buchhändlers Amazon. 6 Dieser Sachverhalt lässt sich auf die Benutzung des portablen Intranets übertragen. Da die Intranet-Lösung ohne groÿe Einarbeitung genutzt werden soll, ist es insbesondere wichtig, dem Benutzer ein geordnetes und bekanntes Interface zu bieten. Erst das Interface macht aus Daten verständliche Informationen. Dies verlangt aber auch, dass das Interface sich an gewisse Quasi-Standards hält, die dem Benutzer die Informationen und Werkzeuge so einfach wie möglich zugänglich machen [15]. Der folgende Abschnitt wird den graschen Entwurf für die Navigation behandeln, sodass sich die Benutzer direkt in der Intranet-Lösung zurechtnden Navigationselemente Eine horizontale Navigation im oberen Browserbereich und eine vertikale Navigation am linken Rand haben sich bei der Gestaltung von Navigations- und Orientierungselementen durchgesetzt. Laut Jacob Nielsen sollte in beiden Fällen die Anzahl der Hauptnavigationselemente nicht mehr als fünf oder sechs Punkte beinhalten [16]. Diese Struktur ist für jeden Benutzer nachvollziehbar und somit auch intuitiv verständlich. Für die portable Intranet-Lösung sieht der Entwurf eine horizontalen Navigation mit vier Elementen vor, die folgende Funktion bieten: 6 40

41 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF 1. Home: Direkter Link zur Startseite des Intranet. 2. Hilfe: Der Link führt den Benutzer auf eine Hilfe-Seite, die ihm die wesentlichen Bestandteile des Intranet erklärt. Die Seite wird keine Hilfe für TYPO3 oder die Knoppix Distribution an sich bieten. Es wird vielmehr die Vorgehensweise für die in Abschnitt 3.1 dargestellten Funktionen genauer erläutert. 3. Mein Account: Link zur Account-Seite eines Benutzers. Hier wird er seine personenbezogenen Daten ändern und ergänzen. Dieser Link wird nur den aus Abschnitt denierten Benutzern angezeigt. 4. Edit: Über diesen Link wird der Benutzer den Bearbeitungsmodus für das Intranet einschalten können. Zudem wird er über diesen Link die Möglichkeit haben neue Objekte im System anzulegen. Dieser Link wird nur den aus Abschnitt denierten Benutzern angezeigt. Hat sich der Benutzer erfolgreich angemeldet, so wir ihm zu jedem Inhaltsobjekt ein kleines Bleistift-Symbol angezeigt, über das er zur Eingabemaske für den Inhalt gelangt. Die vertikale Navigation enthält die folgenden Elemente: Dokumente: Im Dokumentenbereich wird der Benutzer sämtliche Dokumente als auch multimediale Dateien verwalten können. Kontakte: Der Kontaktbereich dient dazu, die Adressen und Informationen zu allen Benutzern an einer zentralen Stelle zu verwalten. Termine: Im Bereich für Termine wird ein Terminplaner angeboten, der den Benutzern den Ablauf ihrer Veranstaltung zeigt und eine erweiterte Kalenderfunktion bietet. News: In diesem Bereich kann sich der Benutzer über aktuelle Nachrichten informieren. Diskussion: Die verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten in einem Intranet bilden einen zentralen Bestandteil. So wird es in der portablen Intranet-Lösung auch ein Diskussions-Forum zu den verschiedensten Themen geben. Umfragen: Die direkte Beteiligung aller Benutzer an Umfragen bietet eine Möglichkeit zur schnellen Evaluation. Über diesen Link wird der Benutzer auf die entsprechende Umfrageseite geleitet. Der Administrator hat jederzeit die Möglichkeit beliebige Elemente aus den beiden Navigationen für bestimmte Benutzergruppen anzupassen. So bietet die Intranet-Lösung beispielsweise eine Möglichkeit Bereiche aus der Dokumentverwaltung für einen Besucher (Abschnitt 3.3.2) auszublenden. Eine weitere Möglichkeit bietet sich bei den Newsbeiträgen und Terminen. Der Administrator kann im TYPO3-Backend die Zugrisrechte auf die einzelnen Daten so einschränken, dass nur ausgewählte Gruppen die Daten im Frontend angezeigt bekommen. 41

42 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Zentrale Komponenten Zentrale Komponenten sind dadurch gekennzeichnet, dass sie für den Benutzer jederzeit auf den Seiten sichtbar sind. Im Wesentlichen gehört dazu die Navigation. Um dem Benutzer ein Werkzeug zur Orientierung anzubieten, wird es im Header-Bereich eine Breadcrumb-Navigation (von manchen Autoren auch aktive Referenz genannt) geben. Diese besondere Navigation bildet den vom Einstiegspunkt der Seite zur gegenwärtigen Position zurückgelegten Weg ab. Auf diese Weise ist der Benutzer in der Lage, auf den Index und die bereits besuchten Seiten direkt zuzugreifen [17]. Für die portable Intranet-Lösung gehören zusätzlich noch die zentrale Suche und eine Kalender-Übersicht zu den permanent eingeblendeten Komponenten. Die Abbildung 3.4 zeigt das Frontend, wie es für die Arbeit erstellt wurde. Abbildung 3.4.: Screendesign Technische Umsetzung Mittlerweile hält die Internet-Technologie in allen Bereichen eines Unternehmens Einzug. Benutzern ist der Umgang mit Browser und vertraut [19]. Diesen Umstand macht sich die Intranet-Lösung zu Nutze und wird für die Benutzer wie auch für den Administrator einen browserübergreifenden Zugri auf das Intranet bieten. Das hat den Vorteil, dass die Benutzer keine neue Anwendung auf ihrem Computer installieren müssen und die Hemmschwelle für den Gebrauch des Intranets deutlich geringer ist. 42

43 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Ein Content Management System unterteilt die Intranet-Seiten in mehrere Bestandteile: es wird unterschieden zwischen Inhalt, Struktur und Design. Diese Trennung ist für die meisten Anwendungen im Internet- und Intranet-Bereich von elementarer Wichtigkeit. Durch die Entkopplung von Inhalt und Design kann die Gestaltung der kompletten Seiten an einer Stelle erfolgen. Das Design im TYPO3 CMS kann über ein zentrales Cascading Style Sheet (CSS) gesteuert werden. Seiten auf tieferen Ebenen erben die Anweisungen zur Darstellung, wodurch für die Intranet-Lösung eine einheitliche Sicht geboten wird. Sind die Anforderungen an das Layout unterschiedlich, so können einzelne Seiten gegebenenfalls aber auch durch weitere Style Sheets ergänzt oder überschrieben werden. Besonderen Wert wird auch auf eine möglichst medienneutrale Ausgabe gelegt. So kann der Inhalt einer Seite als PDF, zur Druckvorlage oder als HTML-Dokument abgerufen werden. Die Formate werden dazu zur Laufzeit aus der Datenbank generiert. Viele Jahre wurde bei der Strukturierung von Webseiten Tabellen verwendet. Die Positionierung von Graken und Inhalten war so einfach möglich. Mittlerweile haben Layout-Tabellen ihr Verfallsdatum deutlich überschritten. Folgerichtig beschreitet nun auch die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung - BITV den Weg hin zu CSS und damit weg von Layouttabellen [20]. TYPO3 bietet entsprechende Erweiterungen an, die in der portablen Intranet-Lösung Anwendung nden. Da der Begri der Barrierefreiheit für multimediale Anwendungen recht vielfältig interpretiert werden kann, soll hier die BITV als Grundlage gelten [21] Editieren des Inhalts Benutzer bearbeiten bei Content Management Systemen die Seiteninhalte normalerweise in einer eigenen Management-Umgebung. Das TYPO3 CMS nennt diesen Bereich das Backend, eine interne Benutzeroberäche mit Übersicht über den Inhalt und Zugang zu den Kontrollfunktionen. Für die Intranet-Lösung soll der Zugri auf das Backend nur für den Administrator nötig sein. Die Benutzer können zum Bearbeiten der Inhalte im sogenannten Frontend-Editing-Modus arbeiten. Über ein kleines Bleistift-Symbole neben dem jeweiligen Inhaltselement können die Benutzer Änderungen direkt auf den Seiten vornehmen. Damit diese Symbole die Sicht auf die Inhalte nicht permanent stören und der Zugri auf den Frontend-Editing-Modus entsprechend der Benutzer-Rollen eingeschränkt werden kann, ist in der Hauptnavigation der Intranet-Lösung ein Edit-Link vorgesehen. Dieser wird nur denjenigen Benutzern angezeigt, die zuvor vom Administrator in die entsprechende Gruppe eingetragen wurden. Die Schnittstelle zum Bearbeiten von Inhalten auf der Seite bietet den groÿen Vorteil, dass der Benutzer sich nicht erst in der Struktur des Backends zurechtnden muss und einen direkten Bezug zu dem Inhalten herstellen kann. Sobald er auf eines der Bleistift- Symbole geklickt hat, önet sich ein Fenster mit dem passenden Inhalten. Der Benutzer kann in diesem Fenster Texte bearbeiten, Bilder hinzufügen, Listen erweitern usw. Die 43

44 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Abbildung 3.5.: Bleistift-Symbol im Content Auswahl erreicht er bequem über das unter Nummer 1 dargestellt Drop-Down Menü. Im Punkt 2 kann zusätzlich noch eine Überschrift vergeben werden. Der Rich Text Editor kann dazu ein Menge zusätzlicher Funktionen (Punkt3) bieten, und ermöglicht ein Editieren der Inhalte ohne HTML Kenntnisse. Um ein konsistentes Layout zu erhalten, ist der Funktionsumfang (Punkt3) zum Editieren der Inhalte auf ein Minimum reduziert. Abbildung 3.6.: Rich Text Editor (Quelle:typo3.org) Emotionale Aspekte Emotionalen Gestaltungsaspekte spielen bei der Intranet-Lösung eine wichtige Rolle. Die Farben sind dezent gehalten und werden über die zentrale CSS-Datei gesteuert. Auf Eekte mit Bildern oder Animationen wird weitestgehend verzichtet. Es soll wenig von den eigentlichen Informationen ablenken und der Benutzer soll direkt zu den gewünschten Inhalten geleitet werden [22]. Die einzelnen Elemente der Navigation werden durch einen Mouseover-Eekt hervorgehoben, sobald ein Benutzer seine Maus über einen der Links bewegt. Dies gibt dem Benutzer eine Rückmeldung für seine Interaktion und vereinfacht die Bedienbarkeit. Ähnlich verhalten sich die Felder in der Kalender-Übersicht. Dazu werden die Tage mit bereits eingetragenen Terminen farblich hervorgehoben. 44

45 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Eine bewusste Ausnahme der schlichten Gestaltung bildet der Dokumentenbereich. Hier sollen Bilder, Videos und Audio-Dateien von der Veranstaltung den Benutzern zur Verfügung gestellt werden und diese auch emotional durch Thumbnails begeistern. Zusätzlich wird ein Benutzer zu jedem Dokument eine kurze Beschreibung hinterlegen können, sodass andere Benutzer nicht nur durch die Namensgebung auf den Inhalt des Dokumentes schlieÿen können Administrativer Bereich Das TYPO3 Backend sollte dem Administrator die Möglichkeit bieten, Benutzer und Gruppen über eine intuitive Oberäche anzulegen. Alle Einstellungen am System können bequem über einen Browser bedient werden, sodass keine zusätzliche Software für die Verwaltung des Systems nötig ist. Die Oberäche zur Verwaltung der Intranet-Lösung stellt sich wie folgt aus: Abbildung 3.7.: TYPO3 Management Backend Der Backend-Bereich gliedert sich in drei Bereiche. In der Spalte ganz links werden die Backend-Module dargestellt, die durch Backend-Extensions aus dem TYPO3 Online- Repository 7 ergänzt werden können. In der mittleren Spalte wird die Struktur der Intranet Seiten als Baum dargestellt. Der Zugri auf einzelne Verzeichnisse und Objekte lässt sich hier individuell auf Benutzergruppen festlegen. Die Inhalte werden schlieÿlich im Hauptfenster des Backends angezeigt. Das TYPO3 Backend bietet viele Möglichkeiten zur Verwaltung der Inhalte. Für die Intranet-Lösung wird davon allerdings nur ein Bruchteil benötigt. Damit sich das Backend für den Administrator so einfach wie möglich gestaltet, wird die linke Spalte mit ihren Modulen auf ein Minimum reduziert. Ebenfalls gibt es die Möglichkeit Inhalte direkt im Frontend (also den Seiten selbst) zu editieren. Diese Funktion wird für das portable Intranet erweitert, sodass auch neue News-, Termin- und Umfrage-Objekte direkt vom Benutzer erzeugt werden können. Der Edit Bereich wird so erweitert, das der Benutzer die passenden Links auch im Frontend nutzen kann. 7 Über das TYPO3 Online-Repository stellen Entwickler aus der ganzen Welt ihre Programme als sog. Extensions zur Verfügung. Die Extensions unterliegen ebenso wie TYPO3 automatisch der GPL. 45

46 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF 3.5. Linux Livesysteme Die Grundlagen zu einem Livesystem wurde bereits in Kapitel 2.5 behandelt. Die speziellen Anforderungen an eine Live-CD für das portable Intranet werden in diesem Kapitel betrachtet. Dazu sollen verschiedene Linux-Distributionen hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeit beurteilt werden. Abschlieÿen wird das Kapitel mit einer Analyse der verschiedenen Boot-Konzepte von Knoppix, sodass eine Entscheidung für die spätere Implementierung möglich ist. Ein wichtiges Entscheidungskriterium betrit die automatische Hardware-Erkennung. Schlieÿlich soll die Intranet-Lösung auf möglichst vielen Systemen ohne Konguration lauähig sein. Darüber hinaus muss sich die Linux-Distribution an die Bedürfnisse des Intranets leicht anpassen lassen. Einen weiteren Aspekt, den die Live-CD erfüllen muss, ist die Fähigkeit, Daten bei Bedarf permanent abzuspeichern und diese nach einem Neustart wieder in das System zu integrieren. Um die Intranet-Lösung auch von einem USB-Stick starten zu können, wird zusätzlich ein modizierter Linux-System-Kern benötigt, der die einzelnen Treiber frühzeitig lädt. Der groÿe Vorteil von Knoppix gegenüber anderen Systemen wie etwa von SUSE oder Fedora 8, liegt darin, dass die Knoppix-Distribution von jeher das Ziel einer installationsfreien Linux-Version verfolgte. Suse und Fedora veröentlichen ihre Distributionen nur zu Demonstrationszwecken als Live-CD. Seit der Version 3.8 unterstützt Knoppix das UnionFS Dateisystem. Damit lässt sich eine RAM-Disk transparent über das Dateisystem der Knoppix-CD legen, wodurch es möglich wird, Systemdateien zu verändern und auch neue Software zu installieren. Abbildung 3.8.: Quelle: File systems and Storage Lab, Stony Brook University 8 Suse: Fedora: 46

47 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Da Knoppix freie Software ist, gibt es mittlerweile einige Derivate, die das System hauptsächlich wegen der guten Hardware-Erkennung übernehmen. So gibt es in der Enzyklopädie Wikipedia [36] eine Liste verschiedenster Knoppix-Varianten unter denen auch eine TYPO3-Live Version vertreten ist. Diese dient dazu TYPO3 als Content Management System zu demonstrieren. Für die Realisierung der Intranet-Lösung muss die Knoppix-Distribution auf die nötigsten Komponenten reduziert werden, sodass ein komplettes Betriebssystem inklusive der Serverumgebung und dem TYPO3 CMS nicht nur auf eine CD-Rom gebrannt werden kann, sondern auch auf einem USB-Stick mit 512 MB Platz ndet. Eine interessante Knoppix-Variante ist DSL (Damn Small Linux). Die komplette Distribution ist lediglich 50 MB groÿ, bietet mit FluxBox 9 allerdings einen eher spärlichen Fenstermanager, der dem Administrator der Intranet-Lösung keine leicht zu bedienende Oberäche bietet. Andere Knoppix-Varianten sind oft sehr speziell auf einen bestimmten Aspekt ausgerichtet, so ist beispielsweise Knoppicillin 10 eine Live-CD zur Desinfektion von Rechnersystemen nach einem Virenbefall. Für die Realisierung der Intranet-Lösung wird zunächst die aktuelle TYPO3-Live Version als Grundlage genutzt, da sie die Serverumgebung und ein lauähiges TYPO3 CMS bereits enthält. Allerdings muss die Distribution in folgenden Punkten noch angepasst werden. Von TYPO3-Live gibt es noch keine Variante, die ein Booten von USB-Stick unterstützt. TYPO3 verwaltet die Dokumente und Dateien der Benutzer in einem eigenen Verzeichnis namens /leadmin. Bei der Distribution fehlt die Möglichkeit Daten aus dem TYPO3-CMS zu exportieren und diese bei einem Neustart wieder einzulesen. Zur Lösung wird ein Shell-Script auf der Knoppix-CD implementiert, das die Daten bei Bedarf auf einen externen Datenträger speichert und beim erneuten Booten automatisch einliest. Die aktuelle Knoppix Distribution unterstützt bis jetzt nur den Export des eigenen Home- und Kongurations-Verzeichnisses. Für die TYPO3 Intranet-Lösung wird zusätzlich das Exportieren des /leadmin-verzeichnisses im Apache Webserver ermöglicht. Schlieÿlich muss der Umfang des gesamten Systems noch angepasst werden, damit die Gesamtgröÿe die gewünschten 512 MB nicht übersteigt. Nach dem erfolgreichen Start von Knoppix startet automatisch der KDE Desktop. KDE steht für K Desktop Environment und bietet eine moderne, grasche Arbeitsumgebung, die in der Zwischenzeit groÿe Ähnlichkeit mit einem Windows-Desktop erlangt hat. KDE benötigt mit seinen bunten Fenstern und Graken mehr Speicherplatz als die schlanken Alternativen Fluxbox oder Fvwm2. Es bietet aber für Linux-Einsteiger eine Desktop-Umgebung, die sich einfach bedienen lässt. 9 Den FluxBox Windowmanager nden Sie unter: 10 Knoppicilin ist ein Projekt des Heise Zeitschriften Verlages: 47

48 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Oft wird Gnome als Alternative zum KDE Desktop genannt. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Die Tatsache, dass Gnome aber einige Funktionen nur durch einen Klick auf die rechte Maustaste ermöglicht, was für Benutzer aus der Windows-Welt etwas ungewohnt sein mag, hat schlieÿlich gegen den Einsatz gesprochen. Die Entscheidung für KDE bei der Intranet-Lösung soll dem Administrator den Umgang mit dem Knoppix-System so einfach wie möglich gemacht werden, damit dieser sich nicht erst in eine neue Arbeitsumgebung einnden muss Der Linux Start Prozess Der Bootvorgang bei Live-CDs unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten von dem eines permanent installierten Systems: Zum Einen bendet sich der Bootcode auf einem mobilen Datenträger. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Boot-CD. Zum Anderen ist für den Start des Systems eine Dekomprimierung des darauf bendlichen Systemabbilds erforderlich. Die Komprimierung ist notwendig, damit das Gesamtvolumen des voll entpackten Systems auf dem begrenzten Raum des Datenträgers überhaupt Platz ndet [6]. Die Standard-Einstellung des BIOS am Computer sieht ein Booten von USB-Medien normalerweise nicht vor. Manche ältere Computer unterstützen ein Booten von USB nicht. Will ein Benutzer des System folglich von einem USB-Stick booten, wird er zunächst überprüfen müssen, ob sein Computer diese Funktion unterstützt und sich die entsprechende Tastenkombination für das BIOS an seinen Computer merken müssen. Das Starten eines Livesystems von CD-ROM Laufwerk wird hingegen von fast allen Computern unterstützt. Das BIOS muss dazu lediglich den El-Torito-Standard 11 unterstützen, was bei modernen Computer der Fall ist. Ähnlich einer bootfähigen Floppy- Disk oder Festplatte kann über diesem Standard eine bootfähige CD erstellt werden. Die Mehrzahl der heute bekannten Live-Distributionen verwendet zum Booten von CD-Images den Boot-Loader isolinux. Eine Ausnahme ist beispielsweise Kanotix, wo man grub einsetzt. Bevor nun aber die Systeme auf deren Fähigkeiten getestet werden können, ist es wichtig die Theorie hinter dem Linux Boot Prozess zu verstehen. Ein Boot-Loader ist eine spezielle Software, die im Allgemeinen durch das BIOS (Basic Input Output System) von einem bootfähigen Medium geladen und anschlieÿend ausgeführt wird. Der Boot-Loader lädt dann weitere Teile des Betriebssystems nach und startet schlieÿlich das eigentliche System. Die beiden oben genannten Boot-Loader teilen den Bootvorgang in mehrere Stufen auf. Diese Aufteilung hat den Vorteil, dass damit der Boot-Prozess schrittweise den 11 IBM und der Mainboard-BIOS-Hersteller Phoenix veröentlichten 1995 eine CD-ROM-Spezikation namens El-Torito, welche das Booten von einer CD auch auf MS- DOS-PCs möglich macht. El-Torito ist eine DOS-Erweiterung des ISO-9660-CD-Formats. 48

49 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Abbildung 3.9.: Struktur des Linux Bootvorgangs Gegebenheiten des Systems angepasst werden kann. Diese schrittweise Anpassung ermöglicht es auch, das Starten der portable Intranet-Lösung von einem USB-Stick. Für gewöhnlich wird nach der ersten Stufe der Betriebssystem-Kern und die initiale Ramdisk (initrd) geladen. Die initiale Ramdisk ist eine eigene Linux-Partition, die komplett in den Arbeitsspeicher (RAM) des Computers geladen wird. Auf der Ramdisk müssen die nötigen Kernel-Modulen zum booten von einem USB-Stick vorhanden sein. Der Kernel wird, nachdem er geladen wurde, als nächstes die Kongurationsdatei linuxrc, die in der initialen Ramdisk enthalten ist, starten. In dieser Datei werden unter anderem der Pfad zum komprimiertem Knoppix Abbild (image) gesetzt. Es werden aber auch alle nötigen Kernel-Module geladen, sodass die entsprechende Hardware unterstützt wird. Damit das System von einem USB-Stick gebootet werden kann, gibt das BIOS jedem Gerät ein bestimmtes Zeitfenster, in dem sich das Bootmedium anmelden muss. Wenn das Gerät sich innerhalb dieses Zeitfensters nicht meldet, wird es als Bootmedium nicht berücksichtigt. USB Module werden normalerweise erst durch den init-prozess geladen. Da die portable Intranet-Lösung allerdings von einem USB-Stick gebootet werden soll, würde es hier zu einem Konikt kommen. Der Boot-Loader würde den Kernel laden, die initiale Ramdisk erstellen und schlieÿlich nach einem Dateisystem suchen. Da die USB-Module noch nicht geladen sind, kann folglich auch nicht auf das komprimierte Knoppix Abbild zugegrien werden. Der Bootprozess würde abbrechen. Die linuxrc Datei muss somit frühzeitig die USB-Module für den Kernel laden und die Wartezeit so lange verzögern, bis die Module alle geladen sind. Erst dann ist auch ein Zugri auf das eigentliche System möglich und das Livesystem kann gestartet werden Datenspeicherung Knoppix versucht nach dem Start die gesamte Hardware des Computers zu erkennen und zu nutzen. So werden beim Start auch die vorhandenen Linux und Windows- Festplattenpartitionen des Computers erkannt. Sind am System ein oder mehrere USB- Sticks angeschlossen, können auch diese erkannt werden. Zur Verwaltung von Nicht- 49

50 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Linux-Partitionen eignet sich das FAT32-Format am besten. Knoppix stellt die entsprechenden Partitionen auf seinem KDE-Desktop mit kleinen Icons dar, die vom Administrator über das Kontextmenü eingebunden werden müssen [24]. Die generelle Philosophie der Knoppix Distribution ist so wenig wie möglich Schreibzugrie zu erlauben. Daher werden die vorhandenen Partitionen des Computers wenn überhaupt, nur im Lesemodus read-only eingebunden. Ein persistentes Speichern von Daten aus dem Knoppix Benutzerverzeichnis ist dennoch möglich. Dabei verwendet Knoppix eine Image-Datei, die auf der Festplatte des Rechners abgelegt wird. Natürlich muss die entsprechende Partition dazu auf den read-write Modus umgestellt werden. Für den Im- und Export der Daten auf einem USB-Stick lautet das richtige Device meist /dev/sda1. Auf dem Datenträger werden durch das von Knoppix mitgelieferte Shell-Script zwei Dateien erzeugt: configs.tbz enthält ein mit bzip2 komprimiertes Archiv der ausgewählten Dateien. Diese können mit dem für Windows kostenlosem WinRAR Programm auch wieder entpackt werden. knoppix.sh ist eine kleine Script-Datei, die beim Knoppix-Start ausgeführt wird. Sie extrahiert lediglich die Daten aus dem congs.tbz Archiv an ihren vorherigen Speicherort. Auf die Dauer ist es mühsam, wenn nach jedem Knoppix-Start die entsprechenden Daten für das TYPO3-Intranet von Hand neu eingelesen werden müssen. Zudem mangelt es Knoppix an einer Möglichkeit Daten von einem Webserver oder einer Datenbank zu speichern. Anpassungen an der Knoppix Distribution Damit Knoppix die gesicherten Dateien beim nächsten Start berücksichtigt, muss nach dem Systemstart eine Option zum erneuten Einlesen der Daten geboten werden. Für die Realisierung der Intranet-Lösung muss auÿerdem der Startvorgang so angepasst werden, dass ein Administrator beim erneuten Booten der Knoppix-Distribution auf die gespeicherten TYPO3-Daten zugreifen kann. Eine weitere Anpassung der Knoppix-Distribution ist beim Beenden des Systems vorgesehen. Hier wird dem Administrator eine Möglichkeit zum persistenten Speichern von Daten aus dem Intranet auf einem Datenträger ermöglicht. Daten aus der Kontaktverwaltung können in das csv-format exportiert werden. Ein späterer Import dieser Daten in Anwendungen wie Microsoft Outlook oder Excel wird dadurch ermöglicht. Der Administrator soll auf die beiden Scripte zur Speicherung und zum Import der Daten bequem über Icons auf dem Desktop zugreifen können. Ergänzend dazu wird es auch eine Schritt-für-Schritt Dokumentation im Hilfe Verzeichnis der Intranet-Lösung geben. 50

51 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Server-Umgebung und Netzwerk Die portable Intranet-Lösung soll nicht ein Ad-hoc-Netzwerk aufbauen. Vielmehr soll die jeweilige vorhandene Infrastruktur an Ort und Stelle genutzt werden. Die Live-CD wird dazu Scripte enthalten, die es dem Administrator ermöglichen eine Verbindung über LAN oder WLAN aufzubauen. Oft sind die technischen Grundlagen zur Kommunikation in Hotels oder Veranstaltungsräumen bereits geschaen. Immer mehr Personen besitzen einen tragbaren Computer mit dem sie sich in das Internet einwählen können. Hotels bieten als guten Service ihren Besuchern die Infrastruktur in ihren Tagungsräumen und Zimmern an. Auf Messen ist ein Netzwerk schon Voraussetzung für viele Aussteller, sodass man in den meisten Situationen von einer bestehenden Netzwerk-Infrastruktur ausgehen kann. Allerdings mangelt es häug an einer zentralen Anlaufstelle, an der Informationen und Daten direkt und digital ausgetauscht werden können. Die Benutzer sind zwar häug in der Lage das Internet zu nutzen, ihnen bleibt aber die Möglichkeit, mit Personen aus ihrer direkten Umgebung eine Verbindung aufzubauen, verwehrt. Die Intranet-Lösung wird als Informations- und Kommunikationsplattform diesem Mangel entgegenwirken. Die Dienste des Intranet werden von der Live-CD gestartet und sind unter einer im Netzwerk erreichbaren IP-Adresse abrufbar. Der Benutzer muss dazu lediglich die Adresse in seinem eigenen Browser eingeben und kann nach einem Login das portable Intranet nutzen Virtuelle Maschinen Im technischen Sinn bildet die unterste Schicht der Intranet-Lösung der Computer oder Laptop, auf dem die Live-CD gestartet wurde. Die VMware Workstation setzt auf dem echten Prozessor und der Hardware eines Rechners auf und stellt eine virtuelle Hardware- Umgebung zur Verfügung. Damit die VMware mit dem Linux-Livesystem angemessen arbeiten kann, sind mindestens 256 MB für den virtuelle Speicher unter VMware anzugeben. Es hat sich herausgestellt, dass der Computer selbst über mindestens 512 MB RAM verfügen muss, damit ein üssiger Betrieb möglich ist. VMware ist ein kommerzielles Produkt und bildet so die einzige Ausnahme bei der ansonsten freien verfügbaren Lösung. Für den Einsatz der Intranet-Lösung ist die VMware Software nicht zwingend nötig, der Computer muss dann allerdings ein Booten von CD-Rom bzw. USB-Stick unterstützen. VMware stellt für die Realisierung der Intranet-Lösung eine virtuelle Maschine zur Verfügung. Auf dieser wird die Knoppix-Distribution starten. Das komplette Intranet- System wird somit in einem Fenster des Host-Systems gestartet und ausgeführt. Das hat im Vergleich zum Booten der Knoppix-Distribution von einem CD-Laufwerk oder USB- Stick den Vorteil, dass der Anwender weiterhin sein Betriebssystem wie gewohnt nutzen 51

52 KAPITEL 3. ANALYSE UND ENTWURF Abbildung 3.10.: Schichten Architektur kann. So lässt sich beispielsweise eine Powerpoint-Präsentation durchführen, während im Hintergrund die Intranet-Lösung gestartet ist und weitere Benutzer im Netzwerk den gleichen Computer als Intranet-Server nutzen. Neben der Workstation von VMware gibt es auch die VitualPC Software von Mircosoft. Diese hat im Vergleich zu VMware allerdings den entscheidenden Nachteil, dass nur USB-Geräte wie Maus oder Tastatur über eine PS/2-Emulation verfügbar sind. Für andere USB-Gerät wie USB-Sticks oder Multimedia-Geräte existiert keine Emulation, sodass diese mit der virtuelle Maschine nicht genutzt werden können. Eine Unterstützung von SCSI-Geräten ist ebenfalls nicht vorhanden [32]. Es gibt auch Produkte aus dem Open Source-Bereich. Die bekanntesten Vertreter sind QEMU und Bochs. Sie können in puncto Geschwindigkeit allerdings mit der Leistung der kommerziellen Produkten VMware und VirtualPC nicht mithalten. Somit wird beim Einsatz des portablen Intranets die VMware Workstation als Emulator eingesetzt. 52

53 4. Implementierung TYPO3 hat sich zur Realisierung eines Intranet erfolgreich in vielen Unternehmen bewährt. Allerdings wurde bis dato weder mit TYPO3 noch mit einem anderen Content Management System eine portable Intranet-Lösung geschaen. Der Entwurf dieser Arbeit sieht dazu die Implementierung von verschiedenen Extensions im TYPO3 CMS vor. Die Implementierung einer Intranet-Lösung mit einem Content Management System bildet allerdings nur den einen Teil der Arbeit. Um auf möglichst vielen Systemen lauähig zu sein, hat die Analyse auch verschiedene Linux Livesysteme auf ihre Portabilität hin untersucht. Die Fähigkeit zum Booten von CD-ROM und USB spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Kanotix Live-CD erfüllt die Anforderungen am besten und wird bei der Implementierung für die Diplomarbeit entsprechend angepasst. Abschnitt 4.1 beschreibt die Implementierung der für das CMS relevanten Konzepte. Abschnitt 4.2 schildert die Anpassungen und Erweiterungen am Linux Livesystem. Der Arbeit liegt eine CD bei, auf der die Implementierung als Live-CD enthalten ist TYPO3 Zunächst wird in Abschnitt der Aufbau von TYPO3 dargestellt. In den folgenden Abschnitten werden die notwendigen Anpassungen am TYPO3 Content Management System erläutert. In Abschnitt wird dazu die Implementierung einer Webumgebung für das Intranet dargestellt. Insbesondere die Gestaltung auf Basis von XHTML und CSS spielt dabei eine groÿe Rolle. Die in Unterkapitel 3.1 denierten Komponenten werden im TYPO3 CMS durch sogenannte Extensions realisiert. Auf dieser Basis wird in Abschnitt die Implementierung und Anpassung der in der Analyse geforderten Extensions für die portable Intranet-Lösung beschrieben. Im letzten Abschnitt wird die in Unterkapitel 3.3 beschriebene Organisationsstruktur für Benutzer und Gruppen implementiert Aufbau von TYPO3 Das TYPO3-Framework untergliedert sich in zwei groÿe Bereiche: User-Backend und User-Frontend. Im Abschnitt 3.3 wurden die einzelnen Benutzergruppen identiziert und ihre Rechte und Rollen im Frontend und Backend erklärt. Um den Anforderungen einer Kommunikationsplattform gerecht zu werden, müssen verschiedene Extensions 53

54 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG implementiert werden. Sie sind kostenlos verfügbar und meistens ohne gröÿere Anpassungen ihrer Funktionalität direkt einsetzbar. Die TYPO3-interne Sprache TypoScript ermöglicht dabei die Erweiterungen an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Abbildung 4.1.: TYPO3 System Core Quelle: typo3.org Die Installation zusätzlicher Funktionen wird direkt über die entsprechende Schnittstelle im Backend von TYPO3 vorgenommen. Viele Wartungsarbeiten und Erweiterungen können so dezentral über einen Browser getätigt werden. Das System muss dabei nicht neu gestartet werden und bleibt während der Installation für die Benutzer nutzbar. Extensions gibt es sowohl für das Backend, als auch für das Frontend. Die Backend- Module erweitern die Möglichkeiten des Administrators zu Verwaltung und Pege der Intranet-Lösung, wohingegen die Frontend-Module den Benutzern eine neue Funktionalität bieten (z.b. Terminkalender). Die Möglichkeit, zusätzliche Extensions installieren zu können, ist in der portablen Intranet-Lösung integriert und erlaubt dem Administrator die Intranet-Lösung an seine eigenen Bedürfnisse anzupassen. Allerdings sind die dort vorgenommenen Änderungen nur während des laufenden Betriebs der Live-CD vorhanden. Wird der Computer ausgeschaltet, sind die Daten für gewöhnlich gelöscht. Es besteht die Möglichkeit sämtliche vorgenommenen Einstellungen in das TYPO3-54

55 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG eigene t3d-format 1 zu exportieren. Dieses Vorgehen führt allerdings zu einigen Problemen. Zum Einen kann das t3d-format nicht von anderen Anwendungen gelesen werden und zum Anderen funktioniert der Import nicht wieder so reibungslos, wie es für den Einsatz mit der Live-CD nötig ist. Das Content Management System unterteilt die Intranet-Seiten logisch in mehrere Bestandteile: es wird unterschieden zwischen Inhalt, Struktur und Design. Die Struktur des Intranets wird durch einen Baum dargestellt und bildet ein logisches Abbild der Seiten und ihrer Beziehungen. Für den Benutzer erleichtert sich die Navigation deutlich, da die Baumstruktur stark an die des Explorer im Windows Betriebssystem erinnert. Im Prinzip ist eine Seite dabei nur ein Container der mit Inhalt gefüllt werden muss. Dazu bietet TYPO3 mehrere Inhaltselemente an die vom Benutzer/Administrator in die Seite eingefügt werden können. Der groÿe Vorteil bei dieser Struktur liegt in den freien Gestaltungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Inhaltselemente. Es gibt im Vergleich zu anderen Systemen in TYPO3 weder eine vorgeschriebene Reihenfolge noch einen begrenzten Umfang für die Realisierung beliebig komplexer Seiten. Die Gestaltung der Ausgabe kann in TYPO3 über ein zentrales Cascading Style Sheet und ein TypoScript Template gesteuert werden. Beide können auf der obersten Ebene in der Baumstruktur eingebunden werden und vererben die Einstellungen an alle darunter liegenden Seiten. Bei Bedarf können diese Vorgaben durch weitere Style Sheets und Templates auf den unteren Ebenen ergänzt und überschrieben werden. Abbildung 4.2.: Struktur der Seiten Das Gerüst der Intranet-Seiten wird in TYPO3 durch ein Seiten-Template erzeugt. Dieses besteht hauptsächlich aus HTML-Code, der mit TYPO3-Markern ergänzt ist. 1 t3d ist ein proprietäres Datenformat um sämtliche Inhalte aus dem TYPO3 CMS in eine Datei zu speichern. 55

56 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG Diese Marker werden im CMS später durch den Inhalt aus der Datenbank ersetzt. Der Einsatz von HTML-Templates ist bei TYPO3 allerdings nicht zwingend erforderlich. Das CMS bietet auch eigenen Templates an, deren Ausgabe rein über die TYPO3- eigene Scriptsprache TypoScript erzeugt wird. Bei der portablen Intranet-Lösung wird die Variante mit Seiten-Templates eingesetzt. TypoScript weist dabei den Markern im Seiten-Template die Inhalte aus der Datenbank entsprechend der aufgerufenen Seiten- ID zu. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten verdeutlicht noch einmal die folgende Abbildung Implementierung der Intranet-Seite Ein Anliegen der Intranet-Lösung ist die einheitliche Darstellung aller Informationen über ein zentrales Interface. Das folgende Screen-Design ist so ausgelegt, dass sich die Benutzer schnell zurechtnden und jederzeit auf die Elemente der Navigation zugreifen können. Abbildung 4.3.: Screendesign der portablen Intranet Lösung T3Intranet Die beiden in der Analyse denierten Navigationen wurden ebenso wie die zentralen Komponenten direkt übernommen. Dazu wurde im TYPO3-Backend eine entsprechende Struktur für die einzelnen Punkte der Navigation angelegt. Das Layout im portablen Intranet basiert auf den Erkenntnissen aus Abschnitt und setzt konsequent ein globales XHTML-Template mit div-tags ein. Für die Formatierung werden mehrere Cascading Style Sheets eingesetzt. TypoScript Templates (siehe Abschnitt 4.1.1) werden in einem eigenen Container gehalten und für die jeweiligen Komponenten (Navigation, Su- 56

57 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG che, Login usw.) über ein globales TypoScript Template auf der root-seite eingebunden. Für folgende Bereiche sind im XHTML-Template über einen div-container deniert: Logo und Begrüÿung Anzeige der IP-Adresse Hauptnavigation mit benutzerabhängiger Anzeige der Links Login-Bereich Komponenten-Navigation Suche Kalender/Terminverwaltung Medienausgabe Fuÿzeile Implementierung der Erweiterungen Für TYPO3 gibt es bereits eine groÿe Anzahl an Erweiterungen, die unter anderem auch die in der Analyse geforderten Komponenten wie Dokumentenverwaltung, News oder Foren unterstützen. Die Erweiterungen sind von unterschiedlichen Personen implementiert worden und stehen in verschiedenen Formen mit jeweils anderen Merkmalen zur Verfügung. So gibt es allein für die Implementierung eines Kalenders in TYPO3 ca. 20 Erweiterungen. Nicht immer ist sofort klar welche der Extensions sich am besten für ein Projekt eignet [33]. Jede Erweiterung hat ihre Vor- und Nachteile und unterliegt den jeweiligen Präferenzen des Programmierers. Manche der Erweiterungen sind kaum oder überhaupt nicht dokumentiert. So konnte bei der Implementierung der Extension für die portable Intranet- Lösung oft nur ein Probelauf Klarheit schaen, um Punkte wie die Ausgabe mit XHTML und CSS zu überprüfen. Termine Als Termin- oder Kalendersystem wurde zunächst die Erweiterung jw_calendar ausgewählt. Sie bot die nötige Stabilität und konnte die Inhalte in XHTML und CSS ausgeben. Allerdings erzeugt die Extension Probleme bei der Referenzierung der in Abbildung 4.3 dargestellten Monats-Ansicht hin zu den einzelnen Einträgen eines Tages. Nach weiteren Recherchen el die Auswahl auf die Extension Extended Calendar, die in puncto Stabilität und Ausgabe gleichwertig gute Ergebnisse liefert und die einzelnen Kalender- Objekte richtig referenziert. 57

58 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG Die Implementierung des Extended Calendar in der portablen Intranet-Lösung kennt drei Darstellungsformen für die Objekte. In der kompakten Monats-Ansicht sind Tage, an denen Termine vorliegen, farbig gekennzeichnet. Die so markierten Tage sind dabei direkt auf die Tages-Ansicht verlinkt, die sich im Hauptfenster önet. Dem Benutzer wird in dieser Ansicht bereits der Titel und die Zeit zu jedem Termin angezeigt. Noch detailliertere Informationen werden schlieÿlich über die implementierte Event-Ansicht geboten. Diese Ausgabe stellt alle mit dem Objekt verknüpften Informationen wie Ort, Zielgruppe, Einleitung, Links usw. dar. Damit Benutzer selbst Termine einfach und schnell eingeben können, wurde eine entsprechende Schnittstelle im Frontend entwickelt. In der Rubrik Edit wird den Benutzern der entsprechende Link zum Erstellen neuer Termine angezeigt. Eine passende Eingabemaske wird in einem neuen Fenster geönet und ermöglicht das Anlegen neuer Termine. Die portable Intranet-Lösung kümmert sich dabei automatisch um die richtige Speicherung der Daten im Backend. Damit nicht beliebig viele Benutzer neue Einträge erstellen können, wird der Administrator den Zugri auf die verschiedenen Objekte in der Rubrik Edit im Backend steuern können. Kontakt-Datenbank Die Verwaltung der Benutzer und deren Adress-Informationen soll für den Administrator so einfach wie möglich sein. TYPO3 unterscheidet normalerweise strikt zwischen Backend- und Frontend-Nutzern. Damit bei der portablen Intranet-Lösung nicht zwei Tabellen verwaltet werden müssen, wurden die Extensions Frontend User Admin und FEUser->BELogin integriert und entsprechend konguriert. Sie ermöglichen die Verknüpfung von Benutzern auf der Seite und den korrespondierenden Benutzern im Backend. Da beide Erweiterungen nur in englischer Sprache verfügbar sind, mussten die einzelnen XHTML-Templates für die Intranet-Lösung angepasst werden. Abbildung 4.4.: Seite Kontakt-Datenbank und Mein Prol 58

59 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG Normalerweise würde die Frontend User Admin-Erweiterung auch das Anlegen und Löschen von Benutzern direkt im Frontend zulassen. Aus Sicherheitsgründen wurde diese Funktionalität für die Realisierung abgeschaltet, sodass nur der Administrator im Backend die Möglichkeit zur Benutzerverwaltung erhält. In der Hauptnavigation wurde der Link Mein Prol eingebaut, über den Benutzer auf ihre persönliche Seite gelangen. Sie haben dort die Gelegenheit ihre persönlichen Daten anzupassen und können letztlich auch selbst entscheiden wieviel Informationen sie zu ihrer Person preisgeben wollen. Diskussionsforum Die Extension tt_board gehört im TYPO3 CMS zu den integrierten Erweiterungen. Sie erfüllt bis auf das Ausgabeformat alle Anforderungen der Analyse. Bekannte PHPbasierte Foren wie CHC Forum oder phpbb sind ebenfalls als Erweiterungen für TYPO3 verfügbar. Sie werden allerdings nicht implementiert, da der Umfang und die damit verbundene Einarbeitungszeit die Arbeit des Administrators nur erschweren würde. Für die portable Intranet-Lösung ist die tt_board Extension so konguriert worden, dass der Benutzer nach einem Klick auf den Forum-Link in der linken Hauptnavigation ein Menü mit drei Kategorien angezeigt bekommt. Die Erweiterung wurde so angepasst, dass nur der Administrator im Backend des Intranet neue Kategorien einrichten kann. Die Möglichkeit, über den Edit Link neue Kategorien anzulegen, wurde bewusst nicht verwendet, damit das Forum überschaubar bleibt. Die Extension ist nicht XHTMLkonform, sodass die Ausgabe der Daten entsprechend angepasst werden musste. Ein entsprechendes Template sowie eine eigene CSS-Datei wurden dazu implementiert. Benutzer haben im Frontend die Möglichkeit neue Beiträge und neue Rubriken zu erstellen. Abbildung 4.5.: Eintrag in Diskussionen Klickt der Benutzer auf eine bestimmte Kategorie, werden alle Beiträge in einer Liste angezeigt. Der Benutzer hat nun die Möglichkeit einen neuen Beitrag zu erstellen, oder auf einen bestehenden Beitrag zu antworten. Dazu wird ihm am Ende der Liste folgende Eingabemaske angezeigt. 59

60 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG Umfragen Für Umfragen bietet TYPO3 ebenfalls eine im Grundsystem integrierte Erweiterung namens tt_poll an. Die Extension beherrscht leider ebenso wenig die Ausgabe von XHTML-konformen Seiten wie die tt_board Extension. Somit muss die Ausgabe im Frontend auch bei dieser Erweiterung grundlegend für die Intranet-Lösung geändert werden. Dem Benutzer wird in der Intranet-Lösung unter dem Link Umfragen eine Seite mit einer oder mehreren Umfragen angeboten. TYPO3 versucht über Sessionvariablen die Stimmabgabe auf genau eine Stimme zu begrenzen. Leider bewahrt das System die Benutzer nicht davor, ihren eigenen Cache im Browser zu löschen und so noch einmal abzustimmen. Zukünftige Implementierungen könnten hier vielleicht anderen Wege gehen. Nach der Stimmabgabe wird der Benutzer automatisch auf eine neue Seite umgeleitet, die ihm die Resultate und die Anzahl der Gesamtstimmen angezeigt. Namen werden nicht für die abgegebenen Stimmen gespeichert, sodass jeder Benutzer seine Meinung anonym äuÿern kann. Die folgende Grak zeigt die Umfrage- und Ergebnisseite wie sie für die portable Intranet-Lösung implementiert wurde. Abbildung 4.6.: Umfrage- und Resultatseite Neue Umfragen lassen sich über den Edit-Bereich direkt im Frontend erstellen. Auch hier wird einem Benutzer mit den entsprechenden Rechten ein Link zum Erstellen neuer Umfragen im Frontend angezeigt. Die Syntax zum Erstellen der möglichen Antworten ist von TYPO3 nicht unbedingt intuitiv gestaltet. Damit die Benutzer dennoch mit dieser Funktion arbeiten können, wurde eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in der Hilfe Rubrik erstellt. Zentrale Suche Dem Benutzer wird im Intranet (siehe Abbildung 4.3) permanent ein Suchformular angeboten, das sich im rechten Bereich jeder Intranet-Seite bendet. Dieses lässt eine Suche 60

61 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG auf Inhalte und Dokumente zu. Damit TYPO3 diese erweiterten Suchmöglichkeiten anbieten kann, müssen mehrere Bedingungen erfüllt werden. Zunächst benötigt das CMS die Extension Indexed Search Engine. Diese bietet eine umfassende Suche für Inhalte im CMS. Um neben den Inhalten der Intranet-Lösung auch Dokumente durchsuchen zu können, muss die Erweiterung Zugri auf weitere Programme des Betriebssystems haben. So wurden auf dem Livesystem die Pakete catdoc und pdftotext installiert. Die Extension verlangt schlieÿlich noch vom Administrator die Indizierung relevanter Seiten, sodass diese schnell durchsucht werden können. Da die Intranet-Lösung nicht sehr umfangreich ist, wurde bei der Entwicklung die Indizierung rekursiv auf alle Objekte gesetzt. Die Ergebnisse werden bei der Inhaltssuche in einer ausführlichen Liste dargestellt, die dem Benutzer nicht nur die Relevanz des Ergebnisses anzeigt, sondern auch die Suchworte in den entsprechenden Texten farblich hervorhebt. Die Abbildung 4.7 zeigt ein solches Ergebnis. Abbildung 4.7.: Ergebnis einer Suche Im Bereich Kontakte bietet die Implementierung ebenfalls eine Suche an. Der Benutzer wird am Anfang der Kontakte-Liste ein Suchformular nden, über das er bequem die vorhandenen Adressen durchsuchen kann. Dokumentenverwaltung Über den Dokumente-Link auf der Startseite gelangt der Benutzer im Frontend direkt auf eine Liste aller verfügbaren Dokumente und Medien. Vorgesehen war eine umfangreiche Kategorisierung der Dokumente und Medien nach Format und Thema. Diese sollten vom Administrator dazu im Backend verwaltet und mit weiteren Metadaten versehen werden. Bei der Integration der entsprechenden DAM-Extension und ihrer Zusatz- Extensions stellte sich heraus, dass dieser Ansatz für die portable Intranet-Lösung etwas zu überdimensioniert ist. Mit dem, im TYPO3-Grundsystem enthaltenen, Inhaltselement Dateilink lässt sich eine Liste mit Dokumenten für ein bestimmtes Verzeichnis im Frontend anzeigen. Die Dokumente können dabei mit ihrem Namen und ihrer Gröÿe dargestellt werden. Natürlich ist der Umfang dieser Lösung im Vergleich zum DAM Download Plugin sehr schlicht gehalten. Die Dateilinks bieten aber den groÿen Vorteil, dass sie ohne weitere 61

62 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG Konguration im Backend erstellt und angezeigt werden. Will ein Benutzer Dokumente und multimediale Dateien auf das Intranet hochladen, so muss er sich bei TYPO3 normalerweise in das Backend einloggen und dort die Dateien über ein Formular auf das CMS übertragen. Die Vorgabe, alle relevanten Tätigkeiten der Benutzer ausschlieÿlich im Frontend zuzulassen, kann in TYPO3 nur mit Extensions ermöglicht werden. Die Extension FileUpload erweitert die Intranet-Lösung so, dass Benutzer im Edit-Bereich ein einfaches Formular zum Hochladen von Bildern und Dokumenten direkt im Frontend erhalten. Ein Nachteil dieser Erweiterung ist, dass dabei keine Metadaten zu den Dokumenten angeben werden können. Dennoch wird im Dokumente-Bereich des Intranet eine Liste mit dem Dateiformat, der Gröÿe und dem Namen der Dateien angezeigt, um so den Benutzern ein Mindestmaÿ an Informationen über die dort verwalteten Dokumente anzubieten. Wünschenswert wäre sicherlich, dass zukünftige Versionen der portablen Intranet-Lösung die Kategorisierung, Verschlagwortung und Indizierung der multimedialen Dokumente automatisch beim Hochladen der Dateien vornehmen. News Während der Konguration der einzelnen Erweiterungen hat die für den News-Bereich eingeplante Extension tt_news einen enormen Schritt nach vorne gemacht. Momentan aktuell ist Version Damit die portable Intranet-Lösung davon protieren kann, wurde die bestehende Konguration verworfen und die neue Extension installiert. Bei der Realisierung wird der Benutzer über den entsprechenden Link in der Navigation eine Liste der aktuellen News-Beiträge mit Autor und Datum angezeigt bekommen. Die Formatierung ist bereits auf eine Ausgabe in XHTML und CSS einstellbar und musste lediglich von der Farbgebung her angepasst werden. Das Erstellen neuer Beiträge im News-Bereich wird in der portablen Intranet-Lösung direkt über das Frontend möglich sein. Benutzer mit entsprechenden Rechten werden dazu im Bereich Edit ein Link zum Erstellen eines neuen News-Beitrags angezeigt bekommen. Dabei muss sich auch hier der Benutzer nicht wie in TYPO3 sonst üblich um den passenden Ordner zur Speicherung des Objektes im Backend kümmern. Die Einstellungen werden automatisch durch das Intranet gesetzt. Die nachfolgende Grak zeigt die Eingabemaske, wie sie sich für Benutzer im Frontend darstellt Implementierung der Organistationsstrukturen Da TYPO3 strikt zwischen Frontend- und Backend-Benutzern unterschiedet, gibt es für beide Benutzertypen äquivalente Gruppen, die Backend- und Frontend-Benutzer getrennt voneinander verwalten. Diese Trennung zwischen Frontend und Backend spiegelt sich einerseits im Vorhandensein von vier unterschiedlichen Tabellen in der Datenbank, fe_users und be_users sowie fe_groups und be_groups wider, andererseits in den Einstellungsmöglichkeiten, die für die verschiedenen Benutzertypen und Gruppen getroen 62

63 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG Abbildung 4.8.: Erstellen neuer News-Beiträge direkt auf der Seite werden können. Ein Benutzer kann dabei in mehreren Gruppen vorhanden sein, wodurch er die Einstellungen, welche auf die Gruppe angewendet werden, übernimmt. Das Verwalten von Benutzern, die sich am System angemeldet haben, wird von TYPO3 intern über die Dauer der gesamten Benutzung des Systems gespeichert. Im Frontend musste für die Intranet-Lösung eine Möglichkeit geschaen werden, dass sich ein Benutzer am System anmelden kann. Die Extension New Loginbox stellt dazu ein entsprechendes Formular zur Verfügung. Die portable Intranet-Lösung erlaubt den Zugri auf sämtliche Seiten und Informationen nur den Benutzern, die sich mit einem gültigen Benutzernamen und Passwort angemeldet haben. Dadurch kann ein Mindestmaÿ an Sicherheit für die dort enthaltenen Informationen und Dokumente gewährt werden. Die Benutzergruppe Besucher wurde dabei mit einem einheitlichen Benutzernamen und Passwort im System eingetragen. Die Rechte wurde entsprechend der Analyse auf einen rein lesenden Zugri gesetzt. Die Verwaltung der Backend-Benutzer konzentriert sich im Wesentlichen auf die Vergabe von Berechtigungen, die auf die genaue Aufgabe des jeweiligen Benutzers oder einer gesamten Gruppe abgestimmt werden können. Wie bereits in Abschnitt 3.3 analysiert, werden die Rechte auf spezielle Komponenten durch eigene Backend-Gruppen realisiert. Der Administrator hat dadurch die Möglichkeit, einfach und schnell die Rechte der einzelnen Benutzer anzupassen und zu erweitern. Die Gruppe der Administratoren 63

64 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG ist in TYPO3 bereits integriert. Für die Intranet-Lösung wurde zusätzlich eine Gruppe Redakteur angelegt, die sich im Gegensatz zur Administratorengruppe nicht um das gesamte System, sondern nur um die Inhalte kümmern muss Kanotix Live-CD Zu Beginn der Arbeit wurde mit einigen Knoppix-Varianten verschiedenen Tests zur Bootfähigkeit von USB-Sticks durchgeführt. Von den vielen Livesystemen blieben nur noch wenige übrig, die allen Ansprüchen aus der Analyse genügten. Zum Teil besitzen die Systeme kein benutzerfreundliches Desktop-System, andere lieÿen sich auch mit unterschiedlichsten Boot-Loadern nicht zum Starten von einem USB-Stick kongurieren. Den besten Eindruck machte schlieÿlich Kanotix. Das Livesystem ist ein noch relativ junges Projekt des Knoppix-Mitentwicklers Jörg Schirottke 2. Im Gegensatz zu Knoppix baut diese Variante auf den weniger konservativ ausgerichteten Sid-Zweig 3 der Debian Distribution auf und bietet so eine etwas aktuellere Hardwareerkennung als die eigentliche Knoppix-Version. Für die portable Intranet-Lösung wird Kanotix die Grundlage für die CD- als auch für die USB-Version bilden Kanotix remastern Der Remaster-Prozess bedeutet ein eigenes Knoppix-Abbild zu erstellen. Unter dem Begri Host-System soll an dieser Stelle das System verstanden werden, auf dem das Abbild des neuen Livesystems erzeugt werden soll. Prinzipiell könnte man einen eigenen Master direkt von einer gebooteten Live-CD erstellen. Aus Gründen der Performance wurde die original Kanotix-CD aber zunächst auf eine eigene Linux-Partition im Host-System kopiert. Eine äuÿerst wichtige Voraussetzung bei jedem Remaster ist die Bereitstellung von genügend Speicherplatz. Erste Versuche haben gezeigt, dass mindestens 1 GB, besser 1,5 GB Hauptspeicher zur Verfügung stehen sollten. Die Angaben beziehen sich dabei auf ein 700 MB groÿes Abbild (Image). Der Speicher muss nicht unbedingt rein aus dem Arbeitsspeicher stammen. Alternativ kann auch virtueller Speicher in Form einer Swap-Partition verwendet werden. Weiterhin wird auf der Festplatte des Host-Systems wahlweise eine weitere Partition oder entsprechend ein zweites Verzeichnis für die neue Kanotix-Version benötigt. Die auf der Kanotix-CD bendlichen Daten liegen in komprimierter Form vor. Beim Remastern werden diese aber unkomprimiert auf der Partition benötigt. Der gesamte Umfang zum Remastern der Intranet-Lösung nahm somit eine etwa 4 GB groÿe Partition in Anspruch. Die Verzeichnisstruktur auf der Partition wurde wie folgt erstellt: 2 Die Kanotix Projektseite nden Sie unter: 3 Der Code-Name für Debians Entwicklungs-Distribution ist sid, auch unstable genannt. Debian Sid enthält Pakete, die im stable-release (noch) nicht zu nden sind. 64

65 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG /dev/hdc7/remaster/source/knoppix/ /dev/hdc7/remaster/master/knoppix/ /dev/hdc7/remaster/master/boot/ /dev/hdc7/remaster/master/t3intra/ Abhängig von der gewählten Knoppix-Distribution sind Abbilder durch unterschiedliche Komprimierungsverfahren gepackt. Knoppix verwendet cloop-kompression, wohingegen Kanotix squashfs verwendet. Beim Mounten (Einhängen des Dateisystems) muss dies berücksichtigt werden. Erst dann können alle relevanten Daten von der CD auf das Hostsystem kopiert werden. Mittlerweile wird im Knoppix-Projekt auch ein entsprechendes Script zum Remastern von Knoppixsystemen angeboten. 4 Beim Remastern für die Intranet-Lösung haben sich die hier gezeigten Konzepte als sicherer und exibler erwiesen, da die einzelnen Systeme sich in manchen Punkten doch unterscheiden. Nachdem die Knoppix Verzeichnisstruktur mit allen Daten auf dem Host-System angelegt wurde, konnte durch den folgenden Befehlt die Verzeichniswurzel (ROOT: /) für Programme und Login-Zugänge neu gesetzt werden. chroot /dev/hdc7/remaster/source/knoppix Für den Remaster-Prozess bedeutet dies, dass durch das chroot-kommando sämtliche Befehle nur noch in diesem Verzeichnis ausgeführt werden. Veränderungen an Programmen und Daten wirken sich lediglich auf das /KNOPPIX-Verzeichnis aus, ohne dabei die Struktur des Host-Systems zu gefährden. Da die Kanotix-CD normalerweise 700 MB an komprimierten Daten enthält, (unkomprimiert ca 2 GB) wurden zunächst unnötige Softwarepakete aus dem System entfernt. Zusätzlich wurde auch auf jegliche Dokumentation zu den Paketen verzichtet. Um den Umfang noch weiter zu reduzieren wurden als letzte Maÿnahme die Spracherweiterungen bis auf Deutsch und Englisch entfernt. Das so bereinigte System konnte dann für den Einsatz als portable Intranet-Lösung genutzt werden Implementierung des TYPO3 CMS aus Kanotix Weder Knoppix noch Kanotix haben auf ihren Livesystemen eine Serverumgebung implementiert. So mussten bei der Realisierung der Intranet-Lösung die entsprechende Pakete in der chroot-umgebung installiert werden. Dies betraf die folgenden Pakete: Apache Webserver in der Version 1.3 MySQL Datenbank Mangement System und Server PHP Scriptsprache Imagemagick und GDLib für die Grakunterstützung 4 Remaster Script: 65

66 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG Schlieÿlich musste das TYPO3 CMS mit den in Abschnitt 4.1 genannten Erweiterungen implementiert und konguriert werden, sodass nach dem Start der Live-CD eine komplette Serverumgebung mit einem lauähigem Content Management System zur Verfügung stand. Nach dem Verlassen der chroot-umgebung galt es, die gesamte Struktur und Daten wieder in ein komprimiertes Image zu packen. Der folgende Befehl erzeugt von der Intranet-Lösung ein mit squashfs komprimiertes Abbild. mksquashfs /dev/hdc7/source/knoppix /dev/hdc7/master/knoppix -info Das komprimierte Image konnte bei der Implementierung auf ca. 370 MB reduziert werden und ndet damit sowohl auf einer CD-ROM als auch auf einem USB-Stick mit 512 MB Platz Implementierung des Boot-Loaders Der Linux Boot-Vorgang für die Intranet-Lösung wurde bereits in Abschnitt analysiert. Bei der Implementierung wurden die entsprechenden Änderungen im Verzeichnis /dev/hdc7/remaster/master/boot/ vorgenommen, sodass diese bei der erstellten Intranet-Lösung zum Tragen kommen. Kanotix verwendet für den Boot-Vorgang den Grub Boot-Loader. Dieser lieÿ sich sehr einfach kongurieren und bot bei der Implementierung viele Einstellungsmöglichkeiten. Damit ein Booten von CD als auch von USB möglich ist, wurde die Datei menu.lst entsprechend angepasst. Sie bietet nun vier Einträge zum Booten der portablen Intranet-Lösung in Deutsch und Englisch jeweils von USB und CD an. Damit sich das portable Intranet von einem USB-Stick booten lässt, mussten in die initiale Ramdisk die entsprechenden Kernel-Module kopiert werden. Die Datei linuxrc wurde so angepasst, dass die Module frühzeitig während des Boot-Prozesses geladen werden. USB-Geräte benötigen ebenso wie SCSI-Geräte etwas länger um als Dateisystem zur Verfügung zu stehen. Aus diesem Grund wurden in der linuxrc-datei noch einige sleep-befehle eingefügt. Diese zögern den Bootvorgang etwas hinaus und garantieren so, dass auf die Dateisysteme zugegrien werden kann. Nachdem auch die Implementierungen im Boot-Loader erfolgreich durchgeführt wurden, konnte das gesamte Master-Verzeichnis als komprimierte ISO-Datei zum Brennen einer CD erstellt werden. USB-Sticks bieten hier zwar auch die Möglichkeit ISO-Dateien zu booten, das sollte für die portable Intranet-Lösung allerdings nicht erreicht werden. Vielmehr sollte die Verzeichnisstruktur möglichst erhalten bleiben und so den Zugri auf die unkomprimierten Verzeichnisse /boot und /t3intra erlauben. 5 Eine ausführliche Anleitung kann auf den Seiten des Autors gefunden werden: 66

67 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG Partitionierung des USB-Sticks CD-ROMs geben mit dem El-Torito-Standard dem Computer vor, eine virtuelle Festplatte zu sein, sodass Systeme direkt von der CD-ROM aus starten können, ohne dass die vorherige Installation eines Betriebssystems auf der Festplatte erforderlich ist. Damit das Booten von einem USB-Stick möglich ist, muss vom Master Boot Record (MBR) des Sticks auf einen Boot-Loader zugegrien werden können. Der folgende Befehl überschreibt den MBR des USB-Sticks für den verwendeten Grub Boot-Loader: grub-install --no-floppy --recheck --root-directory=/mnt/sda1 /dev/sda Bei der Implementierung war zu Anfang eine reine Windows-Version geplant. Es hat sich allerdings herausgestellt, das alle Windows-Dateisysteme weder symbolische Links kennen noch ein Rechte-System auf Dateien und Verzeichnisse, wie es in Linux und Unix verwendet wird. Da die Intranet-Lösung allerdings extensiven Gebrauch von Symlinks macht, um die Webserver- und Datenbankverzeichnisse dynamisch zu laden, konnte diese Version nicht realisiert werden. So musste zunächst der USB-Stick in zwei Partitionen aufgeteilt werden. Für die Implementierung wurde ein 1 GB groÿer Flash-Speicher benutzt. Möglich wäre natürlich auch ein Stick mit den geforderten 512 MB Speicherplatz. Die erste Partition sollte dabei als Linux ext2-dateisystem formatiert werden, die zweite als Windows FAT32- Dateisystem. Die Formatierung mit FAT32 bietet den Vorteil, dass sowohl Linux als auch Windows das Format lesen und schreiben können und die Windows-Partition so zum Austausch von Daten genutzt werden kann. Die mit dem ext2-dateisystem formatierte Linux-Partition dient als Systempartition für die Intranet-Lösung. Der Zugri auf Partitionen dieses Dateisystems ist nur von Linux aus möglich. Windows ignoriert dagegen jeglichen Zugri auf so formatierte Partitionen. Nachdem die Systemdateien aus dem Kanotix-Remaster auf die Linux Partition kopiert wurden, konnte der USB-Stick bereits das erste Mal gestartet werden. Allerdings hat sich bei ersten Tests ein weiteres Problem mit dem Windows-Betriebsystem ergeben. So unterstützt Windows nur dann partitionierte USB Speichermedien, wenn die erste Partition ein dem Windows-Betriebssystem bekanntes und unterstütztes Dateisystem enthält. Die so geplante Partitionierung mit dem ext2-dateisystem in der ersten Partition und dem FAT32-Dateisystem in der zweiten musste folglich umgestellt werden. Wird dies bei der Realisierung nicht berücksichtigt, formatiert Windows den gesamten USB- Stick und löscht somit auch die wichtigen Daten aus der Systempartition. Die endgültige Version des USB-Stick hat schlieÿlich folgende Struktur: 67

68 KAPITEL 4. IMPLEMENTIERUNG 68

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