FACTBOX: Öffentlicher Personennahverkehr in Österreichs Städten

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1 Fachverband der Schienenbahnen Wiedner Hauptstraße Wien T +43 (0) F +43 (0) E W Jänner 2018 FACTBOX: Öffentlicher Personennahverkehr in Österreichs Städten Kampagne Steig ein, WIR fahren! Zum ersten Mal lancieren die österreichischen, städtischen Verkehrsunternehmen eine gemeinsame Imagekampagne. Ziel der vorliegenden Initiative ist die Bewusstseinssteigerung in der Öffentlichkeit für die Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs zur Erreichung der Klimaziele und seine Vorreiterrolle im Bereich Elektromobilität. Folgende sechs Verkehrsbetriebe sind beteiligt: Graz Linien GmbH Innsbrucker Verkehrsbetriebe GmbH Linz Linien GmbH Salzburg AG Stadtwerke Klagenfurt AG Wiener Linien GmbH & Co KG

2 2 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) in Österreichs Städten: 1. Beförderungsleistung: Es ist bereits bekannt, dass Österreich Das Bahnland Nr. 1 in der EU ist: Mit 2.250km pro Person (Nah- und Fernverkehr) legen die Österreicher mehr Bahnkilometer zurück als jede andere EU-Nation. Diese Erfolgsgeschichte und erfreuliche Entwicklung trifft auch auf die städtischen Verkehrsbetriebe zu. Die Anzahl der Fahrgäste im ÖPNV hat sich innerhalb von zehn Jahren um rund ein Viertel gesteigert: 2005 waren noch 1,02 Milliarden Personen mit den städtischen, öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, 2015 waren es schon 1,27 Milliarden. Die Verkehrsbetriebe der vorliegenden Initiative befördern gemeinsam pro Stunde über Personen mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Österreichs Städte: In Österreichs größter Stadt haben die Wiener Linien im Jahr ,2 Millionen Fahrgäste befördert. Das ist mehr als die Gesamtbevölkerung der USA und der EU zusammen. 2. Klimaschutz und E-Mobilität: In den letzten Jahren haben die meisten Sektoren wie zum Beispiel Industrie oder Landwirtschaft - ihre Treibhausgasemissionen reduziert. Der Verkehr hingegen steigerte seine CO2-Emissionen innerhalb von 15 Jahren um rund 8 Prozent

3 3 Der Anteil des Verkehrssektors an den Gesamtemissionen beträgt in Österreich 28 Prozent. Die Ursache dafür liegt in hohem Maße im Individualverkehr. Im Klimaabkommen von Paris 2015 hat sich mit der internationalen Staatengemeinschaft auch Österreich dazu verpflichtet, die andauernde Erwärmung der Erdatmosphäre bis zum Jahr 2050 deutlich und dauerhaft unter 2 Grad Celsius zu halten. Ohne einen starken öffentlichen Personennahverkehr sind diese Ziele unerreichbar. Der öffentliche Verkehr ist effizienter und klimaverträglicher sogar, wenn man einen Diesel-Bus mit einem E-Auto vergleicht: Personen fahren 100 Kilometer. Hierfür benötigt man entweder 20 Busse, 7MWh Energie und verursacht dabei 1,8t CO2-Emissionen oder 862 E-Pkws, 25MWh Energie und verursacht 3,8t CO2-Emissionen. Die meisten Österreicher fahren aber kein E-, sondern ein Diesel-Auto: Die benötigte Energie steigt damit bei 862 Diesel-Pkws auf 64MWh und die verursachten C02-Emossionen auf 16,6t. In Österreich wurden im Jahr ,9 Milliarden Personenkilometer mit E-Mobilität zurückgelegt: 1% mit E-Fahrrads 1% mit E-Pkws, E-Mopeds und E-Motorrädern 59% mit der Bahn 39% mit den städtischen, öffentlichen Verkehrsmitteln Seit 1897 setzten die österreichischen, städtischen Verkehrsbetriebe auf E-Mobilität und weiten ihr elektrisch betriebenes Liniennetz immer weiter aus:

4 4 Graz Linien: 60km Innsbrucker Verkehrsbetriebe: 80km (ab Ende 2018) Linz Linien: 53km Salzburger Verkehrsbetriebe: 21km Stadtwerke Klagenfurt: 4km Wiener Linien: 308km Befahren wird dieses fast 530km lange elektrifizierte Netz von U-Bahnen, Straßenbahnen und E-Bussen: Graz Linien: 6 Straßenbahn-Linien + 2 Bus-Linien Innsbrucker Verkehrsbetriebe: 6 Straßenbahn-Linien (ab Ende 2018) Linz Linien: 4 Straßenbahn-Linien + 4 Bus-Linien + 1 Bergbahn-Linie Salzburger Verkehrsbetriebe: 12 Obus-Linien Stadtwerke Klagenfurt: 1 Bus-Linie Wiener Linien: 5 U-Bahn-Linien + 28 Straßenbahn-Linien + 2 Bus-Linien Ohne ein konsequentes Gegensteuern hin zu noch mehr öffentlichem Verkehr, wird das UN-Klimaziel 2050 bereits im Jahr 2036 unmöglich zu erreichen sein. Im Verkehr gibt es das größte Potenzial, Klima- und Energieziele zu erreichen ein Umstieg zum öffentlichen Verkehr ist zudem auch noch unkompliziert und einfach.

5 5 3. Die Kampagne Steig ein, WIR fahren! a. Sujet Auspuff Akkus in Elektroautos belasten das Klima: Bei der Produktion einer Autobatterie entstehen pro Kilowattstunde Lagerungskapazität rund 150 bis 200 Kilogramm Kohlendioxid-Äquivalent. Außerdem wird in Europa noch viel Strom von Kraftwerken, die mit Öl, Gas und Kohle betrieben werden, erzeugt. Die einzige Möglichkeit die Umwelt wirklich zu schützen: Auf öffentlichen Verkehr setzen!

6 6 b. Sujet Baby Nicht nur während der Fahrt kann man sich intensiver auf Freunde und Familie konzentrieren, sondern auch danach: Mit dem öffentlichen Verkehr kommt man pünktlich und ohne Stau-Frust an. Österreichs innerstädtischer Verkehr besticht mit Pünktlichkeit: Rund 90 Prozent aller Fahrten kommen pünktlich an trotz des Individualverkehrs. Mit dem Auto muss hingegen Geduld und viel zusätzliche Zeit eingeplant werden: Durchschnittlich 74 Stunden pro Jahr steht ein Autofahrer in Österreichs Städten im Stau.

7 7 c. Sujet Kind Nicht E-Autos sind die Lösung der Umweltprobleme der öffentliche Verkehr ist es! Die österreichischen Verkehrsbetriebe setzen immer mehr auf öffentliche Verkehrsmittel, die mit Strom betrieben sind: In Wien und Salzburg sind es schon rund 80 Prozent.

8 8 d. Sujet Bummvoll Die Verkehrsbetriebe befördern jede Stunde ganz Linz durch Österreichs Städte! Über Personen sind durchschnittlich pro Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist man damit auch effizienter und umweltschonender unterwegs: Die Autos wurden mit jeweils einer Person besetzt, da die letzten Jahre zeigen, dass der Besetzungsgrad der Autos deutlich sinkt. Laut Umweltbundesamt saßen 1990 noch 140 Personen in 100 Pkws, heute sind es nur noch 116 Personen. Um Personen nur mit Autos zu transportieren sind nun statt 714, 862 Autos notwendig. Das ist eine Steigerung der Autoanzahl von 21 Prozent.

9 9 Deshalb: Statt fast 900 Autos, lieber eine U-Bahn und eine Straßenbahn: 1 U-Bahn ersetzt rund 880 Autofahrten. 1 Straßenbahn ersetzt rund 200 Autofahrten. 1 Gelenkbus ersetzt rund 140 Autofahrten.

10 10 e. Sujet Zeitung Ablenkung ist die dritthäufigste Unfallursache im Verkehr. Daraus ergibt sich, dass Pkws die größte Gefahrenquelle im Verkehr für Fußgänger sind. 354 getötete Gehende in Österreich vom Jahr 2012 bis 2016 knapp die Hälfte von Autos verursacht.

11 11 4. Kundenzufriedenheit Die Fahrgäste sind mit dem Angebot, der Pünktlichkeit, dem Preis- Leistungsverhältnisses und dem Kundenservice der innerstädtischen Verkehrsbetriebe zufrieden. Dadurch steigt auch der Anteil aller Wege, die in Österreichs Städten mit dem öffentlichen Verkehr zurückgelegt werden. Durchschnittlich liegt dieser österreichweit bei rund 23 Prozent. Wien liegt dabei mit 39 Prozent mit großem Vorsprung an der Spitze. Graz Linien: 20% Innsbrucker VB: 22% Linz Linien: 24% Salzburger VB: 15% Stadtwerke Klagenfurt: 15% Wiener Linien: 39% 5. Digitalisierung Alle Altersgruppen schätzen die digitalen Angebote der innerstädtischen Verkehrsbetriebe wie bspw. Apps, WLan in Verkehrsmitteln oder digitale Monitore an Haltestellen. Folgende Vorteile ergeben sich für die Fahrgäste: Echtzeitinfo erleichtert Routenplanung (multimodale Mobilitätsangebote) und Planbarkeit jederzeit umfassend informiert einfacher Ticketerwerb inkl. Vorverkaufstarife Barrierefreiheit Komfort Service direkte Informationen an den Haltestellen

12 12 Doch nicht nur für Fahrgäste, sondern auch für die Verkehrsbetriebe ergeben sich durch die Digitalisierung Vorteile: effizientere Planung des Betriebsablaufes durch digitale Tools (bspw. Personal-, Fahrzeug- und Instandhaltungsplanung) einfachere Disposition des laufenden Betriebes (digitale Leitstelle) schnelleres Handeln/Eingreifen durch Monitoring in Echtzeit 6. Maßnahmen für steigenden Mobilitätsbedarf Weltweit wächst der Grad der Verstädterung auch in Österreich: 2050 werden rund eine Million Menschen mehr in Österreichs Ballungsräumen leben. Somit steigt auch der Mobilitätsbedarf. Der innerstädtische Personenverkehr ist die einzige Lösung, diesen erhöhten Bedarf stillen zu können. Um dies jedoch zu ermöglichen, benötigt es konkrete Maßnahmen: stetige Investitionen Finanzierung des Ausbaus des ÖPNV im stadtregionalen Raum Ausbau von zukunftsfähigen Verkehrssystemen klares Bekenntnis der Politik zum ÖPNV gesicherte Finanzierung der Verkehrsleistungen Förderung von emissionsfreien Antrieben im ÖPNV Festlegung und Umsetzung einer Verkehrsstrategie mit Priorisierung des ÖPNV für die nächsten Jahrzehnte Quellen: Unternehmensdaten Umweltbundesamt VCÖ Klima-Energiefonds Statistik Austria ETH-Professor Konstantions Boulouchs TomTom Traffix Index

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