Machbarkeitsstudie zur EvoCare -Teletherapie als Nachsorgeangebot der Aggertalklinik, Rehabilitationsklinik der DRV Rheinland

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1 Machbarkeitsstudie zur EvoCare -Teletherapie als Nachsorgeangebot der Aggertalklinik, Rehabilitationsklinik der DRV Rheinland Hein, Dr.-Ing. A. 1 ; Hekler, Dr.-med. J. 2 (1) EvoCare Telemedizin ECT Genossenschaf, Nürnberg; (2) Aggertalklinik, Rehabilitationsklinik der DRV Rheinland, Engelskirchen Hintergrund: Die Aggertalklinik wurde von der DRV Rheinland beaufragt, anhand konkreter Fragestellungen die Durchführbarkeit der EvoCare-Behandlung als telemedizinische Nachsorge für eine orthopädische Rehabilitationsklinik in der Machbarkeitsstudie zur EvoCare-Teletherapie als Nachsorgeangebot zu beurteilen. Die telemedizinische EvoCare - Behandlung ist ein medizinisches Versorgungskonzept, bei dem die therapeutische Leistung unter Verwendung der Telematik erbracht wird (Hilke et al. 2013). Somit wird eine telemedizinische Möglichkeit der Behandlung in der orthopädischen Rehabilitation und Reha-Nachsorge zur Verfügung gestellt (Schellenberger et al. 2014, Dittrich et al. 2014). Dieses wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie im Routineeinsatz in der Aggertalklinik Engelskirchen, der Deutschen Rentenversicherung Rheinland, überprüf. Der Einsatz der EvoCare -Behandlung erfolgt in der Rehabilitationsnachsorge als Alternative zum IRENA-Angebot für Patienten in der stationären und ambulant-ganztägigen Rehabilitation. Die Untersuchung erfolgte im Zeitraum vom bis zum Als Kollektiv wurden alle Versicherten unter Kostenträgerschaf der Deutschen Rentenversicherung Rheinland gewählt. Sie erhielten als Auswahlmöglichkeit zur Rehabilitationsnachsorge IRENA oder EvoCare -Behandlung. Im Rahmen der Rehabilitationsmaßnahme erhielten die teilnehmenden Patienten Einweisungs- und Trainingstermine mit dem Therapieendgerät EvoLino. Die Übungsinhalte wurden aus einem Katalog von 278 Einzelübungen durch Therapeuten ausgewählt und individuell abgestimmt. Für sechs Wochen im Anschluss an die Rehabilitationsmaßnahme wurden 24 Übungstermine à 30 Minuten vorbereitet. Der Kontakt zwischen Therapeut und Patient erfolgte zeitversetzt und bidirektional per EvoCare-Behandlungssystematik per Text-, Ton-, Bild-, und Videomaterial. Die Therapieübungen wurden regelmäßig unter Supervision und Kommunikation mit den Bezugstherapeuten durchgeführt, kontrolliert und angepasst. Im Auswertungszeitraum entschieden sich 272 Patienten für die EvoCare -Behandlung. Die Population der EvoCare -Patienten war bei Durchschnittsalter, Geschlecht und Anschlussheilbehandlungs- (AHB) / Heilverfahren- (HV) Verteilung nahezu identisch mit dem Gesamtkollektiv in der Aggertalklinik. Es überwog in der Gruppe der HV-Patienten die Zahl mit Erstdiagnose im Wirbelsäulenbereich (59%). Innerhalb der AHB-Patientengruppe zeigte sich eine deutliche Differenz zur Gesamtgruppe bei Patienten nach Operationen der unteren Extremität. Diese waren mit 69% überdurchschnittlich stark vertreten. Teilnehmer: Die Teilnehmer der EvoCare-Nachsorge waren zu 60% männlich und zu 40% weiblich. Die Verteilung der EvoCare-Teilnehmer teilt sich in 51% AHB- und 49% HV-Patienten auf. Compliance: Die Trainingsfrequenz beim Training zu Hause lag im Durchschnitt bei 78% der maximal 24 möglichen Trainingstermine. Es zeigt sich, dass dieses Angebot gleichermaßen HV- und AHB Patienten, im Vergleich zum Gesamtkollektiv, anspricht. Die starke Compliance der Patienten zeigt sich in der hohen Umsetzungsdichte der Trainingseinheiten, die hohe Zufriedenheit spiegelt sich in den guten Bewertungen des Fragebogens bezüglich Betreuung und Umgang mit dem System, sowie den gesundheitlichen Veränderungen und den Lebensgewohnheiten wider. Pat.-Zufriedenheit - Intensive Betreuung: Die Ermittlung der Patientenzufriedenheit erfolgte mittels Fragebogen, 6 Wochen nach Abschluss der EvoCare -Maßnahme. Die Rücklaufquote lag bei 53% (n=115). Die Zufriedenheit mit dem System und der Betreuung durch die Aggertalklinik wurde in 10 Items auf einer Skala von 1 bis maximal 4 Punkten mit Ergebnissen zwischen 3,0 und 3,5 bewertet. Die Zufriedenheit mit der gesundheitlichen Veränderung wurde in 6 Items auf einer Skala von 1 bis 5 Punkten zwischen 3,8 und 4,2 bewertet. Hier konnte die Bewertung seit der Aufstockung des Personals von durchschnittlich 3,2 Punkten bis Juli 2015 auf 3,6 von max. möglichen 4 Punkten verbessert werden. [...] Durch Frau S. wurde ich extrem motiviert und habe mir selber ein Programm zusammengestellt, was ich in Zukunft weiter verfolgen und ausüben werde. Vielen Dank! (männlicher AHB-Patient, 43 Jahre) Intervention während der Nachsorge zu Hause - schrittweise reduziert: Ich finde, dass das EvoCare eine sehr gute Alternative zum IRENA-Programm darstellt. Dadurch, dass man während der Übungen angeleitet wird, kann man sie in Eigenverantwortung ausführen und später noch weitertrainieren. (männlicher AHB-Patient, 47 Jahre) Überführung in Eigentraining: Die Überführung von fremdgesteuerten Rehabilitationsverfahren mit festen Terminen und unter persönlicher Anleitung eines Therapeuten erfolgte hin zu einem komplett eigenverantwortlichen Training. [...] In den letzten beiden Wochen habe ich das Gerät gar nicht mehr angemacht, weil ich die Übungen oft zwischendurch in anderen Räumen absolviert habe. (weibliche AHB-Patientin, 47 Jahre) Veränderung des Gesundheitszustandes und der Aktivität: In diesem Fragenkapitel wurde erfasst, ob die EvoCare-Behandlung zu Hause die Patienten zu Verhaltensänderungen angeregt hat, die ihren Gesundheitszustand stabilisiert oder verbessert haben. Es wurden acht Aktivitäten-Items abgefragt, bei denen die Patienten beliebig viele, auf die Nachsorge zurückzuführende Aktivitäten ankreuzen konnten. Besonders häufig wurden gymnastische Übungen in Eigenverantwortung (84% aller Befragten) und Veränderungen der Lebensgewohnheiten (70%) genannt. Diese beiden hohen Werte bestätigen den Grundgedanken der Nachsorge zur Verstetigung des Rehabilitationserfolges. Zudem bestätigen sie die zielführende Strategie der Therapieabteilung, die Heim-Trainingskontrolle am Anfang der Nachsorge-Zeit noch täglich zu sichten, in den nächsten Wochen der Betreuung aber schrittweise zu reduzieren, um die Patienten in ein schrittweise immer selbständigeres Üben zu begleiten und letztlich in ein komplett eigenverantwortliches Trainieren nach Abschluss der Tele-Nachsorge zu entlassen. Abbrecher: "Bei den 346 abgerechneten Patienten kam es in 30 Fällen zum vorzeitigen Trainingsende. [ ] Lediglich bei 11 Patienten (3% der EvoCare-Patienten, die am Wohnort trainierten) kam es zu technischen Abbrüchen". Wirtschaftlichkeit: Kosten und Erlöse wurden in eine Deckungsbeitragsrechnung überführt. Beide Betrachtungen weisen ein positives Gesamtergebnis für die Klinik auf. Resümee: Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass mit der EvoCare -Behandlung ein praktikables Verfahren zum Einsatz als telemedizinisches Reha-Nachsorge-System in der orthopädischen Rehabilitation eines Rentenversicherungsträgers besteht. Dieses ist ein Modell, welches ergänzend bei Unmöglichkeit von IRENA vor Ort, auch alternativ zu IRENA im Nachsorgenangebot eines Rentenversicherungsträgers eingesetzt werden kann. Ausblick: Dieses Behandlungskonzept lässt in der nach-stationären und nach-ambulant-ganztägigen Rehabilitation eine Form von orthopädischer Rehabilitationsnachsorge zu, welche die folgenden Kriterien beinhaltet: orts- und zeitungebunden nahezu keine Wartezeiten, EvoLino wird innerhalb weniger Tage zugestellt individuelle Steuerung der Therapie, Kontrolle der Ausführung und Korrektur mit Steuerung hohe Akzeptanz der Nutzer und der Betreuer Kontinuität über die Zeit der Rehabilitation und die Zeit der Nachsorge in der Therapeuten-Patienten-Beziehung gute betriebswirtschafliche positive Kosten/Nutzen-Relation Für die Aggertalklinik stellt die telematische Rehanachsorge ein Zugewinn an Renommee dar. Es besteht ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen orthopädischen Rehabilitationskliniken sowie ist ein Verfahren vorhanden, welches eine richtungsweisende, zukunftsträchtige Ergänzung des Behandlungsangebotes der Aggertalklinik darstellt. Dazu ist es eine Möglichkeit, rehabilitationsrelevante Therapieinhalte zukunftsträchtig zu leben und weiter zu entwickeln. Daher wird seitens der Aggertalklinik Engelskirchen und der Klinikleitung sowie der beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Fortsetzung dieses Projektes und Konzeptes stark befürwortet. Literatur: -DITTRICH, M., EICHNER, G., BOSSE, A., BEYER, W.F.: Subgruppenanalyse zur Wirksamkeit zweier Nachsorgekonzepte EvoCare-Teletherapie / IRENA bei orthopädischen Rehabilitanden mit der Indikation unspezifische chronische Rückenbeschwerden. 9. Reha-Symposium des NRFB, Bad Bocklet, HILKE, S., SCHUPP, W., HEIN, A.: Telerehabilitation Erfahrung und Perspektiven. 5. Rehakongress, Stuttgart, SCHELLENBERGER, M., DITTRICH, M., EICHNER, G., KLEIST, B., SCHUPP, W., BEYER, W.F.: Untersuchung der Wirksamkeit der Nachsorgekonzepte IRENA und EvoCare-Teletherapie bei Patienten mit Erkrankung des Bewegungsapparates in Bezug auf körperliche Parameter. 23. 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