Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universität Zürich. Ein Screening Fragebogen zur Eltern-Kind Beziehung aus Sicht von Kindern, Jugendlichen

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1 Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universität Zürich Der Elternbildfragebogen EBF-KJ Ein Screening Fragebogen zur Eltern-Kind Beziehung aus Sicht von Kindern, Jugendlichen Karl Titze

2 Orientierung Theoretischer Hintergrund Eltern-Kind Beziehung aus Sicht von Kindern & Jugendlichen Aufbau des EBF Die 3 Versionen des EBF Gütekriterien Objektivität, Reliabilität, Validität Anwendungsbeispiel und Diskussion 2

3 Theorie: Elternrepräsentation Internale Repräsentation der Elternbeziehung: - Erziehungsverhalten und emotionale Qualität - Repräsentation: differenzierte Gedächtnisstruktur - Inhalt & Valenz - Zeitliche Orientierung: Zukunft Gegenwart Vergangenheit Bedeutung für die Entwicklung: - Steuerung von Handlungsabläufen - Bewältigung psychischer Erfahrungen 3

4 Konstruktion des EBF-KJ funktional dysfunktional Kohäsion Kohäsion, Identifikation Konflikte, Ablehnung Kontrolle & Macht Autonomie Überprotektion, Bestrafungen Grenzen [Hilfe für Eltern] Emot. Vereinn. Kumulatives Stressmodell EBF-KJ Gesamtindex 4

5 Anwendungsbereiche des Elternbildfragebogen 3 Versionen des Elternbildfragebogens EBF-KJ: EBF-E: Jahre (9 Skalen, 36 Items) Meine Mutter/ Vater hat mir alle Freiheiten gelassen Elternperspektive (8 Skalen, 32 Items) Ich habe meinem Kind alle Freiheiten gelassen EBF 18+: ab 18 Jahre Meine Mutter/ Vater hat mir alle Freiheiten gelassen 5

6 EBF-KJ: Untersuchungsgruppen Schüler (Berlin & Wien) Patienten (Berlin) Gesamt N Alter: M (Range) 14.2 (10-20) 14,0 (10-18) 14,6 (10-20) Mädchen: n (%) 439 (55.9%) 91 (47,2%) 530 (54,2%) Jungen: n (%) 346 (44.1%) 102 (52,8%) 448 (45,8%) YSR n (%) 372 (47,4%) 160 (81,2%) 532 (54,4%) CBCL n (%) 356 (45,4%) 162 (82,2%) 518 (53,0%) Tab. 1: Demografische Daten Abk.: YSR = Youth Self Report; CBCL = Child Behavior Checklist

7 Faktorielle Validität und Reliablität PCA-Faktorenanalyse EBF-KJ: 7 / 9 Skalen bestätigt (außer: Kohäsion und Bestrafung) EBF-E: 7 / 8 Skalen bestätigt (Hilfe und emotionale Vereinnahmung ein Faktor) EBF-KJ / -E: Übereinstimmung: Klinik- vs. Schulstichprobe & Vater vs. Mutter. Konfirmatorische Faktorenanalyse SRMR =.065 /.068 (guter Fit: <.11) RMSEA =.061 /.065 (guter Fit: <.10) NFI =.92 /.92 (guter Fit: >.90) Reliabilität: EBF-KJ: Interne Konsistenz (AM) =.80; Retest- Reliabilität (7 Wochen, AM) =.77 EBF-E: Interne Konsistenz (AM) =.77; 7

8 EBF-KJ Elternrepräsentation: Was macht einen Unterschied? Multivariate Tests (df Hypothese = 9 / Fehler = 790) Hotellings-Spur Zwischen den Subjekten F p Part. Eta 2 Geschlecht des Kindes (1) 10,41 0,000 0,11 Psych. Belastetheit (2) 9,33 0,000 0,10 1 X 2 1,59 0,114 0,02 Innerhalb der Subjekte Geschlecht der Eltern (3) 69,35 0,000 0,45 1 X 3 6,57 0,000 0,07 2 X 3 1,80 0,064 0,02 1 X 2 X 3 1,01 0,428 0,01 8

9 Psychische Belastetheit & Qualität der Elternrepräsentation Psychische Belastetheit der Jugendliche en YSR / CBC CL (T-Wert, M, +/- 1SD) n= > 70 EBF-KJ Gesamtindex (T-Wert Kategorien) 9

10 Psychische Symptome und Elternbeziehung im EBF-KJ Total Problems (T- score; AM) YSR/ CBCL Psychische Belastetheit aus Sicht von KJP -Patienten EBF-KJ normal Kind EBF-KJ auffällig EBF-KJ normal Eltern EBF-KJ auffällig 10

11 Übereinstimmung Kinder- und Elternperspektive,70 Mutter Pearson Korrelation,60 Vater,50,40,30,20,10,00 11

12 Akzeptanz des EBF-KJ Unterschiede zwischen Patienten & Schülern Zustimmung in % (stimmt ziemlich / völlig) Patienten Schüler Der Fragebogen hat mir gefallen 72% 90% *** Durch die Fragen ist mir die Beziehung zu meinen Eltern klarer geworden 42% 54% ** Ich lehne diesen Fragebogen ab 11% 18% *** 12

13 Kooperationsmodell der Familiendiagnostik (nach Mattejat & Scholz, 1994) Expertenmodell D. als Expertenprozedur D. als unidirektionaler Erkenntnisprozess Konstatierende D. Trennung von D. und Therapie Kooperationsmodell D. als Kooperation D. als bidirektionaler Erkenntnisprozess Intervenierende D. D. als Therapie 13

14 14

15 Ausblick und Einschränkungen Konstruktvalidierung: Verschiedene Störungsgruppen, ethnische und soziofamiliäre Einflüsse u.a. Kausalen Interpretationen: LS-Studien fehlen. Einsatz in der Evaluationsforschung 15

16 Kooperation und Förderung EBF-KJ - Übersetzungen Griechisch: E. Korovilou, Universität Athen Serbisch: Englisch: Dr. J. Todorovic, Universität Nis K. Titze Förderung Charité - Universitätsmedizin Berlin - Projekt Nr , Laufzeit: 3/2004 3/2005 Stiftung Michael - Spätwirkungen bei Kindern von an Epilepsie erkrankten Frauen. Laufzeit 3/1998-3/ /1999. Forschungsgruppe EBF-KJ K. Titze, J. Aßheuer, M. Biermann, E. Bühler, D. Führer, M. Giagonia, K. Lenz, K. Lewkowicz, B. Riezler, L. Schulze, M. Stolz, S. Walter, S. Wollenweber. Ende 16

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