IWW-Studienprogramm. Vertiefungsstudium. Modul V Bank-, Börsen- und Finanzgeschäfte

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1 Institut für Wirtschaftswissenschaftliche orschung und Weiterbildung GmbH Institut an der ernuniversität in Hagen IWW-Studienprogramm Vertiefungsstudium Modul V Bank-, Börsen- und inanzgeschäfte Lösungshinweise zur 1. Musterklausur

2 Bank-, Börsen- und inanzgeschäfte 2 Aufgabe 1 46 Punkte Banken werden in der traditionellen Kombination von Einlagen- und Kreditgeschäften als inanzintermediäre im engeren Sinne tätig. Erläutern Sie diesen Satz, indem Sie die folgenden Teilaufgaben systematisch und aufeinander bezogen bearbeiten! a) Erläutern Sie, was unter Einlagengeschäft und Kreditgeschäft zu verstehen ist und geben Sie jeweils zwei konkrete Beispiele für diese beiden Geschäftsarten an! (12 P.) Lösungsstichworte: 1) Einlagengeschäft: Entgegennahme von Einzahlungen der Kunden gegen das Versprechen späterer ückzahlung sowie zumeist auch laufender Zinszahlung (abgesehen von Einlagen auf Girokonten). Beispiele: Spareinlagen, Termineinlagen Kreditgeschäft: Gewährung von Gelddarlehen an die Kunden gegen den Anspruch auf spätere ückzahlung und in der egel laufende Verzinsung. Beispiele: Kontokorrentkredite, Hypothekarkredite b) Erläutern Sie weiter, was unter inanzintermediären im engeren Sinne zu verstehen ist und beschreiben Sie zunächst kurz die vier grundlegenden Arten von Transformationsleistungen, die sie erbringen! (16 P.) Lösungsstichworte: 1) Gleichzeitiges Auftreten als Geldnehmer gegenüber den originären Geldgebern (Einlagengeschäft) und Geldgeber gegenüber den originären Geldnehmern (Kreditgeschäft). Informationsbedarfstransformation Losgrößentransformation ristentransformation isikotransformation 1 Zur vollständigen Lösung dieser Aufgabe werden in der Klausur ausführlichere Ausführungen zu den hier nur stichwortartig angesprochenen Sachverhalten erwartet.

3 Bank-, Börsen- und inanzgeschäfte 3 c) Erläutern Sie näher, welche vier Phänomene es Banken ermöglichen, die unktion der ristentransformation auszuüben. (12 P.) Lösungsstichworte: 1) Prolongation Substitution Aktive Geldaufnahme Vorfällige Abtretung überwiegend Kundengeschäfte überwiegend Interbankengeschäfte d) Erläutern Sie schließlich nach Ihrer Wahl kurz zwei Geschäftsarten, bei denen Geschäftsbanken als inanzintermediäre im weiteren Sinne tätig werden. (6 P.) Lösungsstichworte: 1) Anlageberatung Kauf und Verwahrung von Wertpapieren Wertpapieremissionen Vermittlung von Versicherungen Aufgabe 2 35 Punkte Die PHOENIX-AG hat von der L-AG eine EDV-Anlage mit Anschaffungskosten von 3 Mio. Euro im Wege des Leasing beschafft. Der Vertrag entspricht genau einem der in den Leasingerlassen vorgeprägten Idealtypen. Geben Sie zu den folgenden Aussagen jeweils an, ob sie Ihrer Meinung nach auf jeden all zutreffend sind (Markierung: ), auf keinen all zutreffend sind (Markierung: ) oder je nach den weiteren hier nicht näher mitgeteilten ahmenumständen zutreffen können, aber nicht müssen (Markierung:?) Unterstellen Sie dabei, dass beide Parteien ihre Pflichten vertragsgemäß erfüllen. 1 Zur vollständigen Lösung dieser Aufgabe werden in der Klausur ausführlichere Ausführungen zu den hier nur stichwortartig angesprochenen Sachverhalten erwartet.

4 Bank-, Börsen- und inanzgeschäfte 4 Gehen Sie nacheinander von folgenden drei Informationslagen aus: A: Es handelt sich um einen Vollamortisationsvertrag B: Es handelt sich um einen Teilamortisationsvertrag mit Andienungsrecht C: Es handelt sich um einen Teilamortisationsvertrag mit Mehrerlösbeteiligung. Die Möglichkeit, dass die PHOENIX-AG beim Verkauf des Objektes mitbietet sei ausgeschlossen. Nach Ablauf der Grundmietzeit (GMZ) A B C (1) muss die PHOENIX-AG das Objekt verkaufen. (2) muss die L-AG das Objekt verkaufen.? (3) nutzt die PHOENIX-AG das Objekt weiter als Leasingnehmer.? (4) wird die PHOENIX-AG Eigentümerin des Objekts.?? (5) hat die PHOENIX-AG die vertraglich vereinbarte Option, das Objekt zu kaufen. (6) hat die L-AG die Option, das Objekt an die PHOE- NIX-AG zu verkaufen. (7) erhält die PHOENIX-AG noch eine Zahlung von der L-AG. (8) erhält die L-AG noch eine Zahlung von der PHOE- NIX-AG. (9) werden die bis zum Ende der GMZ geleisteten Leasingraten mehr als 3 Mio. Euro betragen. (10) werden die bis zum Ende der GMZ geleisteten Leasingraten weniger als 3 Mio. Euro betragen.????????? Die zutreffenden Markierungen ergeben sich aus den einschlägigen Passagen im Studientext.

5 Bank-, Börsen- und inanzgeschäfte 5 Aufgabe 3 20 Punkte Betrachten Sie die Gegebenheiten an den deutschen Wertpapierbörsen und markieren Sie die folgenden Aussagen jeweils mit, wenn Sie sie für zutreffend halten,, wenn Sie sie für nicht zutreffend halten oder?, wenn Sie meinen, dass sie je nach den weiteren, hier nicht näher bekannten ahmenumständen zutreffen können, aber nicht müssen. (1) Die traditionellen deutschen Wertpapierbörsen (5 P.) dienen in erster Linie dem erstmaligen öffentlichen Angebot von Aktien im ahmen sogenannter IPO-Transaktionen. sind inzwischen auf drei deutsche Städte konzentriert. sind Einrichtungen, an denen private Anleger unmittelbar miteinander Aktien handeln können. dienen gelegentlich dem Handel von Bezugsrechten auf junge Aktien. sind Einrichtungen, an denen zugelassene Händler und Makler agieren. Die Antworten ergeben sich unmittelbar aus den einschlägigen Passagen im Studientext. (2) Börsenmäßige Kassageschäfte sind dadurch gekennzeichnet, dass (5 P.) sie ausschließlich zum Einheitskurs abgewickelt werden. alle Zahlungen durch Überweisung an die für die jeweilige Börse zuständige Landeszentralbank geleistet werden. sie auch an der EUEX abgewickelt werden können. Vertragsabschluss und -ausführung zeitlich sehr eng zusammenfallen. sie in Deutschland an den traditionellen Börsenplätzen abgewickelt werden. Die Antworten ergeben sich unmittelbar aus den einschlägigen Passagen im Studientext.

6 Bank-, Börsen- und inanzgeschäfte 6 (3) Im Aktienhandel sind Market-Maker (5 P.) Börsenhändler mit besonderen Aufgaben. verpflichtet, sich ständig bereitzuhalten, bestimmte Aktien auf Anforderung anderer Börsenhändler sowohl anzukaufen als auch zu verkaufen. Börsenmakler, die gelegentlich in Ergänzung ihrer Maklertätigkeit auch Eigengeschäfte tätigen dürfen. gehalten, ihre An- und Verkaufskurse im Interesse der allgemeinen Marktstabilität während einer Börsensitzung in aller egel konstant zu halten. in erster Linie damit befasst, Handelspartner für die ihnen übertragenen Kundenaufträge zu finden. Die Antworten ergeben sich unmittelbar aus den einschlägigen Passagen im Studientext. (4) Börsenmakler (Skontroführer) (5 P.) stellen inanzintermediäre im engeren Sinne dar. haben u.a. die offizielle Aufgabe, die Kursentwicklung durch adäquate Eigengeschäfte zu stabilisieren. bringen zueinander passende Kauf- und Verkaufsorders sofort zum Ausgleich. sind u.a. für die Ermittlung der Einheitskurse zuständig. dürfen über ihre Maklertätigkeit hinaus auch Eigengeschäfte betreiben, um einen glatten Ausgleich von Angebot und Nachfrage zu erreichen.? Die Antworten ergeben sich unmittelbar aus den einschlägigen Passagen im Studientext.

7 Bank-, Börsen- und inanzgeschäfte 7 Aufgabe 4 24 Punkte Die GAMMA AG hat mit der MINEVA ACTOING GmbH einen actoring- Vertrag geschlossen, der der in Deutschland üblichen orm des Standard- acotring entspricht, wie Sie es aus dem Studientext kennen. Markieren Sie die folgenden Aussagen in der aus den Aufgaben 2 und 3 bekannten Weise mit,,?! Unterstellen Sie dabei, soweit nicht ausdrücklich etwas anderes gesagt wird, dass die drei genannten Parteien die ihnen obliegenden vertraglichen echte und Pflichteten stets wahrnehmen. a) Am des laufenden Jahres reicht die GAMMA AG bei der MINEVA eine aus dem eigenen Absatzgeschäft resultierende orderung über Euro ein, die in 30 Tagen fällig ist und in allen Punkten den im actoringvertrag vorgesehen Anforderungen entspricht. (12 P.) (1) Dann steht der GAMMA AG vor Begleichung der orderung durch den Debitor gar kein Zahlungsanspruch gegenüber der MINEVA zu. umgehend eine Zahlung von Euro durch die MINEVA zu. umgehend eine Zahlung von Euro durch die MINEVA zu.? Standard-actoring-Verträge sehen eine sofortige Zahlung an den Anschlusskunden vor, die unter 100% der echnungssumme liegt, aber in der egel Beträge in der Größenordnung von 80% bis 90% erreichen kann. Eine Zahlung von Euro auf eine orderung von Euro liegt somit mit einem Prozentsatz von 84,4% vollauf in diesem Möglichkeitsspektrum. (2) Der Debitor akzeptiert die orderung der GAMMA AG zwar uneingeschränkt, ist aber wegen zwischenzeitlich eingetretener Zahlungsunfähigkeit nicht in der Lage, diese zu begleichen. Dann muss die GAMMA AG eine eventuell gemäß (1) schon erhaltene Zahlung voll zurückerstatten. Dann muss sich die GAMMA AG zu ca. 30% an dem eingetretenen orderungsausfall beteiligen. Dann muss die MINEVA der GAMMA AG dennoch insgesamt die volle orderungssumme auszahlen. Verträge des Standard-actoring sind dadurch gekennzeichnet, dass der aktor das Ausfallrisiko vollständig trägt.

8 Bank-, Börsen- und inanzgeschäfte 8 (3) alls die MINEVA eine Zahlung gemäß (1) leistet, berechnet die MINEVA der GAMMA AG Zinskosten in der für Diskontkredite üblichen Höhe. stellt das eine kostenlose inanzierung für die GAMMA AG dar. berechnet die MINEVA der GAMMA AG Zinkosten in der für Kontokorrentkredite üblichen Höhe. Verträge des Standard-actoring folgen sowohl im Hinblick auf Zinshöhe als auch im Hinblick auf die Abrechnungstechnik den für Kontokorrentkredite gebräuchlichen Modalitäten. (4) Neben etwaigen Zinskosten gemäß (3) berechnet die MINEVA der GAMMA AG weitere Kosten von 2,2% der orderungssumme, weitere Kosten in der Größenordnung von 20% der orderungssumme, keine weiteren Kosten.? ür die Delkredere- und die Servicefunktion werden üblicherweise Kosten in Höhe von 1%-2,5% des orderungsvolumens in echnung gestellt. b) In der Werbebroschüre actoring Schlüssel zum effizienten orderungsmanagement: Schenken Sie der MINEVA Ihr Vertrauen finden sich u.a. folgende Argumente. Nehmen Sie dazu jeweils kurz und präzise, möglichst in strukturierter orm, Stellung! (12 P.) (1) Nur das MINEVA-actoring sichert Ihnen vollständig umsatzsynchrone Zahlungseingänge. Stellungnahme Eine annähernd umsatzsynchrone Absatzfinanzierung kennzeichnet alle Verträge des Standard-actoring, und nicht nur das Angebot der MINEVA. Zudem erfolgt die inanzierung nicht vollständig umsatzsynchron, sondern üblicherweise nur zu einer Quote in der Größenordnung von 80%-90% der orderungssumme.

9 Bank-, Börsen- und inanzgeschäfte 9 (2) Entlasten Sie sich von Ihren teuren Lieferantenverbindlichkeiten und sparen Sie außerdem die hohen Kontokorrentzinsen durch das MINEVA-actoring. Stellungnahme Hier liegt zumindest eine (fehlerhafte) Doppelzählung vor, denn die Gamma kann als olge des actoring entweder auf ansonsten in Anspruch genommene Lieferantenkredite verzichten oder die ansonsten erforderliche Belastung des Kontokorrentkredits vermeiden, aber nicht beide Einspareffekte gleichzeitig realisieren. Zudem fallen für das actoring eigenständige inanzierungskosten in Höhe von Kontokorrentzinsen an.

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