NÜRNBERGER Wertkonten Arbeitszeitkonten mit Insolvenzsicherung

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1 Fachinformation NÜRNBERGER Wertkonten Arbeitszeitkonten mit Insolvenzsicherung Vorteile, Ablauf und rechtliche Behandlung Stand: Januar 2015 BA858_ txt

2 Inhalt 1. Was sind Wertkonten? 1 2. Welche Vorteile haben Arbeitgeber? 1 3. Welche Vorteile haben Arbeitnehmer? 2 4. Ersetzen Wertkonten eine betriebliche Altersversorgung? 2 5. Welche Formen von Arbeitszeitkonten gibt es? 2 6. Für wen sind Wertkonten geeignet? 3 7. Wie werden Wertguthaben angespart? 3 8. Wie können Wertguthaben verwendet werden? 4 9. NÜRNBERGER Produktwelt NÜRNBERGER Kapitalisierungstarif Unterstützungsleistungen der NBB Handels- und steuerrechtliche Behandlung von Wertkonten Auswirkungen beim Arbeitgeber Auswirkungen beim Arbeitnehmer Insolvenzschutz der Wertkonten Das Wertkonto als flexibler und kostengünstiger Ersatz für die Altersteilzeit Stufenweise Einführung von Wertkonten im Unternehmen Beispiel Ansprechpartner betriebliche Altersversorgung 10

3 1 NÜRNBERGER Wertkonten: Die Rente mit 67 können Sie sich sparen! Der demografische Wandel stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Als Reaktion darauf hob der Gesetzgeber bereits das Rentenalter auf 67 Jahre an. Nach aktuellen Umfragen möchten jedoch die wenigsten Arbeitnehmer bis zum 67. Lebensjahr arbeiten. Dieses Ungleichgewicht führt nicht nur zu einer wachsenden Unzufriedenheit auf Seiten der Arbeitnehmer, sondern erhöht auch den Druck auf die Arbeitgeber sich mit den zukünftigen Risiken ihrer innerbetrieblichen Altersstruktur zu beschäftigen. Deshalb müssen die Unternehmen schon heute aktiv werden, um einer Überalterung ihrer Belegschaft und einem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die NÜRNBERGER unterstützt sie dabei mit Wertkonten zu attraktiven Rahmenbedingungen. Wir helfen mit, Deutschlands Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. 1. Was sind Wertkonten? 2. Welche Vorteile haben Arbeitgeber? Bei Wertkonten handelt es sich um Arbeitszeitkonten, die Mitarbeiter dabei unterstützen, während ihrer aktiven Dienstzeit eine individuelle Lebensarbeitszeit zu gestalten. Zu diesem Zweck können Arbeitnehmer einzelne Bestandteile ihres Entgelts (z. B. Überstunden, Urlaub oder Sonderzahlungen) flexibel auf ein Wertguthaben wie auf einer Art Sparbuch ansammeln. Dieses Guthaben kann der Mitarbeiter dann beispielsweise zur Finanzierung seines Vorruhestandes verwenden. Der Arbeitgeber entnimmt hierzu das laufende Gehalt aus dem Wertguthaben. Der Gesetzgeber unterstützt den Arbeitnehmer bei der Ansammlung von Wertguthaben indem er alle Einzahlungen in das Wertguthaben zunächst steuer- und sozialabgabenfrei stellt. Erst während der Auszahlung in der Freistellung werden Steuern und Abgaben fällig. Dies eröffnet nicht nur Arbeitnehmern, sondern auch den Arbeitgebern interessante Gestaltungsmöglichkeiten. Arbeitgeber profitieren doppelt. Durch die Einrichtung von Wertkonten können Unternehmen finanzielle Einsparungen erreichen und ihre innerbetriebliche Altersstruktur optimieren. Wertkontenmodelle bieten zahlreiche Vorteile für den Arbeitgeber kostengünstiger Ersatz für die gesetzliche Altersteilzeit Minimierung krankheitsbedingter Fehlzeiten bei älteren Mitarbeitern durch Steuerung der innerbetrieblichen Altersstruktur Einsparung von Überstundenzuschlägen Erhöhung der Attraktivität als Arbeitgeber (Imageverbesserung) Langfristige Bindung von Fach- und Führungskräften (Senkung der Fluktuationskosten) Da Wertguthaben nach neuem Recht ausschließlich in Geld geführt werden dürfen (d. h. Urlaub bzw. Überstunden werden mit dem zur Einbringung gültigen Stundensatz umgerechnet), ergeben sich keine systematischen Mehrbelastungen des Arbeitgebers durch Karrieresprünge bzw. (tarif)vertragliche Gehaltsanpassungen. Auch kann der Arbeitgeber ungewollte Verwendungsmöglichkeiten generell ausschließen (z. B. Sabbaticals) oder ihre Inanspruchnahme an bestimmte Bedingungen knüpfen. Der Arbeitgeber muss also nicht befürchten, dass seine Mitarbeiter jederzeit, auch ohne sein Einverständnis, in eine Freistellung gehen können.

4 2 3. Welche Vorteile haben Arbeitnehmer? 4. Ersetzen Wertkonten eine betriebliche Altersversorgung? 5. Welche Formen von Arbeitszeitkonten gibt es? Die überwiegende Mehrzahl der Arbeitnehmer möchte nicht bis zum Alter 67 im Berufsleben stehen. Wertkonten geben ihnen deshalb die nötige Flexibilität um ihre eigene Lebensarbeitszeit und den Vorruhestand individuell zu gestalten. Wertkonten schaffen für den Arbeitnehmer Freiräume und bieten ihm zahlreiche Möglichkeiten. Aufbau eines vorzeitigen Ruhestands andere Freistellungen, beispielsweise für eine Weiterbildung, Kindeserziehung oder Urlaub (sofern vom Arbeitgeber zugelassen) unbegrenzte Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit der eingezahlten Beträge, d. h. laufende Verzinsung mit dem Bruttobetrag vollständigen Verbleib in den Sozialversicherungen während der Freistellung, d. h. keine Einbußen in der gesetzlichen Rente gesetzlicher Anspruch auf Erhalt der Wertguthaben beim Arbeitgeberwechsel (Mitnahme oder Übertragung auf die Deutsche Rentenversicherung Bund) attraktive Verzinsung und vollständiger Insolvenzschutz freie Vererbbarkeit der Wertguthaben flexible Einzahlungsmöglichkeiten Wertguthaben sind kein Ersatz für eine betriebliche Altersversorgung, sondern eine Ergänzung! Eine betriebliche Altersversorgung ist nötig, um biometrische Risiken (Alter, Invalidität, Tod) abzudecken. Wertkonten hingegen sehen in diesem Fall keine besondere Leistung vor. Sie dienen ausschließlich dazu, die Lebensarbeitszeit zu flexibilisieren. Somit kann nur eine Kombination aus Wertkonten mit einer betrieblichen Altersversorgung die bestmögliche Versorgung garantieren. Deshalb bietet die NÜRNBERGER hierfür besonders interessante Kombinationsmodelle an. Grundsätzlich werden zwei Arten unterschieden Kurz-/Gleitzeitkonten dienen der flexiblen Gestaltung der täglichen Arbeitszeit und werden vor allem zum Ausgleich betrieblicher Produktions- und Arbeitszeitzyklen genutzt. Der kurzfristige Ausgleich steht dabei im Vordergrund. Langzeitkonten sind in 7b SGB IV geregelt und dienen dagegen zum Aufbau eines Guthabens, dass für längerfristige Freistellung genutzt werden kann. Soll durch das Guthaben ein vorzeitiger Ruhestand finanziert werden, so spricht man von einem Lebensarbeitszeitkonto. Das Ansparen steht also bei dieser Form im Vordergrund.

5 3 6. Für wen sind Wertkonten geeignet? 7. Wie werden Wertguthaben angespart? Wertkonten eignen sich für nahezu alle Unternehmensarten sowie für die gesamte Belegschaft. Unternehmen Kapitalgesellschaften Personenvereinigungen Einzelunternehmen Mitarbeiter alle unbefristet beschäftigten Arbeiter und Angestellten leitende Angestellte geringfügig Beschäftigte ( Mini-Jobs ) Für Organe einer Körperschaft (z. B. Vorstände, Geschäftsführer), mehrheitlich beteiligte Arbeitnehmer (Gesellschafter-Geschäftsführer) und Unternehmer einer Personengesellschaft/Einzelunternehmen wird das Wertguthaben steuerlich nicht anerkannt. Sie scheiden somit aus dem Kreis der berechtigten Personen aus. Prinzipiell können sämtliche Entgeltbestandteile in einem Wertkonto angesammelt werden. Das Wertguthaben kann insbesondere gebildet werden aus der Entgeltumwandlung aus Lohn und Gehalt ohne Obergrenze und ohne Verpflichtung zum regelmäßigen Ansparen der Entgeltumwandlung aus Sonderzahlungen und aus Tantiemen zusätzlichen Arbeitgeberleistungen, z. B. Erfolgsbeteiligungen und Bonifikationen der Umrechnung von geleisteten Überstunden in Geldwert der Umrechnung von nicht genommenen Urlaubstagen in Geldwert Dabei muss aber beachtet werden, dass Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen diese Möglichkeiten gelegentlich einschränken. So können beispielsweise tarifgebundene Mitarbeiter nur dann Entgeltbestandteile in ihr Wertguthaben einbringen, wenn der Tarifvertrag dies ausdrücklich vorsieht (Tariföffnungsklauseln). Eine möglicherweise vorhandene Tariföffnungsklausel für die betriebliche Altersversorgung reicht dabei nicht aus. Beim Ansparen von Überstunden ist besonders das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) zu beachten. So dürften Mitarbeiter z. B. nicht mehr als 10 Stunden pro Tag arbeiten, wenn die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit im halben Jahr 8 Stunden pro Werktag (das Arbeitszeitgesetz geht von einer 6 Tage Woche aus) nicht überschreitet. Ist der Mitarbeiter länger als 6 Stunden (9 Stunden) am Arbeitsplatz anwesend, so muss er mindestens 30 Minuten (45 Minuten) Pause machen. Soll das Wertguthaben durch den Verzicht auf Urlaub gebildet werden, so ist das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) zu beachten. Hier ordnet der Gesetzgeber als Mindesturlaub 20 Tage bei einer 5-Tage-Woche und 24 Tage bei einer 6-Tage-Woche an. Dieser Urlaub muss von den Mitarbeitern in Freizeit genommen werden. Es können also nur die über diese Zeit hinausgehenden Tage in ein Wertkonto eingestellt werden.

6 4 Sollen Lohn und Gehalt in das Wertguthaben fließen, so muss das Gehalt nach dem Verzicht noch mehr als 450 EUR (Ausnahme: geringfügig Beschäftigte) betragen. Bei geringfügig Beschäftigten ( Mini Job ) stellt die Unterschreitung der 450 EUR-Grenze kein Problem dar, da sich ihr sozialversicherungsrechtlicher Status dadurch nicht ändert. Eine Entgeltumwandlung in das Wertkonto ist bei ihnen jedoch ausschließlich im Rahmen der 450 EUR möglich. 8. Wie können Wertguthaben verwendet werden? Der vorgesehene Verwendungszweck für ein Wertguthaben ist eine Freistellung von der Arbeit. Dabei muss während der Freistellung sichergestellt sein, dass das Gehalt nicht weniger als 70 % des bisherigen Gehaltes und mindestens 450 EUR beträgt. Bei geringfügig Beschäftigten ( Mini Job ) gilt dies analog, allerdings darf deren Gehalt 450 EUR nicht überschreiten. Durch die Einführung von Wertkonten entstehen per se keine weiteren gesetzlichen Freistellungsansprüche für die Arbeitnehmer. Vielmehr müssen die Verwendungszwecke von Wertkontenmodellen individuell oder per Betriebsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden. Der Unternehmer bestimmt also entscheidend mit unter welchen Voraussetzungen seine Mitarbeiter ihr Wertguthaben in Anspruch nehmen dürfen. Davon abweichend darf der Arbeitnehmer jedoch in Zeiten, in denen er auf Grund anderweitiger gesetzlicher Regelungen eine (unbezahlte) Freistellung verlangen kann (Elternzeit gem. 15 BEEG, Pflege naher Angehöriger gem. 3 PflegezeitG und Teilzeit gem. 8 TzBfG), ebenfalls auf sein Wertguthaben zurückgreifen. Scheidet ein Mitarbeiter bereits vor vollständiger Inanspruchnahme seines Wertguthabens aus dem Unternehmen aus, so hat er die Möglichkeit das angesammelte Wertguthaben inklusive der darauf entfallenden Sozialversicherungsbeiträge vom alten Arbeitgeber mit Zustimmung des neuen Arbeitgeber auf diesen zu übertragen (Portabilität). Eine Zustimmung des alten Arbeitgebers ist hierfür jedoch nicht erforderlich. Sollte eine Übertragung nicht möglich sein, weil der neue Arbeitgeber dieser nicht zustimmt, geht das Wertguthaben jedoch nicht verloren. Es besteht die Möglichkeit, das angesammelte Wertguthaben auf die Deutschen Rentenversicherung Bund zu übertragen. Die Übertragung kann ab einem Guthaben von EUR (West) bzw EUR (Ost) erfolgen. Die übertragenen Mittel können für die gesetzlichen Freistellungen oder den Vorruhestand in Anspruch genommen werden. Die Deutsche Rentenversicherung Bund führt diese Mittel auf einem gesonderten Unterkonto. Es werden somit keine Entgeltpunkte für die gesetzliche Rentenversicherung erworben. Eine spätere Rückübertragung auf einen anderen Arbeitgeber ist ausgeschlossen. Als letzte Möglichkeit besteht die einmalige Auszahlung des Wertguthabens, wobei dieser Weg vom Gesetzgeber ausdrücklich nicht präferiert wird. Dies lässt sich gelegentlich (z. B. bei Kündigung, im Insolvenzfall) jedoch nicht vermeiden. Gemeint ist hier ein sogenannter Störfall, in dem besondere steuer- und sozialversicherungsrechtliche Abrechnungsverfahren zur Anwendung kommen.

7 5 Eine Übertragung des Wertguthabens in die betriebliche Altersversorgung ist nur zum Zeitpunkt des Renteneintritts möglich. Für Wertguthabenvereinbarungen die nach dem geschlossen wurden, wurde die Möglichkeit der unbegrenzten sozialversicherungsfreien Einzahlungen von Wertguthaben in die betriebliche Altersversorgung gestrichen. Die Umwandlung in die bav ist somit nur noch steuerfrei möglich. Für Verträge, die vor dem geschlossen wurden sind, gilt allerdings Bestandsschutz. Für die Übertragung des Wertguthabens in die bav eignet sich am besten die Unterstützungskasse bzw. die Pensionszusage, da es hier keine steuerrelevanten Grenzen, wie z.b. bei einer Direktversicherung nach 3Nr. 63 EStG zu beachten gibt. 9. NÜRNBERGER Produktwelt Die NÜRNBERGER bietet den Arbeitgebern auf sie zugeschnittene Lösungsmöglichkeiten an. 9.1 NÜRNBERGER Kapitalisierungstarif Der NÜRNBERGER Kapitalisierungstarif eignet sich vor allem zur flexiblen Finanzierung einer Auszeit während des aktiven Erwerbslebens (sog. Sabbatical) oder eines vorzeitigen Ruhestands. Es handelt sich dabei um ein konventionelles Versicherungsprodukt mit einer Garantieverzinsung von 1,25 % p. a. und einer Gesamtverzinsung von 3,5 % p. a. (Stand: 2015) auf das vorhandene Guthaben. Ein weiterer Schlussüberschuss wird zusätzlich bei Endfälligkeit gewährt. Der Tarif ermöglicht laufende, sowie Einmalzahlungen. Der Mindestbeitrag beträgt 300 EUR p. a. Weitere Zuzahlungen in bestehende Verträge sind möglich Unterstützungsleistungen der NBB Die Einführung von Wertkonten ist mit einigen Arbeitgeberpflichten verbunden. Die NBB bietet hierfür ein umfassendes Service-Paket an, um Arbeitgeber zu entlasten. Die NBB übernimmt die Führung der SV-Luft, erstellt für die Arbeitnehmer jährlich Kontoauszüge über das Wertguthaben und die Insolvenzsicherung und übernimmt im Falle der Insolvenz die komplette Abwicklung. Um dies zu gewährleisten, wird dem Arbeitgeber eine eigens hierfür entwickelte Software zur Verfügung gestellt. Durch diese erfasst der Arbeitgeber schnell und komfortabel die Mitarbeiterdaten und die gewünschten Einzahlungen in die Wertkonten. Diese Daten werden im Anschluss elektronisch versendet. Die NBB erstellt daraus die vorgeschriebene Arbeitgeberdokumentation, zieht die eingezahlten Mittel per Lastschrift ein und legt diese an. Bei größeren Unternehmen bietet die NBB neben der Erfassung durch eine Software auch die Übertragung der Gehalts- und Umwandlungsdaten in Form einer Schnittstelle an. Dies hat für die Unternehmen den Vorteil, dass die Daten direkt aus dem Lohnbuchhaltungsprogramm an uns übermittelt werden können. Eine zusätzliche Erfassung über ein Programm ist bei dieser Variante nicht notwendig.

8 6 10. Handels- und steuerrechtliche Behandlung von Wertkonten Wertkonten sind sowohl beim Arbeitgeber, wie auch beim Arbeitnehmer handelsrechtlich und steuerrechtlich zu berücksichtigen. Dabei gibt es jedoch keine besonderen Gesetze die speziell für die Bilanzierung und Versteuerung von Wertkonten zu beachten sind. Ihre Behandlung leitet sich aus den jeweiligen Grundprinzipien ab Auswirkungen beim Arbeitgeber Die Einführung von Wertkonten ist prinzipiell sowohl in der Bilanz, wie auch in der Erfolgsrechnung des Arbeitgebers zu zeigen. Zunächst muss das Rückdeckungsprodukt als zusätzlicher Aktivposten unter den Sonstigen Vermögensgegenständen gebildet werden, da der Arbeitgeber wirtschaftlicher Eigentümer des Wertguthabens ist ( 246 Abs. 1 HBG). Im NÜRNBERGER Kapitalisierungstarif entspricht der Aktivwert dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital (vgl. R 4 b Abs. 3 S. 3 EStR). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Summe der eingezahlten Beträge und zugeteilten Zinsen, abzüglich der Kosten. Da es sich bei Wertguthaben um Verpflichtungen des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitnehmer handelt, deren genaue Höhe und Fälligkeit noch ungewiss ist, muss in der Handelsbilanz eine Erfüllungsrückstellung passiviert werden (vgl. 249 Abs. 1 S. 1 HGB). Die Höhe der Rückstellung bemisst sich gemäß 253 Abs. 1 Satz 2 HGB nach dem Wertguthaben des Arbeitnehmers und dem Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung. Beim NÜRNBERGER Kapitalisierungstarif greift seit Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) die Sonderregel des 253 Abs. 1 S. 3 HGB. Da sich der Anspruch des Arbeitnehmers nur nach dem Wert der Rückdeckung richtet, entspricht die Rückstellung in der Handelsbilanz dem Aktivwert des Kapitalisierungstarifs mindestens jedoch den eingezahlten Beiträgen. Ein völliger Gleichlauf wird deshalb nur dann durchbrochen, wenn der Aktivwert nicht mindestens der Summe der eingezahlten Beiträge entspricht. Eine Abweichung ist somit nur in den ersten Jahren zu erwarten und verringert sich stetig. Eine versicherungsmathematische Bewertung und Abzinsung der Rückstellung ist jedoch nicht erforderlich. Das NÜRNBERGER Wertkonto ist darüber hinaus insolvenzsicher gestaltet, weshalb die beiden Positionen in der Handelsbilanz miteinander verrechnet werden müssen ( 246 Abs. 2 S. 2 HGB). Da sie wie dargestellt in der Regel gleich hoch sind, führt die Saldierung zum Wegfall beider Positionen. Die Einführung eines Wertkontos ist in diesen Fällen also bilanzneutral. Durch die Saldierung wird ein Nettoausweis erreicht, der nicht nur die Bilanzkennzahlen des Unternehmens verbessert, sondern auch den Zugang zu kostengünstigen Krediten vereinfacht. In der Steuerbilanz ist dagegen eine Saldierung ausgeschlossen ( 5 Abs. 1a EStG). Der Aktivwert ist deshalb weiterhin mit dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital auszuweisen. Die Rückstellung entspricht in der Regel ebenfalls diesem Wert, jedoch mindestens den eingezahlten Beiträgen. In der Auszahlungsphase wird die gebildete Erfüllungsrückstellung entsprechend der ausbezahlten Beträge aufgelöst. Durch den Verbrauch des Wertguthabens wird auch der Vermögensgegenstand entsprechend abgebaut.

9 7 Stellt eine Gesellschaft einen IAS/IFRS-Abschluss auf, so muss die Rückstellung im Rahmen einer versicherungsmathematischen Bewertung ermittelt werden. Auch in diesem Fall ist eine Saldierung unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Das NÜRNBERGER Wertkonto erfüllt alle Voraussetzungen, um eine Saldierung zu ermöglichen. Sollten Sie zur bilanziellen Behandlung weitere Informationen benötigen, so können Sie diese gerne bei der NÜRNBERGER Beratungs- und Betreuungsgesellschaft für betriebliche Altersversorgung und Personaldienstleistungen mbh anfordern Auswirkungen beim Arbeitnehmer Sämtliche Entgeltbestandteile, die in das Wertkonto eingezahlt werden, stellen beim Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Einbringung keinen zufließenden Arbeitslohn dar und sind somit zunächst nicht steuerpflichtig. Auch sozialversicherungsrechtlich sind diese nach 7 Abs. 1 a SGB IV nicht beitragspflichtig. Bei der Übertragung auf den Folgearbeitgeber oder auf die Deutsche Rentenversicherung Bund ( 3 Nr. 65 lit. c EStG) bleiben diese Befreiungen erhalten. Erst im Zeitpunkt der Auszahlung aus dem Wertguthaben sind Steuern und Sozialabgaben abzuführen. Die Versteuerung und Verbeitragung hat dann als normaler Arbeitslohn ( 19 EStG, 14 SGB IV) zu erfolgen. Sozialabgaben müssen somit bis zur dann aktuellen Beitragsbemessungsgrenze mit den gültigen Beitragssätzen entrichtet werden. Erfolgt die Auszahlung jedoch durch einen Störfall, können Sonderregeln zur Anwendung kommen. Steuerrechtlich ist das Guthaben in dem Veranlagungszeitraum der Auszahlung voll zu versteuern. Zur Minderung der Progression des Steuertarifs kann die sogenannte Fünftelungsregel des 34 Abs. 1 EStG angewendet werden, die besonders bei kleinen und mittleren Einkommen zu einer geringeren Steuerbelastung führen kann. Sozialversicherungsrechtlich ist das Guthaben in Höhe der SV-Luft zu verbeitragen. Bei der SV-Luft handelt es sich um die fortgeführte Differenz zwischen dem zu verbeitragenden Gehalt und der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Diese Regelung stellt sicher, dass im Störfall nur das Entgelt verbeitragt wird, für das auch ohne die Einbringung in das Wertguthaben Abgaben angefallen wären. Damit bleibt Entgelt, das über der entsprechenden Beitragsbemessungsgrenze eingestellt wurde, auch im Störfall beitragsfrei. 11. Insolvenzschutz der Wertkonten Gemäß 7e SGB IV hat der Arbeitgeber die Wertguthaben seiner Arbeitnehmer inkl. des Arbeitgeberanteils zum Gesamtsozialversicherungsbeitrags zwingend gegen das Risiko der eigenen Insolvenz zu schützen, sofern die Wertguthaben inklusive des Arbeitgeberanteils zum Gesamtsozialversicherungsbeitrag die monatliche Bezugsgröße (2015: West: EUR; Ost: EUR) übersteigen. Die tarifvertraglichen oder betrieblichen Vereinbarungen sehen oftmals bereits ab Entstehen eines Wertguthabens einen Insolvenzschutz vor, so dass die Wertguthaben i. d. R. vor Erreichen der gesetzlichen Grenze gesichert werden müssen.

10 8 Weiterhin hat der Arbeitgeber gemäß 7e Abs. 4 SGB IV die Verpflichtung, seine Beschäftigten über die Vorkehrungen zum Insolvenzschutz schriftlich zu unterrichten. Die Rentenversicherungsträger sind im Rahmen ihrer Betriebsprüfung dazu verpflichtet, die getroffenen Maßnahmen zur Insolvenzsicherung dem Grunde, und der Höhe nach zu kontrollieren. Der Insolvenzschutz sollte dabei prinzipiell Chefsache sein. Wird im Falle einer Insolvenz kein geeigneter und ausreichender Insolvenzschutz nachgewiesen, haftet nicht nur das Unternehmen, sondern auch dessen Vertretungsorgane (z. B. Geschäftsführer oder Vorstand) persönlich unbeschränkt für den entstandenen Schaden. Aus diesem Grund sind die Einzahlungen in das NÜRNBERGER Wertkonto ab dem ersten Euro gegen das Risiko der Insolvenz geschützt. Dafür wird ein bewährtes Treuhandmodell verwendet: 12. Das Wertkonto als flexibler und kostengünstiger Ersatz für die Altersteilzeit Am ist die staatliche Förderung der gesetzlichen Altersteilzeit auslaufen. Für nach diesem Zeitpunkt vereinbarte Altersteilzeitmodelle, werden die gesetzlich vorgeschriebenen Aufstockungsbeträge ( 3 Nr. 1 lit. a, b ATG) nicht mehr durch die Bundesagentur für Arbeit erstattet. Diese Art des Vorruhestandes kommt den Arbeitgeber also künftig teuer zu stehen. Beispiel zur gesetzlichen Altersteilzeit: Am wird der Arbeitnehmer B 61 Jahre alt. Er vereinbart deshalb mit seinem Arbeitgeber ab dem eine gesetzliche Altersteilzeit im Blockmodell. Herr B verdient EUR pro Monat. Er arbeitet bis zum Vollzeit weiter und geht ab dem im Alter von 64 Jahren in die Freistellung. Ab dem geht er mit 67 Jahren in die gesetzliche Rente. Dies ist mit folgenden Kosten für den Arbeitgeber verbunden: 2041 EUR 2042 EUR 2043 EUR 2044 EUR 2045 EUR 2046 EUR Grundgehalt (= 50 %) Aufstockungsbetrag ( 3 Nr. 1 lit. a ATG) Aufstockung zur Rentenversicherung ( 3 Nr. 1 lit b ATG) , , , , , ,72 Zusatzkosten insg. pro Jahr 4.614, , , , , ,72 Für die Altersteilzeit muss der Arbeitgeber also insgesamt zusätzliche ,32 EUR für Aufstockungsbeträge aufwenden. Hätte Herr B ab seinem 30. Lebensjahr begonnen monatlich 100 EUR in ein Wertkonto einzustellen, so hätte er ebenfalls mit dem 64. Lebensjahr in die Freistellung gehen können (Rechenbeispiel siehe Punkt 14).

11 9 Das Ergebnis ist identisch, nur dass hier der vorzeitige Ruhestand komplett durch Entgeltumwandlung finanziert wird. Auch die Dauer der Freistellungsphase ist dabei nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern alleine von der Höhe des Wertguthabens. Weiterhin besteht für Arbeitgeber die Möglichkeit durch strategische Arbeitgeberzuschüsse, die ebenfalls unbegrenzt steuer- und sozialabgabenfrei sind, die Mitarbeiterbereitschaft zur Eigenfinanzierung eines vorzeitigen Ruhestands gezielt zu fördern. Die Chemie-Industrie zeigt, dass ein solches Konzept durchaus Erfolg verspricht. Mit ihrem aktuellen Tarifvertrag verpflichten sich ihre Mitgliedsunternehmen zur Zahlung eines Demografiebeitrags in Höhe von 300 EUR pro Jahr und Mitarbeiter. Diese Mittel sollen vorrangig in Wertkonten eingezahlt werden, um einen attraktiven Ersatz zur Altersteilzeit zu schaffen. In jedem Fall gestaltet sich der vorzeitige Ruhestand durch Wertguthaben für das Unternehmen deutlich günstiger und flexibler als mit der gesetzlichen Altersteilzeit. 13. Stufenweise Einführung von Wertkonten im Unternehmen Für die Einführung von Wertkonten hat sich in unserer langjährigen Praxis ein Drei-Stufen-Modell bewährt: 1. Stufe Eigenvorsorge durch Entgeltumwandlung Die Mitarbeiter können mittels einer Entgeltumwandlung bestimmte Anteile ihrer festen und flexiblen Vergütung (z. B. Sonderzahlungen) in das Wertguthaben einstellen. Diese erste Stufe ist für den Arbeitgeber liquiditätsneutral. Die umgewandelten Beträge hätte der Arbeitgeber ansonsten als Lohn ausbezahlen müssen. 2. Stufe Ampelsystem zur Steuerung weiterer Entgeltbestandteile Durch die Einführung eines Ampelsystems für Kurz-/Gleitzeitkonten werden die Mitarbeiter über den Stand ihrer Überstunden informiert. Wird ein bestimmter Wert erreicht, muss der Mitarbeiter die Überstunden abbauen oder kann diese wahlweise in ein Wertkonto einstellen. 3. Stufe Strategische Ergänzung durch Arbeitgeberzuschüsse Durch strategische Arbeitgeberzuschüsse kann die allgemeine Bereitschaft zur Nutzung von Wertkonten durch Entgeltumwandlung nachweislich gesteigert werden. Durch diese Investition können in der Folge krankheitsbedingte Fehlzeiten bei älteren Mitarbeitern durch eine Steuerung der innerbetrieblichen Altersstruktur vermindert werden.

12 Beispiel Der Arbeitnehmer B hat eine 40 Stundenwoche und bezieht ein Gehalt von EUR. Er verzichtet auf monatlich 100 EUR seines Gehaltes zugunsten seines Wertguthabens. Diese Entgeltumwandlung erfolgt vollkommen frei von Steuern und Sozialabgaben und mindert sein verfügbares Nettoeinkommen nur um 52,99 EUR. mit Entgeltumwandlung ohne Entgeltumwandlung Bruttogehalt 2.100,00 EUR 2.200,00 EUR./. Lohnsteuer 228,50 EUR 251,75 EUR./. Solidaritätszuschlag 12,57 EUR 13,85 EUR./. Kirchensteuer 18,28 EUR 20,14 EUR./. Sozialversicherungsbeiträge 429,97 EUR 450,45 EUR = Nettogehalt 1.410,68 EUR 1.463,81 EUR Nettoaufwand für die Einzahlung ins Wertkonto 53,13 EUR Durch die attraktive Verzinsung im NÜRNBERGER Kapitalisierungstarif ergibt sich bei einem heute 30-jährigen Arbeitnehmer ein gesamter Kapitalwert im Alter von 67 Jahren von voraussichtlich EUR. Mit diesem Wertguthaben kann er eine Freistellungsdauer von zwei Jahren und elf Monaten, bei 100 % seines bisherigen Gehalts finanzieren. Wenn ihm 70 % seiner Bezüge ausreichen, kann er voll vier Jahre vorher in vorzeitigen Ruhestand gehen. Zum 64. Lebensjahr geht Herr B in seine Freistellung. Dadurch wird das Guthaben aufgebraucht. Im Alter von 67 geht Herr B ohne Abschläge in die gesetzliche Rente. Der Restwert seines Guthabens in Höhe von 858 EUR wird im Anschluss an ihn ausbezahlt. Berechnung mit 3,5 %-iger Gesamtverzinsung (keine Garantie auf die Überschüsse) Für den Arbeitgeber ist diese aus Entgeltumwandlung finanzierte Freistellung insgesamt ergebnis- und liquiditätsneutral. 15. Ansprechpartner betriebliche Altersversorgung Eine Übersicht der Ansprechpartner zur betrieblichen Altersversorgung sowie wichtige Adressen finden Sie in den Dokumenten BA822 und BA827.

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