Buchhaltung und Rechnungswesen - Erfordernis, Vorschriften und Aussagekraft

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1 Buchhaltung und Rechnungswesen - Erfordernis, Vorschriften und Aussagekraft Steuerliche Grundlagen Wer in Deutschland regelmäßig einkommen bezieht ist grundsätzlich Einkommensteuerpflichtig. Hier ist zu unterscheiden zwischen drei großen Gruppen 1. natürliche Personen a. die Arbeiter und Angestellten in einem Arbeitsverhältnis und b. die Selbständigen. 2. Juristische Personen (Vereine, GmbH, AG) 3. Personengesellschaften (Gbr, OHG, KG) Abgrenzung ESt. zur Körperschaftssteuer Die ESt. wird von natürlichen Personen also lebenden Menschen erhoben. Aber auch juristische Personen können Einkünfte erzielen, die sie gleichfalls wie natürlichen Personen zu versteuern haben. Juristische Personen sind insbesondere die Vereine, die Kapitalgesellschaften (AG, GmbH). Von diesen wird aus Ihrem zu versteuernden Einkommen Körperschaftsteuer nach dem Körperschaftsteuergesetz erhoben. Die KSt. ist somit wie die ESt. eine Personensteuer: Sie ist die Einkommensteuer der Juristischen Personen. Um Einkommensteuerpflichtig zu sein müssen die Einkünfte einer der Sieben Einkunftsarten zugerechnet werden können. Bei den Einkunftsarten unterscheidet man zwei Arten von Einkünften. Das sind nach 2 Abs1 Nr Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft - Einkünfte aus Gewerbebetrieb - Einkünfte selbständiger Arbeit - Einkünfte nichtselbständiger Arbeit - Einkünfte aus Kapitalvermögen - Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung - Sonstige Einkünfte im Sinne des 22 EStG Einkommen entsteht durch den Wirtschaftlichen Einsatz von Vermögen (Besitzeinkommen)und persönlicher Arbeitsleistung (Arbeitseinkommen). Eins solche Erzielung von Einkommen muss einer dieser Einkunftsarten des Einkommensteuergesetzes zugerechnet werden können. Nicht alle Zuflüsse, die unter eine der Sieben Einkunftsarten fallen, sind auch tatsächlich steuerpflichtig. Vielmehr ist eine Vielzahl sachlicher Steuerbefreiungen zu beachten

2 Es lassen sich folgende Zuflüsse unterscheiden Einnahmen Außerhalb der Einkunftsarten (= nichtsteuerbar) Im Rahmen der 7 Einkunftsarten (= steuerbar) z.b.: - Liebhaberei - private Vermögensfälle - private Vermögensverwaltung - ersparte Privatausgaben Steuerpflichtige z.b.: - Betriebseinnahmen - Arbeitslohn - Betriebseinnahmen - Mieteinnahmen - Einnahmen aus ehemaliger Tätigkeit - best. Entschädigungen Steuerfreie z.b.: - Arbeitslosengeld - Kurzarbeitergeld - Krankengeld - Reisekostenvergütung - Jubiläumszuwendung Liebhaberei Fehlt es an einer Einkünfteerzielungsabsicht, liegen die Gründe für den Fortbestand der Betätigung meist in außersteuerlichen Motiven (z.b. Hobby, persönlicher Neigung). In solchen Fällen spricht man von einer einkommensteuerrechtlich irrelevanten Liebhaberei. Dies bedeutet das dem Steuerpflichtigen insbesondere verwehrt ist, Vermögensminderungen (Verluste), die ihm dabei entstanden sind, steuermindernd geltend zu machen. Liebhabereitätigkeiten sind z.b. Tätigkeit eines Schrebergärtners, Brieftaubenzüchters oder Briefmarkensammlers. Private Vermögensfälle Einmalige Vermögensvermehrungen unterliegen nicht der Steuerpflicht, wenn sie außerhalb der sieben Einkunftsarten also im Bereich der Privatsphäre des Steuerpflichtigen - anfallen, z.b.: - Lotterie-, Toto- und Rennwettgewinne; - Erbschaften, Schenkungen, Aussteuer und Ausstattungen; - Kapitalabfindungen als Entschädigungen für Körperverletzungen; - Gewinne aus der Veräußerung privater Vermögensgegenstände (Ausnahmen 17 (Anteile an Kapitalges.) 23 ) - Kapitalanfälle aus Privaten Lebensversicherungen (Abschluss vor 2005)

3 Private Vermögensverwaltung Keine Einkunftsart angesprochen wird, wenn ein Steuerpflichtiger lediglich gelegentlich Vermögensumschichtungen vornimmt, um vorhandenes Vermögen ertragreicher zu nutzen. Beispiel: Anlage des Veräußerungserlöses aus dem Verkauf eines Kunstgegenstandes in Wertpapiere. Ersparte Privatausgaben Die Vorteile eines Arbeitnehmers, die sich aus der privaten Nutzungsmöglichkeit betrieblicher Computer (Telearbeitsplätze; häusliche Internetnutzung) und Telekommunikationsgeräte ergeben. Zu beachten ist: Ausgaben, die in unmittelbarem Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen stehen, dürfen nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden. Das Gesetz unterscheidet bei den Einkunftsarten zwischen - Gewinn-Einkünften und - Überschuss Einkünften Unter dem Begriff Einkünfte wird der schon um die abzugsfähigen Ausgaben korrigierte Betrag verstanden. Einkünfte sind also das Nettoergebnis einer Einkunftsart bzw. einer Einkunftsquelle. Nach 2 Abs. 2 EStG werden zwei Arten von Einkünften unterschieden: Einkünfte sind bei den Einkunftsarten 1. Land- und Forstwirtschaft 2. Gewerbebetrieb und 3. selbständiger Arbeit der Gewinn (= Gewinneinkunftsarten) und bei den Einkunftsarten 4. nichtselbständige Arbeit 5. Kapitalvermögen 6. Vermietung und Verpachtung und 7. sonstige Einkünfte der Überschuss der Einnahmen über die Webungskosten (= Überschusseinkünfte). Unterscheidungsmerkmal dieser beiden Gruppen von Einkunftsarten ist die Art der Ermittlung der Höhe der Einkünfte.

4 Einnahmen Im Einkommensteuerrecht versteht man unter dem Begriff Einnahmen alle Güter, die in Geld oder Geldwert bestehen und dem Steuerpflichtigen zufließen. Der Einkommenbesteuerung unterliegen allerdings nur solche Einnahmen, die im Rahmen einer der sieben Einkunftsarten anfallen Zu welchen Einkunftsarten einen Einnahme gehört richtet sich nach den EStG Die Vermietung von Pkws gehört z.b. nicht zu den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung da nach 21 Abs. 1 nur die Vermietung von unbeweglichem Vermögen herunterfällt. Fallen die Einnahmen im Rahmen der Gewinneinkunftsarten an nent man sie Betriebseinnahmen. Gehören sie zu den Überschusseinkünften, rechnen Sie zu den Einnahmen i.s. des 8 ESrG. Ausgaben Zur Ermittlung der vom Steuerpflichtigen im jeweiligen Veranlagungszeitraum erzielten Einkünfte dürfen bestimmte, mit diesen (steuerpflichtigen) Einnahmen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehende Ausgaben abgezogen werden. Stehen die Ausgaben mit den Gewinneinkünften im Zusammenhang spricht man von Betriebsausgaben ( 4 Abs.4 EStG) Ausgaben die mit den Überschusseinkünften zusammenhängen, nennt man Werbungskosen ( 9 EStG) Zu Beachten ist dass bestimmte Betriebsausgaben nur eingeschränkt abgezogen werden dürfen (z.b. Werbegeschenke, Bewirtungskosten, Reisekosten 4 Abs. 5 EStG) Generell kann ein Steuerpflichtiger ihm entstandene Aufwendungen nur dann als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten steuerlich geltend machen, wenn sie durch die jeweiligen Einkunftsarten veranlasst sind. D.h. die Aufwendungen müssen in einem gewissen sachlichen und objektiven Zusammenhang mit der Absicht des Steuerpflichtigen damit steuerpflichtige Einnahmen zu erzielen, stehen. Darüber hinaus sind die Aufwendungen gegenüber den nichtabzugfähigen Kosten der Lebensführung ( 12 EStG) abzugrenzen.

5 Zusammenfassendes Schaubild Einkommensteuerliche Grundbegriffe Einnahmen Ausgaben Nicht Steuerbare Einnahmen Steuerbare Einnahmen - Betriebseinnahmen - Einnahmen i.s. 8 Betriebsausgaben ( 4 Abs.4 Werbungskosten ( 9) Aufwendungen für die Lebensführung Steuerfrei Steuerpflichtig Abzugsfähig Nicht abzugsfähig Einkünfte i.s.d. 2 Abs. 1 Betriebseinnahmen./. Betriebsausgaben = Gewinn Nr. 1 3 Gewinneinkünfte Einnahmen./. Werbungskosten = Überschuss Nr. 4 7 Überschußeinkünfte Einkünfte Gewerbebetrieb Zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb gehören alle Einkünfte, die mit einem Gewerbebetrieb im Zusammenhang stehen. Dabei unterscheidet das EStG folgende Arten der Einkünfte aus Gewerbebetrieb ( ESTG) 1. Einkünfte aus gewerblichen Unternehmen 2. Einkünfte aus Mitunternehmerschaft 3. Einkünfte aus der Veräußerung bestimmter Vermögenswerte Begriff Gewerbebetrieb Eine steuerliche Definition des Gewerbebetriebs enthält 15 Abs. 2 ESTG. Danach lassen sich folgende Kriterien für das Vorliegen eines Gewebebetriebs herausstellen. 1. Selbständigkeit 2. Nachhaltigkeit der Betätigung 3. Gewinnerzielungsabsicht 4. Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr 5. Negativabgrenzung a. keine land- und Forstwirtschaft b. keine selbständige Arbeit Selbständigkeit Nachhaltigkeit - Das ist eine Tätigkeit auf eigene Rechnung und Gefahr (Verantwortung, Unternehmerrisiko) und mit eigener Zeiteinteilung - Die Tätigkeit muss eine Wiederholungsabsicht erkennen lassen.

6 Gewinnerzielungsabsicht Beteiligung am Allgemeinen Wirtschaftsverkehr Das kann immer dann unterstellt werden, wenn jemand nach außen erkennen läst, dass er mit einer Tätigkeit Einkünfte erzielen will. Ein solcher Wunsch wird z.b. dadurch sichtbar, dass eine Betriebsstätte oder Büro eröffnet wird. - Hierunter versteht man das Streben nach einem Totalgewinn im Zeitraum der gewerblichen Betätigung (Mehrung des Betriebvermögens; Verzinsung des eingesetzten Kapitals. - Diese Beteiligung ist dann gegeben, wenn die erstellten Produkte oder Leistungen grundsätzlich allen Personen zugänglich gemacht werden. Dies ist meist erkennbar durch die Errichtung eines entsprechenden Geschäftsraums oder die Bekanntmachung der Absicht (Firmenschild, Werbung). Unternehmensforme Einzelunternehmen Stille Gesellschaft BGB- Gesellschaft Privatrechtliche F Gesellschaften Handels- Gesellschaften Öffentlich-rechtliche F Juristische Personen des öffentlichen Rechts Personengesellschaften Kapitalgesellschaften Sonderformen - OHG - KG - GmbH - AG - Genossenschaften - Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit - Vereine Begriff der selbständigen Arbeit Das Einkommensteuergesetz enthält keine Begriffsbestimmung der Selbständigen Arbeit, sondern zählt in 18 EStG die dazugehörenden Tätigkeiten auf. Die vier positiven Vorraussetzungen für einen Gewerbebetrieb, nämlich: 1. Selbständigkeit 2. nachhaltige Betätigung 3. Gewinnerzielungsabsicht 4. Beteiligung am allgemeinen Wirtschaftsverkehr

7 Treffen auch auf die selbständige Arbeit zu. Die Ausübung einer selbständigen Tätigkeit unterscheidet sich vom gewerblichen oder land- und forstwirtschaftlichen Betrieb in der Regel dadurch dass der Einsatz von Kapital gegenüber geistiger Arbeit und der eigenen Arbeitskraft in den Hintergrund tritt. Charakteristisch und erforderlich ist also die persönliche Arbeitsleistung des Berufsträgers, statt der Erbringung einer Betriebsleistung, die bei Gewerbetreibenden ausreichend ist. Zumeist ist der Steuerpflichtige erst durch eine besondere Ausbildung oder durch persönliche Fähigkeiten in der Lage, Leistungen zu bewirken, die nach der Verkehrsauffassung der selbständigen Arbeit zugerechnet werden. Danach ergeben sich folgende Merkmale der selbständigen Tätigkeit: - die leitende und eigenverantwortliche Tätigkeit - die eigene Arbeitsleistung aufgrund besonderer Fachkenntnisse als Basis der Tätigkeit, - die Notwendigkeit einer in der Regel gehobenen Ausbildung, - eine vorübergehende oder dauernde Ausübung dieser Tätigkeit. Daraus läst sich eine Umschreibung der selbständigen Tätigkeit ableiten. Es muss sich dabei um eine in eigener Verantwortung ausgeübten Tätigkeit handeln, die im wesentlichen auf Einsatz der der persönlichen Arbeitskraft und Fachkenntnissen des Steuerpflichtigen beruht.

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