Neukonzeption der Lehrerbildung (GHR 300)

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1 Stand: Neukonzeption der Lehrerbildung (GHR 300) Informationen zur Einführung der 4-semestrigen Master-Studienprogramme M.Ed. Lehramt an Grundschulen M.Ed Lehramt an Haupt- und Realschulen (und Oberschulen) Im Rahmen eines landesweiten Reformprozesses wird an der Leuphana Universität Lüneburg wie an allen lehrerbildenden Hochschulen Niedersachsens das Studium für die Lehrämter an Grund-, Haupt- und Realschulen grundlegend reformiert. Dieses Informationspapier soll Ihnen etwa neun Monate vor dem Start der neuen Studienprogramme einen Überblick über die anstehenden Veränderungen geben. Bei der Erstellung dieses Informationspapiers haben wir uns bemüht, Ihre an uns bisher gestellten Fragen weitestgehend zu beantworten. Bitte beachten Sie dabei, dass es sich hierbei um den aktuellen Stand handelt, und dieser nicht als abschließend zu betrachten ist. Im Laufe der weiteren Ausdifferenzierung der Planungen können sich noch Änderungen ergeben. Folgende Fragen werden in diesem Informationspapier angesprochen: Was sind die Ziele der Neukonzeption?...2 Wie ist der Studienverlauf?...2 Gibt es Änderungen in den Unterrichtsfächern?...3 Was bedeutet Forschendes Lernen?...3 Kann ich mein Projektthema auch für die Masterarbeit nutzen?...4 Was ändert sich im Professionalisierungsbereich?...4 Wie wird die Praxisphase gestaltet?...4 Was sind die Auswirkungen auf den B.A. Lehren und Lernen?...5 Gibt es Auswirkungen auf das Erweiterungsfach?...6 Kann ich während des Master-Studiums ein Auslandssemester absolvieren?...6 Wann starten die neuen Masterstudiengänge?...6 Kann ich den alten Zweisemestrigen-Master länger als in der Regelstudienzeit studieren?...6 Kann ich nach Abschluss des neuen Masters promovieren?...6 Kann ich den Vorbereitungsdienst auch in einem anderen Bundesland absolvieren? Wie ändert sich die Dauer des Vorbereitungsdienstes? Welche Übergangsvorschriften für den Vorbereitungsdienst gibt es?...6

2 2 Was sind die Ziele der Neukonzeption? Kernpunkte der Reform sind die Erweiterung der GHR-Masterstudiengänge um zwei Semester und die Einführung einer fünfmonatigen Praxisphase im Masterstudium. Die Reform wurde am im Niedersächsischen Landtag beschlossen. Damit entspricht das Land Niedersachsen den Vorgaben der KMK, nach denen Masterabschlüsse mindestens 300 Leistungspunkten entsprechen. Hieraus ergibt sich eine Gleichwertigkeit zu anderen Master-Abschlüssen. Inhaltlich wird vor allem eine intensivere Verzahnung von Theorie und Praxis angestrebt, um zukünftig eine stärker selbstreflektierende Haltung dem angestrebten Berufsfeld gegenüber auszubilden und einen umfassenden und realistischen Blick auf das Berufsfeld Schule zu ermöglichen. Die inhaltliche Neuausrichtung der Masterstudiengänge integriert zum einen das Prinzip des Forschenden Lernens und zum anderen eine fünfmonatige Praxisphase. Das Prinzip des Forschenden Lernens wird v. a. in einem dreisemestrigen Projektband verortet, das von den Lehrenden der Universität aus dem Professionalisierungsbereich und den Fächern bzw. Fachdidaktiken gemeinsam verantwortet wird. Die Gestaltung der Praxisphase wird von den Lehrenden der Universität in enger Kooperation mit den Fachseminarleitungen der Studienseminare und Schulen durchgeführt. Die Praxisphase ersetzt bisherige Fachpraktika. Mit der Einrichtung der neuen Masterstudiengänge erfolgt eine schulformspezifische Neuausrichtung für das Lehramt an Grundschulen und das Lehramt an Haupt- und Realschulen (und Oberschulen) in getrennten Masterstudiengängen. Diese unterscheiden sich inhaltlich, nicht aber in der Verteilung der Leistungspunkte auf Professionalisierungsbereich und Fächer voneinander. Wie ist der Studienverlauf? Studienverlauf Lehramt an Grundschulen (M.Ed.) und Lehramt an Haupt- und Realschulen (M.Ed.)

3 3 Das Modul Übergänge (z. B. Kindergarten Grundschule; Erstunterricht) wird zukünftig für das Lehramt an Grundschulen (M.Ed.) und das Modul Psychologie der Veränderung (z. B. Gesundheit und Entwicklung in der Phase der Adoleszenz) für das Lehramt an Haupt- und Realschulen (M.Ed.) angeboten. Alle anderen Module sind strukturell in beiden Programmen identisch, können aber in den Fächern nach Schulformen ausdifferenziert sein. Gibt es Änderungen in den Unterrichtsfächern? Die bereits im Bachelor angebotenen Unterrichtsfächer werden weitergeführt, es kommen keine neuen Unterrichtsfächer hinzu und es werden auch keine Unterrichtsfächer entfallen. Im neuen Master umfasst das Fachstudium der Unterrichtsfächer zukünftig jeweils 15 Credit Points. Es werden fachwissenschaftliche und fachdidaktische Module angeboten. Die bisherigen Module der Unterrichtsfächer werden bis auf das Fachpraktikumsmodul weitestgehend weitergeführt. Hiervon kann in einzelnen Fächern abgewichen werden. Was bedeutet Forschendes Lernen? Im Sinne des Forschenden Lernens bearbeiten Sie im Projektband einzeln oder im Team exemplarisch fachwissenschaftliche, fachdidaktische oder schulpädagogische Fragestellungen eigenständig unter Anwendung von geeigneten Forschungs- bzw. Evaluationsmethoden. Diese Projekte können sowohl von der Schulrealität ausgehen und durch Schule thematisch mitgestaltet werden, als auch Fragestellungen aus den anderen universitären oder fachwissenschaftlichen Fragestellungen in das Projektband einbinden. Sie wählen aus einem Wahlpflichtangebot Projektband, das von den Fächern und dem Professionalisierungsbereich angeboten wird, eine Forschungsfragestellung aus. Hierbei kann es sowohl Angebote geben, die eher fachdidaktisch als auch fachwissenschaftlich orientiert sind. Im Rahmen des Projektbandes entwickeln Sie einen forschenden Blick, den Sie auf ihr späteres Berufsfeld anwenden oder übertragen können. Sie prüfen z. B. wissenschaftliche Fragestellungen in der Praxis. Die Ergebnisse können je nach Fragestellung in die Schule hinein wirken bzw. können an diese zurückgemeldet werden. So werden Sie die Perspektiven Handlungswissen und Wissenschaftswissen eng miteinander verzahnen und können die Bezüge zur Wissenschaft in ihrer professionellen Weiterentwicklung lebendig und wirksam halten. Projektband Methodenausbildung Generierung einer gemeinsamen Forschungsfrage sowie darauf bezogener Miniprojekte (3-4 Stud.) Durchführung der Projekte während der Praxisphase Auswertungsphase und Vorbereitung der Abschlusstagung

4 4 Kann ich mein Projektthema auch für die Masterarbeit nutzen? Ja, Sie können Fragestellungen aus dem Projektband in der Masterarbeit vertiefen oder ein neues Thema wählen. Die Masterarbeit kann sowohl in einem der Unterrichtsfächer, als auch im Professionalisierungsbereich geschrieben werden. Die Masterarbeit wird durch ein begleitendes Kolloquium ergänzt. In dieser Veranstaltung stellen Sie Ihr Thema, Ihre These und Ihre Gliederung vor Kommilitoninnen und Kommilitonen vor, um von diesen ein kritisches Feedback zur Fragestellung und zum Arbeitsprozess zu erhalten. Was ändert sich im Professionalisierungsbereich? Der Professionalisierungsbereich umfasst das bildungswissenschaftliche Studium für die Lehrerbildung. Ziel des bildungswissenschaftlichen Studiums ist es, dass Sie die fachlichen, methodischen, sozialen und personalen Kompetenzen erwerben, um als qualifizierte Person die pädagogische Arbeit insbesondere in Schulen wahrnehmen zu können. Das bildungswissenschaftliche Studium gliedert sich im Masterstudium in die Bereiche Pädagogik und Psychologie. Im Masterstudium gehört zum Professionalisierungsbereich die schulformspezifische Profilierung. Diese schulstufenspezifische Profilierung für das Lehramt an Grundschulen ist insbesondere durch Elemente der Frühpädagogik und der Didaktik des Erstunterrichts gekennzeichnet, während die Profilierung für das Lehramt an Haupt- und Realschulen sich insbesondere den stufenspezifischen Anforderungen der Allgemeinbildung und Berufsvorbereitung widmet. Zur Profilierung wurden die Module Übergänge bzw. Psychologie der Veränderung geschaffen. Diese Module besuchen Sie in Abhängigkeit von dem gewählten Master. Wie wird die Praxisphase gestaltet? Die Praxisphase besteht aus dem vorbereitenden Praxismodul, dem Praxisblock und dem begleitenden und nachbereitenden Praxismodul. Der Praxisblock wird in der veranstaltungsfreien Zeit des ersten Mastersemesters (Februar) beginnen und im zweiten Mastersemester (Juni/Juli) enden. Er verläuft parallel zum 2. Schulhalbjahr. In diesen 18 Unterrichtswochen sind Sie zum überwiegenden Anteil in den Schulen und erfahren und gestalten Schul- und Unterrichtskultur. Sie hospitieren und unterrichten in dieser Zeit in betreutem Rahmen (selbstgestaltet aber nicht eigenverantwortlich) in beiden Unterrichtsfächern. In dieser Zeit werden Sie durch ein Tandem (Lehrende/r der Universität und Fachseminarleiter/in) begleitet. In der Schule haben Sie eine Mentorin bzw. einen Mentoren, der Sie bei Fragen rund um die Schule und die Unterrichtsgestaltung unterstützt und berät. Sie verbringen mindestens drei Tage pro Woche in der Schule. In beiden Unterrichtsfächern wird der Praxisblock durch universitäre Veranstaltungen vorbereitet. Der Umfang dieser Vorbereitungsseminare beträgt pro Fach 2 SWS. Begleitend zum Praxisblock finden in jedem Fach Veranstaltungen statt, die das Praktikum unterstützen. Sie umfassen 1 SWS pro Fach und finden i.d.r. an der Universität statt. Während des Praxisblocks werden Sie mehrfach in jedem der beiden Unterrichtsfächer beraten. Mindestens einmal pro Fach soll diese Beratung durch das Tandem Fachdidaktiker_in und Fachseminarleiter_in erfolgen. Sie erhalten von Ihrem Lehrtandem Rückmeldungen zu Ihrem unterrichtlichen und schulischen Handeln und werden bei der Reflexionsarbeit unterstützt. Die Nachbereitung des Praxisblocks erfolgt ebenfalls durch das Tandem. Dies kann in verschiedenen Formaten und zu verschiede-

5 5 nen Zeitpunkten erfolgen, etwa als Blockveranstaltung zum Ende des Sommersemesters. Sie soll 1 SWS pro Fach umfassen und findet i.d.r. an der Universität statt. Gliederung der Praxisphase Sie werden an drei bis vier Tagen in der Woche mindestens 15 Zeitstunden in der Schule sein. Die übrigen Tage werden als Studientage an der Universität verbracht. Die Praxisphase wird in mehrere Phasen geteilt, wobei diese Phasen sich gegenseitig überlappen können und nicht immer gegeneinander abgrenzbar sind. In der ersten Phase des Praxisblocks sollen Sie in ansteigender Menge selbst gestalteten Unterricht übernehmen. Ziel dieser Phase ist das Heranführen an das selbständige Unterrichten. In dieser Phase gehören zu Ihren Aufgaben: 1. Hospitation und Analyse Wahrnehmen, Erkennen und Reflektieren des schulischen Umfeldes kriteriengeleitete Beobachtung eigenen und fremden Unterrichts Kennenlernen der Klassen, in denen man unterrichten wird Unterrichtsplanung als Grundlage für Beobachtungen und Reflexion Beobachtungsaufgaben durchführen, Beobachtungskategorien und -instrumente anwenden Unterrichtsreflexion 2. Teilweise gestalteter bzw. selbst gestalteter Unterricht Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht Übernahme von Fachunterricht oder Teilen davon (wie z. B. Einstieg, einzelne Arbeitsphasen, Ergebnissicherung etc.) Erprobung von Teamteaching Unterstützung, Hilfen und Rückmeldungen durch Mentorinnen und Mentoren, Studierenden- Partner_innen, bei Besuchen auch durch das Tandem In Phase zwei führen Sie dann selbständig Unterricht (nicht eigenverantwortliche) durch. Diese Phase gliedert sich in eine Vorbereitungs-, Durchführungs- und Reflexionsphase. Der Unterricht wird aufgrund der Planung, Durchführung, Leistungsanalysen, pädagogischen Handlungsebenen usw. nachbereitet. Darüber hinaus werden Sie an relevanten Schulveranstaltungen (Elternabenden, Konferenzen, Schulleben etc.) teilnehmen. Insgesamt werden Sie während des Praxisblocks mindestens 64 Unterrichtsstunden teilweise oder vollständig selbst planen, durchführen und reflektieren. Diese sollen sich ähnlich auf beide Unterrichtsfächer verteilen. Was sind die Auswirkungen auf den B.A. Lehren und Lernen? Der bisherige polyvalente Studiengang B.A. Lehren und Lernen bleibt weitgehend in der aktuellen Form bestehen. Die inhaltlichen Anforderungen werden sich nicht wesentlich ändern. Zukünftig wird der Professionalisierungsbereich im B.A. Lehren und Lernen mit 55 Leistungspunkten (derzeit 45 CP) den größten Studienanteil einnehmen. Hierzu gehört ein Angebot, das sich sowohl auf zentrale

6 6 lehramtstypische Kompetenzen als auch auf allgemeine Kompetenzen bezieht. Sprecherziehung und Informations- und kommunikationstechnologische Bildung (IuK) bleiben als Wahlpflichtmodule eingebunden. Neu hinzukommen das Modul Methoden der empirischen Unterrichtsforschung sowie der Inhaltsbereich Differentielle Psychologie und Gesundheitspsychologie (innerhalb des Basismodul Psychologie ). Die Reihenfolge der Module im Professionalisierungsbereich wird sich für Studierende, die ab dem Wintersemester 2014/2015 ihr Studium aufnehmen, verändern. In den Unterrichtsfächern wird es im B.A. Lehren und Lernen in der Regel keine tiefgreifenden Veränderungen geben. Für eine kontinuierliche und entwicklungsbegleitende Reflexionsarbeit wird bereits zu Beginn Ihres Bachelor-Studiums ein phasenübergreifendes Portfolio eingeführt. Dieses wird Sie während Ihrer beiden Studienphasen des Bachelor- und des Masterstudiums hinaus auch während des Vorbereitungsdienstes und in der Berufseinstiegsphase begleiten. Teilweise soll es Ihnen als Prüfungsgrundlage dienen. Gibt es Auswirkungen auf das Erweiterungsfach? Es wird weiterhin die Möglichkeit geben, ein Erweiterungsfach zu studieren. Dies wird zum jetzigen Zeitpunkt ohne Veränderungen möglich sein. Es wird z. B. keine Erhöhung der zu erreichenden Leistungspunkte geben. Es werden keine neuen Fächer eingeführt oder abgeschafft. Kann ich während des Master-Studiums ein Auslandssemester absolvieren? Ja, vorzugsweise im 3. Semester. Derzeit sind weitere Kooperationen mit ausländischen Universitäten im Aufbau, da aktuell nur sehr wenige Studienplätze im Ausland für die Masterphase angeboten werden können. Wann starten die neuen Masterstudiengänge? Start ist das Wintersemester 2014/2015. Eine Zulassung in die zweisemestrigen Masterstudiengänge ist nicht mehr möglich. Kann ich den alten Zweisemestrigen-Master länger als in der Regelstudienzeit studieren? Ja, mindestens zwei Semester länger. Alle Module werden gleich oder ähnlich weiter angeboten. Hierzu werden jeweils fachspezifische Übergangsvorschriften eingeführt. Kann ich nach Abschluss des neuen Masters promovieren? Ja, an der Leuphana Universität Lüneburg (Fakultät Bildung) können Sie in der Regel ohne weitere Auflagen promovieren. Kann ich den Vorbereitungsdienst auch in einem anderen Bundesland absolvieren? Wie ändert sich die Dauer des Vorbereitungsdienstes? Welche Übergangsvorschriften für den Vorbereitungsdienst gibt es? Die Dauer des Vorbereitungsdienstes wird unverändert bei 18 Monate bleiben. Weitere Fragen zum Vorbereitungsdienst (auch Fragen zur Vergütung während des Vorbereitungsdienstes und danach) können abschlie-

7 7 ßend nur vom Kultusministerium des betreffenden Bundeslandes beantwortet werden. Antworten für das Land Niedersachsen finden Sie u. a. hier: Ansprechpartner und weitere Informationen Leitung & zentrale Inhaltliche Konzeption (Prodekanin GHR 300 Fakultät Bildung) Prof. Dr. Cornelie Dietrich Referent Qualitätsmanagement Fakultät Bildung & Mitarbeit GHR 300 Timo Barfknecht

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