ERWERBSTÄTIGENQUOTE NACH ELTERN SCHAFT UND ALTER DER KINDER Erwerbstätigkeit der Mütter hängt vom Alter der Kinder ab

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1 ERWERBSTÄTIGKEIT ERWERBSTÄTIGENQUOTE NACH ELTERN SCHAFT UND ALTER DER KINDER 2015 Bearbeitung: Dietmar Hobler, Svenja Pfahl, Sandra Horvath Erwerbstätigkeit der Mütter hängt vom Alter der Kinder ab Grafik ET 13.1 Quote der aktiv erwerbstätigen Frauen und Männer nach Elternschaft und Alter des jüngsten Kindes in Deutschland (2015), in Prozent GESAMT 63,8 74,7 DEUTSCHLAND Personen ohne Kind 65,6 71,0 Eltern insgesamt 60,3 83,4 Frauen Eltern, jüngstes Kind ,9 81,3 Männer Eltern, jüngstes Kind ,3 84,2 Eltern, jüngstes Kind ,1 83,8 Eltern, jüngstes Kind ,4 85,0 Eltern, jüngstes Kind ,6 83, WSI GENDERDATENPORTAL

2 Grafik ET 13.2 Quote der aktiv erwerbstätigen Frauen und Männer nach Elternschaft und Alter des jüngsten Kindes in Westdeutschland (2015), in Prozent GESAMT 63,7 75,7 WESTDEUTSCHLAND Personen ohne Kind 65,9 72,1 Eltern insgesamt 59,7 84,0 Frauen Eltern, jüngstes Kind ,2 81,8 Männer Eltern, jüngstes Kind ,5 84,8 Eltern, jüngstes Kind ,2 84,3 Eltern, jüngstes Kind ,1 85,6 Eltern, jüngstes Kind ,4 83, Grafik ET 13.3 Quote der aktiv erwerbstätigen Frauen und Männer nach Elternschaft und Alter des jüngsten Kindes in Ostdeutschland (2015), in Prozent GESAMT 64,0 70,6 OSTDEUTSCHLAND Personen ohne Kind 64,5 67,2 Eltern insgesamt 62,9 80,9 Frauen Eltern, jüngstes Kind ,7 79,1 Männer Eltern, jüngstes Kind ,3 81,4 Eltern, jüngstes Kind ,0 81,5 Eltern, jüngstes Kind ,7 82,2 Eltern, jüngstes Kind ,0 81, Seite 2

3 In Deutschland haben Elternschaft und Alter des jüngsten Kindes einen großen Einfluss auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern: Im Jahr 2015 sind Mütter etwas seltener aktiv erwerbstätig als Frauen ohne Kinder. Bei den Männern ist es umgekehrt, denn hier sind Väter häufiger aktiv erwerbstätig als Männer ohne Kinder. 1 Die Erwerbstätigenquote der Väter wird kaum durch das Alter des jüngsten Kindes beeinflusst, und liegt bei allen Gruppen über 80 Prozent. Demgegenüber steigt die Erwerbstätigenquote der Mütter sehr stark mit dem Alter des jüngsten Kindes an: Nur ein Drittel der Mütter mit Kindern unter drei n ist aktiv erwerbstätig, aber fast zwei Drittel der Mütter mit Kindern im Grundschulalter und annähernd drei Viertel derjenigen mit jugendlichen Kindern im Alter zwischen 15 und 17 n. In der großen Diskrepanz zwischen der Erwerbsbeteiligung von Müttern und Vätern zeigt sich die Wirkung paarinterner Arbeitsteilung bei der Kinderbetreuung: Während Väter in Deutschland immer noch in hohem Maße erwerbstätig sind, und damit die Rolle des Familienernährers einnehmen, ist die Erwerbstätigkeit der Mütter stark davon abhängig, wie intensiv die Kinder betreut werden müssen. Mütter (insbesondere solche mit kleinen Kindern unter 6 n) übernehmen deutlich mehr unbezahlte Arbeit in Familie und Haushalt als Väter. 2 Daher weisen die Mütter mit den jüngsten Kindern auch die niedrigste Erwerbstätigenquote auf. Mit zunehmendem Alter des jüngsten Kindes steigt die Erwerbstätigenquote der Mütter dann wieder an. Der regionale Vergleich zeigt, dass die Abstände zwischen den Erwerbstätigenquoten von Müttern und Vätern in Ostdeutschland geringer ausfallen als in Westdeutschland. Mütter mit Kindern unter 14 n in Ostdeutschland weisen etwas höhere Erwerbstätigenquoten auf als Mütter in Westdeutschland. Demgegenüber haben Väter in Ostdeutschland durchgängig etwas niedrigere Erwerbstätigenquoten als Väter in Westdeutschland. Der Zeitvergleich der 2010 und 2015 (ohne Abb., vgl. Tab.) zeigt darüber hinaus, dass sich innerhalb dieser 5 nur wenig geändert hat. Allerdings ist bei den Müttern mit jüngeren Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter (3 bis 9 ) in Westdeutschland ein leichter Anstieg der Erwerbstätigenquote um etwa 2,5 Prozentpunkte festzustellen. 1 Vgl. Definition der aktiven Erwerbstätigkeit im Glossar. 2 Vgl. Hobler, Dietmar / Pfahl, Svenja (2017): Zeitaufwand für bezahlte und unbezahlte Arbeit im mittleren Lebensalter 2012/2013. In: WSI GenderDatenPortal. Seite 3

4 Glossar Elternschaft Als Mütter und Väter werden in den vorliegenden Analysen Personen im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 64 n entsprechend dem Lebensformen-Konzept definiert. Als Eltern gelten demzufolge alle Erwachsenen, die in einem Haushalt mit mindestens einem Kind unter 18 n zusammen leben. Unerheblich ist dabei, ob es sich um leibliche Kinder oder Stief-, Pflege- oder Adoptivkinder handelt. Mit dieser Definition werden Personen, deren Kinder älter als 18 sind und/oder deren Kinder nicht mehr im selben Haushalt leben, nicht als Eltern (Mütter/Väter) definiert. Kinder, die bereits verheiratet sind, oder in einer Lebensgemeinschaft leben, oder bereits ein eigenes Kind haben, bilden nach dem Lebensformen- Konzept eine eigene Familie, und werden daher nicht mehr den Eltern zugeordnet, selbst wenn sie noch keine 18 alt sind. 3 Aktiv Erwerbstätige Als aktiv Erwerbstätige gelten Personen, [ ] die in der Berichtswoche, also der letzten Woche vor der Befragung, gearbeitet haben. In der Berichtswoche vorübergehend Beurlaubte zählen nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zwar auch zu den Erwerbstätigen, jedoch nicht zu den hier betrachteten aktiv Erwerbstätigen. 4 Quote der aktiv Erwerbstätigen Die Quote der aktiv Erwerbstätigen gibt den prozentualen Anteil der aktiv Erwerbstätigen an der Bevölkerung im Alter zwischen 15 bis unter 64 wieder. 5 Vorübergehend Beurlaubte Zu den vorübergehend Beurlaubten gehören alle Erwerbstätigen, die in der Berichtswoche nicht gearbeitet haben (unter anderem wegen Mutterschutz, Elternzeit, Krankheit, Kur, (Sonder-)Urlaub, Altersteilzeit, Dienstbefreiung, Streik, Schlechtwetterlage oder Kurzarbeit). 6 3 Vgl. Keller, Matthias und Thomas Haustein (2014): Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ergebnisse des Mikrozensus 2013, in: Wirtschaft und Statistik 2014, Heft 12, S a. a. O., S a. a. O., S a. a. O., S Seite 4

5 Datentabelle zu den Grafiken Tabelle ET 13 Quoten der aktiv erwerbstätigen 1) Frauen und Männer nach Elternschaft und Alter des jüngsten Kindes in Deutschland, West- und Ostdeutschland (2010 und 2015), in Prozent Deutschland Westdeutschland Ostdeutschland Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer Eltern 2) nach Alter des jüngsten Kindes unter 3 n ,5 31,9 82,6 81,3 30,1 30,2 83,3 81,8 37,2 38,7 79,2 79,1 60,5 62,3 84,4 84,2 58,8 61,5 85,1 84,8 67,3 65,3 81,2 81,4 66,8 69,1 85,2 83,8 65,9 68,2 85,8 84,3 71,1 73,0 81,9 81,5 72,0 72,4 85,2 85,0 71,4 72,1 85,7 85,6 75,4 73,7 82,0 82,2 72,7 73,6 83,5 83,3 72,7 73,4 83,7 83,6 72,7 75,0 81,9 81,6 Eltern gesamt 60,0 60,3 84,2 83,4 59,3 59,7 84,8 84,0 63,0 62,9 81,1 80,9 Personen ohne Kinder 3) 64,3 65,6 70,3 71,0 64,2 65,9 71,3 72,1 64,4 64,5 66,8 67,2 Alle Personen im Alter J. 62,8 63,8 74,5 74,7 62,5 63,7 75,6 75,7 64,0 64,0 70,1 70,6 1) Aktiv Erwerbstätige sind Erwerbstätige im Alter zwischen 15 und 64 n, die in der Berichtswoche mindestens eine Stunde gearbeitet haben. Nicht zu den aktiv Erwerbstätigen zählen die vorübergehend Beurlaubten (z. B. wegen Krankheit, (Sonder-) Urlaub, Altersteilzeit, Mutterschutz, Elternzeit etc.). 2) Als Eltern gelten alle Personen, die mit mindestens einem Kind unter 18 n in einer Haushaltsgemeinschaft leben. Unerheblich ist dabei, ob es sich um leibliche oder adoptierte Kinder oder um Stiefkinder handelt. 3) Als Personen ohne Kinder gelten alle Frauen/Männer, die nicht in einer Lebensform mit einem ledigen Kind unter 18 n leben. Methodische Anmerkungen Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf Analysen von Matthias Keller und Thomas Haustein (Statistisches Bundesamt) zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In dem begleitenden Arbeitspapier 7 verweisen die Autoren für ausführlichere Informationen auf einen Artikel Keller/Haustein in der Zeitschrift Wirtschaft und Statistik aus dem Jahr Alle Definitionen im Glossar sowie sämtliche Hinweise basieren auf Angaben aus der genannten Publikation. 7 Vgl. Statistisches Bundesamt (2016): Thematische Sonderaufbereitung Vereinbarkeit von Familie und Beruf Ergebnisse des Mikrozensus Vgl. Keller, Matthias und Thomas Haustein (2014): Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ergebnisse des Mikrozensus 2013, in: Wirtschaft und Statistik 2014, Heft 12, S Seite 5

6 Grundlage der Analysen sind die Daten des Mikrozensus, der vom statistischen Bundesamt erhoben wird. Der Mikrozensus ist eine laufende, amtliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt in Deutschland. Die Erhebung wird auf der Basis einer 1-Prozent-Haushaltsstichprobe jährlich durchgeführt. Der Mikrozensus liefert u. a. Daten zur Bevölkerungsentwicklung, zu Haushalten und Familien, zur Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit sowie zu Beruf, Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Erwerbstätigen. Die Grundgesamtheit ist die Wohnbevölkerung in Deutschland, damit werden Personen ohne festen Wohnsitz nicht berücksichtigt. 9 Literatur Hobler, Dietmar / Pfahl, Svenja (2017): Zeitaufwand für bezahlte und unbezahlte Arbeit im mittleren Lebensalter 2012/2013, in: WSI GenderDatenPortal. Keller, Matthias und Thomas Haustein (2014): Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ergebnisse des Mikrozensus 2013, in: Wirtschaft und Statistik 2014, Heft 12, S , VereinbarkeitFamilieBeruf_ pdf? blob=publicationfile, letzter Zugriff: Statistisches Bundesamt (2016): Thematische Sonderaufbereitung Vereinbarkeit von Familie und Beruf Ergebnisse des Mikrozensus Statistisches Bundesamt (2016): Mikrozensus Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Fachserie 1, Reihe Wiesbaden. StandEntwicklungErwerbstaetigkeit pdf? blob=publicationfile, letzter Zugriff: Vgl. Statistisches Bundesamt (2016): Mikrozensus Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland, Fachserie 1 Reihe Wiesbaden. Seite 6

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