PreMedia. Newsletter. Die beste Lokal- Zeitung Europas INFORMATIONEN FÜR DAS TOP-MANAGEMENT DER MEDIEN-INDUSTRIE NOVEMBER 2014 AUSGABE 11 JAHRGANG 19

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1 PreMedia Newsletter WAN-IFRA Publishing Expo auf VideoLiveStream: und INFORMATIONEN FÜR DAS TOP-MANAGEMENT DER MEDIEN-INDUSTRIE NOVEMBER 2014 AUSGABE 11 JAHRGANG 19 Die beste Lokal- Zeitung Europas

2 PREMEDIA NEWSLETTER INHALT NOVEMBER Zeitung machen mit der Cloud 06 Hallingdólen Zeitung mit Passion Dr. Martin Huber, Geschäftsführer von myheimat Deutschland sowie der gogol medien GmbH & Co. KG und insbesondere für die Bereiche Strategie, Entwicklung, Finanzen und Business Development zuständig TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE Aufbruch in die Multimedia-Welt... 2 Nordwest-Zeitung zieht ab Januar 2015 Paywall hoch... 2 EDITORIAL German Angst: Wer hat wen?... 3 TITELGESCHICHTE Hallingdólen Zeitung mit Passion... 6 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW Zeitung machen mit der Cloud Dr. Martin Huber, Geschäftsführer von myheimat Deutschland sowie der gogol medien GmbH & Co. KG und insbesondere für die Bereiche Strategie, Entwicklung, Finanzen und Business Development zuständig TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE LeadAwards 2014: SZ Magazin ist Lead Magazin des Jahres Schon 100 Zeitungstitel mit Online-Bezahlmodellen Springer lässt Welt.de wieder zu Google News Nordwest-Medien-Gruppe beruft Vorsitzenden der Geschäftsführung Nahezu 70% des Konzern-EBITDA mit Digitalgeschäft Funke Mediengruppe gibt Hellman weitere Chefredaktionen Die Kronen-Zeitung gerät in die Defensive Kündigungen beim Bonner General-Anzeiger Bei Print fehlt der Zusammenhalt DuMont Schauberg spart in Köln Axel Springer muss sich arrangieren Lead Awards ein so besonderer Event Presse-Grosso im Minus Entscheidertitel Denkzeit CNN beendet Verbreitung SEITE 4

3 PREMEDIA NEWSLETTER DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW NOVEMBER 2014 Zeitung machen mit der Cloud Hr. Dr. Huber, Sie kennen das Mediengeschäft aus detaillierter Praxis heraus. Die Ressource Information und Kommunikation ist einerseits das Geschäftsmodell der Erdöl-Quelle der Zukunft, andererseits Gefahr laufend zu beliebigem Massengeschäft im Gratis-Internet zu werden. Wie können Medienhäuser aus diesem Delta herauskommen? Dr. Martin Huber: Die Digitalisierung bietet Medienhäusern erstmalig die Möglichkeit, sich konsequent am Kundennutzen auszurichten. Niemals zuvor gab es für Medien vielfältigere Möglichkeiten, die Leser den User tiefgreifend mit einzubeziehen und so besser ihre Bedürfnisse zu verstehen und adressieren zu können. Bei der Nutzung von Medieninhalten im Internet ist es möglich, in Echtzeit zu messen, woher der Nutzer kommt, ob es ein wiederkehrender Stammleser oder ein Erstleser ist, wie lange ein Leser sich mit einer Geschichte auseinandersetzt und wohin der Leser dann weiterzieht. Für jeden Autor, jeden Redakteur eröffnet dieses Feedback ganz neue Wege, wie man bessere Inhalte kreiert. In der Beobachtung unserer Kunden sehen wir dabei aber, dass es darauf ankommt aus den großen Datenmengen, die prinzipiell erfasst werden können (Stichwort: Big Data), diejenigen herauszudestillieren, welche dann auch in der täglichen Arbeit für den Autor zu einer wirkungsmächtigen Veränderung führen können. Jedem Autor zeigen zu können, was seine Beiträge leisten, ist konsequent angewendet für die meisten Medienhäuser fundamental neu. Sie haben das Unternehmen Gogol Medien gegründet und sind erfolgreich damit. Erfolgreiche Unternehmensgründungen sind am Standort Deutschland in der Medienindustrie ja sehr selten. Bitte erzählen Sie unseren Lesern ihre Erfolgsgeschichte. Dr. Martin Huber: Wir sind seinerzeit eine Wette eingegangen, dass für viele Medien eine wirtschaftlich nachhaltige Zukunft sich nur dadurch erreichen lassen wird, dass man an den Leser eine Einladung ausspricht, sich auch aktiv an dem Medium zu beteiligen. Diese Integration des Users kann sich dabei sehr vielfältig ausprägen: Vom Leserreporter Kurzporträt von Dr. Martin Huber Dr. Martin Huber startete sehr früh um die Jahrtausendwende in die Medienbranche und baute das Geschäft in der Folge zu einem Verlag mit 18 regionalen Stadtmagazinen aus koordinierte er den Aufbau des CDTM an der TU München und leitete dort ein Industrieprojekt zur Entwicklung mobiler 3G-Services. Seit 2005 ist er Geschäftsführer von myheimat Deutschland sowie der gogol medien GmbH & Co. KG und insbesondere für die Bereiche Strategie, Entwicklung, Finanzen und Business Development zuständig. Martin Huber hat einen Abschluss als Dipl. Ing. der TU München, studierte an der MIT Sloan School of Management, promovierte im Fachbereich Betriebswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und gibt regelmäßig als Industry Lecturer am CDTM Kurse im Bereich Produktentwicklung. Gogol Medien hat bereits sehr prominente Referenzkunden wie die Regional Medien Austria und Funke Mediengruppe etc. SEITE 10

4 NOVEMBER 2014 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW PREMEDIA NEWSLETTER Wir waren auch sehr früh überzeugt davon, dass so ein Ansatz nur mit einer leistungsstarken Technologie-Plattform nachhaltig betrieben werden kann. Mittlerweile bewegen sich knapp Kontributoren auf den Angeboten, die wir für unsere Kunden entwickeln und betreiben. Daher haben wir auch eine einzigartige Möglichkeit, unseren gesamten Entwicklungsprozess mit dem Feedback unserer Kunden und dem der Nutzer abzustützen. So konnten wir in den letzten Jahren Entwicklungen vornehmen, die anderen Anbietern vorenthalten bleiben, denen diese kritische Masse an Nutzern fehlt oder die dort noch im Aufbau sind. Welche Produktphilosophie vertritt Gogol Medien mit der Cloud-Lösung? Dr. Martin Huber: Einfach Zeitung machen. Wir sind überzeugt und bekommen das von unseren Kunden immer wieder zurückgespielt, dass Zeitungsproduktion nicht mehr diese großen, mächtigen und trägen Redaktionssysteme braucht. In einer sich immer schneller drehenden Medienindustrie ist Agilität gefragt sowie schlanke Systeme, die einfach zu bedienen sind und in den wesentlichen Funktionen überlegen sind. Einer der Säulen ist unser Fokus auf die Kontributoren. Ich möchte das mal greifbar machen: Forbes, Buzzfeed, HuffPo & Co. zählen in Teilbereichen zu den Vorreitern des digitalen Journalismus. Sie steigern nachhaltig ihre Reichweite, indem sie mit neuen journalistischen Konzepten die digitalen Möglichkeiten konsequent ausschöpfen. Ihre inhaltliche Qualität wird heiß diskutiert: Listen-Artikel à la 10 Probleme, die nur Frauen verstehen, die größer als ihr Lebenspartner sind sind sicher nicht die Zukunft des Journalismus. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Die Erfolgsmethode dieser Anbieter hat weniger mit inhaltlichen Fragen als mit der Einbindung ihrer Autoren zu tun. Autoren waren schon immer die Grundlage des Erfolgs von Zeitungen und Magazinen. Jedem Autor zeigen zu können, was seine Beiträge leisten, ist jedoch fundamental neu. Und die Wirkung beeindruckend. Unsere Philosophie lässt sich daher gut auf den Punkt bringen: Das Gogol Publishing- System macht Autoren stark und sorgt so für nachhaltigen Reichweiten-Gewinn. Seit 2005 entwickeln wir unser medienneutrales Publishing-System als Cloud-Lösung. Dabei stand die Einbindung externer Autoren seit dem ersten Tag im Mittelpunkt unseres Interesses. Heute nutzen knapp Autoren das System von Gogol Publishing bei über 35 Verlagskunden mit unzähligen Printpublikationen und über monatlichen Seitenaufrufen im Netz. Zeitungsverlage müssen Sicherheits- Fanatiker sein, denn nichts ist älter als die gestrige Zeitung. Argumente gegen die Cloud werden daher von den IT- Experten der Zeitungsverlage schnell in Stellung gebracht. Wie sicher ist die Cloud-Lösung von Gogol Medien? Dr. Martin Huber: In früheren Kundenprojekten haben unsere Kunden die verlagseigenen on-premise Systeme von externen Auditoren gegen unsere Cloud-Lösung benchmarken lassen. Selbst wir waren dann regelmäßig überrascht, wie überlegen der Cloud-Ansatz hinsichtlich Verfügbarkeit und Elastizität gegenüber den Eigenbetrieben ist. Besonders interessant war dabei, dass gerade bei den mittelgroßen und sehr großen Verlagen die Lösungen im Eigenbetrieb gegenüber der Cloud teils stark zurückfallen. Wenn man dann noch wirtschaftliche Aspekte in einer TCO-Rechnung betrachtet, dann wird die Überlegenheit der Cloud noch größer. Interessant sind auch Berichte der IT-Verantwortlichen einiger unserer langjährigen Kunden. Diese sagen, dass bei größeren Systemschwierigkeiten in den verlags eigenen Rechenzentren eine große Entlastung überall dort besteht, wo Systeme komplett in der Cloud laufen und somit im Krisenfall die ganze Aufmerksamkeit der Entstörung auf die verbleibenden on-premise-systeme im Eigenbetrieb gelegt werden kann. Ihr Unternehmen hat ja sehr große Anwendungen, wie z.b. die Regional Medien Austria, mit Bezirks- SEITE 11

5 PREMEDIA NEWSLETTER DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW NOVEMBER 2014 Wochenzeitungen und 129 Ausgaben wöchentlich und 3,6 Millionen Vorteil konnte dieses Unternehmen aus der Entscheidung für Gogol Medien ziehen? Dr. Martin Huber: Da müssen sie direkt die RMA fragen. Aber natürlich sehen wir aus der Beobachtung, dass man eine Vision wie sie die RMA hat, letztlich nur mit einem Ansatz geht, bei dem man den Leser mit in die Wertschöpfung einbindet. Diese Vision ist, möglichst nah in jedem Bezirk in Österreich zu sein, nah an den Themen, nah an den Menschen - also wirklich hyperlokal zu sein. Die RMA hat mit der Einführung des cloudbasierten Redaktionssystems von Gogol Publishing angefangen, auch externen Autoren Zugriff auf das System zu geben. Neben den Redakteuren konnten nun Vereine, Blogger, lokale Persönlichkeiten oder auch einfache Bürger Artikel verfassen und auf dem Nachrichtenportal meinbezirk.at veröffentlichen. Dadurch konnte die Anzahl an lokalen Beiträgen verdoppelt werden und der Visits um 700% in drei Jahren gesteigert werden. Alle Autoren haben jederzeit und von überall aus Zugriff auf das Redaktionssystem. Das System ist dabei so einfach und intuitiv nutzbar, dass es ohne Schulungsaufwand bedient werden kann. Auch vom Ort des Geschehens können Beiträge direkt über eine mobile Reporter-App hochgeladen werden. Zudem läuft die Printproduktion der 129 Zeitungen komplett in der Cloud. Letztlich stellt Gogol und bruchfreie Printproduktion bei gleich- Kanäle. Lokalzeitungen und Regionalzeitungen müssen sich einem immer stärkeren Wettbewerb stellen, vor allem digital. Welchen Beitrag kann Gogol Medien dazu leisten? Dr. Martin Huber: Wir gehen davon aus, dass sich 2015 und 2016 viele Lokalzeitungsverlage bei Neuanschaffungen von Redaktionssystemen radikal neu aufstellen werden. Die Projektlaufzeiten und die Kosten werden bei der Systemauswahl eine viel größere Rolle spielen. Niemand möchte mehr Einführungs- oder Migrationsprojekte, die sich über mehrere Jahre erstrecken. Die Entscheider, aber vor allem die Anwender in den Verlagen realisieren zunehmend, beein- Internet- bzw. Clouddiensten wie , Facebook, Reisebuchungen, etc., wie einfach und selbsterklärend Software sein muss und wie mächtig dennoch die im Hintergrund ausgeführten Funktionen sein können. Ein Redaktionssystem bewährt sich dann, wenn es auf den Anwender trifft. Deshalb verfolgen wir bei Gogol die Strategie, unseren Unsere Philosophie lässt sich daher gut auf den Punkt bringen: Das Gogol Publishing-System macht Autoren stark und sorgt so für nachhaltigen Reichweiten-Gewinn. Dr. Martin Huber Kunden schon nach Tagen eine erste Version des Systems zur Verfügung zu stellen. Damit ist sichergestellt, dass alle Work- zing auch wirklich den tatsächlichen Bedarf treffen und daran ganz nah am Produktivbetrieb weiterentwickelt werden können. Keiner möchte mehr klassische Lastenhefte, die sich dann nach zweijähriger Projektie- herausstellen oder deren Bedarfe aufgrund veränderter Marktbedingungen schon längst wieder andere sind. Sie bieten ein klares Bezahlmodell für Gogol Medien an, bei der Kunde glashart kalkulieren kann, welche Kosten er zu tragen hat. Sind dabei Implementierungskosten der Erstinstallation inkludiert? Dr. Martin Huber: Wir wollen uns hinsichtlich unserer Preisstrategie deutlich vom Markt abheben. Der Kunden bezahlt in unserem Modell nur das, was er auch tatsächlich nutzt, und wir kommunizieren unsere Preise sehr offen. Durch die bei Cloud-Lösungen kurzen Projektierungs- und Umsetzungszeiten bringen wir Kunden schnell an den Markt bzw. setzen sie schnell produktiv. Das reduziert letztendlich auch die Kosten für Kunden starten mit unserer Lösung bereits 30 Tage nach der Beauftragung. Damit sind in diesen Fällen auch die Implementierungskosten der Erstinstallation weit unter den Betriebskosten für ein Jahr. Lieber Herr Dr. Huber, ein herzliches Dankeschön für Ihre Zeit und das sehr interessante Gespräch. SEITE 12

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