Medien, Formen und Erwartungen. Vorlesung Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Wintersemester 2011/12 PD Dr. phil. habil.

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1 Vorlesung Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Wintersemester 2011/12 PD Dr. phil. habil. Udo Thiedeke 1) Individualmedien 2) Individualmediale Kommunikationsformen 3) Zusammenfassung

2 1) Individualmedien Folie 1 Wir hatten festgestellt, dass es unter den Kommunikationsmedien solche Medientypen gibt, die die Aufmerksamkeit auf die Mitteilungen der Kommunikation fokussieren. Diese Medien sollen als Aufmerksamkeitsmedien gekennzeichnet werden. Information Information Mitteilung Aufmerksamkeitsmedien Mitteilung Verstehen Verstehen Kommunikationsprozess Kommunikationsprozess

3 1) Individualmedien Folie 2 Im Zuge der Medienevolution, die hier von Mitteilungsproblemen vorangetrieben wird, ist es nicht bei einem Aufmerksamkeitsmedium geblieben. Entsprechend der Mitteilungsprobleme haben sich drei Untertypen von Aufmerksamkeitsmedien ausdifferenziert:

4 1) Individualmedien Folie 2a Im Zuge der Medienevolution, die hier von Mitteilungsproblemen vorangetrieben wird, ist es nicht bei einem Aufmerksamkeitsmedium geblieben. Entsprechend der Mitteilungsprobleme haben sich drei Untertypen von Aufmerksamkeitsmedien ausdifferenziert: Mitteilungsproblem unmittelbarer, individueller Adressierung: Individualmedien

5 1) Individualmedien Folie 2b Im Zuge der Medienevolution, die hier von Mitteilungsproblemen vorangetrieben wird, ist es nicht bei einem Aufmerksamkeitsmedium geblieben. Entsprechend der Mitteilungsprobleme haben sich drei Untertypen von Aufmerksamkeitsmedien ausdifferenziert: Mitteilungsproblem unmittelbarer, individueller Adressierung: Individualmedien Mitteilungsproblem mittelbarer Adressierung vieler Unbekannter: Massenmedien

6 1) Individualmedien Folie 2c Im Zuge der Medienevolution, die hier von Mitteilungsproblemen vorangetrieben wird, ist es nicht bei einem Aufmerksamkeitsmedium geblieben. Entsprechend der Mitteilungsprobleme haben sich drei Untertypen von Aufmerksamkeitsmedien ausdifferenziert: Mitteilungsproblem unmittelbarer, individueller Adressierung: Individualmedien Mitteilungsproblem mittelbarer Adressierung vieler Unbekannter: Massenmedien Mitteilungsproblem der Synthese und Steuerung von Mitteilungen: kybernetische Interaktionsmedien

7 1) Individualmedien Folie 3 Unter Individualmedien sollen alle Aufmerksamkeitsmedien verstanden werden, die aufgrund ihres sozio technischen Operierens, Mitteilungen individuell an Einzelne oder umgrenzte Gruppen von Kommunikationsteilnehmern vermitteln können.

8 1) Individualmedien Folie 4 Individualmedien stellen Möglichkeiten zur Verfügung, um individuelle Kognitionen, d.h. die individuelle Informationsauswahl, an unmittelbar erreichbare andere zu vermitteln. Sie operieren also im Nahbereich der Kommunikation, richten sich an Anwesende Einzelne sowie umgrenzte Gruppen, die gezielt auch mit Telekommunikation erreicht werden können.

9 1) Individualmedien Folie 5 Zu den Individualmedien zählen: Gestik/Mimik

10 1) Individualmedien Folie 5a Zu den Individualmedien zählen: Gestik/Mimik Sprache

11 1) Individualmedien Folie 5b Zu den Individualmedien zählen: Gestik/Mimik Sprache Schrift

12 1) Individualmedien Folie 6 Von Gestik/Mimik über die Sprache bis hin zur Schrift nimmt die Möglichkeit individuelle Mitteilungen zu adressieren und Aufmerksamkeit bei den Adressaten zu fokussieren zu. Zugleich ist aber zu beobachten, dass dazu der Artefaktcharakter und allgemein gesprochen, die Technisierung der Individualmedien zunehmen.

13 2) Individualmediale Kommunikationsformen Folie 7 Gestik/Mimik wirken nicht einfach nur als Zeichen, wie etwa der Körper, der eine besondere Form oder Körperschmuck aufweist. Gestik/Mimik bildet als Medium die Formen des Gestikulierens, der Pantomimik und des Tanzes aus. Diese Formen zeigen etwas, das ausgedrückt und gerichtet vermittelt werden sollen und sie lassen vor allem die gerichtete Kommunikationsabsicht erkennen.

14 2) Individualmediale Kommunikationsformen Folie 8 Sprache ist evolutionär wohl ein,jüngeres Medium als Gestik/Mimik, das sich wohl deshalb entwickeln und stabilisieren konnte, weil es über Gestik/ Mimik hinaus unterscheidbarere Mitteilungsformen möglich macht, die Aufmerksamkeit auch auf die Mitteilung abstrakter Gedanken und Vorstellungen zentrieren können.

15 2) Individualmediale Kommunikationsformen Folie 9 Als Form tritt hier grundsätzlich das Gesprochene oder der sprachliche Ausdruck auf, der eindeutig rhythmisierte Zeichenverwendung und komplexe Syntax sowie eine eigene Grammatik erkennen lässt, mit der eindeutige Sinnunterschiede gemacht werden. Das Gesprochene tritt dabei in unterschiedlichen Unterformen, etwa als Gespräch oder als Rede auf, die die mediale Kommunikation in eine multi oder unidirektionale Form bringen.

16 2) Individualmediale Kommunikationsformen Folie 10 Das medienevolutionär noch,jüngere Individualmedium der Schrift (womit die nicht gedruckte Schrift gemeint ist) weist neben den Abstraktionsleistungen der Sprache noch die Möglichkeiten zur Speicherung in Artefakten und damit die Ablösung der medialen Kommunikation von den Kommunizierenden auf.

17 2) Individualmediale Kommunikationsformen Folie 11 Die charakteristische Form ist hierbei das Geschriebene, das in unterschiedlichen Textvarianten zu Tage tritt. So gibt es u.a. flüchtige Notizen, gemeißelte Inschriften, Briefe oder maschinengeschriebene Einzeltexte. Sie alle zeichnen sich aber dadurch aus, dass die Form Kommunikation auch dann noch individuell in Form bringen kann, wenn die Schreibenden gegangen oder gar gestorben sind.

18 2) Individualmediale Kommunikationsformen Folie 12 Allerdings ist die kausale Schematisierung (Technisierung) dieser Formen sehr hoch. Sie muss für die Codierung und Decodierung als Schreiben und Lesen erlernt und eingeübt werden. Wer nicht schreiben oder lesen kann, fällt aus dieser Kommunikationsform heraus.

19 3) Zusammenfassung Folie 13 Zusammenfassung - Individualmedien antworten als Aufmerksamkeit fokussierende Medien auf das Problem andere individuell mit Mitteilungen der Kommunikation zu erreichen. Individualmedien sind demzufolge sozio technische Sinnmechanismen, die Mitteilungen individuell an Einzelne oder umgrenzte Gruppen zielgerichtet vermitteln können. Zu den Individualmedien sind z.b.: Gestik/Mimik, Sprache und Schrift zu zählen. Individualmedien bilden aufgrund ihres spezifischen Operierens eigene mediale Kommunikationsformen aus, bei Gestik/Mimik sind es u.a. Gestikulieren und Pantomimik, bei der Sprache Gespräche und Reden, bei der Schrift etwa Notizzettel und Briefe usw. Dabei ist zu beobachten, dass mit der Entwicklung der Individualmedien deren Fähigkeit zu Redundanz der Vermittlung aber auch ihre technischen Voraussetzungen zunehmen.

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