Net Lab/DV2 Praktikum Im Raum: BB 219

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1 Net Lab/DV2 Praktikum Im Raum: BB 219 Informationen unter: 1. Praktikum: Netzwerkplanung und Installation eines Fileservers 2. Praktikum: Webserverinstallation und Erstellung einer Internetpräsenz 3. Praktikum: Installation und Konfiguration einer Firewall 4. Praktikum: Installation eines VPN zur Verbindung zweier Netzwerke 5. Praktikum: Programmierversuch; Client/Server Verbindung über Sockets 6. Praktikum: Netzwerkmonitoring und Netzwerküberwachung Name: Matrikelnummer: Unterschrift Betreuer: Kontakt: Joachim Zumbrägel BB 320 Tel: Mail: Ausstattung für jede Gruppe: - 1 Servercomputer (OS: Windows 2000 Advanced Server) - 1 Clientcomputer (OS: Windows 2000 Professional) - 1 Computer als Router / Gateway (OS: Linux) - 1 Hub - Netzwerkkabel 1. Einleitung Eine Firma oder Institution ohne Internetpräsenz ist heute kaum noch vorstellbar. Aber auch Privatleute nutzen zunehmend die Möglichkeit ihre Informationen über eine eigene Webseite der Welt zugänglich zu machen. Viel ist dazu nicht notwendig. Ein Provider, der Webspace zur Verfügung stellt, eine Adresse, unter der man die Seiten erreichen kann und natürlich die Seiten selbst. Die kann man zur Not auch ohne HTML Kenntnisse mit Microsoft Word erstellen. Jetzt noch die Seiten via ftp auf den Server übertragen und fertig ist die eigene Internetpräsenz. So weit so gut. In einem professionellen Umfeld reicht diese Vorgehensweise aber in der Regel nicht aus. Soll z.b. eine Firma mit einem Intranet ausgestattet werden, in dem die Mitarbeiter an Ihrem Arbeitsplatz über ihren Web- Browser aktuelle Firmendaten abrufen können, so wird ein eigener Webserver benötigt, der die Erzeugung dynamischer Webseiten unterstützt. Im Rahmen dieses Praktikum soll ein solches Szenario praktisch umgesetzt werden. Es soll ein Intranet realisiert werden, das einen eigenen Webserver beinhaltet. Zudem soll die Erzeugung dynamisch erzeugter Webseiten anhand der Programmiersprache PHP erlernt werden.. 2. Grundlagen Internet-Protokolle Das Internet bietet eine Vielzahl von Diensten wie , WWW, Chat, Internet News, FTP und Telnet, die ihrerseits auf verschiedenen Protokollen beruhen. So basiert beispielsweise der Dienst u.a. auf dem SMTP (Send Mail Transfer Protokoll) Protokoll. Das wohl bekannteste Protokoll im Rahmen der Internetdienste dürfte dass HTTP (Hypertext Transfer Protocol) sein. Diesen Protokollen ist gemein, dass sie auf der 1 2

2 Anwendungsebene arbeiten und damit in der Protokollhierarchie an oberster Stelle rangieren. Das nachfolgende Bild zeigt exemplarisch einige Protokolle der Anwendungsebene (Application) und die von ihnen genutzten Protokolle der darunter liegenden Netzwerkschichten. 3. Das HTTP-Protokoll Am 30. April 1993 erklärt WWW-Erfinder Tim Berners-Lee: Jeder darf das World Wide Web und die damit verbundenen Möglichkeiten lizenzfrei nutzen. Eine gute Idee. Heute ist aus dieser Idee ein weltweit verbundenes Netz aus Dokumenten geworden, die auf so genannten Web- oder http-servern gespeichert werden. Ein solcher Web-Server arbeitet nach dem Client-Server Prinzip. Das heißt, dass der auf dem Client-Rechner laufende Web-Browser vom Web-Server einen Dienst bereitgestellt bekommt, der die vom Client angeforderten Daten über das HTTP-Protokoll zustellt. Abbildung 1: Protokollhierarchie Abbildung 1 zeigt, dass das HTTP-Protokoll auf TCP/IP basiert. Diese Protokoll-Familie spezifiziert die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger eindeutig über Sender- und Empfänger-IP-Adresse (im IP- Protokoll) sowie über Sender- und Empfänger-Port (im TCP-Protokoll). Beim TCP-Protokoll steht zur Angabe des Quell- bzw. Zielports jeweils ein 16-Bit großes Datenfeld zur Verfügung. Daraus folgt, dass pro IP- Adresse 2 16 Ports zur Verfügung stehen, über die eine Verbindung aufgebaut werden kann. Standardanwendungen wie ftp oder telnet belegen eigens für sie reservierte, von der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) vergebene Portnummern. Diese privilegierten Portnummer belegen den Nummernbereich zwischen 0 und So belegt beispielsweise telnet den Port 23 und das SMTP-Protokoll den Port 25. Frage 1: Welchen Standardport belegt das HTTP-Protokoll? Abbildung 2: Client-Server Prinzip Abbildung 2 verdeutlicht dieses Prinzip. Der Client-Rechner sendet die Anfrage nach einem Dokument über einen http request an den Server, der Server antwortet mit einer http-response, die auch das angeforderte Dokument enthält (sofern es auf dem Server existiert, ansonsten wird eine im HTTP-Protokoll spezifizierte Fehlermeldung zurückgesendet). Der Zugriff auf den Server erfolgt dabei über eine so genannte URL (Uniform Ressource Locator), der das folgende Format hat: Zugriffsart://Rechnername:Port/Dokument?Querystring 3 4

3 Beispiel: DELETE löscht eine Ressource TRACE ermöglicht das Verfolgen der Bearbeitung von Requests Zugriffsart: http Rechnername: fb9dv.uni-duisburg.de Wurde eine HTTP-Anfrage abgearbeitet, d.h. hat der Server die angeforderten Daten komplett übermittelt, so beendet der Server die Verbindung Port: Standardport (80 für HTTP), hier nicht angegeben Dokument: netlab/students.php(pfad/dateiname) und begibt sich in einen Wartezustand. Fordert der gleich Client nun eine Querystring: matr= weitere Seite an, so ist das aus der Sicht des Servers eine komplett neue Verbindung. Diese Eigenschaft von http wird als zustandslos bezeichnet. Hinweis: Dieser Eigenschaft wirkt man in der aktuellen HTTP-Version (1.1) Neben dem HTTP-Protkoll stehen dem Anwender weitere Protokolle zur entgegen, da die einmal aufgebaute Verbindung zwischen Client und Verfügung, die er mit Hilfe der URL spezifizieren kann: Server für eine bestimmte Zeit bestehen bleibt. ftp: Auswahl eines FTP-Servers news: Auswahl eines News-Servers mailto: Absenden eine Mail Die Aufgabe des HTTP-Protokoll ist die Übertragung von Dateien. Dazu bedient es sich zweier Nachrichtentypen, dem http-request und dem http-response. Requests enthalten: Requestmethode z.b.: Get, Post Die gewünschte URL die Version des HTTP-Protokolls (aktuell 1.1) Headerinfo z.b.: welche Dokumente vom Client empfangen werden können Responses enthalten: Statusmeldung z.b.: 200 : OK, 404: File Not Found Headerinfo z.b.: Content-Length, Content-Type (Text, HTML, etc.) Das angeforderte Dokument (falls vorhanden) Mit Hilfe der Requestmethode innerhalb HTTP-Protokolls wird die vom Client gewünscht Aktion spezifiziert. Folgende Methoden sind möglich: OPTIONS fragt Fähigkeiten des Servers ab GET holt eine Ressource vom Server HEAD liefert nur die Metainformationen zu einer Ressource PUT speichert eine Ressource POST liefert eine Menge von Daten an eine Ressource, z.b. Übertragung von Formulardaten 4. Webserver Abgesehen davon das Webserver leistungsfähige Programme sind, die sich vielfältig konfigurieren lassen, ist ihre prinzipielle Funktionsweise einfach (zumindest beim Abruf statischer Internetseiten). Webserver organisieren Ihre Informationen in einer hierarchischen Struktur dem Dokumentenbaum. Sie horchen auf ihnen vorgegebenen Ports ob eine Anfrage vorliegt und suchen dann, ausgehend vom Startverzeichnis (Document Root) des Dokumentenbaums, nach der vom Client angeforderten Datei. Ist diese Suche erfolgreich, erstellen sie ein Kopie des Dokuments und senden Sie an den Client zurück, wird das Dokument nicht gefunden, wird eine Fehlermeldung generiert. Für Webserver gilt allgemein Sie besitzen ein Document Root Verzeichnis, es ist das Stammverzeichnis unter dem eine Webpräsenz zu finden ist Die Dokumente werden in Verzeichnissen abgelegt Die Zugriffsrechte der Verzeichnisse respektive der Dateien werden berücksichtigt lesen, schreiben, löschen => allgemein zugängliche Seiten müssen für jedermann lesbar sein Eine Definition von Standarddokumenten wie index.html oder start.htm ist möglich. Das heißt, wird eine URL nur mit einem Dokumentpfad (ohne Dateiname) angegeben, so wird als Ergebnis das Standarddokument zurückgeliefert unter der Voraussetzung, dass der Server entsprechend konfiguriert ist und die Datei (z.b. index.html) in dem angegebenen Pfad existiert. 5 6

4 Sie sind modular aufgebaut, weitere Dienste wie z.b. ein PHP- Modul können integriert werden. Sie ermöglichen die Erzeugung dynamischer Webseiten mit Hilfe von Scriptsprachen Sie sind vielseitig konfigurierbar z.b. - Verzeichniskontrolle - Zugriff nur von bestimmten IP-Adressen. Neben der Fähigkeit bereits existierende Dateien an den Client zu liefern, sind Webserver in der Lage die Erzeugung dynamischer Internsetseiten zu unterstützen. Für die Erzeugung dynamischer Internetseiten gilt: Der Seiteninhalt wird bei Abruf generiert Der Zugriff ist langsamer, da die Seite erst erstellt werden muss Das System muss über ausreichend Ressourcen verfügen Es sind beliebige Anwendungen möglich wie: o Datenbankzugriffe o Erstellen von Grafiken o Zugriff auf Prozesse (Anwendungen), die Schnittstelle bereitstellen Es gibt 2 Methoden die Schnittstelle zu implementieren, über die der Webserver die Erzeugung der dynamischen Internetseiten abwickelt o GGI (Common Gateway Interface): Über diese Schnittstelle, die eine sprachunabhängige Übergabe von Daten ermöglicht, kommuniziert der Webserver mit externen Anwendungen. Die externe Anwendung ist somit völlig vom Webserver entkoppelt. Sie läuft als eigenständiger Prozess. z.b.: PERL-Interpreter, o Als Modul (Library):Bei dieser Methode wird der Server über ein zusätzliches Modul (Bibliothek) erweitert. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Server während der Laufzeit die entsprechenden Informationen aus dem Modul entnimmt. Das Modul befindet sich im Gegensatz zur CGI-Variante jedoch komplett im Prozessraum des Webservers. Somit entfällt das Starten und Beenden von externen Prozessen z.b.: PHP Damit ein Server dynamisch erzeugte Seiten handhaben kann. müssen folgende Bedingungen erfüllt sein. Der Server muss so erweitert werden, dass er in der Lage ist die dynamisch erzeugte Webseite an den Client weiterzuleiten. Der Server muss so konfiguriert werden, dass er in Abhängigkeit der angegeben URL entscheiden kann, welches Modul respektive welche Anwendung nun zur Erzeugung der dynamischen herangezogen werden muss. Abbildung 3: Prinzip der dynamischen Webseitenerzeugung Abbildung 3 skizziert eine typische Anwendung für die dynamische Webseitenerzeugung. Über die CGI-Schnittstelle wird der Zugriff auf eine Datenbank realisiert. Die abgerufenen Daten werden innerhalb der dynamisch erzeugten HTML-Datei eingebettet, die dann vom Server an den Client übertragen wird. 5. HTML Bei HTML (Hypertext Markup Language) handelt es sich um eine so genannte Auszeichnungssprache (Markup Language). Sie hat somit die Aufgabe, typische Bestandteile eines Texts wie Tabellen, Überschriften, etc. in einem textorientierten Dokument als solche auszuzeichnen. HTML-Dokumente sind reine Textdateien, die neben den reinen darzustellenden Information Tags enthalten. Durch diese Tags wird das Dokument mit den Struktur und Formatierungsanweisungen versehen. Je nach Aktion, die durchgeführt werden soll, treten Tags entweder einzeln oder paarweise (öffnendes und schließendes) Tag auf. Tags stehen zwi- 7 8

5 schen spitzen Klammern <TAGNAME> wobei ein schließendes Tag zusätzlich noch ein vorangestellten Schrägstrich </TAGNAME> besitzt. HTML-Dokumente bestehen aus zwei Haupteilen: einem Kopf (HEAD) und einem Rumpf (BODY). Im Kopf wird beispielsweise der Titel des Dokuments angegeben. Beispiel: <HTML> <HEAD> <TITLE>Netlab/DV2</TITLE> </HEAD> <BODY> Hi Students, <BR> I hope you enjoy your lab! </BODY> </HTML> auszufüllen, Einträge aus Listen auszuwählen etc. Mit diesen Formulardaten wird eine Aktion verbunden, welche die Formulardaten beispielsweise an ein CGI-Script schickt, das die empfangen Daten auswertet. So wäre beispielsweise der Einsatz von Suchmaschinen ohne die Verwendung von Formularen praktisch nicht möglich. Ein Formular wird innerhalb von HTML folgendermaßen spezifiziert: <FORM ACTION="URL, an die die Daten übermittelt werden" METHOD= POST">... </FORM> Mit dem Attribut ACTION wird angegeben wohin die Formulardaten geschickt werden sollen. Mit dem Attribut METHOD wird die angeben, wie die Daten verschickt werden sollen. Es gibt die Methoden GET und POST. Sie beziehen sich auf die Methoden, die im Rahmen des HTTP- Protokoll spezifiziert sind. Frage 2: Worin liegt der Unterschied der beiden Methoden? Innerhalb dieses Formulars können Felder unterschiedlicher Typen definiert werden. Sie werden folgendermaßen gekennzeichnet: <INPUT TYPE= Typ des Eingabefeldes NAME= interner Bezeichner des Eingabefeldes VALUE= vorgegebener Wert > Abbildung 4: Einfaches Beispiel einer HTML-Seite Bei dem im Beispiel angegebenen Tag <BR> handelt es sich um ein Einzel-Tag, dem kein schließendes Tag mehr folgt. Das Tag <BR> bewirkt einen Zeilenumbruch. Neben der Möglichkeit Text auszuzeichnen bietet HTML auch die Möglichkeit, Formulare zu erstellen. Sie erlauben dem Benutzer Textfelder Das Attribut Type spezifiziert den Typ des Eingabefeldes. Es gibt zwei verschiedene Typen von Eingabefeldern. 9 10

6 Auswahlfelder mit vorgegebenen Werten: Check-Boxen ermöglichen eine Mehrfachauswahl von verschiedenen Werten <INPUT TYPE= checkbox NAME= Checkboxname VALUE= zu übergebender Wert > Radio-Buttons Radio-Buttons erlauben die Auswahl einer Antwort aus einer Gruppe vorgegebener Antworten. Hierbei müssen alle zusammengehörigen Antworten einer Gruppe die selbe Namensangabe besitzen. <INPUT TYPE= radio NAME= Name der Radiobuttons VALUE= zu übergebender Wert > Auswahllisten ermöglichen die Auswahl eines Elements aus einer Liste <SELECT NAME= Selectlistame SIZE= Anzahl der angezeigten Listenelemente > <OPTION VALUE = Wert1 > Listeneintrag1 <OPTION VALUE = Wert2 > Listeneintrag2... </SELECT> Frei definierbare Eingaben durch den Benutzer: Textzeilen Erlauben die Eingabe eine einzeiligen Texts <INPUT TYPE= text" NAME= Feldname" VA- LUE= vorgegebener Text > Textfelder Feld mit mehreren Zeilen für die Eingabe <textarea NAME= Textfeldname" rows= Zeilenanzahl cols= Zeichen pro Zeile > defaulttext</textarea> Das Attribut NAME dient zur eindeutigen Identifizierung der jeweiligen Felder. Das Attribut VALUE enthält den Wert der jeweiligen Felder, also beispielsweise bei einem Textfeld den eingegebenen Text. Der zu einem Feld angegebene Name dient zur Identifizierung bei der anschließenden Auswertung. Ein weiteres Element, dass im Rahmen eines Formulars definiert werden kann, ist die Schaltfläche (Button). Über diese Schaltfläche wird die mit dem Formular verbundene Aktion ausgeführt. In der Regel bedeutet dies das Versenden der Formulardaten an ein CGI-Script. Es gibt zwei Typen von Schaltflächen: Submit-Button Schaltfläche, um die eingegebenen Daten zu übermitteln. <INPUT TYPE="submit" NAME="interner Name des Buttons" VALUE="Angezeigter Name der Schaltfläche"> Reset-Button Schaltfläche, die alle eingegebenen Werte löscht. <INPUT TYPE="reset" NAME="clear" VALUE="reset"> 6. PHP Im vorigen Abschnitt wurde beschrieben, dass die mit dem Formular verbundene Aktion das Versenden der Formulardaten übernimmt. In der Regel werden diese Formulardaten an ein (auf einem WEB-Server liegendes) Script geschickt, das die Formulardaten auswertet. Das serverseitige Auswerten der Formulardaten durch ein Script und die daraus resultierende Antwort des Servers an den Client ist eine typische Beispiel für die Erzeugung dynamischer Webseiten. Eine Sprache, die die Erzeugung dynamischer Webseiten ermöglicht, ist PHP (PHP Hypertext Preprocessor). Nachfolgend einige wichtige Merkmale von PHP: Interpretersprache Plattformunabhängig (Windows/UNIX) Einfache Syntax (C-ähnlich) Lässt sich einfach in HTTP-Servern (Apache, IIS) integrieren Mächtige Funktionen (Datenbankzugriffe, Grafikbibliotheken, etc) Freie Software (keine Lizenzgebühren) Häufig eingesetzt (auch bei öffentlichen Providern) Viel Unterstützung (Foren, Webseiten, Beispiel-Scripte) 11 12

7 Wird von einem Web-Server eine PHP-Datei angefordert, so wird die PHP-Datei zunächst interpretiert. Gemäß den PHP-Anweisungen generiert der Interpreter Ausgaben, die über den Webserver an den Client zurückgeliefert werden. Eine PHP-Datei hat in der Regel die Endung.php. Aber auch Endung wie.php3 oder.php4 sind durchaus üblich. Damit der Webserver weiß, welche Dateien wie verarbeitet werden sollen, muss er entsprechend instruiert werden. Dies geschieht über die Konfiguration, die dem Server vorgibt, dass er Dateien mit einer bestimmten Endung vom PHP- Interpreter bearbeiten lassen soll. PHP-Quellcode beginnt mit dem einleitenden PHP-Tag <?php und endet mit dem abschließenden PHP-Tag?>. Zwischen diesen beiden Tags ist der eigentliche php-code eingebettet. Eine php-datei muss aber nicht ausschließlich aus PHP-Code bestehen. So kann PHP-Code auch innerhalb von HTML-Code eingebettet werden. Wenn der Interpreter die PHP-Datei auswertet, kann er anhand der PHP- Tags erkennen, wann es sich um PHP-Code handelt und wann um HTML-Code. Der HTML-Code wird nicht interpretiert sondern direkt wieder ausgegeben. Beispiel: Die nachfolgend Informationen über PHP sollen lediglich dem Leser einen Einstieg in PHP vermitteln und erheben nicht den Anspruch der Vollständigkeit. Dasselbe gilt im übrigen auch für den Abschnitt über HTML. Die im Rahmen des Praktikum benötigten Information über PHP und HTML respektive über den Sprach- und Funktionsumfang werden als online-hilfe zur Verfügung gestellt. Der interessierte Student (der Sie ja sind) sollte sich natürlich im Vorfeld eingehender mit PHP und HTML beschäftigen. Gelegenheit dazu bieten z.b. die Internetseiten: (für php) (für html) Anweisung Jede Anweisung innerhalb von PHP endet mit einem ; Kommentare Kommentare werden in PHP wie folgt gekennzeichnet: <HTML> Die Zeichen # oder // kennzeichnen den Text bis zum Zeilenende als Kommentar. <HEAD> <TITLE>Netlab/DV2</TITLE> </HEAD> Text (auch mehrzeilig), der zwischen den Zeichen /* und */ <BODY> eingebettet ist <?php echo ( Hi Students, <BR> I hope you enjoy your lab! ); Variablen?> PHP bietet die automatische Umwandlung von Datentypen (z.b. von </BODY> Integer in String, usw.). Allen Variablen muss das Zeichen $ vorangestellt werden </HTML> Variablen $Variablenname= Variablenwert Arrays $Arrayname = array { Wert1, Wert2, 13 14

8 Einfache Rechenoperationen Folgende Rechenoperationen stehen in PHP zur Verfügung: "+": Addition, $i+$j, "-": Subtraktion, $i-$j "*": Multiplikation, $i*$j "/": Division, $i/$j "%": Reste-Bildung, $i%$j: z.b. 23%17 ergibt 6, da 23 geteilt durch 17 gleich 1 Rest 6 ist. ".": Verknüpft Strings: $l = "ein"; $k = "String"; echo $l.$k; => einstring Vergleichsoperatoren $i>10: Ist $i größer 10? $i<10: Ist $i kleiner 10? $i==10: Ist $i gleich 10? $i!=10: Ist $i ungleich 10? $i>=10: Ist $i größer oder gleich 10? $i<=10: Ist $i kleiner oder gleich 10? Kontrollstruktur IF (Bedingung) { #Anweisungen, falls die Bedingung zutrifft ELSEIF (weitere Bedingungen) { # Anweisung, falls diese Bedingung zutrifft und nicht bereits die Erste zutraf ELSE { # Anweisungen, falls keine Bedingung zutrifft Schleifen WHILE-Schleifen WHILE (Bedingung) { # Befehle, solange ausführen, bis die Bedingung nicht mehr zutrifft FOR-Schleifen FOR (Startanweisung; Bedingung; Prüfanweisung) { # Befehle Ausgabe von Text PHP bietet mehrere Möglichkeiten Text auszugeben. Bedenken Sie, dass sie mit diesen Ausgaben HTML-konformen Text ausgeben müssen. Unformatierte Ausgabe print($variable); echo( hello World ); Formatierte Ausgabe $dollar = 20; printf( $%.2f,$dollar); (Ausgabe lautet: $20.00) Dateioperationen PHP erlaubt vielfältige Dateioperationen wie das Erzeugen von Dateien, Lesen und Schreiben von Dateien,etc. Einige Beispiele: $fp = fopen("filename, w ): öffnet die Datei filename im Schreibmodus. Falls die Datei nicht existiert, wird Sie erzeugt. Die Funktion liefert ein Filehandler (hier $fp) zurück, der für die weiteren Dateioperation benötigt wird. $text = fread($fp,10); liest die ersten 10 Zeichen aus der über den Filehandler $fp referenzierten Datei und speichert sie in der Variablen text

9 $textarray = file("filename"); liest die Daten aus der Datei filename ein und liefert den Inhalt der Datei über die Variable textarray zurück. Jede Zeile der Datei wird in einem Arrayfeld abgelegt. Stringfunktionen PHP bietet mächtige Stringfunktionen. Beispiel: strcmp($str1, $str2): Vergleicht zwei String miteinander strlen(sstr1): Liefert die Länge eines Strings zurück explode($separator, $str): Zerlegt den Strings anhand des Separators und liefert das Ergebnis innerhalb eines Arrays zurück. Beispiel: $str = Joachim; Zumbrägel; ; $res=explode(";",$str); => $res[0] enthält Joachim, $res[1] enthält Zumbrägel $res[2] enthält Aufgaben: 1. Starten Sie den Dienst für den IIS. Gehen Sie dazu wie folgt vor. Öffnen Sie das Verwaltungsfenster der Dienste über: Start->Programme->Verwaltung->Dienste. Wählen Sie aus der Liste den IIS-Admin-Dienst, öffnen Sie mit der rechten Maustaste das Popup-Menu und klicken Sie auf Starten. Das in Abbildung 5 dargestellte Fenster sollte erscheinen. Standardvariablen Neben der Definition eigener Variablen definiert PHP selbst eine Vielzahl von Standardvariablen auf die innerhalb des PHP-Scripts zugegriffen werden kann. So bietet PHP beispielsweise die Möglichkeit direkt auf die Daten zuzugreifen, die mittels eines Formulars an das PHP-Script übergeben wurde. Beispiele: $HTTP_POST_VARS: in diesem Array werden die Werte abgelegt, die dem PHP-Skript über die POST-Methode übermittelt wurden. $HTTP_GET_VARS: in diesem Array werden die Werte abgelegt, die dem PHP-Skript über die GET-Methode übermittelt wurden. Abbildung 5: Fenster zum Verwalten der Dienste 2. Untersuchen Sie die derzeitige Einstellungen des IIS. Gehen Sie folgendermaßen vor. Öffnen Sie das Konfigurationsfenster über: Start->Programme->Verwaltung->Internetdienste-Manager. Öffnen Sie den Verzeichnisbaum auf der linken Seite bis Sie den Eintrag Standardwebseite sehen. Selektieren Sie diesen Eintrag, klicken Sie auf die rechte Maustaste und wählen Eigenschaften aus. Das nachfolgende Fenster sollte erscheinen: $PHP_SELF: enthält den Namen des PHP-Scripts 17 18

10 3. Kopieren Sie in das Document-Root Verzeichnis die Datei index.html (Verzeichnis d:\netlab\p2). Konfigurieren Sie den IIS so, dass diese Seite angezeigt wird, wenn auf ihren Client im Webbrowser die url: eingegeben wird. Frage: Mit welcher URL erzielen Sie das gleiche Ergebnis Abbildung 6: Eigenschaften der Standardwebseite Innerhalb des Eigenschaftsfensters finden Sie die Antwort auf folgende Fragen. Frage: Auf welchem Port horcht der Server? Frage: Wie lautet das Document Root Verzeichnis des Servers? 4. Erweitern Sie den IIS so, dass auch PHP-Dokumente verarbeitet werden können. Gehen Sie dazu wie folgt vor. Erzeugen Sie auf dem Laufwerk D: ein Verzeichnis php Öffnen Sie nun die Datei D:\netlab\php\php432.zip und entpacken Sie alle Dateien in das Verzeichnis d:\php Kopieren Sie nun die Datei D:\php\php.ini nach d:\winnt\php.ini. Erweitern Sie nun den IIS so, dass er auch php-dateien korrekt verarbeitet. Öffnen Sie dazu das in Abbildung 6 gezeigte Fenster. Wählen sie die Seite "Basisverzeichnis" und klicken Sie auf die Schaltfläche "Konfiguration". Fügen Sie den PHP-Dienst hinzu. Erweitern Sie die Standarddokumente um index.php Schließen Sie alle Fenster und starten sie den IIS neu 5. Erzeugen Sie in dem Document Root Verzeichnis ein Verzeichnis php. Kopieren Sie in dieses Verzeichnis die Datei d:\netlab\p2\index.php. Geben Sie im Webbrowser Ihres Clients die url: ein. Frage: Was sollte nun im Webbrowser des Client zu sehen sein? 6. PHP-Aufgabe: Schreiben sie ein Script get.php, dass die Variablen ausgibt, die dem Script als Querystring übergeben werden

11 7. PHP-Aufgabe: Schreiben Sie ein PHP-Script, das eine Datei ausliest, die eine beliebige Anzahl von Studentendaten in der folgenden Form enthält: Name; Vorname; Matrikelnummer. Die auszulesende Datei befindet sich in dem Verzeichnis d:\netlab\p2\students.txt. Die Ausgabe des PHP-Scripts soll wie folgt aussehen: Notizen: 8. PHP-Aufgabe: Erzeugen Sie nun ein HTML-Formular, das die Eingabe einer Matrikelnummer erlaubt. Schreiben Sie ein PHP-Script, das die eingegebene Matrikelnummer überprüft und (falls in der Datei students.txt vorhanden) den zugehörigen Studenten mit Name und Vorname begrüßt. 9. PHP-Aufgabe: Erweitern Sie nun die Begrüßungsseite so, dass der Student die Möglichkeit hat einen Text einzugeben, der permanent gespeichert und ihm bei der nächsten Anmeldung wieder angezeigt wird

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