Checkliste für Online Research!

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1 Checkliste für Online Research! technischer Hintergrund Beginnt man sich mit dem Thema Online Research zu beschäftigen, strömen eine Vielzahl an Begriffen auf einen zu. Es ist die Rede von Client/Server Architektur, CGI, PHP, PERL, HTML, IP Adressen und Anonymität im Internet. Dazu mischen sich noch Begriffe wie Unix und ihre Derivate, uploaden und downloaden, Datenbanken, Textfiles, SQL und vieles mehr. Im Folgenden sollen die erwähnten Begriffe in ihrem Zusammenhang mit Online Research näher erläutert werden. Client/Server Beginnen wir mit der Grundlage des Datenaustausches über das Internet: der Client/Server Architektur. Um im Internet an Informationen zu gelangen, surft man - umgangssprachlich ausgedrückt - eine bestimmte Seite an. Dies geschieht indem im jeweiligen Browser (z.b. Netscape oder Internet Explorer) die URL (Uniform Ressource Locator) oder auch Adresse genannt eingibt. Die URL gibt demnach Aufschluss darüber, wo ein Dokument zu finden ist. Der erste Teil der URL (z.b. gibt den im Internet eindeutigen Namen eines Rechners oder Rechnerverbundes an, auf dem Informationen bereit gestellt werden. Der Rechner bedient also User im Internet mit Informationen. Daher wird er Server (=Bediener) genannt. Im speziellen nennt man Ihn Webserver zur Unterscheidung von anderen Servern im Netzwerk (z.b. Fileserver, Datenbankserver, Applicationserver etc.). Der Rechner des Users, der diese Information anfordert, wird Client genannt. Das für die Entwicklung von Online Untersuchungen besondere an der Client/Server Architektur des Internet ist, dass der Server nur nach Anfrage durch den Client Informationen übermittelt oder Dienste durchführt. Er kann nicht von selbst aktiv werden. IP-Adresse und Anonymität Der vorhin beschriebene erste Teil der URL (z.b. entspricht dem sprechenden Teil einer im Internet eindeutigen Nummer, der so genannten IP (internet protokoll)- Adresse. So hat die Seite der Universität Wien zum Beispiel die Nummer Diese Nummer kann wahlweise auch statt der Bezeichnung in der URL angegeben werden.!" # "$% $&$ "$'($() %*!+$*",*"$ Nicht nur der Server verfügt über eine solche IP Adresse sondern auch jeder Client hat zum Zeitpunkt an dem er im Internet ist eine eindeutige Nummer. Diese Nummer wird bei jeder Anfrage an einen Server an diesen übermittelt. Jeder Zugriff wird mit Datum, Uhrzeit und IP

2 Adresse in Web Logfiles gespeichert. Daher ist das Surfen im Internet sowie die Teilnahme an einer Online Untersuchung von vornherein nicht anonym. Die Zuordnung von Person zur IP-Adresse ist dafür in vielen Fällen sehr schwierig. Einmal weil eben nicht die Person sondern der Computer eine IP-Adresse erhält und es so in den meisten Fällen nicht ermittelbar ist, wer nun tatsächlich von dem Rechner aus die jeweilige Seite angesurfed hat. Andererseits wird den meisten Internetbenutzer zum Zeitpunkt da sie sich in das Internet einwählen eine dynamisch IP Adresse aus dem IP Adressen Pool des Providers (dieser ermöglicht den Zugang zum Internet) vergeben. Es ist daher für den Betreiber des Servers gerade mal der Provider bekannt, nicht jedoch die Person selbst. Der Provider selbst speichert sehr wohl die Information welche Person (eigentlich welcher Internetanschluss) zu welchen Zeit mit welcher IP-Adresse eingelogged war. Für wissenschaftliche Zwecke hat dies aber keine Belange, da lediglich in Strafverfahren diese Informationen weiter gegeben werden dürfen. Praktisch bedeutet es also, dass von der IP-Adresse nur dann auf die teilnehmende Person geschlossen werden kann wenn die Person eine fixe IP-Adresse im Internet hat. Und auch dann nur, wenn die IP-Adresse direkt mit der Person in Verbindung gebracht werden kann (z.b. wenn die eigene Homepage die gleicher IP-Adresse hat). Dies kommt häufig bei Firmen oder Universitäten vor. Normalerweise hat jedoch eine ganze Firma eine (externe) IP- Adresse (wenn man von besonders großen Firmen absieht) die auch häufig gleichzeitig die IP für Ihre Homepage ist. In diesem Fall kann zwar nicht direkt auf die Person geschlossen werden, in einigen Konstellationen (z.b. wenn man weiß, dass von einer bestimmten Firma nur eine Person daran teilnimmt) ist dies mit Zusatzinformation jedoch möglich. Datenformate HTML Der erste Teil der URL (z.b. enthält also die Information über den Namen oder die IP-Adresse des Servers auf dem die gewünschten Daten oder Dienste bereitgestellt werden. Im zweiten Teil wird die gewünschte Seite oder Dienst genauer spezifiziert. In manchen Fällen wird dieser Teil nicht angegeben. Dann werden die Defaulteinstellungen des Servers aktiv. Diese verweisen meist auf ein File mit dem Namen index.htm oder index.html. Die Erweiterungen.htm oder.html deuten darauf hin, dass es sich dabei um ein Textfile handelt, dessen Formatierung in einem bestimmten Format codiert ist. Dieses Format nennt sich HTML für Hypertext Markup Language. Dies ist die gängigste bzw. grundlegende Form der Informationsdarstellung im Internet. Das Format ist relativ einfach und wird von jedem Browser interpretiert. Wird ein HTML-File in einem Nicht HTML fähigen Editor (z.b. notepad) geöffnet, so sieht man die HTML-Befehle, die so genannten Tags. Wird das gleiche File in einem Browser aufgerufen, so erscheint der Inhalt in der gewünschten Formatierung. -./012 "$ $ *"3*" *"$4 +"5( %" *"0$*67$89+"$ *":./012" PHP, ASP, CGI, PERL etc. Oft stößt man auch auf andere Erweiterungen wie z.b..php (Hypertext Preprocessor),.asp (Active Server Pages), pl (Perl) etc. Dabei handelt es sich um Skriptprogrammiersprachen.

3 Mit deren Hilfe wird der HTML Code zum Zeitpunkt an dem diese Seite vom Client aus dem Internet aufgerufen wird entweder komplett neu generiert oder zumindest geändert. Vergleichbar etwa damit ein Fußballmatch live im Stadium anzusehen oder vor dem Fernseher. Während im ersten Fall (Stadium = HTML) die Zuschauer das sehen was wirklich vor Ihnen passiert (Im Falle von HTML Files werden auch wirklich die Seiten, die auf dem Rechner liegen, übertragen), ist in der Fernseh-Version zwischen Zuschauer und Spielfeld eine ganze Reihe an Geräten, die das Bild verändern können. So können z.b. Ausschnitte hinzugefügt oder weggelassen werden. Es können Informationen, die erst in Archiven nachrecherchiert werden, zwischendurch eingeblendet werden (z.b. die Torstatistik für einen der Spieler), es wird Bezug hergestellt zu vorherigen Sendung und Nachfolgenden (und spannend geht es gleich weiter bei ) und es ist möglich, Personen aus verschiedenen Regionen von Österreich unterschiedliche Sendungen zu bieten. Dies ist in angepasster Form auch im Internet mit vielen Skriptsprachen möglich. So können zusätzliche Information in das HTML generiert werden, mittels Datenbankzugriff lassen sich Archivinformationen hinzuzufügen, es lassen sich benutzerbezogene Informationen von einer Seite auf die nächste Seite übergeben und man kann Inhalte abhängig vom Benutzer ändern. Ruft man also z.b. die Seite index.php auf, kann diese Seite nicht direkt an den Client übertragen um dort angezeigt zu werden (sonst fehlt uns ja die Torstatistik für die Spieler) sondern muss zwischendurch noch bearbeitet werden. Daher wird - nachdem der Client die Seite (z.b. index.php) aufgerufen hat - ein Programm (=Preprozessor) gestartet, das diese speziellen Befehle (in dem Beispiel PHP Befehle) bearbeitet und den zusätzlichen HTML Code erzeugt. Dieser wird dann an den Client übertragen und im Browser angezeigt. Näheres dazu folgt in den nächsten Kapiteln. Wichtig zu erwähnen ist noch, dass die jeweiligen Übersetzer (=Interpreter) der Programmiersprachen am Webserver installiert sein müssen, damit sie verwendet werden können. Javascript Während im letzten Beispiel die Bearbeitung der Befehle am Server stattgefunden hat (Client stellt Anfrage Preprozessor am Server fügt HTML Code abhängig von den Befehlen hinzu Übertragung des HTMLs an den Client), ist es mittels Java Script möglich, Änderungen auf der Seite des Clients vorzunehmen. Das bringt natürlich einige Vorteile aber auch Nachteile mit sich. Vorteil ist sicherlich, dass es sehr rasch geht (da ja die Übertragung auf dem Server wegfällt). Man benötigt auch keine am Server installierte Software. Dafür sind Datenbankabfragen vom Server nicht durchführbar und es ist dem Client möglich, die Ausführung von Javascript zu unterbinden (Sicherheitseinstellung).,*";$<*% " $*",! $ %%5 *""#*" $$: *"" Ein weiterer Nachteil ist auch, dass der Javascript Programmiercode an den Client übertragen wird. Möchten Sie z.b. rückmelden, ob eine Antwort richtig oder falsch ist und machen dies mit Java Script, so kann ein versierter Benutzter ihren Programmcode ansehen (einfach rechte Maustaste und Quelltext anzeigen) und die richtigen Antworten auslesen.

4 Windows Linux/Unix am Webserver Die verschiedenen Windows Versionen von Microsoft sind in der PC Welt weit verbreitet. Auch auf Webservern können Windows basierte Betriebssysteme verwendet werden. Weit häufiger wird jedoch Linux oder Unix als Betriebssystem eingesetzt. Unix ist ein kommerziell vermarktetes Server Betriebssystem, das seit über 40 Jahren existiert und seit damals multitasking- und multiuserfähig ist. Linux wurde vor etwas mehr als 10 Jahren in Anlehnung an Unix entwickelt und ist gleichziehend mit PHP (Skriptsprache), APACHE (Webserver Software), MYSQL (Datenbank) so genannte open source. Das heißt: jeder der möchte kann die Software weiterentwickeln. Damit gleichbedeutend kann sich auch jeder diese Software vom Internet auf seinen Rechner laden und verwenden ohne dafür Lizenzkosten zu zahlen. Möchte man selbst einen Webserver in das Netz stellen, so ist die Version Linux/Apache/PHP eine sehr Günstige. Gleichzeitig erhält man in diversen Foren und Dokumentation viel Unterstützung bei der Installation und Wartung. Für den Nutzer eines externen Webserver (einen Webserver, der von einem Provider gewartet wird) hat es für die einfache Nutzung wenig Auswirkungen, welches Betriebssystem installiert ist. Abgesehen davon, dass bestimmte Programmiersprachen bestimmte Betriebssysteme verlangen, ist bei Linux auf die Groß- und Kleinschreibung von Files zu achten und auf die erweiterte Rechtevergabe von Dateien. Erst bei der Verwendung von Systemfunktionen (z.b. mail, filelist, etc.) wird man größere Unterschiede feststellen. Der Webserver Apache/IIS Wie schon Eingangs erwähnt bekommen Server je nach Funktion einen Vorsatz. Wie z.b. Fileserver oder Datenbankserver. Bei Webserver ist es ähnlich. Es bezeichnet einen Server, der im Internet Informationen bereitstellt. Gleichzeitig wird so auch eine Software auf diesem Rechner bezeichnet, die die einkommenden Anfragen von den Clients entgegennimmt, weitere Programme gegebenenfalls aufruft und die Seite wieder an den Client weiter leitet. So wie es unterschiedliche Betriebssysteme und unterschiedliche Scriptsprachen gibt, die im Prinzip die gleiche Aufgabe auf ähnliche Art und Weise lösen, gibt es auch unterschiedliche Webserver. Von Microsoft wird z.b. der IIS (Internet Information Server) mit dem Windows Server gleich mitgeliefert. Wird das Betriebssystem Linux verwendet, so findet man meist den Apache installiert. Es ist aber auch möglich den Apache auf Windows Betriebssysteme zu installieren. Das hat aber nur in sehr speziellen Anwendungen einen Sinn. Die 5 Schritte zu einer Online Untersuchung Hat man die benötigten Items beisammen und sind die technischen Vorbereitungen getroffen, ist der erste Schritt das genaue Layout der Untersuchung unter Berücksichtigung der Besonderheit von Online Untersuchungen zu entwerfen. Im Anschluss werden die Graphiken erstellt, die HTML Files und Cascading Style Sheets (Spezielles File, dass die Formatierungen enthalten kann) erzeugt sowie die Java Scripts eingefügt. Bis hier her sind noch kein Webserver und Internetverbindung nötig. Im nächsten Schritt wird der benötigte

5 Programmcode hinzugefügt und damit auch die Datenspeicherung eingebaut. Um diesen Code jedoch testen zu können, muss dieser auf den Webserver mittels FTP bzw. SFTP kopiert werden. Im Anschluss erfolgt die Testung, die Verteilung und die Auswertung. Auf jeden dieser Punkte wird im Folgenden ausführlich eingegangen. Technische Vorbereitungen Für die Entwicklung einer Online Untersuchung benötigt man also (abgesehen von einem eigenen PC): 1. einen Webserver Diesen kann man selbst aufsetzten oder einen Webspace (einige MB Plattenplatz) bei einem Provider mieten. Wichtig ist hier zu klären, wie groß dieser Webspace ist, ob alle Programme, die benötigt werden, installiert sind (z.b. PHP, CGI, ASP, etc.), ob Werbung eingeblendet wird, ob ein FTP Upload möglich ist und wie es um die Verfügbarkeit (online offline Zeiten des Webservers) des Rechners steht. 2. eine Internetverbindung Im ersteren Fall benötigt man (neben dem entsprechenden technischen Know How) eine permanente Internetverbindung, anderenfalls genügt eine Einwahlverbindung (ADSL, ISDN, Modem, GPRS, etc.) 3. FTP/SFTP Tool Ein FTP (File Transfer Protokoll) Tool benötigt man um die Programme vom localen PC, auf dem die Seiten erstellt werden, auf den Webserver zu kopieren. Bei den modernen Browsern ist dies inkludiert. Manchmal wird auch eine gesicherte Verbindung verlangt (Secure File Transfer). In diesem Fall ist eine entsprechende Software zu installieren (z.b. 4. Editor Grundsätzlich lassen sich WYSIWYG (What You See Is What You Get) Edioren bzw. Generatoren und quelltextbasierte Editoren unterscheiden. In letzteren werden die HTML Befehle händisch codiert. Der Editor verfügt meist über Funktionen, die automatisch HTML-Befehle einfügen. Der Benutzer muss jedoch über sehr gute HTML Kenntnisse verfügen. WYSIWYG Editoren / -Generatoren geben dem Benutzer die Möglichkeit, die Seite ohne HTML-Kenntnisse mittels Drag and Drop zu designen. Der HTML Code wird erzeugt und kann meist trotzdem noch angeschaut und geändert werden. Leider wird hier meist viel unnötiger Code erzeugt, der die Seite unnötig aufbläst (!Ladezeit!). Bei Verwendung vom Microsoft Produkten ist die Anzeige dann oftmals lediglich im Internet Explorer sinnvoll möglich. 5. Graphikprogramme Elemente die nicht in HTML Codiert werden können wie z.b. Logos, speziell designte Buttons, besondere Schriftarten, etc. können entweder auf speziellen Seiten im Internet herunter geladen oder müssen selbst erstellt werden. Dafür ist ein Graphikprogramm nötig. Eine Liste von Transferprogrammen, Editoren und Graphikprogrammen hat Stefan Münz sehr umfangreich und übersichtlich unter zusammengestellt.

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