Datenerfassung per Internet mit Active Server Pages

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1 Datenerfassung per Internet mit Active Server Pages Chris Ahrweiler 1996 Chris Ahrweiler Die vorliegende Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Texte und Abbildungen, auch auszugsweise, ist ohne die schriftliche Zustimmung des Verlags urheberrechtswidrig und daher strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Übersetzung oder die Verwendung in elektronischen Systemen. Alle Informati onen in diesem Buch wurden mit größter Sorgfalt kontrolliert. Weder Autoren noch Verlag können für Schäden haftbar gemacht werden, die in Zusammenhang mit der Verwendung dieses Buches stehen. In diesem Buch werden eingetragene Warenzeichen, Handelsnamen und Gebrauchsnamen verwendet. Auch wenn diese nicht als solche gekennzeichnet sind, gelten die entsprechenden Schutzbestimmungen.

2 II Inhaltsverzeichnis 1. EINLEITUNG EINFÜHRUNG IN DIE INTERNET-PROGRAMMIERUNG STATISCHES HTML DYNAMISCHES HTML ACTIVE SERVER PAGES (ASP) JAVA DATABASE CONNECTIVITY - JDBC DATENVERARBEITUNG AUF DEM SERVER MICROSOFT INTERNET INFORMATION SERVER (IIS) DIENSTE DES IIS OPEN DATABASE CONNECTIVITY - ODBC ACTIVE SERVER PAGES - PROGRAMMIERUNG GRUNDLAGEN OBJEKTE UND KOMPONENTEN VISUAL INTERDEV ACTIVE SERVER PAGES - POTENTIAL DATENBANK VERARBEITUNG ZUSTANDSINFORMATIONEN INTERACTIVE FILTERING ACTIVE SERVER PAGES - SKALIERUNG THREADS OBJEKTINSTANZEN ODBC-VERBINDUNGEN AUSBLICK...21

3 Abkürzungsverzeichnis III ADO ASP CGI COM DB DV DLL EC EDV FTP DHTML HTML IIS ISAP JDBC MTS NTFS ODBC PC Perl PWS PWS RDS SET SQL SSL TBC URL WYSIWYG WWW Active Data Objects Active Server Pages Common Gateway Interface Component Object Model Data Base Datenverarbeitung Dynamic Link Libraries Electronic Commerce Elektronische Datenverarbeitung File-Transfer-Protocol Dynamic Hypertext Markup Language Hypertext Markup Language Internet Information Server Internet Server Application Programming Interface Java Database Connectivity Microsoft Transaction Server New Technology File System Open Database Connectivity Personal Computer Practical Extraction Language Personal Web Server Peer Web Server Remote Data Service Secure Electronic Transaction Structured Query Language Secure Socket Layer Tabular Data Control Universal Ressource Location What you see is what you get World-Wide-Web

4 1 1. Einleitung "Das Internet ist im Begriff, die Prinzipien der Anwendungsentwicklung grundlegend zu verändern" 1. Das ursprünglich nur von amerikanischen Wissenschaftlern genutzte Medium, hat sich inzwischen zu einem globalen, der Kommerzialisierung unterworfenen Netz entwickelt. Man hat erkannt, daß sich das Internet für mehr als den Versand von s und die statische Darstellung auf Webseiten nutzen läßt. Vor allem mit der Einführung von Java wurde deutlich, welch ein Potential für Plattform übergreifende Softwareentwicklung beinhaltet ist. Tatsächlich kann die Internet-Technologie als gemeinsame Grundlage aller drei Konzeptionen: Internet, Intranet und Extranet die Domäne Plattform spezifischer Anwendungen revolutionieren. Darüber hinaus hat die Internet-Technologie ein integratives Potential: Interne und externe Unternehmensprozeße können auf dieser Basis - vor allem im Zusammenhang mit der Einführung des Electronic Commerce - profitabel zusammengeführt werden. Daraus ergeben sich - durch die Verringerung der Transaktionskosten, Beschleunigung der Prozesse, verbesserte Kundenbetreuung etc. - enorme wirtschaftliche Vorteile. Grundlage für die Integration der Prozesse ist die Entwicklung der Internet- Technologie im Hinblick auf Datenbankbearbeitung. Hierbei kommt es neben neuen Möglichkeiten vor allem darauf an, bisherige Lösungen, die z.b. in Oracle, SQL 2, DB2 oder Access programmiert wurden, zu integrieren. Wie sich die Internet-Technologie in dieser Hinsicht entwickelt hat, soll in dieser Arbeit behandelt werden. Neben der Einführung in die Thematik bezüglich statischer und dynamischer Lösungen, aus Sicht von Beschreibungssprachen, liegt der Schwerpunkt im mittleren Teil (Kap. 4 und 5) auf der vielversprechenden Active-Server-Pages (ASP) Programmierung auf Basis des Internet-Information- Server. Zum Abschluß folgt eine kurze Zusammenfassung mit Ausblick auf Potentiale der Internet-Programmierung. 1 Achtert Werner: Datenbank und Webserver in einem; Datenbank Fokus, 07/98, S.58 2 Walther, Stephen: Active Server Pages UNLEASHED, First Edition, 1998, S.338ff

5 2 2. Einführung in die Internet-Programmierung Historisch gesehen beruht die Internet-Programmierung auf der Beschreibungssprache Hypertext Markup Language (HTML) 3. In einem HTML Dokument werden darzustellende Inhalte mit Steuerkommandos, den Tags, formatiert und sind insofern mit einem Word-Dokument vergleichbar. Zur Darstellung von HTML- Dokumenten werden Webbrowser (z.b. Opera, Netscape Navigator, Internet Explorer) verwendet, die Tags verarbeiten und die Inhalte formatiert anzeigen. Vergleichbar mit Word-Dokumenten, waren die Ergebnisse - zumindest bei den ersten HTML Versionen - statisch. Erst mit der Zeit wurden neue HTML Versionen und andere Möglichkeiten entwickelt, die eine dynamische Darstellung erlauben. 4 Abb. 1) HTML Code Statisches HTML Neben der Darstellung von Bildern (Images) die schon zu Beginn mit HTML möglich war, sind bei den neueren HTML-Versionen auch andere Multimediaelemente 6 wie Ton (Sound), Video und Browser-Erweiterungen (Plugins) wie Streaming Audio/Video 7 und Shockwave 8 hinzu gekommen. Auch durch zusätzliche Kontrollstrukturen wie Tabellen (Tables) und Rahmen (Frames) 9 wurden Webseiten (Websites) zunehmend lebendiger, so daß mit der Spezifikation für HTML V4.0 mittlerweile eine leistungsfähige Beschreibungssprache etabliert ist. 10 Abb. 2) JavaScript Code Vgl. auch im folgenden: Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, 1997, S.17ff 5 Abb. 1) Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, Begriff "Multimedia", bezeichnet, technisch gesehen, den Einsatz verschiedener Medientypen. Im einzelnen sind das vor allem Bild, Ton und Video Ladd Eric, O'Donnell Jim: Using HTML 3.2, Java 1.1, and CGI; Plantinum Edition, Walther, Stephen: Active Server Pages UNLEASHED, First Edition, 1998, S.122ff 11 Abb. 2) Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, 1997

6 3 Auf dem Weg zur Interaktivität haben Skript-Sprachen zusätzliche Verbesserungen gebracht: Mit VBScript 12 (von Microsoft bevorzugt) und JavaScript 13 (von Netscape bevorzugt) wurde die Beschreibungssprache HTML um Programmiermöglichkeiten erweitert, die in das HTML Dokument integriert werden und vor allem im Bereich der Effekte neue Möglichkeiten eröffnen Dazu kamen mit Java-Applets und ActiveX-Komponenten spektakuläre Erweiterungen, die als eigenständige Objekte im Webbrowser ablaufen können. Trotz all dieser Möglichkeiten, bezieht sich Interaktivität immer nur auf die Client Seite. Sobald eine Seite, ein Applet, ein Shockwave Objekt oder dergleichen auf den Client übertragen wurde, endet die Interaktion mit dem Server. Erst mit der Einführung von Formularen (Forms) 14, mit denen sich Eingabe und Auswahlfelder in eine Website integrieren lassen, ist eine wirkliche Interaktion gegeben. Die Daten aus einem Formular lassen sich nämlich vom Client zurück an den Server schicken, der darauf reagieren kann. Abb. 3) Client Server Technologie 15 Abb. 4) Formular Code Dynamisches HTML Beim dynamischen HTML (DHTML), das als Erweiterung von HTML zu sehen ist, "lassen sich Tags zur Laufzeit über Skripts verändern" 17. Der entscheidende Unterschied zu HTML besteht dabei vor allem in der Behandlung des Datenstroms. Bei HTML wird eine Webseite vom Browser während der Übertragung aufgebaut und am Ende geschlossen. Danach lassen sich Inhalte nicht mehr verändern. Abb. 5) OnMouseOver Event Walther, Stephen: Active Server Pages UNLEASHED, First Edition, 1998, S.262ff 13 Walther, Stephen: Active Server Pages UNLEASHED, First Edition, 1998, S.302ff 14 Walther, Stephen: Active Server Pages UNLEASHED, First Edition, 1998, S.165f 15 Abb. 3) Peer Web Server - Online Documentation 16 Abb. 4) Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, 1997, S Abb. 5) Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, 1997

7 4 Dagegen ermöglicht VBScript bei DHMTL die nachträgliche Bearbeitung einzelner Tags die für die jeweilige Sitzung als Objekte referenziert werden. DHTML kann insbesondere auch auf Ereignisse (Events) reagieren und unterstützt die Datenbindung von Formularfeldern: Dabei werden Formularfelder direkt mit einer Datenbank verbunden und ermöglichen so den lesenden Zugriff auf einen Datenbestand über eine Webseite. Sowohl DHTML als auch die Datenbindung ist z.z. ausschließlich mit dem Internet Explorer V möglich. Das hängt damit zusammen, daß DHTML auf VBScript (von Microsoft) und die Datenbindung auf ActiveX-Steuerelemente (ebenfalls Microsoft) aufbaut. Die Datenbindung ist dabei insofern interessant, als sie eine Art Vorläufer von ASP ist, bei der die beiden ActiveX-Steuerelemente Tabular Data Control (TDC) und Remote Data Services (RDS) zum Einsatz kommen. Während TDC auf "durch Trennzeichen abgegrenzte Daten in" 20 Textdateien zugreifen kann, unterstützt RDS Open Database Connectivity (ODBC) Datenquellen. 2.3 Active Server Pages (ASP) Der eigentliche Meilenstein in Sachen Interaktivität wurde mit den Active Server Pages (ASP) gesetzt. 21 Hier werden die Webseiten bei jedem Zugriff auf dem Server neu generiert und an den Client übertragen. Dabei werden in Abhängigkeit von der jeweiligen Anforderung nicht nur entsprechende Formatierungen vorgenommen, sondern der gesamte Inhalt kann dynamisch generiert werden, was auch die Integration von Daten aus einer verbundenen Datenbank mit einbezieht. Genau hier liegt das Potential integrativer Lösungen für die in der Einleitung angesprochene Herausforderung. 22 Abb. 6) ASP Code Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, 1997, S Walther, Stephen: Active Server Pages UNLEASHED, First Edition, 1998, S.426ff 22 Vgl. auch: Spencer, Kevin: Understanding ASP, 23 Abb. 6) Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, 1997

8 5 2.4 Java Database Connectivity - JDBC Eine weitere Möglichkeit für den Datenbankzugriff per Internet ist die Verwendung der JDBC Schnittstelle, die ähnlich wie ODBC arbeitet. Sie wird mit dem Java Entwickler Kit V1.1 von JavaSoft mitgeliefert. Die Vorteile von JDBC gegenüber ODBC entsprechen den grundsätzlichen Vorteilen der Java Technologie: Erstens ist JDBC in Java geschrieben und damit Plattform unabhängig und zweitens Bedarf JDBC keiner aufwendigen Installation wie bei ODBC, weil ein Web Server der Java unterstützt damit auch automatisch JDBC Befehle verarbeiten kann. Bei der Entscheidung zwischen ODBC und JDBC darf nicht vergessen werden, daß der Client bei der Verwendung von JDBC entweder JavaScript oder JavaApplets verarbeiten muß - der Browser muß also Java unterstützen und diese Funktion muß eingeschaltet sein. Mit ODBC dagegen können dem Client auch Seiten geliefert werden die auf Java völlig verzichten. Die Anforderungen beim Client sind mit ODBC also zunächst geringer. Darüber hinaus leidet JDBC z.z. noch an einigen "Kinderkrankheiten" und auch die Ausführungsgeschwindigkeit ist noch unbefriedigend Datenverarbeitung auf dem Server Wie in 2.1 bereits erwähnt, geschieht die Datenübertragung vom Client zum Server über Formulare. Die Werte der Felder aus einem Formular werden dabei vom Browser in der Anfrage an einen Webserver mitgeschickt. Der Server interpretiert diese Werte neben der URL als Parameter und kann diese zur Verarbeitung weitergeben. Bei der Verwendung von CGI (Comman Gateway Interface) ist es z.b. so, daß diese Parameter an ausführbare Dateien auf dem Webserver übergeben werden und diese ein Resultat in Form einer HTML codierten Datei zurückgeben bzw. ggf. andere Funktionen (z.b. Versand einer ) ausführen. Zu diesen ausführbaren Dateien gehören vor allem Perl (Practical Extraction Report Language) Skripte 25, aber auch Shell-Skripte und C-Programme. Problematisch ist dabei, daß sie als eigenständige Programme auf dem Webserver aufgerufen werden müssen und dabei dessen Ressourcen belasten. Außerdem ist der ständige Aufruf externer Programme mit Parameterübergabe sehr zeitintensiv. Diese Probleme werden 24 Hermelink, Jan; von Stein, Georg: Von SQL nach HTML, Gateway, November 1997, S Quigley Ellie: PERL by Example; 1995, S.1f

9 6 bei der Verwendung von ASP auf dem Microsoft Internet Information Server (IIS) vermieden. 3. Microsoft Internet Information Server (IIS) Der IIS bietet neben CGI eine zusätzliche Schnittstelle: Das ISAPI (Internet Server Application Programming Interface). ISAPI Anwendungen sind als dynamische Laufzeitbibliotheken konstruiert, laufen im gleichen Bereich des Arbeitsspeichers des IIS ab und sind mehr als 20mal schneller als vergleichbare CGI- Anwendungen. 26 ASP wiederum ist eine ISAPI Anwendung, deren besondere Eigenschaften später noch diskutiert werden. IIS existiert zur Zeit in verschieden Versionen: Unter der Bezeichnung IIS ist er im Lieferumfang des Windows NT Server 4.0 enthalten 27. Für die Nutzung auf einer Workstation steht der Microsoft Peer Web Server und für Windows 95 der Personal Web Server (PWS) zur Verfügung. Während sich die NT Varianten, die in dieser Arbeit synonym verwendet werden, vor allem durch die Anzahl der unterstützten Verbindungen unterscheiden, ist der Personal Web Server auch in anderer Hinsicht beschränkt: Hier fehlt beispielsweise der Zugriff über IP Adressen und die Unterstützung für Virtuelle Server. Abb. 7) ISAPI Request 28 Abb. 8) CGI Request Vgl. auch im folgenden: Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, 1997, S Die Beispiele und Tests für diese Arbeit wurden mit Micorsoft Peer Web Server unter Windows NT 4.0 Workstation gearbeitet. 28 Ruley John D., Methvin David, Henderson Thomas, Heller Martin: Networking Windows NT 4.0 Workstation and Server, 1997, S Abb. 7) 8) Peer Web Server - Online Documentation, Chapter 8

10 7 3.1 Dienste des IIS IIS stellt nach der Installation drei Dienste bereit: File Transfer Protocol (FTP), Gopher und World Wide Web (WWW). FTP und Gopher sollen hier nicht weiter bearbeitet werden. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem WWW welches die Webseiten für Browser liefert und den Zugriff auf ASP Funktionen ermöglicht. Die Verwaltung des IIS erfolgt über den Internet-Dienst-Manager, mit dem sich die Eigenschaften obiger Dienste, dazu gehören Sicherheit, Verzeichnisse und Anmeldeaktivitäten, konfigurieren lassen. 30 Bezüglich der Sicherheit, verwaltet IIS die Benutzer gemäß der Nutzerkonten von Windows NT, was bedeutet, daß Benutzer die auf die Webseiten zugreifen wollen, über entsprechende Konten und Rechte verfügen müssen. Bei NT ist diese Funktion mit dem Dateisystem NTFS verknüpft und ermöglicht so die Verzeichnis spezifische Definition von Benutzerrechten. Dem bei der Installation automatisch eingerichteten anonymen Benutzer (Schema: IUSR_RechnerName) kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Er ermöglicht den nicht registrierten Besuchern einen freien Zugang, sofern im IIS die Option für "Anonyme Anmeldung" aktiviert ist. Was die Verzeichnisse, insbesondere das Stammverzeichnis (Root Directory) angeht, unterstützt IIS neben hart kodierten Verzeichnissen (die den tatsächlichen Pfaden entsprechen) auch sogenannte Virtuelle Verzeichnisse, die eingerichtet werden, um - aus Sicherheitsgründen - Informationen über die tatsächliche Verzeichnisstruktur vor den Benutzern zu verbergen (dabei werden virtuelle Verzeichnisse vom Server grundsätzlich als Unterverzeichnisse des Stammverzeichnises behandelt 31 ). Außerdem wird hierdurch die Portierbarkeit erleichtert, weil virtuelle Verzeichnisse nur mit hart kodierten Verzeichnissen verknüpft sind und sich diese Verbindung leichter ändern läßt als die gesamte Verzeichnisstruktur anzupassen. Abb. 9) PWS Request Walther, Stephen: Active Server Pages UNLEASHED, First Edition, 1998, S Peer Web Server - Online Documentation, Chapter 6 32 Abb. 9) Peer Web Server - Online Documentation, Chapter 6

11 8 Mit der Unterstützung durch NTFS lassen sich die Bereiche FTP und WWW - hier insbesondere die Bereiche für HTML und CGI/ASP Dateien - strukturell voneinander trennen. Dadurch kann beispielsweise ein potentieller Angreifer nicht per FTP Dateien in das Skriptverzeichnis (in dem sich die ausführbaren CGI und ASP Dateien befinden) hochladen, noch können im HTML Verzeichnis Dateien ausgeführt bzw. im CGI/ASP Verzeichnisse eingesehen werden (womit der Einblick in den Quellcode verhindert wird). Die Protokollierung der Anmeldeaktivitäten ist zunächst auch eine Sicherheitsvorkehrung. Durch die Überprüfung von solchen Protokollen lassen sich mögliche Angriffe erkennen. Darüber hinaus lassen sich im Dienste-Manager auch IP- Adress-Bereiche angeben, denen der Zugang exklusiv gewährt werden kann. 3.2 Open Database Connectivity - ODBC "ODBC ist eine Datenbank unabhängige Technologie für den Datenzugriff". 33 Sie ist das Herzstück von IIS zur ASP Programmierung. Dabei handelt es sich nicht um ein Datenbankprotokoll, sondern um eine zusätzliche Schicht (Layer) zwischen der Datenbankanwendung und dem jeweiligen proprietären Protokoll. 34 ODBC fungiert also als Schnittstelle: SQL-Befehle werden vom ODBC-Treiber aufgegriffen und in das jeweilige Format umgewandelt, welches von der betroffenen Datenbank verarbeitet werden kann. Hierdurch können Webanwendungen auf Datenbanken zugreifen. 4. Active Server Pages - Programmierung Abb. 10) ODBC Functionality Grundlagen Nicht nur DHTML und Datenbindung sind bei der Programmierung einer Webseite problematisch. Grundsätzlich bedeuten alle Plattform abhängigen, d.h. vom Browser abhängigen Funktionen, Inkompatibilitäten, solange sich die Browser hinsicht- 33 Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, 1997, S Hermelink, Jan; von Stein, Georg: Von SQL nach HTML, Gateway, November 1997, S Abb. 10) Peer Web Server - Online Documentation, Chapter 8

12 9 lich der von ihnen unterstützen Funktionalität unterscheiden. Normalerweise wird dieses Problem entweder dadurch gelöst, daß der Entwickler Plattform abhängigen Code völlig meidet oder der Client per "Browser detection" 36 mit spezifischen HTML-Seiten beliefert wird. Während die erste Alternative eine Beschränkung hinsichtlich der Kreativität bedeutet, ist die zweite Alternative sehr aufwendig in Programmierung und Wartung. Eleganter wäre es, wenn man die Browser spezifische Erstellung der HTML-Seiten, auf den Server verlegen könnte. Genau das ermöglicht Microsoft Active Server Pages (ASP). ASP ist dabei nichts anderes als HTML Code, verbundenn mit einer Skript Sprache, welche auf dem Server ausgeführt wird und die HTML-Seiten für jeden Clientabruf dynamisch und spezifisch für den Client generiert. Dabei lassen sich eben auch Browser spezifische Eigenschaften berücksichtigen (Durch die Parameter-Angabe RUNAT=Server im Skript-Tag, werden Skript Teile definiert, die auf dem Server ablaufen sollen - zusätzlich kann der generierte Code andere Skript Teile und Skript Sprachen beinhalten, die erst beim Client ausgeführt werden). LANGUAGE="VBSCRIPT" %> <!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//IETF//DTD HTML//EN"> <HTML> <!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//IETF//DTD HTML//EN"> <HTML> <HEAD> <TITLE>Simple ASP Example</TITLE> </HEAD> <HEAD> <TITLE>Simple ASP Example</TITLE> </HEAD> <BODY BGCOLOR="#FFFFFF"> <% Dim strgreeting If Hour(Now) < 12 Then strgreeting = "Good Morning!" ElseIf Hour(Now) > 11 And Hour(Now) < 18 Then strgreeting = "Good Afternoon" ElseIf Hour(Now) > 17 Then strgreeting = "Good Evening!" End If %> <H1><%=strGreeting%></H1> </BODY> </HTML> <BODY BGCOLOR="#FFFFFF"> <H1>Good Afternoon</H1> </BODY> </HTML> Abb. 11) ASP source Code und Ergebnis Überprüfung welcher Browser vom Client verwendet wird 37 Abb. 11) Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, 1997, S.118

13 Objekte und Komponenten Auch Visual Basic Skript, auf seiten des Servers, hat seine Grenzen und muß seinerseits um Funktionen erweitert werden. Exakt hier greift das Konzept der ISAPI Applikationen, von denen bereits in Kapitel 3 gesprochen wurde. Diese liefern genau die benötigte Funktionalität; vor allem hinsichtlich Datenbankzugriffen aber auch darüber hinaus. Man unterteilt hier in ASP-Objekte und -Komponenten, die sich durch ihre Packart unterscheiden. Während die Objekte als ActiveX-Elemente immer zur Verfügung stehen bzw. integriert sind, handelt es sich bei Komponenten um DLLs 38, die in beliebiger Sprache erzeugt werden können. Ohne diese im Detail zu diskutieren, werden folgende Objekte unterstützt: 39 Objekt Benutzer Funktion Application Client Erzeugung/Verwaltung von Anwendungsvariablen Session Client Erzeugung/Verwaltung von Benutzervariablen Request Server Behandlung von Formularergebnissen Response Server Verwaltung von Inhalten/Variablen Server Server Verwaltung von ActiveX-Komponenten Auf der Komponentenseite sei nur die Datenbankzugriffskomponente (ADO) 40 erwähnt, denn diese ermöglicht es "Datenbanken im Web zu veröffentlichen und aus ODBC-Datenquellen zu lesen" Visual InterDev Hinsichtlich der Entwicklung von VBScript, der ASP-Objekte und -Komponenten, wird bei der Verwendung von einfachen Texteditoren und HTML-Editoren deutlich, daß der Aufgabe manuell kaum bei zu kommen ist. Microsoft hat deshalb Frontpage 42, 43 und Visual InterDev entwickelt. Frontpage ist ein WYSIWYG-HTML- Editor der neuesten Generation, Visual InterDev ist eine Objektorientierte Entwicklungsumgebung für ASP in welcher sich ein komplettes Webprojekt (ein soge- 38 Dynamic Link Libraries 39 Vgl.: Behme, Henning: Active Server Pages: Microsofts CGI-Ersatz, 40 Active Data Objects 41 Hillier Scott, Mezick Dan: Activce Server Pages - Programmierung, Microsoft Press, 1997, S Ladd Eric, O'Donnell Jim: Using HTML 3.2, Java 1.1, and CGI; Plantinum Edition, 1996, S.336

14 11 nanntes Web) bearbeiten und verwalten läßt. Beide Programme sind so verknüpft, daß sich Frontpage als Editor für Visual InterDev verwenden läßt und beide die Dokumentenverwaltung unterstützen, was besonders für Großprojekte von Bedeutung ist, wenn Designer und Programmierer gleichzeitig an einer Webseite arbeiten. InterDev bietet eine leistungsfähige Entwicklungsumgebung. Auch wenn die Bedienung gewöhnungsbedürftig ist, sind vor allem die Integration der Datenbankfunktionen, inklusive der Formulierung von SQL-Abfragen eine erhebliche Erleichterung. Arbeitet man mit ActiveX-Komponenten wie z.b. der bereits erwähnten ADO, so generiert InterDev den HMTL Code selbständig, sobald man die Vorgaben bezüglich der Komponente definiert hat. Abb. 12) Microsoft Visual InterDev Abb. 12) Screenshot Visual InterDev V1.0

15 12 5. Active Server Pages - Potential Nachdem nunmehr die grundlegenden Eigenschaften der ASP Programmierung dargestellt wurden. Soll nun das eigentliche Potential dargestellt werden. Hier gibt es vor allem drei Aspekte, die von ASP unterstützt werden:?? Datenbank Verarbeitung?? Verwaltung von "Zustandsinformationen" 45?? "Interactive Filtering" Datenbank Verarbeitung Der entscheidende Vorteil bei der Verwendung von ASP ist die Möglichkeit neue und bestehende Datenbanken (aus verschiedenen Umgebungen wie z.b. Access, Oracle, DB2) im Internet zugänglich zu machen. Dabei gibt es zwei Varianten: Entweder werden solche Datenbanken als Unterstützung für eine bestimmte Funktionalität verwendet (wie in den beiden folgenden Kapiteln 5.1 und 5.2. beschrieben) oder die Datenbank an sich steht im Mittelpunkt. Die Anwendungsmöglichkeiten gehen hierbei von der passiven Darstellung z.b. von Kundendaten für Außendienst Mitarbeiter, über die aktive Datenerfassung z.b. im Rahmen einer Kundenbefragung bis zu umfangreichen Recherchesystemen und Wissensdatenbanken (Knowledge Database): 45 Schlöter, Martin: Königswege zum aktiven Server, web-master Juli/Aug. 1998, S Prof. Dr. Ravi Kalakota, GSU - Center for Digital Commerce, U.S.A.

16 13 Abb. 13) A Simple Database Publication (Result) 47 Abb. 14) A Simple Database Publication (Source) 48 Obwohl sich Datenbankanwendungen wie die obige auch per Texteditor manuell programmieren lassen, bietet sich die Verwendung der Visual InterDev Umgebung an, mit dem sich eine solche Anwendung komplett in ein Web Project integrieren läßt. Visual InterDev bietet zwei Sichten auf ein Web Project: Die Datei- und die Datensicht. In der Dateisicht werden die Web Dateien bearbeitet. Dazu gehören HTML und ASP Seiten sowie ggf. Bilder oder andere Multimedia Elemente. In der Datensicht dagegen verhält sich Visual InterDev wie Microsoft Access: Es lassen sich verschiedene Tabellen mit SQL Befehlen verbinden und daraus Abfragen erstellen. Diese Abfragen werden automatisch als Code in die zugehörigen ASP Dateien übernommen. Der Benutzer muß anschließend nur noch einige Kontrollelemente einfügen. Voraussetzung für die Arbeit mit Datenbanken ist die Registrierung der Datenbank als ODBC Quelle beim Server, sowohl in der Entwicklungsumgebung (also z.b. 47 Abb. 13) Frontpage result of a Database Query 48 Abb. 14) Visual InterDev Database Query Environement

17 14 offline mit PWS) als auch online auf dem Server, auf dem die Anwendung installiert werden soll (dem IIS). Die Funktionalität solcher Datenbankanwendungen ist nicht auf die reine Darstellung beschränkt. Die Web Seite zur Verwaltung von Online-Resumes 49 zeigt, daß sich vielmehr Formulare erstellen lassen, mit der auch die Eingabe neuer Datensätze bzw. die Korrektur bestehender Datensätze verwirklicht werden kann. Auch wenn die Funktionsvielfalt einer lokalen Datenbankanwendung (z.b. mit Access) einer Online-Datenbank weit überlegen ist, sind zumindest die grundlegenden Funktionen auch Online einsetzbar und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Entwicklung im Online Bereich in dieser Hinsicht aufholt. 5.2 Zustandsinformationen Bei HTTP handelt es sich um ein statusloses Webprotokoll 50 : Wurde in einer Sitzung (Session), nach der Anfrage durch den Client eine Seite vom Server übertragen, ist die Verbindung damit zunächst wieder beendet. Kommt vom gleichen Client eine weitere Anfrage, wird diese vom Server völlig neutral behandelt - er hat keinerlei Kenntnis darüber, daß es sich um den gleichen Client handelt - er hält die Anfrage für eine neue Verbindung. Speziell für E-Commerce Anwendungen bzw. in geschlossenen Nutzerbereichen einer Webseite wäre eine Weiterführung der Benutzeridentität nicht nur hilfreich, sondern dringend nötig. Auch wenn es zu diesem Problem, mit dem Einsatz von Cookies und der Registrierung der IP-Adresse des Clients, eine Lösung gibt, ist diese doch umständlich und - wegen des Provider-IP-Sharing und den daraus resultierenden dynamischen IP-Adressen - nicht eindeutig. ASP dagegen unterstützt diese Funktionalität durch das Session- Objekt, mit dem sich Benutzer spezifische Informationen (Sitzungsvariablen 51 ) verwalten lassen. Darüber hinaus läßt sich mit ASP auch eine Benutzerverwaltung realisieren, die wesentlich leichter zu handhaben ist, als die NT Benutzer Konten: Soll der Zugriff auf bestimmte Bereiche einer Webseite beschränkt werden, müssen beim IIS, für eine bestimmte Benutzergruppe, auf Verzeichnisebene entsprechende Rechte eingerichtet werden. Benutzergruppen sind in dieser Beziehung unproblematisch. Müssen die Rechte aber für mehrere individuelle Benutzer ein Vgl. Schlöter, Martin: Königswege zum aktiven Server, web-master Juli/Aug. 1998, S.39

18 15 gerichtet werden, z.b. wenn es sich um eine Intranet Anwendung handelt und vermieden werden soll, daß sich bereits zugelassene Benutzer erneut authorisieren müssen, wird der Verwaltungsaufwand zu groß. Abhilfe schafft - wie im folgenden Beispiel - der Einsatz einer Datenbank, in der die Benutzer einzeln eingetragen sind. Mit der abgebildeten Anmeldeseite Login.asp kann sich ein Benutzer dem System gegenüber authorisieren. Die Überprüfung der Angaben erfolgt in der CheckLogin.asp, durch Zugriff auf die Benutzerdatenbank, die als ODBC-DSN Quelle Namens "DBUser" auf dem Webserver registriert wurde. Ist die Anmeldung erfolgreich, wird dem Benutzer Zutritt gewährt, indem er zur Hauptseite (in diesem Fall App.asp) umgeleitet wird. Schlägt die Anmeldung fehl, wird er auf die Anmeldeseite zurückgeleitet. Ein direkter Zugriff auf die App.asp (sozusagen als Quereinstieg) ist dagegen nicht möglich, weil diese Seite die Session-Variablen "bvaliduser" bzw. "UserName" abfragt und ggf. den Zugriff verweigert, wenn diese nicht gesetzt sind. Hier unterscheidet sich ASP wesentlich von bisherigen Methoden, bei denen Zugriffinformationen im URL-Request als Parameter mitgeliefert werden müssen. ASP bietet hier die Möglichkeit gerade solche kritischen Informationen über Sessionvariablen ausschließlich auf dem Server zu verwenden: 51 diese haben eine Verfallszeit von 20 Minuten nach dem letzten Zugrif

19 16 Abb. 15) Benutzeridentifikation mit ASP Abb. 15) Schlöter, Martin: Aktive Mini-Toolbox, web-master, September 1998, S.20

20 Interactive Filtering Unter Interactive Filtering versteht man die kontinuierliche Einschränkung eines Suchraumes. Auf der Hewlett Packard Technical Support Seite 53 kann man dies gut verfolgen. Der Benutzer wird für den Download eines Druckertreibers auf eine Filter Seite geführt 54. Hier kann er zunächst den Printertyp (z.b. Desktop, Laser), dann die Serie (z.b. 1600er, 500er) und schließlich den eigentlichen Drucker auswählen. Mit jeder Wahl wird der Suchraum reduziert und es bleiben nur noch die Drucker in der Auswahl, die zu den bisher gewählten Kriterien passen: Abb. 16) Interactive Filtering 55 Die Programmierung dieser Seite ist mit herkömmlichen Mitteln allerdings sehr aufwendig. In diesem Fall wurde JavaScript verwendet: Abb. 16) HP Download Area -

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