Winterweizen Anwendung von Aminosol in Kombination mit Fungiziden

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1 Winterweizen Anwendung von Aminosol in Kombination mit Fungiziden PS 1 11/2002 Kommentar...2 Produkteigenschaften...2 Versuchsanlage...2 Versuchsergebnisse...2 Standortbeschreibung und Anbaubedingungen...4 Wirtschaftlichkeit...5 Einfluss von Aminosol auf den Befall mit Pilzkrankheiten...6 Einfluss von Aminosol auf den Ertrag...7 1

2 Kommentar Produkteigenschaften Von der Firma Lebosol Dünger GmbH wird das Produkt Aminosol als Netzmittel zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln im Spritzverfahren angeboten. Bei höheren Aufwandmengen (2-3 l/ha) wird zusätzlich eine Wirkung als Blattdünger ausgelobt. Aminosol besteht zu 55 % aus Aminosäuren und Peptiden und enthält insgesamt 9 % organisch gebundenen Stickstoff. Schwerpunkt der Anwendungsempfehlungen ist der Zusatz bei Herbizidspritzungen, z.b. in Getreide und Zuckerrüben, zur Verbesserung der Verträglichkeit und der Wirkung von Herbiziden. Es liegen jedoch auch Berichte über positive Erfahrungen in Kombination mit Fungiziden vor, z.b. in Zuckerrüben, Kartoffeln und Zwiebeln. Die Vertriebsfirma weist auf folgende Vorteile hin: Netzwirkung durch Reduzierung der Oberflächenspannung Hohe Regenfestigkeit durch bessere Anhaftung Verminderung von Stress durch Energieeinsparung Verbesserte Wurzelbildung durch Phytohormonaufbau aus Aminosäuren Blattdüngung bei Aufwandmengen von 2-3 l/ha Versuchsanlage Am Standort Frankendorf (Lkr. Erding) wurde ein Feldversuch zur Anwendung von Aminosol in Winterweizen in Kombination mit Fungiziden angelegt. Es wurden zwei praxisnahe Fungizid-Spritzfolgen jeweils ohne und mit Aminosol verglichen. Die Aufwandmengen der Fungizide wurden im Vergleich zu den zugelassenen Aufwandmengen um 25 bis 40 % vermindert wie bei Doppelbehandlungen ortsüblich. Im Rahmen der Anwendungsempfehlung von ml pro 100 l Spritzwasser wurde Aminosol mit 250 ml/100 l eingesetzt. Bei einer ausgebrachten Menge von 400 l/ha ergibt sich eine Aufwandmenge von 1,0 l/ha Aminosol je Spritztermin. Versuchsergebnisse Zur Milchreife des Weizens wurden die oberen zwei Blätter bonitiert. Das dritte Blatt von oben (F-2) war in allen Varianten bereits abgestorben. In der unbehandelten Kontrolle war zu 100 % und F zu 61 % nekrotisiert. Hauptkrankheit war über die gesamte Vegetation die Septoria-Blattdürre. Bei der Endbonitur in BBCH 75 waren 7 % der Blattfläche von Septoria tritici befallen. Auf war die Zuordnung der Nekrosen zu einem Krankheitserreger nicht mehr möglich. Die Fungizidbehandlungen zeigten eine deutliche befallsreduzierende Wirkung auf Nekrosen und Septoria-Blattdürre. Die Spritzfolge mit Opera schnitt vor allem auf F -1 etwas besser ab als die Variante Gladio/Amistar+Gladio. Der Zusatz von Aminosol führte in beiden Prüfgliedern tendenziell zu einer leichten Erhöhung der grünen Blattmasse. Im Vergleich zur Kontrolle bewirkten die Behandlungsvarianten hoch gesicherte Mehrerträge zwischen 16 und 21 %. Im Einklang 2

3 mit den Bonituren waren die Versuchsglieder mit Opera jenen mit Gladio/Amistar leicht überlegen. Durch Zumischung von Aminosol konnte in beiden Fällen keine Ertragserhöhung erzielt werden. Als Konsequenz ist abzuleiten, dass der Zusatz von Aminosol zu Getreidefungiziden in der Regel keine wesentlichen Effekte erwarten lässt und somit unwirtschaftlich ist. Dr. Helmut Tischner, PS 1 Bettina Schenkel, PS 1 3

4 Standortbeschreibung Versuchsort Landkreis/ Reg.bez. Erzeugungsgebiet Höhe m Messstation Niederschlag mm* Temperatur C* N min 0-60 cm kg/ha P 2 O 5 mg/100 g K 2 O mg/100 g Bodenart Bodenzahl ph- Wert Frankendorf ED/Obb Erdinger Altmoräne ,8 sl ,2 Anbaubedingungen Versuchsort Vorfrucht Saatstärke Saattermin Erntetermin Düngung Wachstumsregler Herbizide und Insektizide K./m² N kg/ha Präparat Menge /ha Behandlungstermin Behandlungstermin Präparate Menge/ha Frankendorf Winterraps Bacara 1,0 l 4

5 Anwendung von Aminosol in Kombination mit Fungiziden Winterweizen / 2002 Wirtschaftlichkeit des Fungizideinsatzes - Versuchsort Frankendorf* Versuchsglied Fungizid Entwicklungsstadium Behandlungstermin Wirtschaftlichkeit Ertrag Präparatekosten Tausendkorngewicht /ha dt/ha relativ relativ /ha Bonitur BBCH 75 Befallsstärke % Septoria tritici Nekrosen F F 1 Kontrollvariante ohne Fungizidbehandlung ohne Aminosol 76,5 100 c** 100 b (38,8 g) 879 c 7 *** Stadienbehandlung 1,0 l/ha Opera 1,0 l/ha Opera ,2 121 a 117 a + 75 a 0 0 3,6 4,4 3 Stadienbehandlung 1,0 l/ha Opera + 1,0 l/ha Aminosol 1,0 l/ha Opera + 1,0 l/ha Aminosol ,9 120 a 116 a + 60 ab 0 0 2,8 2,4 4 Stadienbehandlung 0,6 l/ha Gladio 0,6 l/ha Amistar + 0,6 l/ha Gladio ,4 117 ab 117 a + 53 ab 0 2,1 2 10,5 5 Stadienbehandlung 0,6 l/ha Gladio + 0,6 l/ha Aminosol 0,6 l/ha Amistar + 0,6 l/ha Gladio + 1,0 l/ha Aminosol ,7 116 b 116 a + 33 b 0 1,5 2,3 8,7 * Sorte: Tambor Vorfrucht: Winterraps Saat: Ernte: Versuchsansteller: LBP Freising ** Versuchsglieder ohne gemeinsamen Buchstaben unterscheiden sich signifikant. *** nicht mehr bonitierbar, da vollständig abgestorben Die Wirtschaftlichkeit der Behandlungen ( /ha) ist als Differenz zu Unbehandelt ausgewiesen. Erzeugerpeis Winterweizen: 11,50 /dt; Ausbringungskosten: 6,50 /Behandlung 5

6 Einfluss von Aminosol auf den Befall mit Pilzkrankheiten in Winterweizen - Versuchsort Frankendorf* % befallene Blattfläche F F F F F 0 unbehandelt 1 1,0 l Opera BBCH 1,0 l Opera + 0,6 l Gladio BBCH 0,6 l Gladio + *Bonitur vom ; BBCH 75; Sorte Tambor 1,0 l Opera BBCH 51 1,0 l Opera + Nekrosen gesamt 0,6 l Gladio BBCH 51 Septoria tritici 0,6 l Gladio + 6

7 Einfluss von Aminosol auf den Ertrag von Winterweizen - Versuchsort Frankendorf* dt/ha 100 c** a a ba b unbehandelt 1 1,0 l Opera 2BBCH 1,0 l Opera 3 + 0,6 l Gladio 4 BBCH 0,6 l Gladio 5+ * Sorte: Tambor **Newman-Keuls-Test 1,0 l Opera BBCH 51 absoluter Ertrag 1,0 l Opera + kostenbereinigter Ertrag 0,6 l Gladio BBCH 51 0,6 l Gladio + 7

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