Diabetes Mellitus. Diabetes Mellitus. Chronisches Nierenversagen. Chronic kidney disease chapter 4

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1 Chronisches Nierenversagen Chronic kidney disease chapter 4

2 (Zuckerkrankheit) ist eine Gruppe von Stoffwechselstörungen, die verschiedene Organe und Gewebe schädigen. Dafür typisch ist ein erhöhter Spiegel des Blutzuckers (Hyperglykämie). Es handelt sich um eine ernsthafte, chronische Erkrankung, die ein Leben lang besteht. Stoffwechsel ist ein Vorgang, der in unserem Körper durch chemische Reaktionen erfolgt. Dieses beinhalten die Verdauung und den Transport von Substanzen in und zwischen unterschiedliche Zellen, um unseren Körper mit Energie aus der Nahrung zu versorgen. Nahrung besteht aus Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten. Jedes Mal wenn wir essen, zerlegt das Verdauungssystem die Nahrungsmittel in Aminosäuren (aus den Eiweißen), Zucker (aus den Kohlenhydraten) und Fettsäuren (aus dem Fett). Diese Stoffe geben unserem Körper die Energie, die wir benötigen, um entsprechend zu arbeiten. Unser Körper kann diese Energie direkt verwerten oder speichern. Eine Stoffwechselstörung entsteht, wenn der normale Stoffwechselvorgang durch abnorme chemische Reaktionen in unserem Körper gestört ist. 2

3 Was macht Diabetes? Bei Diabetes kann der Körper nicht ausreichend Insulin produzieren oder das gebildete Insulin nicht verwerten, um den Blutzucker (Glukose) zu kontrollieren. Es gibt 2 Arten des Diabetes: Typ 1 Diabetes (5-10%) gewöhnlich kommt es in Kindern oder jungen Erwachsenen vor. Typ 1 Diabetes zerstört im Körper die Insulin-produzierenden Zellen. Menschen mit Typ 1 müssen immer Insulin spritzen, um zu überleben. Typ 2 Diabetes (90-95%) meistens kommt es bei Erwachsenen oder übergewichtigen Menschen vor. Typ 2 Diabetes liegt vor, wenn der Körper nicht genug Insulin produziert oder resistent gegen Insulin ist. Zu Beginn kann es mit geeigneter Diät und regelmäßigen körperlichen Übungen behandelt werden. Wenn der Blutzuckerspiegel allein durch Diät und körperlichen Übungen nicht gut eingestellt werden kann, verordnet der Arzt blutzuckersenkende Tabletten, die eingenommen werden müssen. In manchen Fällen braucht man Insulinspritzen, um den Blutzuckerspiegel im sicheren Bereich zu halten. Typ 2 kann vermieden werden, da es durch Übergewicht, durch ungesunde Essgewohnheiten und durch Bewegungsmangel verursacht wird. 3

4 Was ist Insulin? Insulin ist ein Hormon, das in unserem Körper von der Bauchspeicheldrüse gebildet und ausgeschieden wird. Es senkt den Zuckerspiegel in unserem Blut. Wie stellt Insulin den Blutzuckerspiegel im Körper ein? Jedes Mal wenn wir Kohlenhydrate essen (z.b. Früchte, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis), steigt der Blutzuckerspiegel an. Danach produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin, um den Zucker vom Blut in die Zellen zu transportieren. Die Zellen verwenden den Zucker zur Energiegewinnung oder speichern ihn für spätere Verwendungen. Alle Organe in unserem Körper brauchen Energie, um in geeigneter Weise zu arbeiten. Nahrung wird durch chemischen Reaktionen zu Glucose Glucose Bauch- Magen Insulin speicheldrüse Blut 1. Wenn Sie essen 2. Glucosespiegel im Blut steigt 3. Insulin wird produziert 4. Insulin hilft, dass Glucose in die Zellen gelangt Wie Insulin den Blutzuckerspiegel (Glukosespiegel) einstellt Menschen, die Diabetes haben, bilden nicht genug Insulin aus oder reagieren nicht auf das von Ihnen produzierte Insulin, so dass deren Blutzucker hoch bleibt, weil sie es nicht in die Zellen transportieren können. 4

5 Wie wird der Blutzuckerspiegel gemessen? Er wird durch Bluttests im Labor gemessen, die meist Nüchternblut benötigen (ohne Essen und Trinken 8 Stunden vor dem Test). Der Blutzucker wird in Millimol Zucker pro Liter Blut (mmol/l) oder in Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl) gemessen. Die Patienten können auch Fingerstechtests benutzen, die sie für die Durchführung zu Hause lernen können. Finger stechtest Wie ist der normale Bereich für den Zuckerspiegel im Nüchternblut? Gesunde Erwachsene haben im Nüchternblut einen Zuckerspiegel zwischen mmol/L (oder mg/dl). Ist Diabetes gewöhnlich? Ja. Mit Diabetes sind 2-6% der allgemeinen Bevölkerung betroffen und es steigt an mit dem Alter, besonders bei Menschen über 65 Jahren. Es handelt sich, wie auch der hohe Blutdruck, um eines der größten Gesundheits- und Gesellschaftsprobleme in der Welt. 5

6 Woher weiß man, dass man Diabetes hat? Die typischen Symptome (Krankheitszeichen) des Diabetes, besonders im Typ 1 Diabetes, sind: Übermäßige Müdigkeit Unerwarteter Gewichtsverlust Übermäßige Urinausscheidung, mehr als 2500 ml in 24 Stunden (Polyurie) Übertriebener Durst (Polydipsie) Verschwommene Sicht Langsame Heilung von Druckgeschwüren oder Wunden Zucker im Urin (Glykosurie) dies ist die Folge der Überflutung des Zuckers in den Urin wegen dem Überangebot im Blut. Andere, weniger gewöhnliche Symptome: Ausfall der Regelblutung bei Frauen und Anfänge einer Impotenz bei Männern. Bauchschmerzen. Kribbeln oder Taubgefühl in Händen und Füßen, trockene Haut. Schwäche. Reizbarkeit oder Stimmungsschwankung. Übelkeit und Erbrechen. Schlechte Atmung. 6

7 Wie wird Diabetes diagnostiziert? Um die Diagnose Diabetes zu stellen, wird Ihr Arzt: Sie nach Symptomen untersuchen. Einen Zuckerspiegeltest mit Nüchternblut anordnen: Diabetes wird festgestellt, wenn der Blutzuckerspiegel mehr als 7.0mmol/L (oder 126mg/dl) beträgt. Einen Blutzuckertoleranztest verordnen. Dieser wird wie folgt durchgeführt: erst wird Nüchternblut abgenommen, dann wird man Ihnen 75 g Glukose (Zucker) zum Trinken geben und 2 Stunden später wird noch einmal Blut abgenommen. Diabetes wird festgestellt, wenn der Blutzuckerspiegel mehr als 11.1mmol/L (oder 200mg/dl) beträgt. Warum ist Diabetes schädlich? Ein andauernd hoher Blutzuckerspiegel kann ernsthafte Probleme in vielen Teilen Ihres Körpers verursachen. Untersuchungen zeigen, dass Erwachsene mit Diabetes ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung von Nierenkrankheiten haben (Diabetische Nephropathie). Weiterhin erhöht ein nicht zureichend überwachtes Diabetes das Risiko für eine Nierenerkrankung, die in Nierenversagen endet (Verlust der Nierenfunktion). Auch hoher Blutdruck, der besonders gewöhnlich bei Typ 2 Diabetes ist, trägt zu diesem Risiko bei. Diabetes ist schwierig zu kontrollieren, wenn sich einmal die Nierenerkrankung entwickelt hat. Die Therapie muss dann wiedereingestellt werden, um die Probleme zu vermeiden. 7

8 Wie beeinflusst Diabetes Ihre Nieren? Wie der unkontrollierte, hohe Blutdruck kann auch der nicht ausreichend überwachte Blutzucker die Blutgefäße in Ihren Nieren schädigen. Folglich werden Ihre Nieren, anders als gewohnt, das Blut nicht mehr richtig filtrieren können. Dieser Schaden entwickelt sich gewöhnlich über viele Jahre. Da mehr und mehr Nierengewebe beschädigt wird, werden Ihre Nieren schließlich aufhören zu arbeiten und unfähig sein, Sie gesund zu halten. Wenn man diesen Zustand des Nierenversagens erreicht hat (CNV Stadium 5), braucht man die Dialyse oder eine Nierentransplantation. Nicht alle, die eine diabetische Nierenerkrankung haben, erreichen das Nierenversagen. Man kann der Nierenerkrankung vor einer Verschlechterung vorbeugen, indem man eine gesunde Lebensweise führt und auf eine richtige Behandlung achtet. Wie wissen Sie, dass Ihr Diabetes gut überwacht ist? wenn Sie einen Blutzuckerspiegel zwischen 3.9 und 7.2mmol/L (oder 70 und 130mg/dl) während des Tages und vor dem Essen haben, wenn Sie einen Blutzuckerspiegel zwischen 6.1 und 8.3mmol/L (oder 110 und 150mg/dl) während der Schlafenszeit haben, wenn Sie einen HbA1c um 6.5-7% haben (außer wenn Sie manche Medikamente oder Insulin nehmen, bei denen ein für Sie akzeptables Ziel eingestellt wird). 8

9 Was bedeutet HbA1c? HbA1c ist ein sogenanntes glykolisiertes Hämoglobin. Es handelt sich um einen speziellen Test, der dazu benutzt wird, um den Blutzuckerspiegel der vergangenen 2-3 Monate zu bewerten. Hämoglobinmoleküle befinden sich in den roten Blutzellen. Wenn Zucker (Glukose) im Blut transportiert wird, haftet es an den Hämoglobinmolekülen und bildet ein glykolisiertes Hämoglobinmolekül (HbA1c). Je mehr Zucker im Blut vorhanden ist, um so mehr glykolisiertes Hämoglobin bildet sich. Wie kann man das Risiko zur Entwicklung der diabetischen Nierenerkrankung verringern? Um das Risiko der Schädigung Ihrer Nieren zu verringern, sollten Sie: Ihren Blutzucker gut kontrollieren (HbA1c um 6.5 bis max. 7%). Ihren Blutdruck vorzugsweise 130/80mmHg halten. Ein Frühsymptom der Nierenschädigung ist die Anwesenheit von Eiweiß in Ihrem Urintest. 9

10 Gibt es neben der Nierenschädigung auch andere Komplikationen des Diabetes? Ja, weil wie in den Nieren auch Blutgefäße in anderen Teilen des Körpers beschädigt werden. Diese Komplikationen sind: Periphere Neuropathie Die Nerven sind beschädigt und können keine Signale vom Gehirn und Rückenmark zu den Muskeln, der Haut und anderen Körperteilen senden. Dies verursacht Taubheitsgefühl und Kribbeln in Zehen und Fingern. Dies kann sich bis zu den Füßen und Händen ausweiten und Brenn-, Frost- und Kopfschmerzen verursachen. Periphere Gefäßverkalkung Arterien, die Blut zu den Armen und Beinen liefern, sind als Folge einer Verhärtung der Wand teilweise oder ganz verschlossen (Atherosklerose). Wenn sich dies in den Beinen entwickelt, verursacht es Schmerzen beim Gehen (Schaufensterkrankheit). Autonome Neuropathie Nerven, die mit Körperfunktionen zu tun haben (z.b. Blutdruck, Herzschlag, Schwitzen, Darm- und Blasenentleerung, Verdauung), sind gestört. Dies kann beispielsweise die Folge von plötzlichem Blutdruckabfall beim Stehen (Schwindel) und Magenverstimmung (Durchfall oder Verstopfung) sein. Kardiovaskuläre Erkrankung Blutgefäße, die Blut zum Herzmuskel oder Gehirn liefern, können auch betroffen sein, so dass das Risiko von Brustschmerz, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder Schlaganfall erhöht ist. Retinopathie Mögliche Sehbeeinträchtigung, Blindheit. Impotenz bei Männern und Unterbrechung der Regelblutung bei Frauen. 10

11 Um das Risiko des Auftretens dieser Komplikationen zu verringern, müssen Sie eine strenge Kontrolle vornehmen von: Blutzuckerspiegel - HbA1c um 6.5% oder ein anderer Zielwert, der vom Diabetes-Team mit Ihnen festgelegt wird. Blutdruck vorzugsweise 130/80mmHg, und LDL- Cholesterinspiegel (auch bekannt als schlechtes Cholesterin) unter 100 mg/dl 70 mg/dl. (Siehe Gesunde Lebensführung ) Was können Sie tun, um Ihren Blutzuckerspiegel gut unter Kontrolle zu halten? Um Ihren Blutzucker in einem guten Spiegel zu halten, müssen Sie: Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig zu Hause überprüfen, wie es von Ihrem Arzt oder der Pflegekraft verordnet ist. Nehmen Sie die Medikamente und die Insulinspritzen (falls notwendig) wie von Ihrem Arzt verordnet ein. Achten Sie auf eine ausgeglichene Diät und führen Sie Bewegungsübungen durch, wie von Ihrem Arzt, der Pflegekraft oder dem Diätassistent empfohlen. Rauchen Sie nicht. 11

12 Können pflanzliche Heilmittel den Blutzuckerspiegel senken? Viele gewöhnliche Kräuter oder Pflanzen sollen vermeintlich nützlich zur Senkung von Blutzuckerspiegel bei Menschen mit Typ 2 Diabetes sein. Diese pflanzlichen Mittel können Wechselwirkungen mit Diabetes-Medikamenten haben, so dass sie folglich einen gefährlich niedrigen Blutzuckerspiegel und ein erhöhtes Risiko anderer diabetischen Komplikationen verursachen können. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie Ihren Arzt oder die Pflegekraft ansprechen, falls Sie die Absicht haben, pflanzliche Heilmittel einzunehmen. Ist eine Schwangerschaft sicher, wenn man Diabetes und Nierenerkrankung hat? Diabetes und Nierenerkrankung sind schwerwiegende Krankheiten. Falls Sie eine Schwangerschaft planen, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, weil eine vorsichtige Planung wichtig ist. Wenn Sie schwanger werden, werden Sie von Spezialisten für Hochrisikoschwangerschaft und für Nierenkrankheiten betreut, um sicherzustellen, dass Sie eine sichere Schwangerschaft haben und ein gesundes Baby bekommen. 12

13 Wo können Sie mehr Informationen über Diabetes erhalten? Sie können Informationen von nationalen Diabetesorganisationen und/oder gesellschaften bekommen. Hier einige zuverlässige Websites: Kernpunkte zur Erinnerung Erwachsene mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung von Nierenerkrankungen. Das Risiko, diabetische Nierenerkrankung zu haben, kann durch eine gute Überwachung Ihres Diabetes gesenkt werden (HbA1c um 6.5-7% oder weniger). Eine gesunde Lebensführung und Medikamente (Tabletten/Insulin) können helfen, Ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, so dass das Fortschreiten der Nierenerkrankung verzögert wird. Überwachen Sie Ihren Blutdruck und Cholesterinspiegel gut, um das Risiko anderer Komplikationen zu verringern. Wenn einmal eine Nierenerkrankung feststeht, ist es schwierig, Diabetes zu kontrollieren. Pflanzliche Heilmittel können Wechselwirkungen mit Diabetes- Medikamenten (einschließlich Insulin) haben und folglich gefährlich niedrige Blutzuckerspiegel verursachen. Falls Sie die Absicht haben, schwanger zu werden, sprechen Sie zur Planung und Vorbereitung einer sicheren Schwangerschaft und eines gesunden Babys mit Ihrem Arzt oder der Pflegekraft. 13

14 The Patient Education Document is sponsored by B. Braun Avitum AG. Text: Tai Mooi Ho, RN, RM - Spain. Review: Lyn Allen, RN - UK Illustrations: Miquel Àngel Velasco Martín, PhD (Cotemporary History), Watercolourist. Barcelona, Catalunya Spain (renal patient). EDTNA/ ERCA Pilatusstrasse Lucerne Switzerland Tel

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