Insulinpumpentherapie

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1 Diabetes Schulung Insulinpumpentherapie Diabetes im schulischen Alltag Wie gehen wir damit um? Was sollte im Schulalltag beachtet werden? Schule

2 Vorwort Liebe Lehrerinnen, Liebe Lehrer Unser Kind hat Diabetes Typ 1 Wir haben von Anfang an sehr viel Wert darauf gelegt, dass er/sie ganz normal aufwächst, dazu gehört auch die Schulzeit. Er / Sie darf alles Essen und trinken Er / Sie kann genauso Sport treiben wie alle anderen Kinder auch. Er / Sie kann ebenso an Ausflügen und Klassenfahrten teilnehmen Die Besonderheiten die im Zusammenhang mit seiner Diabetes auftreten können erfahren Sie in dieser Präsentation Wenn Sie Fragen haben zögern Sie nicht uns anzurufen Vielen Dank schon jetzt, dass Sie unserem Kind eine normale Schulzeit ermöglichen!

3 Welche Formen des Diabetes gibt es? Die Medizin unterscheidet zwei Formen von Diabetes Typ I Typ II Diabetes Formen Wie unterscheiden sich diese beiden Formen? In der Behandlung Beim Typ I wird dauerhaft und lebenslang Insulin benötigt. Beim Typ II kann auch entsprechende Bewegung und Tablettenindikation helfen die Werte im Normbereich zu halten Unser Kind ist vom Typ I betroffen

4 Ursachen Diabetes Was ist Diabetes und woher kommt er? Der Name heißt Diabetes mellitus Diabetes bedeutet Durchfluss mellitus bedeutet: mit Honig versüßt Der Name beschreibt schon was im Körper passiert Diabetes Typ I ist eine Autoimmunkrankheit Das Immunsystem, dass unseren Körper schützt greift hier die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstört diese. Die Ursache hierfür kann in einem Gendefekt oder Vererbung oder... liegen, eine richtige Antwort darauf hat die Medizin nicht

5 Erklärung des Diabetes Unser Körper benötigt Energie Diese Energie wird aus der Nahrung gewonnen, besonders wichtig hierfür sind die Kohlenhydrate, die als langsame Kohlehydrate in Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis etc. enthalten sind und als schnelle Kohlehydrate in Traubenzucker, Obstsäften etc. Kohlenhydrate sind sehr komplexe chemische Verbindungen die auf eine sehr einfache Substanz zurückgehen: Traubenzucker Die Mediziner nennen diesen Traubenzucker auch Glukose Glukose entsteht bei der Verdauung, wenn Kohlehydrate abgebaut werden Mit dem Blut gelangt die Glukose vom Darm aus in jedes einzelne Organ und wird in jeder einzelnen Zelle zur Energiegewinnung benötigt. Die Leber und die Muskeln speichern Glykogen, eine Verbindung von sehr vielen Glukoseeinheiten Benötigt der Körper kurzfristig Energie, wird die Glukose aus Muskeln und Leber wieder freigesetzt.

6 Erklärung des Diabetes Damit die Körperzellen die Glukose verarbeiten können, muss sie aus dem Blut in die Zellen eingeschleust werden Dafür wird ein spezieller Schlüssel als Türöffner benötigt: das Insulin Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon, dass den Blutzuckerhaushalt reguliert Der Diabetes mellitus ist also eine Krankheit bei der dem Körper dieses Hormon Insulin fehlt und somit die Zellen nicht genügend Energie bekommen Die Glukose gelangt nicht in die Zellen sondert lagert sich im Blut ab, deshalb spricht man von einem erhöhten Blutzuckerspiegel Diese Glukose wird dann mit dem Urin ausgeschieden, deshalb spricht man vom Durchfluss.

7 Insulinzufuhr Typ I Diabetiker, so wie unser Kind leiden chronisch unter absolutem Insulinmangel. Unser Kind ist sein Leben lang auf die äußere Zufuhr des Hormons Insulin angewiesen. Unser erhält dieses Insulin durch eine Insulinpumpe, die er am Körper trägt. Durch einen Schlauch und einen Katheter wird das Insulin seinem Körper zugeführt.

8 Insulinzufuhr Mithilfe dieser Pumpe erhält er / sie also kontinuierlich sein Insulin, sein Basalinsulin. Außerdem erhält er / sie sein Bolusinsulin, das ist die Insulinmenge die benötigt wird, damit die Kohlehydrate aus den Mahlzeiten richtig umgewandelt werden können. Damit Diabetiker wissen, welche Menge an Insulin sie ihrem Körper zuführen müssen, versuchen sie sogenannte Normwerte zu erreichen Normwerte sind: Blutzuckerwert von mg/dl Unter 80 mg/dl spricht man von einer Unterzuckerung bei Werten > 250 mg/dl spricht man von einer Überzuckerung

9 Blutzuckermessung Wie werden diese Werte ermittelt? Ein kleiner Piks in den Finger, ein kleiner Tropfen Blut wird auf ein Messplättchen aufgetragen, die Fernbedienung der Pumpe, die auch gleichzeitig das Messgerät darstellt ermittelt in kurzer Zeit den Wert. Jetzt werden noch z.b. vor einer Mahlzeit die Broteinheiten (BE s/ke s), die sich im Essen verstecken anhand von Tabellen oder dem Aufdruck auf der Nahrung, oder nach Erfahrung ermittelt, ebenfalls in die Fernbedienung eingegeben und diese berechnet dann die nötige Insulinmenge.

10 Blutzuckermessung Blutzuckermessen: benötigt wird: Ein Pikser (Stechhilfe), Messgerät und Teststäbchen

11 Besonderheiten / Unterzuckerung Was gibt es für Besonderheiten? Es gibt die Unterzuckerung (Hypoglykämie), also der Körper wird nicht mit genügend Energie versorgt Ursachen einer Unterzuckerung zu hohe Insulindosis zu wenig Nahrung intensive körperliche Anstrengung Wie kommen diese Ursachen zustande? zu hohe Insulindosis Falsche Messung des Blutzuckerwertes (z.b. unsaubere Finger) Falsche Insulinmengenabgabe Hitze (durch bessere Hautdurchblutung erhöhte Insulinwirkung)

12 Besonderheiten / Unterzuckerung zu wenig Nahrung Insulin wurde abgegeben aber es erfolgt keine Nahrungsaufnahme Durchfallerkrankungen intensive körperliche Anstrengung immer den Blutzuckerwert vor dem Sport, aber auch nach dem Sport messen Essen vor dem Sport damit der Blutzuckerwert im Bereich von 150 mg/dl liegt bitte nicht mit Werten < 130 mg/dl Sport treiben. verringerte Insulinabgabe vor körperlicher Anstrengung

13 Besonderheiten / Unterzuckerung Welche Anzeichen sprechen für eine Unterzuckerung? Müdigkeit, Zittern, Kaltschweiß, Konzentrationsschwäche, Blässe um Mund und Nase, Herzklopfen, Heißhunger, Kopfschmerzen, Sprach- und Sehstörungen Bei unseren Kind:

14 Besonderheiten / Unterzuckerung Was muss bei einer Unterzuckerung getan werden? Bei einem niedrigen Zuckerwert, Kind ist aber ansprechbar: Blutzucker < 80 mg/dl > 60mg/dl sofortige Abgabe von 1 schnellen BE (Kohlehydraten) also : Traubenzucker z.b. 1 ganzes Plättchen Obstsaft ca. 100 ml weiterhin Abgabe von 1 langsamen BE Kohlehydraten, da die Schnellen nicht lange anhalten: Brot mit Aufstrich, Müsliriegel, Apfel mit Schale Blutzucker nach ca. 15 min erneut kontrollieren Blutzucker < 60 mg/dl sofortige Abgabe von 2 schnellen BE (Kohlehydraten) Traubenzucker z.b. 2 ganze Plättchen Obstsaft ca. 200 ml weiterhin Abgabe von 2 langsamen BE

15 Besonderheiten / Unterzuckerung Bei Bewusstlosigkeit: NOTARZT rufen Das bewusstlose Kind in die stabile Seitenlage bringen Eltern informieren Mitteilen: Diagnose: Diabetes; Anlass: schwere Unterzuckerung (Hypoglykämie) Das Kind nicht allein lassen. Notfallspritze einsetzen

16 Besonderheiten / Überzuckerung Die Überzuckerung, die Hyperglykämie, das bedeutet, der Körper hat zu viel Kohlehydrate bekommen, oder zu wenig Insulin. Eine Überzuckerung kann auch durch Stresssituationen ausgelöst werden. Ursachen einer Überzuckerung Falsche Berechnung zu viel gegessen mangelnde Bewegung Stress, Kummer, seelische Belastung Krankheit, fieberhafte Infekte, Durchfall, Erbrechen

17 Besonderheiten / Überzuckerung Welche Anzeichen sprechen dafür? Die Anzeichen treten meistens erst ab einem Wert > 300 mg/dl auf Appetitlosigkeit Launisch Durst und häufiges Wasserlassen Müdigkeit Übelkeit und Erbrechen Bauchschmerzen Bewusstlosigkeit Bei länger anhaltender Überzuckerung besteht die Gefahr der Ketoazidose

18 Besonderheiten / Überzuckerung Was versteht man unter der Ketoazidose? Die Ketoazidose = Übersäuerung im Blut durch Abbauprodukte der Fettverbrennung (Ketonkörper) Hierbei sind besondere Maßnahmen zu ergreifen, deshalb sollten bei Werten > 300 mg/dl die Eltern angerufen werden Eine Ketoazidose kann zu Schäden der Nieren führen Welche Gegenmaßnahmen müssen ergriffen werden? Blutzuckerwert messen Insulin über die Insulinpumpe abgeben in kurzen Zeitabständen wieder den BZ-Wert ermitteln viel Trinken z.b. Wasser keine starken körperlichen Aktivitäten, KEIN Sport aber z.b. Spaziergang

19 Praktische Alltag Das waren die wichtigsten theoretischen Grundlagen Wichtig deshalb, damit das Verständnis für die eventuellen Ereignisse vorhanden ist Die wichtigsten Ereignisse wie Unter- bzw. Überzuckerung Jetzt möchten wir in den praktischen Schulalltag einsteigen

20 Schulalltag Unser Kind muss jederzeit die Möglichkeit haben seinen Blutzuckerwert zu messen und eventuell auch essen und/oder trinken können Es ist ratsam, vor Prüfungen den Blutzucker zu messen, da Überbzw. Unterzuckerungen zu Konzentrationsstörungen führen Bitte bitten Sie, das Kind seinen Blutzucker zu messen, wenn Sie die genannten Symptome einer Unter- bzw. Überzuckerung feststellen.

21 In der Pause: Am Anfang jeder Frühstückspause muss er / sie seinen Blutzuckerwert messen. Daraufhin werden die Kohlehydrate (Broteinheiten BE) in die Insulinpumpe eingegeben. Die genauen BE erhält er / sie eingetragen in seiner Brotbox. Die Insulinpumpe ermittelt automatisch dann die richtige Insulinmenge Diese Insulinmenge erhält er / sie dann durch die Pumpe Bitte schauen Sie unserem Kind bei der Eingabe über die Schulter, damit keine falsche Daten in die Pumpe eingegeben werden

22 Schulalltag Beim Sport: Vor dem Sportunterricht muss auf jeden Fall der BZ-Wert gemessen werden. Ist der aktuelle Wert unter 150 mg/dl wird noch eine zusätzliche Sport-BE gegessen und bei Werten über 250 mg/dl wird KEIN Sport gemacht. Nach dem Sportunterricht sollte ebenfalls der BZ-Wert gemessen werden. Es kann vorkommen, das er / sie während der Turnstunde seinen Blutzucker kontrollieren muss. Das Messgerät und auch Traubenzucker müssen mit in die Turnhalle genommen werden

23 Ausflüge: Unser Kind kann an Schulausflügen teilnehmen, wie alle anderen Kinder auch Bei anstrengenden Aktivitäten wie z.b. Wanderungen, lassen Sie das Kind bitte öfters seinen Blutzucker messen. Bei niedrigen Blutzuckerwerten lassen Sie das Kind bitte 1 bis 2 Sport BE essen. (Hierfür muss kein Insulin abgegeben werden.) Es ist ratsam, das Kind an die Blutzuckermessungen, die Mahlzeiten und den Traubenzucker zur Behandlung eine Unterzuckerung zu erinnern. Bitte behalten Sie die Diabetes-Utensilien unseres Kindes im Auge, damit sie nirgends vergessen werden.

24 Schulalltag NOTFALL-BOX Unser Kind wird eine sog. Notfall-Box bei sich unter dem Tisch haben. In dieser Box finden sich schnelle BE s wie Traubenzucker, Saft und langsame BE s wie Kekse und Schokoladen. Bitte überprüfen Sie regelmäßig, ob noch alle Notfall- Kohlenhydrate in ausreichender Menge vorhanden sind. Bitte informieren Sie uns, falls wir etwas auffüllen müssen

25 Fragen Jetzt beantworten wir gerne Ihre Fragen

26 Danke Vielen Dank, dass Sie uns die Chance für diese Präsentation und den Dialog gegeben haben!!!

27 Kontaktdaten

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