Sind Sie eine gute Netzwerkerin?

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1 erfolg Kommunikation PRAXISTEST Sind Sie eine gute Netzwerkerin? Soziale Netzwerke bestimmen unser Leben: Wie gehen Sie mit der riesigen Auswahl um, und was kommt bei Ihren Networking-Aktivitäten tatsächlich heraus? Dieser Test verrät es Ihnen, und eine Netzwerkexpertin gibt Tipps, wie es in Zukunft noch besser laufen könnte. Illustration: Sylvia Wolf, Wiesbaden I Wir sind umgeben von Netzwerken und erleben täglich, welche Kraft sie entfalten können, zum Beispiel für politisches Engagement. Was im privaten Bereich eher leicht fällt soziale Kontakte pflegen und nutzen braucht im beruflichen Umfeld eine Strategie. Mit gezieltem Networking können Sie viel erreichen: für das Unternehmen, für das Sie arbeiten, und für die eigene Karriere. Wie effizient netzwerken Sie bereits? Kreuzen Sie bei jeder Frage an, was am ehesten auf Sie zutrifft, und lesen Sie in der Auswertung nach, was die Antworten über Ihr Netzwerk-Profil verraten. Networking-Expertin und Buchautorin Monika Scheddin gibt zudem Tipps, wie Sie Ihre Netzwerke in Zukunft noch besser nutzen können

2 erfolg 1) Ihr Job macht Ihnen Spaß, Sie sind zufrieden mit dem, was Sie bisher erreicht haben. Wie sieht Ihre weitere Karriereplanung aus? a) Sie lassen die Dinge auf sich zukommen, so wie bisher auch. b) Dieses Jahr werden Sie ein Wochenendseminar oder einen Abendkurs zu einem Thema belegen, das Sie schon immer interessiert hat und Ihnen auch im Job nützt. c) In den nächsten fünf Jahren wollen Sie eine Abteilungsleiterposition erreichen, deshalb haben Sie Weiterbildungsseminare belegt, nehmen am Mentoringprogramm Ihres Unternehmens teil und Ähnliches. d) Sie wünschen sich ein zweites berufliches Standbein. Deshalb beginnen Sie dieses Jahr eine Ausbildung in Teilzeit, ein Fernstudium oder Ähnliches. 2) Sie besuchen einen Fachvortrag und führen im Anschluss ein interessantes Gespräch mit Ihrem männlichen Gegenüber. Er erzählt Ihnen ausgiebig von seinem Job, ist aber bisher nicht auf die Idee gekommen, sich nach Ihrem Beruf zu erkundigen. Wie geht das Gespräch weiter? a) Sie hören ihm weiter aufmerksam zu, schließlich wollen Sie Erfahrungen sammeln. Später werden Sie sich vielleicht mit jemandem unterhalten, der sich für Ihren Job interessiert. b) Sie warten nicht länger auf eine Nachfrage, sondern ergreifen die Initative und sprechen über sich. c) Sie beenden unter einem Vorwand das Gespräch und suchen sich einen anderen Gesprächspartner. 3) Social Networks wie Facebook, Xing und andere gehören heute einfach dazu. Wie gehen Sie mit Ihrem Online-Netzwerk um? a) Sie sind bei keinem Social Network angemeldet. Konaktpflege geht auch prima per . b) Am Wochenende schauen Sie bei Ihrem Social Network vorbei und chatten ein bisschen. c) Sie stellen einmal in der Woche eine neue Statusmeldung ein, senden Geburtstagsglückwünsche per und Ähnliches. Dafür benötigen Sie nicht mehr als fünf Minuten täglich. d) Sie sehen morgens nach, ob Sie neue Kontaktanfragen erhalten haben, und bestätigen diese gleich. Dann sehen Sie nach, was sich in Ihrem Netzwerk tut. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen. 4) Eine Freundin möchte Sie nächste Woche zu einem Rhetorikvortrag ihres Business Clubs mitnehmen. Diesen Club finden Sie sehr interessant. Aber Sie wissen auch, dass eine anstrengende Arbeitswoche vor Ihnen liegt. Was tun Sie? a) Sie sagen schweren Herzens ab. Der Job geht nun mal vor. b) Sie nehmen die Einladung an und versuchen, schon in dieser Woche möglichst viel zu erledigen. c) Sie besuchen nur den Vortrag und fahren dann nach Hause, um für den nächsten Arbeitstag fit zu sein. Auf den Smalltalk im Anschluss können Sie verzichten. 5) Bei Ihrem Arbeitgeber gibt es ein Mentoring-Programm für den Führungskräftenachwuchs. Sie erhalten die Möglichkeit, daran teilzunehmen. Wie entscheiden Sie sich? a) Sie sagen zu. Noch wissen Sie zwar nicht, ob eine Führungsposition für Sie infrage kommt, aber diese Chance lassen Sie sich nicht entgehen. b) Sie lehnen unter einem Vorwand höflich ab. Das ist Ihnen zu zeitaufwendig, schließlich streben Sie keine Führungsposition an. c) Nein, danke, wird Ihre Antwort lauten. Sie wollen sich beruflich neu orientieren. Dieses Programm passt nicht in Ihr Karrierekonzept. 6) Bei einem Netzwerktreffen haben Sie viele interessante Gesprächspartner getroffen und haufenweise Visitenkarten gesammelt. Was tun Sie am nächsten Tag damit? a) Sie verstauen die Visitenkarten in Ihrer Sammelbox. b) Sie tragen alle Kontakte in Ihre Adressdatei ein und versehen sie mit aussagekräftigen Stichpunkten. c) Sie werfen die Visitenkarten, die Sie nur aus Höflichkeit entgegengenommen haben, weg. Die anderen übernehmen Sie in Ihren Adressenpool. Zu jedem Gesprächspartner vermerken Sie Stichpunkte. d) Sie fügen die interessanten Kontakte Ihrer Adressenverwaltung hinzu. Die besten Gesprächspartner kontaktieren Sie im Lauf der nächsten Tage telefonisch, per oder über Ihr Online-Netzwerk. 7) Sie haben für Ihre Abteilung ein Sekretariatshandbuch erstellt. Eine neue Kollegin, die Sie nur flüchtig kennen, ruft Sie an und bittet Sie, ihr das Handbuch zu geben. Wie reagieren Sie? a) Sie antworten auf ihre Frage mit einem klaren Nein. Schließlich haben Sie dieses Handbuch in mühsamer Kleinarbeit erstellt und wollen nicht, dass jetzt andere die Früchte Ihrer Arbeit ernten. b) Um nicht unfreundlich zu erscheinen, erklären Sie sich bereit, ihr das Handbuch mit der Hauspost zu schicken. c) Sie weisen darauf hin, dass Sie beide bisher noch keine Gelegenheit hatten, sich kennenzulernen. Daher schlagen Sie ein gemeinsames Mittagessen in der Kantine vor. Im Anschluss daran händigen Sie ihr das Handbuch aus. 8) Beim Schnupperabend eines Business Clubs haben Sie viele interessante Gespräche geführt. Doch der Berufsverband bietet Ihnen ebenfalls tolle Kontakte. Für welches Netzwerk entscheiden Sie sich? a) Die Topthemen Ihrer Branche müssen Sie kennen. Die Entscheidung fällt zugunsten des Berufsverbandes aus. b) Mal etwas über andere Branchen zu erfahren, ist spannend. Sie wählen den Business Club. c) Sie schnuppern weiter, besuchen gelegentlich beide Netzwerke und entscheiden sich später. d) Warum zwischen zwei guten Optionen eine auswählen? Sie nehmen an den Treffen beider Netzwerke teil. 9) Die Arbeit, die Familie und Freunde meist bleibt Ihnen keine Zeit, regelmäßig Sport zu treiben. Dabei träumen Sie davon, einmal mit Ihrer besten Freundin, die das jedes Jahr macht, einen Halbmarathon zu laufen. Wie gehen Sie die Sache an? a) Sie sprechen mit Ihrer Freundin über deren Trainingsprogramm, um sich zu informieren. b) Sie schließen sich einem Lauftreff an, um Kondition aufzubauen. c) Gar nicht. Sie sind realistisch und wissen, dass Ihnen dafür die Zeit fehlt. 10) Sie sind zum ersten Mal bei einem Business Lunch für Frauen dabei. Die Gespräche mit den anderen Teilnehmerinnen sind anregend und informativ. Nur die Qualität des Essens entspricht nicht ganz dem Preis, der vom Restaurant verlangt wird. Wie bringen Sie das gegenüber der Organisatorin zur Sprache? a) Gar nicht. Bei einem Netzwerktreffen geht es schließlich um das Come Together und nicht ums Essen. b) Beim Abschied bedanken Sie sich bei der Organisatorin für die Einladung, loben die angenehme Atmosphäre und weisen sie dann darauf hin, dass das Essen nicht ganz Ihren Erwartungen entsprochen hat. c) Sie bedanken sich später per und schlagen vor, das nächste Mal ein anderes Restaurant auszuwählen. 43

3 erfolg Kommunikation 11) So ein Pech: Der Elternabend Ihres Kindes ist am gleichen Tag wie der spannende Vortrag im Business Club, auf den Sie schon so lange warten. Was tun Sie? a) Priorität hat Ihr Privatleben. Sie gehen zum Elternabend und kaufen sich das Buch des Redners. b) Sie gehen zum Vortrag. Ihr Partner übernimmt den Besuch des Elternabends. Sollte das nicht möglich sein, entschuldigen Sie sich beim Elternabend, bitten aber darum, dass Ihnen das Protokoll zugeschickt wird. c) Sie gehen zum Elternabend, verabschieden sich aber etwas früher und gesellen sich noch zum Smalltalk im Anschluss an den Vortrag. 12) Endlich sind Sie Mitglied in einem Frauennetzwerk geworden. Gleich beim ersten Treffen werden Sie gefragt, ob Sie ein Ehrenamt übernehmen können. Wie reagieren Sie? a) Sie bedanken sich, lehnen aber ab, da Sie erst die anderen Netzwerkmitglieder kennenlernen wollen, bevor Sie sich stärker engagieren. b) Sie freuen sich und nehmen die Aufgabe gerne an, so können Sie leichter Kontakte knüpfen. c) Sie bedauern, das Ehrenamt nicht antreten zu können, da Sie im privaten Umfeld, zum Beispiel im Sportverein, bereits sehr viele ähnliche Verpflichtungen haben. 13) Eine Freundin erzählt begeistert über ihren neuen Job als Abteilungsleiterin. Wäre das auch eine Position, die Sie interessiert? a) Ja, aber Sie sind nicht festgelegt. Es gibt noch andere interessante Herausforderungen. b) Nein, Ihr persönlicher Traumjob sieht anders aus. Sie haben da ganz konkrete Vorstellungen. c) Es klingt spannend, aber ob eine solche Stelle für Sie infrage käme, haben Sie noch nicht überlegt. Schließlich sind Sie ganz zufrieden mit Ihrem eigenen Job. d) Natürlich, Sie haben auch schon ein entsprechendes Weiterbildungsseminar erfolgreich absolviert. Jetzt werden Sie Ihre Freundin fragen, wie sie ihr Ziel erreicht hat. 14) Ihr Netzwerk veranstaltet eine Podiumsdiskussion. Eine der eingeladenen Teilnehmerinnen wollten Sie schon immer einmal kennenlernen. Sie kennen die Organisatorin der Veranstaltung sehr gut. Was tun Sie? a) Sie bitten die Organisatorin um die Kontaktdaten und setzen sich dann mit der Diskussionsteilnehmerin per in Verbindung. b) Sie gehen nach der Diskussionsrunde zur Organisatorin und lassen sich von ihr vorstellen. c) Sie bitten die Organisatorin im Vorfeld, der Teilnehmerin vorgestellt zu werden, und sagen ihr konkret, mit welchen Worten dies erfolgen soll. 15) Sie wollen sich beruflich neu orientieren. Durch Zufall entdecken Sie bei einem Online-Netzwerk, dass eine Schulfreundin, zu der Sie seit Langem keinen Kontakt mehr haben, bei Ihrem Wunscharbeitgeber beschäftigt ist. Was tun Sie? a) Sofort kontaktieren Sie Ihre ehemalige Schulfreundin und fragen sie direkt, wie eine Bewerbung bei ihrem Arbeitgeber aussehen muss, um Erfolg zu haben. b) Sie nehmen Kontakt zu ihr auf. Nach einigen s bitten Sie sie um Hilfe bei der Jobsuche. c) Für Ihre aktuellen Karrierepläne nützt Ihnen das nichts. Sie mailen die alte Freundin nur an, wenn Sie Interesse an ihrer Person haben. Wie eine Freundschaft, so braucht auch ein Netzwerkkontakt Zeit, um sich zu entwickeln, erklärt Monika Scheddin, Gründerin des WOMAN s Business Club 16) Sie sind im Assistentinnennetzwerk Ihres Unternehmens sehr aktiv. Eine Freundin lädt Sie zu einer Veranstaltung ihres branchenübergreifenden Business Clubs ein. Nehmen Sie die Einladung an? a) Ja, einmal kurz reinschnuppern kann ja nichts schaden. Sie werden ja sehen, ob Ihnen das etwas bringt. b) Sie informieren sich zuerst über diesen Business Club. Wenn Ihnen der Ansatz interessant erscheint, sagen Sie zu und besuchen einige weitere Clubtreffen. c) Sie schlagen die Einladung höflich aus. Sie wollen sich nicht verzetteln. Das Engagement bei einem Netzwerk genügt Ihnen. Auswertungstabelle Vergleichen Sie Ihre angekreuzten Antworten mit der Auswertungstabelle. Zählen Sie die Anzahl der vier Symbole und notieren Sie diese. Jedes Symbol steht für einen Aspekt Ihrer Netzwerkarbeit: Ihre Ziele, Ihren Weg, Ihre Kommunikation und Ihr Netzwerk-Know-how. Lesen Sie zu jedem Aspekt die Auswertung. Wertvolle Ratschläge erhalten Sie bei den Expertentipps. Antwort Frage A B C D o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o 16 = = = o =

4 erfolg Auswertung Ihre Ziele Bis 6 Symbole: Sie fragen sich, warum Sie beim Netzwerken nicht erfolgreicher sind? Das ist kein Wunder, denn Ihnen fehlen konkrete Ziele. Wahrscheinlich haben Sie noch nicht herausgefunden, was Sie im Job erreichen wollen. Solange das nicht der Fall ist, nützen Ihnen die besten Kontakte nichts. 7 bis 9 Symbole: Sie haben eine ungefähre Vorstellung davon, was Sie mit Ihrer Netzwerkarbeit erreichen wollen. Doch noch sind Ihre Ziele nicht klar genug umrissen. Deshalb verpuffen viel Kraft und Energie, die Sie in die Netzwerkarbeit stecken, ohne Effekt. 10 und mehr Symbole: Prima, Sie wissen, was Sie wollen. Dank deutlicher Ziele können Sie Ihre Prioritäten klar setzen. Das ist der erste wichtige Schritt zum erfolgreichen Netzwerken. Expertentipp: Die meisten Frauen haben keine konkreten Ziele, weiß Monika Scheddin, Trainerin, Buchautorin und Gründerin des WOMAN s Business Club. Viele lassen sich im Berufleben treiben und schauen einfach mal, wohin es sie verschlägt. Entsprechend unstrukturiert sind dann auch die beruflichen Kontakte. Ein sehr gutes und ausgedehntes Netzwerk haben die meisten Frauen dagegen im privaten Bereich. Da gibt es die große Freundinnen-Clique, Müttertreffen, das Team des Sportvereins und vieles mehr. Wenn Sie eine Empfehlung für einen Physiotherapeuten benötigen oder etwas über die Qualität einer Schule erfahren möchten, wissen Sie genau, an wenn Sie sich wenden. Ein Ansprechpartner für Karrieretipps fällt Ihnen dagegen nicht auf Anhieb ein. Geht es Ihnen auch so? Das könnte daran liegen, dass Sie bisher noch kein Netz für berufliche Kontakte geknüpft haben oder dieses Netz sehr große Lücken aufweist. Denn was privat bei den meisten Frauen gut funktioniert, wird für die eigene Karriere oft vernächlässigt. Die Voraussetzung für erfolgreiches Netzwerken ist aber, dass Sie sich über Ihre beruflichen Ziele im Klaren sind. Sie sind rundum zufrieden mit dem, was Sie erreicht haben? Das ist schön. Aber seien Sie ehrlich: Bestimmt gibt es etwas, das auch Sie gern noch umsetzen würden. Träumen ist erlaubt: Schließen Sie die Augen, vergessen Sie jedes Wenn und Aber. Schreiben Sie einfach auf, was Sie in Zukunft gerne tun würden. Eine Abteilungsleiterposition in den nächsten fünf Jahren, ein Fernstudium in Betriebswirtschaftslehre, eine zweite Berufsausbildung als Krankengymnastin - je konkreter Sie Ihre Wünsche formulieren, desto besser. Karriere machen ist zu vage. Denn nur mit der genauen Vorstellung, was Sie erreichen wollen, können Sie Ihre Ressourcen sinnvoll einsetzen und optimal netzwerken. Sie haben ein privates Ziel, wollen zum Beispiel einen Halbmarathon laufen? Das ist völlig okay. Bleiben Sie dran, setzen Sie Ihre Pläne um. Es ist das ideale Training für spätere Karriereziele, rät Monika Scheddin. Stehen die Ziele fest, müssen Sie sie mit Jahreszahlen versehen. Was wollen Sie in diesem Jahr, den nächsten vier Jahren und langfristig erreichen? So legen Sie den Weg für Ihre Netzwerkarbeit fest. Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur kurzfristige Aktionspläne entwerfen. Ein einziges Weiterbildungsseminar oder ein Netzwerkbesuch bringt Sie nicht an Ihr Ziel, betont Monika Scheddin. Auch im Internet müssen Sie Ihre Kontakte selektieren, rät Selbstmarketing-Expertin Caroline Krüll Ihr Weg Bis 6 Symbole: Ihr Netzwerk-Mix ist womöglich noch nicht ausgewogen. Legen Sie den Schwerpunkt zu sehr auf den privaten Bereich? Familie und Freunde sind wichtig. Dennoch sollten Sie Ihre beruflichen Ziele fest im Auge behalten und Ihr Netzwerk auch in diesem Bereich ausbauen. Setzen Sie sich feste Termine für die berufliche Kontaktpflege, die Sie auch einhalten können. 7 bis 9 Symbole: Welchen Weg Sie bei der Kontaktpflege einschlagen wollen, ist Ihnen bewusst. Aber im Moment ist Ihr Netzwerk-Mix noch nicht optimal. Fehlt Ihnen vielleicht noch ein branchenübergreifendes Netzwerk, um sich neue Impulse zu holen? Überlegen Sie genau, was Sie weiterbringt. Lehnen Sie nicht vorschnell Optionen, wie beispielsweise ein Mentoringprogramm oder die Einladung zu einem Netzwerktreffen, ab. 10 und mehr Symbole: Die Mitgliedschaft im Berufsverband, der regelmäßige Business Lunch mit Frauen aus anderen Branchen, Ihr Engagement im firmeninternen Arbeitskreis für Assistentinnen Bravo, Sie haben den richtigen Strategie-Mix gefunden. Ihr privates Netzwerk ist Ihnen wichtig, aber Sie kennen auch den Weg zum Netzwerkerfolg im Job. Expertentipp: Noch immer denken viele Frauen, dass der Vorgesetzte ihre Leistung schon wahrnehmen wird und sie deshalb auch ohne die richtigen Kontakte Karriere machen werden. Aber diese Annahme ist falsch. Wer weiterkommen will, braucht ein gutes Netzwerk, betont Trainerin Monika Scheddin. Deshalb müssen Sie nicht nur Zeit und Kraft für Ihren Job aufwenden, sondern ebenso für den Aufbau beruflicher Kontakte. Das ist aufwendig und anstrengend, nicht umsonst spricht man von Netzwerkarbeit, weiß Monika Scheddin. Damit Sie sich nicht verzetteln, sollten Sie sich eine Netzwerkstrategie zulegen, die Sie zu Ihren Zielen führt. Besonders wichtig ist der optimale Netzwerk-Mix. Ich empfehle, 30 Prozent Ihrer Zeit und Energie in ein firmen internes Netzwerk zu investieren, 20 Prozent in ein Branchennetzwerk, wie zum Beispiel einen Berufsverband, und 20 Prozent in ein branchenübergreifendes Netzwerk, zum Beispiel in einen Business Club. Für das private Netzwerk sollten Sie 30 Prozent Ihrer Kapazitäten freihalten, erläutert Monika Scheddin. Viele Frauen neigen dazu, den Schwerpunkt zu sehr auf das private Netzwerk zu legen. Natürlich gibt es Lebensphasen, in denen man beruflich kürzertreten will. Doch auch wenn sich Ihre Prioritäten verschieben, weil Sie beispielsweise ein Kind bekommen und Elternzeit in Anspruch nehmen, sollten Sie Ihre Jobkontakte weiterhin pflegen. Bleiben Sie im Berufsver- Ihre Spezialisten für Fremdsprachen ANZEIGE Zum Weiterlesen Erfolgsstrategie Networking. Business-Kontakte knüpfen, organisieren und pflegen von Monika Scheddin, alitera Verlag, Januar 2009, 3. Auflage, 16,90 Euro Networking mit Xing, Facebook & Co. von Christian Schmid-Egger und Caroline Krüll, Verlag C.H.Beck, 2009, 6,80 Euro Euro-Sprachreisen ESR bietet für Sie maßgeschneiderte Sprachaufenthalte im Ausland für allgemeinsprachliche Zwecke oder als gezieltes Fachsprachentraining für Ihr berufliches Weiterkommen. Der bundesweite Übersetzer- und Dolmetscherdienst ECS bietet Ihnen schnell, kompetent und zuverlässig Unterstützung aus allen Sprachen in alle Sprachen und für alle Fachgebiete. Telefon Fax Hauptstraße Stockstadt Euro-Sprachreisen Euro-Communication-Service 45

5 erfolg Networking band, gehen Sie regelmäßig zu Netzwerktreffen. Planen Sie diese Zeitfenster bewusst ein. Dann gelingt Ihnen später der Wiedereinstieg umso leichter. Schließlich wollen Sie sich nicht völlig aus dem Berufsleben zurückziehen. Kontakte, die Sie jetzt aufbauen, können Ihnen am Ende der Elternzeit nützen. Ganz wichtig für Ihre Netzwerkstrategie ist auch der Blick über den eigenen Tellerrand. Denn Sie sollten nicht nur die Topthemen und Entwicklungen der eigenen Branche kennen. In einem branchenübergreifenden Netzwerk erhalten Sie neue Impulse. Sie lernen, Ihre beruflichen Herausforderungen aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mich das Problemlösungen oft viel näher bringt, erzählt Monika Scheddin. Die Möglichkeiten der Inspiration sind vielfältig: Das können zum Beispiel originelle Brainstorm- Techniken oder neue Ansätze für Projekarbeiten sein. Ihre Kommunikation Bis 6 Symbole: Die Basics der erfolgreichen Kommunikation beherrschen Sie. Aber noch können Sie Ihr Netzwerkpotenzial nicht ganz aussschöpfen. Sind Sie vielleicht zu zurückhaltend? Schön, dass Sie gut zuhören können. Um einen echten Netzwerkeffekt zu erreichen, sollten Sie sich jedoch stärker an Gesprächen beteiligen. Lassen Sie sich auch durch hohe Anforderungen nicht in die Defensive drängen. Sagen Sie charmant Nein, wenn es erforderlich ist. 7 bis 9 Symbole: Wie man ins Gespräch kommt, wissen Sie. Interessante Menschen kennenlernen, sich über Berufliches austauschen, das gefällt Ihnen. Achten Sie aber darauf, dass Sie bei einem Come Together keine Kritik üben. Bleiben Sie stets positiv und heben Sie die Gemeinsamkeiten, nicht das Trennende, hervor. 10 und mehr Symbole: Wow, Sie beherrschen den erfolgreichen Smalltalk aus dem Effeff. Sie treffen den richtigen Ton, wenn es um die Kontaktaufnahme geht, und können sich gekonnt selbst präsentieren. Expertentipp: Erfolgreiches Netzwerken setzt eine gekonnte Kommunikation voraus. Leider tappen viele Frauen immer noch in Kommunikationsfallen. Männer reden von sich und ihrem Job, Frauen dagegen warten zumeist vergeblich darauf, dass sie nach ihrer Arbeit gefragt werden, weiß Netzwerkexpertin Monnika Scheddin. Ihr Rat: Zuhören ist gut, aber dann müssen Sie selbst aktiv werden. Verharren Sie nicht länger in der Warteschleife, erzählen Sie einfach von sich. Nur so kommt es zum echten Erfahrungsaustausch. Beim Netzwerken müssen Sie die Initiative ergreifen. Wenn Sie gerne eine Vortragsrednerin kennenlernen wollen, die bei Ihrem nächsten Netzwerk-Event spricht, sollten Sie dies nicht dem Zufall überlassen. Bitten Sie eine Bekannte, die die Veranstaltung organisiert, um eine persönliche Vorstellung. Sie werden überrascht sein, wie viel erfolgreicher Ihre Netzwerkarbeit mit der richtigen Kommunikationsstrategie ist. Während viele Frauen in manchen Situationen zu zurückhaltend sind, neigen sie in einem anderen Umfeld zur Kritik, wo diese nicht angebracht ist. Meiner Erfahrung nach heben Frauen sehr oft auf das Trennende ab. Sie erwähnen nur kurz die vielen positiven Dinge und weisen dann ausführlich auf eigentlich unwichtige negative Aspekte hin, erklärt Monika Scheddin. Ein Beispiel: Sie waren bei einem Business Lunch und haben dort interessante Menschen kennengelernt. Aber das Essen war nicht so besonders. Erwähnen Sie dieses belanglose Detail keinesfalls gegenüber der Gastgeberin. Sonst bleiben Sie nur mit dieser Kritik in Erinnerung und werden das nächste Mal nicht mehr eingeladen. Doch es lässt sich nicht immer vermeiden, etwas Negatives zu sagen. Aber auch ein Nein lässt sich charmant verpacken, weiß Monika Scheddin. Jemand möchte Ihr Sekretariatshandbuch, das Sie in mühsamer Arbeit zusammengestellt haben, mal eben kopieren? Stellen Sie Im Forum unter warten viele Kolleginnen und Kollegen auf den Austausch mit Ihnen. Schauen Sie vorbei! klar, dass das mit Ihnen nicht zu machen ist. Das können Sie vermitteln, ohne den anderen vor den Kopf zu stoßen. Vielleicht fehlt einer neuen Kollegin noch das Gespür für die richtige Netzwerkkommunikation. Helfen Sie ihr, indem Sie eine Lösung anbieten. So können Sie beispielsweise bei einem gemeinsamen Mittagessen darauf hinweisen, dass Sie Ihre Arbeit nur weitergeben, wenn deutlich gekennzeichnet bleibt, dass es sich um Ihr Werk handelt. Gleichzeitig lernen Sie die Kollegin besser kennen. Es entsteht ein neuer Netzwerkkontakt. o Ihr Netzwerk Know-how Bis 6 o Symbole: Ups, Sie haben noch Nachholbedarf. Geben und Nehmen müssen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Ohne eigenes Engagement und echtes Interesse an den Personen und Themen bringt Ihnen das Netzwerken nichts. Vergessen Sie den Spaß an der Sache nicht und suchen Sie sich ein Netzwerk, auf das Sie Lust haben. 7 bis 9 o Symbole: Sie beherrschen die Kunst der Kontaktpflege. Vielleicht ist Ihre Netzwerkarbeit aber noch nicht ganz ausgewogen. Chatten Sie gerne in Ihrem sozialen Netzwerk, nehmen aber nicht an Fachdiskussionen teil? Führen Sie bei Netzwerktreffen interessante Gespräche, melden sich später aber nie wieder bei diesen Personen? Schade, da ist mehr für Sie drin. Bleiben Sie am Ball. 10 und mehr o Symbole: Ihr Netzwerk-Know-how ist beeindruckend. Sie wissen nicht nur, wie es geht, Sie zeigen auch den erforderlichen Einsatz. Wenn Sie dieses hohe Niveau halten können, wird Ihre Netzwerkarbeit weiter erfolgreich sein. Expertentipp: Überall mal reinschnuppern, das bringt Sie auf Dauer nicht weiter. Wählen Sie die Netzwerke, in denen Sie tätig werden wollen, gezielt aus. Entscheiden Sie sich nach zwei oder drei Besuchen für oder gegen ein Netzwerk. Danach brauchen Sie einen langen Atem. Nur wenn Sie regelmäßig an den Treffen teilnehmen und sich engagieren, netzwerken Sie effektiv. Denn im Netzwerk gilt: Dabei sein ist gut, mitmachen ist besser. Ein Ehrenamt, zum Beispiel als Organisatorin von Veranstaltungen, gibt Ihnen die Möglichkeit, schnell mit vielen anderen Netzwerkmitgliedern in Kontakt zu treten. Denn das ist Ihr eigentliches Ziel: neue Kontakte zu finden und diese zu vertiefen. Wer nur zu einem Vortrag vorbeischaut und den Smalltalk im Anschluss sausen lässt, verpasst das Wesentliche. Es ist das Come Together, auf das es ankommt. Tauschen Sie Visitenkarten aus, ermuntern Sie Ihre Gesprächspartner, Sie anzurufen oder über beziehungsweise ein Online-Netzwerk in Kontakt zu bleiben. Ideal ist es, wenn Sie Ihre Hilfe anbieten können. So signalisieren Sie Ihr Interesse, den Kontakt zu intensivieren. Machen Sie aber nicht den Fehler, Ihre Netzwerkkontakte zu früh für persönliche Zwecke nutzen zu wollen. Wer selbst ein Buch schreiben möchte und eine Erfolgsautorin, für die er eine Lesung organisiert hat, mal eben schnell nach den besten Schreibtipps befragt, muss sich über eine Abfuhr nicht wundern. Wie eine Freundschaft, so braucht auch ein Netzwerkkontakt Zeit, um sich zu entwickeln. Meine persönliche Faustregel: Erst nach sieben positiven Kontakten und zwei Jahren können Sie die ersten Früchte Ihrer Netzwerkarbeit ernten, meint Monika Scheddin. Bedenken Sie immer: Der Kontakt muss sich für beiden Seiten lohnen. Im Zeitalter der sozialen Internetnetzwerke ist es üblich, Freundschaften über das Internet zu pflegen. Schützen Sie sich aber vor der Beliebigkeitsfalle. Fragen Sie sich zunächst, welches Social Network für Sie das richtige ist und was Sie dort erreichen wollen, empfiehlt Caroline Krüll, Trainerin, Selbstmarketing-Expertin und Buchautorin. Was bei Online-Plattformen unter dem Begriff friend firmiert, ist, wenn der persönliche Kontakt fehlt, bestenfalls ein Bekannter. Bleiben Sie kritisch, achten Sie auf die Qualität Ihrer Kontakte. Auch im Internet müssen Sie Ihre Kontakte selektieren, weiß Caroline Krüll. Stundenlanges Surfen und Posten in einem sozialen Netzwerk kann zwar Spaß machen, hat aber mit nachhaltiger Netzwerkarbeit nur wenig zu tun. Setzen Sie sich selbst ein Zeitlimit und beteiligen Sie sich in dieser Zeit aktiv, rät Caroline Krüll. n Alexandra Gebel, Journalistin

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