Begriffsverwirrung ESBL KPC VRE MDR NDM XDR PDR

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2 Begriffsverwirrung VRE ESBL KPC XDR MDR PDR NDM

3 Multiresistenz Bisher definiert nach genotypische Resistenzmechanismen, z.b. Extended-spectrum β-lactamasen (ESBL) Klebsiella pneum. Carbapenemasen (KPC) New Dehli Metallo-β-lactamase (NDM) phänotypische Beschreibungen, z.b. multidrug-resistant (MDR) entensively drug-resistant (XDR) pandrug-resistant (PDR)

4 Unübersichtliche Definition Multiresistenz Bisherige Nomenklatur nicht abschließend weitere Resistenzmechanismen möglich Uneinheitliche Gliederung nach jeweiligem Enzym (KPC) vs. nach Gruppen Allg. Def. MDR/XDR/PDR wenig alltagstauglich

5 Neue Definition Multiresistenz KRINKO Okt Klinische Relevanz im Mittelpunkt: 4 Antibiotikagruppen mit Leitsubstanz, die in der Therapie der gramnegativen Stäbchen üblicherweise eingesetzt werden 3 Erregergruppen: Enterobakterien, Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter baumanii

6 Klassifizierung MRGN KRINKO Okt Klinische Relevanz im Mittelpunkt: 4 Antibiotikagruppen mit Leitsubstanz, die in der Therapie der gramnegativen Stäbchen üblicherweise eingesetzt werden R = Resistent, S = Sensibel

7 MRGN 3MRGN Multiresistente gramnegative Stäbchen mit Resistenz gegen 3 der 4 Antibiotikagruppen 4MRGN Multiresistente gramnegative Stäbchen mit Resistenz gegen 4 der 4 Antibiotikagruppen

8 MRGN Aufgrund der Vielfältigkeit der möglichen zugrunde liegenden Resistenzgene und enzyme wird auf eine genetische Klassifizierung zugunsten rein phänotypischer Aspekte verzichtet. Klinisch relevant ist der Verlust von mehr als 2 der genannten 4 Antibiotikagruppen für die Therapie.

9 MRGN Einteilung bezieht sich ausschließlich auf das Resistenzverhalten der Bakterien ohne Berücksichtigung der Virulenz-Eigenschaften des jeweiligen Erregers. Wird ein Pathogen als besonders virulent eingestuft, so können sich hieraus zusätzliche Schutzmaßnahmen ergeben. Das diagnostische Labor soll dem Einsender auf dem Befund die Klassifizierung als 3MRGN oder 4MRGN mitteilen.

10 MRGN 3MRGN E. coli und Klebsiellen werden oft auf Reisen bestimmter Länder erworben (z.b. via Lebensmittel). Verbreitung multiresistenter E. coli / Enterobakter erfolgt in hohen Maßen außerhalb von Heimen und medizinischen Einrichtungen. Ausbreitung multiresistenter P. aeruginosa wurde in Krankenhäusern beschrieben, hoher Selektionsdruck.

11 Carbapenem-resistente Bakterien Zunehmende Ausbreitung Carbapenem-resistenter gramnegativer Erreger (derzeit v.a. Sachsen, Berlin) Im Rahmen der Globalisierung Verbreitung über internationale Handels- und Reiserouten In den nächsten Jahren ist mit der Zulassung neuer Antibiotika gegen gramnegative Erreger nicht zu rechnen

12 Maßnahmen Krankenhaus Die KRINKO hat Daten aus der Epidemiologie und der klinischen Relevanz tabellarisch zusammengestellt. Rationale Ableitung für die Durchführung krankenhaushygienischer Maßnahmen:

13 MRGN Die KRINKO hat auf Basis der Daten aus der Epidemiologie und der klinischen Relevanz eine Tabelle der rationalen für die Durchführung krankhaushygienischer Maßnahmen zusammengestellt.

14 Die KRINKO hat auf Basis der Daten aus der Epidemiologie und der klinischen Relevanz eine Tabelle der rationalen für die Durchführung krankhaushygienischer Maßnahmen zusammengestellt.

15 Risikobereiche Intensivstationen Neonatologie hämatologisch-onkologische Stationen ggf. auf Basis des Patientengutes und baulich-struktureller Gegebenheiten auch weitere Bereiche

16 Screening Patienten mit Risiko für 4MRGN screenen: Kürzlicher Kontakt zum Gesundheitssystem in Ländern mit endemischem Auftreten Kontaktpatienten im Krankenhaus (gleiches Zimmer) Bis zum Ergebnis vorsorglich isolieren Patienten mit Risiko für 3MRGN i.d.r. kein Screening da nicht effektiv (Screening aus anderen Gründen, z.b. Antibiotikatherapie in Risikobereichen bleibt unberührt)

17 Screening E. coli und Klebsiella: rektal, ggf. Wunde und Urin Pseudomonas aeruginosa: rektal und Rachen Acinetobacter baumanii Mund-Rachern-Raum und Haut

18 Screening E. coli und Klebsiella: rektal, ggf. Wunde und Urin Pseudomonas aeruginosa: rektal und Rachen Acinetobacter baumanii Mund-Rachern-Raum und Haut

19 Screening E. coli und Klebsiella: rektal, ggf. Wunde und Urin Pseudomonas aeruginosa: rektal und Rachen Acinetobacter baumanii Mund-Rachern-Raum und Haut

20 Screening E. coli und Klebsiella: rektal, ggf. Wunde und Urin Pseudomonas aeruginosa: rektal und Rachen Acinetobacter baumanii Mund-Rachern-Raum und Haut

21 Sanierung Sanierungsmaßnahmen für MRGN sind derzeit nicht evaluiert und können daher nicht als Bestandteil von Kontrollprogrammen für MRGN empfohlen werden.

22 Informationsweitergabe Innerhalb des Krankenhauses bei Verlegungen und in diagnostischen und therapeutischen Abteilungen Bei Verlegungen in andere Krankenhäuser, nachsorgende Einrichtungen oder Heime

23 Adressat der Richtlinie RKI-Empfehlung richtet sich primär an Krankenhäuser Auch in anderen medizinischen Einrichtungen, in denen invasive Therapien (z.b. Beatmungen in der neurologischen Reha) durchgeführt werden, hilfreich

24 Alten- und Pflegeheime Andere Einrichtungen des Lebensbereichs der Patienten (Alten- und Pflegeheime) werden in der RKI-Empfehlung nicht berücksichtigt. Eigene individuelle Risikoabwägung entsprechend RKI-Empfehlung Infektionsprävention in Heimen. Maßnahmen in Heimen sollen nicht über die Maßnahmen, die für MRSA-positive Bewohner gelten, hinausgehen.

25 Vielen Dank!

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