Telegrafenleitungen. In den 30er- und 40er Jahren wurden dann verschiedene Versuche im Mittelwellen- und Kurzwellenbereich durchgeführt.

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1 Die ersten Versuche bei der Reichsbahn er Diese Zeitreise durch die Welt der mobilen Kommunikation beginnt im Jahre 1918, als die Deutsche Reichbahn im Raum Berlin Versuche mit Funktelefongesprächen aus fahrenden Zügen unternahm. Im Jahre 1926 wurde auf der Strecke Berlin Hamburg den Fahrgästen der 1. Klasse ein Funktelefondienst angeboten. Die Antennen bestanden aus auf den Wagendächern längs gespannten Drähten, als ortsfeste Sende- und Empfangsantennen dienten entlang der Strecken verlaufende Telegrafenleitungen. In den 30er- und 40er Jahren wurden dann verschiedene Versuche im Mittelwellen- und Kurzwellenbereich durchgeführt Die ersten Netze 50er Das weltweit erste Mobilfunknetz gab es in den USA im Jahre Nach der Entwicklung der UKW-Technik in Deutschland nach dem Krieg wurden dann Anfang der 50er Jahre in verschiedenen Regionen Deutschlands lokale Netze aufgebaut. Diesen folgte schließlich 1958 das A-Netz, welches von etwa Teilnehmern genutzt und bis 1977 betrieben wurde. Gespräche wurden handvermittelt, ein direktes Anwählen des Gesprächpartners war ebenso unmöglich wie Gespräche ins Ausland. Ein weiterer Nachteil: Bewegte man sich aus einem Funkbereich heraus, wurde das Gespräch abgebrochen Die Sendeanlage im Kofferraum Der Vorläufer des Handys wurde 1967 von Martin Cooper entwickelt, und zwar bei Motorola und nicht etwa beim heutigen Marktführer Nokia. Bis zu dieser Entwicklung hatte die Polizei in Chicago fest in den Einsatzwagen installierte Funkanlagen benutzt. Um Meldung bei der Zentrale zu machen, mussten die Beamten jedes Mal zum Auto gehen. Cooper konstruierte deshalb ein Gerät, mit dem sie auch außerhalb des Fahrzeugs Kontakt zur Zentrale aufnehmen konnten. Sie trugen einen Empfänger mit Mikrophon an der Schulter, die eigentliche Sendeanlage befand sich im Auto. Ein Autotelefon aus den 50 Jahren

2 Mehr Komfort: Das B-Netz 1994 Im B-Netz, welches 1972 wurde in Betrieb genommen wurde, konnten Teilnehmer direkt angewählt werden, wenn man wusste, in welchem Vorwahlbereich sie sich gerade aufhielten. Beim Verlassen dieses Bereichs wurde jedoch auch hier das Gespräch abgebrochen. Auch die ersten Auslandsgespräche waren möglich und zwar nach Österreich, Holland und Luxemburg. Das B-Netz stellte seinen Betrieb 1994 ein. Bis zu Teilnehmer hatten es g enutzt. Mit einem heutigen Handy hatte die Technik der A- und B-Netze wenig zu tun: Es handelte sich um Autotelefone, deren Funkanlage den halben Kofferraum benötigte. Zudem war es ein teurer Spaß: Ein Gerät kostete um die DM, die monatliche Grundgebühr lag zwischen 120 und 270 DM. Trotz dieses hohen Preises waren übrigens nur reine Sprachtelefonie möglich. Technik, die begeistert: A-Netz (1958) B-Netz (1972) C-Netz (1986) D-Netz (1991) 1973 Das erste tragbare Handy Inspiriert vom Erfolg des Handyvorläufers wollte Motorola beweisen, dass die Konstruktion komplett tragbarer Geräte möglich war. Noch bevor die Konkurrenz reagieren konnte, entwickelten Cooper und seine Kollegen 1973 in nur sechs Wochen das weltweit erste tragbare Handy. Es war knapp 23 cm lang, fast 13 cm breit und wog 1,2 kg. Die Sprechzeit betrug gerade 35 Minuten, die Akkuladezeit 10 Stunden. Heute wiegen Handys weniger als ein Zehntel bei Sprechzeiten von über 5 Stunden Bis schließlich 1983 der kommerzielle Betrieb des ersten Netzes für richtige Handys in den USA aufgenommen wurde, verstrichen weitere 10 Jahre Unter einer einzigen Nummer erreichbar: Das C-Netz Mit Start des C-Netzes in Deutschland 1985 waren Mobilfunk-Nutzer dank SIM- Karte erstmals bundesweit unter einer einheitlichen Vorwahl (0161) erreichbar. Das Netz wurde durch eine Vielzahl an Sendestationen in mehrere Funkzellen aufgeteilt, zwischen denen die Gespräche weitergeleitet werden konnten. Somit kam es nicht mehr Gesprächsabbrüchen, wenn der Gesprächspartner sich nicht aus einem Funkbereich in den nächsten bewegte. Zudem wurde die Sendeleistung verbessert und die Empfangsgeräte drastisch verkleinert. Bald kamen in Deutschland mobile Telefone auf den Markt, die heutigen Handys sehr ähnlich sahen. Neu im C-Netz war auch die Möglichkeit der Datenübertragung wie z.b. das Versenden und Empfangen von Faxen. Die Übertragungsrate lag allerdings nur bei 2,4 kbit/s. Noch nicht möglich waren Services

3 wie Rufnummernanzeige, Anklopfen oder Konferenzschaltungen. Da es im Ausland kein Netz mit dem gleichen Standard gab, waren Auslandsgespräche aus dem C-Netz nicht mehr möglich. Ende 2000 wurde das C-Netz abgeschaltet, über Kunden hatten es genutzt. Beigetragen zur Verbreitung hatte sicherlich die Senkung der Grundgebühr von anfangs 120 DM auf 19 DM Der Fall des Monopols: D- und E-Netze A-, B- und C-Netz gehörten ebenso wie das Festnetz der Deutschen Bundespost und später der aus der Post ausgegliederten und privatisierten Deutschen Telekom fiel der Startschuss für den Wettbewerb. Fast zeitgleich gingen Mannesmann (jetzt Vodafone) und die Deutsche Telekom mit den D-Netzen an den Start. Diese basierten erstmals auf digitaler Funktechnik und nutzten den neu entwickelten Standard GSM (Global Standard for Mobile Communication). Ursprünglich war eine Kapazität von 4 Mio. Teilnehmern pro Netz geplant, inzwischen zählen die sie zusammen über 42 Mio. Teilnehmer. Das Motorola International 3200, genannt der Knochen, war eines der ersten GSM-Telefone ging e-plus mit dem ersten E-Netz an den Start, 1998 folgte Viag Interkom (inzwischen O2) mit dem E2-Netz und 2001 schließlich Quam, welches ebenfalls auf den E-Netz-Standard zurück greift. Wie die D-Netze nutzen auch die E-Netze den GSM- Standard, jedoch mit höheren Frequenzen, was die Sprachqualität verbessert, aber auch ein dichteres oder stärkeres Netz erfordert. Beide Netze versorgen derzeit über 10,7 Mio. Kunden. Das GH337 von Ericsson war im Herbst 1994 das kleinste und leichteste Handy. Der GSM-Standard wurde übrigens in rund 110 Ländern weltweit eingeführt. Dadurch ist das mobile Telefonieren fast rund um den Globus möglich. Das Handy als Spielzeug und Organizer Schon lange dienen Handys nicht mehr nur zum Telefonieren. Inzwischen bieten sie weit mehr: Fast alle Modelle verfügen über Spiele, bei vielen kann man sogar neue Spiele auf dem Internet downloaden. Auch Geräte mit integrierten Radios sind erhältlich. Der Nokia Communicator das mobile Büro Viele Geräte verfügen zudem über Taschenrechner, Notizblock- oder gar Kalenderfunktionen und werden damit immer mehr zum Organizer.

4 53 Handys für jeden Geschmack Piep-Piep: Der Siegeszug der Kurzmitteilung Die Kapazitäten der D- und E-Netze gestatteten einen Ausbau mobiler Kommunikation: Das Senden und Empfangen von Short Messages war nun möglich und entwickelte sich vom anfänglich kostenlosen Extra zum wahren Renner und für manch einen Schüler gar zur Schuldenfalle. Während anfangs nur Texte verschickt werden konnten, ergänzte Nokia das Funktionsspektrum von Handys um die Möglichkeit, (je nach Gerät) Bilder, Klingeltöne, Visitenkarten und Notizen zu senden; andere Hersteller zogen rasch nach Infotainment: Daten werden mobil Wie über herkömmliche Telefonleitungen können auch die Handynetze als Zugang zum Internet genutzt werden was nicht gerade billig ist. Die Geschwindigkeit erreicht zwar kein DSL-Niveau, durch GPRS (paketorientierte Datenübertragung) und HSCSD (Kanalbündelung) konnte die Übertragungsrate jedoch von 9,6 kbit/s auf über 100 kbit/s erhöht werden. Zum Vergleich: Ein Modem bietet 56, ISDN 128 und DSL 768 kbit/s. Schnelle Datenübertragung mit dem Nokia 6310 Mit der Entwicklung des WAP (Wireless Application Protocol) gab es einen ersten Vorgeschmack auf das mobile Internet per Handy. Durchgesetzt hat WAP sich nicht. Zwar bietet etwa die Bahn ihre Fahrpläne, die Tagesschau ihre Nachrichten und Aldi seine Sonderangebote auch im WAP, sehr umfassend ist die Auswahl an WAP-Portalen jedoch nicht.

5 UMTS und i-mode: Die ganze Welt im Taschenformat? Mit UMTS (vgl. Maulwurf 1/2002) soll das recht dünne Schwarz-Weiß-Angebot des WAP mit einem bunten Highspeed-Internet (bis zu kbit/s) übertroffen werden. Spätestens seit der Rekordsumme von rund 50 Mrd. Euro, die die Mobilfunkanbieter für UMTS-Lizenzen hinblätterten, ist diese Technik in aller Munde. Das größte Wachstumspotenzial wird so die Branche - in der Möglichkeit stecken, mobil auf Daten zugreifen und diese online bearbeiten zu können. Geschäftsleute könnten bei entsprechender Netzabdeckung unabhängig von ihrem Aufenthaltsort auf die neuesten Daten ihres Unternehmens zurückgreifen und diese selbst aktualisieren. Techniker können von jedem Ort aus Anlagensteuerungsbefehle aufgeben. Mitarbeiter im Außendienst können Kunden stets die aktuellsten Angebote vorstellen. Ein ausgefüllter Kundenvertrag wird sofort an das Unternehmen geschickt, Bestellungen werden an Ort und Stelle aufgegeben, unabhängig davon, ob der Kunde selbst einen Internetanschluss besitzt. Auch Privatkunden könnten mit Unterhaltungsangeboten, Servicediensten (etwa Fahrplanauskünfte, Routenplaner, Lexika, Wörterbücher, Veranstaltungshinweise oder Hotelverzeichnisse) und Mail-Funktion auf ihre Kosten kommen. Die Entwicklung neuer Kommunikationsformen hängt stark von der möglichen Datenübertragungsrate ab, das hat die Vergangenheit des Mobilfunks wiederholt gezeigt. Mobiles Internet in Farbe: e-plus mit imode und dem NEC n21i Ob UMTS das richtige Mittel dazu ist und ob sich die extrem hohen Investitionen der Netzbetreiber rechnen, muss sich zeigen nicht ohne Grund setzt e-plus parallel zu UMTS auch auf den in Japan bereits sehr verbreiteten Internet-Standard i-mode, der auch mit dem herkömmlichen Netz ein buntes Angebot aufs Farbdisplay bringt. WebFund ❶ Quelle leider unbekannt ❷ ❹ 49 63

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