CITIES AGAINST RACISM RESPONSIBILITIES OF CITIES IN COUNTERACTING RACISM SUSTAINABILITY. Evaluation der Plakatkampagne der Stadt Graz gegen Rassismus

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1 CITIES AGAINST RACISM RESPONSIBILITIES OF CITIES IN COUNTERACTING RACISM SUSTAINABILITY Evaluation der Plakatkampagne der Stadt Graz gegen Rassismus Durchgeführt durch das ETC Graz März 2013

2 - 2 - Inhalt 1. Executive Summary Allgemeines Wahrnehmung der Kampagne in der Öffentlichkeit Bewertung der Kampagne... 6 Bewertung nach Alter... 6 Bewertung nach Ausbildung... 7 Bewertung nach Geschlecht Gültigkeit der Ergebnisse Executive Summary Im Rahmen des Projektes CITIES AGAINST RACISM RESPONSIBILITIES OF CITIES IN COUNTERACTING RACISM SUSTAINABILITY wurde eine PassantInnenbefragung durchgeführt, um die Wirksamkeit der Kampagne der Stadt Graz zu evaluieren. Die Ergebnisse, die nachfolgend vorgestellt werden, sind aufgrund der verzerrten Stichprobe nicht repräsentativ für die Grazer Bevölkerung. Für jene 290 Personen, die an der Befragung im Februar 2013 teilgenommen haben, können folgende Aussagen getroffen werden: 60,3% der befragten Personen geben an, die Bilder gesehen haben, 26,2%, sie nicht gesehen zu haben und 13,4% können dies nicht genau sagen. Die meisten Personen wurden durch die in der Stadt verteilten Dreiecksständer auf die Kampagne aufmerksam (82 Nennungen). Auch die Schaltung der Kampagne über die Infoscreens der öffentlichen Verkehrsmittel in Graz (68 Nennungen) und am Jakominiplatz (54 Nennungen) hat vergleichsweise viele der befragten Personen erreicht. Die befragten Personen können sich ad hoc kaum an Inhalte der Kampagne erinnern. Folgende Themen wurden genannt: Kopftuch (28 Nennungen), Hautfarbe/Rassismus (23 Nennungen), Religion/Glaube (23 Nennungen), Wohnung (16 Nennungen), AusländerInnen (3 Nennungen). 23,4% der Befragten halten die Kampagne für sehr, 41% für eher wichtig; 66,5% geben an, durch die Kampagne (eher) zum Nachdenken angeregt worden zu sein.

3 Allgemeines Die Erhebung wurde im Februar 2013 durchgeführt. Es wurden insgesamt 290 Personen befragt, davon waren 123 (42,6 %) weiblich und 166 (57,4 %) männlich (N=290). Die älteste befragte Person war zum Zeitpunkt der Erhebung 79 Jahre, die jüngste Person 17 Jahre alt. Das durchschnittliche Alter aller Personen ist 31 Jahre. Die Interviews wurden an fünf verschiedenen, recht stark frequentierten Orten innerhalb der Stadt Graz durchgeführt. Eine genaue Darstellung der Verteilung der Interviews auf die fünf Orte zeigt Abbildung ,8% % 5,9% 24,9% 1,4% Abbildung 1: Befragungsorte Alle Interviews wurden zwischen Montag und Donnerstag durchgeführt (bei einem Interview wurde kein Tag angegeben), davon etwa zwei Drittel (70 %) zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr und ein Drittel (30 %) zwischen 14:01 Uhr und 18:00 Uhr. Abbildung 2 zeigt die höchste abgeschlossene Ausbildung der befragten Personen. Rund ein Drittel (35%) der Befragten hat die Matura als höchste abgeschlossene Ausbildung angegeben. Studium und Lehre haben jeweils 19,5 % bzw. 19,2 % erfolgreich absolviert. Die berufsbildende mittlere Schule wurde von 38 Personen (14,3 %) und die Pflichtschule von 32 Personen (12 %) abgeschlossen.

4 % 25 19,5% 14,3% 19,2% 12% 0 Studium Matura BMS Lehre Pflichtschule Abbildung 2: Höchste abgeschlossene Ausbildung 3. Wahrnehmung der Kampagne in der Öffentlichkeit Im Zuge der Untersuchung wurde erhoben, wodurch die Befragten auf die Kampagne aufmerksam wurden. Von insgesamt 290 befragten Personen gaben 173 Personen (59,7 %) an, die Kampagne zu kennen. Die meisten Personen wurden durch die auf die Stadt verteilten Plakate (Dreiecksständer) auf die Kampagne aufmerksam (82 Nennungen). Auch die Schaltung der Kampagne auf den Infoscreens in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Holding Graz und am Jakominiplatz hat ein vergleichsweise breites Publikum erreicht (Infoscreens in Verkehrsmitteln: 68 Nennungen, Screen am Jakominiplatz: 54 Nennungen). Jeweils etwa 20 Personen haben angegeben durch Flyer bzw. Zeitungen auf die Kampagne aufmerksam geworden zu sein (Flyer: 19 Nennungen, Zeitungen: 21 Nennungen). Sonstige Quellen wurden von 5 Personen genannt, wie beispielsweise Freunde, LehrerIn (2x) oder Mitschülerin (vgl. Abb.3).

5 - 5 - Zeitungen Plakate Leinwand/Screen am Jakominiplatz Infoscreen GVB Flyer Sonstige Nennungen Abbildung 3: Wie sind die PassantInnen auf die Kampagne aufmerksam geworden? Es wurde auch danach gefragt ob sich die PassantInnen an bestimmte Bilder, die Teil der Kampagne waren erinnern konnten, also ob sie die Bilder in Graz schon einmal gesehen hätten. Etwa 60,3 % (175 Personen) haben angegeben die Bilder bereits gesehen zu haben, 26,2 % (76 Personen) sie nicht gesehen zu haben und 13,4 % (39 Personen) konnten dies nicht genau sagen. Des Weiteren wurde erhoben, an welche Inhalte der Kampagne sich die befragten Personen erinnern konnten. Von 173 Personen die angegeben haben die Kampagne zu kennen, haben 101 Personen angegeben sich an Inhalte erinnern zu können. Bei der Frage nach den Inhalten wurden folgende Themenbereiche genannt: Inhalt der Kampagne Nennungen Kopftuch 28 Hautfarbe/Rassismus 23 Religion/Glaube 23 Wohnung 16 Ausländer 3 Sonstige 13 Abbildung 4: An welche Inhalte der Kampagne können Sie sich erinnern?

6 Bewertung der Kampagne Aus Abbildung 5 geht hervor, dass etwa ein Viertel (23,4 %) der befragten Personen die Kampagne für sehr wichtig, 41 % für wichtig halten. 66,5 % wurden oder wurden eher durch die Bilder zum Nachdenken angeregt. Die Kampagne für unwichtig halten nur 12,1 % der Befragten. Nicht bzw. eher nicht zum Nachdenken angeregt wurden 33,4 %. Insgesamt halten rund zwei Drittel (64,4 %) die Kampagne für wichtig oder sehr wichtig. Für wie wichtig halten Sie die Kampagne? Regen Sie die Bilder zum Nachdenken an? Sehr wichtig 23,4% Ja 23,1% Wichtig 41% Eher ja 43,4% Eher Wichtig 23,4% Eher nein 17,9% Unwichtig 12,1% Nein 15,5% Abbildung 5: Bewertung der Kampagne allgemein Bewertung nach Alter Auffällig ist, dass die Gruppe der 31 bis 50-jährigen die Kampagne am wichtigsten einstuft (77,2 % dieser Gruppe haben die Kampagne als wichtig oder sehr wichtig eingestuft). Der Anteil der Befragten, die die Kampagne für wichtig/sehr wichtig halten ist unter den über 50- jährigen mit 57,7 % vergleichsweise gering. 23,1 % der über 50-jährigen halten die Kampagne für unwichtig, in keiner anderen Gruppe ist der Anteil derer die diese Antwort gegeben haben vergleichbar groß. Als sehr wichtig stufen die Kampagne nur 15,4 % der über 50-jährigen ein Jahre Jahre Jahre 51 Jahre und mehr Gesamt Sehr wichtig 27,3% 29,8% 21,5% 15,4% 25,2% Eher wichtig 32,7% 38,3% 55,7% 42,3% 42,9% Eher 29,1% 24,5% 17,7% 19,2% 22,8% unwichtig Unwichtig 10,9% 7,4% 5,1% 23,1% 9,1% Gesamt 100% 100% 100% 100% 100% Abbildung 6: Wichtigkeit der Kampagne nach Alter Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Gruppe der jährigen und die der über 50-jährigen die Kampagne als weniger wichtig einstufen als die anderen beiden Gruppen. Die Gruppe der jährigen schätzt die Kampagne mit 77,2 % (sehr wichtig + eher wichtig)

7 - 7 - am wichtigsten ein. Menschen über 50 stufen die Kampagne deutlich häufiger 21,1 % als unwichtig ein als die anderen Gruppen 1. Auch die Frage nach der Wirkung der Kampagne wird von Personen je nach Alter unterschiedlich beantwortet (vgl. Abb.7) Jahre Jahre Jahre 51 Jahre und mehr Gesamt Ja 20% 31,9% 17,7% 26,9% 24,4% Eher ja 56,4% 34% 57% 30,8% 45,7% Eher nein 10,9% 19,1% 19% 15,4% 16,9% Nein 12,7% 14,9% 6,3% 26,9% 13% Gesamt 100% 100% 100% 100% 100% Abbildung 7: Regen Sie die Bilder zum Nachdenken an? Hier ist auffällig, dass die Gruppe der über 50-jährigen Menschen weniger zum Nachdenken angeregt wurden als jüngere Menschen. In der Gruppe der 51-jährigen und Älteren haben 26,9 % angegeben nicht von den Bildern zum Nachdenken angeregt zu werden. Bei den jährigen sind dies nur 14,9 %, bei den jährigen 12,7 %. Bei der Gruppe der jährigen ist der Anteil derer die mit ja geantwortet haben am größten (31,9 %) 2. Bewertung nach Ausbildung In Bezug auf die Ausbildung der befragten Personen ergeben sich hinsichtlich ihrer Antworten auf die gleichen beiden Fragen folgende Unterschiede. Hohes Bildungsniveau 3 Niedriges Bildungsniveau Gesamt Sehr wichtig 25,5% 21,5% 23,7% Eher wichtig 43,4% 38,8% 41,4% Eher unwichtig 22,8% 26,4% 24,4% Unwichtig 8,3% 13,2% 10,5% Gesamt 100% 100% 100% Abbildung 8:Wichtigkeit der Kampagne nach Bildungsniveau/höchster abgeschlossener Ausbildung Menschen mit höherer Ausbildung halten die Kampagne für wichtiger als Menschen mit weniger hohem Bildungsabschluss. Für sehr wichtig halten 25,5% derer die Kampagne, die 1 Unterschiede zwischen den Gruppen sind nicht signifikant. 2 Die Unterschiede sind laut Chi²-Test signifikant (Sign.:0,016). 3 Hohes Bildungsniveau: Matura, Studium; niedriges Bildungsniveau: BMS, Lehre, Pflichtschule

8 - 8 - mindestens die Matura abgeschlossen haben. Bei den Befragten ohne Matura haben nur 21,5% diese Antwort gewählt 4. Die Unterschiede zwischen den Gruppen sind laut Chi² Test nicht signifikant. Abbildung 9 zeigt: Personen mit hohem Bildungsniveau werden durch die Bilder nur wenig stärker zum Nachdenken angeregt als Menschen aus bildungsferneren Milieus. Von den Befragten mit mindestens Matura geben 24,1 % an, durch die Bilder zum Nachdenken angeregt worden zu sein, bei den Befragten ohne Matura 21,5 %. Bei den Befragten die mit Nein geantwortet haben ist der Unterschied ähnlich klein: Von den Befragten ohne Matura waren das 17,4 %, von denen mit mindestens Matura waren es 11,7 % 5. Hohes Bildungsniveau Niedriges Gesamt Bildungsniveau Ja 24,1% 21,5% 22,9% Eher ja 47,6% 39,7% 44% Eher nein 16,6% 21,5% 18,8% Nein 11,7% 17,4% 14,3% Gesamt 100% 100% 100% Abbildung 9: Regen Sie die Bilder zum Nachdenken an? Bewertung nach Geschlecht Die Kampagne wird von Frauen tendenziell als wichtiger angesehen als von Männern: 27,6% der Frauen geben an, dass die Kampagne sehr wichtig, 46,3%, dass sie eher wichtig ist. Von 20,5% der Männer wird die Kampagne als sehr wichtig, von 36,7% als eher wichtig eingestuft. 18,1% der Männer und lediglich 4,1% der Frauen halten die Kampagne für unwichtig (vgl. Abbildung 10). 6 Weiblich Männlich Sehr wichtig 27,6% 20,5% Eher wichtig 46,3% 36,7% Eher unwichtig 22,0% 24,7% Unwichtig 4,1% 18,1% Gesamt 100% 100% Abbildung 10: Wichtigkeit der Kampagne nach Geschlecht 4 Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. 5 Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. 6 Geschlechterunterschiede sind statistisch signifikant (Chi2-Test, p=0,002).

9 - 9 - Bezüglich der Frage, ob die befragten Personen durch die Bilder zum Nachdenken angeregt worden sind, sind deutliche Geschlechterunterschiede vorhanden: 34,1% der Frauen, jedoch nur 15,1% der Männer geben an, durch die Bilder zum Nachdenken angeregt worden zu sein. 22,3% der männlichen und lediglich 6,5% der weiblichen Befragten sind durch die Bilder nicht zum Nachdenken angeregt worden (vgl. Abbildung 11). 7 Weiblich Männlich Ja 34,1% 15,1% Eher ja 45,5% 41,6% Eher nein 13,8% 21,1% Nein 6,5% 22,3% Gesamt 100% 100% Abbildung 11: Regen Sie die Bilder zum Nachdenken an? 5. Gültigkeit der Ergebnisse Um eine möglichst repräsentative Stichprobe der Grazer Bevölkerung zu erhalten, war es geplant, die Befragung an verschiedenen Orten innerhalb der Stadt Graz und zu verschiedenen Zeitpunkten durchzuführen. Es wurden insgesamt 10 stark frequentierte Orte ausgewählt. An fünf dieser Orte waren Plakate der Kampagne platziert, an den anderen fünf Orten nicht. Wünschenswert wäre eine etwa gleichmäßige Aufteilung auf diese Orte gewesen. Tatsächlich wurden die Interviews aber (vergleiche Kapitel 1) nur an fünf statt zehn Orten durchgeführt und selbst auf diese fünf Orte wurden die Interviews nicht ausgewogen aufgeteilt. Nur etwa ein Viertel (26,3 %) der Interviews wurde an Orten durchgeführt an denen keine Plakate aufgestellt waren. Von diesen 26,3 % der Interviews wurden über 90 % am Geidorfplatz (unrepräsentativ hinsichtlich des Bildungsniveaus) durchgeführt. Es wurde also insbesondere an den Orten erhoben, wo zu erwarten war, dass die Kampagne aufgrund von geografischen Gegebenheiten besonders gut wahrzunehmen war. Des Weiteren war geplant, die Befragung an verschiedenen Wochentagen und zu verschiedenen Uhrzeiten durchzuführen. Die Vorgabe, die Befragung an verschiedenen Wochentagen (Montag-Donnerstag, Freitag und Samstag/Sonntag) durchzuführen, wurde ignoriert. Alle Interviews wurden im Intervall Montag bis Donnerstag durchgeführt. Einzig 7 Geschlechterunterschiede sind statistisch signifikant (Chi2-Test, p=0,000).

10 bei der Uhrzeit wurde ein wenig variiert, wünschenswert wäre jedoch gewesen, die Interviews auch hier besser (etwa 50/50) auf die beiden Zeitintervalle (10:00-14:00 bzw. 14:01-18:00) aufzuteilen. Insbesondere aufgrund der unausgewogenen Verteilung der Interviews auf die vorgegebenen Orte bzw. auf die verschiedenen Zeitpunkte können die Ergebnisse nicht auf die gesamte Grazer Stadtbevölkerung verallgemeinert werden. Aussagen können also aufgrund der mangelnden Repräsentativität der Erhebung ausschließlich für die in den Interviews befragten Personen gemacht werden.

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