Wohin geht die Reha? Zwischen Wirksamkeit, ökonomischen Druck und medizinischem Fortschritt

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1 Wohin geht die Reha? Zwischen Wirksamkeit, ökonomischen Druck und medizinischem Fortschritt BDPK-Bundeskongress / in Hamburg Dr. Ingrid Künzler Geschäftsführerin DRV Nord 0 ISV07t

2 Die Rehabilitation der gesetzlichen Rentenversicherung hat einen klaren Erwerbsbezug. Das hat Auswirkungen auf den Zugang zur Rehabilitation die Durchführung der Rehabilitation die Zeit nach der Rehabilitation 1 ISV07i00

3 Zugang zur Rehabilitation der gesetzlichen Rentenversicherung: Kooperation mit Betriebsärztinnen und Betriebsärzten Firmenservice Kooperation mit anderen Sozialversicherungsträgern (GKV, DGUV) Screening von Versicherungskonten 2 ISV07i00

4 Während der Rehabilitationsleistung: Konzepte wie z. B. MBOR (Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation) Qualität der Leistungen zur medizinischen Rehabilitation Beschaffung von Rehabilitationsleistungen 3 ISV07i00

5 Position der Deutschen Rentenversicherung Eine Ausschreibung ist nicht erforderlich. Grund: Notwendigkeit der ständigen Qualitätssicherung und -optimierung. Zweistufiges, einheitliches und transparentes Zulassungs- und Auswahlverfahren in der DRV: 1. Zulassung zur Leistungserbringung durch den Abschluss eines Vertrages nach 21 SGB IX 2. Auswahl der für den Patienten am besten geeigneten Rehabilitationseinrichtung 4 ISV07i00

6 1. Das offene Zulassungsverfahren: Abschluss eines Vertrages nach 21 SGB IX Offen: keine Ausschlusskriterien (z. B.: Ausschluss aus Bedarfsgründen ist unzulässig.) Transparent: Veröffentlichung aller notwendigen Informationen im Internet Rechtsanspruch auf Abschluss eines Vertrags nach 21 SGB IX bei Vorliegen der Voraussetzungen der 19 und 20 Abs. 2 a SGB IX 5 ISV07i00

7 1. Das offene Zulassungsverfahren: Abschluss eines Vertrages nach 21 SGB IX Grundvoraussetzungen: - Erfüllung der Strukturanforderungen der DRV - Internes Qualitätsmanagement - Zertifizierung (nur für stationäre Einrichtungen) - Teilnahme an einem externen QS-Verfahren Verträge nach 21 SGB IX sind unbefristet, aber... es besteht die Möglichkeit der Anpassung bzw. des Widerrufs der Zulassung. 6 ISV07i00

8 1. Das offene Zulassungsverfahren: Informationen im Internetauftritt der DRV Reha-Leistungen in Zahlen Anforderungen an Reha-Einrichtungen - Strukturanforderungen - Einrichtungskonzept (mit Gliederungsvorschlag) - Positionspapiere, Referenzwerte (KTL, RTS...) -Zertifizierung des Qualitätsmanagements - Barrierefreiheit Abschluss eines Vertrags -Basisvertrag (als Download verfügbar) -Zulassungsverfahren, Erstvisitation - Ansprechpartner/-innen 7 ISV07i00

9 2. Auswahl der für den Rehabilitanden individuell am besten geeigneten Rehabilitationseinrichtung Die Einrichtung wurde im Rahmen des Wunsch-und Wahlrechts gewünscht oder der Rehabilitand akzeptiert die ihm angebotene, auf seine individuellen Bedarfe zugeschnittene Einrichtung. Die Auswahl der Einrichtung erfolgt unter Zugrundelegung transparenter und nicht selektiver Kriterien. Der Entscheidungsvorgang ist transparent. Er wird genau und vollständig dokumentiert. Die Nutzung eines IT-gestützten Verfahrens ist Voraussetzung zur Herstellung der Transparenz (Klinikauswahlprogramm rvsmd) 8 ISV07i00

10 2. Auswahl der für den Rehabilitanden individuell am besten geeigneten Rehabilitationseinrichtung Die Einrichtungsauswahl erfolgt in zwei Schritten: 1. durch die medizinische Auswahl der im Einzelfall für den Rehabilitanden geeigneten Reha-Einrichtungen (Sozialmedizinische Auswahlkriterien, also Hauptdiagnose und Nebendiagnosen sowie unabdingbare Sonderanforderungen) und 2. durch das Ranking innerhalb der geeigneten Einrichtungen. 9 ISV07i00

11 2. Auswahl einer für den Rehabilitanden individuell am besten geeigneten Rehabilitationseinrichtung Klinikauswahl bei mehreren geeigneten Einrichtungen auf Grundlage eines Algorithmus, der auf transparenten Kriterien basiert: Qualität der Rehabilitationseinrichtungen Wartezeit bis zur Aufnahme Transportfähigkeit im Hinblick auf die Entfernung zum Wohnort Preis der Einrichtungen für die Durchführung der Rehamaßnahme Für jede Einrichtung wird im Rahmen eines abgestimmten Verfahrens ein Rankingwert ermittelt. Auswahl der Einrichtung mit dem höchsten Rankingwert. Bei Abweichung: Nachvollziehbare Dokumentation der Gründe 10 ISV07i00

12 Konkretisierung und Operationalisierung der Qualitätsindikatoren Das Auswahlkriterium Qualität umfasst folgende Qualitätsindikatoren, die von den Trägern der Rentenversicherung einheitlich gewichtet werden: Rehabilitandenbefragung Behandlungszufriedenheit Rehabilitandenbefragung Subjektiver Behandlungserfolg Peer Review Therapeutische Versorgung (KTL) Reha-Therapiestandards (RTS) Visitation Beschwerdequote Outcomefaktoren 11 ISV07i00

13 Aktuelle Überlegungen der DRV zur Berücksichtigung der Qualität bei der Auswahl der Reha-Einrichtung Erster Schritt: Einführung von QS-Dialogen bei auffälligen Ergebnissen Manual zur Durchführung von QS-Dialogen Festlegung von relevanten QS-Indikatoren (Patientenbefragung, KTL und RTS) Definition von Schwellenwerten für die Durchführung von QS-Dialogen 2017: Pilotierung mit wissenschaftlicher Begleitung: Erfolg? Akzeptanz? Unerwünschte Folgen? Optimierungsbedarf? Anpassung des Konzepts 12 ISV07i00

14 Aktuelle Überlegungen der DRV zur Berücksichtigung der Qualität bei der Auswahl der Reha-Einrichtung Ab 2017: Konzeption eines rv-einheitlichen Verfahrens der Klinikauswahl unter Einbeziehung von Qualitätsindikatoren Wissenschaftliche Evaluation ab 2018 Berücksichtigung von überarbeiteten QS-Indikatoren (neue RTS, neue KTL, 2017 überprüftes Verfahren der Adjustierung bei der Rehabilitandenbefragung)? Nutzung von objektiven Outcome-Parametern (Integrationserfolg) 13 ISV07i00

15 Nach der Rehabilitation: Nachsorge zur Verstetigung Casemanagement zur Identifikation von Eingliederungshemmnissen (psycho-soziale und ökonomische Kontextfaktoren) 14 ISV07i00

16 15 ISV07i00 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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